Tagesdosis 29.8.2017 – Wenn Wahlen etwas ändern würden…

Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

Dass die alten Griechen einst erfanden, was wir heute Demokratie nennen – jeder volljährige Bürger hat eine Stimme, das Staatsvolk trifft mittels freier Wahlen seine am Gemeinwohl orientierten Entscheidungen und die Minderheit beugt sich dem Willen der Mehrheit – entspricht nur sehr bedingt der historischen Realität. Stimmberechtigt waren in Athen nur die „freien Männer“, die etwa 10 % der Gesamtbevölkerung ausmachten. Nur auf diese beschränkende Weise konnte man davon ausgehen, dass auch tatsächlich verantwortungsvoll und informiert im Sinne der Gemeinschaft entschieden würde – denn wer keine Ahnung hat, worum es überhaupt geht, wählt ja immer nur seinen persönlichen Vorteil, also das Falsche. Nicht gemeint war daher: Jede/r wählt mit. Dieses Szenario kannten die alten Griechen nur als Alptraum unter dem Begriff „Ochlokratie“ – also „Herrschaft des Pöbels.“

Schon Aristoteles hatte ja die Gefahr kommen sehen, „dass die Armen, weil sie Mehrheit bildeten, das Vermögen der Reichen unter sich aufteilten”, und James Madison, einer der Gründungsväter der ersten Demokratie der Neuzeit unterstrich noch in der Verfassungsversammlung der Vereinigten Staate anno 1787: „Die erste Verantwortung der Regierung ist es, die Minderheit der Reichen vor der Mehrheit zu schützen.“

Darum geht’s und das ist das Problem, denn die Armen sind noch immer in der Mehrheit, die zudem ständig wächst. Doch sie werden so intelligent geleitet, dass bei sogenannten freien Wahlen nur selten irgendetwas schief geht. Unsere Eliten steuern Wirtschaft, Medien, Politik und Geistesleben mit sanfter, unsichtbarer Hand. Mit bewundernswerter Konsequenz und verantwortungsvoller Klarheit ist es ihnen dabei gelungen die Illusion von Mitbestimmung der Massen aufrecht zu erhalten – mittels schlichter Konsumreize und des Schürens von Ängsten, vulgo: Propaganda. Der Vater der modernen Meinungsmanipulation, Edward Bernays,  der Politik schon 1928 ins Stammbuch: „Unsere Demokratie muss von einer intelligenten Minderheit geführt werden, die weiß, wie man die Massen leitet und lenkt.“

Das weiß sie und tut sie und so schwer ist das auch gar nicht, wenn man mal auf die Statistik schaut : Um Deutschland mit absoluter Bundestagsmehrheit (50,1%) zu regieren, benötigt man lediglichdie erklärte Zustimmung von 22,5% der Bevölkerung, also 18 Millionen von 82 Millionen Bürgern. Dass ein knappes 1⁄4 der Bürger de facto als absolute Mehrheit gegen den Willen der anderen 3⁄4 alle Entscheidungen treffen kann, relativiert die Aussage, unsere Form der Demokratie sei repräsentativ. Zustande kommt die Schieflage primär dadurch, dass die meisten Bürger gar nicht repräsentiert werden, insbesondere jene, die alle zukunftsweisenden Wahlentscheidungen am allermeisten angehen, nämlich Kinder und Jugendliche. Zu diesen 18 Millionen „nicht Wahlberechtigten“ gesellen sich 18,6 Millionen Nichtwähler (Tendenz zunehmend) sowie knapp 7 Millionen, die für Parteien gestimmt haben, die die 5%-Hürde nicht überspringen. Etwa 54% der Bevölkerung sind also schon bei Ermittlung der Bundestagsmandate nicht mehr repräsentiert. 1/5 der verbleibenden 46% sind über 70 Jahre alt. Mit etwas mehr als  2/5 der verbleibenden 46% erreicht eine Partei die absolute, demokratisch ermittelte Mehrheit, entscheidet also allein mit den Stimmen von saturierten Rentnern und Systemgewinnern über alle relevanten Zukunftsfragen im Alleingang.

Der alte Spruch „Wenn Wahlen etwas ändern würden wären sie  verboten“ ist nicht aus der Luft gegriffen ist und es stellt sich die Frage: Soll man da noch mitmachen ?

Die absentistische Parole „Geht nicht wählen! Das ermuntert die doch nur!“ hätte ja durchaus was für sich, aber nur wenn alle ihr folgen…. weil sie nicht mehr bereit sind als  willfährige Statisten bei der Aufführung „Repräsentative Demokratie“ mitzuwirken. Ansonsten – siehe Nichtwähler oben – fallen Absentisten einfach unter den Tisch.

