Tagesdosis 28.11.2019 – Anything to say? Freiheit für Assange!

John Shipton zuhören, nicht Maria Adebahr.

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

John Shipton weilt aktuell in Berlin. John wer? Es wundert nicht wirklich, dass sehr wenige Menschen, zumindest in meinem Umfeld, die ein eher reduziertes Verhältnis zu den sog. Alternativen Medien pflegen, mit diesem Namen wenig bis gar nichts anfangen können.

Es gibt Gründe, warum einem sehr breiten Prozentsatz der Deutschen der Name John Shipton, der Vater von Julian Assange, wenig sagt. Ich war die Tage auf einem Klassentreffen, Abgangsjahrgang 1983. Sage und schreibe zwei von zehn Anwesenden konnten zumindest mit dem Namen Julian Assange etwas anfangen.

John Shipton ist in Berlin. Sein Sohn befindet sich weiterhin in akuter Lebensgefahr. Er wird mit unsäglich vernichtender Willkür unter Haftbedingungen gehalten, die ihm das Leben kosten können. Den HörerInnen und LeserInnen von KenFM, NachdenkSeiten, Rubikon, RT, NuoViso sind die Umstände mehr als vertraut, sie sind solidarisch mit Julian Assange. Leiden mit dem Vater.

Nehmen wir die Berliner Abendschau und die Tagesschau. Beides Sendungen der ggf. meinungsbildenden täglichen Routine für Millionen von Zuschauern, also der Möglichkeit sehr breit in diesem Land zu informieren, aufzuklären.

Der Suchbegriff John Shipton auf der Mediathek-Seite der Berliner Abendschau ergibt – 0 Treffer. Der von Julian Assange einen, aus dem Jahre 2010.

Der Suchbegriff John Shipton auf der Mediathek-Seite der Tagesschau ergibt folgende Information: Suchergebnis – Ihre Suche nach „John Shipton“ war leider erfolglos. Bitte überprüfen Sie Ihre Eingabe. (1) Kein Kommentar.

John Shipton kämpft wie jeder Vater um seinen Sohn. Mr. Shipton war schon Anfang Oktober diesen Jahres in Berlin. Die Deutsche Welle berichtete, Zitat: Whistleblower-Vater von Julian Assange: „Er ist ein sehr guter Kämpfer – und ich auch“. Der Wikileaks-Gründer sitzt in Großbritannien im Gefängnis. Sein Vater prangert den Umgang mit Sohn Julian an und wirbt in Europa um Unterstützung – auch in Deutschland (2).

Julian Assange befindet sich 22 bis 23 Stunden am Tag in Einzelhaft, der Sportraum wird ihm verweigert. Er hat keinen Zugang zu Computern. Er darf zwei Stunden pro Monat Besuch empfangen, natürlich der seiner Anwälte mit einberechnet.

Nochmal und immer wieder, wäre dies das Schicksal eines Menschen in Russland, in China, in Venezuela, in Bolivien, im Iran, es wären regelmäßig wiederkehrende Berichte. Bei Julian Assange werde solche bewußt und absichtlich bei beiden genannten Medien unterlassen.

Gibt man die Begriffe Julian Assange/2019 auf tagesschau.de ein, ergeben sich für das nun fast vollendete Jahre ganze sieben Beiträge. (3) Der letzte vom 19.11. Findet sich ein Wort zu den Haftbedingungen, nein. Aber diese Einschätzung, Zitat: Er verbüßt momentan in einem Londoner Gefängnis eine 50-Wochen-Haftstrafe wegen des Verstoßes gegen Kautionsauflagen. Zuvor hatte er seit 2012 in London in der ecuadorianischen Botschaft ausgeharrt, vor allem aus Angst, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden. Kein Kommentar.

Gibt man den Begriff Julian Assange auf der Startseite der Parteien ein, die momentan im Deutschen Bundestag sitzen, ergeben sich folgende Treffer-Ergebnisse:

Es verwundert daher nicht, dass am gestrigen Mittwoch Mitglieder der Partei DIE LINKE John Shipton in Berlin zu zwei Veranstaltungen begleiteten. Die erste fand um 12:00 Uhr auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor statt. Nach kurzen Ansprachen, auch Worten von John Shipton, wurde zum zweiten Mal nach 2015 in Berlin die Skulptur Anything to say? des italienischen Künstlers Davide Dormino enthüllt (5). Sie zeigt die drei aufrichtigen Charaktere Chelsea Manning, Edward Snowden und Julian Assange (6).

