Tagesdosis 29.1.2018 – Teufelsaustreibung mit dem Beelzebub

Ein Kommentar Susan Bonath.

Morgens sehe ich bleiche Gesichter, die artig zur Arbeit hetzen. Gehorsam schieben sie Überstunden, damit ihr Ausbeuter noch mehr Mehrwert von ihrer Arbeitskraft in seine eigene Tasche abzweigen kann. Es sind dieselben Gesichter, die ich abends und an Wochenenden tratschen und schreien höre. Ihr Abendland ist in Gefahr. Keine Gelegenheit lassen sie aus, das hysterisch zu betonen. Sie machen mir Angst.

Ihre Feinde sind zum Beispiel zwei syrische Kriegsflüchtlinge, über die Bild und Co berichteten. Sie sollen ihre Zweitfrauen nach Deutschland holen, damit die Kinder ihre Mutter wieder haben. Das ist Thema, in den Kneipen, auf den Straße, in Kommentarspalten. Wer die Aufgebrachten beruhigen will, bekommt den Mob zu spüren. Ich solle mir eine Burka anziehen und mich verpissen, heißt es. Einer wünscht mir, vergewaltigt und in den Straßengraben geworfen zu werden. Ich mache mich vom Acker, denn ich bin kein Psychiater.

In meiner Kleinstadt kursierte kürzlich ein Gerücht: Ein Polizeihubschrauber, der über selbiger kreiste, habe »zwei Asylanten« gesucht, die »Autos demoliert und wer weiß was noch« getan hätten. Auf der Straße, bei Facebook und in der Verwaltung verbreitet sich die Story rasant, Hass und diffuse Rachegelüste inklusive. Ich rufe bei der Polizei an. Nein, es gibt weder kaputte Autos noch Vorfälle mit Asylbewerbern, sagt mir der Sprecher. Der Hubschrauber habe eine vom Ehemann vermisst gemeldete Frau gesucht – und gefunden. Wie bekommt man zur »Wahrheit« mutierte Lügen nun wieder aus den Köpfen? Ich stelle fest: Gar nicht.

Im südpfälzischen Kandel skandiert eine Masse am Sonntag immer wieder »Lügenpresse!« und »wir sind das Volk!«. Ein Gedenken an das Ende Dezember grausam durch ihren afghanischen Ex-Freund ermordete 15jährige Mädchen sähe anders aus. Das Verbrechen wird politisiert, weil der Täter Afghane war. Rund 1.000 Leute fordern geschlossene Grenzen und Ordnung. Kein Wort fällt über die imperialistischen Kriegstreiber, die das Chaos in der Welt verursachen und gestörte Menschen hinterlassen. »Lüge, Hetze und Betrug, Bürger haben jetzt genug!«, ruft ein selbst erklärtes Frauenbündnis. Und: »Sicherheit für Frau und Land, dafür gehen wir Hand in Hand!«

Vor meinem inneren Auge schwebt das Ergebnis ihrer Forderungen: Ein Polizeistaat mit uniformierten Waffenträger mit unbegrenzten Befugnissen. Jedem, der irgendwie aus dem Rahmen fällt, drohen Lagerhaft, vielleicht Erschießung. Je nachdem, wie weit der deutsche Bürger gehen will. Ich frage mich, warum der brutale Sexualmord an der chinesischen Studentin Yangjie Li im Mai 2016 in Dessau nicht ansatzweise ähnliche Tumulte veranlasst hatte. Ich weiß es: Der Täter war Sohn hochrangiger deutscher Polizeibeamter.

Vor Monaten ging eine Story von angeblich südländisch aussehenden Männern durch die Medien, die eine junge Frau sexuell bedrängt haben sollen. Inzwischen weiß man: Die Geschichte war erfunden, eine Finte. Damals antwortete ich aufgebrachten Männern, die Sicherheit für Frauen forderten, ich sei unbedingt dafür. Dann sei es aber besser, alle Männer präventiv einzusperren. Also alle, egal, woher sie stammen. Wie man schließlich wissen könne, wird die übergroße Masse der Gewalttaten von Männern begangen.

Die Angesprochenen fanden meine Überspitzung nicht lustig. Ich würde pauschalisieren und sei doch nicht ganz normal, tobten sie. Ich zucke die Schultern. Säßen alle Männer präventiv im Knast, mahnte ich an, wäre ich immerhin nicht als Kind misshandelt, niemals von Polizeibeamten krankenhausreif geschlagen und nicht x-mal sexuell und körperlich bedrängt worden. Dann könnte ich ohne Pfefferspray und Angst durch dunkle Gassen gehen. Betrunkene aufdringliche Fußballfans in Zügen, die gerne auch mal grabschen, wären Geschichte. Die widerwärtigen Beleidigungen, die mir deutsche Männer auf meine »Vorschläge« hin entgegen schleuderten, will ich jetzt nicht wiedergeben.

Insgesamt musste ich mir schon vieles anhören. Manche Bemerkungen notiere ich mir. Einmal, als ich angemahnt hatte, dass man doch mal den mörderischen plündernden Kapitalismus, seine Profiteure und seine Handlanger in der Politik anprangern müsse, nannte man mich »dummes Stimmvieh linksgrün versiffter Altparteien«. Ich sei ein »Feind von Ruhe und Ordnung«. Vergangenen Donnerstag beim Anhören der ARD-Sendung Panorama fiel mir eine schauerliche Ähnlichkeit auf – mit früheren NSDAP-Wählern.

Unter dem Titel: »Preisausschreiben: Warum sind Sie in der NSDAP?« zitierten Theaterleute darin aus alten Dokumenten, in denen Nazis 1934 ihre Mitläuferschaft begründeten. Die kann man dort auch herunterladen. Danach wollten die NSDAP-Mitglieder damals etwa »dafür sorgen, daß in unserem Vaterland wieder Ruhe und Ordnung einkehrt«. Sie fühlten sich von »Volksvergiftern« als »Stimmvieh« missbraucht und jammerten über die Presse, die »Hitler und seine Bewegung so fürchterlich herunterreißt«. Heute heißt das Lügenpresse und AfD-Bashing. Ansonsten ist die Wortwahl ziemlich gleich.

Das macht mir Angst. Offensichtlich verdrängt die Masse die Globalität unseres verbrecherischen Systems. Ich kann nicht aufrüsten, Kriege anzetteln, ganze Länder ökonomisch ausplündern und dann darauf hoffen, dass keine Scharen mittelloser Menschen in die Länder strömen, wo die verursachenden Kapitalisten und ihre Propaganda- und Exekutivapparate zu Hause sind. Kann man es verdrängen, dass der dritte Weltkrieg längst im Gange und mit Stacheldraht und Schießbefehl nicht aufzuhalten ist? Ist der Blick auf die Verursacher, die milliardenschweren Profiteure, so getrübt? Wann werde ich im Faschismus aufwachen? Wann ist die richtige Zeit, davor zu fliehen? Vor allem: Wohin kann man überhaupt noch fliehen?

Ja, ich habe Angst vor dem drohenden Faschismus, in Deutschland und vielen anderen europäischen Staaten. Es spricht vieles dafür, dass ein Teil des nationalen Großkapitals alles daran setzt, einen solchen zu errichten. Das Stadium des Kapitalismus ist ein ähnliches, wie 1930: Die Monopolisierung der Wirtschaft ist weit fortgeschritten. Es haben sich, im Verbund damit, Imperien herausgebildet, die brutal gegeneinander konkurrieren. Riesige Megakonzerne als Beherrscher des Weltmarktes bedrohen nicht nur immer mehr Menschen überall auf der Welt, sondern auch das nationale Großkapital. Die Verschärfung der Ausbeutung durch Schaffung von Niedriglohnsektoren und die Einführung von faktischer Zwangsarbeit mittels Hartz IV reicht als Gegenstrategie nicht mehr aus. Zumal das alles zu Frust unter den Lohnabhängigen führt.

Den Regierungen, auch der deutschen, gelingt es immer weniger, die systemischen Widersprüche zu beherrschen. Die bekannten zyklischen Krisen des Kapitalismus überschlagen sich und sind kaum noch zu bändigen. Die Regierungen stecken selbst in der Krise. Die Politik scheitert, Strukturen zerbrechen. So war es 1930, so ist es heute. Das ist der Nährboden für Faschismus.

Faschismus braucht eine reaktionäre Massenbasis, eine Bewegung, die den Klasseninteressen interessierter reaktionärer Kapitalkräfte entspricht. Niemand würde eine solche Bewegung so nennen. In der Weimarer Republik waren das die Freikorps, später die SA. Die Demagogie bestand darin, den Arbeitern zu suggerieren, mit der NSDAP für Sicherheit und Ordnung sorgen zu können. Deren faschistische Ideologie basierte auf antikommunistischen, sozialchauvinistischen, rassistischen, teils irrationalen Theorien, die zugleich jede Klassensolidarität verhindern sollten. Die faschistische Massenbewegung war nicht zuletzt ein Produkt des Verrats und Zerfalls der Sozialdemokratie. Was damals niemand wahrnehmen wollte: Die NSDAP wurde massiv gesponsert von Teilen des interessierten Großkapitals.

Wahrlich: Die Parallelen zu heute sind erschreckend. Es scheint, als wolle eine Masse erneut den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Ich habe Angst, vor Krieg, Faschismus und einer blinden, aufgehetzten Masse. Kürzlich etwa träumte ich von mordenden Zombies mit bleichen Gesichtern. Wieder einmal. Nein, ich schaue keine Horrorfilme. Ich bin unendlich müde vom ewigen Konkurrenzkampf. Manchmal ertappe ich mich bei einem mitleidvollen Blick in die Augen kleiner Kinder auf der Straße. Werden sie stark genug dafür sein? Oder werden sie daran zerbrechen? Dann fällt mir auf, wie mein Schritt schneller und schneller wird. Ich habe diesen Monat noch nicht genug Geld verdient, um alle Rechnungen zu bezahlen. Das Hamsterrad dreht. Und mir ist klar: Alleine komme ich aus diesem Wahnsinn nicht heraus.

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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127 Kommentare zu: “Tagesdosis 29.1.2018 – Teufelsaustreibung mit dem Beelzebub

  1. Ich würde Frau Bonath von Herzen anempfehlen, sich das folgende Video von dreieinhalb Stunden in kleinen Portionen zuzumuten. Und insbesondere die Minuten ab 48:00, wo die drei Stadien der menschlichen Entwicklung stark verkürzt beschrieben werden. Mit Focus vor allem auf Stadium 2, wo wir exakt mit derselben Amplitude des Böse- oder Wütendseins antworten, wie sie von außen auf uns zukommt. Erst Stufe drei wird Heilung, und also Frieden für alle bringen. Ohne die Transzendenz der ersten Stufen werden wir nichts erreichen, sondern allenfalls noch mehr Unfrieden verbreiten. Und das ist es leider, was ich bei Frau Bonath und in den von ihr ausgelösten Kommentarbeiträgen beobachten muss, von wenigen Ausnahmen abgessehen. (Trautvetter, Vegan4life, AHIMSA, Jörn Brodersen, C. Volke, Mott, unknow, Schliemanns, Phlox, Kamp, Torsten, Rayo, Gonzo, Gloucester,Kietzmann…. )bitte nicht sauer sein, wenn ich Sie übersehen haben sollte.) Wer den Wert von Artikeln an der Zahl der Kommentare mißt, der wird die stillen Stars übersehen, die mit 2 oder 3 Kommentaren viel positiver auf die Welt einwirken, als das solche mit 50 oder 100 oder noch mehr Kommentaren bewirken (die meist nicht aus sinnvoller Diskussion sondern eher aus Gewalttätigkeit hervorgehen.)
    https://www.youtube.com/watch?v=pVr5PywldOA

    • Wäre es nicht effizienter gewesen, wenn Sie die Namen der Foristen aufgezählt hätten, die doof sind? Also z.B. meinen. 🙂

      Chapeau – von Ihnen können Frau Bonath und wir alle sicher jede Menge lernen, wie man Frieden stiftet.

    • Von mir lernen? Bloß nicht.
      Ich bin nur ein kleines Partikelchen des Spiegels, dessen Motiv ich hier in den Blick rücken wollte.
      Spiegel also vor allem der Verfasserin und aller Kommentatoren, die in Resonanz zu ihr gehen.
      Von Dr. Klinghardt lernen – den Sie sich selbstverständlich nicht angesehen haben – ja.

    • Ist es schlimm für Sie, wenn jemand, der sich normalerweise lieber heraushält und dann eine Abkürzung wählt für
      @ a: volle Zustimmung
      @ b: kann ich unterschreiben
      @ c: etwas übertrieben oder?
      @ d: klasse forumuliert
      ….


      seine Favoriten in diesem über viele Veröffentlichungen hinweg fortgeführten und immer wieder neu auflodernden Krieg bequemerweise in einer Klammer anführt?
      Und haben Sie den Raum wahrgenommen, innerhalb dessen dies geschah?
      Wie fühlte der sich an für Sie?

      Hat Ihnen auch nur ein einziges Wort von mir weh getan oder zu der Reaktion verleitet, zuschlagen zu wollen?

      Das würde ich jetzt wirklich gerne wissen.

    • Saachi,

      meinen Sie ernsthaft, dass mir Ihre Äußerungen ernsthaft wehgetan haben? 😉
      Überschätzen Sie sich nicht.

      Nein, mir ging es nur darum, die Heuchelei Ihres besserwisserischen Kommentars zu aufzudecken.
      Und wie sagt man so schön? Getroffene Hunde bellen.

      P.S.: Um des lieben Friedens Willen, welcher ja laut eigener Aussage Ihr Hauptanliegen ist, beenden wir diese Kommunikation, schlage ich vor. Sie können ja noch einen Kommentar loslassen, wenn es Sie juckt, das letzte Wort zu haben. Ich werde nicht mehr antworten. Wetten? 🙂

    • Saachi,

      ok, vielleicht habe ich Sie fehlinterpretiert und bin über das Ziel hinausgeschossen. Tut mir leid!

      Ich verstehe nur nicht, was Sie (und einige andere) Frau Bonath vorwerfen.
      Ihr Link scheint wirklich interessant zu sein. Danke.

  2. Leute, merkt Ihr es nicht?

    Wir streiten uns auch immer mehr um die „Flüchtlingsfrage“ – d.h. ein politisches Thema von vielen.

    Und das wichtigste Problem, der Krieg der Reichen gegen uns Arme (Deutsche und Migranten) gerät immer mehr aus dem Fokus.

    Was hat Frau Bonath denn bitte so Verwerfliches oder Aggressives geschrieben, dass man sie derart verdammen muss, wie es hier viele Leser tun? Wenn man mal beim Text bleibt und nicht lauter Sachen hineininterpretiert (wie generellen Deutschenhass, eine Angststörung, und anderes), empfinde ich das in keinster Weise als gerechtfertigt.

    „Teile und herrsche“ – das funktioniert offenbar noch immer prächtig, vielleicht besser als je zuvor.

    • Ja genau. Warum werde ich gefragt, ob ich antideutsch bin, nur weil ich Beispiele habe, wo andere Länder es einfach besser machen, als wir. Wie will ich denn auch antideutsch sein? Ich wär ja gegen mich selbst. Muss ich mich dann umbringen oder wie? Wasn Quatsch auch immer.

      Gegen Fremdenhass sein, heißt doch nicht automatisch gegen Deutschland sein. Nur gegen die Fremdenhasser und die müssen nicht mal deutsch sein. Ich hab nen Bekannten, der ist farbig und rechts. Weil er 20 Jahre länger hier ist, meint er etwas verteidigen zu müssen. Kann man nicht verstehen, muss man nicht verstehen. Argumente bringen auch nichts. Da bekommste keine Antwort mehr. Ist immer und überall so.

  3. Die sogenannten ‚kulturellen Identitäten‘, gleich welcher Provenienz, sind nichts anderes als ein Konglomerat aus Mythen und Legendenbildung.
    Das fängt bei uns z.B. damit an das es DIE Germanen nie gab, zu keinem Zeitpunkt, aber fleißig (wer war da eigentlich live dabei?) Exzerpte aus den lächerlich geringen Relikten ehemaliger Besatzerliteraten willkürlich komponiert werden, die dann als Quell der Erkenntnis herum gereicht werden und zur nationalen Identitätsbestimmung aufgeblasen wurden und werden.
    Merowinger waren nicht Karolinger, Staufer waren keine Habsburger, Hugenotten keine Preußen und Deutsches Reich gibt’s überhaupt erst seit 187, da mag man nicht von Tradition sprechen.
    Es gibt auch nicht DEN Russen, DEN Muslim oder DEN Flüchtling – achja, DEN Christen auch nicht, oder warum gab’s nochmal den 30-jährigen Krieg oder gar den 80-jährigen Krieg et.al. und wieso mögen sich Orthodoxe Kirche und Rom bis heute nicht? Es gibt ja auch seltsamerweise noch nicht mal DEN Mann oder DIE Frau, huch?! – das sind unzulässige Radizierungen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, wobei sämtliche Differenzierung natürlich auf der Strecke bleibt und so zwangsläufig ungerecht werden muss.
    Gegen diese solchermaßen gezüchteten Ungerechtfertigtkeiten lässt sich dann prächtig Stimmung machen und man kann über des Kaiser’s Bart trefflich streiten und geht später auseinander wie nach dem Hornberger Schießen.
    Solange also die Verschlagwortung komplexer Sachverhalte so beliebt ist wird sich da auch nichts ändern und somit wird es auch weiterhin ein vorzügliches Instrument sein, um die Meute sich untereinander totbeißen zu lassen, während die hochehrwürdiglichen Exzellenzen von der Empore herab Wetten abschließen, wer gewinnt oder mit mehr Blut den Sand tränkt.
    Dann wird einmal kräftig durch die Arena gewischt, nachdem die Exzellenzen sich zur Tafel zurück gezogen haben und dort mit dem Parfümtüchlein wedelnd sich über den penetranten Gestank der Aderlasser in der Manege lustig machen.
    Die haben aber nichts Besseres zu tun als heraus zu finden, ob der muskelbepackte Nuber oder der listige Thraker die bessere Quote ablieferte…

    Wer sich mal mit Geographie beschäftigt, findet schnell heraus, dass das Land, also die Geographie der Umgebung die Menschen formt und ihre kulturellen Eigenheiten und nicht so sehr irgendeine Identität stiftende Konzepttümelei.
    Diese kann bestenfalls als konsequentes Elaborat der geographischen Eigenheiten verstanden werden.
    Man kann das sehr schön daran erkennen, wie ein und derselbe Stamm sich durch die Wanderung von beispielsweise Innerasien bis nach Feuerland sehr stark unterscheiden (aber dieselbe Provenienz teilen!) und im kleineren Maßstab selbst relativ homogene Gruppen sich kulturell deutlich diversifizieren, nur weil sie andere Inseln bewohnen – siehe etwa Polynesier.
    Würde damals ein sogenannter ‚Germane‘ nach Nubien ausgewandert sein, dann wäre sein kulturelles Erbe dort für’n Arsch gewesen, weil was in ‚Grmanien‘ funktionierte auf keinen Fal in Nubien funktioniert hätte. Und das durchaus unabhängig davon, ob die Nubier germanenfreundlich gewesen wären oder nicht! Er hätte sich also an gänzlich andere geographisch bedingte kulturelle Besonderheiten anpassen müssen, weil das Nubien damals so gar nichts mit den germanischen Urwäldern zu tun gehabt hätte.
    Er wäre also ‚kulturell‘ nolens volens ein ‚Nubier‘ geworden oder eben nicht geblieben.