So bleibt am Wahltag einmal mehr nur ein Sortiment kleinerer Übel…in vielen trendigen Geschmacksnoten, für AfD-Protestwähler jetzt auch mit der Note „dumpf-deutsch“. Die Grünen, die nach dem Friedensgebot nun dabei sind eine weitere ihrer Wurzeln – den Umwelt,-und Klimaschutz – zu kappen, treten mit starkem Diesel-Odeur an. Die FDP  macht auf Hipster-Jungbrunnen für ältere Zahnärzte  und die SPD steuert dank eines  Spitzenkandidaten mit dem Charisma einer nassen Nudel auf ein neues All-Time Low zu. Aber erst wird noch ein bisschen Valium-Wahlkampf geführt und am Ende gewinnt Merkel und ändern wird sich NICHTS.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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37 Kommentare zu: “Tagesdosis 29.8.2017 – Wenn Wahlen etwas ändern würden…

  1. Die absentistische Parole „Geht nicht wählen! Das ermuntert die doch nur!“ hätte ja durchaus was für sich, aber nur wenn alle ihr folgen…. weil sie nicht mehr bereit sind als  willfährige Statisten bei der Aufführung „Repräsentative Demokratie“ mitzuwirken. Ansonsten – siehe Nichtwähler oben – fallen Absentisten einfach unter den Tisch.
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    Kann man so sehen, ist aber nach meinem Empfinden nur bedingt richtig.
    Es gab mal einen Gang durch die Instanzen.
    Das bedeutete, man braucht einen langen Atem, um etwas zu verändern.

    Ein Wahlboykott bringt sicher kurzfristig keine Änderungen, aber wer will schon radikale Änderungen.

    Langfristig wäre aber ein Umdenken mit Augenmaß möglich.

    Ob aber nach dem Wahlboykott, bzw dem ignorieren der Parteien auch wirklich ein Umdenken statt findet, ist wohl auch nur Wunschdenken von mir.
    Siehe Grüne.

    Aber es wäre ein Versuch.

    • Liebe Socke4612,

      ich finde Ihren Beitrag gut, möchte mich auf einen Teil zunächst konzentrieren dabei.

      Ob aber nach dem Wahlboykott, bzw dem ignorieren der Parteien auch wirklich ein Umdenken statt findet, ist wohl auch nur Wunschdenken von mir.
      Siehe Grüne.

      Ein Umdenken im größeren Maßstab setzt voraus, dass viele Menschen in der Lage sind, erstmal in Zusammenhängen zu denken.

      Das heisst für mich:

      1. Ich kann als umdenkender Mensch Zusammenhänge verstehen, die nach einem Wahlboykott möglicherweise entstehen werden.

      2. Ich bin an einem gemeinschaftlichen Diskurs mit anderen Menschen interessiert.

      3. Ein gemeinschaftlicher Diskurs bedeutet: Meinungen austauschen, Schnittmengen suchen – ich kann auch eine völlig abweichende Meinung nach einer bestimmten Zeit als abweichend stehen lassen ohne das ich mich oder mein Gegenüber in Scheingefechte und künstliche Streits begeben.

      4. Ich glaube an die Fähigkeit, gemeinschaftlich bessere Lösungen zu finden, als nur allein von einer Sichtweise überzeugt zu sein.

      5. Ich trage meinen Teil der Veränderungen bewusst bei.

      6. Ich bin mir bewusst, dass unabhängig meines Wunsches mit anderen Menschen gemeinsam Lösungen zu suchen, permanent Konzernmedien versuchen Ihr Meinungsbild mir und anderen Menschen aufzuzwingen.

      7. Ich bin mir mit anderen Menschen darüber bewusst, dass permanent unsere Umdenkprozesse versucht werden gestört zu werden, durch Trolle, durch bestimmte Medien etc.

      Also alleine da hakt es schon an mehreren Punkten, liebe Socke4612.

      Und es sind im Grunde noch weitere Punkte zu erwähnen, je länger ich darüber nachdenke.

      Das alles wäre aber wichtig, damit sich die Menschen finden, die tatsächlich an ein Umdenken glauben und auch etwas dafür tun werden.

      Was ich gut finde, dass Sie ( Socke4612) z.B. schonmal Gedanken äußern, wie etwas anders sein könnte.