Zitat: „Die Bundesregierung muss jetzt die Initiative ergreifen, um das Leben des WikiLeaks-Gründers Julian Assange zu retten. Will die Bundesregierung ihre Orientierung auf eine wertebasierte Außenpolitik ernst nehmen, ist Außenminister Heiko Maas gefordert, sich gegenüber der britischen Regierung für die rasche Verlegung von Julian Assange in ein Krankenhaus einzusetzen“, erklärt Sevim Dagdelen, für die Fraktion DIE LINKE Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages, anlässlich des Briefes von über 60 Ärzten an die britische Regierung mit der Forderung, Julian Assange aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Belmarsh in eine Universitätsklinik zu verlegen, da sonst dessen Leben in Gefahr sei. Dagdelen weiter: „Es ist eine Schande für die gesamte westliche Welt, dass Julian Assange in einem britischen Hochsicherheitsgefängnis offenbar zu Tode gequält werden soll. Nicht diejenigen, die Kriegsverbrechen publik machen, sondern diejenigen, die Kriegsverbrechen begehen oder vertuschen, gehören hinter Gitter.“

Hinsichtlich dieser Worte fand zudem am gestrigen Abend eine öffentliche Anhörung der Fraktion DIE LINKE mit dem Titel: „Medien unter Beschuss. Feldzug gegen WikiLeaks und investigativen Journalismus“ im Deutschen Bundestag statt (7). Die Aufzeichnung der Veranstaltung, mit Grußworten von Edward Snowden und einer Videobotschaft von Daniel Ellsberg, ist verlinkt (8).

Wie steht die Bundesregierung zum Skandal um Julian Assange? Bei der Bundespressekonferenz vom 25. November 2019 ergab sich folgender Dialog zwischen dem Journalisten von RT Deutsch und der Sprecherin des Auswärtigen Amtes Maria Adebahr (9):

Frage: Frau Adebahr, ich hatte Sie das letzte Mal gefragt, ob das Auswärtige Amt mittlerweile die Berichte und Aussagen des UN-Sonderbeauftragten für Folter kennt, der ausgesagt hat, dass nach seiner Einschätzung Julian Assange Folter unterliegt. Nach seiner Ansicht verstoßen auch die USA und Großbritannien in diesem Kontext gegen die von ihnen unterzeichnete Anti-Folter-Konvention. Sowohl Ihr Kollege als auch Sie und Herr Seibert hatten gesagt, dass diese Informationen bisher nicht zur Bundesregierung vorgedrungen seien. Das Ganze liegt jetzt einen Monat zurück.

Antwort: Dazu würde ich gerne sagen, dass wir vollstes Vertrauen in die britische Justiz haben, dass sie diesen Fall unabhängig und rechtstaatlich mit allen Facetten, die sich dort ergeben, bearbeitet.

Nachfrage: Aber ich hatte ja gefragt, ob der Bundesregierung die Aussagen des UN-Sonderberichterstatters über Folter mit der entsprechenden Aussage zur Folter von Assange vorliegen und wie diese von der Bundesregierung bewertet werden.

Antwort: Meine Antwort darauf ist, dass wir Vertrauen in die britische Justiz haben, die alle Aspekte, die in diesem Fall zum Tragen kommen werden, sicher rechtsstaatlich und unabhängig betrachten wird.

Was empfinden sie für Frau Adebahr? Ein Bekannter formulierte den schönen Satz: Du weißt doch, Verachtung ist die Königin der Ablehnung. Dies reicht aber bei weitem nicht, für das Verhalten der Deutschen Regierung, der gewählten Politiker, der Erfüllungsgehilfen in den Ministerien. Haben sie in jüngster Zeit einen Satz unserer Kanzlerin zur Causa Julian Assange vernommen? Ein Angebot, diesen Menschen von seinen Qualen zu befreien? Mitmenschlichkeit. Dem Selbstverständnis von Respekt.

