Tagesdosis 28.3.2019 – Protest als Eventkultur bis zum nächsten Schlussverkauf

oder die schmutzigen Geheimnisse der Textilindustrie.

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Freitag, der 29.3.2019 ist mit Sicherheit ein ganz großer Tag für die jungen und jüngeren Klimaschützer hier in Berlin. Mobilgeräte aufgeladen für die Instagram Story des Monats, das Selfie-Highlight der jungen Demo-Karriere. Greta Thunberg is coming, mit einer, also der Goldenen Kamera aus dem Hause Funke Mediengruppe. Vorgeführt, präsentiert, also vorgestellt von der deutschen Oberklimaschützerin Luisa Neubauer. Die stellt sich auf ihrem Instagram Profil so vor: usually with coffee. green vibes. climate activist. european. also: human.

Luisa ist zwar schon lange nicht mehr im schulpflichtigen Alter, aber sie verkauft die Sorgen der Kinder und Jugendlichen extrem engagiert und vor allem professionell. Mit ihren 23 Jahren, geschult und gesponsert von der Heinrich-Böll Stiftung, präpariert für die große Karriere bei den Grünen, mimt sie den schimpfenden Rohrspatz. Das klingt bei ihr dann so, Zitat: Wir wissen seit 40 Jahren, was gegen die Klimakrise zu tun ist, und haben keine Sekunde länger zu warten (1). Spüren sie auch die Wut?

Dafür bekommt sie Beifall quer durch die Republik und wer nicht mitklatscht ist doof, kein Kinderversteher, oder wie Frau Neubauer spricht, Zitat: ein alter weißer Mann. Jüngst bei Hart aber Fair klang das zum Thema E-Autos hätten keine Seele so, Zitat: Sorry, wir haben keine Zeit dafür, uns um die Seele zu kümmern“, erwiderte da Neubauer. Während die Menschheit in eine Klimakrise rase, würden „alte weiße Männer“ solche Überlegungen anstellen. Sie erhielt herzlichen Applaus.

Kommen wir zum eigentlichen Thema. Ich würde ja gerne persönlich die vielen Jungen und Mädchen auf der Demo morgen mal befragen zu ihrem Einkaufsverhalten bei den Anziehsachen. Vielleicht Shirt von H & M, Hose von Zara, Jacke von S.Oliver, Sneaker von Nike oder Adidas. Halt coole Klamotten.

Ob sie sich bei dem Thema auch so auskennen und engagieren? Stichwort: Ausbeutung von Textilsklaven in China, Indien und Indonesien. Interessiert es sie überhaupt, oder nervt das Thema vielleicht ein bisschen?

Sarkasmus beiseite. Ehrlich. Sie sind jung und müssen noch viel lernen. Vorwürfe an Kinder hinsichtlich Unwissenheit sind arrogant und unangebracht. Erklären, also aufklären sollten die Eltern, Erwachsene, Lehrer oder etwas ältere Vorbilder, so wie Luisa. Die sollten das eigentlich schon wissen. Interessiert es die? Wenn man hier in Berlin die Massen an sogenannten Sommer- oder Winterschluss Verkaufswochen, auch Mega Sales genannt, beobachtet, kommen einem doch erhebliche Zweifel.

In Berlin gibt es zehn H & M Filialen, sechs Zara Filialen. Einen Nike Tower, diverse Filialen aller relevanten Modeketten. Diese produzieren größtenteils in den Billiglohnländern China, Indonesien und Indien. Deutschland steht an vierter Stelle der internationalen Abnehmer (2).

Wir reden täglich über Öl. Seit neuestem über das Klima und CO2. Vergessen dabei in aller Selbstverständlichkeit eines der wichtigsten Elemente unserer Erde – Wasser. 97% der Wasserbestände sind salzig, 2% bestehen aus Eis. Mit dem restlichen Prozent sind wir auf dem besten Wege uns den imaginären Hahn selbst abzudrehen. Ein wesentlicher Grund ist u.a. auch die Verschmutzung in den o.g. Ländern durch die Textilindustrie.

Schockierende Bilder zu diesem Thema sind aktuell in der 3Sat-Mediathek zu sehen. Die verlinkte Dokumentation, trägt den Titel: Vergiftete Flüsse. Die schmutzigen Geheimnisse der Textilindustrie (3). Unregelmäßig hält man kurz inne, sollte mal wieder eine Textilfabrik in den genannten Ländern eingestürzt, oder ausgebrannt sein. Wann startet doch gleich der nächste Sale? Hat da nicht ein neues Outlet Center eröffnet?

Die in der Dokumentation zu erfahrenen Fakten sind nachhaltig und beschreiben die unbekannte Realität. Wesentliche Bestandteile dieser Industrie lauten Quecksilber, Cadmium und Blei. Zitat aus dem Film: Die Trendfarbe der Saison, bestimmt die Farbe des Flusses. 70% der chinesischen Flüsse, die als Abflussbecken der Fabriken dienen, sind vergiftet. Eine Studie von Greenpeace aus dem Jahre 2012, ebenfalls verlinkt (4), alarmierte schon damals, Zitat: Detox-Report „Toxic Threads“ Alarmstufe Rot: Wie die chinesische Textilindustrie die Umwelt vergiftet. Die Fakten sind auch hier schockierend. 90% der europäischen Kleidung stammt aus Asien. Zitat: Für den neuen Report „Giftige Garne“ ließ Greenpeace 141 Kleidungsstücke auf Rückstände gefährlicher Chemikalien testen und wurde in allen Artikeln fündig. Der Kreislauf der giftigen Stoffe startet in den Textilfabriken.