      Das ist schonmal ein wichtiger Schritt, finde ich.
      Das

    • Ist schon klar, dass ein umdenken statt finden muss,.
      Eigentlich möchte ich ja wählen, und wenn ich als Wähler Gehör fände ist ja gegen das jetzige System nichts ein zu wenden.

      Leider habe ich aber das Gefühl, dass Wahlen nur ein Feigenblatt sind, um den Anschein zu wahren, im Interesse des Bürgers zu agieren.

      Diesen Eindruck habe ich aber schon seit geraumer Zeit nicht mehr.
      Ich gehe sogar davon aus, dass der überwiegende Teil der Wähler, welche von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, dieses Empfinden haben.

      Da es aber zum Wählen und somit zur politischen Gestaltung keine alternativen gibt, laufen die Menschen zur Wahlurne.

      Das Ergebnis ist eine vom Volk abgesegnete Legitimation, gegen die Bürgerinteressen zu agieren.

      Ob nicht wählen die sogenannten Volksvertreter zum Umdenken zwingt, oder ganz im Gegenteil das fadenscheinige Mäntelchen der Volksherrschaft abgelegt wird und die ganz brutale Fratze der Diktatur sich zeigt, kann ich auch nicht sagen.

      Es würde aber doch mal die Dinge auf den Punkt bringen und diese nebulöse Hoffnung auf Veränderung würde sich konkretisieren. Zum Guten oder zum Schlechten.
      Man wüsste wenigstens woran man ist.

    • Liebe(r) Socke4612,

      ich habe mich jetzt hier zu meinen letzten Kommentaren mit diesem Namen angemeldet. Mit Ihnen könnte ich mich wahrscheinlich auch auf der Strasse gut unterhalten über verschiedene Themen.

      Aber ich halte über 80% von Themen, Autoren und teilweise auch Kommentaren hier nicht mehr aus, deswegen mache ich danach eine Pause.

      Werde gerne aber nochmal auf Ihren kommentar und ein paar andere Kommentare abschließend etwas schreiben.

      Da es aber zum Wählen und somit zur politischen Gestaltung keine alternativen gibt, laufen die Menschen zur Wahlurne.

      Das ist ein Trugschluß aus meiner Sicht. Die Alternativen können gemeinsam gesucht, gefunden, erschaffen und umgesetzt werden. Ich hatte die Idee mit den Kamerateams schon häufiger erwähnt ( etwa 5-10 Mal hier im Forum), aber die Resonanz auf Ideen, die nicht bekannt sind, werden erstmal mit Besorgnis beobachtet.

      Eine Umsetzung oder ein Schritt in Richtung Umsetzung erfordert von vielen Menschen eine Erkenntnis, dass Sie als Menschen unabhängig von Wahlen, Einflussmöglichkeiten auf die Politik gemeinschaftlich und friedlich ausüben könnten und ausüben können.

      Da sind wir als Gesellschaft aber noch nicht angekommen. Da braucht es viel Geduld und mehrere Menschen, die regelmäßig bestimmte Gedanken vordenken. Es gibt hier im Forum eine Handvoll etwa, die ähnliche Gedanken haben; also über bisherige Themen hinweg denken können und wollen.

      Aber ein Handvoll im Verhältnis zur Masse an Kommentaren und zur Masse an Themen der Autorenbeiträge ist steigerungsfähig.

      Mir geht es dermaßen auf den Keks, wenn ich die Äußerungen der Unzufriedenheit bei vielen Menschen lese, sehe, spüre und dann gleichzeitig deren Unfähigkeit unterschiedliche Meinungen und Alternativen durchdenken zu wollen und zu können auch wahrnehme.

      Das Eine kritisieren, aber sich dem Anderen gegenüber verschließen.

      Da steht ein größerer Teil der Menschen aktuell. Leider auch im alternativen Bereich.

      Ob nicht wählen die sogenannten Volksvertreter zum Umdenken zwingt, oder ganz im Gegenteil das fadenscheinige Mäntelchen der Volksherrschaft abgelegt wird und die ganz brutale Fratze der Diktatur sich zeigt, kann ich auch nicht sagen.

      Es würde aber doch mal die Dinge auf den Punkt bringen und diese nebulöse Hoffnung auf Veränderung würde sich konkretisieren. Zum Guten oder zum Schlechten.
      Man wüsste wenigstens woran man ist.

      Ich schätze es so ein, dass die Menschen an der Macht nicht zwingend moralisch, ethisch oder gar empathisch werden, wenn das Volk sie mehrheitlich nicht gewählt hat. Es wird im Hintergrund nach Mitteln und Wegen gesucht werden, die Macht in jedem Fall zu erhalten.

