Tagesdosis 28.6.2019 – Jammern auf höchstem Niveau

Ein Kommentar von Dagmar Henn.

Um Mitleid heischen ist ein normaler Teil des menschlichen Verhaltens. In manchen Fällen fragt man sich allerdings, ob dieses Heischen eher peinlich oder eher lächerlich ist.

Diese Woche gab es ein ganz besonderes Exemplar dieser Kategorie – ein Interview der beiden BMW-Großaktionäre Stefan Quandt und Susanne Klatten.

Sie fühle sich missverstanden, wenn es heiße, die streichen die Dividenden ein, klagte Frau Klatten. Schließlich müsse man sich ständig schützen, und da wäre der in Deutschland so verbreitete Neid.

Ja, die Oligarchen des Kapitals haben es schon schwer im Leben. Es geht ihnen nicht anders als den Fürsten früher, die nach Zuchtbuch heiraten und ihr Leben in zugigen Schlössern verbringen mussten. Und die auch gerne ihr Leid klagten, wie schwer sie an der Verantwortung doch tragen müssten.

Aber betrachten wir einmal, wovon da überhaupt die Rede ist. Das Vermögen dieser beiden Geschwister ist, diese Information liefert das interviewende Manager-Magazin gleich mit, seit dem Jahre 2008 von 11,5 auf 34 Milliarden Euro gewachsen. 34 Milliarden, das sind 34 000 Millionen. Zuletzt erhielten sie darauf eine Dividende von einer Milliarde allein für die Anteile an BMW; das übersetzt sich in Einnahmen in Höhe von fast eineinhalb Millionen für jeden der beiden, pro Tag. Geld, das verkonsumiert werden müsste, wollten sie nicht immer reicher werden. Eineinhalb Millionen am Tag auszugeben, und das 365 Tage im Jahr, das ist schlicht unmöglich.

Diese Beträge muss man in Bezug zu alltäglicheren Summen setzen, um sie faßbar zu machen. Eineinhalb Millionen, das ist beinah fünfmal das Salär der Kanzlerin. Das wäre selbst in der Hochpreisstadt München ein Einfamilienhaus. Es ist so viel, wie die meisten Bewohner dieses Landes in ihrem gesamten Leben nicht verdienen. Jeden Tag.

Die Einnahmen der Manager sind bekannter. Der Vorstandsvorsitzende von BMW erhält acht Millionen Euro im Jahr. In die Welt des Mittelalters übersetzt ist das der Burgvogt; die oberste Kategorie des Dienstpersonals. Seine Chefin hat das sechzigfache dieses Betrages. Das dürfte dann ungefähr noch einmal der Abstand sein, der zwischen einer Putzfrau im Niedriglohn, die sein Büro reinigen darf, und diesem Vorstandsvorsitzenden herrscht.

Nehmen wir ein einfaches Maß menschlicher Gleichheit. Gleichheit herrscht zwischen zwei Menschen, die ehrlich miteinander umgehen, einander beispielsweise ein Arschloch nennen können. (Natürlich macht sich die Gleichheit auch im Positiven bemerkbar, ihre Grenzen werden im Negativen nur schneller kenntlich). Der Abstand zwischen dem Vorstandsvorsitzenden und der Putzfrau ist groß genug, dass sie ihn nicht mehr Arschloch nennen wird. Gleiches gilt für den Abstand zwischen dem Vorstandsvorsitzenden und den Eigentümern. Aber wie soll man die Distanz zwischen der Putzfrau und den beiden Oligarchen bemessen? Wenn schon der Abstand zwischen ihnen und der politischen Spitze des Landes so ungeheuerlich ist, dass man nicht lange nachdenken muss, wer beim Kaffeetrinken der Frau Merkel mit Liz Mohn und Friede Springer wem Vorgaben macht?

Der Großvater der beiden erlangte sein Vermögen anfänglich durch den Verkauf von Uniformen im ersten Weltkrieg, war also ein klassischer Kriegsgewinnler; dann setzte er auf Rüstungsindustrie und profitierte noch einmal gewaltig vom nächsten Krieg, Zwangsarbeit und Arisierungen eingeschlossen. Die Interviewer sind natürlich angemessen devot und fragen nicht danach. Als wäre mit den Abgaben an die Stiftung für Zwangsarbeiter alles Blut fortgewaschen.

„Wir wissen, dass Umverteilung noch nie funktioniert hat“, äußert Frau Klatten und übergeht damit nonchalant die Tatsache, dass der Vermögenszuwachs in Höhe von 22,5 Milliarden im Verlauf der letzten zehn Jahre durchaus etwas mit Umverteilung zu tun hat, in diesem Fall nur von unten nach oben. Die Liste ist lang; Steuersenkungen für Kapitalerträge, Rentenkürzungen, Druck auf die Löhne durch die Hartz-Gesetze… Während immer mehr Rentner nach Pfandflaschen graben, der Anteil der Niedriglöhner in Rekordhöhe steigt und der Anteil der unteren Hälfte der Gesellschaft am Gesamtvermögen sich der Null annähert, hat sich das finanzielle Polster des Quandt-Klatten-Klans beinahe verdreifacht.