Es findet sich ein Artikel aus dem Jahre 2018, die Dokumentation bestätigend, Zitat: Indonesien. Der schmutzigste Fluss der Welt. Früher galt der Fluss Citarum im Westen Javas als paradiesisch. Es ist nicht einfach, den Citarum als Fluss auszumachen. Auf seiner Oberfläche schwimmen Plastikflaschen und anderer Müll, darunter liegt eine braune, undurchsichtige Brühe voller Abwässer, Exkremente, Schwermetalle und Chemikalien. Letztere stammen von hunderten Textilfabriken, die sich am Ufer des Flusses angesiedelt haben und von denen viele ihre giftigen Abwässer einfach in den Citarum leiten (5).

Aktuell sind es auf 300 km Flusslänge an die 500 Gerbereien. In Indien sieht es nicht besser aus. In der Region Kampur, einer Stadt am Ganges lassen an die 400 Lederfabriken und Gerbereien ihre Chemie in den Fluss ablaufen und damit in anschließende Bewässerungskanäle fließen. Jüngst wurde Chrom in der Kuhmilch und in Feldfrüchten nachgewiesen.

Es geht um Profit auf Kosten der ArbeiterInnen, hier wie dort. Skrupellose Fabrikbesitzer beliefern millionenschwere Unternehmen aus dem Westen. Die Schnäppchen Kultur, in Verbindung einer ausgeklügelten Marketing-Strategie a la Geiz ist Geil, Ich Bin Doch Nicht Blöd und entsprechender Implizierung von Geschmacklosigkeit, Anspruchslosigkeit und Notwendigkeit, hält diese Todesspirale in kontinuierlicher Bewegung.

Der Klassiker unter den Jeans Hosen, die Levis 501 benötigt folgende Herstellungsparameter: für eine Hose sind 3500l Wasser, 111 Kw Energie und 32kg CO2 notwendig.

Der Begriff Fast Fashion beinhaltet nicht nur die Tatsache einer sehr kurzen Halbwertszeit eines Textilprodukts, mit dem Bewusstsein des Endverbrauchers jederzeit Ersatz zum gleichen Preis zu bekommen.

Nach der Klimademo noch schön shoppen gehen, ob mit Freunden oder Eltern, ist kein Sarkasmus, sondern Realität. Diese Zusammenhänge müssen in der gleichen Vehemenz kommuniziert werden. Es handelt sich aktuell schlicht um westlichen Event Elitismus, einer momentanen Echauffierungskultur, die von einem bequemen Großteil der Erwachsenen selig lächelnd unterstützt wird.

Interessiert den Hartz-IV Primark Kunden, der endlich zu seinen Konditionen erschöpfende Kaufrauschmomente erleben darf, das Schicksal des indischen oder chinesischen ausgebeuteten Arbeiters? Der nachhaltige Schock jüngerer Menschen, sollten sie erfahren, dass ein Großteil der FabrikarbeiterInnen ihrer Shirts und Shoes in ihrem Alter sind, d.h. 14 bis 18jährig, wäre mit Sicherheit von überzeugender Ehrlichkeit. Die unmittelbare Konfrontation mit den Arbeitsbedingungen etwaig nachhaltig für das Konsumverhalten. Schauen sie sich mit ihren Kindern die Dokumentation an. Sie sollte an Schulen im Unterricht angesehen und diskutiert werden.

Bewusstsein muss vermittelt werden, von frühester Jugend an. Nachhaltigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Umweltbewusstsein können jungen Menschen nur dann von Erwachsenen vermittelt werden, wenn sie entsprechend vorgelebt werden.

Hier heißt das Zauberwort: Glaubwürdigkeit, nicht gerade ein Phänomen der Gegenwart (6).

Quellen:

  1. https://twitter.com/boell_stiftung/status/1093555000565993473
  2. https://www.zeit.de/2012/13/Indien-Textilfabrik-Arbeitsbedingungen/seite-2
  3. http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=79739
  4. https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/20121203-Toxic-Threads-Textilindustrie-China-Zusammenfassung.pdf
  5. https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/indonesien-der-schmutzigste-fluss-der-welt/21029034.html
  6. https://www.youtube.com/watch?time_continue=75&v=i7YDK_A44Tw

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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29 Kommentare zu: “Tagesdosis 28.3.2019 – Protest als Eventkultur bis zum nächsten Schlussverkauf

  1. Für die Klima-Gretels dieser Welt zähle ich mal auf, was unsere Generation bisher geleistet hat, für die Umwelt. Ob das auch Klimaschutz war, weiß ich nicht.

    – Katalysator
    – Rußpartikelfilter
    – Mülltrennung
    – bleifreiers Benzin
    – Rauchverbot
    – Häuserdämmung
    – Wasserlack
    – Dreifachverglasung
    – Energiesparlampen
    – LED
    – Atomausstieg
    – Kohleausstieg
    – Windkrafträder
    – Fotovoltaik
    – Waldsterben verhindert
    – Recycling
    – Bio Fair Trade
    – Dosenpfand
    – Recyclingpapier (auch WC)
    – sogar der Rhein sauber

    Wir haben bereits eine Menge erledigt, was uns auch eine Menge Geld kostet, also wir haben bereits verzichtet, nicht zu knapp, aber wir haben auch einiges eingesehen.

    So, liebe Rotznasen, jetzt seid Ihr dran, wo beteiligt Ihr Euch denn?