      Andererseits: wenn keine größere Gruppe aus dem Volk sich für umsetzbare Alternativen zu artikulieren weiß; warum sollten dann die Menschen, welche es lieben Macht auszuüben plötzlich auf eine kurzfristige Irritation innerhalb des Wahlvolkes durch Nichtwahl sich völlig von ihren Grundcharakterzügen abbringen lassen?

      Ich schätze, die Grundstruktur bleibt solang erhalten, solang es Menschen gibt, die diese Grundstruktur in sämtlichen, gesellschaftlichen Schichten allein ( ohne Vernetzung) über sich ergehen lassen werden – ohne Widerworte und ohne Widerstand.

      Es wird evtl. noch möglichst lange versucht werden, sämtliche Crashs zu verzögern, damit die Gesellschaft bei einem Megacrash nicht in Versuchung gerät plötzlich zueinander zu finden.

      Insofern ist der Gedanke: möglichst viele Flüchtlinge zu holen; so viele in jedem Fall, dass die Behörden und die Integrationsmaßnahmen in jedem Fall mehr als überlastet sind. So herrscht gesellschaftlich mehr Chaos und ein Crash wird evtl. nicht zwingend dazu führen, dass die Menschen sofort aufeinander zugehen, wenn dann noch hier und da Terroranschläge medial in Szene gesetzt werden, damit die Menschen möglichst verleidet werden, zu verzichten aufeinander zuzugehen…

    • Liebe letztekommentare,

      An dem Punkt bin ich immer wieder, dass ich das Gefühl habe, ein Meinungsaustausch findet hier nicht statt.

      Ganz im Gegenteil, es herrscht ein recht rüder Ton, der mit Meinung wenig zu tun hat.

      Aber das will ich mal onkelhaft dem Alter der Kommentatoren zuschreiben, sonst müsste ich ja noch viel vernichtendere Schlüsse aus den anpinkeleien in den Kommentaren ziehen. Da stellt sich schon bei einigen die IQ Frage.

      Dazu kommen Weltanschauungen, ob religiös oder ernährungstechnisch, die ja jeder haben kann, aber nicht ständig als Heilsbotschaft verkünden muß.
      Wer anderer Meinung ist wird gemobbt.

      Anderseits ist es doch fast die einzige Möglichkeit, seinen Senf auch mal los zu werden.

      Und so komme ich hier immer wieder zurück, obwohl mir inhaltlich die NDS wesentlich besser gefallen.
      Sie erscheinen mir wesentlich fundierter in ihren Aussagen.
      Leider finde ich da aber keine Möglichkeit meine Gedanken ins Netz zu stellen.

      Und über solche Platformen wie zB. Seniorenaufstand, will ich gar nicht reden, da sitzt der große Zensor und prüft handverlesen, ob die Meinung passt.

      Ich wünsche ihnen alles gute und zerreiben sie sich nicht an diversen Stammtischen mit Menschen die Ihr Weltbild aus den öffentlichen Medien speisen, dass ist noch frustrierender.

  2. Der Trick liegt eindeutig darin, dass wir alle glauben und daran festhalten, dass es immer andere sind, die verantwortlich sind und die Dinge für uns erledigen müssen. Damit gehen wir verzweifelt wählen und hoffen auf den gütigen Kaiser, der die Erlösung bringt.

    und wir starren ständig auf die anderen, die wir in der Verantwortung sehen…

    Macht Euch endlich klar, dass wir diese anderen nicht brauchen, um etwas zu ändern.

    Wir können es selbst tun!

    Wenn wir uns lokal auf etwas einigen, dann ist darin nichts Verwerfliches zu sehen, solange es niemandem schadet. Was soll dann also passieren…

    Wir haben alles was wir brauchen: Zwei Hände, ein Herz am rechten Fleck und Hirn.

    Und obendrauf sind wir die Vielen!

    Also, organsiert Euch lokal, legt Eure Fähigkeiten, Kräfte, Ideen und Euer Geld zusammen und kommt ins MACHEN!

    Beispiele gibt es viele wie z.B. Tauschkreise oder Lokalwährungen, wo Menschen beginnen etwas zu verändern. Die Idee dahinter ist überall die gleiche. Lossagen von eingefahrenen Strukturen und selbstbestimmter leben.

    Tut Euch zusammen und zwar dort, wo ihr lebt. Dann könnt ihr was bewegen!

    Vertraut aufeinander. Die wenigsten sind schlecht!