Die Wahrnehmung, die diese Herrschaften von der Gesellschaft haben, zeigt sich in folgenden Sätzen von Susanne Klatten: „Gerecht ist, wenn jeder nach seinen Fähigkeiten Chancen wahrnehmen und sein ganzes Potenzial entwickeln kann. Und wenn man das aktiv wahrnimmt, dann können viele Menschen sehr weit kommen. Unser Potenzial offenbart sich nun mal in der Rolle, ein Erbe angetreten zu haben und es zu entwickeln.“

Man muss da genau hinhören. Sie hält die Gesellschaft für gerecht, so wie sie ist, und sie meint, so hätte jeder die Chance, ’sein ganzes Potential zu entwickeln‘. Das werden die zwei Millionen Kinder , die unter Hartz IV existieren müssen, mit Freuden zur Kenntnis nehmen. Denn, so ihr Bruder Stefan Quandt an anderer Stelle, „Mutlosigkeit symbolisiert Passivität. Wer mutlos ist, nimmt das Heft des Handelns nicht in die Hand. Angesichts der vielfältigen Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft muss man sich aus einem solchen Stadium unbedingt herausarbeiten.“

Nun, wären die Armen dieses Landes weniger mutlos, dann wären die Quandts nicht so reich. Wollte man wirklich eine Gesellschaft, in der jeder ’sein ganzes Potential entwickeln‘ kann, dann dürfte es keine Oligarchen geben. Kaum anzunehmen, dass es den beiden gefällt, würden sich größere Massen daran machen, genau das umzusetzen. Die zwei gehören zu den politischen Großspendern dieser Republik, und die Politik erfolgt ja auch weitgehend in ihrem Interesse.

„Viele Menschen denken, das fliegt einem irgendwie zu,“ klagt Frau Klatten. ‚Zufliegen‘ ist vielleicht nicht ganz der passende sprachliche Ausdruck, ‚mit goldenem Löffel im Mund geboren sein‘ trifft es wohl eher. Daran ändert auch die ausführlich ausgebreitete Tätigkeit im Aufsichtsrat nichts – denn es bleiben die Früchte der Arbeit anderer. Mehr noch, würden sich die beiden darauf konzentrieren, das Geld, das ihnen zufliegt, auszugeben, in materielle Güter umzusetzen, und sei es in ein zweites nachgebautes Versailles auf irgendeiner bayrischen Insel, dann würde dieses Geld vermutlich weniger Schaden anrichten, als wenn es immer weiter investiert wird, um immer weitere Profite anzuhäufen.

Die Interviewer, deren Lebensstandard auf halber Strecke zwischen der Putzfrau und dem Vorstandsvorsitzenden liegen dürfte, fühlen sich zutiefst geschmeichelt, dass man sich herablässt, mit ihnen zu reden, und verkehren in einem kurzen Videoclip über diese Ehre auch gleich grundlegende ökonomische Tatsachen. Ohne das Kapital der Quandts gäbe es diese vielen Arbeitsplätze in den Firmen nicht, sagen sie. Dabei läuft das Spiel anders herum; ohne die lebendige menschliche Arbeit gibt es kein Kapital. Nichts von dem, das da geschaffen wurde, haben die Quandts geschaffen; sie haben nur schaffen lassen.

Es würde ja keiner wirklich mit ihnen tauschen wollen, deutet Frau Klatten an. Da mag etwas dran sein. In einer sozial tief gespaltenen Gesellschaft ist der Reichtum ebenso eine Gefangenschaft wie die Armut; denn wer würde sie schon offen und ehrlich als Arschloch titulieren? Damit werden auch die Bekundungen von Zuneigung fraglich, und es findet sich niemand mehr, der an irgendeiner Stelle irgendwelche Grenzen zu setzen vermöchte. Ein Reichtum solchen Ausmaßes steht über dem Gesetz und außerhalb jeder sozialen Beziehung. Aber sollte man deshalb Mitgefühl empfinden? Weil sie noch nie am Monatsende knapsen mussten oder schlaflose Nächte hatten, weil sie die Stromrechnung nicht zahlen können?

Im Gegensatz zu den Armen, den oben erwähnten Kindern beispielsweise, hätten diese beiden Opfer des Erbrechts jederzeit die Möglichkeit, diese Rolle abzustreifen. Es gab einmal Zeiten, in denen Angehörige einer solchen Klasse ihr Vermögen aufgaben und in Klöstern verschwanden. Es gibt kein Gesetz, das es untersagt, Reichtum aufzugeben (und da rede ich nicht von verkaufen). Es wäre legal, den ganzen Betrieb der Bevölkerung zu übereignen.

Nein, die Quandts tragen lieber weiter ihr schweres Kreuz von eineinhalb Millionen täglich. Sie mühen sich auch schon fleissig, es möglichst um Steuern ungemindert an die nächste Oligarchengeneration zu übertragen, und nutzen die Gelegenheit gleich, um Stimmung gegen Erbschaftssteuern zu machen. Es könnte ja sonst geschehen, dass Araber oder Chinesen Anteile von BMW erwerben, wenn Teile verkauft werden müssten, wegen der bösen Erbschaftssteuer.

Sie wollen nur Anerkennung dafür, dass sie ihre goldenen Löffel so sorgsam hüten. Und Mitgefühl für die schwere Last, die sie schultern müssen.

Da weiß man wirklich nicht mehr, ob man lachen oder weinen soll.

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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20 Kommentare zu: “Tagesdosis 28.6.2019 – Jammern auf höchstem Niveau

  1. HARTZ IV wurde von der SPD kreiert, von den GRÜNEN und der CDU&CSU mit abgesegnet und nicht von der Familie Quandt erfunden. Dieser Staat mit seinen gewählten Politikern organisierte aus Deutschland nach der Wende ein „europäisches Billiglohnland“, deswegen haben wir 2019 außer Altersarmut auch andere „staatlich geförderte Armut“. Die Mehrheit der Wähler haben das so gewollt. NOCHMAL: Bei BMW gibt es keine „Billig-Lohnarbeiter“. Die Quandts investieren auch jedes Jahr Milliarden in ihre verschiedene Firmen, sie müssten das nicht tun.

    BMW Fahrzeuge werden weltweit gern gefahren und Tausende wollen bei BMW arbeiten.
    Das ist die Realität.

