Tagesdosis 28.5.2019 – Die neue Inquisition

Beugehaft für Chelsea Manning, 175 Jahre Gefängnis für Julian Assange.

Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

Am vergangenen Donnerstag hat das US-Justizministerium eine erweiterte Anklage gegen Julian Assange veröffentlicht. Der Wikileaks-Gründer wartet in einem britischen Hochsicherheitsgefängnis auf die Gerichtsverhandlung über den Auslieferungsantrag der USA, die am 12. Juni beginnen soll. Wurde ihm in der ersten Anklage, die im vergangenen Monat veröffentlicht wurde, nur die Verschwörung mit der ehemaligen US-Militärgeheimdienstanalystin Chelsea Manning für einen Hackerangriff vorgeworfen, enthält die neue Anklageschrift nunmehr 17 weitere  Punkte, die unter das US-Bundesgesetz des „Espionage Act“ fallen, der den Verrat militärischer Informationen unter Strafe gestellt.

Nach diesem im ersten Weltkrieg 1917 erlassenen Gesetz, dessen Verstoß mit der Todesstrafe geahndet werden kann, wurde bisher noch niemals ein Publizist verurteilt.

Um eine Auslieferung aus England zu erreichen – was bei drohender Todesstrafe wegen britischer und europäischer Gesetze nicht möglich ist – teilte das US-Justizministerium mit,  dass Assange bei einer Verurteilung pro Anklage mit einer Höchststrafe von 10 Jahren Gefängnis rechnen müsse, für die erste Anklage der Verschwörung zum Eindringen in ein Computersystem wäre die Höchststrafe 5 Jahre. Es drohen maximal also “nur” 175 Jahre Haft.

Die Juristen der Obama-Regierung hatten eine Anklage nach dem Spionage-Gesetz zwar erwogen, dann aber fallenlassen, weil davon dann auch sämtliche klassische Medien betroffen wären, die die von Wikileaks bereitgestellten Informationen ebenfalls veröffentlichten.

 “Rechtswissenschaftler glauben, dass die Verfolgung von Reportern wegen ihrer Arbeit das First Amendment (den Verfassungsgrundsatz der Rede,-und Pressfreiheit) verletzte, doch dies wurde noch nie von einem Gericht verhandelt, da die Regierung noch nie einen Journalisten unter dem Espionage Act angeklagt hat”, schreibt die New York Times.

Auf eine entsprechende Frage antwortete ein Sprecher des Justiz-Ministeriums bei einer Pressekonferenz: ”Das Ministerium nimmt die Rolle von Journalisten in einer Demokratie sehr ernst…Es ist nicht und war nie die Politik des Ministeriums, sie wegen ihrer Berichterstattung zu verfolgen. Aber Julian Assange ist kein Journalist.”

Die New York Times merkt dazu an: “Auch wenn er kein konventioneller Journalist ist, ist doch vieles was Assange bei Wikileaks tut auf rechtlich sinnvolle Weise schwierig von dem zu unterscheiden, was traditionelle Presseorganisationen wie die New York Times tun: Informationen zu finden und zu publizieren, die die Regierung geheim halten will, einschließlich Angelegenheiten der nationalen Sicherheit, und Schritte zu unternehmen, um ihre Quellen zu schützen.”

Etwas anderes hat Julian Assange  nie getan, soll nun aber in einem historischen Präzedenzfall dafür verurteilt werden. Wenn das gelingen sollte ist es mit jeder Form von Pressefreiheit definitiv zu Ende. Nicht nur in den USA, sondern überall dort, wo das US-Imperium oder seine Handlanger zugreifen können, wäre dann echter Journalismus unmöglich. 

Julian Assange hat keine Verbrechen begangen, sondern Verbrechen aufgedeckt, aber er wird behandelt wie ein Schwerkrimineller. 

Er hat die Welt über illegale Foltergefängnisse  aufgeklärt und das Handbuch für den Betrieb von Guantanamo publiziert, aber jetzt droht ihm die Auslieferung an die Betreiber und Wärter dieses Kerkers. 