    Bleibt friedlich…

    Ich

    • Hans Dampf:

      Ihren Kommentar finde ich richtig, wichtig und gut.

      Was in jedem Fall bewusst sein sollte: okay. Wir brauchen die vielen Politiker nicht, etc. – das ist eine Sichtweise.

      Die andere Sichtweise ist: der Staat hat das Gewaltmonopol und die Gesetzgebung, Exekutive etc.

      Ich lese manchmal die Meinungen der Vernetzung usw. die ich im Ansatz gut finde.

      Aber es gab noch keinen Massenprotest bei der GEZ. Jedenfalls keinen, der per Journalisten dokumentiert wurde.

      Es bleibt also ein Wechselbad der Gefühle.

      Einige Journalisten, oder generell manche Menschen sagen: werde autark, schließ Dich in Gruppen zusammen, organisiert Tauschringe etc.

      Die andere Gruppe sagt dann gerne: geh wählen, engagiere Dich bei dieser oder jener Partei; vielleicht kannst Du was verändern.

      Was ist nun richtig?

      Ich bin für den Mix. Das Bewusstsein, wer das Gewaltmonopol hat – der Staat wird es immer noch haben, solange sich nur wenige Menschen in kleinen Gruppen vernetzen.

      Deswegen: das Thema auszublenden, ist für mich noch nicht richtig.

      Es beginnt ja schon damit, dass viele alternative Journalisten recht pessimistische Äußerungen über die Wahlen abgeben, aber den Mut oder die Perspektive auf konstruktivere Sichtweisen erst finden müssen.

      Ja. Ich stimme Ihnen zu, Hans Dampf, die Bevölkerung ist in der Mehrheit.

      Aber ich schrieb letztens auch schon einen Beitrag zur Zivilcourage, aus dem ich nun etwas anteilig zitieren werde:

      Ich habe, nach meiner kürzlichen Abmeldung schon mehrfach Gespräche mit Leuten auf der Strasse zum Thema „Gemeinschaft“ bzw. „Zivilcourage geführt.

      ( Übrigens : https://www.youtube.com/watch?v=sEbt9KslYiQ Zivilcourage – Der Film komplett guter Film bei dem Zusammenhang Zivilcourage)

      Was die Leute, z.B. gestern eine Frau bei Gewaltausschreitungen als Rechtfertigung sagte, …nämlich:

      „Da waren so viele kräftige Männer gewesen – wenn die nichts machen, warum sollen dann wir Frauen etwas machen?“

      Damit war für sie das Thema klar. Die Männer dort handeln nicht, also tue ich auch nichts.

      Ergebnis: der Bürgersteig von Menschen soll voll gewesen sein ( wurde mir gesagt), aber keiner hat sich passiv (per handy) oder aktiv ( Tatkräftig) dafür eingesetzt, dass Menschen verprügelt werden, ganz im Sinne : „machen die Männer nichts – mache ich als Frau nichts..“

      Und vielleicht haben die Männer sich gesagt : „Solange niemand anderes etwas macht, halten wir uns raus…“

      Martin Niemöller brachte es gut auf den Punkt:

      Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte. “

      Und so ist die Gesellschaft momentan.

      Themen, die mit Lösungen und Verständnis diskutiert werden müssten, in der Gesellschaft wären: Zivilcourage, Verbundenheit mit allen Menschen, Lösungsansätze und die ständigen Wirkungen von Manipulationen durch Konzernmedien , Internet und Filme wie Computerspiele.

      Es bräuchte eine breite, öffentliche und regelmäßige Sammeldiskussion, dass die Menschen sich mal bewusst machen, was sie alles mit sich zulassen.

      Gäb es mehr Zusammenhalt und gesellschaftliches Bewusstsein bei Menschen, gäb es manche sozialen Themen garnicht erst, weil die Menschen dann gemeinsam sich füreinander einsetzen würden.

      Und das sollte jedem Menschen auch bewusst sein, der gerne Appelle zur Vernetzung äußert.

      Viele Menschen brauchen erst einmal einen Zugang zu Themen – und wie diese Menschen erreichbar sind, darüber können wir uns unterhalten – als Gemeinschaft, finde ich.

    • @Lösungssuche
      Vielen Dank für Ihre Zusätze.

      Der Staat soll auch ruhig gerne sein Gewaltmonopol behalten.
      Auch wenn man lokal agiert, kann das doch so bleiben.