    ‚Kultur‘ kommt nicht zufällig von ‚Pflege des Bodens‘ (siehe: ‚Ackerkultur‘!) und ist somit hochgradig geographisch abhängig.
    Die Kultur der Inkas, Mayas etc. beispielsweise ist den besonderen geographischen (und damit auch klimatischen) Bedingungen geschuldet gewesen.
    Wer also ‚Kulturfrieden‘ haben will, der muss den Globus nivellieren in Geographie und Klima.
    Äääh…ja….genau.
    Andernfalls empfiehlt es sich von Fall zu Fall zu entscheiden.
    Von mir jedenfalls bekommt jeder eine gepflegt ‚aufs Maul‘, wenn er mir gegen das Bein pinkelt – ganz unabhängig davon, welcher Ethnizität oder Natinalität er angehört.
    Warum?
    Na, weil ohne Respekt eben gar nichts geht. Und Respekt, man höre und staune, kommt aus dem Lateinischen und bedeutet:
    ‚Berücksichtigung‘.
    Also die differenzierte In-Augenschein-Nahme der Gründe für die jeweilig individuellen Verhaltensweisen.
    Macht man ja eigentlich z.B. bei Kindern oder Behinderten oder Alten auch?
    Wenn das auf Gegenseitigkeit beruht, sollte es keine Probleme geben.
    Einseitiger Respekt geht, selbsterklärend, natürlich nicht.

    Und deshalb macht es auch überhaupt keinen Sinn, wie hier auch zum x-ten Male geschehen, stellvertretend die AfD etwa zu stigmatisieren, weil die Leute dort haben in der Tat IHRE Gründe, warum sie sich so verhalten – ob einem das nun passt oder nicht, ist scheißegal!
    Wer die Gründe nicht versteht oder verstehen will, der darf sich nicht wundern, wenn er dadurch die Trennschärfe erhöht und so dem Phänomen Auftrieb beschert.
    Wer die AfD nicht will, der muss was für oder gegen die diese konstituierenden Gründe unternehmen!
    Wohlfeile Moralaposteleien oder pikiertes Ethikgehabe nützen da gar nichts.
    Wem die Flüchtlingszahlen nicht passen, der muss diejenigen zur Rechenschaft ziehen, die sie dazu gemacht haben oder es ermöglichten, dass sie unverhältnismäßig zu Buche schlagen!?

    Und, Frau Bonath, dass Männer überwiegend nicht zustimmend reagieren, wenn sie generalisierend auf Triebtäterstufe und Australopithecus-Niveau degradiert werden – hmmm…
    Sie müssen sich schon vorher schlau machen, ob Sie jemanden vor sich haben, der verhandelbar ist oder eben nicht.
    Wo das nicht der Fall ist, sollte sich NIEMAND zu plakativen Stichwortgaben hinreißen lassen – egentlich klar, oder?
    Wenn einen als Frau diese Sorte Männer der Nichtverhandelbaren extrem stört, dann wäre es sinnvoll zu erkunden, warum die wohl so sind? Oder warum bei all den konträr dazu, vermutetermaßen in der Überzahl befindlichen, kulturell höher stehenden Frauen nix Gescheites passiert oder sich bewegen lässt?
    Das muss Gründe haben!!
    Und solange sich auch die klügeren Frauen darauf kaprizieren diese Sorte Männer zu desavouieren, wird sich schon mal gar nichts bessern.

    Das ist so ein ähnliches Phänomen wie etwa die ‚Eliten‘-Diskussion oder, auch sehr beliebt, ‚Finanzmarkt-Echauffements‘ etc.
    Da wird auch auf die Protagonisten oder das ‚System‘ geschimpft, gelästert und es wird plakatiert, protestiert, petitioniert – mit gerade mal NULL Effekt.
    Warum wohl?
    Na, weil das ja an den Bedingungen, die ja erst die Existenz solcher Phänomene ermöglichen, nichts ändert.
    Euch kotzt Trump an?
    Ja wo kommt der den her? Was hat ihn dazu gemacht?
    Wenn ihr Typen wie Trump verhindern wollt, dann müsst ihr die Genesis dieser Leute umschreiben! Und nicht ’nen rosabemützten pussy-riot anzetteln!
    Dann werdet ihr aber schnell feststellen, dass das ein hünenhaftes Hybrisprojekt ist.
    Es sei denn, ihr traut euch an die Wurzel selbst und schafft Geld und Eigentum ab, weil diese (vor allem wieder Eigentum an Grund und Boden – ja, da isse, die ‚Kultur‘ des Reichtums) den sozialen Unterschied ausmachen, der wiederum die jeweilige ‚Kultur‘ des Proletariats, des sogenannten Mittelstandes und natürlich der Finanzeliten etc. erst ermöglicht.

    Das erinnert mich so an:
    Erst sämtliche Wälder abholzen, dann CO²-Anstieg beklagen und den Klimawandel hysterisieren, um dann eine CO²-Steuer einzuführen, die die Reichen schon wieder reicher macht – aber davon wächst kein neuer Wald.

    Guckt euch die Eigentumsverhältnisse an Grund und Boden an – also die ‚Geographie des Reichtums‘:
    Solange daran nichts geändert wird, ändert sich auch sonst nichts, denn von dort strahlt aus was so vieles korrumpiert, das dann wortreich beklagt wird.

    • Moin, Nick Mott, damit sind wohl alle Klarheiten beseitigt. Aber wenn wir schon bei den Verallgemeinerungen sind (…) wer zum Teufel ist/sind „ihr“?

    • ‚Ihr‘ sind all diejenigen, die bestimmte Verhältnisse beklagen und verändert sehen wollen, aber nicht das Richtige beklagen und dies schon gar nicht verändern.

      Wer Veränderung will, muss das Gesagte verstehen, sonst arbeitet er sich ab und auf an Symptomen, die halt nicht die Ursache ihrer selbst sind.

      Und dabei geht es an das Eingemachte und bedeutet nicht ein ‚bißchen Veränderung‘, sondern eben eine radikale Veränderung, weil sie an die Wurzel geht und nicht an den Trieben hybridisiert.
      Das ist sehr viel unangenehmer und riskanter als eine Salonrevolution, wo man die Farbe der Tapete diskutiert aber nicht die Verwerflichkeit des Adelssitzes als solchen, geschweige denn diesen Anspruch grundsätzlich in Frage stellt 😉

      ‚Ihr‘ meint also die, die ‚ihr‘ ‚Wir sind das Volk!‘ oder ‚Freiheit!‘ oder ‚Gerechtgkeit! skandiert, aber gleichzeitig durch die wörtliche Mit’Arbeit‘ genau das System füttert, welches ihr ‚reformieren‘ wollt (das man aber nicht reformieren, sondern nur abschaffen oder eben ertragen kann!).

      Allein zu glauben, dass man Arbeitsverhältnisse ändern kann, indem man im Prinzip genauso weiter arbeitet, aber nur die eine oder andere Stelle des Lohnzettels vor oder nach dem Komma verändert, ist absurd.

      Es ist so, wie Frau Bonath selber zugibt:

      Sie geht also weiter arbeiten.
      Und füttert exakt damit, ob sie es nun will oder nicht, diejenige Ungerechtigkeit, die sie beklagt.
      Denn ihre Arbeit macht jene reicher, die ihren Reichtum gegen sie und alle anderen Arbeitenden einsetzen und so die Ungerechtigkeit, die Schere ermöglichen, die die sozialen Widerwärtigkeiten auf den Plan rufen, um deren Abschaffung man/frau sich andererseits bemüht!

      Das ist keine Anschauungsfrage, keine Frage der Parteien oder Ideologien – das ist eine fundamentale Systemeigenschaft, so objektiv wie die Fallgesetze Galilei’s.

      Konnte ich damit Ihre Frage beantworten?

    • Die Tücken der Klammern

      Als Blockquote sollte das Zitat stehen:
      „Ich habe diesen Monat noch nicht genug Geld verdient, um alle Rechnungen zu bezahlen. Das Hamsterrad dreht. Und mir ist klar: Alleine komme ich aus diesem Wahnsinn nicht heraus.“

      Das, was darin steht ist kein Zitat, sondern der Folgetext.
      nur so zum Verständnis.

    • PS: die skizzierte Topo-Logik IST verallgemeinerungsfähig, das sie ausnahmslos für alle und alles gilt.
      Ich wüßte jetzt wirklich nicht, dass jemand rumknöttert, weil jemand behauptet Galilei’s Fallgesetze gelten ausnahmslos für alles und jeden auf diesem Planeten?

      Wenn Sie mir nicht glauben wollen, dann sprechen Sie doch mal mit Ethnologen, Kulturgeographen oder vielleicht Mathematikern über dieses Thema, dann werden Sie das bestätigt bekommen.

      Falls Sie sich als Ausnahme begreifen und sich ungerechtfertigt mit anderen in einen topologischen Topf geworfen sehen sollten wo Sie Ihrer Ansicht nach nicht hinein gehören, dann bitte ich um Nachsicht – ich bin schon etwas älter und hänge noch sentimental ebenso älteren Zeiten nach, wo man noch glauben durfte, dass sich manches von selbst versteht 😉

    • Hallo Nick Mott 🙂

      Zitat:
      “ ‚Ihr‘ meint also die, die ‚ihr‘ ‚Wir sind das Volk!‘ oder ‚Freiheit!‘ oder ‚Gerechtgkeit! skandiert, aber gleichzeitig durch die wörtliche Mit’Arbeit‘ genau das System füttert, welches ihr ‚reformieren‘ wollt (das man aber nicht reformieren, sondern nur abschaffen oder eben ertragen kann!).
      Allein zu glauben, dass man Arbeitsverhältnisse ändern kann, indem man im Prinzip genauso weiter arbeitet, aber nur die eine oder andere Stelle des Lohnzettels vor oder nach dem Komma verändert, ist absurd.“

      Genau DAS meine ich, wenn ich sage, wir müssen erstmal zu Erkenntnissen kommen und können nur selbst das System ändern. Und ich bekomme immer wieder dieselbe Antwort: „das wird nicht funktionieren“.

      Sehr guter Beitrag übrigens!

    • Moin, Nick Mott, leider habe ich noch nicht kapiert, wie man auf den letzten Post antwortet; also versuch‘ ich es mal so.

      Ich denke, dass es eine ganze Menge Verhältnisse gibt, die es zu verändern gilt. Doch hier muessen wir auch konkret werden, und hier reicht es nicht in allgemeinen Phrasen zu verharren. Was nutzt es z.B., wenn ich mit Mathematikern oder Ethnologen spreche?
      Das System (Kapitalismus/Imperialismus) ist am Ende. Erkennbar daran, dass der Planet an verschiedenen Stellen „brennt“. Das liegt weder an Trump noch an Putin oder sonst einer Person der Weltgeschichte. Es liegt ganz einfach daran, dass sich das Kapital auf herkömmliche Art und Weise nicht mehr akkumulieren lässt. Und wir die Menschen auf diesem schönen Planeten drohen mitruntergerissen zu werden, von den wenigen, die, die 1% bilden, die fast allen Reichtum besitzen. Es werden ganze Länder kaputtgewirtschaftet (z.B.Griechenland) oder sogar Kontinente (Afrika).
      „Guckt euch die Eigentumsverhältnisse an Grund und Boden an – also die ‚Geographie des Reichtums‘:
      Solange daran nichts geändert wird, ändert sich auch sonst nichts, denn von dort strahlt aus was so vieles korrumpiert, das dann wortreich beklagt wird.“
      Ja, das wäre so ein konkreter Vorschlag. Doch wo und wie soll das vonstatten gehen? Der Vorschlag ist doch nicht neu. Doch WIE ist er umzusetzen?
      M.M.n. sind wir nicht in der komfortablen Situation, dass wir unendlich viel Zeit haben, sondern sollten uns sputen, um die Kurve hinzubekommen.
      Ich halte viel von der Wagenknecht-Idee der linken Sammlungsbewegung (obwohl keiner Partei zugehörig), um aus der Agonie zu entkommen.

    • Ja, Heike, genau das habe ich gerade mal wieder an mir selbst erlebt: Sich überwältigen lassen von einer fremden, negativen Energie. Ich habe es wieder ganz krass erlebt, als ich das überwunden hatte: das wichtigste im Leben eines Menschen ist das Bei-sich-selbst-bleiben. In diesem Zustand kann Dir eigentlich gar nichts Schlimmes passieren. Und das ist übrigens auch die Kernidee des Buddhismus.

    • @Hog1951
      Ich verstehe Ihren Wunsch nach konkreten Vorschlägen sehr gut. Die gibt es auch.
      Aber: Es macht überhaupt keinen Sinn solche Vorschläge, Algorithmen etc. zu unterbreiten, solange die Akzeptanzbereitschaft dafür nicht existiert.
      Überspitzt und ohne hochmütig sein zu wollen:
      Ich kann jemandem gerne erklären, wie man einen Hindernisparcours erfolgreich bewältigt – das nützt aber gerade mal überhaupt nichts, wenn der Betreffende wahlweise noch nicht mal freihändig stehen kann; nur 1 Bein hat oder gar keine; zu bequem ist das dafür nötige Training zu absolvieren; zu alt, um den dafür notwendigen Ehrgeiz zu entwickeln; zu jung, um die nötige Geduld zu haben; zu konditioniert, indoktriniert, um sich für Gegenteiliges offen zu halten; die Angst nicht besiegt wurde, die einen die unvermeidlichen Risiken scheuen lässt – und dergleichen mehr.

      Im Allgemeinen wird ständig an einer ‚Lösung‘ gebastelt bzw. nach dieser gerufen, die sozusagen einen massenkompatibel verbindlichen Systementwurf darstellt – sei es als neues Geldmodell, sei es als Sozialwesen, sei es als Staatsform oder etwa eine Weltrettungsformel – die aber allesamt zur Voraussetzung hätten, dass eine gewaltige Mehrheit entstünde, die hier an einem Strang zieht und sich nicht zersplittern lässt – Utopie, siehe oben.

      Bevor nicht die oben angeführten massiven Einschränkungen von einer kritischen Masse an Individuen erfolgreich abgelegt wurden, macht keine Idee zum Thema (und sei sie theoretisch noch so richtig und wünschenswert) Sinn!

      Sie führten Sarah Wagenknecht an und die propagierte Sammlungsbewegung.
      Ja wieviele Sammlungsbewegungen (letztlich politische Parteienbildungen) soll es denn noch geben?
      War nicht die Linke selbst so eine?
      Waren nicht die Grünen dereinst so eine??
      Waren nicht Greenpeace, Occupy, Amnesty etc.pp mal solche?
      UND? Wo stehen die heute alle? Was bewirken sie genau im ursprünglich propagierten Anliegen?
      Richtig: NICHTS. Die Bilanz ist verheerend – Berge kreißten und gebaren tote Mäuse.
      Die kleinen Scheinerfölglein, die gerne in sFeld für die eigene Effektivität geführt werden, sind – mit Verlaub – Lachnummern gemessen an deren eigenen Anspruch.
      Das soll nicht das ehrenhafte Engagement vieler dabei lächerlich machen oder diskreditieren!
      Es soll aber klar machen, dass ein System mit den Mitteln des Systems, oder geduldet innerhalb dessen auf bescheidenem Niveau, nicht dazu geeignet ist das System zu verändern.

      Die AfD ist entstanden wie weiland die NSDAP, weil sich die Linken nicht einigen konnten – damals die Kommunisten und die SPD, heute die Linke in sich (Wagenknecht muss sich ja der Stutenbissigkeit von Kipping erwehren und steht auf der Abschussliste; die SPD war wieder mal zu blöde, spätestens seit Ypsilanti, das einzig Erfolgversprechende zu tun!) – und jetzt soll es eine ’neue‘ Linke richten???
      Never ever.
      Ich war über 15 Jahre politisch aktiv – in der Gemeinde, im Kreis und bei den MdBs – ich weiß also ganz genau, wie die Herrschaften ticken.
      99% dessen, was getan werden KÖNNTE(!) wird ignoriert, boykottiert, ja, sabotiert, weil es die Partei’räson‘, Lobbyinteressen, Korruption oder schlichter Karriereneid u.ä. verhindern!
      Nein danke.