Er hat als Publizist wichtigere Nachrichten veröffentlicht  – über Kriegsverbrechen, Korruption, politische Morde, Wahlbetrug in aller Welt – als alle großen Medien in aller Welt zusammen, und sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis in Isolationshaft. Er hat mehr getan für die unverzichtbare Institution jeder freien Gesellschaft – die Pressefreiheit als vierte Säule der Demokratie und unabhängiger Kontrolleur der Mächtigen und Herrschenden –  als jeder andere Journalist, doch der von allen freiheitlichen Verfassungen garantierten Schutz der Presse und die Rechte eines Journalisten sind ihm entzogen. Stattdessen wird er als „Terrorist“ verleumdet  und Abgeordnete des US-amerikanischen Kongresses ebenso wie die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton konnten offen zu seiner Ermordung aufrufen, ohne für solche Hetze zur Rechenschaft gezogen zu werden. 

Unterdessen wurde Chelsea Manning, die sich weigert vor einer nicht-öffentlichen Grand Jury gegen Julian Assange auszusagen, zum zweiten Mal in Beugehaft genommen. Sie hat angekündigt, sich auch weiterhin nicht erpressen zu lassen, den Wikileaks-Gründer mit irgendwelchen Aussagen zu beschuldigen. Diese Erpressung von Chelsea Manning – neben der Haft soll sie für jeden Tag ihrer Weigerung 500 Dollar und nach 30 Tagen 1000 Dollar Strafe  zahlen –  zeigt deutlich, wie wenig die US-Behörden gegen Assange in der Hand haben. Wie mittelalterliche Inquisitoren sind sie auf Daumenschrauben und Foltergeständnisse angewiesen, um irgendwelche „Beweise“ für die Schuld ihres Opfers präsentieren zu können.

Mit einem fairen, rechtsstaatlichen Strafverfahren hat die Jagd auf Julian Assange nichts zu tun. Es geht bei diesem Fall nicht um eine Person, es geht nicht um ein Helden-oder Schurken-Drama , es geht ums Prinzip, es geht um Grundsätzliches unserer freiheitlichen Verfassung, um die Freiheit der Presse. Der „brother in crime“ von Julian Assange. Edward Snowden, hat es vor einiger Zeit so ausgedrückt: „Wenn das Aufdecken von Verbrechen wie ein Verbrechen behandelt wird, werden wir von Verbrechern regiert.“  

Am Ausgang des Verfahrens gegen Julian Assange wird sich entscheiden, in wie weit sie die Macht schon übernommen haben. Wenn nicht spätestens jetzt sämtliche Medien, Pressverbände und alle Institutionen denen an Demokratie und Pressefreiheit noch irgendetwas gelegen ist, auf die Barrikaden gehen, wann dann bitte schön?

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Mathias Bröckers schrieb zuletzt „Wir sind immer die Guten – Ansichten eines Putinverstehers“ (mit Paul Schreyer) und „Newtons Gespenst und Goethes Polaroid – Über die Natur“, beide im Westendverlag erschienen. Er bloggt auf broeckers.com

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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23 Kommentare zu: “Tagesdosis 28.5.2019 – Die neue Inquisition

  1. „Edward Snowden, hat es vor einiger Zeit so ausgedrückt: „Wenn das Aufdecken von Verbrechen wie ein Verbrechen behandelt wird, werden wir von Verbrechern regiert.“ “

    Wenn in der rechtsstaatlichen Gewaltenteilung die Justiz funktioniert, dann können die Regierenden zwar Verbrechen begehen, aber die werden korrigiert.
    Nun ist USA-Justiz mit urteilenden Geschworenen so eine sonderbare Sache für sich, aber:
    Die Behauptung Assange sei kein Journalist dient dem Zweck, vor Gericht einen falschen Sachverhalt zu verhandeln, um zum politisch richtigen Ergebnis kommen zu können.
    Wenn die Richter diesen falschen Sachverhalt zulassen, begehen die Richter Rechtsbeugung.
    Dann sind die Richter Verbrecher.
    Wenn Regierende Verbrecher sind, aber die Justiz funktioniert und die Regierenden korrigiert … , aber wenn die Richter auch Verbrecher sind …

    Mal abgesehen davon, dass es die Kapitulationserklärung der britischen Justiz sein wird, an einen Staat der Folter betreibt auszuliefern (Kapitulation der Juristen vor den Politikern).
    Die schwedische Justiz hatte ja schon bewiesen, dass sie sich willfährig zum Werkzeug politischer Interessen machen lässt und die deutsche Justiz hat auch nicht gerade Asyl für Assange oder Snowden in Deutschland bewirkt; im Westen nichts neues.