Der australische Journalist John Pilger, der sich schon seit Jahren für seinen Freund Julian Assange einsetzt, hat am 24. November einen emotionalen Artikel veröffentlicht (10). Die NachdenkSeiten haben ihn ins Deutsche übersetzt veröffentlicht (11). Frau Adebahr sollte ihn zur Kenntnis nehmen, in Ruhe lesen, zum Nachdenken animieren. Der Artikel endet mit folgenden Sätzen, Zitat:

Immer, wenn ich Julian in der düsteren, surrealen Belmarsh-Gefängnis-Welt besuche, erinnert mich das an die Verantwortung, die wir, die wir ihn verteidigen, tragen. In diesem Fall stehen universale Prinzipien auf dem Spiel. Er selbst sagt gerne: „Hier geht es nicht um mich. Es geht um weit mehr.“ Doch im Kern dieses bemerkenswerten Kampfes – und genau das ist es vor allem: ein Kampf – steht ein Mensch, dessen Charakter, ich wiederhole: Charakter, die staunenswerteste Courage bewiesen hat. Ich verneige mein Haupt vor ihm.

Courage ist ein Wort, welches Verantwortliche, jene die in diesem Land etwas bewirken können, nein müssen, längst aus ihrem Wortschatz verloren haben. Die klassischen öffentlich-rechtlichen Medien schweigen weiterhin zu John Shipton, den Torturen, die sein Sohn ertragen muss.

Maria Adebahr sollte einfach schweigen.
John Shipton wird zu Wort kommen.

Quellen:

  1. https://www.tagesschau.de/suche2.html?query=John+Shipton
  2. https://www.dw.com/de/vater-von-julian-assange-er-ist-ein-sehr-guter-k%C3%A4mpfer-und-ich-auch/a-50682889
  3. https://www.tagesschau.de/suche2.html?query=Julian+Assange+2019&sort_by=date
  4. https://www.die-linke.de/suche/?id=3663&tx_kesearch_pi1%5Bsword%5D=Julian+Assange&tx_kesearch_pi1%5Bpage%5D=1&tx_kesearch_pi1%5BresetFilters%5D=0&tx_kesearch_pi1%5BsortByField%5D=&tx_kesearch_pi1%5BsortByDir%5D=asc
  5. http://www.anythingtosay.com/content/
  6. https://www.youtube.com/watch?v=juqsS23I8Lg
  7. https://www.sevimdagdelen.de/event/oeffentliche-anhoerung-medien-unter-beschuss-mit-mdb-sevim-dagdelen/
  8. https://www.youtube.com/watch?v=nm7tVDPLUOA
  9. https://www.youtube.com/watch?v=nbpS4mowmyo
  10. https://consortiumnews.com/2019/11/24/john-pilger-the-lies-about-assange-must-stop-now/
  11. https://www.nachdenkseiten.de/?p=56688
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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildhinweis: Screenshot YT 28.11.2019

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14 Kommentare zu: “Tagesdosis 28.11.2019 – Anything to say? Freiheit für Assange!

  1. Danke an Bernhard Loyen für seinen Beitrag
    Was mir dabei einfällt über das Verhalten der Bundesregierung?
    Das Gleiche das mir auch einfällt zu einer Organisation ( Amnesty international) in der ich seit über 20 Jahren aktives Mitglied bin und deren "Schweigen" oder nicht offenen Bekundung zum Fall Julian Assange und den bereits mehrfach offengelegeten Tatsachen
    Auch dort gibt es nur dürfige Statements das letzte aus April 2019 in dem man fordert das Julian Assange nicht an die USA ausgeliefert wird und ihm ein fairer Prozess gemacht wird

    Die Wirklichkeit lässt befürchten das es dazu gar nicht mehr kommt

    Es ist beschämend

    Es ist beschämend

  2. Danke an Bernd Loyen und Dank an die Linke für die tolle Veranstaltung in Berlin!
    Und peinlich, wie der restliche Bundestag schweigt, die Medien zuschauen und wie es scheint nur auf Assanges Tod warten, um den dann noch ordentlich auszuschlachten.

    Ich habe ein schlechtes Gefühl… Nicht nur in D. sondern weltweit wird seit Monaten heftig gegen die Verhaftung und Gefangenschaft Assanges protestiert, Unterschriften gesammelt, Dokus veröffentlicht, Eingaben gemacht, Geld gesammelt, die Wahrheit ist längst gesprochen…

    Und trotzdem: Es hört Niemand hin, es ändert sich nichts, die Macht ist stärker, man kann machen, was man will.