      Wer auf die große Sammelbewegung, die Mobilisierung der Massen wartet, wartet im Grunde auf den Crash, denn erst der wird die Massen bewegen.
      Aber dann wird es zu spät sein, weil dann keiner mehr zuhören wird, wenn da jemand seine Ideen vortragen möchte… 😉

      Ich kann auf einem sinkenden Schiff jede Menge Ventile verstellen, mehr oder weniger Dampf machen, neue Ziele annavigieren, Routen ausbaldowern, ja, das Ruder sogar komplett herum reißen! – was nützt das, wenn der ‚Kahn‘, vulgo das System absäuft?

      Damit etwas wirklich Neues Platz bekommt, muss das Alte vom Platz verschwinden.
      Dieses System ist nicht zu reformieren, zu sanieren, zu retten.
      Was wir hier erleben ist die Agonie dieses Systems, ersichtlich an exponentiellen Spitzen, die überall sprießen wie der vietnamesische Folterbambus.
      Kaum einer hat das je erlebt und deshalb reicht die Vorstellungskraft der meisten nicht aus fr eine derartige Beurteilung der Lage.
      Und nur deshalb sind sie mit Reförmchen, Prozentpünktchen als Placebomedizin ruhig zu stellen, anstatt in veritable Panik zu verfallen.
      Auf der Titanic soll ja bis zur letztmöglichen Minute im Salon noch der Tee gereicht worden sein 🙂
      Die Gerüchte um den bevorstehenden Untergang wurden von den ‚Unsterblichen‘ mit einem lächelnden Schlürfer aus dem Meissener Porzellan weg gegurgelt.
      Da haben auch die Ärmsten an Bord zuerst verstanden, was Sache ist und eine Öffnung der für sie verschlossenen Türen zum Oberdeck verlangt.
      Achja, geheizt wurde auch bis zum Schluss – noch ne Schippe Kohle und noch eine, auch wenn sich nichts mehr bewegt, außer nach unten.
      Der heizende Malocher ist stolz, dass er das Manometer am Anschlag hält und der Kapitän oben freut sich, dass die gewaltigen PS rumoren und das Schiff kraftvoll zittert – in völliger Verkennung der Realität.

      Dann lassen Sie da mal ein Ständchen aufbauen mit Flyern und Ausrufer herum gehen die für vernünftige Rettungsboote plädieren und eine Sammelaktion starten, um zukünftig bessere Rettungsboote gebaut zu bekommen!
      So ungefähr ist die aktuelle Situation solcher Sammlungsideen…

      @Kristana
      Danke!

  4. Ich tue mich zunehmend schwerer mit dieser ganzen Links-Rechts-Rhetorik. Früher hätte ich mich links verordnet, damals, als „links“ noch für Frieden, Gerechtigkeit, Umweltschutz,… kurzum, für aus meiner Sicht ethische Werte stand. Heute stelle ich augenreibend fest, dass es sowas wie „Antideutsche“ bei den Linken gibt, und das ist so ziemlich das Abgedrehteste, das ich mir vorstellen kann (Ken Jebsen hatte diese Absurdität sehr schön kommentiert – ich meine, in der letzten MMM-Folge).

    Die Texte von Frau Bonath empfinde ich häufig als aggressiv, ja, regelrecht als „antideutsch“, sind „wir“ doch eigentlich an allem schuld. Jeder, der sich ggf. davor fürchtet, dass die Lebenssituation sich deutlich verschlechtern könnte, wenn Millionen von Menschen hierherkommen, ist gleich ein „Rechter“ und es werden Vergleiche mit „damals“ gezogen. Das finde ich unfair. Menschen in Not muss geholfen werden, das steht fest. Aber ist es sinnvoll (für beide Seiten), Menschen die nicht vor Krieg fliehen, sondern sich verständlicherweise ein wirtschaftlich besseres Leben wünschen, alle in Deutschland (Europa) unterzubringen? Rico Albrecht (Wissensmanufaktur) hat es vorgerechnet: Die Kosten für eine Unterbringung und Versorgung in Deutschland übersteigen ein Vielfaches die Kosten für eine Hilfe oder Unterstützung vor Ort.

    Ich bin gespannt, wie toll wir es in absehbarer Zeit finden, wenn u. a. Krankenkassenbeiträge drastisch ansteigen werden – oh bitte, das ist keine Übertreibung, das liegt einfach sowas von offensichtlich auf der Hand… oder habe ich nur noch nicht verstanden, wie die Kosten für Millionen Menschen, die auch ärztliche Hilfe benötigen, selbst aber naturgemäß nicht in die Kassen einzahlen (können), finanziert werden sollen?

    Was daran ist also so toll, wenn man Menschen millionenfach entwurzelt? Jetzt mag man wieder darüber streiten, ob es eine deutsche Kultur gäbe, die zerstört werden kann. Jemand hier hat ja auch trefflich nur die negativen Aspekte aufgeführt (ganz im Sinne der Antideutschen), das finde ich schade und macht mich auch wütend. Dass es in Deutschland nicht nur pöbelnde, besoffene Fußballfans und RTL-Gucker gibt, zeigt sich doch u. a. auch in diesem Forum, wo viele bereichernde und erhellende Überlegungen dargelegt werden. Im Gegenzug könnte man nun auch die durchaus vorhandenen negativen Aspekte der fremden Kultur aufzeigen (mir reicht da schon die Behandlung von Frauen), aber was soll das bringen?

    So langsam nervt mich im Übrigen auch, dass alles, was Deutsche tun oder lassen oder sagen, in irgendeiner Weise immer und immer wieder mit unserer „Schuld“ in Verbindung gebracht wird. Merkt eigentlich niemand, wie niederdrückend das ist? „Wie, du muckst auf? Nix da, du trägst große, große Schuld, zurück auf den Boden mit dir!“ Ich habe mich jetzt bestimmt als Antisemit, Querfrontler, Rechtsaußen (ja sicher…) oder was weiß ich qualifiziert, oder? DAS genau meine ich … Mittlerweile sind mir diese Schubladen alle zu eng.

    Es ist schrecklich, furchtbar und unerträglich, was passiert ist und immer noch passiert, aber ist es ein Relativieren, wenn ich gleichzeitig vorsichtig nachfrage, was eigentlich mit der Schuld der Amerikaner ist, die sich als die „wesenhaft Guten“ (Mausfeld) aufblasen? Ein ganzes Volk vernichtet, als einzige auf diesem Planeten Atombomben zur Vernichtung der Zivilbevölkerung in zwei japanischen Städten abgeworfen – ohne Not, der Krieg war bereits zu Ende…. Von den zahllosen weiteren Mordskriegen will ich jetzt hier gar nicht erst anfangen. Wieso gehen eigentlich die Amerikaner nicht in Sack und Asche? Ich will nichts relativieren, aber so richtig verstehen kann ich das nicht.

    Ich wehre mich einfach, wenn immer das Kollektiv bemüht wird. „Wir“ (also wir Deutsche) haben Waffen geliefert? Häh? Also ICH nicht, ich habe auch in keiner Weise davon profitiert. Was ist eigentlich dagegen einzuwenden, diejenigen, die tatsächlich an den Waffenlieferungen und -exporten verdient haben, die Rüstungsindustrie nämlich, dann auch für die Finanzierung der damit verbunden Kosten heranzuziehen? Und nicht den Steuerzahler, der das NICHT zu vertreten hat. Damit wäre ich absolut einverstanden, auch wenn es die deutsche Rüstungsindustrie betrifft.

    Man erkläre mir doch bitte, wie ich persönlich etwas dagegen tun kann, dass weiterhin Rüstungsgüter in Deutschland hergestellt und dann in Krisengebiete exportiert werden. Demos? Ja genau, die haben ja schon immer was bewirkt, es sei exemplarisch an Demos und Petitionen in Millionenstärke gegen Glyphosat und Monsanto erinnert.

    So, und zu guter Letzt noch ein Lacher, gefunden im Handelsblatt zur diesjährigen Davos-Veranstaltung:
    Es geht um George Soros, den „Philanthropen“ (sic!):

    Zitat: „Der Philanthrop schleuderte noch einen viel schlimmeren Vorwurf hinterher: Die sozialen Medien würden Einfluss darauf nehmen, wie die Menschen denken und sich verhalten, ohne dass sich letztere dessen überhaupt bewusst seien. „Das hat gravierende negative Auswirkungen auf Demokratien, vor allem aber auf die Integrität von Wahlen“, so Soros, der mit seiner Open Society Foundations dafür kämpft, die freiheitliche Grundordnung weltweit zu verteidigen.“ Zitat Ende

    Das ist doch mal wirklich zum Brüllen, oder? Also ich habe gelacht.

    • Was ist denn mit Ihnen los? Mal ein ganzer Text ohne veganen Inhalt – hab ich da etwas überlesen, brauche ich eine neue Brille?

      Einfach stark, unterschreibe ich zu 100%! Danke!

    • Vielen Dank für die Blumen 😉

      Auch wenn Veganismus mein Herzensthema ist, bedeutet das nicht, dass ich dermaßen eindimensional unterwegs wäre. Dann wäre ich vermutlich nieeeee hierher gekommen 😉

      Ich habe nur einfach nicht die Zeit, mich hier häufiger einzubringen, aber wenn es mir unter den Nägeln brennt, mache ich das….

      Grüße
      Heike

    • Moin, Vegan4Life, es bedarf schon einiger Verrenkungen, die Antideutschen als Linke oder Fraktion der Linken zu begreifen. Hervorgegangen aus den Ueberbleibseln der K-Gruppen der 70er Jahre, begannen sie die damalige Position der Unterstuetzung der Palästinenser zu revidieren und kamen so „naturgemäss“ zur anderen Seite. Heute wird aber nicht nur Antisemitismus verurteilt, sondern der Zionismus wird mit allen Konsequenzen verteidigt. Das geht dann so weit, dass man z.B. keine Kritik an den USA äussern darf, weil damit eine Kritik impliziert wird an juedischen Geldhäusern.
      M.M.n. ein typischer Fall von Einflussnahme des Hegemons in das links/rechts Schema in Deutschland.

    • Die Zuordnung der sog. „Antideutschen“ ist eh nicht eindeutig; es ist mir auch relativ egal, ob die rechts, links, grün oder sonstwas sind und ich kann mir ebenfalls vorstellen, dass die Truppe vom – wie Sie schreiben – Hegemon gewollt und bezahlt ist.

      Wo auch immer dieses Phänomen herkommt – es gibt ja zahlreiche belegte Episoden, wie diese unerträgliche Julia Schramm (links verortet), die nun, wie passend, als Fachreferentin für Hate Speech bei der Amadeo-Antonio-Stiftung tätig ist, und so „wunderbare Scherze“ per Twitter losgelassen hat, wie:
      „Sauerkraut, Kartoffelbrei – Bomber Harris, Feuer frei“

      Oder die grundweg alle Deutschen als Täter bezeichnete, die keinerlei Mitleid verdienten, wenn es sie dann mal selbst traf („Deutsche Täter sind keine Opfer“). Ach ja, und die Ereignisse in Köln, Sylvester 2015, wurden ja auch „von Rechtsextremen gezielt aufgebauscht und forciert“…

      Nein, für derartige Entgleisungen habe ich exakt Null Verständnis. Das ist eine Haltung, die ich so gar nicht nachvollziehen kann und gelegentlich habe ich beim Lesen der Texte von Frau Bonath das unangenehme Gefühl, sie sympathisiere mit derartigen Ansichten (wenn ich mich irre, bitte ich bereits jetzt um Entschuldigung). Aber gleich der einleitende Satz hat mich aufgeregt: „Morgens sehe ich bleiche Gesichter, die artig zur Arbeit hetzen. Gehorsam schieben sie Überstunden, damit ihr Ausbeuter noch mehr Mehrwert von ihrer Arbeitskraft in seine eigene Tasche abzweigen kann.“ – Die Adjektive „artig“ und „gehorsam“ sind in diesem Kontext eindeutig abwertend zu verstehen, so als seien alle Menschen, die noch Arbeit haben und dieser nachgehen, kriechendes Gewürm … Auch die generalisierende Verunglimpfung von Arbeitgebern als „Ausbeuter“ passt mir nicht. Natürlich gibt es solche, aber doch um Himmels Willen nicht ALLE! Wollen wir jetzt jeden kleinen Unternehmer, der 4, 5 Angestellte hat, als Ausbeuter sehen? Echt jetzt?

      Und noch mal zu unserer Vergangenheit: Ich erinnere mich, dass wir in meiner Schulzeit in jedem Unterrichtsfach, wo es nur irgendwie hineinpasste, mit dem Holocaust und dem Dritten Reich konfrontiert wurden (Geschichte, Deutsch, Religion, Ethik, Kunst …). Ich habe keinen Fernseher, aber jüngst habe ich per Zufall eine Fernsehzeitschrift in die Hände bekommen und war einigermaßen entsetzt, dass auf dem Kanal ZDF Neo buchstäblich den ganzen Tag lang nichts anderes lief als Sendungen und Dokus zum Dritten Reich und zu Hitler. Ja, geht’s noch? Wenn das keine Hirnwäsche ist, weiß ich auch nicht. Sind wir jetzt für alle Zeit verdammt, mit gesenktem Haupt durch unser Leben zu gehen, oder was? Wir wundern uns, dass hier niemand auf die Straße geht? Also mich wundert das nicht. Den meisten ist doch in die Köpfe gehämmert worden, dass wir überhaupt kein Recht haben, irgendetwas zu verlangen, wir doch nicht, wir sind das „böse Volk“ schlechthin (habe ich gerade „Volk“ gesagt? Oh je, geht gar nicht…).

      Wir müssen immer noch Buße tun, alles irgendwie wieder gut machen – geht ja sowieso nicht – und uns bitteschön alles, wirklich alles gefallen lassen, Asche auf unser Haupt. Nee, das sehe ich nicht ein, und ich weigere mich, mich schlecht zu fühlen, nur weil ich Deutsche bin. Für Nationalismus habe ich nichts übrig, für Patriotismus in gewissen Grenzen schon. Warum sollte man sich nicht über erbrachte Leistungen freuen dürfen und sich mit seinem Heimatland (wieder so ein verbotenes Wort) verbunden fühlen? Das ist natürlich! Und nur ganz nebenbei: Es ist auch Rassismus, wenn man die „anderen“ nicht, wie üblich abwertet, sondern über die Maßen aufwertet, das ist nämlich genauso falsch, und es hilft auch in keiner Weise, unsere „Schuld“ abzutragen, wenn wir große Transparente mit der Aufschrift „Welcome“ vor uns hertragen und unkritisch und in kindlicher Naivität meinen, dass nur nette Leute kommen… Das ist nicht mit der Realität kompatibel, aber das ist vielleicht nur meine Sicht der Dinge.

    • Liebe Vegan4Life! Ich kann mich da auch zum ersten mal und erstaunlicherweise 100% mit unknown74 solidarisieren in einem dicken Lob für diesen klärenden Text! Bravo! Sie können den Teil immer wieder so wunderbar aufdröseln und schön ordentlich vom Kopf auf die Füße stellen, der mir immer noch zusätzlich wild im Hinterkopf schwirrt. Da sind Sie hier ein wahrer Formulierungsjuwel!

    • Wie weit die Antideutschen mit ihren Verhetzungen gehen, ist mir für immer ins Gedächtnis gebrannt mit diesen beiden ihrer Parolen: „Deutschland verrecke“! und „Bomber Harris, do it again!! Wieso hat das eigentlich keinerlei juristische Konsquenzen gehabt? Oder hat es das?

    • Ein großartiger Beitrag, Heike, Sie sprechen mir aus der Seele.
      Die Autorin ist offenbar nicht fähig zu sehen, daß es genau das ist, was sie selbst ständig tut: zu versuchen, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben.
      Ein erster Schritt wäre es, mal alle Titel, die man so geschrieben hat, auf sich selbst und auf sein eigenes Handeln und Denken zu beziehen: spalten und hetzen, neue Fronten aufbauen, Kampf und Krieg. Und immer – IMMER – sind es die anderen. Nicht friedensfördernd; ganz im Gegenteil. Bin mal gespannt, wie lange KenFm einem dermaßen zerrissenen und in pubertärer Dauerrebellion feststeckenden Geist noch als Forum zur Verfügung stehen möchte. Nicht gut für Euch!!!! Nicht gut für die Ziele von KenFM, so wie ich sie verstanden habe. (Aber vielleicht irre ich mich ja da…)
      @ unknow 74: Sie drücken es treffen aus: Keine Weiterentwicklung.

      „Es wird daher entscheidend darauf ankommen, nicht einfach bestimmte gesellschaftliche Gruppen oder Institutionen zu attackieren, sondern aufzuzeigen, daß ihre Einstellung und ihre Verhaltensweisen ein Wertesystem widerspiegeln, welches unserer gesamten Kultur zugrunde liegt und inzwischen überholt ist.“
      Fritjof Capra, Wendezeit, Seite 30; (Krise und Wandlung)

    • Oh vielen Dank an Ahimsa und Rayo – mit so deutlichem Zuspruch hätte ich wirklich nicht gerechnet, ich hatte, im Gegenteil, länger überlegt, ob ich den Text überhaupt einstellen sollte, zumal ich wenig Lust auf Konfrontation habe, auf die ich jedoch mehr als gefasst war – Freu freu 🙂

      Ich kann zwar die Ängste und Frustrationsgefühle von Frau Bonath durchaus nachempfinden, bin aber eben nicht damit einverstanden, die Ursache dafür bei „uns“ zu suchen. Die Ursache dafür liegt doch ganz woanders, und das wissen auch die meisten, wurde es doch schon viele Male hier rauf und runter dekliniert.