  2. KEIN FRAGE DES GEWISSENS und KEINE FRAGE DER SCHULD !!!!!!!!!!!!!!!!

    Es gibt kaum einen Tag, an dem ich nicht an Julian Assange denke. Die Gewalt gegenüber Assange besteht darin, dass ein Exempel der Macht gegenüber J.Assange allen anderen Systemlingen das selbstständige Denken genommen wird.

    Ein Denken, dass sich am persönlichen Gewissen orientiert ist gefährlich Ein Denken, dass sich an einer Ideologie ausrichtet, läßt sich beherrschen …. denn die wenigen Wortführer stellen im Ernstfall kein Problem da. – So die Botschaft –

    Daraus ergibt sich folgende Frage:
    Wurde Julian Assange von der breite Bevölkerung zum ideologischen Whistleplower gemacht?
    und haben wir uns mit „fremden Federn“ geschmückt? Das sind persönliche Fragen die geklärt werden müssen.

    Sollte Julian Assange nur der ideologische Anführer einer gewissenberuhigenden Gegenbewegung sein, dann werden die Lämmer sich der Macht beugen und der Macht/das Böse energetisch mit Angst ernähren.

    Berührt uns das Schicksal von Julian Assange im Herzen ernsthaft, entsteht Gewissenswärme die breites individuelles Handeln ermöglicht.

    …. also Systemmedien zum Handeln auffordern, Politikern darauf ansprechen, im engen Kreis und auch in ungewohnten Zusammenhängen bei jedem Anlass das Thema ansprechen, Öffentlich Stellung beziehen und anklagen. Julian Assange darf nicht vergessen werden, darf nicht totgeschwiegen werden, seine Tat war richtig gut und ist keine Straftat …. die eigentliche Straftat ist das Schweigen und die Verdrehung der Tatbestände ….. diese gehören auf die Anklagebank ….

  3. Wer kann diesen Song neu betexten?
    Er geht ans Herz und damit in das Unterbewusstsein von uns Menschen.
    https://youtu.be/AgcTvoWjZJU
    „Free Julian Assange!“
    „Free Julian Assange!“
    „Free Julian Assange!“
    „Free Julian Assange!“
    „Free Julian Assange!“
    „Free Julian Assange!“
    „Free Julian Assange!“
    „Free Julian Assange!“
    „Free Julian Assange!“

    „Free Julian Assange!“
    Wenn er dann ueberall gespielt wird ,folgt die Wirklichkeit den Gedanken.
    „Alles ist Energie, und dazu ist nicht mehr zu sagen. Wenn du dich einschwingst in die Frequenz der Wirklichkeit, die du anstrebst, dann kannst du nicht verhindern, dass sich diese manifestiert. Es kann nicht anders sein. Das ist nicht Philosophie. Das ist Physik.
    -Albert Einstein-

    • @Martin Bauer Da würden mir spontan Florian Kirner (Prinz Chaos II – Rebellische Saiten) und Diether Dehm einfallen.
      Die ldee finde ich super. Der Fall Julian Assange muss einfach einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

  4. Hoffentlich protestiert man auch beim BILDERBERG Treffen am 30 Mai. Dort sind Personen versammelt die haben viel Macht.

    “The True Story of the Bilderberg Group” and What They May Be Planning Now

    globalresearch.ca/the-true-story-of-the-bilderberg-group-and-what-they-may-be-planning-now/13808

    Confirmed: Secretive Bilderberg Meeting to be Held in Switzerland from May 30th

    globalresearch.ca/secretive-bilderberg-meeting-switzerland-may-30th/5678817

  5. Mich wundert es immer noch, dass manche sich immer noch wundern.

    Mein Gott, haben die immer noch an die Pressefreiheit geglaubt?
    Wie viele Ungerechtigkeiten brauchen sie noch, bis sie merken, dass Presse- oder Redefreiheit nur solange existiert, wie sie dem System nützt oder wenigstens nicht wirklich stört.

