Tagesdosis 28.11.2017 – Maidan-Massaker: Mörder gestehen – Medien schweigen


Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

Drei aus Georgien stammende Männer haben zugegeben, am 20. Februar 2014 zu den Schützen gehört zu haben, die auf dem Maidan in Kiew auf Polizisten und Demonstranten feuerten. Das Massaker auf dem zentralen Platz der ukrainischen Hauptstadt war bekanntlich der Auslöser,  der in der Folge zur Absetzung und Flucht des Präsidenten Janukowitsch, zur Abspaltung der Krim und zum Bürgerkrieg in der Ostukraine führte.

Mit diesen Geständnissen gerät die offizielle Version der westlichen Medien und der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft, die Sicherheitskräfte des damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch seien für das Massaker verantwortlich, weiter ins Wanken.  Schon 2015 und im vergangenen Jahr hatten die Aussagen zweier Maidan-Kämpfer, an der Schießerei beteiligt gewesen zu sein, große Skepsis an der offiziellen Schuldzuschreibung geweckt. Mit den Geständnissen der drei Schützen, die in einer Dokumentation des italienischen Fernsehens ausgestrahlt wurden, sind diese Zweifel jetzt nicht nur bestätigt worden – ihre Aussagen benennen auch die Personen, von denen sie rekrutiert, angewiesen und mit Waffen versorgt wurden:  führende Mitglieder der oppositionellen “Vaterlandspartei” und des militanten “Rechten Sektors”.

Zuerst, so einer der Todeschützen, sei es ihre Aufgabe gewesen, auf dem Platz “Provokationen zu arrangieren, damit die Polizei die Menge angreift“.  Als dies nicht geschah – die Polizei riegelte tagelang nur das Regierungsgebäude ab, ohne aktiv gegen die Demonstranten vorzugehen – seien am 18. Februar Waffen verteilt worden. „Die Dinge sind komplizierter geworden, wir müssen anfangen zu schießen“, habe der Kommandeur, ein Georgier namens Mamulashvili, den Kämpfern gesagt. „Wir können nicht bis zu den Präsidentenwahlen warten.“ Es sei egal, wohin genau geschossen würde, es ginge darum, Chaos und Verwirrung zu stiften.

Mit Dutzenden Toten gelang dies auf tragische Weise,  ebenso wie die sofortige Schuldzuweisung durch die Medien: an den moskau-freundlichen Janukowitsch und Wladimir Putin, die wahllos auf die friedliche, demokratische, europa-freundliche Masse hätten feuern lassen. An dieser Erzählung hält der ukrainische Generalstaatsanwalt, der die Dokumentation kurzerhand als “Fake” bezeichnete, bis heute fest, ohne freilich nach fast vier Jahren irgendwelche anderslautenden Ermittlungsergebnisse vorweisen zu können.

Stellen wir uns vor, statt der vom “Rechten Sektor” angeheuerten Scharfschützen hätten drei von Russland rekrutierte Söldner solche detaillierten Geständnisse abgelegt, in einer seriösen Dokumentation, von einem erfahrenen Korrespondenten des italienischen Fernsehens. Was wäre da los ? – vom “Brennpunkt” nach der Tagesschau bis zu Titelseiten in der “New York Times”, mit “Breaking News”  und Sondersendungen würden die Großmedien aus allen Rohren feuern, um die Botschaft rüberzubringen: der Russe war’s! Durchgeknallte Olivgrüne wie Rebecca Harms und Marie-Luise Beck würden gleich den atomaren Erstschlag fordern und Hillary Clinton schäumen, wenn die “Putin-Marionette” Trump nicht sofort auf den roten Knopf drückt. Kurz: die Hölle wär los.

So aber hören wir von diesen explosiven Geständnissen… Nichts! Und gäbe es nicht Organe wie Telepolis, Rubikon oder KenFM hätten Sie und ich wahrscheinlich bis heute davon nie  gehört und würden es vielleicht nie erfahren. Selbst wenn es sich bei diesen Geständnissen um einen Fake handeln würde – was ziemlich unwahrscheinlich ist – wäre das der  Berichterstattung und Recherchen wert, denn das Maidan-Massaker war und ist ein weltweit bedeutsames Ereignis, die Intialzündung eines immer noch andauernden Bürgerkriegs. Deshalb spricht das durchgängige Schweigen der Großmedien zu diesen Geständnissen Bände.  Sie sind noch immer Tag für Tag mit der  “Russiagate” -Luftnummer unterwegs, da wäre die Enthüllung einer echten “false flag”, ein  “Euromaidan-Nazi-Gate”-Skandal, jetzt einfach kontraproduktiv. Okay, wir haben verstanden…

Mehr zum Ukraine-Konflikt  in dem Buch von Mathias Bröckers und Paul Schreyer: “Wir sind die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder Wie uns die Medien manipulieren” .  Wie der aktuelle Fall zeigt ist das 2014 erschienene Werk nach wie vor höchst aktuell. Nach der tschechischen Ausgabe ist es jetzt auch in russischer Sprache erschienen.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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5 Kommentare zu: “Tagesdosis 28.11.2017 – Maidan-Massaker: Mörder gestehen – Medien schweigen


  1. Das 1X1 der militärisch-geheimdienstlich-medialen Öffentlichkeitsarbeit sind schockierende in Szene gesetzte False Flag Bilder, wo es so richtig knallt und die Leichen nur so rumliegen unterlegt mit einem klaren Feindbildkommentar.

  2. Nichts Neues im Osten.
    Die CIA verwendete, wird behauptet, fünf Milliarden Dollar in Ukraine um es in die westliche Einfluss Sphere zu bringen.
    EP Mitglieder Verhofstadt, Van Baalen und Timmermans sprachen in Kiev.
    Das EU Assoziation Vertrag hat ein militärische Paragraph.
    Brussel hoffte mit soft power sein Imperialismus zu betreiben, aber Brussel erfuhr das das nicht immer genügt.
    Ich fürchte, es wird bald eine Brussel Armee geben.
    Es wird eilig, immer mehr Widerstand gegen EU Gedanken.
    Ich hoffe dat Groko in Deutschland zu solche Reibungen zwischen die zwei Götter verursacht das das das Ende der EU wird.
    Varoufakis sagt das er Macron gewarnt hat, das Deutschland nie seine Beherrschung der eigenen Finanzen aufgeben wird.
    Dann gibt es zwei möglichkeiten, Deutschland herrscht, oder die EU fallt aus einander.

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