    Gleiches Recht für Alle: Wenn man das Erbrecht abschafft, sollte auch das Doppelhaus oder Reihenhaus oder Omas Häuschen nicht mehr an die Kinder vererbbar sein. Alle Wertgegenstände und Bargeld fallen an den Staat. Die Kinder sollen ihre finanzielle Situation selbst erschaffen, ohne jegliches Erbe.

    Das Wort Unternehmen wird es nicht mehr geben, weil keiner mehr was unter-nimmt und einen Millionär gibt es dann auch nicht mehr. Endlich, alle Einwohner werden gleich. Erfolgreich ist auch keiner mehr, deswegen wird es das Wort erfolg und reich auch nicht mehr geben.

    Das kleine Deutschland hat sich nicht geändert, sagte mir letzte Woche ein Amerikaner. Wir wollen wieder eine Weltmacht sein. Wir wollen bewundert werden für die Klimarettung und für die Rettung der afrikanischen Flüchtlinge im Mittelmeer. Wir haben die weltweit größte Rettungsneurose. Aber uns geht bald das Geld aus. Wir Deutschen sind doch Zahlmeister, sagte er mir. Deswegen müssten wir jetzt das Geld der Reichen in Deutschland anzapfen, damit wir es den Flüchtlingen und den HARTZ IV-Empfängern, die 25 Jahre nicht gearbeitet haben, weiter in den A…. schieben, meinte er. „Was ist aus diesem Deutschland geworden“, fragte er mich, „wie kann man ein Land so kaputt wirtschaften?“

    Ich sagte ihm: „Die Reichen werden rechtzeitig aus Deutschland wegziehen. Wir sind in Kürze nicht mehr Exportweltmeister, das Steuereinkommen fällt damit rapide und im neuen HARTZ V System gibt es nur noch Gutscheine, wie 2019 schon in den USA. Das Land, das wir ja so lieben. Probelauf des neuen deutschen Wunsch-Sozial-Systems ist derzeit in Griechenland“.

    • @ Karl Bernd Esser (alias Thatsit?)

      „Das ist Realität.“

      Es geht hier nicht wirklich darum, was Realität (philosophisch) ist. Realität ist, daß Realität geMACHT wird und daß es um die Balance geht, wo Realität gemacht wird. Die Balance zwischen Macht/Reichtum und Ohnmacht/Armut – darum geht es. Diese Balance ist auf absurde und obszöne Weise zerstört.

      PS: Zu Ihren Wort-Spekulationen. Der erste Unternehmer war ein undertaker: ein Leichenbestatter. Und das Wort Manager stammt aus dem Italienischen und bezeichnete den Reitstallbediensteten, also den Angestellten der Reitstallbesitzer.

    • @Karl Bernd Esser
      „HARTZ IV wurde von der SPD kreiert, von den GRÜNEN und der CDU&CSU mit abgesegnet und nicht von der Familie Quandt erfunden.“
      Sich einfach im Sessel zuruecklehnen und warten, was die Politiker so alles an neuen Gesetzen auf den Weg bringen!
      Wie Naiv muss man sein, um zu glauben, dass es keine Interaktion gibt zwischen der Kapitalisttenklasse und ihren Politikern?
      Alleine die Entwicklung der Partei *die Gruenen* hin zu einer Partei, die ev. den nächsten Kanzler stellen könnte, die sich zu dem Kauf von dem umweltschädlichen Fracking Gas aus den USA, entschieden hat, die den Kosovokrieg mit getragen hat, (und viele Sauereien mehr) zeigt, dass sich die Partei(en) den Herrschenden anpassen und nicht umgekehrt.
      In den Artikeln von S. Bonath kann man ausfuehrlich lesen wie die Kapitalistenklasse ueber das Abschöpfen des Mehrwerts ihren Profit generiert. Einfach mal nachlesen und sich schlau machen!

      „BMW Fahrzeuge werden weltweit gern gefahren und Tausende wollen bei BMW arbeiten.
      Das ist die Realität.“
      Natuerlich gibt es Unternehmen, wo der Lohnarbeiter mehr verdient als anderswo, das ist doch aber kein Grund in Jubel auszubrechen. Woher beziehen die Quants diesen enormen Zuwachs an Reichtum? Gibt es einen Zusammenhang zwischen diesem Reichtum einerseits und der Armut der flaschensammelnden Meschen?
      Meiner Meinung nach haben diese beiden Sachverhalte einen direkten Zusammenhang.

      Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die Kapitalistenklasse sehr wohl als Klasse handelt, und sehr geschlossen agieren kann, wenn es um die Sicherstellung ihrer Pfruende geht:
      Sie hat seinerzeit unter der Bedrängnis einer starken Arbeiterbewegung den Faschismus favorisiert und durchgesetzt. So auch die Quandts:
      “ In der Zeit des Nationalsozialismus vermehrte und vergrößerte Günther Quandt den Familienbesitz teils auf Kosten unrechtmäßig enteigneter, meist jüdischer Konkurrenten und wurde zu einem großen Produzenten von Rüstungs- und Industriegütern im Dritten Reich. Die Quandts profitierten im Zweiten Weltkrieg vom Zwangsarbeitereinsatz in ihren Fabriken.“ (aus der Wikipedia)
      Wer hier noch von Gerechtigkeit faselt ist der Realität weit entrueckt!