      Mich machen Texte wie dieser hier von Frau Bonat traurig, manchmal wecken sie Ängste, die ich nicht haben will. Angst ist ein beklemmendes, einengendes Gefühl, das das Handeln erschwert oder lähmt, das kenne ich aus eigener Erfahrung nur zu gut. Dabei ist Angst immer auf die Zukunft gerichtet, nie auf die Gegenwart, denn ich kann nur Angst vor etwas haben, das jetzt noch nicht eingetreten ist. Somit ist Angst ein irrationales Gefühl.

      Ich habe dazu mal einen schönen Satz gehört, den ich mir gemerkt habe und den ich mir vielleicht sogar aufschreibe und über den Schreibtisch hängen werde:

      F E A R = False Emotion Appearing Real (Furcht, Angst – Eine falsche Emotion, die echt erscheint)

  5. @ Kristana

    Dubai ist nun wahrlich nicht das beste Beispiel für Toleranz. Wer 4 Tage in der Woche auf der faulen Haut liegt weil die Sklaven der Dritten Welt für die Einheimischen arbeiten, der kann auch am Wochenende noch drei Tage zusätzliche Auszeit nehmen. Das fällt dann auch nicht mehr ins Gewicht…

    • Rautenkönig

      Weil ja bei uns die Herrschenden nicht auf der faulen Haut liegen und die Sklaven für sich schuften lassen? Das gibt sich doch nichts.
      Es ging um den dritten freien Tag, den man zur Auswahl hat. Und DEN können wir nunmal nicht bieten. Wir haben auch keine Automaten mit Essen u Trinken für Bedürftige, an denen die Wohlhabenderen sich nicht vergreifen. Ich wüsste auch nichts, von extra Sitzplätzen für Frauen (wenn die Männer stehen müssen) in öffentlichen Gebäuden und Nahverkehr. Bei uns zahlt auch nicht der Arbeitgeber allein die Krankenversicherung.
      Und es mag ja eine Art Kult dort sein und die Bewohner sind bestimmt auch indoktriniert. Aber die Liebe und Zuneigung in deren Augen, wenn sie von ihrem „Ruler“ sprechen, die erzeugt man nicht mit Druck u Zwang.

      Ich rede übrigens nicht von Katar, da war ich noch nicht.

  6. @ Kristiana

    Dubai ist nun wahrlich nicht das beste Beispiel für Toleranz. Wer 4 Tage in der Woche auf der faulen Haut liegt weil die Sklaven der Dritten Welt für die Einheimischen arbeiten, der kann auch am Wochenende noch drei Tage zusätzliche Auszeit nehmen. Das fällt dann auch nicht mehr ins Gewicht…

  7. **“Wann werde ich im Faschismus aufwachen? Ja, ich habe Angst vor dem drohenden Faschismus, in Deutschland und vielen anderen europäischen Staaten.“**

    Danke für den Lacher am Abend. Wer nach über 40 Jahren Leben im Faschismus noch nicht aufgewacht ist, was muß passieren damit er wach wird? Der Faschismus kommt nicht über nacht über uns, man wacht auf und Peng ist er da.

    Der Faschismus war nie weg in deutschland. Er hat nur eine Maske aufgesetzt. Offensichtlich haben die Visagisten gute, ganze Arbeit geleistet.

    Das ist wie mit dem Sklaven der nicht merkt das er einer ist – einen besseren kann man gar nicht kriegen.
    Oder wie mit der Reisefreiheit – was für ein Wort… – für den Mittellosen, der sich nicht mal ein Busticket für 3 Stationen leisten kann, aber seine Reisefreiheit genießt.

  8. Warum ich so allergisch auf die „Trolle“ reagiere?

    Weil sie immer aus ihren Löchern kommen, wenn Frau Bonath etwas schreibt. Immer! Und immer mit denselben Phrasen. In den Kommentaren kommen aber keine Argumente gegen den Inhalt des Geschriebenen, sondern immer nur Argumente gegen Frau Bonath. Sie ist ne LINKE und man kann sie einfach nicht leiden. Dann wird ihr Schwarz-sehen, Aggression und Hetze vorgeworfen. Niemand von diesen Angreifern geht darauf ein, was Frau Bonath erlebt hat und worüber sie schreibt.

    Wo bleiben denn Aussagen wie: Nein hier gibt es doch gar keine Rechten auf der Straße, die Sie anpöbeln könnten. Nein wir haben doch gar keinen Rechtsruck in D, weil…
    Nein, es droht doch gar kein Faschismus, weil…
    Nein, es gibt doch keine bleichen Gesichter, die zur Arbeit hetzen, weil…

    Solche Aussagen, mit Argumenten dahinter wären völlig ok.

    Und deshalb Trolle.

    • Manche Irrtümer sind so grundsätzlich, dass sie sich immer noch weiter in die Irre ausweiten. Frau Bonath wird nicht kritisiert, weil sie sich zu den „Linken“ zählt und die Kritiker/innen sind keine „Rechten“. Seien Sie doch alle einfach die Menschen, die sie wirklich sind, ohne irgendwelche verstandesmäßigen Zusätze. Damit würde man besser vorankommen zusammen in der Analyse und auch in Richtung einer heilenden Veränderung.

    • Kristana

      “ Sie ist ne LINKE und man kann sie einfach nicht leiden. “

      Nicht ganz, sie ist ne Linke und entwickelt sich einfach nicht weiter, das ist das grundsätzliche Problem, aber das kann sie nur mit sich selbst ausmachen. Ob das jetzt mit LINKS zu tun hat, stelle ich mal so in den Raum, ich denke, eher nicht.

      Ich zittiere mal von oben einen minimalen Ausschnitt:

      „…misshandelt, niemals von Polizeibeamten krankenhausreif geschlagen und nicht…“

      Dieses Trauma, dieses Nichtverarbeiten von Ursache und Wirkung setzt sich bis heute klar erkennbar fort.

      Weiter oben im Text:

      „Ich weiß es: Der Täter war Sohn hochrangiger deutscher Polizeibeamter.“

      (er war vor allem und in erster Linie Sohn und Blut ist definitiv dicker als Wasser – aber es war der Sohn hochrangiger deutscher Polizeibeamten – als ob das bessere Menschen wären – sei’s drum) und in ihren inhaltlich äußerst schlechten Ausarbeitungen zu Oury Jalloh in Dessau bei denen man den Eindruck bekommt, es geht lediglich darum, irgend einen Uniformträger an die Wand zu stellen, egal warum, hauptsache er hat eine Uniform an und steht an der Wand (um endlich abdrücken zu können, um in hängen zu sehen?).

      Niemand wird in Deutschland – aus heiterem Himmel – von der Polizei krankenhausreif geschlagen. Niemand!
      (Auch nicht Frau Bonath in jüngeren Jahren!!!)

      Das sie sich nicht weiter entwickelt und das Prinzip von Ursache, Wirkung, Standpunkt (d.h. Blickwinkel, Position) nicht verinnerlicht, ist definitiv nicht das Problem ihrer Leser.

    • …und was das aus den Löcher kriechen der Trolle angeht – entschuldigung – ich habe die Tagesdosis vorhin erst Lesen können. Ich hatte gestern direkt nach dem Veröffentlichen schlicht und ergreifend keine Zeit, meiner Trollarbeit nachzugehen 🙂

      Außerdem bin ich der bisher einzige von der Autorin hier so betitulierte Troll. Alles andere sind dann wohl nur Möchtegerntrolle? 😉

    • Unknow

      Sie hab ich auch nicht gemeint!!! SIE argumentieren doch.

      Ja man ist traumatisiert, wenn man mal mit der vollen Wucht der Staatsgewalt zu tun hatte. Und natürlich merkt man das dann den Menschen an. Wär ja en Ding, wenn nicht.
      Aber in einem Punkt muss ich Ihnen leider widersprechen; DOCH man wird grundlos (oder ist Zunge rausstrecken ein Grund einem 16jährigen im Hof aufzulauern und zu zweit drauflos zu gehen) zusammen- geschlagen. Wir beide hatten doch diese Diskussion schon. Haben Sie gedacht, meine Abneigung kam einfach eines Tages so angeflogen. Einfach mal so bin ich morgens aufgewacht und hab beschlossen blau-silber abzulehnen???

    • Naja, ich bin doch aber (bisher) der einzige mit offizieller Trollerlaubnis 🙂

      Sicher, dass zwei ausgewachsene und fertig ausgebildete Polizisten in einem Hinterhof einem Minderjährigen auflauern, um ihn wegen Zunge rausstrecken zusammen zu schlagen? Auch in dem Fall ist Blut ganz sicher dicker als Wasser, aber fragen Sie doch einfach nun nach Jahren einfach nochmal nach. Vielleicht ist ja die Geheimhaltungsfrist bei ihrem Sohn (?) in zwischen abgelaufen und man kann im Nachgang über die Storry einfach nur lachen? (auch wenn Gewalt zweifellos nicht zum Lachen ist!)

    • Unknow 🙂

      LEIDER ganz sicher! Nein nicht mein Sohn. Mein bester Kumpel, ich war selbst erst 16 und bin feige abgehauen. Wenn er dann am nächsten Tag im Krankenhaus liegt, soll ich ihm unterstellen, er hätte sich, nachdem die Jungs weg waren, alle Verletzungen selbst zugefügt?
      Außerdem hab ich Ihnen doch erzählt, dass mein Cousin ein Kollege war. Und nachdem er selbst Opfer geworden war, kam er mit mehreren solchen Geschichten raus. 🙁

      Bitte – nehmen Sie einmal, als Linker verkleidet (nicht vermummt), an einer Anti-System-Demo teil. Dann sehen sie die Situation von einer ganz anderen Seite. Den Mut dazu hab ich heute mit über 50 nicht mehr. Und das hat Gründe!

    • Was gab’s in den Anfang-80igern für Gründe? Wackersdorf, Startbahn-West, Nato-Doppelbeschluss, um mal die großen zu nennen, die mir da so spontan einfallen?

      Und, das alles ist knapp 40 Jahre her wenn ich richtig gerechnet habe.

      Es gibt in JEDER Berufsgruppe schwarze Schafe, und sei es der Feuerwehrmann der selbst den Brand legt – ist deswegen der gesamte Berufsstand erklärtes Feindbild? Wäre dies in irgendeiner Art und Weise gerechtfertigt? Sind alle Ausländer schlecht, weil einer ein minderjähriges Mädchen im Streit ersticht? Sind alle Unternehmer menschenverachtende Neoliberalisten? Sind alle Veganer Scheiße, nur weil einer Weidezäune heraus reißt? Ist jeder Pole ein Dieb?

      Ich will’s keinesfalls relativieren oder schön schreiben, aber ich weiß durchaus, dass die wenigen schwarzen Schafe dem jeweiligen Berufsstand wesentlich mehr schaden, als das der größte Teil der vernünftigen Leute das jemals wieder wett machen könnten. Tut mir leid.

    • …nur ums klar zu stellen – der Rest lief über privaten Kontakt – zum Zusammenschlagen des 16jährigen „einfach so aufgrund Zunge rausstrecken“ gab es (wie erwartet) eine Vorgeschichte, die Zunge rausstrecken sicher auch beinhaltet aber DEFINITIV NICHT Grund oder Auslöser für die Aktion war.

      Trotzdem zweifellos nicht das Mittel der Wahl, jemanden durch Gewalt ins Krankenhaus zu befördern.

      Trotzdem bleibt auch nach dieser Storry der Grundsatz bestehen:

      „Niemand wird in Deutschland – aus heiterem Himmel – von der Polizei krankenhausreif geschlagen. Niemand!
      (Auch nicht Frau Bonath in jüngeren Jahren!!!)“

  9. Gloucester

    Zuerst mal muss ich was klar stellen. Ich bin keine „klassische“ Linke. Will keine DDR zurück und bin auch mit vielem, was Links propagiert nicht ganz einverstanden. Für mich ist es nur im momentanen System das kleinste Übel.
    Und sorry, wenn mein Text Lücken hat. Bisher waren es nur einzelne Ideen. Das ist das erste mal, dass ich es versuche zu strukturieren und zu Papier zu bringen.

    Meine ganze Vision funktioniert aber nur, wenn wir die Schere aus unseren Köpfen kriegen. Voraussetzung für das alles ist ein Erkenntnisgewinn, den die Menschheit erstmal haben muss. Dafür brauchen wir ehrliche Wissenschaftler, noch ehrlichere Medien und ein anderes Bildungssystem. Uns muss so vieles klar werden.
    Geben ist seeliger, als nehmen – Jeder Gewinner erzeugt 1000 Verlierer – Gedanken erschaffen die Realität (Quantenphysik, seit Heisenberg belegt).

    So ein System kann man den Menschen auch nicht „aufdrücken“. Das muss im Grunde jeder selbst wollen. Durch Einsicht in die wahren Zusammenhänge und Folgen seines Handelns.

    Die Vision:
    Grundsätzlich und oberste Prämisse für alles Handeln ist das Gemeinwohl. Also nicht marktkonforme Demokratie, sondern demokratiekonformer Markt. Und weit über Kant’s kategorischen Imperativ hinaus. Tue nichts, was du dir nicht selbst antun, oder antun lassen wollen würdest. Oder kurz: liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

    Keine Regierung im klassischen Sinne. Direkte Demokratie mit von der Bevölkerung gewählten „Besten ihres Fachs“ als ein Art Ältestenrat statt Ministerien. Die Fähigkeit dafür ist nachzuweisen. Beispiel Gesundheitssystem: Ärzte, die nachweislich geheilt haben, mit welcher Methode auch immer, und von zufriedenen Patienten zur Wahl vorgeschlagen werden. Diese Spezialisten arbeiten die jeweiligen Regeln für die Gemeinschaft aus und tragen sie dann detailliert vor. Danach Volksabstimmungen.
    Keine Lobbyisten, keine Parteispenden, kein Fraktionszwang.
    Maximale Dauer eines Ältestenrates 2 Jahre (Danke an Benjamin für die Idee).

    Das Geldsystem – nach der Theorie/Methode von Silvio Gesell (Das Wunder von Wörgl, zeit.de/2010/52/Woergl).
    Geld muss ungültig werden, damit es nicht gehortet und der Gemeinschaft entzogen werden kann. Außerdem muss Geld wieder als Mittel zum Zweck eingesetzt und darf nicht als Ware gehandelt werden. Banken für die Gemeinschaft, ohne Anspruch auf Gewinne. Unternehmensbeteiligungen (Aktien) im wirklichen Sinne, nur mit voller Verantwortung des Aktionärs für das Unternehmen, auch bei Verlusten muss mitgehaftet werden.

    Steuern:
    Sehr vereinfachte Steuergesetzgebung (Deutschland hat die komplizierteste Steuergesetzgebung überhaupt). Arbeit darf nicht höher besteuert werden, als Kapital und die Gewinne aus diesem. Reichensteuer ab 1 Mio Vermögen, Steuerfreiheit unter 20.000 p.a. Bei Erbschaften moderate Erbschaftssteuer mit der Auflage, die Arbeitsplätze zu erhaltne, sonst 50% Erbschaftssteuer.
    Bei Steuerflucht und Vermeidung, Entzug der Staatsangehörigkeit bzw. des Gewerbescheins.

    Arbeit:
    Hohe Löhne für Berufe, die dem Gemeinwohl dienen; Gesundheitsbereich, Müllabfuhr, Altenpflege, Feuerwehr etc. Keine Leiharbeit, keine Niedriglöhne; und Lohnobergrenzen mit dem Faktor 100 vom niedrigsten (2000,- brutto mtl) zum höchsten (200.000 brutto mtl) Lohn für die Volksvertreter in den Ältestenräten.

    Geopolitik:
    Keine Vereinigten Staaten von Europa. Handelsgemeinschaft nach alter EWG. Keine Zentralregierung in Brüssel mit unbeschränkter Macht. Austritt aus der Nato.
    Keine Freihandelsabkommen, die andere Länder schädigen und deren Markt zerstören.

    Privatisierungen:
    Die Grundbedürfnisse der Gemeinschaft dürfen nicht privatisiert werden. Wasser, Strom, Wohnung, Bildung, Recht (Gefängnisse, Polizei), Infrastruktur.

    Ökologie:
    Gesunde Nahrung, keine Massentierhaltung, keine Umweltgifte.

    Sonstiges:
    Bundeswehr abschaffen nach dem Beispiel von Costa Rica. Oder als Zugeständnis an die Ängstlichen, eine reine BundesWEHR zur Verteidigung, ohne Auslandseinsätze.

    Keine Bullshit-Gesetze mehr, die der Erziehung der Bevölkerung dienen. Beispiel: jeder Gastronom soll selbst entscheiden können, ob er eine Raucher- oder Nichtraucherlokalität wünscht.

    Keine Zulassung für Großkonzerne – Fusion Bayer/Monsanto. Marktmacht vermeiden.

    Und zum Thema Individualisten: Jeder tut, was er am besten kann und am liebsten macht zum Wohle aller anderen. Persönliche Freiheit absolut, solang keinem anderen damit geschadet wird.
    „Freiheit ist nicht, zu tun was ich will, sondern zu lassen, was ich nicht will!“

    *

    Soweit erstmal. Da sind noch etliche Details in meinem Kopf, das würde aber zu weit führen.
    Jetzt zu der Frage wie wir das alte System überwinden. Ich höre schon fpdcb stöhnen, der muss sich das ja ständig von mir anhören. 🙂

    UMDENKEN! In ganz vielen Bereichen. Brauche ich das größere Auto, als der Nachbar? Ist Besitz wirklich befriedigend, oder macht er eher unfrei? Ist es wirklich cool, böse zu sein?

    HINTERFRAGEN! Wieso werden Massenmörder „die Großen“ genannt (Alexander, Karl).

    SELBST DENKEN! Wer profitiert von diesem oder jenem Verbot/Gesetz/Krieg.

