Tagesdosis 28.1.2019 – Der nächste Putsch made in USA

Ein Kommentar von Susan Bonath.

Wirtschaftsblockaden, Umsturzversuche, Agententum, paramilitärische Infiltration und nun ein von den USA und ihren imperialen „Verbündeten“ der EU mitgetragener Putsch: Das von USA-hörigen Kapitaldiktaturen umzingelte Venezuela steht möglicherweise vor dem Rückfall in die postkoloniale Zeit.

Was ist aktuell passiert? Nach Unruhen, vorgezogenen Wahlen und einem Attentat auf Staatschef Nicolás Maduro im vergangenen Jahr ernennt sich Oppositionsführer Juan Guaidó am Mittwoch selbst zum neuen Präsidenten Venezuelas. Wenig später erkennt ihn US-Präsident Donald Trump an. Die EU zieht nach, stellt ein irrwitziges „Ultimatum“: Sollte es bis kommende Woche keine Neuwahlen geben, gelte der Selbstermächtigte auch für sie als neues Staatsoberhaupt.

Die USA drohen schließlich ganz offen den ultimativen Raubzug gegen das Land an, das dreimal größer als Deutschland ist, aber nur über gut ein Drittel  der Einwohner verfügt. Man werde Venezuelas Einnahmen aus dem Öl beschlagnahmen und an Putschführer Guaidó umleiten, verkündete Trump. Es geht vor allem um Citgo, eine in den USA aktive Tochtergesellschaft des venezolanischen Staatsunternehmens PDVSA. Da gibt es nur eine Krux: 2016 hatte Venezuela den russischen Staatskonzern Rosneft im Zuge einer Schuldentilgung für Importe zu knapp 50 Prozent an Citgo beteiligt.

Venezuela ist vom Kapital begehrt. Nicht nur, dass das Land seit der Wahl von Maduros Vorgänger im Jahr 1999, dem Sozialisten Hugo Chavez, um Unabhängigkeit vom imperialistischen Block kämpft. Es verfügt auch über die wohl weltweit größten Ölvorkommen. Ein Schelm, wer geglaubt hatte, die USA ließen sich ein derartiges Riesengeschäft entgehen. Dazu brauchen sie geeignete Marionetten.

Vor allem aber benötigen die Vereinigten Staaten Geld, um ihre Kriege zu finanzieren. Mit mehr als 20 Billionen Dollar sind sie verschuldet. Ihre Vormachtstellung beruht zunehmend auf Plünderungskriegen mit ihren NATO-Verbündeten der EU. Mehr als 700 Milliarden US-Dollar fließen jährlich in ihren Rüstungsetat. Derweil breiten sich in ihrem Inneren die Slums aus. 50 Millionen Menschen – das ist etwa jeder siebte US-Bürger – sind auf Lebensmittelkarten angewiesen. Hunderttausende Familien mit Kindern sind obdachlos.

Die Gegner des venezolanischen Staatschefs, inklusive der westlichen Medien, gründen ihr „Bekenntnis“ zu Maduros Widersacher Guaidó auf folgendes: Misswirtschaft, wachsende Armut, angeblich illegitime Wahlen, Massenflucht und Korruption. Außerdem seien „sozialistische Experimente“ ohnehin zum Scheitern verurteilt.

Erstens: Wenn die Sozialisten angeblich alle unfähig sind und ihre Systeme ohnehin zum Scheitern verurteilt seien: Warum warten die Westmächte dann nicht in aller Ruhe ab, bis es sich mit ihnen von allein „erledigt“ hat? Warum jagen sie die Sozialisten und Kommunisten dann seit hundert Jahren so unerbittlich? Warum stecken sie Billionen in ihre Militärapparate, richten ihre ganzen Waffenarsenale auf diese Länder, drangsalieren sie wirtschaftlich und finanzieren rechte, konter-revolutionäre Kräfte? Ja, warum lassen sie diese angeblich zum Scheitern verurteilten Länder nicht einfach ganz ohne ihr Zutun scheitern?