      Mit meinen Kommentaren möchte ich dazu aufrufen, den Mut zu haben es einfach auszuprobieren – ins MACHEN zu kommen. Und zwar vor dem Hintergrund, dass es zwar schon das Gewaltmonopol des Staates gibt, es jedoch so ist, dass alle immer darauf warten, dass der Staat endlich die Dinge mit den passenden Regeln versieht, die uns so oft übel aufstoßen. Ist doch nicht meine Aufgabe…

      Und ich kann für mich sagen, dass mein noch nicht so langes Leben von 37 Jahren ausreicht, um festzustellen, dass eben an den wichtigen Punkten die Regeln eben nicht gemacht werden. Man bekommt immer mal ein paar Brocken hingeworfen, aber an den entscheidenden Stellen wird nicht wirklich etwas geändert.

      Ich unterstelle den Politikern da nicht mal bösen Willen. Die denken einfach in gewissen Strukturen und sehen auch einfach nur zu, dass sie ihren Status und Ihre Kohle nicht verlieren. An bestimmten Stellen steckt sicher auch guter Wille dahinter.

      Wir warten darauf, dass uns irgendeiner die Erlaubnis gibt, etwas zu tun.
      Und das muss eben nicht sein, solange wir niemandem böshaft Schaden.
      Der Ansatz sollte doch sein, dass wir uns überlegen wie die Welt, in der wir leben, aussehen und funktionieren soll. Und da brauchen wir doch nicht auf die Politik zu warten oder die Partei wählen, die das dann hoffentlich nach unseren Vorstellungen umsetzt.

      Wir alle halten doch das System, so wie es funktioniert mit am Leben!

      Heute besteht das ganze in blindem Aktionismus und nur aus Reaktionen auf bestimmte Ereignisse.
      Atomkraftwerke galten als sicher, bis Fukushima kam!

      Und, die meisten Dinge sind eben einfach nur Symptombekämpfung.
      Was ist denn Staat? Im Prinzip sind das doch wir alle. Und das Prinzip der repräsentativen Demokratie ist für mich eben die maximale Entschärfung dessen, was wir heute unter Demokratie verstehen.

      Nämlich ein gewisses Maß an Einfluss auf die Dinge zu haben, die uns betreffen.

      Ich lese manchmal die Meinungen der Vernetzung usw. die ich im Ansatz gut finde.
      Aber es gab noch keinen Massenprotest bei der GEZ. Jedenfalls keinen, der per Journalisten dokumentiert wurde.
      Es bleibt also ein Wechselbad der Gefühle.

      Das war meiner Ansicht nach, die Hoffnung vieler Menschen, dass das Internet dabei hilft größere Bewegungen auf die Beine zu stellen. Aber scheinbar geht das nur mit Flashmobs.
      Aber auch da ist die Frage der Verantwortung und der Reichweite. Hier haben alle, die etwas verändern wollten gehofft, dass das Internet das alles schon irgendwie lösen wird.

      Wie ist das also mit der Verantwortung?
      Wo kann ich denn wirken und wo macht es für mich überhaupt Sinn zu wirken?
      Für mich kommt bei beiden Frage raus, dass es für mich überwiegend wichtig ist, was da passiert wo ich lebe. Das Internet und einige Recherche darin haben mich gelehrt, dass zum Einen unglaublich viel beschissen wird und dass daraus ungalublich viel Verwirrung hervorgeht. Was können wir also damit anfangen, dass überall beschissen wird, sogar um Kriege anzufangen, und dass wir wissen, das Internet wird es auch nicht für uns lösen?

      Nun, ich finde einfach, dass die einzige sinnvolle Ableitung daraus ist, es selbst zu tun.
      Was ich mir also wünsche ist, dass sich die Menschen nicht auf ein Medium, einen Politiker oder einen alternativen Journalisten verlassen, sondern verstehen, dass sie selbst ein Rädchen im Räderwerk sind.

      Und dieses eine Rädchen kann man drehen – und nur dieses eine.

      Und am wirksamsten erkennt man die Richtungsänderung eines Rädchens, wenn man dem Rädchen mal ins Antlitz schaut.

      Also, hört auf zu eruieren, ob die Erde eine Scheibe ist oder ob wir überall belogen und betrogen werden. Kommt selbst ins machen und trefft Euch mit Euren Mitmenschen und erdenkt die Dinge und setzt sie um, die uns in eine Zukunft führen werden, in der wir kooperativ miteinander leben können. Und das sollten WIR hier in Detuschland tun, da wir (noch) nicht jeden Tag ums nächste Fressen bangen müssen. Wir brauchen nur nach Griechenland schauen, um zu erkennen, dass das ziemlich schnell gehen kann.