  2. Was hier meiner Meinung nach nicht zum Ausdruck gebracht wird, ist der Umstand, dass wir hier „alle“ davon träumen, reich zu sein (siehe: die vielen Lotto-Spieler) ich gebe denen recht, die fordern, dass Eigentum verpflichtet. Da sollten wir dem Grundgesetz einen angemesseneren Raum geben. Aber Ancastor.gardian geht meiner Meinung nach zu weit, wenn er fordert: „Was wir am Ende brauchen sind klare Systemänderungen, solchen Reichtum gar nicht entstehen zu lassen, sondern ab gewissen Summen, den Rest immer auf die Gesellschaft aufzuteilen.“ Will er uns unsere wenn auch unerfüllbaren Träume nehmen? Die uns jeden Tag wieder neue Hoffnung und Antrieb geben, wie wollten wir ohne unsere Träume leben. Hat das nicht die graue Wirklichkeit der ehemaligen „sozialistischen Welt“ ausgemacht, dass Reichtum massiv begrenzt war? Das ist nicht der Reichtum, den sich die Lotto-Spieler erträumen. Aber selbst im sozialistischen Lager hat man Lotto gespielt, geträumt, obwohl man sich für das Geld nichts kaufend konnte.

  3. NEID ist die höchste Form der Anerkennung

    Die Unternehmerin Klatten und der Unternehmer Quandt geben Tausenden Arbeitnehmern ein sehr gutes Auskommen bei BMW. Einfache Arbeiter verdienen auch deutlich über dem Lohnniveau und die Sozialleistungen von BMW lassen sich sehen.

    Der NEID von Dagmer Henn zeigt, wie unglücklich sie sich in ihrer Haut fühlt. Ihre Aufmerksamkeit auf fremdes Leben zeigt, wie sehr sie sich langweilt. Wer mit sich zufrieden ist, hat auch keinen Grund auf andere neidisch zu sein.

    Der ehemalige Wehrwirtschaftsführer Quandt hat die marode bayrische ISETTA-FABRIK nach dem Krieg gekauft und sein eingesetztes Kapital riskiert. Jetzt macht BMW Milliarden. Finde ich persönlich gut, weil es die Familie Quandt verdient hat. Außerdem zahlt die Familie Quandt täglich soviel Steuern, wie kein Arbeitnehmer in seinem ganzen Leben Steuern zahlen wird.

    Besser Milliarden ver-dienen als Milliarden ver-lieren.

    • Moin, Karl Bernd Esser, woraus erlesen Sie, dass Frau Henn neidisch wäre auf diese Schmarotzer der Gesellschaft? Was ich dem Artikel von ihr entnehmen kann ist, dass es eine Ungerechtigkeit gibt zwischen dem, was diese Menschen an gesellschaftlichem Reichtum abziehen im Gegensatz zu z.B. Hatz 4 Empfängern. Sie haben nichts vorzuweisen, ausser einem staattlichen Erbe! Aber das wurde nicht von ihnen erwirtschaftet, sondern von den Eltern.
      Damit machen Sie es sich ziemlich einfach, das Anklagen sozialer Missstände als Neid zu beschimpfen. Damit kann man faktisch jedes Argument totschlagen.
      Wer den Kapitalismus so aufgesogen hat wie Sie sollte eher im Manager-Magazin kommentieren als hier in einem alternativen Forum!

      Weg mit dem Erbrecht!

    • Der übliche Reflex: Neid.

      „Die Gefahr des Wortes ist die Lust des Gedankens.“ (Karl Kraus)

      Anders ausgedrückt, wen die Lust des Gedankens treibt, der gerät in Gefahr, sein Denken und seine Absicht durch die reflexartige Wahl des Wortes zu verraten: Neid!

      Das beliebte „Totschlagwort“ Neid, auch Mißgunst (der Mißbegünstigten) genannt, ist janusköpfig, soll heißen: zwiespältig. Die eine Seite ist der Neid der Besitzlosen (Mißbegünstigten). Deren Neid nimmt jedoch anderen nichts weg. Die andere Seite ist die Gier und der (Ehr)Geiz der Besitzenden (Begünstigten), deren Neid anderen wegnimmt und sich als Ehrgeiz kleidet. Geiz und Ehrgeiz sind der Neid und die Mißgunst der Begünstigten.

      „Ehrgeiz ist fertilisierter Neid.“ (Lisz Hirn, österreichische Philosophin)

      „Geiz und Mißgunst sind die größten Feinde des Friedens.“ (Aesop, griechischer Sklave auf Samos)

      Der Ring
      des Polykrates.

      Ballade.

      Er stand auf seines Daches Zinnen,
      Er schaute mit vergnügten Sinnen,
      Auf das beherrschte Samos hin.
      Dieß alles ist mir unterthänig,
      Begann er zu Egyptens König,
      Gestehe daß ich glücklich bin.

            Du hast der Götter Gunst erfahren!
      Die vormals deines Gleichen waren,
      Sie zwingt jetzt deines Scepters Macht.
      Doch einer lebt noch, sie zu rächen,
      Dich kann mein Mund nicht glücklich sprechen,
      So lang des Feindes Auge wacht.
           Und eh der König noch geendet,
      Da stellt sich, von Milet gesendet,
      Ein Bote dem Tirannen dar:
      „Laß, Herr, des Opfers Düfte steigen,
      Und mit des Lorbeers muntern Zweigen
      Bekränze dir dein festlich Haar.

           Getroffen sank dein Feind vom Speere,
      Mich sendet mit der frohen Mähre
      Dein treuer Feldherr Polydor.“
      Und nimmt aus einem schwarzen Becken
      Noch blutig, zu der Beiden Schrecken,
      Ein wohlbekanntes Haupt hervor.

           Der König tritt zurück mit Grauen:
      „Doch warn’ ich dich, dem Glück zu trauen,
      Versetzt er mit besorgtem Blick.
      Bedenk, auf ungetreuen Wellen,
      Wie leicht kann sie der Sturm zerschellen,
      Schwimmt deiner Flotte zweifelnd Glück.“

            Und eh er noch das Wort gesprochen,
      Hat ihn der Jubel unterbrochen,
      Der von der Rhede jauchzend schallt.
      Mit fremden Schätzen reich beladen,
      Kehrt zu den heimischen Gestaden
      Der Schiffe mastenreicher Wald.