    VERSTEHEN! Dass Neid, Gier und Hass nicht nur den anderen Menschen, sondern vor allem einem selbst schadet.

    Wie oben schon genannt, andere Prämissen fürs Leben. Aber um mal detailliert zu werden:
    Amazon kann nur Steuern hinterziehen, wenn es Umsatz macht. Also Konsumverhalten verändern.
    Kinder anders erziehen, von Wettbewerb zu Solidarität und vor allem angstfrei. Das Muster von Gehorsam und Belohnung muss unbedingt durchbrochen werden. Ohne Gehorsam gäbe es ganz viele Gräuel auf dieser Welt nicht (Milgram Experiment, Arno Gruen).
    Das eigene Verhalten überdenken. Die Mitarbeiterin des Jobcenters MUSS den HartzIVler nicht dissen.
    Solidarität ist ganz wichtig. Wenn niemand mehr zu Hungerlöhnen arbeiten geht, MUSS der Arbeitgeber andere Löhne zahlen.

    Im Grunde ist es wie bei der Ehefrau, die rumheult, weil der Mann fremdgeht. Aber sie bleibt und heult. Er kann das also nur mit ihr machen, weil sie es zulässt.
    Wenn ein Arbeitnehmer genau wüsste, dass die Gemeinschaft für ihn da ist, kann der Arbeitgeber ihn nicht mehr erpressen.
    Nicht sich einreden lassen, dass es erstrebenswert ist, sich zu erniedrigen (Dschungelcamp) oder körperlich kaputt zu machen (Leistungssportler, moderne Gladiatoren).
    Wirkliche Leistungen bejubeln (Entdeckung des Penicillin), statt Pseudostars.

    Das alles bitte ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
    WIR sind die 99%!
    Det muss doch machbar sein!

    • Liebe Kristana,

      das ist ja ein guter Anfang, würde ich sagen. 🙂

      Aus meiner Sicht gibt es (mindestens) zwei ganz große Fragen für so einen wirklichen Systemwechsel:

      1. Wie soll man sich gegen die zu erwartenden Frontalangriffe des Imperiums bei einem neuen Geldsystem zur Wehr setzen – militärisch, wirtschaftlich, etc.?

      Mein Vorschlag: Sich mit Frankreich (und anderen europäischen Ländern?) als Atommacht verbünden – im Sinne eines gemeinsamen Staates. Alleine geht es m.E. nicht, Deutschland kann sich nicht alleine verteidigen.

      Ein neues Zahlungssystem entwickeln, ohne SWIFT, ohne BIZ, etc.

      2. Wie wird die Rohstoffversorgung (v.a. mit Öl) sichergestellt?

      Mein Vorschlag: Verträge mit Russland. Wir bezahlen mit unserer neuen Währung. Und Russland profitiert auch, weil wir aus der NATO aussteigen.

    • Kristana
      Bis, sagen wir, 2005, als wir bei Referendum die EU nicht wollten, hatten wir in den Niederländen eine Regierung die sich interessierte für durchschnitt Bürger, ohne all die Änderungen die sie vorschlagen.
      Seitdem ging es immer mehr Bergab.
      Natürlich, es begann viel früher, schon 1993 beschloss Wim Kok später der Euro zu nehmen, ohne dass er eine blasse Ahnung hatte über die Folgen.
      Damals wurde Niemand etwas gefragt, auch das Parlement nicht.

    • Moin, Kristana, die Forderungen hören sich gut an, jedoch ist die entscheidenere Frage: wie durchsetzen? Es nutz doch der Hinweis nicht, dass wir 99% sind. Die Rudersklaven auf einer Galeere waren möglicherweise auch soviele.
      „Voraussetzung für das alles ist ein Erkenntnisgewinn, den die Menschheit erstmal haben muss. Dafür brauchen wir ehrliche Wissenschaftler, noch ehrlichere Medien und ein anderes Bildungssystem. Uns muss so vieles klar werden.“
      Wie soll der Erkenntnisgewinn herbeigefuehrt werden? Ich halte die „Hebel“ ehrliche Wissenschaftler, ehrliche Medien und ein anderes Bildungssystem zwar fuer lesenswert, aber wie soll das erreicht werden? Alle Wissenschaftler durchlaufen doch ersteinmal ein Reihe von Prozessen, in denen sie sich „bewähren“ muessen. Am Ende steht dann das Produkt, das Systemkonform alles verteidigt, was fuer das System von Nöten ist.
      Solange Medien in der Hand der Mächtigen sind, wird nur allerkleinste Kritik zugelassen.
      Die Bolognakonferenz hat gezeigt, in welche Richtung man unsere Bildungsziele schieben will.
      Nein, Kristana, wir muessen schon konkreter werden! Ich hatte gestern geschrieben, dass Wagenknecht eine Sammlungsbewegung initiieren will. Das mag vielleicht nicht ausreichen, ist jedoch im Moment EINE Möglichkeit. Vor allem ist es eine Möglichkeit des organisierten Widerstandes. Mit einer losen Sammlung von Forderungen werden wir wohl keinen Blumentopf gewinnen.

    • Hog1951

      Wie durchsetzen? Jedenfalls klappt es nicht mit Demos und dem klassischen Widerstand. Wenn Demos was bringen würden, hätten wir keinen ESM und auch keine Atomkraftwerke (nur mal so als Beispiel).

      Wenn Demos nichts bringen und wählen nichts bringt, müssen wir einen neuen Weg ausdenken. Deshalb mein Vorschlag des Umdenkens und Aushungerns des Systems. Ich weiß, das wird anstrengend und man muss seinen Lebensstil ändern. Das ist hart. Aber vor die Wand fahren mit der ganzen Geschichte und den großen Crash in Kauf nehmen, ist doch noch härter.

    • Guten Morgen Benjamin 🙂

      Jo, gegen den Angriff des Imperiums, der dann folgen würde, hab ich noch keine wirkliche Idee. Aber ne Atommacht zur Abschreckung? Man kann nur mit etwas drohen, was man im Zweifel auch wahr machen würde.

      Russland als Schutzmacht, ich glaub das ist momentan ne gute Idee. Und damit wäre auch die Energieversorgungsfrage geregelt. Wir sind eh Brudervölker und haben eine ähnliche Mentalität, das würde gut klappen. Zumal die Russen uns (eigtl unverständlicherweise) Deutsche mögen.

      Mit dem Zahlungsverkehr bin ich ja total reaktionär. 🙂 Bargeld! Ein paar Sparkassen und VR-Banken-Genossenschaften und gut is.

  10. Ach Frau Bonath, ich fühle mich ertappt. Denn auch ich, ich wage es kaum zuzugeben, hetze jeden Morgen artig in die Arbeit, noch ganz bleich im Gesicht vom morgendlichen Aufstehen. Und dann mache ich tatsächlich noch dazu mal die eine oder andere Überstunde, damit der Mehrwert meines Arbeitgebers passt. Abends tratsche ich dann ab und an ein bisschen. Und ich gebe zu, manchmal wär mir fast zum Schreien. Weil das Abendland in Gefahr ist. Und das Morgenland. Und der Rest der Welt. Das weiss ich sehr genau. Auch dank einiger sehr mutigen Menschen wie beispielweise KenFm. Und weil ich so früh aufstehe, erlaube ich mir zum Ausgleich, häufig andere zu fördern, die mutiger und konsequenter leben als ich. Ab morgen gibt’s endlich den Dauerauftrag für KenFm.
    Trotz der Veröffentlichung Ihres Beitrags, den ich erschreckend aggressiv, blind pauschalierend und undifferenziert ideologisch finde.

  11. Sehr geehte Frau Bonath,

    ihre Bitterkeit erinnert mich sehr stark an meinen Schwager in der Ost-Ukraine.

    Auch in Deutschland sind Staatszersetzungs-Experten am Werk.
    Ich gehe davon aus, dass das meiste was in Deutschland passiert von
    Geheimdiensten, NGOs, Stiftungen, Vereinen, Parteien, usw insziniert wird,
    auch der Polizeihubschrauber mit den passenden Gerüchten und die Demo
    in der Südpfalz. Für diese Leute ist das das kleine 1×1.

    Dass junge Männer die gefährlichste Spezies auf diesem Planeten ist, ist eine Binsenweisheit.

    Lassen Sie sich nicht verbittern! M.f.G, Thomas Erler

    • Yup, da sind Experten am Werk.
      Das Ziel: Aufgeregtheit, Polarisierung, Aufruhr, ein massives Gegeneinander.
      Damit wir mit uns beschäftigt sind und nicht bemerken, was wirklich abläuft?

      Thema Geheimdienste: Warum nochmal war es vor Jahren nicht möglich ein Verbotsverfahren gegen die NPD durchzusetzen?!!
      Genau, weil sich rausstellte dass die Hälfte ihrer Mitglieder auf der Payroll des Verfassungsschutzes stand. Fand ich skandalös, aber damals glaubte ich noch naiv, es gehe dabei ausschliesslich um die Weitergabe von Informationen…

  12. Moin, Frau Bonath, etwas traurig und niedergeschlagen vielleicht, aber trotzdem muss es doch irgendwie machbar sein, dieses verdammte System zu ueberwinden. Auch wenn ich nicht in allem mit Ihnen uebereinstimme, was die Faschisierung angeht, so denke ich zum Beisiel, dass die Herrschenden es NOCH nicht nötig haben auf das letzte Mittel zurueckgreifen zu muessen, es läuft ja noch ganz passabel, wenn auch holprig mit dem Parlamentarismus. Doch das ist im Moment wohl nicht die Hauptfrage, sondern „Was (ist zu) Tun?“
    Ich las von S. Wagenknecht, dass sie eine Sammlungsbewegung der linken Menschen fordert von linken Sozis ueber Gruene bis zur Linkenpartei (links von Kipping). Ist das eine Möglichkeit aus dieser Starre herauszukommen?
    Wir sind in der Situation, dass uns unser Gegner haushoch ueberlegen ist. Er hat es geschafft die Gesellschaft zu balkanisieren. Es stehen heute ‚zig Gruppen gegeneinander bzw. treten mit einzelnen Forderungen auf. Und der Gegner, sprich das Kapital freut sich. Hier bin ich auch Ihrer Meinung, dass das Kapital sich ueber die Konkurenz zwischen Obdachlosen, Hartz 4 Empfängern und eben Fluechtlingen die Hände reibt: rauf mit der Miete!
    Sie haben es geschafft mit dem rechts/links Begriff Verwirrung zu schaffen. Die KPD wurde prophylaktisch schon vor ca. einem ½ Jahrhundert verboten.
    Was wir brauchen ist vielleicht diese Idee von Wagenknecht, um dann diskutieren zu können, welche Schritte unternommen werden muessen.
    Ich las neulich in einem Artikel ( von Ploppa?), dass erst dann, wenn der Lehrer UND der Obdachlose erkannt haben, dass sie auf der gleichen Seite stehen in diesem System, dass dann erst Klassenbewusstsein entstehen kann.
    Dazu brauchen wir allerdings viele weitere scharfsinnige Kommentare!

  13. Ach, Menschenskinnas…
    Es ist ja nichts Schlechtes oder Verkehrtes daran, Ängste zu haben.
    Aber ziemlich oft lese ich hier in den Kommentaren und Artikeln die alte analytische Leier, wie vollkommen beschissen alles ist.

    Deshalb:
    Legt die Angst auch mal beiseite, wenn sie zu wirkmächtig im Denken wird.
    Lasst sie wenigstens einmal am Tag kurzzeitig los und konzentriert Euch ganz auf Eure Erfolge.
    Dies können die unterschiedlichsten Dinge sein…

    Ein Gespräch, mit dem man einen Mitmenschen zum (positiven) Nachdenken anregen konnte.
    Ein Bild, das Ihr gemalt habt und welches Euch Freude beim Ansehen bringt.
    Eine gute Note, die Ihr mit Fleiß erarbeitet habt.
    Ein sportlicher Erfolg.
    Ein Kind, das man zum Lachen gebracht hat.
    Eine gute Tat, eine Hilfe, ein Mutmachen, eine erfolgreiche Reparatur…

    Etwas, das Ihr allein oder mit anderen erreicht habt… das es nicht gäbe ohne DICH.
    Sucht danach — und werdet fündig, denn jeder Einzelne von uns hat schon Schönes geleistet, dessen man sich gern erinnert.
    Belohnt Euch dafür, indem Ihr dessen gedenkt.
    Vielleicht ergibt sich dadurch eine Möglichkeit, diese Erfolge zu wiederholen oder fortzuführen.

    Macht einen Cut, denkt quer, verweigert Euch, sperrt das Chaos aus und macht Euch dadurch täglich ein paar gute Nachrichten selbst !

    Atmet die Angst mit tiefen Zügen aus, macht das Fenster auf und lasst sie wie einen schief sitzenden Furz entfleuchen : ]

    Und wenn Euch anschließend wieder danach ist, könnt Ihr auch gern wieder ängstlich sein, wenn Euch soviel daran liegt.
    Aber diese paar Minuten Auszeit davon sollten wir uns alle gönnen.

    Ich schreibe dies, weil ich komplett die Schnauze voll davon hatte, immer nur erneut zu verzweifeln und mir diese Taktik antrainiert habe, die mir tatsächlich manchmal hilft.
    Vielleicht hilft sie auch anderen, dann wäre dieser Text eine der Taten, an die ich mich später erinnern werde.

    Scheiß auf die gottverkackte angst ! (Ich schreib sie jetzt klein, so !)
    Macht nur süchtig und bringt nicht mal einen Kick, wenn sie nicht überwunden wird.

    • Liebe(r) Seven,

      wo sind Sie aufgewachsen?

      Hier in Dresden würde man sagen

      „Wahnsinnslachen“

      Es tat gerade so gut und war doch nicht lustig

      Ich habe gerade so schön gelacht

      Hier unterliege ich mit meinem „Bonbon“.

      Danke

      Das Fenster ist auf…

      Claudia Volke aus Dresden

    • Stimmt schon. Mir wäre es auch lieber die Kapelle spielt während ich mit dem untergehenden Schiff absaufe, als wenn ich nur Geschrei und Chaos hörte. Vielleicht könnte ich ja noch ein letztes kurzes Tänzchen zur Musik…

    • @ Claudia Volke:

      (r) !
      Ist das hier ein Wettbewerb ?
      Aufgewachsen unterm Rattenfänger.
      In Dresden war ich zweimal, beide Male waren ein Hauptgewinn.
      Laden Sie mich ein für ein drittes Mal : ]

      @ Graf Ordnung:

      So war es nicht gemeint und das wissen Sie auch.
      Es wird Zeit, ein Bißchen Kraft zu schöpfen aus Erfolgen, die genauso vorhanden sind wie Mißerfolge.
      Wenn wir immer nur darüber reden, was alles den Bach runtergeht, wird’s schnell ein Fluss.
      Ich sehe keinen Grund, positivien Pragmatismus in dieser stinkenden Brühe zu ertränken.
      Nicht alle von uns stecken den Kopf so tief in den Arsch wie Sie.
      Weder für das eine noch das andere sollte eine Verurteilung erfolgen, oder ?!

    • Und ein piep piep piep wir haben uns alle lieb Allergie, und eine Realitätsverweigerungsallergie, und eine Politikerallergie, und eine Dummheitallergie, und eine Euphemismusallergie.

      Ach gottchen, ich stelle gerade fest das ich Multiallergen bin – kein Wunder in der heutigen Zeit bei den ganzen Allergenen die so durch die Luft fliegen…

    • Das alles ist schrecklich und ich bitte vielmals um Entschuldigung für meinen positiven Ansatz.
      Es wird nicht nochmal vorkommen : ]
      Aus lauter negativer Solidarität verzichte ich selbstverständlich auf jegliche Süssigkeit.
      Alles ist scheisse und so gehört es sich auch.
      Das hätte ich von Anfang an erkennen müssen.
      Amen.

  14. MACH KEIN‘ SCHEISS!

    Das hört sich ja fast wie Selbstmordabsicht an. Bitte nicht! Wir brauchen Ihre scharfsinnigen Beiträge!

    Was Ihre persönlichen Erlebnisse betrifft, so kann ich schwer mithalten. Ich bin nicht als Kind mißhandelt worden, sexuelle Bedrängnis kenne ich auch nicht. Dennoch, auch ich war schon in Situationen, wo ich dachte: Besser tot. Aber ist nicht besser, es sei denn, man ist z.B. todkrank und kann so Qualen abkürzen.

    „Ich bin kein Psychiater,“ Ich auch nicht. Aber ich habe den Eindruck, daß Sie sich das Leben zu schwer machen, vielleicht durch Ihre tägliche Sicht der Dinge, die in Ihrem Umfeld vielleicht auch nicht so toll sind. Keine Ahnung. Winterblues?

    Aber denken Sie mal über das Folgende nach: Wenn Sie sich einer Menge von Aufgebrachten gegenüber sehen und dieser Menge Konter geben, bekommen Sie den Gegendruck der Gruppe. Mit Ihrem Konter – selbst wenn Sie Recht haben – befinden Sie sich bereits in einer Kampfsituation mit eingeschränkter Hirnfunktion. Bei gutem Überlegen hätten Sie besser die Schnauze gehalten, denn durch Ihren Konter haben Sie garantiert nichts Positives erreicht, im Gegenteil, jetzt hat sich die Gruppenmeinung befestigt. Der Gegendruck ist dann meistens genauso hirneingeschränkt („zieh doch ’ne Burka an!“), wie Ihr Konter es war. Ich für meinen Teil habe gelernt, nichts ist so nutzlos in einem Streit, wie Recht haben. (Gilt auch für die Ehe)

    Warum sind diese Leute denn so? Jeden Tag werden sie von der BILD gehirngewaschen und das soll mit einem Konter, einer Wahrheit beseitigt werden? Kann doch nicht klappen. Steter Tropfen höhlt den Stein!