      Mein erster Ansatz für mich:
      Ich werde mal versuchen eine Möglichkeit des Zusammenkommens inneralb meiner Ortschaft zu schaffen. Da kann man sich in echt austauschen, voll 3D und mit meeeega Auflösung. Dann kann man Ansichten und Gefühle von Mund zu Ohr austauschen, hoffentlich eine gute Zeit miteinander verbringen, und gemeinsam Ideen sammeln.

      Ich habe nämlich einen Traum. Einen Traum von einer Welt in der mein Sohn sich nicht auf dem Arbeitsmarkt gegen andere durchsetzen muss. In der meine Tochter sich nicht fragen muss, ob Sie, um Ihrer Natur nachzukommen das Risiko tragen muss, länger nicht im Job zu sein und die Möglichkeit verliert den Anschluss zu behalten. In der es nicht wichtiger ist, Karriere zu machen, als Zeit mit seiner Familie zu verbringen. In der wir uns gegenseitig in jedem Alter dazu verhelfen uns weiter zu entwickeln und nicht jeden einzelnen mit den Herausforderungen einer Veränderung völlig alleine lassen. In der es nicht mehr wichtig ist, der erste zu sein, der das nächste Veräppelprodukt vor dem Geschäft auf den Boden fallen lässt und dafür noch ausgelacht wird. In der wir uns von klein auf beibringen, dass es nicht wehtut, wenn man sich auf der Straße grüßt, auch wenn man sich nicht kennt. In der wir gelernt haben, dass wir schon alle Voraussetzungen geschaffen haben, um endlich von verdrängender Konkurrenz wegzukommen. In der wir nicht mehr tauschen müssen, sondern jeder einfach mitmacht, weil er einen Sinn darin erkennt. In der die, die scheitern oder nicht so gerne mitmachen, Möglichkeiten erhalten, herauszufinden was Ihnen wirklich liegt und wo sie hinwollen. In der niemand mehr unbedingt tausende von Kilometern reisen muss, um sich vom Arbeitsstress zu erhohlen. In der man lokaler einer Arbeit nachgehen kann, anstatt in die Großstadt zu pendeln, um das bessere Gehalt oder den besseren Job zu haben. In der so vieles möglich wäre, weil wir nicht erst die Finanzierung klären müssen. In der … … …

      Diesen Traum mag man für naiv halten.
      Ich halte es für naiver ein System voller Fehler weiter zu betreiben, in dem immer nur an den Symtpomen rumgedocktert wird und alle permanent darauf warten, dass der Erlöser in Form von anderen daherkommt.

      Ich vertraue darauf, dass die Menschen an sich gut sind. Sie finden leider nur keinen Nährboden das oft genug zu zeigen und zu leben. Sie finden aber ausreichend Nährboden um zu zeigen was passiert, wenn man ein System betreibt, dass auf ein Gegeneinander ausgelegt ist und auf Angst, Bestrafung und Habgier basiert.
      Unsere Verantwortung ist es, von diesem Gegeneinander weg zu kommen. Und da liegt die Verwantwortung bei jedem selbst, genau das vorzuleben und an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.

      Und ich bin nun an dem Punkt, an dem ich daran glaube, dass wir das alles nur selbst in die Hand nehmen können.
      Lasst es uns gegenseitig vorleben.

      Nochmals danke für Ihre Zusätze @Lösungssuche

      Bleibt friedlich…

      Ich

  3. Ich verstehe zwar Ihren Pessimismus, Herr Bröckers, nicht aber die Konsequenz daraus.

    Wenn Sie sich die Bevölkerungsstatistik für 2017 anschauen:
    https://service.destatis.de/bevoelkerungspyramide/#!y=2017

    So sind es 17,7 Millionen +65 Jährige ( 22%), 20-64 Jährige: 49,3 Millionen ( 60%) und unter 20 Jährige : 14,5 Millionen ( 18%).

    Wer sich da genauer mit beschäftigt, wird feststellen, dass ein Großteil der Menschen in Deutschland zur Zeit älter ist.

    Schauen wir uns dann die künstliche Medienfigur „Mutti“ alias Merkel an – und wie deren Interviews geführt werden, z.B.:

    https://www.youtube.com/watch?v=35cTnp-o0yM
    Sommerinterview-Farce bei „ZDF Berlin direkt“ • Wagenknecht vs. Merkel

    Dann wird auch klar, welcher Kurs gefahren wird: Einlullen.

    Die Mehrheit der Deutschen ist Älter und ältere Menschen neigen zu Gewohnheiten, Stabilität.