    Hier bei Assange ganz genau wie bei anderen wichtigen Themen, sei es Kriege, Umwelt/Klima, Armut, Zuwanderung…

    Die Menschen sind jetzt auf der Strasse, sie informieren sich und handeln bereits, siehe der neueste Beitrag hier "Wo sollen wir anfangen?" https://kenfm.de/standpunkte-%e2%80%a2-wo-sollen-wir-anfangen/

    Wir haben schon angefangen, einige von uns schon seit Jahren und zu all diesen Themen gibt es 1000de von Studien, Eingaben, Vorschläge.
    Nur…es hört Niemand hin, das System scheint stärker.
    Ich habe ein schlechtes Gefühl und bin sehr besorgt.

    Was kann man noch tun? Für Assange und für all die anderen Themen ebenfalls?

    #freeassange
    "Wir brechen das Schweigen – Dirk Pohlmann" – https://youtu.be/yKrucSuiTfU

  3. "Heiko, so hieß ein Füller in der DDR…" 😉 Zitat Uwe Steimle
    Um menschliche Gefühle zu entwickeln, sie dann auch noch zeigen und eventuell für andere Menschen einzusetzen, bedarf es Grundsätzlich eines Frontal Cortex und dieser muss mittels einer Sozialisierung in der Kindheit entwickelt werden… (kein weitere Kommentar)
    Was mich am meisten zum Nachdenken bringt ist der Umstand, dass keine Richter, keine Regierung, keiner der oberen 1 % mit Geld und somit Macht auch nur einem einzigen Menschen irgend ein Leid antun könnte, wenn nicht die tausend kleinen Helfer wären, die Dienst beflissen, Speichel leckend jeden Befehl dieser Leute ausführen. Für mich sind diese Menschen die weit schlimmeren, denn sie setzen die Ideen die diese P. haben in die Tat um… warum versucht das Wachpersonal, der Direktor des Gefängnisse nicht auf seine/ihre Kappe eine Hafterleichterung Julian zu gewähren? Was würde denn passieren, wenn das Personal des Gefängnisse Julian einfach öfter Besuche gewährt, in am Sport teilnehmen liese, ihm einen Computer besorgen würde… selbst wenn der Direktor toben würde, was will er ohne Personal machen?
    In der Psychologie heißt es, nur wenn man ohnmächtig einem Problem gegenüber steht, wird das Problem überhaupt zum Problem, so lange man die Freiheit hat zu handeln, ist jedes Problem nicht wirklich ein Problem…
    Darum, macht mich die ganze Cousa Julian Assange so wütend, weil man sich ohnmächtig fühlt, was nutzt es zu Demos zu gehen, seine Unterschrift unter eine Petition zu setzen? Man sollte eindlich "die da oben" davon jagen… einmal richtig durchkehren und dann von vorn Anfangen und eine gerechte Welt, wo jedes Lebewesen (ich sage bewußt Lebewesen) das gleiche Recht auf ein freies, glückliches und erfülltes Leben hat, …

    • Neulich kam schon der Vorschlag weltweit Geld zu sammeln und z.B. die Gefängniswärter zu bezahlen. Ganz im Stil der Gangster in den 30er Jahren.

      Ich bin allerdings sicher, dass diese Möglichkeit von den vielen Gruppen, die gerade auch in Australien, UK und USA für die Freilassung tätig sind, schon durchdacht und probiert wurde. Und die dabei auf Hindernisse stieß, die nicht zu überwinden sind. An den kleinen Knast-Angestellten etc. lag das sicher nicht, sondern "das Systen" verhindert es warscheinlich, die werden täglich ausgetauscht o.ä. oder irgendeine andere Schweinerei.

      Das System hat all diese Möglichkeiten bereits durchdacht, durchgespielt und ähnelt in seiner Grausamkeit inzwischen den künstlichen Intelligenzen. Geld und Macht ist ein furcht-bar starkes Motiv. Schon immer…

  4. Vielen Dank, Bernhard Loyen,
    ich werde ganz stark erinnert bei dem „Fall“ J. Assange an die Vorkommnisse in Stuttgart Stammheim. Die Ermordung der RAF Mitglieder wurde von aufgeweckten Zeitgenossen nie akzeptiert.
    Den qualvollen Hungertod von Holger Meins hat man von Seiten des Staatsapparats billigend in Kauf genommen. Genau wie die Persönlichkeitszerstörung von J. Assange, an deren Ende auch „nur“ noch der Tod von Julian Assange stehen wird, wenn nichts Grundsätzliches geschieht.
    Wer heute noch den geringsten Zweifel hat an der Unmenschlichkeit des kapitalistischen Systems, sollte sich die Hintergrundinformationen zu diesen Fällen anschauen!