            Der königliche Gast erstaunet:
      Dein Glück ist heute gut gelaunet,
      Doch fürchte seinen Unbestand.
      Der Sparter nie besiegte Schaaren
      Bedräuen dich mit Kriegsgefahren,
      Schon nahe sind sie diesem Strand.

            Und eh ihm noch das Wort entfallen,
      Da sieht mans von den Schiffen wallen,
      Und tausend Stimmen rufen: Sieg!
      Von Feindesnoth sind wir befreyet,
      Die Sparter hat der Sturm zerstreuet,
      Vorbey, geendet ist der Krieg.

           Das hört der Gastfreund mit Entsetzen:
      Fürwahr, ich muß dich glücklich schätzen,
      Doch, spricht er, zittr’ ich für dein Heil!
      Mir grauet vor der Götter Neide,
      Des Lebens ungemischte Freude
      Ward keinem Irdischen zu Theil.“

           Auch mir ist alles wohl gerathen,
      Bey allen meinen Herrscherthaten
      Begleitet mich des Himmels Huld,
      Doch hatt ich einen theuren Erben,
      Den nahm mir Gott, ich sah ihn sterben,
      Dem Glück bezahlt’ ich meine Schuld.

           Drum, willst du dich vor Leid bewahren,
      So flehe zu den Unsichtbaren,
      Daß sie zum Glück den Schmerz verleyhn.
      Noch keinen sah ich frölich enden,
      Auf den mit immer vollen Händen
      Die Götter ihre Gaben streun.
           Und wenns die Götter nicht gewähren,
      So acht’ auf eines Freundes Lehren,
      Und rufe selbst das Unglück her,
      Und was von allen deinen Schätzen
      Dein Herz am höchsten mag ergetzen,
      Das nimm und wirfs in dieses Meer.

           Und jener spricht, von Furcht beweget:
      „Von allem, was die Insel heget,
      Ist dieser Ring mein höchstes Gut.
      Ihn will ich den Erinnen weihen,
      Ob sie mein Glück mir dann verzeihen“
      Und wirft das Kleinod in die Flut.

           Und bey des nächsten Morgens Lichte
      Da tritt mit fröhlichem Gesichte
      Ein Fischer vor den Fürsten hin:
      Herr, diesen Fisch hab ich gefangen,
      Wie keiner noch ins Netz gegangen,
      Dir zum Geschenke bring ich ihn.

           Und als der Koch den Fisch zertheilet,
      Herbey der Koch erschrocken eilet,
      Und ruft mit hoch erstauntem Blick:
      „Sieh Herr, den Ring, den du getragen,
      Ihn fand ich in des Fisches Magen,
      O ohne Grenzen ist dein Glück!

           Hier wendet sich der Gast mit Grausen:
      „So kann ich hier nicht ferner hausen,
      Mein Freund kannst du nicht weiter seyn,
      Die Götter wollen dein Verderben,
      Fort eil ich, nicht mit dir zu sterben.“
      Und sprachs und schiffte schnell sich ein.
      SCHILLER.

    • PS:

      „…der in Deutschland so verbreitete Neid“ klagt Frau Klatten.

      Dass diese Erzählung von den in ihrem oder im Besitz ihresgleichen befindlichen Medien „verbreitet“ wird, das weiß sie natürlich. Sie denkt nicht daran, dass diese Erzählung nun in den „sozialen/alternativen Medien“ kommentiert werden kann, auch wenn kein Milliardenvermögen dahinter steht. Und sie kann (noch) nichts dagegen tun.

  4. Danke Dagmar Henn 🙂

    Hinzufügen mag ich noch:
    Reiche, Milliardäre, Multimillionäre und Millionäre sind ja per se nicht gleich üble Menschen oder Ar ..sc…lö … sondern in allererster Linie sind es Menschen. Individuen.

    Welche ebenso ihre Traumata und Gehorsams- und Status-Prägungen erfahren haben, wie Kreti und Pleti, wie Hänschen und Klein. So viel Abstand vor der Thematik bedarf es mindestens, um eine gangbare, wünschenswerte Zukunft visualisieren und umsetzen zu können.

    Zukunft heißt ja nichts anderes als eine Veränderung, eine grundlegende Veränderung des Miteinanders. Und für ein Miteinander bedarf es eben auch „die anderen“. Gleich welche Ideologiebrillen oder Erziehungsscheuklappen jene „anderen“ getragen haben und derzeit noch tragen.

    Veränderungswille, das ist auch ein gutes Stichwort, entsteht mannigfaltig bei der Spezies Mensch. Entweder aus Ängsten erzeugt oder aus Erfahrungswerten oder aus einer noch „undenkbaren“ Erziehung, die von Geburt auf an, den Kleinsten beibringt, dass Frieden und Miteinander im Einklang von Allem das oberste Gebot ist.

    Und aus dieser Perspektive darf gerne der Versuch gestartet werden, näher zu beleuchten, wie die Brücke für die anderen gebaut werden könnte, damit sie darüber gehen können.

    Ob sie darüber gehen, entscheiden jene anderen selbst.

    Aber einen Miteinander-Treffpunkt und Brücken, die braucht es wohl.

    Dazu kommt, zu glauben, jene anderen hätten ja andere Probleme oder gar gewisse Probleme gar nicht, geht restlos an der Realität vorbei.