    • Moin, Frowe Hulda, ja, gibt es denn solche Menschen, die immer noch an die Pressefreiheit glauben?
      Ja, sicherlich! Ich gehöre auch zu denen, nicht in dem Sinne, dass ich mir Illusionen mache ueber die Menschenfreundlichkeit des Systems und hier speziell des US-Imperialismus. Aber in dem Sinne, dass ich denke, dass es Meinungsfreiheit und damit auch Pressefreiheit geben MUSS. Wenn wir allerdings so abgeklärt argumentieren, dass das eh klar wie Klossbruehe ist, dass man Assange verurteilen wird und und und. Ja dann hat der Hegemon wirklich gewonnen.
      Wenn wir nicht einmal formulieren, dass die Anklage aus Schweden der reinste Hohn ist und nur dazu fuehren soll, dass er in die USA ausgeliefert werden soll, wenn wir nicht formulieren, dass noch vor wenigen Jahren die freie Presse als die 4. Macht im Staate begriffen wurde und dass immerhin nicht weniger als 1 US-Präsident ueber die Enthuellungen von 2 mutigen Journalisten gestolpert ist . Ja, wenn wir das nicht mehr sagen, dann hat wie gesagt das System vollends gesiegt.

      Freiheit fuer J. Assange!

      mfG

    • Ich denke mal eher, der Hegemon hat gewonnen, solange wir uns hier zu Tode diskutieren, nicht nur im Fall Assange.
      Pressefreiheit hat es nicht nur im Osten nicht gegeben, aber im Westen wurde eine schöne Illusion davon vorgeführt.
      Die Illusion lässt man jetzt mehr oder weniger achtlos sterben, so wie die noch verbliebene Rechtsstaatlichkeit. Noch versteckt sich der Faschismus dahinter. Ich fürchte, es wird nicht lange dauern, bis er offen hervortritt. Und das wird wenig mit der AfD oder sonstigen Nationalisten zu tun haben, die sind sicher teilweise gleichgeschaltet genug, um sich willig nutzen zu lassen, genauso wie Linke, Grüne und die großen Volksparteien. Aber was soll Nationalismus, wenn man einen internationalen Faschismus hat?

      Wenn Sie aus meinem Beitrag lesen, dass es mir egal wäre was mit J.Assange passiert, es ist mir nicht egal. Es ist mir auch nicht egal, welche Kriege auf der Welt geführt werden, dass Menschen ihre Heimat verlassen müssen, dass in unserem Land immer mehr Menschen auf die Armut und eine Rente auf Sozialhilfeniveau zu steuern, wir immer mehr drangsaliert werden u.s.w.. Aber ich gehe fest davon aus, das Assange ausgeliefert wird. Und wenn dann alle hübsch eingeschüchtert sind, werden wir uns daran gewöhnen, so wie wir uns daran gewöhnt haben, dass Assange in einer Londoner Botschaft vergammelt wäre. Ich sehe auch nicht, dass der 150. Kommentator, der uns vor Augen führt, wie wir alle verhöhnt werden, etwas daran ändern wird. Manche Menschen werden es nie merken, wie wir verhöhnt werden und manche merken es schon, wenn sie die Mainstreamnachrichten hören oder sehen.

      Und nach einem stolpernden Präsidenten kommt der nächste, der an der gleichen Stelle weitermacht. Da werden vielleicht ein paar andere der ohnehin Mächtigen das Sagen haben, um mehr in ihre Taschen zu wirtschaften als andere, um das Volk oder den kleinen Mann geht es dabei doch nicht und ging es nie. Was hatte er davon, dass Nixon gehen musste? Vielleicht ein bisschen Genugtuung, dass es auch mal die Großen trifft, aber meines Wissens ist Herr Nixon danach auch nicht verarmt. Also wozu? Außer großes Theater meine ich?

    • Wer gleich aufgibt,der hat schon verloren.

      Zwei Maeuse vielen in ein Topf mit Sahne.
      Die eine gab auf und ertrank.
      Die zweite strampelte so lange weiter bis die Sahne steif wurde
      und kletterte dann aus dem Topf.
      Kennt doch jeder:“Catch me,if you can“

    • Es gibt kaum einen Tag, an dem ich nicht an Julian Assange denke. Die Gewalt gegenüber Assange besteht darin, dass ein Exempel der Macht gegenüber J.Assange allen anderen Systemlingen das selbstständige Denken genommen wird.