    – Weg mit den Handys!
    – Weg mit der Busfahrkarte! Fahrt gefälligst Rad.
    – Weg mit den Konsolen!
    – Schluss mit Fast Food!

    Dann können wir uns weiter unterhalten!

  2. Hallo Herr Loyen,

    vielen Dank für Ihre Worte zum Thema.

    Tendenziell stimme ich mit dem Gesagten überein.

    Das Folgende jedoch kann ich so nicht stehen lassen:

    „Interessiert den Hartz-IV Primark Kunden, der endlich zu seinen Konditionen erschöpfende Kaufrauschmomente erleben darf, das Schicksal des indischen oder chinesischen ausgebeuteten Arbeiters? Der nachhaltige Schock jüngerer Menschen, sollten sie erfahren, dass ein Großteil der FabrikarbeiterInnen ihrer Shirts und Shoes in ihrem Alter sind, d.h. 14 bis 18jährig, wäre mit Sicherheit von überzeugender Ehrlichkeit. Die unmittelbare Konfrontation mit den Arbeitsbedingungen etwaig nachhaltig für das Konsumverhalten.“

    Primark & Co-Kunden sind keinesfalls überwiegend Hartz IV Empfänger. Ich kenne persönlich einige Leute, die sich an den niedrigen Preisen erfreuen, und sie beziehen durchaus gute Einkommen aus selbständiger oder unselbständiger Arbeit. Es sind Handwerker, Künstler, Lehrer, Verkäufer, Angestellte in Wirtschaft und Verwaltung. Sie und Ihre Kinder lieben es, sich und alles um sie herum beim „Kaufrausch“ zu vergessen, und Oma geht auch noch mit. Sie freuen sich, und sie zeigen zu Hause stolz und glücklich ihre so unglaublich günstigen Errungenschaften. An Dokumentationen über die Herstellung dieser Artikel zeigen sie mitnichten auch nur einen Hauch von Interesse. Sie glauben auch nicht an mögliche gesundheitliche Belastungen durch das Tragen solcher Textilien. Sie sind absolut resistent gegen jeden Versuch der Aufklärung.

    „Geiz ist geil“ – das ist eine einkommenunabhängige Mentalität, eine innere Einstellung. Es wird sicher auch ALG II Empfänger als Kunden geben, für die allein der Primark nicht existieren würde, weil der Umsatz zu gering ausfiele.
    Das Einkommen aus ALG II reicht nicht für das Notwendige. Der Andrang in Kleiderkammern und Suppenküchen scheint das anschaulich zu bestätigen. Wohl wird der Besucher einer Kleiderkammer recht neue Kleidung vorfinden – es sind die Billigtextilien, die vielleicht ein oder zwei Mal getragen wurden, um schnell wieder entsorgt zu werden, denn es gibt sie ja so billig. Und wer etwas auf sich hält, trägt stets neue Kleidung – immer Chic und makellos, Dank Primark.

    Diese Kunden interessieren sich weder für die Abgehängten unserer hiesigen Gesellschaft noch für die Ausbeutung von Menschen in den Herstellungsländern von Textilien oder auch Nahrungsmitteln.

    Trotzdem: Wir, die das alles sehen und verstehen, können nur mit gutem Beispiel vorangehen und immer wieder aufklären, informieren und hoffen, dass die eine oder andere Einsicht zu einem veränderten Verhalten führt.

    Die sogenannten „Hartz IV Empfänger“ sind Menschen. Sie sind nicht „asozial“, nur weil sie ALG II beziehen. Ganz genauso, wie „Asoziale“ in allen sogenannten Schichten unserer Gesellschaft zu finden sind.

    Bitte – wir dürfen uns nicht gegenseitig diskriminieren. Wir sollten zusammenhalten und dabei beachten, dass die Schwächsten am dringendsten Hilfe benötigen.

    Alles Gute
    Brigitte Schneider aus Verlüßmoor

  3. Ich habe schon viele gute Beiträge von Bernhard Loyen gelesen. Aber dem Beitrag „Protest als Eventkultur bis zum nächsten Schlussverkauf“ kann ich nicht zustimmen. Er ist für mich ein Ausdruck davon, dass wir Alten (ich selbst bin 66) nicht damit klarkommen, dass Kinder und Jugendliche selbst ihren Weg finden müssen. Sie werden dabei vieles falsch machen, gerade weil sie auch Opfer des Konsumterrors unseres Gesellschaftssystems sind, die vielleicht einen besseren Weg finden, mit dem dieser Erde für Menschen noch bewohnbar bleiben kann. Wir halten haben selbst so vieles falsch gemacht, dass wir gegenüber den Kindern jetzt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger agieren dürfen!
    Doch damit Schluss meinerseits. Ich lasse lieber den Rubikon-Jugendredakteur Felix Feistel Wort kommen, der sich mit dieser Frage bei einem Interview auseinandersetzt.