Zweitens handelt es sich bei den Flüchtlingen aus Venezuela vor allem um einstige Bürgerkriegsflüchtlinge aus Kolumbien, die bis 2016 nach Venezuela kamen und dort bereitwillig aufgenommen wurden.

Drittens verschweigen westliche Medien, dass Venezuela seit dem Amtsantritt von Hugo Chavez 1999 und seiner Einleitung der sogenannten bolivarischen Revolution mit strengen Wirtschaftssanktionen des westlichen Blocks und ihrer Lakaien zu kämpfen hat. Auch venezolanische Konten im Ausland wurden gesperrt. Die Kommunistische Partei Venezuelas PCV spricht ferner von massenhafter Infiltration durch paramilitärische Einheiten und Agenten aus USA-hörigen Nachbarstaaten, wie Kolumbien und Brasilien. Maduro gehört der Vereinigten Sozialistischen Partei PSUV an.

Viertens fällt im Mainstream kaum ein Wort zur Geschichte. Denn dazu gehört auch, dass Chavez vor 20 Jahren ein Land übernahm, in dem jeder zehnte Venezolaner weder lesen noch schreiben konnte, weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter teils extremer Armut litt und viele sich medizinische Versorgung nicht leisten konnten. Das Venezuela von 1998 war regiert von kriminellen Oligarchen-Clans, die unter anderem den USA billiges Öl zuschanzten.

Chavez startete landesweit Alphabetisierungs- und Ernährungsprogramme. Er ließ die Venezolaner über eine Verfassung abstimmen, Schulen, Krankenhäuser und Wohnungen bauen, um die Menschen aus den Elendsvierteln, den Favelas, herauszuholen und eine kostenlose medizinische Versorgung sowie Bildung zu gewährleisten. Darüber hinaus verstaatlichte er zahlreiche Großkonzerne, darunter den größten Teil der Ölindustrie. Natürlich passte es den USA nicht, von da an mehr für das „schwarze Gold“ zu löhnen.

Auch Chavez versuchten die USA durch Mittelsmänner der rechten Opposition zu stürzen. 2002 etwa vertrieb ihn der damalige Oppositionsführer Pedro Carmona für zwei Tage aus dem Amt. Seine Anhänger hatten zuvor den damals einzigen Staatssender „Kanal 8“ unter ihre Herrschaft gebracht. Massenproteste vor allem der ärmeren Bevölkerung konnten Chavez´ Sturz verhindern. Mehr als 1,5 Millionen Menschen stürmten das Regierungsgebäude und vertrieben Carmona. Der fand in Kolumbien Unterschlupf. Längst ist bekannt: Den Putsch 2002 hatte die CIA mit unterstützt und finanziert.

Seither gab es immer wieder Umsturzversuche und Attentate, zuletzt Mitte 2018 einen Sprengstoffanschlag auf Maduro. Nach Chavez´ Krebstod 2013 hatte dieser die Führung des immer stärker von Dauerembargos gebeutelte Landes übernommen. Armut und Inflation wuchsen rasant, Korruption breitete sich immer stärker aus. Letztes Jahr versuchte Maduro, mit der ölgedeckten Kryptowährung Petro der Lage Herr zu werden.

Da waren bereits massive Unruhen ausgebrochen. Maduro lenkte ein, ließ die Wahlen auf den Mai 2018 vorziehen. Weil er die Teilnahme einiger ultrarechter Kandidaten verboten hatte und die Wahlbeteiligung mit weniger als 50 Prozent gering war, bezeichnen westliche Regierungspropagandisten seine Wiederwahl als „illegitim“. Diese aber hatte er mit 67 Prozent der Stimmen gewonnen. Dazu ist anzumerken: In Venezuela fanden seit 1999 etwa 25 Wahlprozesse statt. Nur zwei davon erkannten die Westmächte überhaupt an. Und das waren ausgerechnet jene, bei denen die rechte Opposition gewonnen hatte.