    Ob Putzfrau, Vorstandsvorsitzender oder Oligarchin Susanne, in ihrer Haut stecken sie alle ganz alleine. Und Traumata haben sie ebenfalls alle. Möglicherweise anderer Couleur, aber dennoch … …

    Ich meine, das Interview mit Susanne kann man auch feinfühliger wahrnehmen. Denn zwei maßgeblich in den Hintern beißende Aussagen deuten auf etwas sehr Wichtiges hin.

    Zum einen spricht Susanne von Schutz und darüber denkt einmal so gut wie niemand nach. Menschen wurden schon für weit weniger „Verrat am System“ ermordet. Schutz vor Kreti und Pleti braucht eine Oligarchin nicht. Hat Sie doch nahezu keinerlei Kontakt zum „Volk“. Mal ehrlich, was würde passieren, wenn Susanne eine Volksstiftung gründen und 90% Ihres Vermögens dort einbringen würde? Sie oder Ihre Kinder oder Nahestehenden würden keine 12 Monate überleben. Herrhausen und alle anderen „System-Verräter“ sollten doch als Warnung deutlich genug sein. Und (!) diese Warnung wirkt bis heute bis in die Knochen der 1 bis 10%.

    Zum anderen spricht Susanne von Aufgabe. Genau hier kommen wir in die Prägung der hypnoiden Phase von 0 bis 7 Jahren. Wenn einem Kind einer Oligarchen Familie das „Überleben“ ihres Standes, Vermögens und Wirkens eingeimpft wurde, dann tut Susanne das. Psychologischer Grundsatz: Was zuerst da war, ist wahr und wird bis aufs Blut verteidigt. Dieser Grundsatz gilt für alle Ho(r)mo Sapiens Sapiens. Dann die innere Liebe zu den Eltern. Gleich ob man sie nach außen hin verachtet oder hasst, die Liebe ist immer stärker. Wie wohl gehen beim von Geburt an „kopierenden“ Menschen chronische Krankheiten von Oma auf Enkel über? Etwa durch die ewiggestrige und längst überholte Gen-Theorie? Gene sind die Hardware, Gefühle sind die Software.

    Fazit: Alle Menschen wuchsen in einer Gesellschaft mit dem Weltbild und Werkzeug „Gewalt“ auf. Dieses zu entkernen und angerichtete, noch wirkende Traumata zu „heilen“ ist der erste Schritt für Frieden und ein Miteinander. Egal ob Oligarch oder Hartz4’ler.

    Es braucht keine Lanze für die Quandts dieses Landes gebrochen, viel eher aber Brücken gebaut werden und zwar für alle Traumatisierten und Gewalt-Geschwängerten. Und dazu gehören auch „die anderen“.

    Neue Wege gehen, bedeutet für uns „alle“ das Gefühl der Hilflosigkeit zu spüren, für den ersten kleinen Moment. Ungeahnt wie tief wir selbst, jeder für sich, noch immer im alten Weltbild verankert denken, fühlen und unsere alten, automatisierten Gewohnheiten uns immer wieder auf den alten Pfade des „wir und die anderen“ führen wollen. Erst mit der neuen Gewohnheit, uns im Inneren als wacher und erwachter Beobachter zu reflektieren, lässt das alte Gewand nach und nach abstreifen. Diese antrainierte Hilflosigkeit zu ersetzen durch Neugier, Lernfreude und Einsicht, dass alles Neue einfach nur ungewohnt ist. Ein friedliches Miteinander heißt eine neue Welt, neues Denken, neuen Boden zu betreten. Ein kleiner Anfang ist das Gegeneinander aufgeben, die eigene Sprache, die alten Gewohnheiten, die eigenen Meinungen von „Gewalt“ zu entkernen.

    Und ja, es wird sie wohl immer geben, die sturen, lernunwilligen „anderen“.

  5. Der Fehler unserer Marktwirtschaft liegt vor allem darin, dass die Bankenpraxis mit den Kreditvergaben aus dem Nichts dazu führt, dass das Unternehmenskapital nur vergleichsweise wenigen Personen gehört.

    Bei unserer Marktwirtschaft wird also nicht getauscht. Vielmehr kassiert immer jeweils eine Person das Geld, das doch in Wirklichkeit eine Schuld ist und alle anderen Personen bleiben auf den Schulden dauerhaft sitzen, ohne die es doch auch kein Geld geben könnte.

    Der Zweck des Kapitals sollte jedoch nicht die Schaffung, sondern die Abschaffung der Arbeit sein.

    Jedenfalls hat der Verkehr in Deutschland jedes vertretbare Maß hinter sich gelassen.

    Es gibt also den Preis-Wahnsinn, weil neue Pkw’s regelmäßig schon nach sehr kurzer Zeit an Wert verlieren. Ebenso gibt es auch den uns allen bekannten Abgaswahnsinn.

    Ferner sind 18,4 Millionen Menschen in Deutschland Pendler, die für ihre Arbeit von ihrem Wohnort in eine andere Gemeinde fahren müssen.

    Wo die Beschäftigung steigt, da steigt auch die Zahl der Pendler. Hohe Mieten und knapper Wohnraum allein könnten dies nicht erklären.

    Jedenfalls konzentrieren sich die Standorte der „Arbeitgeber“ immer mehr auf die Ballungszentren.

    Ebenso gibt es doch auch im Lkw-Verkehr einen unglaublichen Zeitdruck.

    Eine nachhaltige Ökonomie müsste insofern auch den Begriff des sog. Zeitwohlstands kennen.

    Jedenfalls haben wir schon ein Unbehagen dabei, dass wir immer weniger Zeit und Kosten scheuen müssen, um nicht unsere, sondern anderer Leute Profite zu bedienen.

    Aber vor allem der CDU fehlt jede Erkenntnis, dass nicht jede Art von Arbeit auch wirklich Wohlstand liefert.