      Ein Denken, dass sich am persönlichen Gewissen orientiert ist gefährlich Ein Denken, dass sich an einer Ideologie ausrichtet, läßt sich beherrschen …. denn die wenigen Wortführer stellen im Ernstfall kein Problem da. – So die Botschaft –

      Daraus ergibt sich folgende Frage:
      Wurde Julian Assange von der breite Bevölkerung zum ideologischen Whistleplower gemacht?
      und haben wir uns mit „fremden Federn“ geschmückt? Das sind persönliche Fragen die geklärt werden müssen.

      Sollte Julian Assange nur der ideologische Anführer einer gewissenberuhigenden Gegenbewegung sein, dann werden die Lämmer sich der Macht beugen und der Macht/das Böse energetisch mit Angst ernähren.

      Berührt uns das Schicksal von Julian Assange im Herzen ernsthaft, entsteht Gewissenswärme die breites individuelles Handeln ermöglicht.

      …. also Systemmedien zum Handeln auffordern, Politikern darauf ansprechen, im engen Kreis und auch in ungewohnten Zusammenhängen bei jedem Anlass das Thema ansprechen, Öffentlich Stellung beziehen und anklagen. Julian Assange darf nicht vergessen werden, darf nicht totgeschwiegen werden, seine Tat war richtig gut und ist keine Straftat …. die eigentliche Straftat ist das Schweigen und die Verdrehung der Tatbestände ….. diese gehören auf die Anklagebank ….

    • Ich denke ja eher, wir sollten es machen, wie die Franzosen und endlich auf die Straße gehen. Das Gerede und zur Rede stellen, wird nichts nützen.

  6. Von den Verbrechern lernen wäre eine Antwort.
    So besteht seit eh und je unterschiedliche Anklage gegen
    a) Natürliche Personen / OHG, GbR, KG, … bzw.
    b) juristischen Personen / Aktiengesellschaft, GmbH, Limited, ..

    Wäre Wikileaks eine Aktiengesellschaft, gäbe es keine persönliche Inhaftierung. Im Unternehmensrecht ist höchstens Geldstrafe angesagt.
    Wie wäre es, wenn man das nachholen würde und global Aktien ausgibt. So wäre die gesamte Welt Anteilseigner von Wikileaks.
    Und bei Geldstrafen zahlt die Welt / bei Verhaftungen sind die vorhandenen Knäste eindeutig zu klein.
    Dumme Idee?

    • Ja.
      Überlegen Sie mal die Konsequenz daraus.
      Eine Juristische Person bietet vielleicht gewissen Schutz, aber nicht umfänglich.

      Würde man dann auch zu noch drastischeren Mitteln greifen?

      „Dem Portal True Pundit zufolge, das sich auf eine anonyme Quelle beruft, fragte Hillary Clinton bei einem Brainstorming zum Umgang mit der Wikileaks zugespielten US-Diplomatenpost 2010, ob man Julian Assange nicht einfach „drohnen“ könne? Der Quelle zufolge lachten die anderen Teilnehmer auf diese Bemerkung hin erst, verstummten dann aber, weil die damalige Außenministerin angespannt und aufgebracht anfügte, immerhin sei Assange ja ein „relativ weiches Ziel“, das sich frei bewege und den USA eine lange Nase drehe, ohne Schaden befürchten zu müssen.“

      (Clinton über Julian Assange: „Können wir den Kerl nicht einfach ‚drohnen'“? – Telepolis – 4.10.16)

    • #Fantastin
      Geniale Idee!!!

      #schwarz ist weiß
      Wer Angst hat der liebt nicht und wer liebt hat keine Angst (Dieter Lange)
      Angst laehmt,Liebe ist unerschoepflicher Quell von Energie.

  7. Seit Assange’s Verhaftung geht mir eine Frage nicht mehr aus dem Kopf. WARUM hat er sich nicht nen guten Maskenbildner in die Botschaft bestellt und ist da einfach rausmarschiert? In der ersten Zeit war er doch noch kein unliebsamer Gast und mit ein bisschen krimineller Energie und vlt russischer Hilfe, hätte man ihn dort doch unbemerkt rausbekommen.

    Nicht falsch verstehen. Noch reicht mein Misstrauen nicht aus, um ihn als Fake zu bezeichnen!!!