    Ich will damit nicht sagen, daß man gegen Idioten nicht mit einer Demo auf die Straße gehen soll. Man muß sich nur klar darüber sein, daß die Demo bei den Idioten nur den Haß steigert – das muß man halt in dieser Situation hinnehmen, denn es geht dann nur darum, daß man sich an die Anderen wendet, wo die Gehirnwäsche noch nicht so weit ist, daß es kein Zweifeln mehr gibt.

    In meinem Umfeld, ob Sportverein, früher auch bei der Arbeit, oder sonst ein geselliges Ereignis, bin auch ich ständig von Leuten umgeben, die gehirngewaschen sind. Wenn ich denen meine konträre Ansicht der Dinge entgegenhielte, bekäme ich ständig selber Konter. Wir würden uns Parolen entgegenschleudern. Sinnlos.

    Ich habe hier manchmal mit den Valenciano-Sprachtaliban (Geistesverwandte der katalanischen Separatistas) zu tun. In meinem engeren Bekanntenkreis herrscht die Auffassung: „Mit denen kannst Du nicht reden!“ Stimmt auch, bei denen fällt sofort ’ne Jalousie, Hass in den Augen, Fanatismus. Da kann man sich jetzt anschreien, aus dem Sportverein ausscheiden und und und. Oder erst mal den Mund halten und Situationen abwarten, in denen man Zweifel streuen kann. Dauert lange (deren Gehirnwäsche ist ja auch nicht an einem Tag passiert), ist nicht einfach und ich bin auch nur Mensch und halte mich nicht immer konsequent an meine guten Vorsätze. Aber fängt an zu wirken – elendig langsam.

    Ich bin (aus Prinzip) nicht auf Facebook, aber meine Frau verteilt manchmal Kommentare von Sahra Wagenknecht. Sie ist erstaunt, wer alle von ihren facebook-„Freunden“ das weiterverteilt. Die Frau rennt ja auch nicht in jede Talk-Show und schreit: „Hoch die internationale Solidarität!“. Sie nimmt sich gelassen und kühl die Argumente und Tatsachenverdrehungen der anderen Teilnehmer vor und seziert diese. Dadurch hat sie eine ungeheure Wirkung, davon kann man nur lernen. In dem sie den Leuten z.B. die Vermögenssteuer zu Kohls Zeiten entgegenhält, weckt sie schon Zweifel an den Argumenten der anderen Parteien. Das wirkt. Natürlich hat man die Leute so nicht gleich für die sozialistische Revolution gewonnen, das geht auch nicht so schnell. (Nebenbei: Besser wäre, sie würde sich an entsprechender Stelle klar dafür aussprechen, was man ihr natürlich in jeder Talk-Show dann entgegenschreien würde. Auf solche Angriffe darf man nicht reinfallen und schade, daß SW sich nicht klar dazu äußert. Würde meine Zweifel beseitigen.)

    Also bitte, machen Sie weiter, Sie wissen doch, wer nicht kämpft, hat schon verloren. Aber klug kämpfen – nicht in einen Parolenwettbewerb mit den Idioten treten. Und ja, alleine kommt man aus dem Wahnsinn nicht raus, aber lesen Sie doch die Kommentare hier, so alleine sind Sie nicht, denn es gibt viel mehr Leute, die nur lesen, aber nicht kommentieren! Oder: Das Glas ist halbvoll!

    • Ein schöner Kommentar – Sie haben sicher nicht Unrecht. Hoffen wir mal, dass uns noch genug Zeit bleibt für diesen elend langsamen Veränderungsprozess.

  15. Bitte keine Nazipanik. Frau Bonath tut gerade so als ob hier in Bälde wieder die Jungs und Mädels, schön völkisch imprägniert im Stechschritt durch die Gassen stampfen. Ehrlich gesagt bin ich auch kein Freund von Angst. Ein übermäßiges Zulassen von Angst blockiert nur. (… die dunkle Seite der Macht sie ist.)
    Was ich langsam auch nicht mehr akzeptiere ist das permanente pars pro totum für Waffenexporte und ähnlicher schmutziger Dinge zu sein. Immer die Büsergewandnummer. Vom Morgen bis zum Abend, täglich und regelmäßig. Ich liebe dieses Format und ich habe hier viel gelernt. Habe Vorträge von Ganser und Co besucht und ich nütze inzwischen jede Gelegenheit um die Dinge, die vielen Menschen verborgen bleiben anzusprechen. Die Gründe für diesen Wahnsinn in unserer Welt ziehen auch mich runter, aber irgendwie geht es immer weiter. Ich treffe bereits viele „Aufgewachte“ und denen, die sich nicht wecken lassen wollen kann ich auch nicht helfen. Ich bin in der letzten Zeit so vielen auf den Sack gegangen und habe erkannt, dass es das einzige ist was ich tun kann. Aufgrund meines Jobs muss ich manchmal aufpassen. Trotzdem hänge ich Büchertips ans Infobrett und weise Schüler auf Alternativmedien hin. Ich akzeptiere rechts und links, denn das schlimmste ist diese Teilung in irgendwelche Lager. Lassen wir doch mal irgendwelche Ideologien weg und versuchen uns vom Informierten zum Wissenden zu wandeln. Ich streite auch ganz offen mit meinen Kollegen und muss erkennen dass auch sie vom System verschluckt worden sind. Das ist teilweise sehr frustrierend. Hier kann man keine Revolutionen erwarten. Aber darüber zu reden ist schon die halbe Miete. Ganser empfahl neulich auch eine gelegentliche Medienabstinenz, denn die dauerhaften schlechten Nachrichten wirken sich auch auf das Gemüt aus. Vielleicht wäre das auch für Frau Bonath gut. Es ist schon schlimm genug jeden Tag mit dieser Scheiße konfrontiert zu sein. Man kann sie nicht immer ausblenden, aber man kann sie sich zwischen durch auch mal fern halten.

    • Ich schrieb es hier mehrfach, so lange Deutschland nicht seine eigene Geschichte schreibt, schreiben kann, oder Auteure wie Schulze-Rhonoff unmittelbar als Verbrecher bezeichet werden, so lange wird es nicht möglich sein in Deutschland eine vernüftige Politik zu führen.
      Dasselbe gilt übrigens fûr die EU.
      Und ihre Büchertipps, sind dabei A J P Taylor und Charles A Beard, Werner Maser, oder Bogdan Musial, Wolfgang J. Mommsen, Patrick J. Buchanan und John Charmley ?

    • Lieber Tizian, das ist ein ganz wunderbarer Kommentar von Ihnen. Hab ich dreimal gelesen. Genau so sehe ich es auch und genau so geht es mir auch, tagtäglich.
      Ich denke immer, wenn man weiss was ich weiss (nach tausenden Stunden Recherche), darf ich es mir nicht bequem machen, sondern muss – vorsichtig und respektvoll – versuchen, „aufzuwecken“. Auch wenn ich die Welt nicht retten werde, will ich wenigstens sagen können: ich habe nicht mitgemacht, ich habe mit meinen kleinen Mitteln versucht, es zu verhindern. Aber auch Daniele Ganser sagt: Man kann es nur denen mitteilen, die eine Bereitschaft haben, es zu hören.
      Und so tröste ich mich mittlerweile hiermit: Es ist ein grosses Geschenk, Dinge sehen zu dürfen, statt als Schaf… Der Preis: Man muss es aushalten. Meine Entscheidung ist ganz klar, ich nehme das Geschenk und zahle den Preis.

    • Die Zustände in dieser Gesellschaft sind der Giftstoff. Und sich nicht darüber auszutauschen heißt, Augen und Ohren zu. Aber im „nichts gewusst zu haben“ sind die Deutschen ja schon immer gut gewesen.

    • Werter Herr Alexander,

      das alles klingt für Sie naiv?

      Richtig?

      Ich möchte den Bonbon nicht selbst

      Ich möchte ihn verschenken…

      Versuchen Sie es mal…

      Nur für eine Lächeln…

      Liebe(r) AHIMSA

      Bitte nicht aufgeben!

      Wir verschließen nicht Augen und Ohren, lieber Herr Alexander

      Sonst währen wir nicht hier

      Möchten Sie einen Bonbon? Keine Provokation! Nur ein Friedensangebot.

      Claudia Volke aus Dresden

    • Frau Volke,

      gegen Bonbons ist ja nichts zu sagen, jedenfalls solange es nicht das Hauptnahrungsmittel für die Kinder wird. 🙂

      Aber was werfen Sie Frau Bonath vor? Womit heizt sie hier die Stimmung an? Habe ich nicht so gelesen.

  16. Liebe Frau Bonath,

    Ihr Artikel scheint gut

    scheint gut

    was ist Ihr Ziel?

    Mir fehlt das Ziel

    Traurige, graue Gesichter und Kinder mit zweifelhafter Zukunft

    Schenken Sie denen einen Bonbon!

    Im Ernst

    Schenken Sie denen einen Bonbon und bringen Sie sie zum Lachen

    Die aufgeheizte Menschenmasse bändigen?

    Sie Frau Bonath heizen auch mit Ihren Worten

    Ist Ihnen das bewusst?

    Sie haben Verantwortung

    Ist Ihnen das bewusst?

    Sie sind müde vom ewigen Konkurrenzkampf?

    Nein, das sind Sie nicht. Sie sind stark!

    Sie laufen an Kindern vorbei und fragen sich, ob diese stark sein werden?

    Sie laufen schneller?

    Wie wäre es mit einem Bonbon?

    Ich gebe Ihnen hiermit einen.

    Einen, der so schön knistert, wenn man ihn aufmacht.

    Claudia Volke aus Dresden

    • Frau Volke, Sie wollen nichts verstehen. Dann ist das eben so. Lutschen Sie Ihre Bonbons, während die Welt den Bach runter geht. Wohl bekomm´s.

    • Was nützt ist eine gute Analyse.
      Ohne Analyse können Probleme nicht gelöst werden.
      Solsjenytsyn wusste das sehr Gut ’nie Fakten ändern wollen‘.
      Das Problem ist oft das mann die Fakten nicht sehen will, oder kann.
      Das deutsche Problem mit Israel ist ein gutes Beispiel.
      Israel muss geliebt werden wegen der Holocaust, anderseits, auch Deutsche sehen wie Israel die Palestinenser fast so behandelt wie Hitler die Juden.

    • Und selbst beim NSU interessiert es niemanden so wirklich, obwohl jedem, der sich nur 5 Minuten mit dem Thema auseinandersetzt, klar sein muss, wie hier gelogen wird. Lieber machen wir nochmal 5 Jahre weiter mit dem Prozess um Beate Zschäpe, dann wird bestimmt alles ganz akribisch aufgeklärt – bis auf die wichtigen Dinge eben…

  17. In meinem Alter, mit sehr begrenzte Lebenserwartung, habe ich wenig Angst für mich selbst.
    Was ich fürchte, jetzt, Krieg gegen Russland, zusammenbrechen des Euro und Dollar System, das weiter vernichten der Versorgungsstaat, und das sinken der Löhne, mit Job Unsicherheit.
    EU und USA, das Verschwinden der National Staates, mit Euro, halte ich dafür verantwortlich.
    Und Leute wie Merkel, Juncker, Timmermans, und was Europäische Elite genannt wird, eine Elite die immer ängstlicher wird durch Populismus.

    Faschismus, ich sehe nur immer mehr Widerstand gegen das Verschwinden der national Staaten, die die Schwachen schützen konnten.
    Was daran falsch ist, sein Land, und dessen Kultur, behalten zu wollen, ich verstehe es nicht.

    Was ich für meine Enkelkinder fürchte das sie eine Minderheit sind in eigenem Land, demografische Berechnungen zeigen das in 30 oder 40 Jahre 40% der Europäische Bevölkerung Moslim ist, auch wenn die Migration jetzt völlig stoppt.
    Sarrazin beschrieb das schon:
    Thilo Sarrazin, ‚Europa braucht den Euro nicht, Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise geführt hat‘, 2012 München

    Zemmour spricht offen aus im französischen Fernsehen das er Bürgerkrieg erwartet, mit anschliessend Deportation.
    Eric Zemmour, ‚Le Suicide Francais‘, 2014 Paris

    Auch der Niederländische Professor Scheffer fürchtet die Folgen der Migration ‚wie lange tolerieren wir Intoleranz ?‘.
    Paul Scheffer, ‚Die Eingewanderten, Toleranz in einer grensenlosen Welt, München 2008 (Het land van aankomst, 2007)

    Die Situation jetzt erinnert mich an USA Zivil Krieg, Civil War, für das edle Motiv die Sklaven zu befreien, in wirklichkeit um die südliche Staaten zu vernichten, und billige Arbeiter fûr die nordliche Industrieën zu bekommen.
    Die Reichen der südlichen Staaten waren Kosmopoliten, ihre Kinder studierten in Europa.

    Vorwände sind nichts Neues, Verwirrung fangt damit an das die Vorwände zusammen brechen.

    • Pieter Kamp

      „Was daran falsch ist, sein Land, und dessen Kultur, behalten zu wollen, ich verstehe es nicht.“

      Wie kommen sie bloß auf so eine Idee? Niemand nimmt uns unser Land weg (das ist hier festgewachsen) und unsere Kultur, echt jetzt?, die zerstören wir doch schön selbst.
      Fuck ju Goethe, Dschungelcamp, Verklag mich doch, gesuchte Superstars…. WELCHE KULTUR?
      Geklonte Innenstädte mit Starbucks und McD, Orsay und Pimpkies… WELCHE KULTUR?
      Schnappi das Krokodil, Holz, Ententanz… WELCHE KULTUR?

      Samstags Straße kehren und Auto waschen? Mitm Kissen im Fenster hängen? Kinder verjagen, die Kirschen klauen? Diese Kultur braucht dagegen kein Mensch!

      Ich sehe aber mal so gar nichts islamisches in dieser „Kultur“. Wenn überhaupt, dann hat die USA unsere Kultur gekapert. Aber schon vor 60 Jahren.

      Und mal ganz davon abgesehen… Wir schauen auf die Araber und meinen, die wären intolerant? Scherz! Dubai hat am Wochenende DREI Tage zur Auswahl. Freitag/Samstag/Sonntag – damit alle Religionen sich aussuchen können, wann sie gern ihre freien Tage hätten. Ich wollt mal sehen was hier los wäre, wenn wir den Freitag zur Wahl stellen würden für die Moslems.

    • „demographische Berechnungen zeigen das in 30 oder 40 Jahre 40% der Europäische Bevölkerung Moslim ist, auch wenn die Migration jetzt völlig stoppt.“
      Das sind Fake-News!
      Wo haben Sie denn die Zahlen her?
      Oder ist das Ihre Schätzung?
      Den „Sarrazin“ können Sie wirklich stecken lassen. Wegen u.a. solchen Vögeln hat die SPD eine neoliberales Profil.
      Sein Geschwätz gegen Hartz 4 Leute und seine kruden Rassentheorien haben schon genug Schaden angerichtet.
      Um es mal ganz offen zu sagen: Für mich ist Sarrazin ein Brandstifter.

    • Kristana + schwarzistweiß:

      Vollste Zustimmung!

      Ganz ehrlich: WELCHE KULTUR kann in Deutschland schon noch großartig zerstört werden? OK, so ziemlich das Einzige, was mir einfällt, ist die im weltweiten Vergleich wohl im Großen und Ganzen einigermaßen akzeptable Behandlung von Frauen.

      Und da darf es natürlich auch keine Abstriche geben.

      Übrigens: Noch nicht mal mehr auf unsere Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit und Ordentlichkeit, usw. ist Verlass. Das kann die ganze Welt sehen, wenn sie in Deutschland mit dem Zug fährt. Oder wenn sie sich Großbaustellen wie den Flughafen BER oder S21 ansieht.

    • Benjamin

      Diese halbwegs akzeptable Behandlung von Frauen haben wir ja auch noch nicht soooo lange. Noch in den 60ern brauchten die Frauen die Erlaubnis des Mannes zum Arbeiten. Und in der Schweiz ist das Wahlrecht erst seit 1971 (unglaublich eigentlich) eingeführt. Wir sind also selbst dem reaktionärsten Saudi Arabien lediglich um ein paar Jahrzehnte voraus.

      Selbst ich durfte noch in den 80ern meinen Traumberuf Pilotin nicht lernen. Da hatten die Pakistanis schon ne weibliche Chefin. Und wir bekommen immernoch ca 20% weniger Lohn, als die Jungs. Daran sind wir aber leider auch ein bissi selbst schuld.

      Hihi… An den BER hatte ich auch gedacht. In der Zeit, bis das Ding aktiviert wird, hat der Erdogan 3 Flughäfen gebaut…

    • Liebe Kristana,

      da liegst Du falsch – ist bei Erdo genau das Gleiche in grün mit dem Flughafen:

      „Noch 2013 wurden die Kosten vom türkischen Transportminister auf 7 Mrd. Euro beziffert. Im Oktober 2015 waren die Schätzungen bereits auf 32 Mrd. Euro gestiegen.“

      Quelle:
      wikipedia.org/wiki/Neuer_Flughafen_Istanbul#Kosten

    • Benjamin

      Dankeschön!
      Ich dachte der Megaflughafen in Istanbul wäre längst fertig. Wo hab ich das blos gelesen? Ist er denn wenigstens in Betrieb?
      Übrigens…. Haste sie gesehen, die kleinen Liebestrolle. Die stürzen sich jedesmal auf Susan Bonath. 😉

    • Kristana.
      Der NATO Mann war Hoop Scheffer.
      Sie wissen anscheinend nicht, der Mann von einem NiederLändischen Untersuchung das er die Kollaboration mit USA für die Irak Krieg verursachte.
      Paul Scheffer arbeitet an eine Uni.
      Das sie die eigene Kultur nicht sehen können, schade.
      Sind sie Kultur-Marxist, „weg mit uns ?‘.
      Schon die Artikel hier bezeugen Deutsche Kultur, leider ist es bei uns dasselbe, unsere Kultur wird nicht (an)erkannt.
      Oder lesen die Die Achse des Guten.
      Selbst Anne Will, sehr einseitig, leider, ist besser als Niederländische vergleichbare Programme.
      Deutsches Wissen und Technik, am Spitze der Welt, noch.
      Dubai !
      Welche Industrieën hat das Ländchen ?
      Sie haben anscheinend keine Ahnung von Organisation, etwas worin Deutschen sehr gut sind.
      Eine meiner Kinder arbeitet in eine Multinationale Gesellschaft, die Deutschen sind die fähigsten in Organisation.
      Nie von SAP gehört, deutsch, fast alle Mutinationals benützen es ?
      Diese Multinational installiert neue Abrechensysteme in seine Geschäfte, Deutsche.
      Das einzige Land der Welt was Schrauben für grosse Schiffe machen kann, Deutschland.