Erst Anfang Januar, kurz vor Maduros Antritt seiner zweiten Amtsperiode, tauchte sein Widersacher Juan Guaidó auf der politischen Bühne auf. Er wurde zum Präsidenten des von rechts beherrschten Parlaments  ernannt. Mittels radikaler Propaganda setzte er das bereits angeheizte Kleinbürgertum gegen Maduro in Bewegung. Schließlich ernannte er sich selbst zum Staatschef. Man stelle sich vor, die Gelbwesten in Frankreich würden einen neuen Präsidenten benennen und China und Russland diesen anerkennen.

Russland, China, Kuba, Bolivien, Mexiko, der Iran, die Türkei und einige südamerikanische Kleinstaaten sicherten Maduro Unterstützung zu. Der russische Außenminister Sergei Lawrow erklärte, Trumps Gebaren spreche für eine „orchestrierte Beteiligung der USA an dem Putsch“. Guaidó und seine Unterstützer machten sich zu „Bauern in einem kriminellen Spiel“, so Lawrow.

Umzingelt von Brasilien und Kolumbien mit US-hörigen Regimen, hatte Venezuelas Führung von vornherein schlechte Karten in diesem Scheißspiel. Doch es gibt berechtigte Kritik an Maduros Politik von links.

Die Kommunisten werfen ihm vor, die Industrialisierung des Landes zugunsten der Importe nicht vorangetrieben zu haben. Venezuelas Importfähigkeit hing dabei am seidenen Faden der Ölpreise. Den letzten Stoß in den wirtschaftlichen Ruin habe der Preisverfall 2014 bewirkt. Außerdem habe es massenhaft Betrug bei den Importen gegeben. Maduro habe auch die kapitalistischen Strukturen im Land weitgehend erhalten. Mehr noch: Er habe selbst Privatfirmen, denen er Korruption vorwarf, noch Fördermittel hinterher geworfen. Kleinbauern dagegen habe er kaum bei der Lebensmittelproduktion unterstützt. Den Staatsapparat habe er zusehends bürokratisiert, führenden Bediensteten viele Privilegien verschafft und die Arbeiterklasse, anders als dies in Kuba geschah, nicht mitgenommen.

Es geht also beides: Man kann Venezuelas Präsidenten und seine Führungsriege kritisieren – ja muss es sogar – und zugleich gegen den mutmaßlich vom US-Regime finanzierten Putsch zur Einfriedung Venezuelas in den imperialistischen Markt sein.

Was den Unterdrückten Lateinamerikas eine rechtsextreme Regierung bringt, zeigt aktuell Brasilien. Kaum an der Macht, hat Präsident Jair Bolsonaro den Ausverkauf der Wirtschaft und der ohnehin minimalen öffentlichen Daseinsvorsorge verkündet. Industriellen verspricht er lukrative Großprojekte im Regenwald. Damit bedroht er auch die Existenz der indigenen Bevölkerung. Grüßen lassen auch diktatorische Massenmörder, die nach gesteuerten Putschen an die Macht kamen, wie etwa Augusto Pinochet in Chile.

Fakt ist: Glückt der Regimechange in Venezuela mit Hilfe der Großmacht USA und ihrer NATO-Verbündeten in Europa, wird es für die Massen der Armen ganz sicher nicht besser werden. Verdienen werden daran wieder nur die üblichen Profiteure unter der Rückendeckung des größten und aggressivsten imperialistischen Blocks der Welt und ihrer mordenden Militärmacht.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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24 Kommentare zu: “Tagesdosis 28.1.2019 – Der nächste Putsch made in USA