    Aber zutrauen würd ichs dem Tiefen Staat, dass er auch Dissidenten im Angebot hat, wenns um die Manipulation der Bürger geht. Und zum Einschüchtern von Journalisten taugt AssangeGate allemal.

    • Ich habe mal gelesen, dass das Gesicht gar nicht ausreicht.
      Eines der untrüglichsten Merkmale wäre (neben den Ohren) der Gang. Ob man den manipulieren kann?
      Mit Einlagen oder so.

      Dass allerdings Dienste gerade Dissidenten auf Halde hat, da muss man glaube ich nicht rätseln. Bei Pispers heißt das Phänomen „Arschloch im Wandschrank“.
      Die Sache mit der gesteuerten Opposition liegt doch auf der Hand.

      Zu den Bedenken bei J.A. habe ich mich schon geäußert. Von Arpanet hin zu der Hacker-Szene ist es auf den Fluren der Dienste vermutlich maximal einen Gang weier.

    • Moin, Kristana, hier wirds wirklich sehr rutschig!
      Natuerlich gab’s, besser gibt’s den Agent Provokateur mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen. Doch wenn man sich entlang der Faktenlage hangelt, so hat J. Assange dem Hegemon und hier der Fraktion der Kriegstreiber die Maskerade vom Kopf gerissen. Das hat vielleicht garnicht mal materielle Folgen, aber einen immensen Imageschaden ausgelöst.
      Ich kann mich schlecht in seine Gemuetslage versetzen, aber die Flucht aus der Botschaft wäre unter der Prämisse, dass er kein Agent Provokateur ist, das sichere Todesurteil. Es sind schon Gegenspieler des Hegemon ermordet worden, die weniger wichtig waren.
      Worin läge nun die Aufgabe dieses angenommenen Falschspielers?
      Du gibst zu bedenken, dass er andere Journalisten einschuechtern könnte? Vielleicht, aber eher taugt er doch zum Märtyrer! Ich kenne die Szene nicht, aber ich bin mir sicher, dass so mancher Schreiberling ins Gruebeln kommt und vielleicht seine Einstellung doch noch zum Positiven wendet, wenn er das Schicksal von J. Assange vor Augen hat.

      Freiheit fuer J. Assange!

      mfG

    • Hey Hog 🙂

      Rutschig ist korrekt!
      Da kannste mal sehen, wie verseucht mein Gehirn schon mit Misstrauen gegenüber Medien und den von ihnen dargestellten Leuten ist. Was soll ich machen, wenn mir sone Frage wie oben durch den Kopf schießt?
      Das kommt davon, wenn man Mutter Theresa recherchiert und rausfindet, dass sie gar keine Mutter Theresa war. Wenn dir eine solche Leuchtgestalt vom Sockel fällt, wem um Himmels willen willste dann noch vertrauen?

    • @ Kristana
      „WARUM hat er sich nicht nen guten Maskenbildner in die Botschaft bestellt und ist da einfach rausmarschiert?“

      Weil das nicht so ist wie im ÖR-Tatort für das Framing der Massen.
      So eine Überwachung einer Botschaft arbeitet mit etwas, wovon die Massen eher wenig Ahnung haben sollen:
      geheimdienstliche Überwachungsmethoden.
      MI6 und/oder CIA hätten gewusst, dass ein Maskenbildner bestellt worden wäre, das ginge schon anhand der reinen Verbindungsdaten.

  8. Da das Aufdecken von Verbrechen wie ein Verbrechen behandelt wird, werden wir von Verbrechern regiert. Ich gehe davon aus, dass wir weder Julian Assange noch Chelsea Manning jemals wieder in Freiheit sehen werden. Beim 3. Jahrtausend hat sich Mathias Bröckers zusammen mit Dirk Pohlmann schon mehrmals dafür ausgesprochen, den beiden den Friedensnobelpreis zu verleihen.

    • Julian Assange und Chelsea Manning brauchen ihre Freiheit und keine Preis!
      Wenn der Friedensnobelpreis dafür sorgen würde, dass Sie frei kommen, wäre das der einzig nachvollziehbare Grund
      darüber jetzt nachzudenken.

    • @schwarz ist weiß Natürlich ist es die Hoffnung, dass durch die Nominierung auch die Freilassung der beiden verbunden ist. Mein Gefühl sagt mir aber, dass es anders kommt. Hoffentlich irre ich mich.

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