    Das gesamte Interview aus Rubikon hat folgenden Link:
    https://www.rubikon.news/artikel/viva-la-rebelion

    Hier ein Ausschnitt aus diesem Interview:
    „Als ich einmal selbst eine solche Demo besucht habe, sah ich viele Schüler gekleidet in den neuesten Modelinien, teilweise mit Pelzkrägen. Viele hatten auch nagelneue Smartphones dabei oder hielten in der einen Hand ein Pappschild und in der anderen einen Coffee2Go-Becher. Kratzt das nicht etwas an der Glaubwürdigkeit dieser Bewegung?
    Du hast richtig beobachtet, dass es noch viel Arbeit zu leisten gibt. Allerdings muss man bedenken, dass die meisten dieser Schüler direkt aus dem konsumorientierten System auf diese Streiks gespült wurden. Für viele ist es ihr ganzes Leben lang normal gewesen, Kaffee aus Coffee2Go-Bechern zu trinken, Markenklamotten zu tragen und ein Smartphone zu besitzen. Viele fangen jetzt erst an, sich mit politischen und gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen, und ich finde, dass die Fridays-for-Future-Bewegung ein gutes Sammelbecken für all diese Menschen ist, das an ihrer kritischen Reflexionsfähigkeit mitwirken kann.
    Aber natürlich sucht sich jemand, der eine Bewegung denunzieren will, immer etwas heraus, was seiner Meinung nach die Glaubwürdigkeit sabotiert. Dabei wird oft vergessen: Allein damit, dass diese Menschen auf den Streiks sind, machen sie schon mehr als die Kritiker dieser Streiks, die im Zweifelsfall auch Coffee2Go trinken, Markenklamotten tragen und ein Smartphone besitzen — aber eben nicht auf die Straße gehen, sondern sich hinter ihren Computerbildschirmen darüber aufregen, dass andere das tun. Wer wirklich einen Kritikpunkt finden will, der wird ihn auch finden, denn das gilt auch in der Umweltbewegung: Nobody‘s perfect. Wie auch, wenn wir alle innerhalb eines Systems leben, das so zerstörerisch ist wie das unsere, und diese Zerstörung auch noch zur Norm erklärt hat?“
    Henrik Schmidt

  4. Werter Herr Loyen, ich danke Ihnen (abermals) für Ihre scharfen, präzisen, vortrefflichen Sätze und den darin enthaltenen erfreulich schonungslosen Bezeichnungen!

    Allein – ich zweifle an der Einsicht vieler, die wider jegliche Vernunft der moralischen Hybris einer primitiven, reiz- und sensationsgetriebenen Kaufrausch-Kultur verfallen sind.

    Es liegt wie so oft an der Politik. Würde die TextilIndustrie unsere Gesundheit und unsere Umwelt verhunzen, könnte man ja eventuell noch auf eine Aufklärungskampagne a la Nichtraucherschutz hoffen.

    Aber mit obrigkeitshörigen Volks-Tretern vom Schlage Merkel-GAU oder A****krampen-Bauer stehen – spätestens seit 2005 – selbst den obstruktivsten Lobbyisten alle diskreten Hintertüren offen.

    Zudem darf man ja seit Ende 2015 entsetzt dabei zuschauen, welche Scharen unter dem Deckmantel einer vermeintlichen Humanität mit Vollgas nach Deutschland gesaugt werden, damit als angenehmer Nebeneffekt möglichst auch gleich mal endlich diese lästige sch**ß Kritik der mäkeligen, verwöhnten Deutschen an untragbaren Zuständen aufhört ….

  5. Fridays for Future – Saturdays im Europark und Summers in New York

    Eine gute Marketing Agentur ist einfach ihr Geld wert. Super Show auf den ersten Blick. Was fehlt ist die Authentizität, sorry Greta. Wäre wichtig gewesen, weil diese in unseren Tagen zu oft fehlt.

    Jetzt, wo wir (fast) alle für den Artenschutz sind und Fridays für die Zukunft demonstrieren müsste die Welt sich doch verbessern, oder?

    Was wir heute tun können, damit Greta und die anderen Kinder Freitag in 50 Jahren immer noch eine Zukunft haben frage ich mich oft. Über Klima und dessen Entwicklung zu diskutieren in einer Gesellschaft, wo wir den Wetterbericht nicht einmal auf eine Woche passend vorhersagen können, ist für mich Zeitverschwendung.
    Die richtigen Bäume zu pflanzen, um eine gute Bodenbeschaffenheit zu fördern. Das ist unser Beitrag fürs kleine Klima bei uns.
    Umweltgifte, da bin ich dabei. Umweltgifte reduzieren. Abstrakt?
    Kleiner Leitfaden: Keine chemisch synthetischen Dünge- und Spritzmittel in unserem Garten!
    Unbehandelte Lebensmittel kaufen.
    Hoffnung: Andere handhaben das genauso

    Plastik: Wie ging das nur ohne Plastik vor 100 Jahren? Keine Ahnung. Selbst wenn ich weiß, dass Plastik, besonders Einwegplastik, vermieden werden sollte, schaffe ich es kaum, davon wegzukommen. Weniger ist mehr! Dran arbeiten.

    Regional einkaufen. Da bin ich dabei.
    Da möchte ich Bruce Willis zitieren: „Iss nichts, was Du nicht selber gekocht hast!“ (R.E.D. II) Auf den Mann sollten wir mehr hören;-). Wir haben im vergangenen Jahr einen Lavanttaler Bananenapfelbaum (alte Sorte, weiterer Name: Mutterapfel) gepflanzt. Unsere Tochter meinte dazu: „Schau Mama, dann brauchen wir nicht einmal mehr Bananen zu kaufen.“ Auf gutes Gedeihen!

    Früher kaufte man sich im Jahr 1 bis 2 T-Shirts, heute kauft man sich für eine Party 2 Outfits aus Bangladesh, weil man sich beim Shoppen noch nicht festlegen kann, was man am Abend anzieht. Es braucht ja keiner nackt zu laufen, aber etwas Reflektion wäre angebracht.