  1. selbst der Art. 233 gibt es nicht her
    Artikel 233. Als zwingende Hinderungsgründe bezüglich der Amtsausübung des Präsiden- ten oder der Präsidentin der Republik gelten: sein oder ihr Tod, sein oder ihr Rücktritt sowie seine oder ihre durch Urteil des Obersten Gerichtshofes verfügte Absetzung; seine oder ihre durch Attest einer vom Obersten Gerichtshof einge- setzten und von der Nationalversammlung bestätigten medizinischen Kommis- sion bescheinigte dauernde körperliche oder geistige Handlungsunfähigkeit, die Nichtwahrnehmung des Amtes, die von der Nationalversammlung als solche festgestellt wird, sowie die Amtsenthebung durch Volksabstimmung.
    Ergibt sich vor der Amtseinführung ein zwingender Hinderungsgrund bezüglich der Person des gewählten Präsidenten oder der gewählten Präsidentin, folgen neue allgemeine, direkte und geheime Wahlen innerhalb der nächsten dreißig Tage……….. ……………. ff
    es läuft nach dem gleichen Schema wie immer, wieder mischen unsere üblichen Verdächtigen einschließlich der Medien mit.

  2. Der EU-Parlamentsbeschluss mit seinem Ultimatum an Venezuela ist ein Skandal !

    Das soll ´Friedenspolitik´ sein? Weltweite ´Verantwortung´ der EU ???
    Kann man sich mit absurderer Anmaßung einmischen als u.a. D-Außenminister Maas mit einem 8-tägigen Ultimatum an Maduro, unmittelbare neue Wahlen abzuhalten ? !!!!!
    Welcher Staat dieser Welt könnte je auf dergleichen Forderungen von außen eingehen ??

    Das ´Friedensprojekt Europa´ schlingert seit 1990 Jahr für Jahr mehr ins Abseits !

    _____________

    Verweis auf:/ AUFRUF zur internationalen Solidarität!
    Schluss mit der Umsturzpolitik gegen Venezuela! >>> ggf. UNTERZEICHNEN ?!
    http://multipolare-welt-gegen-krieg.org/

    _____________
    vgl. auch:

    Kai Ehlers auf Rubikon / Brennpunkt Venezuela – Die aktuelle Krise in Caracas ist ein gefährlicher „Stellvertreterkrieg“ zwischen den globalen Mächten.
    https://diskursblickwechsel.wordpress.com/2019/02/02/31-1-19-verweis-auf-kai-ehlers-auf-rubikon-brennpunkt-venezuela-die-aktuelle-krise-in-caracas-ist-ein-gefaehrlicher-stellvertreterkrieg-zwischen-den-globalen-maechten/

    (…)

    Textschluss:

    ________________

    „Gebraucht wird eine Organisationsidee, von „ oben“ wie von „unten“ ins Leben gebracht, die der realen Entwicklung globalisierter Wirtschafts- und Lebensweisen in einer Form Rechnung trägt, welche Produktion, Verteilung und Konsum in assoziativen, sich gegenseitig befördernden und kontrollierenden Strukturen an die Basis lokaler und regionaler Lebensräume zurückbindet, so wie sie das Lokale ins Globale einbringt. Dies würde Staaten reduzieren, besser gesagt, konzentrieren auf ihre Aufgabe als Rechtsverbände des realen Lebens vor Ort und ihnen — wie auch der übergreifenden Gemeinschaft solcher Staaten — die Rolle des Entwicklungshelfers für eine neue Struktur des Zusammenlebens zuweisen.

    Das wäre die Hilfe, die heute gebraucht wird. Damit könnte die Konkurrenz nationaler Staatsmonopole um Ressourcen und Einflusszonen, wie sie sich gegenwärtig wieder einmal, diesmal über Venezuela, zusammenzieht, der Geschichte überlassen werden. Stattdessen könnte die Eigenverantwortlichkeit und das Wohl der Menschen in kooperativen, grenzübergreifenden Zusammenhängen gefördert werden.

    Es ist klar, dass eine solche Entwicklung nicht aus dem Hut zu zaubern ist, weder aus lokalen Hüten noch aus übergeordneten. Aber klar ist auch, dass es Zeit ist für eine solche Entwicklung. Das lässt sich aus dem um Venezuela entstehenden Vexierbild aufs Neue unmissverständlich erkennen. Dies gilt unabhängig davon, ob sich Maduro oder Guaidó — konkreter gesagt: die Menschen Venezuelas — dem Druck von außen jetzt noch einmal beugen müssen.“

  3. Darüber hinaus plant der Militärisch-Industrielle Komplex wohl einen Krieg in Lateinamerika.
    Dafür ist eine Vorbereitungszeit von 10 Jahren nötig,und all die destruktiven Entwicklungen in Brasilien oder Venezuela scheinen der Umsetzung des Planes zu dienen.