      Schwarz,
      ich habe es nicht nachgerechnet, aber ein jeder kann sehen das die Migranten viel mehr Kinder zur Welt bringen als wir.
      Es kann sein das sie Sarrazin nicht lieben.
      Weil er Bücher schreibt die die Wahrheit ans Licht bringen ?
      Ich konnte inn seine Bücher keine Fehler finden, im Gegenteil, zum ersten Mal eine Erklärung wie die Derivaten Katastrophe entstand.
      Was seine Theorieën betrifft, googlen sie PISA, um zu sehen wie er Recht hat.

      Grosse Projekte, in Amsterdam die Metro von norden nach süden, wenn ich mich gut erinnere sieben Milliarden geplant, hat dreizig oder mehr gekostet, und kam viele Jahre später als geplant.
      Aber ich gebe zu, das Fiasko mit den deutschen Flughafen verstehe ich nicht.
      Oder war es ‚overengineering‘, was ein USA PKW Sachverständiger sagte von Mercedes, zu viele Technische Neuigkeiten ?
      Das Airco System nach unten, eine Brücke zu weit ?

    • Pieter…
      wo fang ich an.
      OK, erstmal mit dem positiven. Nein, ich denke nicht „weg mit uns“. Im Gegenteil, wenn man mich fragen würde, ob ich lieber in einem anderen Land geboren wäre: nein. Obwohl… ein bisschen mehr Sonne wär nicht schlecht.

      Wir waren mal führend in Wissenschaft und Technik (und für SAP hab ich sogar mal gearbeitet). Aber auch für BASF und die Deutsche Post. Deshalb kann ich Ihnen versichern, dass es NICHT die Ausländer sind, die unser Land schlechter gemacht haben.

      Die neoliberale Agenda, die NUR auf Profit schaut und vor Gier kaum etwas sieht, ist der Grund.
      Siemens Ingenieure klagen über das Controlling, weil sie keine anständigen Züge mehr bauen dürfen. Der Briefträger kommt nur noch jeden 3. Tag, weil er ein zutiefst unterbezahlter Zeitarbeiter ist und die Privatisierung der Post den ganzen Laden marode macht.
      Das sind nur 2 Beispiele von ganz vielen.

      Und zu PISA hab ich in unter dem Beitrag bei Ernst Wolff was geschrieben, aber ich wiederhole es gerne:

      „Die Erziehung sollte auf die Zerstörung des freien Willens ausgerichtet sein, so dass die Schüler nach dem Verlassen der Schule für den Rest ihres Lebens unfähig sein werden, anders zu denken oder zu handeln, als ihre Schulmeister es wünschen würden.
      ERNÄHRUNG, INJEKTIONEN und Bestimmungen werden von frühester Kindheit an in Kombination angewendet, um die von den Autoritäten gewünschte Art des Charakters und des Glaubens hervorzubringen; und jede ernsthafte Kritik an den herrschenden Mächten wird psychologisch unmöglich gemacht werden.
      Die Nazis waren in diesen Dingen wissenschaftlicher, als die gegenwärtigen russischen Herrscher, und sie waren den ABSCHEULICHKEITEN, DIE ICH IM SINN HABE, mehr zugetan.
      Wenn sie überlebt hätten, dann hätten sie sich sehr bald mit wissenschaftlicher Zeugung beschäftigt. Jede Nation, die sich diese Praxis zunutze macht, wird innerhalb einer Generation in die Position einer großen militärischen Überlegenheit gelangen.“ (Bertrand Russel, Impact of Science on Society S.50)

      Deswegen kämpfe ich gegen die neoliberale Agenda, wegen solcher Pläne zur Verdummung der Menschen. Und natürlich bin ich deshalb u.A. auch gegen die AfD. Die gehören nämlich mit zur neolib-Clique.

    • Bien étonnée de se trouver ensemble.
      Wer erfand Neoliberalismus, nicht Deutschland, ist meine Meinung.
      Das ist ‚made by USA‘.
      Ende 19ten Jahrhundert war Deutschland das meist soziale und demokratische Land, mit auch grosse Pressefreiheit.
      Im ersten Weltkrieg konnten deutsche Abgeordneten sich im Reichstag gegen den Krieg aussprechen, in England wurde man dafür verhaftet.
      Und AfD, für mich die einzige Partei die von Deutschland retten will, was noch zu retten ist, wie bei uns Forum für Demokratie, die Partei die besteht seit Oktober 2016, und jetzt 23.000 Mitglieder hat, weil die pro EU Parteien jede etwa 28.000 haben.
      AfD, auch die Partei die das Deutschland durch die Gewinner aufgezwungene Schuldgefühl beënden will.
      Warum kann nicht gesagt worden das im zweiten Weltkrieg die Deutschen am fähigsten kampften ?
      Lesen sie
      Milovan Djilas, ‘Gesprekken met Stalin’, George Urban, ‘Gesprek met Milovan Djilas’, Bloemendaal 1991 (Conversations with Stalin, Harcourt Brace Jovanovich, 1962)
      wie erstaunt Djilas war, als er in Auftrag Tito’s Verhandelte mit Deutchen, das es anständige Menschen waren.
      Djilas schreibt auch das die deutsche Gefangene sehr gefragt waren für arbeiten, sie arbeiten am besten.

    • Ob die Deutschen am fähigsten kämpften, kann ich nicht beurteilen.
      Das Ziel des Kampfes war jedenfalls keins, was ich teile – ganz im Gegenteil.
      Ich hab meinen Dienst bei der NVA ohne Waffe gemacht, weil ich nicht in den Knast wollte.
      Das war für mich unter anderem eine persönliche Schlussfolgerung der 2 Weltkriege.

      „AfD, auch die Partei die das Deutschland durch die Gewinner aufgezwungene Schuldgefühl beenden will.“
      Gab es die industriemäßigen Vernichtung der Juden etwa nicht?
      Ich fühle mich dafür nicht persönlich schuldig, denn damals lebte ich noch nicht.
      Aufgezwungen wird mir hier auch nichts! Das ist Bullshit. So etwas kann man gar nicht aufzwingen.
      Bei Ihnen scheint das nicht angekommen zu sein.
      Teile der AFD „ihrer Retter-Partei“ reden vom Schuldkult.
      Was soll der Scheiß. Es ist kein Kult wenn man an die Opfer der Kriege und an Verbrechen erinnert.
      Das das Handeln der Politik, von einigen Lichtblicken abgesehen, meist nur Symbolpolitik ist, finde ich viel verwerflicher.
      Die Lehren der Kriege wurden seit Adenauer nicht gezogen. –> Stichwort Wiederbewaffnung , Verfassungsbruch – Bundeswehr nur zur Verteidigung.

      Ich weis sehr wohl, dass viele Menschen in der Welt wissen, was passiert ist.
      In Asien bin ich etliche mal auf Hitler angesprochen worden.

      Ich war auch nicht unglücklich, als man mir auf einem Campingplatz in Norwegen die „niederländische Staatsbürgerschaft“ aus Versehen bei der Anmeldung eingetragen hatte.

    • „Und AfD, für mich die einzige Partei die von Deutschland retten will, was noch zu retten ist, wie bei uns Forum für Demokratie, die Partei die besteht seit Oktober 2016, und jetzt 23.000 Mitglieder hat, weil die pro EU Parteien jede etwa 28.000 haben.“
      Nur noch mal sicherheitshalber – meinten Sie Mitgliederzahlen der Parteien in Deutschland?
      Wenn ja – stimmen schon wieder Ihre Zahlen nicht.
      Eine Suche im Internet würde helfen.

      Afd: 28.000
      FDP: 60.000
      Grüne 62.000
      CSU: 142.000
      Linke: 61.000
      CDU: 427.500
      SPD: 440.000

      (Augsburger-Allgemeine: 01.10.2017)

    • schwarzistweiß: Pieter meinte hier die Mitgliederzahlen der niederländischen Parteien:

      Christen Democratisch Appel: 48.775
      Partij van de Arbeid: 46.162
      Volkspartij voor Vrijheid en Democratie: 26.497
      Democraten 66: 26.284
      Socialistische Partij: 39.550
      GroenLinks: ca. 26.000
      SGP: 30.122
      ChristenUnie: ca. 25.00
      Partij voor de Dieren: 12.866
      Weitere Parteien mit Mitgliederzahlen unter 10.000

      (Quelle: Wikipedia, Stand Anfang 2017)

  18. Danke für diesen guten Artikel. (Virtuell) zusammen fühlt man sich zumindest etwas weniger allein.

    Es werden sicher hier noch zahlreiche Kommentare folgen (u.a. von AfD-Trollen), die alles verharmlosen werden.

    Hier bei KenFM klingt öfter Optimismus an, weil man sich heute mit dem Internet und den alternativen Medien besser informieren könne als früher. Das ist schon richtig und ich persönlich bin dafür sehr dankbar. Allerdings denke ich, insgesamt wird das Wissen durch das Internet noch asymmetrischer verteilt. Intelligente Menschen werden intelligenter, Dumme werden dümmer. Und es ist einfach katastrophal, wenn in den MSM und auch in offiziellen Statistiken so viel gelogen und verdreht wird, dass man ihnen gar nicht mehr vertrauen kann. Dadurch wenden sich viele eben entweder gänzlich von den Medien ab – und man vertraut eher irgendwelchen Gerüchten wie im Artikel hier beschrieben – oder sie gehen irgendwelchen rechten Rattenfängern und Internetquellen auf den Leim.

    • Unsere AfD Trolle arbeiten subtiler. Pass auf, da kommt irgendwas in Richtung: „schlechte Schwingungen, negative Ausstrahlungen, linke Hetze, Gewalt…“
      Aber vielleicht verhindert mein post das ja jetzt. 🙂

    • Menschens Kinder ihr Zwei,
      hört doch bitte auf hier digi-bal Steine zu schmeißen.

      Das war schon bei dem Wimmer Artikel nicht schön anzusehen und zumindest Kristiana war vom Postingverhalten her, für mein Verständnis, von ihren so genannten „Trollen“ nicht zu unterscheiden.

      Das Kulturargument mit seinen Beispielen und dass wir einen etwaigen „Verfall“ schon selbst initiieren fand ich hingegen sehr gut. Nach der Kritik sollte man sich aber nicht zwei Posts später selbst an der Gesprächskultur vergehen und jedem anderen, der auch ein Recht auf eigene Meinung hat, präventiv die Trollkeule überbraten, sollte er sich nicht gedanklich im sehr eng gesteckten Rahmen bewegen, oder?!

      Frau Bonaths Artikel war nachvollziehbar und ich würde mir wünschen, dass sie mal Urlaub machte und von einem Sonnigen Strand aus schriebe. Wir brauchen Sie hier noch und es klingt so, als nähme sie ihr Umfeld sehr mit.

      Genug verharmlost und über schlechte Schwingungen gesprochen 😉

    • Lieber Piet Kamp, es war anders gemeint, als ich es verstanden habe.

      Machen wir doch nen Themenwechsel?

      Infoseiten, die mir sehr helfen mich zurecht zu finden:
      -nachdenkseiten.de
      -telepolis.de (zu 95% das Forum)
      -rubikon.news
      -rt.com und deutsch.rt.com
      -diese hier
      -mein Browser mit den aktuellen MSM Nachrichten (Süddeutsche, Bild, T-Online) – allerdings in letzter Zeit fast nur für Überschriften. Die Artikel sind mir zu oberflächlich und meist auch sehr suggestiv, so dass es mir zu anstrengend ist dort länger zu lesen
      – in letzter Zeit auch die Edittimeline von Wikipedia, da bekommt man viele Links und Anregungen zu aktuellen Themen, man muss nur die großen roten Zahlen suchen und schauen was gestrichen wird 😉
      – YouTube.com für einen Überblick was in den USA im Kongress und medial geschieht

      Freue mich über eure Erfahrungen und Links…

    • Jörn Brodersen

      Ich wüsste nicht, wo mein Kommunikationsstil nicht angemessen gewesen sein sollte. Welchen Post meintest Du?
      Außerdem ist bei manchen Themen – wie einer deutlichen Abgrenzung gegen Rechtsextreme – eindeutige Rhetorik durchaus angebracht, finde ich.

      Pieter Kamp

      Sie habe ich damit nicht gemeint, als ich von AfD-Trollen schrieb. Aber sie gibt es ganz eindeutig. Denn diese Leute schreiben immer nur zum Thema Migration oder lenken bei jedem Thema den Fokus immer auf Migration.

      Ihre Meinungen (von Ihnen persönlich, meine ich) sind mir auch oft zu rechts-konservativ, aber das ist etwas anderes. Das ist eben Ihre Meinung.

    • Hi Benjamin,
      ich bezog mich hier auf diesen Satz, der ja dann auch Kristana als Vorlage diente:

      „Es werden sicher hier noch zahlreiche Kommentare folgen (u.a. von AfD-Trollen), die alles verharmlosen werden.“

      Hier ist ohne Provokation die Verharmlosungstroll-Schublade, mal gucken wer sich reinsetzt?

      Das ist doch nicht fair dem freien Geist gegenüber.

      Dein Engagement für humanistische Werte in Ehren!

      Zurück zu den Onlinemedien…

    • Benjamin,
      welche Politik man will, das ist eine persönliche Sache.
      Ich bin Sozial-Demokrat.
      Aber innerhalb meines Land.
      Nicht für Griechen, Belgiër, Franzosen und Italiëner.

      Wie ein italiënischer Berater mich schon etwa 1974 sagte ‚es gibt nur eine Rettung für unser Land, wir verkaufen die Zivilbeambtner für was die kosten, und kaufen die zurück für was sie Wert sind‘.

      Wir sind viel in Frankreich, ein Land wo noch Raum ist.
      Ich habe keine Probleme mit Franzosen, aber ich habe keine Lust zu zahlen für ihre Ineffiziens.

      Belgier, die Affäre Dutroux wurde nie gelöst, sehr hohe Belgier waren beteiligt.
      Die Bande von Nijvel, es wird immer deutlicher das auch dabei sehr hohe Belgier beteiligt waren, es wird nie deutlich werden wer schuldig war, und wofür die viele brutale Môrde dienen sollten.

      Griechen, Steuern umgehen, das das ein Land nichts bringt verstehen sie noch immer nicht, auch das plaudern in Café’s nichts bringt.
      Ein grossartiges Land für Feriën.

  19. Frau Bonath, Sie sind nicht alleine. Jeder Satz könnte von mir stammen!

    Wohin fliehen? Gute Frage… Ich hab (ganz ernsthaft) Malta im Auge. Ich werde nicht warten, bis es zu spät ist und dort kann man von einer Minirente noch halbwegs leben.
    Ganz offensichtlich wiederholt sich die Geschichte. Kein Wunder, weil ja immernoch dieselben Mechanismen die Strippen ziehen und der Widerstand mit aller Macht unterdrückt und gespalten wird.

    Wenn man merkt, dass das Pferd tot ist – ABSTEIGEN!

    • Kristana,

      dann wünsche ich Dir alles Gute auf Malta! 🙂

      Für mich wird es so eine Fluchtoption aber wohl leider nicht geben mangels Einkommensquelle.

      Machen wir uns nichts vor: Wenn es wirklich richtig losgeht mit dem Faschismus bei uns, ist ein neuer großer Krieg definitiv nicht mehr weit. Und dann kann es überall auf diesem Planeten gefährlich werden.

    • Hallo Benjamin 🙂

      Ja wenns richtig knallt und weltweit Ärger gibt, dann bin ich wenigstens in der Sonne und muss nicht frieren.
      Vor dem großen Crash hab ich eigenartigerweise weniger Angst, als vor marodierenden Rechten. Und ich tauge einfach nicht zum Märtyrer.
      Malta ist ja auch nochn Steuerparadies, mit ner gigantisch riesigen US-Botschaft übrigens. Vielleicht lassen die Reichen das kleine Inselchen in Ruhe.

    • Kristina,
      warum so hasenfüßig?
      Wenn ich so sehe, was sie hier schreiben, passt es überhaupt nicht zu Ihnen, in ein Steuerparadies im Schutze einer US-Botschaft zu fliehen. 🙂

    • Hallo schwarz ist weiß 🙂

      Ich sag doch ich tauge nicht zum Märtyrer. Engagement jederzeit, aber auf weggesperrt hab ich mal so gar keinen Bock und mich würde es auch zerstören. Bin ein Freiheitsfreak. Und nutzen würde ich auch niemandem mehr. Ich bin schon mutig, aber ich bin kein Don Quichotte und keine Jeanne D’arc.