    Bewegung an der frischen Luft würde viele Probleme lösen. Aber Vorsicht, das bringt Sauerstoff ins Hirn. Mehr als Tabletten, die dafür patentiert sind, Sauerstoff ins Hirn zu bringen.

    Dann stellt sich mir häufig die Frage: Muss es jedes Jahr ein neues Mobiltelefon sein? Aber heute ist ja nicht Friday for Future, sondern Mediamarkt Mittwoch, also, was solls?

    In diesem Zusammenhang möchte ich auch einmal in die Runde fragen: Wem nutzt das vorweihnachtliche Schuhkartons und Bananenkisten packen? In unserem Gemeindeblatt der Pfarrei wurde die Zahl der Sattelschlepper abgedruckt, die alleine aus den Nachbargemeinden mit vollen Schachteln in die Region geschickt wurden. Gruselig!
    Stell Dir vor Du bist Einzelhändler im Kosovo und versuchst, Schulzeug zu verkaufen.
    Stell Dir vor Du bist Landwirt und bewirtschaftest Felder mit Weizen für die regionale Mehlversorgung.
    Richtig, denen nicht!
    In der Hauptstadt der Provinz Kosovo gibt es ein SOS Kinderdorf mit ca. 50 Kindern. Das Kriegsende jährt sich heuer zum 20. Mal. Kriegswaisen sind heute erwachsen.
    Es nutzt dem deutschen Einzelhandel und den hiesigen Lebensmittel und Kurzwarenherstellern.
    Und vielleicht noch den Spendern, weil sie eine vermeintlich gute Tat vollbracht haben.
    Auf diesem Wege verhindern wir, dass sich die Region auf eigene Füße stellt und unabhängig wird und machen dort nebenbei die Kleinbäuerliche Landwirtschaft kaputt.

    Und zum guten Schluss: Die Probleme des 21. Jahrhunderts dürfen nur friedlich gelöst werden.
    Im Frieden mit uns selbst!

    • Die meister Ihrer Ideen versuchen wir seit Jahren nach Kräften zu beherzigen. Immer geht das nicht, aber man darauf achten.
      Der Rest wir z.B. diese komische Greta sind Reagenzgeschichten. Empörungsunterhaltung.
      Oder sollte es nicht heußen Empörungsuntenhaltung, weil wir unten gehalten werden, jedenfalls kanalisiert.

      Wer zum Geier ist Greta und warum sollte ich das Heil der Welt an ihr aufhängen?
      Ich kann mich in meinem Leben verändern und das hilft mehr als jeder Mainstreamsau diese durchs globale Dorf treibend hinterherzudackeln.

  6. Danke den Verfassern der letzten 3 Kommentare,
    Benjamin Reloaded Wasserader und Gata Eris. Ich will mich anschließen, aber die Stilfrage stellen. Warum so polemisch? Warum nicht unterstützend, gerade junge Leute, denen man scheinbar nichts durchgehen lassen will (was dagegen durften wir uns ‚damals‘ erlauben! ein Auto mit 18 war fast selbstverständlich, zu großen Events zu reisen auch). Wir müssen MIT ihnen reden und dürfen nicht unterschlagen, dass wir selbst vieles falsch gemacht haben, was wir in der Rückschau nicht mehr so gut finden und ökologisch betrachtet, Schwachsinn war.
    Warum Meinungen von Meinungen? Warum Nachtreten, wo andere schon diffamiert haben?
    Warum nicht mit jedem reden und Kontroverses aushalten, hoffend dass jedes Gespräch,
    ein jeder Kommentar ein kleines Samenkorn sein könnte, das aufgeht und Früchte trägt?
    Was in BILD & Co. schlimm & ärgerlich ist, ist in den alternativen Medien geradezu unerträglich. Auch da wird der Diskussions- und Debattenraum eingeengt durch diese bloßen Stilfragen.
    Aber jetzt zum Positiven:
    Danke Bernhard Loyen für die Videos zum Wasserthema.
    Falls es die Heinrich Böll-Stiftung ist, die auch hier sponsert, muss das gesagt werden.
    Man kann nicht oft genug erinnern: Gemeinsam in die Richtung schauen, die uns in diese Nutzen- und Profitmaximierung aufkosten von allem LEBENDIGEM gebracht hat. Daran arbeiten, dass sich das ändert und dagegen zu protestieren und nicht gegen Meinungen dazu, ist es!

  7. Es heißt „friday for future“ da lässt sich alles reinpacken, insofern ist das gut gewählt.
    Hat sich schon mal jemand die Mühe gemacht alles an Zerstörung zu erfassen, zusammenzubringen was an Zeitbomben tickt?

    Allein was diese unsägliche Munition mit abgereichertem Uran betrifft und die wird verwendet, obwohl oder vielleicht gerade weil, die Folgen bekannt sind? Nanopartikel, leicht strahlend für wie lange? – 4,5 Mrd. Jahre. So lange wird es nicht dauern bis sich das rund um die Erde verteilt und so ziemlich alle und alles das einatmen und/ oder mit der Nahrung aufnehmen darf. Wenn man bedenkt, dass Staub aus der Sahara den Regenwald in Südamerika düngt…
    Was die industrielle Landwirtschaft mit den Böden und den Insekten macht. Gentechnik – ein riesiger Feldversuch mit ungewissem Ausgang. Was allein durch Chemikalien und Plastik in den Meeren passiert, zudem liegen noch massig versenkte Schiffe mit Öl betankt aus dem 2. Weltkrieg auf Meeresgrund, die fröhlich vor sich hinrosten. Rohstoffgewinnung und Herstellung all der vielen unnützen Konsumgüter um den Konsum am Laufen und uns Konsumdeppen bei Laune zu halten. Atommüll und und und…

    Das Geld, das in Rüstung und noch mehr Rüstung gesteckt wird, muss dafür verwendet werden unsere Lebensgrundlage zu erhalten und Schäden wo immer möglich zu reparieren.