    Ähnlich wie beim 1. Weltkrieg,den eine geheime Elite um Churchill in die Wege leitete.
    Am Ende ist wieder der Deutsche Schuld.
    Mit dieser „Schuld“ werden wir nun schon hundert Jahre malträtiert.Dieser Übertragung sollte sich mal ein Psychoanalytiker annehmen.

  4. Also irgendwie sitzen wir ganz schön in der Patsche. Wenn ich Venezuela anschaue wird mir ganz übel. Wir beklagen hier bei uns immer, dass wir „Vasallen“ der VSA sind. Aber was haben wir denn für eine Wahl (im jetzigen System). Wenn wir dem Kapitalismus nicht gehorchen, gehts uns wie Venezuela/Brasilien/Iran/Syrien. Uns bleibt also die tolle Wahl zwischen Pest und Cholera.
    Oder wir denken endlich um. 😉

  5. Venezuela hat angeblich noch höhere Ölvorkommen als Saudi Arabien.

    Ich kann es jedenfalls nicht so richtig erkennen, womit die USA ihre Wirtschaftssanktionen begründen wollen. Vielleicht wurde es den USA zu anstrengend, ihr eigenes Verhalten der Weltöffentlichkeit gegenüber nachvollziehbar erscheinen zu lassen.

    In 2017 hatten die USA ihre Wirtschaftssanktionen für Venezuela ausgeweitet und mit ihren Strafmaßnahmen Geschäfte mit bestimmten Wertpapieren des Staates und der staatlichen Ölfirma PDVSA teilweise verboten.
    Maduro will gegen diese Sanktionen vorgehen.

    Jedenfalls müsste es für uns alle doch mehr als naheliegend sein, dass man es schon an dem völlig offensichtlichen Wort „Sanktionen“ regelrecht erkennen müsste, dass dies alles doch ohnehin seine Richtigkeit hat.

    Hier sieht man es, dass unsere vermeintliche Marktwirtschaft ein fehlerhafter Debitismus ist, bei dem bei rasant ansteigender Ungleichheit immer weniger Akteure immer mehr darum im Wettbewerb stehen, dass irgendwo „Anschlussschuldner“ gefunden werden. Weil es diese vielen Schuldner nicht gibt, müssen die Zentralbanken immer mehr nachhelfen.

    Es müssen globale Lösungen gefunden werden.
    Die Banken sind zu mächtig und sie drängen uns eine absurde Geld-Logik auf.
    Wir können uns nicht jede Geldeinheit erst noch bei den Banken ausleihen.
    Es müssen Wege für ein kooperatives Wirtschaften gefunden werden.

    Aber Donald Trump denkt auf fehlerhafte Weise nationalistisch, was man vor allem auch bei seinen Mauerbau-Plänen erkennen kann.

    Außerdem wurde der Trump Vertraute Roger Stone wegen der Russland-Affäre festgenommen.

    Darüber hinaus gibt es auch noch den Sonderermittler Mueller.

    Da dürfte es also nicht verwundern, dass Präsident Trump verzweifelt ist.

  6. Moin Hog! Mit den Details der Ölförderung kenne ich mich nicht aus. Ich fand es nur so „erfrischend“, dass der Reporter ohne das übliche „demokratische Drumrum“ erklärte, was Sache ist.

    Im übrigen wird meine Zeit durch andere Aufgaben in Anspruch genommen.

    Alles Gute nach Schweden!