    • Ich sehe nicht so ganz, wer Sie ernsthaft abholen wollte? Wozu auch?
      Weil hier im Netz ein wenig gemeckert wird?
      Wem soll das so im Wege sein, dass er gleich Lager errichtet?
      Ich glaube, Sie nehmen sich mit Ihrer Meinung zu wichtig.
      Es läuft doch alles für das System.
      Sie wären gerne Sand im Getriebe. Mehr nicht, mehr sind wir alle nicht. Aber eigentlich nicht einmal das, weil wir untereinander null einig sind.
      Im Gegenteil.
      Für jede Schandtat findet sich eine Splittergruppe, die diese auch noch gutheißt und alle anderen, die in dem Thema nicht folgen, total ablehnt.

      Und muss niemand wegsperren.

    • Gloucester

      Tritt dem System wirksam auf die Füße und schwupps biste Gustl Mollath. 7 Jahre unschuldig in der Geschlossenen. Und er ist kein Einzelfall. Soviel zu HEUTIGEN Verhältnissen.

      Wir reden von der Zukunft, wenn Geschichte sich wiederholt, und im Moment sieht es ganz danach aus.
      Ich habs schon mal geschrieben; wenn die Juden gewusst hätten, was auf sie zukommt, hätten sie in Scharen vorher das Land verlassen. Aber wahrscheinlich waren damals auch schon Leute unterwegs, die meinten man solle sich nicht zu wichtig nehmen, so schlimm würde es schon nicht werden…

    • Am Ende taugen wohl die Wenigsten zum Märtyrer.
      Ich übrigens auch nicht.
      Ich glaube auch, das die Lage im Lande nicht besonders gut ist.
      Aussichtslos ist sie nicht.
      Übertreibungen, Verallgemeinerungen und einfache Antworten kommen ja bei vielen gut an – ist aber wenig hilfreich.
      Wenn man aber jeden Tag vom Finanzcrash und vom Weltkrieg erzählt, wird die Lage nicht besser.
      Natürlich kann alles passieren – aber das konnte es vor 40 Jahren auch.

      Diese Weltuntergangsstimmung hilft uns nicht. Sie lähmt!

    • Stimmt, aussichtslos ist die Lage nicht. Ich bin ja auch noch da und Frau Bonath auch! Wenn ich die Hoffnung schon gänzlich aufgegeben hätte, wär ich schon weg. Momentan sondiere ich noch. Alter Psychologen-Trick, sich das schlimmste vorstellen und einen Plan im Kopf haben. Dann hat man weniger Angst. 🙂 Hab mich schon zu oft und heftig mit dem System angelegt, um in dieser Richtung noch wirklich positiv zu denken. Zum Glück ist Politik nur ein kleiner Teil meines Lebens und ich zieh mich zwischendurch immer mal wieder für ein paar Tage oder Wochen zurück.

      Manchmal denke ich allerdings echt, es wäre leichter, man würde weniger wissen. Dann könnte man fröhlich in den Tag leben, sich von RTL berieseln lassen und würde sich nur über das schräg geparkte Auto des Nachbarn aufregen.

    • Wer wird denn im Augenblick konkret verfolgt?
      Nehmen wir mal die Maas-Zensur. Wen trifft das? Eher die Linken oder eher die Rechten?

      Frau Bonath kann hier doch publizieren, oder nicht?

      Wo kommt dann die Opferrolle her?

      Ich kann diese nicht sehen.

    • Kristana,

      man merkt einfach, Sie sind im Geiste mit Frau Bonath ein Arsch und eine Seele.

      Troll in einer besonderen Form, Sie nimmt keiner für voll! Aber das hatten wir in der Vergangenheit schon einmal.

      Einfach unverbesserlich!

    • Gloucester

      Man macht euch echt was vor! Uff…

      Die Maas Zensur hat geschafft, dass z.B. die World Socialist Webside von google und facebook bereits zensiert und nicht mehr angezeigt wird in den Suchergebnissen. Die Strafen für „hatespeech“ sind eklatant hoch. Aber ich sehe täglich in den Tagesthemen, wie über die AfD berichtet wird. Worüber man berichtet – und viel berichtet – DAS ist gewollt. Sonst würden wir jeden Abend Berichte über Friedensdemos und Ramstein sehen.

      Dieses Getue gegen Rechts ist auch Lügenpresse!!! Die spielen „über Bande“.
      Rechts, oder nennen wirs reaktionär-neoliberal (ein Widerspruch in sich eigentlich) ist IMMER der Kettenhund des Kapitals.
      Siehe Ukraine: für die Horden mit der Wolfsangel am Helm haben wir Geld, für die Linke in Griechenland gibts keinen Cent.

    • Dann erklären Sie doch mal bitte, was Links ist? Ganz konkret. Also jenseits vom Dagegensein.
      Wie wollen Sie konkret die Politik ändern, gestalten?
      Armee, Waffen, Lobby, Geheimgesellschaften…wie schaffen wir das denn ab? Wie soll es bitte gehen? Alle Produktionsmittel ins Staatshand?

      Wie sieht Ihr Staat aus, in dem Sie alle satt bekommen und genug produziert wird, damit sich das alles rechnet?

      Das kann ja auch Frau Bonath bisher nicht bieten:

      Wie sieht Ihre Vision aus? Ein internationaler Sozialismus ohne Gulag? Staaten und Nationen sind vermutlich zu doof für Linke, aber wie regelt man das dann im entgrenzten Raum, wo bleibt die Demokratie und Mitbestimmung dann?
      Wer macht das dann?
      Ich will konkrete Antworten und kein hilfloses und doch nur geliehenes und nie vertstandenes Marxismus-Leninismus-Vokabular, so eine billige Proletarierer-Prosa aus dem letzten Jahrtausend. Irgendwas mit Profitraten und all dem Gedöns, das doch keinen mehr hinterm Ofen vorlockt, weil es schon anno dazumal von keiner Sau verstanden wurde.
      Schön kompliziert, aber alle hatten nur einen Knoten im Kopf, man musste es halt Glauben.
      Und es endete wie mit jedem Glauben.

      Wie will Frau Bonath denn mit dem alten Hut genug Mitspieler rekrutieren, wenn Sie alle anderen immer nur doof findet, weil diese Ihr nicht mit offenen Armen entgegenstürmen?
      Vielleicht ist die Ware, die sie anzubieten hat, einfach nicht mehr unters Volk zu streuen.

      Vermutlich allein deshalb, eil einfach kein Wort dazu fällt, wie denn eine andere Gesellschaft, Politik, Wirtschaft aussehen soll. Alles im Nebel.

      Dann wird das für sie ein sehr kleines Aussteigerdorf. Ich vergaß, Sie baut ja auf die kampferfahrenen Flüchtlinge, die scharenweise zu Ihr überlaufen werden.

    • Ich bin sicher, dass Kristana für sich selbst antworten kann und vermutlich auch wird.

      Einen Punkt von Gloucester finde ich einigermaßen valide: Nämlich, dass es uns Linken (was auch immer das genau sein mag) gelingen muss, konkrete Lösungen zu beschreiben. Auch wenn diese naturgemäß immer etwas komplexer sind wie die der Rechten. Mit Hymne singen, Fahne grüßen und gemeinsam marschieren ist es eben leider nicht getan…

      Ich hätte Vorschläge zu so ziemlich allen denkbaren Themen, die auch ein revolutionäres Gesamtkonzept beschreiben. Leider habe ich bisher keinen Verleger für mein Manuskript dazu gefunden. Das kann man jetzt natürlich hämisch kommentieren, wenn man möchte. Ist mir egal.

      Auch bei KenFM Positionen würde ich mir mehr Diskussion um konkrete Lösungsmodelle wünschen – jeweils zu einem Themenkomplex wie z.B.: Geld- und Wirtschaftspolitik, Umweltpolitik, politisches System (Wahlrecht, Institutionen, etc.).

    • Gloucester

      Das sind 2 Fragen. 🙂 Wie sieht meine Vision aus. Das kann ich beantworten. Bei der 2. Frage – wie schaffen wir das denn ab – wirds schon schwieriger, aber machbar. Wird allerdings bestimmt ein längerer Text und ich hoffe, Sie haben die Fragen nicht rein zur Provokation gestellt.
      Ich geh mal schnell was essen und dann setz ich mich dran. 300 Anschläge in der Minute. Es sollte heute Abend noch machbar sein.

    • Malta,
      wo eine Journalistin brutal ermordet wurde, wo Ehen nicht entbunden werden kônnen, und ein Paradies um Steueren zu umgehen.
      Und ein sehr korruptes Land.

    • Ich bin absolut ernsthaft an Antworten interessiert, auch und gerade wenn diese u.U. nicht oder nocht nicht meine meinung abbilden, sofern es logische und nachvollziehbare Gedankengänge sind.
      Es spaltet sich ja schon beim Geldsystem die Kritiker. Hängt alles am Zins oder nicht?
      Zentral- oder Nationalbank?
      Wir groß kann eine Gemeinschat sein, damit die Anonymität nicht die Moral aushebelt?
      Warum sind Linke so fixiert darauf, dass die deutsche Kultur Mist ist? Warum sind wir alle zuasmmen immerzu Schuld an der politik unserer Regierung?

      Einiges kann icgh bis heute nicht verstehen. Aber es sind die Grundannahmen der Linken, und insofern kann ich die Folgerungen in deren Kosmos nicht mitgehen.

      Dennoch gibt es eine Gemeinsamkeit, die viele Menschen verbindet, die Ungerechtigleit und Sinnlosigkeit heutiger Zeit.

      Aber was ist gerecht? Chancen- oder Ergebnisgleichheit? Was machen wir mit Leistungsträgern, die einfach nicht zufrieden sind nur ein Rad im Staats- oder Gemeinschaftsgefüge zu sein.
      Was ist mit Individualisten im Kollektivismus?

    • Pieter

      Weiß ich alles. Malta ist auch nicht besser, als andere Länder. Allerdings mit wahnsinnig netten Menschen. Es ist der NOTFALLPLAN! Ich würde lieber hier bleiben. Wer flüchtet schon gerne…

      Und ich schließe mich übrigens Benjamin an. Mit AfD-Trolle waren nicht Sie gemeint. Sie schreiben ja offen Ihre Meinung und verstecken sich nicht hinter Liebe und Bonbons.

    • Gloucester

      Zuerst mal muss ich was klar stellen. Ich bin keine „klassische“ Linke. Will keine DDR zurück und bin auch mit vielem, was Links propagiert nicht ganz einverstanden. Für mich ist es nur im momentanen System das kleinste Übel.
      Und sorry, wenn mein Text Lücken hat. Bisher waren es nur einzelne Ideen. Das ist das erste mal, dass ich es versuche zu strukturieren und zu Papier zu bringen.

      Meine ganze Vision funktioniert aber nur, wenn wir die Schere aus unseren Köpfen kriegen. Voraussetzung für das alles ist ein Erkenntnisgewinn, den die Menschheit erstmal haben muss. Dafür brauchen wir ehrliche Wissenschaftler, noch ehrlichere Medien und ein anderes Bildungssystem. Uns muss so vieles klar werden.
      Geben ist seeliger, als nehmen – Jeder Gewinner erzeugt 1000 Verlierer – Gedanken erschaffen die Realität (Quantenphysik, seit Heisenberg belegt).

      So ein System kann man den Menschen auch nicht „aufdrücken“. Das muss im Grunde jeder selbst wollen. Durch Einsicht in die wahren Zusammenhänge und Folgen seines Handelns.

      Die Vision:
      Grundsätzlich und oberste Prämisse für alles Handeln ist das Gemeinwohl. Also nicht marktkonforme Demokratie, sondern demokratiekonformer Markt. Und weit über Kant’s kategorischen Imperativ hinaus. Tue nichts, was du dir nicht selbst antun, oder antun lassen wollen würdest. Oder kurz: liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

      Keine Regierung im klassischen Sinne. Direkte Demokratie mit von der Bevölkerung gewählten „Besten ihres Fachs“ als ein Art Ältestenrat statt Ministerien. Die Fähigkeit dafür ist nachzuweisen. Beispiel Gesundheitssystem: Ärzte, die nachweislich geheilt haben, mit welcher Methode auch immer, und von zufriedenen Patienten zur Wahl vorgeschlagen werden. Diese Spezialisten arbeiten die jeweiligen Regeln für die Gemeinschaft aus und tragen sie dann detailliert vor. Danach Volksabstimmungen.
      Keine Lobbyisten, keine Parteispenden, kein Fraktionszwang.
      Maximale Dauer eines Ältestenrates 2 Jahre (Danke an Benjamin für die Idee).

      Das Geldsystem – nach der Theorie/Methode von Silvio Gesell (Das Wunder von Wörgl, zeit.de/2010/52/Woergl).
      Geld muss ungültig werden, damit es nicht gehortet und der Gemeinschaft entzogen werden kann. Außerdem muss Geld wieder als Mittel zum Zweck eingesetzt und darf nicht als Ware gehandelt werden. Banken für die Gemeinschaft, ohne Anspruch auf Gewinne. Unternehmensbeteiligungen (Aktien) im wirklichen Sinne, nur mit voller Verantwortung des Aktionärs für das Unternehmen, auch bei Verlusten muss mitgehaftet werden.

      Steuern:
      Sehr vereinfachte Steuergesetzgebung (Deutschland hat die komplizierteste Steuergesetzgebung überhaupt). Arbeit darf nicht höher besteuert werden, als Kapital und die Gewinne aus diesem. Reichensteuer ab 1 Mio Vermögen, Steuerfreiheit unter 20.000 p.a. Bei Erbschaften moderate Erbschaftssteuer mit der Auflage, die Arbeitsplätze zu erhaltne, sonst 50% Erbschaftssteuer.
      Bei Steuerflucht und Vermeidung, Entzug der Staatsangehörigkeit bzw. des Gewerbescheins.

      Arbeit:
      Hohe Löhne für Berufe, die dem Gemeinwohl dienen; Gesundheitsbereich, Müllabfuhr, Altenpflege, Feuerwehr etc. Keine Leiharbeit, keine Niedriglöhne; und Lohnobergrenzen mit dem Faktor 100 vom niedrigsten (2000,- brutto mtl) zum höchsten (200.000 brutto mtl) Lohn für die Volksvertreter in den Ältestenräten.

      Geopolitik:
      Keine Vereinigten Staaten von Europa. Handelsgemeinschaft nach alter EWG. Keine Zentralregierung in Brüssel mit unbeschränkter Macht. Austritt aus der Nato.
      Keine Freihandelsabkommen, die andere Länder schädigen und deren Markt zerstören.

      Privatisierungen:
      Die Grundbedürfnisse der Gemeinschaft dürfen nicht privatisiert werden. Wasser, Strom, Wohnung, Bildung, Recht (Gefängnisse, Polizei), Infrastruktur.

      Ökologie:
      Gesunde Nahrung, keine Massentierhaltung, keine Umweltgifte.

      Sonstiges:
      Bundeswehr abschaffen nach dem Beispiel von Costa Rica. Oder als Zugeständnis an die Ängstlichen, eine reine BundesWEHR zur Verteidigung, ohne Auslandseinsätze.

      Keine Bullshit-Gesetze mehr, die der Erziehung der Bevölkerung dienen. Beispiel: jeder Gastronom soll selbst entscheiden können, ob er eine Raucher- oder Nichtraucherlokalität wünscht.

      Keine Zulassung für Großkonzerne – Fusion Bayer/Monsanto. Marktmacht vermeiden.

      Und zum Thema Individualisten: Jeder tut, was er am besten kann und am liebsten macht zum Wohle aller anderen. Persönliche Freiheit absolut, solang keinem anderen damit geschadet wird.
      „Freiheit ist nicht, zu tun was ich will, sondern zu lassen, was ich nicht will!“

      *

      Soweit erstmal. Da sind noch etliche Details in meinem Kopf, das würde aber zu weit führen.
      Jetzt zu der Frage wie wir das alte System überwinden. Ich höre schon fpdcb stöhnen, der muss sich das ja ständig von mir anhören. 🙂

      UMDENKEN! In ganz vielen Bereichen. Brauche ich das größere Auto, als der Nachbar? Ist Besitz wirklich befriedigend, oder macht er eher unfrei? Ist es wirklich cool, böse zu sein?

      HINTERFRAGEN! Wieso werden Massenmörder „die Großen“ genannt (Alexander, Karl).

      SELBST DENKEN! Wer profitiert von diesem oder jenem Verbot/Gesetz/Krieg.

      VERSTEHEN! Dass Neid, Gier und Hass nicht nur den anderen Menschen, sondern vor allem einem selbst schadet.

      Wie oben schon genannt, andere Prämissen fürs Leben. Aber um mal detailliert zu werden:
      Amazon kann nur Steuern hinterziehen, wenn es Umsatz macht. Also Konsumverhalten verändern.
      Kinder anders erziehen, von Wettbewerb zu Solidarität und vor allem angstfrei. Das Muster von Gehorsam und Belohnung muss unbedingt durchbrochen werden. Ohne Gehorsam gäbe es ganz viele Gräuel auf dieser Welt nicht (Milgram Experiment, Arno Gruen).
      Das eigene Verhalten überdenken. Die Mitarbeiterin des Jobcenters MUSS den HartzIVler nicht dissen.
      Solidarität ist ganz wichtig. Wenn niemand mehr zu Hungerlöhnen arbeiten geht, MUSS der Arbeitgeber andere Löhne zahlen.

      Im Grunde ist es wie bei der Ehefrau, die rumheult, weil der Mann fremdgeht. Aber sie bleibt und heult. Er kann das also nur mit ihr machen, weil sie es zulässt.
      Wenn ein Arbeitnehmer genau wüsste, dass die Gemeinschaft für ihn da ist, kann der Arbeitgeber ihn nicht mehr erpressen.
      Nicht sich einreden lassen, dass es erstrebenswert ist, sich zu erniedrigen (Dschungelcamp) oder körperlich kaputt zu machen (Leistungssportler, moderne Gladiatoren).
      Wirkliche Leistungen bejubeln (Entdeckung des Penicillin), statt Pseudostars.

      Das alles bitte ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
      WIR sind die 99%!
      Det muss doch machbar sein!

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