    Umfassende Information halte ich für mehr als wichtig, die muss man sich leider mühsam selbst suchen. Entsprechend handeln, indem wir nicht tun was schadet und uns vor jedem Tun genau überlegen welche Folgen das hat oder auch nur haben könnte. Aber mal ehrlich – wer von uns macht das im täglichen Leben, hat überhaupt ein Interesse daran und wenn die Zeit dafür? Und die wenigen Personen, die von all dem so richtig profitieren? Wissen die was sie tun und wenn ja warum wird mit aller Gewalt noch mehr Gas gegeben?
    Und was ist überhaupt von einer Spezies zu halten, die Individuen hervorbringt, die sich ernsthaft überlegen, was das Überleben kosten darf?

    Okay es gibt ein paar Lichtblicke, bisher kaum mehr als Tropfen auf heiße Steine, aber immerhin. Wenn wir es schaffen eine Mehrheit zum Umdenken zu bewegen, besteht evtl. Hoffnung.

  8. Immer wieder die Grüne Böll Stiftung .
    Hat die Böllstiftung schon den Europäischen Songcontest für ihre Globalisierunsinteressen vereinnahmt , Israel nach Europa transformierrt und die Ukraine zum Sieg gebracht
    begleitet die Böll-Stiftung nun die Tochter Greta der songcontestteinehmenden Mutter
    in den kindermißbrauchenden Wahn der CO2 Proteste .

  9. Muss eigentlich jeder KenFM-Autor mindestens 2 Beiträge über „Fridays for Future“ schreiben, oder so? Nichts gegen das Thema, aber jetzt ist doch dann auch erst mal wieder gut – oder? Gerne nochmal Live-Berichte, aber nicht noch X Kommentare dazu. Lieber mit den Leuten dort sprechen als über sie.

  10. Sehr guter Beitrag von Berhard Loyen. Gut, dass das Thema Wasser mal angesprochen wurde. Das, nicht Öl, wird das Problem der Zukunft darstellen. Die Eltern der Kinder, welche heute für das Klima von Unterricht fernbleiben, bestehen vorwiegend aus der Generation „Doof“. Was passiert, wenn die Generation Doof Nachwuchs bekommt? Na klar, dann kommt Generation Saudoof.

    • Wenn dem so wäre, was ich nicht unterschreiben kann, dann müssten WIR Alten uns dieses Ergebnis ja mal sowas von auf die Fahne schreiben und uns schämen bis zum Sanktnimmerleinstag.

      Ich kann die Kids nur immer wieder in Schutz nehmen. Sie wurden reingeboren in eine verlogene, vergiftete Fakewelt. Sie wurden gehirngewaschen von unserem Neoliberalismus und erzogen im Geiste des Wettbewerbs. Wer da etwas anderes erwartet hat, als kranke, geistig-eingeschränkte und eingeschüchterte Wesen, der kennt die Mechanismen von Geld und Gier nicht.

    • @Kristina Ich gebe zu, dass ich das Ganze etwas überspitzt formuliert habe. Und in der Tat, muss ich mir vorwerfen, dass ich in der Erziehung Fehler gemacht habe. Meine Tochter (heute 44 Jahre – Beruf Lehrerin) hat mir vor vielen Jahren das Buch „Generation Doof“ geschenkt. Beim Lesen habe ich meine Tochter wiedererkannt. Ergo müssen meine Frau und ich Fehler gemacht haben. Zum Glück ist unsere Enkeltochter (10 Jahre) genau das Gegenteil. Insofern stimmt meine These von „Saudoof“ in diesem Fall zum Glück nicht. Vielleicht hatte ich auch mehr Zeit, sie an die wichtigen Dinge des Lebens ( u.a. Naturverbundenheit) heranzuführen.
      Ihrem zweiten Absatz kann ich auch nicht widersprechen.

    • Naja… Wer macht keine Fehler? Ich seh das sehr entspannt. Fehler sind dazu da gemacht zu werden und draus zu lernen. Unsere deutsche Kultur hat damit leider noch ein Problem. Sie betrachtet Fehler und Scheitern als etwas Negatives, dabei könnten wir so viel aus unseren Fehlern lernen, wenn wir sie erstmal erkannt haben.

      Und da ist doch der Knackpunkt. Wenn Sie (und mein Vater auch 😉 ) die Fehler erkannt haben und wir „Kinder“ diese Einsicht auch erleben dürfen, dann hat die nächste Generation die Chance anders zu agieren. Das funktioniert aber nicht, solang Sätze durch die Welt wabern wie: „das hat mir auch nicht geschadet, das war schon immer so, das kann man nicht anders machen.“

  11. Proteste gegen den weltweiten Krieg „Reich gegen Arm“ oder Proteste gegen westliche Kriege mit Millionen verhungernden und verstümmelten Kindern und Massenvernichtungswaffen wie Uranmunition sind unerwünscht und werden nicht gefördert.
    Nebenbei: Das Militär ist weltweit mit 3/4 Anteil der gröeßte Luftverschmutzer und selbst das Aufräumen
    von Uranmunition wird vernachlässigt.

    Friday for „NO MORE WAR“ wäre doch mal was oder?