    Bei der dortigen Themenarbeit lese ich:
    – In Deutschland haben heute fast 43 Millionen Menschen Arbeit.

    – Die CDU-geführte Bundesregierung trägt eine erhebliche Verantwortung in den großen Krisen unserer Zeit.

    – Die öffentlichen Finanzen sind bei der CDU in guten Händen.

    Jetzt sagt Herr Merz: „ich bin bereit zu regieren“.
    Er sei bereit Verantwortung zu übernehmen.

    Wir könnten uns in diesem Zusammenhang auch mal seine Themen anschauen.

    – Steuerentlastungen
    – Deutschland darf sich nicht abhängen lassen
    – Senkung der Sozialabgaben

    Jedenfalls haben wir ein wenig den Verdacht, dass Herr Merz nicht anders als Donald Trump bestimmte Interessen wie etwa Unternehmensinteressen vertritt, aber dass seine Themenarbeit große Lücken hat.

    Ob dies so ist oder nicht, wird es zum demnächst zu erwartenden großen Bankencrash keine Alternativen geben.

  6. Was sich mit Sprache alles machen lässt, auch die Welt auf den Kopf stellen, was Klatten und Quandt mit ihren Aussagen bewiesen.
    Ihre Arbeiter und Angestellten erfahren an jedem Arbeitstag die Umverteilung eines Großteils ihrer geleisteten Arbeit an die (Aktien)besitzer ihrer Arbeitsstätte. Wie ihre geleistete Arbeitskraft von ihren Arbeitnehmern ausgebeutet wird.
    Das wird in „Ihren“ Zeitungen nicht mehr zum Thema gemacht. Es ist ein No- Go, ein Tabu- Thema.
    Deswegen nicht aufregen, die Lohnabhängigen sind im Dämmerschlaf, es bringt nichts.

  7. Ich weiss nicht die richtigen Schluesse zu ziehen aus dem von D. Henn so sauber entwickelten Widerspruch. Wenn ich mich auf die unsagbare Differenz konzentriere, die es zu verstehen gilt, so muesste eigentlich morgen ein Aufstand ausbrechen ob dieser Ungerechtigkeit. *Eigentlich*!
    Faktisch wird aber morgen der Sonnabend so ablaufen wie die vergangenen Sonnabende auch.
    Nun wird der Marxist vielleicht mit Häme ueberhäuft, weil sich Marx und Engels zu optimistisch zu den (damals) kommenden Zeitpunkten der proletarischen Revolutionen geäussert haben. *Vielleicht*!
    Doch fuer all die, die nicht nur Esoterik im Kopf haben, sondern nach tatsächlicher gesellschaftlicher Veränderung lechzen, gilt doch das Gleiche: Man betrachtet die Ungerechtigkeit, will gerne Veränderungen herbeifuehren, allein die Nachbarn und Arbeitskollegen verweigern die Solidarität!
    Das, worum es dann eigentlich nur gehen kann, ist Lenins Devise aus *Was Tun?*: das gruendliche und kontinuierliche Aufklären dieser gesellschaftlichen Ungeheuerlichkeiten!

    Weg mit dem Erbrecht!

    mfG

  8. Diese 0,01% der Menschen leben von der Energie aller anderen. Ihnen diese Energie nicht mehr zukommen zu lassen wäre schon mal ein erster Schritt. Jeder kann sich Gedanken machen wie man das für sich selbst umsetzen kann. Aber darüber nachdenken sollte man schon darüber und dann vielleicht auch etwas tun.
    Eigentlich ist dieser Kommentar von mir schon zuviel. Die Energie fließt diesem Thema zu und nicht anderen, vielleicht wichtigeren Themen.

  9. Liebe Menschen, die Sie Ihr von mir angesprochenes Potential entfalten wollen!
    Ja, bitte kommen Sie zu uns und erlösen Sie uns von unserem – ehrlich gesagt tatsächlich(!) – blutbefleckten Schuldgeld! Denn eigentlich spüre ich, Susanne Klatten, tief in mir, daß „mein Schicksal, Erbin zu sein und mein Auftrag im Leben, dieses Erbe effektiv zu verwalten“, wie ich dem uns stets sehr gewogenen und kriecherisch – devotem „Manager – Magazin“ gesagt habe, mich immer wieder in Versuchung führt, gewissen charmanten Gigolos wie zum Beispiel diesem Helg Sgerbi, der sich nachher als geldgieriger Betrüger und Nichtsnutz erwies, auf den Leim zu gehen!
    Ich möchte endlich einmal – nach ehrlich gesagt 57 nutzlosen Schmarotzerjahren – lernen, was es heißt, mein wirklich eigenes, tatsächliches Potential kennenzulernen und zu entfalten – mit dem Risiko, aber auch der Lebenserfahrung, eventuell selbst lernen zu müssen, was es bedeutet, von Hartz IV leben zu müssen – falls mich mein tatsächliches Potential und vor allem die realen gesellschaftlichen Bedingungen als „Nicht – Mehr – Erbin“ dazu verdonnern!
    Bitte entfalten Sie also Ihr wahres Potential und erlösen Sie mich und meinen Bruder von den vielen Milliarden, die uns bisher so viele echte grundlegende Lebenserfahrungen vorenthalten haben!
    Herzliche Grüße
    Susanne Klatten

    • Verehrte Frau Klatten,
      Verteilen Sie ihre Kohle doch gleichmäßig an alle ihre Bediensteten. Machen Sie sie zu Anteilseigner Ihres Konzerns. Sie selber stellen sich in den Dienst der Tafeln, verteilen abgelaufenes Obst und Gemüse an Bedürftige. Das wird Sie wieder seelisch heilen und Ihr Karma ausgleichen.
      Herzliche Grüße
      Mutter Theresa

  10. Finanzielle Neider mag es geben.
    Aber könnte es auch sein, dass finanziell Reiche neidisch sind auf diejenigen Menschen, die ein echtes Selbstwertgefühl haben, also dass finanziell Reiche neidisch sind auf seelisch und sozial Reiche?