    Freiheit fuer Julian Assange!

  5. Lieber Bernhard Loyen

    danke für den Beitrag!

    Der Umgang mit Julian Assange ist eine Offenbarung!

    FREEassangeNOW !

    oder als Umfrage bei twitter
    (…LINK… https://twitter.com/rhabarbeer/status/1197860179804672001)

    a) #Assange IST (auch) Journalist*
    b) `unsere` öff. rechtl. Medien** werden mehrheitl. durch * geprägt
    c) WESENtliche #Solidarität von * in ** ist NICHT wahrnehmbar

    Frage:
    #Beitragsservice ist gerechtfertigt?

    `#Milgram-heute`
    vs
    #EIGENEnase

    Liebe Mitmenschen

    die Zeit ist reif für humanen Ungehorsam

    und viele Grüße in die Runde

    • Tja, mir kam auch spontan das Milgram-Experiment in den Sinn. Es würde auch heute noch die selben furchterregenden Ergebnisse zutage fördern.

  6. Ich bin fassungslos, wenn ich die Kaltschnäuzigkeit dieser Regierungssprecher erlebe. Haben diese Kinder, Verwandte? Wie rechtfertigen sie sich? Wenn ich es nicht mache, macht's ein anderer? Ich habe von allem nichts gewußt? Empathie und Menschenrechte werden total überbewertet?
    Nun gut, wenn man Artikel 129 StGb betrachtet erkennt man, dass jegliches Verhalten straffrei bleibt. Ich frage mich nur, wie man als Jurist unter solchen Bedingungen arbeiten kann. Ich rede noch nicht Mal von der Weisungsgebundenheit der entsprechenden Organe. Aber wir sind ja so demokratisch und haben einen Rechtsstaat.
    Ich bin nur noch angewidert.

    • Hat ein Rechtsstaat, der das tatsächlich ist, es nötig, eine Kampagne zu fahren, die da lautet: "Wir sind Rechtsstaat?"

      Selten bessere Satire gesehen: https://www.wir-sind-rechtsstaat.de/WebS/WSR/DE/Home/home_node.html

    • Oder anders gefragt:

      Hat ein Rechtsstaat, der das tatsächlich ist, genau dort eine Gesetzlücke, wo der Kern unserer gesellschaftlichen/individuellen Austauschmöglichkeiten geregelt werden würde?

      frage weil …
      auf der Seite der Bundesbank ist dazu eine Frage/Antwort zu finden:
      (…Link: https://www.bundesbank.de/de/service/schule-und-bildung/schuelerbuch-geld-und-geldpolitik-digital/vertiefung-haeufig-gestellte-fragen-zum-thema-geldschoepfung)
      Zitat:
      Frage: "Was ist die rechtliche Grundlage für die Buchgeldschöpfung?"
      Antwort "Es gibt keine direkte rechtliche Regelung. Die Möglichkeit zur Buchgeldschöpfung durch Banken wird vom deutschen Recht vorausgesetzt. …"

      (aktuell nur noch im web.cache
      …LINK… https://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:dbqFRIPBgpoJ:https://www.bundesbank.de/de/service/schule-und-bildung/haeufig-gestellte-fragen-zum-thema-geldschoepfung+&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de)

      Was in `unserer` Art&Weise zu leben/arbeiten/wirtschaften/bilanzieren/legitimieren etc. ist von dieser `Lücke` nicht betroffen?

      `Recht und Ordnung` … aha

      Und viele Grüße in die Runde

    • Auf den Punkt gebracht, sehr gut, rhabarbeer

      Ich versuche, Ihren ersten wichtigen Satz ganz eindeutig zu machen:

      Warum hat ein Rechtsstaat genau dort eine Gesetzeslücke, wo der Kern
      unserer gesellschaftlichen/individuellen Austauschmöglichkeiten geregelt werden müßte?

      Und weiter: Was in `unserer` Art&Weise zu leben/zu arbeiten/zu wirtschaften/zu bilanzieren/zu legitimieren etc. ist von dieser `Lücke` nicht betroffen?

      Mit besten Grüßen

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