    Doch es gibt da einige, denen sind definitiv Proteste gegen Klimawandel viel angenehmer. Das lenkt von allem anderen Übel ab. Nach dem Motto: Haltet den Klimadieb aber mordet schön weiter im Jemen , Gaza usw. Dann darf auch eine Greta nach Davos zum Auftritt kommen und selbst die Wissenschaft zeigt sich bei solch einem Anliegen solidarisch.

    Schöne neue Welt!

    • „Doch es gibt da einige, denen sind definitiv Proteste gegen Klimawandel viel angenehmer.“

      Nur sind es nicht explizit Proteste gegen Klimawandel.
      Es wurde nicht „friday against climate-change“ genannt; es heißt „friday for future“ und das ist etwas weiter gefasst.

      „Nach dem Motto: Haltet den Klimadieb aber mordet schön weiter im Jemen , Gaza usw.“

      Ob die Schüler das erkennen oder nicht; das Morden in Jemen, Gaza, Syrien, Irak, Afghanistan, Libyen … hat mit dem Öl- und Gasverbrauch der westlichen Industriestaaten zu tun, also mit UNSEREM Öl- und Gasverbrauch.
      (KenFM Zuschauer dürften den Begriff Petrodollar kennen.)
      Wieviele von den alten Säcken, die die Schüler über die Herstellungsbedingungen von H&M-Klamotten und/oder über die belehren wollen, sind Besitzer eines KFZ und betanken das regelmäßig? ^^

    • Das kapitalistische System kann nur Gewalt. Gegen Alles, gegen Jeden:

      „Kritische Friedensforscher/innen lehnen eine am Status quo orientierte Befriedungsforschung ab. … Kritische Friedensforscher/innen begreifen sich als wissenschaftliche Parteigänger von Menschen, die durch die ungleiche Verteilung sozialer und ökonomischer Lebenschancen in und zwischen Nationen, das heißt durch strukturelle Gewalt, betroffen sind: von Ausgebeuteten, von sozial Diskriminierten und von unmittelbar in ihrer physischen Existenz Bedrohten“ (1).

      Wird Friedensforschung konsequent gedacht, kann sie sich nicht auf Kriege in Form zwischenstaatlicher bewaffneter Auseinandersetzung beschränken, sondern sie muss die Frage nach dem Ursprung und den Ursachen von Gewalt stellen.

      Aus:

      Samstag, 02. März 2019, 15:57 Uhr
      ~5 Minuten Lesezeit
      Marktgerechter Frieden
      Der Neoliberalismus hat die Friedensforschung entpolitisiert und sie den Gesetzen der Rentabilität unterworfen.
      von Werner Ruf

      Die Friedensforschung, einst beliebtes Forschungsgebiet von Akademikern, die auch in der Friedensbewegung aktiv waren, hat sich im Laufe der Jahre von der politischen Bewegung abgespalten. Dies ist symptomatisch für eine Wissenschaft, die sich an das herrschende Dogma des Wettbewerbs anpasst.
      https://www.rubikon.news/artikel/marktgerechter-frieden

  12. Vielen Dank, Berhhard Loyen, dass Sie den Finger auf die Wunde legen. Es ist sicherlich schwierig heute ohne Konsum von vergifteten Waren durchs Leben zu kommen. Daher meine Forderung nach Geburtenkontrolle und damit einhergehend eine Reduzierung der Erdbevölkerung.

    • So ein Schwachsinn .

      Geburtenkontrolle ??

      Reduzierung ??

      von unserer Erde können locker 30 Mrd. Menschen zehren. Unter der Voraussetzung, dass ALLES unter den Bedingungen der Natur passiert. Solange der Mensch nicht in der Lage ist, die Gegebenheiten, wie er sie auf dieser Erde vorfindet respektvoll zu behandeln, wird oben genanntes ohnehin kein lebenswertes Ergebnis liefern 😉 dann kann es maximal so weitergehen wie bisher 🙁

    • Moin, Schual, es ist ja gut, dass zumindest einer mal durchgezählt hat!
      Der Mensch lebt doch nicht nur durch Nahrungsaufnahme, es ist auch ein gewisser Platz von Nöten, damit man sich wohl fuehlt.Selbst unter heutigen Bedingungen lassen wir unseren Mitlebewesen schon keinen Raum mehr zum atmen. Ich jedenfalls will nicht wie Diogenes in der Tonne leben muessen. Davon ab, sollte aber auch glasklar sein, dass eine Ver4fachung der Erdbevölkerung nur dem Kapital und den „Soylent Green“ Anhängern gefallen duerfte.
      Ich kann ueber Ihre Idee nur den Kopf schuettteln.

    • Die Reduzierung der Weltbevölkerung allein wird’s nicht richten. Den tatsächlichen Raubbau nebst massiver Zerstörung betreibt ja nur ein recht kleiner Teil und wenn auch nur die Hälfte so weiter macht wie bisher…
      Wie viele, auch im Einklang mit der Natur, zu viele sind weiss ich nicht. Ich schätze allerdings weiter machen wie bisher, das wird nicht mehr lange gut gehen.

      Zum Thema Überbevölkerung – ein kleiner Wortwechsel meinerseits mit einem Mathematiker.
      Seine Rechnung sah in etwa so aus: pro qm Landfläche ein Mensch, also ist genug Platz da für weit über 100 Milliarden, die heutige Weltbevölkerung passe auf ein Fläche wie z. B. Sizilien.
      Auf meine Frage wie das dann mit Natur und Artenvielfalt, kurz Ökosystem, aussieht kam die Antwort – der Mensch ist Natur.