    • Wahrscheinlich nur in Ausnahmefällen! Denn die meisten Superreichen wie auch viele nur „Normal – Wohlhabende“ erklären sich und rechtfertigen ihren Reichtum in der Regel ja mit ihren außergewöhnlichen persönlichen Qualitäten und Qualifikationen und fügen oft noch hinzu, daß sie ihr Geld ja „zum Wohle aller in Arbeitsplätze für sehr viele Menschen“ oder in „gemeinnützige Stiftungen“ etc. investieren.
      Denn sie müssen ja vor sich selbst selbstwertschonend rechtfertigen, warum sie – unverdientermassen und ohne tatsächlichen eigenen Verdienst – über Milliardensummen verfügen!
      Daß sie gleichzeitig auf der Jagd nach Maximalprofiten oft unmenschliche Arbeitsbedingungen schaffen, enorm viele Menschen arbeitslos machen und sehr oft auch die Umwelt massiv schädigen, „vergessen“ sie in der Regel zu erwähnen.
      Und sie „vergessen“ natürlich immer, zu erwähnen, daß ihr Milliardenvermögen gleichzeitig unendlich viel Macht über andere Menschen und enormen politischen Einfluß beinhaltet, ja sogar die reale Politik oft bestimmt!
      Kritiker ihres enormen Reichtums und ihrer ständigen Forderung, die Steuern zu senken und keine Erbschaftssteuern einzuführen, diffamieren sie stattdessen gerne als Neidhammel, die es selbst aufgrund fehlender Qualitäten zu nichts gebracht haben.

    • Nein Andreas, dass könnte nicht sein. Es mangelt den Reichen nicht an Selbstwertgefühl und wenn, können sie sich, im Gegensatz zu den Lohnabhängigen, einen Seelenklempner leisten.
      Jeder Mensch hat ein Gerechtigkeitsgefühl, welches in dem Fall arg ins Wanken gerät. Das hat mit grundgesätzlicher Gleichbehandlung, erst recht mit Neid, gar nichts zu tun.

    • Was mich und wahrscheinlich auch viele der Menschen da draußen wirklich stört ist nicht Reichtum, sondern unser eigenes Gefängnis.

      Wir, die jeden Tag Zwangsarbeiten gehen müssen, haben einfach keine Aussicht davon wegzukommen, jedenfalls in dem Maße das es uns wenig bis nicht schadet.
      Da reden Menschen die 45 Jahre alt sind von sowas wie noch 22 Jahre bis zur Rente, weil sie dieses Alter mit Entlassung aus dem Arbeitsgefängnis gleichsetzen. Oder sie träumen von dem Lottogewinn und würden sofort kündigen.
      Auf die Antwort das sie ja einen Vertrag haben wo sie 3 Monate Kündigungsfristen wahren müssen, lachen sie nur und sagen, Urlaub, Überstunden alles in die Waagschale werfen.

      Was wir in unserem Fortschritt brauchen ist, dass die Werte die wir jeden Tag erzeugen und die die Atuomatisierung und Technik ermöglichen rund um die Uhr, zu uns in dem Maße zurückfließen, dass wir immer weniger unserer Lebenszeit für andere Menschen opfern müssen und trotzdem ein abgesichertes Leben leben können und das ist ja schon lange möglich.
      Wir erschufften Profite damit solche Menschen wie die Aktionäre Quandt und Klatten leistungslos alles einstreichen und diesen Mist von sich geben können. Dazu kommt ja die Arroganz das als Normal anzustufen. Diese beiden müssten sich schämen.

      Was wir am Ende brauchen sind klare Systemänderungen, solchen Reichtum gar nicht entstehen zu lassen, sondern ab gewissen Summen, den Rest immer auf die Gesellschaft aufzuteilen.
      Aber genau das wird ja verhindert.

      Niemand ist gegen etwas Reichtum, wenn er selbst frei ist und sein Leben bestreiten kann nach seiner Vorstellung. Natürlich muss ein neues System auch organisiert werden und Arbeitsleistung eingebracht. Ja aber das ist ja für einen guten Standard extrem wenig, wenn man den Fortschritt und Industralisierung 4.0 einbezieht.

      Doch was hier abgezogen wird, ist einfach nach jeden Tag ein Verbrechen. Ein Verbrechen gegen Milliarden Menschen von wenigen ungestraft begangen und das hat nichts mit Neid zu tun.
      Dies muss abgeschafft und das System grundlegend geändert werden. Kein Mensch sollte und darf solchen Reichtum und Macht bekommen, damit wir keine Diktatur weniger erdulden müssen.

      Also gegen solche Dinge immer klar aufbegehren, keine schützende Hand mehr vor den Mund nehmen in der Öffentlichkeit und diese Dinge klar benennen und verurteilen und deutlich machen es sofort abzuändern, Solidarität mit seinen Mitmenschen einfordern, da diese im selben Boot sitzen und im kleinen Rahmen bei sich selbst diesen Profitwahn, Konsumwahn usw. eindämmen und klar gegen dieses System handeln. Wenn da eine kritische Masse erreicht wird, wird es alsbald leicht sein Änderungen zu erwirken.

      Wenn es soweit ist, keine Kuhhandel eingehen. Nicht dankbar wegen 3 Krümel mehr sein, die diese Reichenschichten dann geben werden, wenn ihnen Angst und Bange wird.. Nein komplett abschaffen und den Umverteilungsmotor ein für alle Mal beseitigen.

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