  7. Susan Bonath hat gut recherchiert. Warum die Lage in Venezuela so fatal ist? Chavez wollte mit seiner bolivarischen (keine sozialistische oder marxistische!) Revolution nie eine Verbesserung der Lebenssituation für die Bevölkerung in dem Sinn erreichen, das sie sich zu einer Konsumgesellschaft westlicher Prägung wandelt (was manche wohl gerne so hätten). Wie Frau Bonath schreibt, lag der Schwerpunkt auf freier / kostenloser Bildung und einem kostenlosen Gesundheitswesen für alle. Hinzu kamen einige „Geschenke“ an die Bevölkerung. Themen wie Preisverfall Rohöl, Wechselkurspolitik, Handelsbeschränkungen sorgen für Mangel und wirtschaftlichem Abschwung. Und natürlich: die EXXON Geschichte (Rex Tillerson).

    https://www.washingtonpost.com/news/worldviews/wp/2017/01/16/rex-tillerson-got-burned-in-venezuela-then-he-got-revenge/?utm_term=.e56dca67339f

  8. Was Susan Bonath schreibt, ist sicher alles richtig. Wieder einmal inszenieren die US-Imperialisten einen Putsch in einem Land, dessen Bodenschätze sie ausplündern wollen, und die EU-Vasallen machen eifrig mit – natürlich für „Demokratie“ usw. Alles wie gehabt.

    Trotzdem wüßte ich gerne, warum die wirtschaftliche Lage in Venezuela so ist, wie sie ist. Kann ja sein, daß sie auch hauptsächlich durch gezielte Einwirkung von außen so katastrophal wurde. Oder ist sie das gar nicht? – Wo findet man eine kritische Ursachen- und Zustandsbeschreibung, die nicht auf den Lügen der Propagandamedien basiert?

  9. Zitat: „Man stelle sich vor, die Gelbwesten in Frankreich würden einen neuen Präsidenten benennen und China und Russland diesen anerkennen“.

    Man stelle es sich nicht nur vor sondern startet es (evtl. auf Human Connection oder hier) alternativen zu benennen, Zeichen setzen. Das ist genauso wichtig einen alternativen Nobelpreis zu verleihen in Zeiten wo Drohnen Massenmörder einen Friedensnobelpreis erhalten und zum Kirchentag eingeladen werden um dort Propaganda verbreiten dürfen (statt zur Beichte zu gehen).

    So ist es wichtig und schon ziemlich spät und höchste Zeit, daß die „Alternativen Medien und Menschen“ sich verbünden und WIR mal benennen dürfen, wer unsere alternative Regierung ist.
    Und nicht nur dieses, auch ein alternativer Papst sollte benannt werden.

    Ich schlage Eugen Drewermann als alternativen Papst vor und wie wäre es mit Franz Alt als Pressesprecher?

    • Moin, Luise, ja, die Geschichte um Eugen Drewermann ist interessant, ganz besonders seine Kaltstellung! Doch wir sollten keine Illusionen hegen, was ein alternativer Papst bewirken könnte. In den 70ern gab es eine Papstwahl, die einen Italiener hervorbrachte, der es tatsächlich auf 100 Tage Regentschaft brachte. Ich muesste nachlesen, um den Namen und die Bedingungen seiner Wahl wieder zu erinnern.
      Nur soviel in der Zusammenfassung: Er kam aus einfachen Verhältnissen mit dem Herzen auf dem rechten Fleck, wie man so sagt. Zur Familie und zur Abtreibung hatte er eine relativ weltliche Einstellung, aber das wird ihm nicht das Genick gebrochen haben, sondern sein Interesse fuer die Gelder der Vatikanbank, bei der er Waffen- und Drogengeschäfte witterte.
      Wie gesagt ueberlebte er nicht die 1. hundert Tage seines Pontifikat. Eine Untersuchung seiner Todesursache hat es bis heute nicht gegeben, Verschwörungstheoretiker munkeln von Giftmord. Ja, also was ich damit sagen will: Ein Eugen Drewermann, der die Himmelfahrt des Jesus als nicht fotografierbar bezeichnet, hätte heute gute Chancen ebenso zu enden wie der 100Tage Papst, dessen Name mir entfallen ist.
      mfG

    • Wer braucht denn überhaupt einen Papst?
      Und warum die Regierungsstrukturen beibehalten und nur die Leute austauschen?
      Wären nicht ganz neue Systeme denkbar und notwendig, ohne Pyramidenstruktur??