    • Wie kann denn eine Geburtenkontrolle aussehen, die dann vermutlich ein Staat gesetzlich regelt?

      Ich kann mir das beim besten Willen nicht als schön ausmalen.

    • Beeindruckend, Hobbyeugeniker und wie stets sind die Anderen zuviel. Nie man selbst. Wie’s eben so auf den Georgia Guidestones steht. Vielleicht, wenn der Rauch sich legt, sind tatsächlich nur noch die Machteliten und ihre Roboter übrig oder eben nichts mehr.

      Jenseits von Haben und Sein, sind ganz andere Möglichkeiten vorhanden, aber das einmal wie die Muttermilch aufgesogene System aus den Köpfen zu bringen, ist eine Herkulesaufgabe.

  13. Wir sollten beim Konsumverhalten mal folgendes mit einbeziehen:

    Die Industrialisierung und gleichzeitige Globalisierung hat zu einer Konformität der Innenstädte, ergo des Handels geführt. Kleine Läden, die lokal produzieren, sind mittlerweile Mangelware geworden und werden gnadenlos geschluckt. Die Protestkids sind selbst im Mittelstand nicht mehr davor gefeit, in den Geldbeutel schauen zu müssen, wenn man sich etwas zum Anziehen kaufen muss/will. Hartz IV-Kids sind noch ein anderes Kaliber, aber die sind schon gesellschaftlich in der Zwickmühle, wenn sich die Familie nicht mal Zara, H&M und Co. leisten können. Ich wäre dem Autor also sehr verbunden, wenn er auch die Preisentwicklung im Auge behielte, die selbst anständig verdienende Familien vor das Problem stellt, dass Naturprodukte und sauber produzierte Waren durch die aktuelle Preisgestaltungspolitik fast schon unerschwinglich sind.

    Natürlich sind nicht alle Schülerdemonstranten Überzeugungstäter. Aber auch da kann man welche herausfiltern, die neben dem schulfreien Tag auch mal nach den Gründen für die Frischlufttour zu fragen. Wir befinden uns diesbezüglich im Umbruch, und das heißt nicht, dass wir im Großen und Ganzen nur einen Schalter umlegen müssten, und alles wäre plötzlich nachhaltig und fair.

  14. Apropos Wasser:
    Kauft der Autor des Artikels Kleidungsstücke aus Baumwolle?
    Falls ja; immer erst an die eigene Nase fassen.
    (Und ja, ich kaufe auch Klamotten aus Baumwolle, aber darum käme ich auch nicht auf die Idee, Jugendliche ob ihres Kaufverhaltens belehren zu wollen – drüber reden ja, aber auf Augenhöhe, denn ich mache ja selber auch nicht alles richtig.
    (Und ich bin wahrscheinlich nicht der einzige Ältere, der nicht alles richtig macht und darum kein Recht hat andere zu belehren.)

    Ja und sonst so?
    Frisch aufgeladene Smartphones kann man auch dafür benutzen, beim Einkaufen zu versuchen die Herkunft der Waren zu recherchieren.
    Ich denke ja auch, dass gezieltes Konsumverhalten mehr bewirkt als Demonstrationen – Konsumverhalten wirkt direkt in der Kasse – aber das muss kein Widerspruch sein. Wer für Umwelterhalt demonstriert ist sicherlich eher willens auch entsprechend einzukaufen.
    Und es kann sein, dass Demonstrierende chlorgebleichte Kinderarbeit tragen – muss aber nicht und darum sind Rückschlüsse Glückssache, nachhaltige Klamotten sollten auch chic sein.

    • also nochmal Umwelt wird zerstört, aber das heißt nicht das es sowas wie Klima Wandel durch Menschen allein passiert. Umwelterwärmung oder was auch immer ist lediglich, durch Wissenschaftler nach, durch pole shift nach zu führen mehr nicht, das wir die Umwelt verschmutzen ist war und ich hoffe keiner wird das verneinen, aber das bedeutet nicht das wir damit den Klima Wandel aufhalten können, denn das wird er nicht. wir haben laut den daten der Wissenschaftler nicht mal den durchschnittlichen Temperaturen erreicht. fallt doch nicht auf den Geld Machern herein die produzieren doch erst den ganzen Plastik Müll.

    • @ bluefalcon
      Bald kommt ja wieder der Sommer.
      Man stelle sich zu einer beliebigen Uhrzeit zwischwn 12 und 22 Uhr mal auf den Asphalt einer Straße und mal auf den bestellten Acker daneben.
      Wenn in der Nähe, gehe man danach in einen Forst.
      Dazu muss man erstmal aus der Stadt rauskommen, dabei achte man auf die kleine Temperaturveränderung zwischen Stadt und Umgebung.
      Dann überlege man sich, wieviel Fläche der Mensch weltweit zu Straßen, Städten usw. betoniert und asphaltiert hat.
      Da ist man noch gar nicht bei CO² und Methan, da ist man allein nur bei der sogenannten Flächenversieglung.
      Dann erinnere man sich nochmal an das Erlebnis Asphaltdecke <> Acker.
      Und dann versuche man nochmal ernsthaft zu behaupten, Klimaerwärmung hätte nichts mit dem Menschen zu tun.

      Ob der Klimawandel ein vordringliches Problem ist, das wäre ein anderes Thema.
      Angesichts des Potentials für „friedliche“ oder militärische Vernichtung durch Radioaktivität könnte es sein, dass die Probleme des Klimawandels eher niedlich sind.

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