    • Mir geht es eher ums ZEICHEN setzen, einen Gegenpol zu haben. Ansonsten halte ich es mit John Lennon in IMAGINE, der dafür ermordet wurde! .. und auch keine Religion…
      .
      https://www.youtube.com/watch?v=XtgIcJpZGLg

      Friedens- und Liebe disqualifizierende Religionskriege hat es ja genug gegeben. Doch im Sinne von Freiheit ist immer die des anders denkenden zu schützen, somit muß Raum fürs spirituelles da sein, doch keine Macht!.

      Ich werde das Gefühl nicht los, das auch in Deutschland bald alles bald so aussieht wie hier, in der kommenden Welt, beschrieben:

      https://www.truthdig.com/articles/the-world-to-come/

      Bin schon mit 1,5 Beinen auf dem Weg nach draußen; es ist die Generation zwischen 25 und 55, die die Crew in Frage stellen muß, und zu welchem Landeplatz gesegelt werden soll – bevor die meisten Länder und Inseln nuklear verseucht sind oder wegen Diktator Regierungen. Wir schaffen uns selbst ab! Wie viele nehmen heute schon Antidepressiva oder
      dröhnen sich die Birne zu?
      GOOD LUCK!

    • Daliah8
      Ohne Pyramidenstruktur! Ja, so denk ich auch. Wir was GRUNDSÄTZLICHES verändern. Nicht nur kleine Stellschräubchen drehen. Da gibt es diese schöne Metapher von dem Zug, der auf den Abgrund zurast und wir springen nicht ab, sondern wechseln nur den Lokführer aus.
      Solange wir „Mächtige“ haben, wird sich die Geschichte nur immer wieder wiederholen, auf die ein oder andere Art. Macht korrumpiert nunmal. Und ich glaub ein Drewermann würde dieses Amt gar nicht annehmen, weil er um den Mechanismus der Macht und ihrer Anziehungskraft weiß.

    • Daliah8
      sorry, der Fehlerteufel. Der Satz soll natürlich heißen „wir müssen GRUNDSÄTZLICH was verändern…..“.

  10. Vor einigen Tagen im Morgenmagazin wurde der Reporter von der Börse zum Thema Venezuela befragt. Er lachte und sagte, natürlich ginge es nicht um Demokratie oder Menschrechte. Es gehe um Öl und Bodenschätze. Das Öl in Venezuela sei am besten mit Fracking zu fördern. Das wollten die USA. Rußland und China hätten bereits ihre Finger in Venezuela und um ihre Verträge zu schützen unterstützten sie das gegenwärtige Regime.

    Das war für mich der beste Beitrag seit langem im deutschen Fernsehen.

    • Moin, hj_allemann1, lange nichts von Dir gelesen!
      Ich wusste nicht, dass das Öl aus Venezuela am besten durch Fracking gefördert wuerde.
      Meine Idee zum versuchten Putsch und den Unruhen drum herum, ist die, dass die US Frackingunternehmen einen Barrelpreis von ca. 60 Dollar benötigen, um mit wenig Gewinn zu liefern. z.Z. liegt der Barrelpreis bei ca. 41 Dollar, also ein Zusatzgeschäft fuer die US Ölindustrie. Es muessten jetzt neue Bohrlöcher betrieben werden, die die Investitionen in die Höhe trieben. Da aber nicht garantiert werden kann, dass der Barrelpreis ueber die Marke von 60 Dollar steigt, sehe man davon ab. Nachzulesen auf Sputnik.
      mfG

    • Moin Hog! Mit den Details der Ölförderung kenne ich mich nicht aus. Ich fand es nur so „erfrischend“, dass der Reporter ohne das übliche „demokratische Drumrum“ erklärte, was Sache ist.

      Im übrigen wird meine Zeit durch andere Aufgaben in Anspruch genommen.

      Alles Gute nach Schweden!

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