    „Einen alten Baum verpflanzt man nicht“ etc. sind Sprüche, die im Alter gerne an Bedeutung gewinnen.

    Anstelle sich darauf journalistisch zu fokussieren, zu überlegen: wie kann ich als Journalist dort Menschen erreichen, die viel Wert auf gleichbeibenden Alltag legen, wird stattdessen sich pessimistisch auf die Zukunft geäußert.

    So, als ob Jemand vor einer gelben Ampelt steht und darum bittet : „bitte lass es doch rot werden – grün ist ja nicht so meine Farbe…“

    Die Kritik kann ich im Grunde unter vielen Journalistenkollegen von Ihnen, im alternativen Bereich schreiben. Sie passt an sehr vielen Stellen.

    Bei Ihnen ist es mir nur besonders aufgefallen, da Sie hauptsächlich auch konstruktive Autorenbeiträge verfassen.

    • Wer sich sein Leben lang Regeln unterwirft, ist wohl kaum in der Lage selbst zu Denken. Er ist entündigt und ihm fehlt der Mut sich seines eigenen Vertandes zu bedienen.

      Das ist _keine_ Frage des Alters, das ist eine Frage der eigenen Vorstellungen die das Handeln letzlich bestimmen.

      Hier schlägt die Moralphilosophie dem Menschen ein Schnippchen, indem sie ihm suggeriert, daß es Gewißheit gebe, derer er sich nicht entziehen könnte. Das beginnt bei den Erzählungen über den Aufbau des Universums durch Teilchen, über psychologische Behauptung des Urteilens, und schliesslich die Glaubenschaft der allerheiligsten Ökonomie. Allen gemeinsam ist die Sprache des Reduktionismus, allgemein als Mathematik bekannt.

      Mathematik, die Sprache der Gewißheit.

      Kaum einem Menschen sind die Folgen überhaupt klar.

    • Lieber Franz Maria Arwee,

      es gibt vereinzelt hier Menschen wie Sie, denen viele Zusammenhänge klar sind.

      Da ich mir nicht sicher bin, ob mein Kommentar auch bei meinem Adressatenkreis der alternativen Journalisten ausführlich ankam, nochmal ein drastischeres Beispiel.

      Im Mainstream wird geschrieben ( sinngemäß) : „Merkel liegt mit 40% Zustimmung in der Bevölkerung vorne“ – d.h. Merkel wird es.

      Hier schreibt Herr Bröckers – „am Ende gewinnt Merkel und ändern wird sich nichts…“ – d.h. Merkel wird es.

      So jetzt vergleiche ich den Mainstream mit den Alternativmedien , konkret mit dieser Tagesdosis: Merkel wird es ( Mainstream) und Merkel wird es ( Alternativ).

      Da fühle ich mich vor so vielen Alternativen echt nahezu schwindelig bei der Informationsauswahl.

      Das merken aber anscheinend kaum Journalisten, obwohl diese eben jahrzehntelange Praxiserfahrung haben, was sie machen, wenn sie „alternativlos“ sich pessimistisch äußern.

      Dann bemerke ich in letzter Zeit einen anwachsenden Teil von Trollen auf KenFM, der sich immer besser zu verstecken weiß.

      Also: es ist aktuell nicht die einzige Herausforderung, konkrete Alternativen für Merkel zu finden, zu suchen, zu formulieren und zu diskutieren – sondern auch wachsam an mehreren Stellen zu bleiben und zu werden.

  4. Ich würde lieber keine Wahlen haben.
    Es geht auch mit einem Bundesrat.
    Nach der digitalen Automatisierung sind Politiker überflüssig.

    Parameter dürfen nur von 80% des Bundesrates festgelegt oder geändert werden.
    Der Bundesrat wird durch Personen gebildet, die mindestens zwei Kinder, 20 Jahre Berufserfahrung und ein Alter von 60 Jahren haben. Die Berufsgruppen sind paritätisch vertreten. Die Parität ergibt sich aus den Berufsgruppen die eine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Mit erreichen des 70. Lebensjahres scheidet ein Bundesrat aus dem Amt. Neue Bundesräte werden durch den Zufallsgenerator ausgewählt. Bei der Auswahl werden Geschlecht, Berufsgruppe und Region als Auswahlkriterien verwendet.
    Ein Bundesrat repräsentiert die Stimmen von einer Million Einwohnern. Die Anzahl der Bundesräte wird durch die Einwohnerzahl bestimmt.
    Abstimmungen dürfen nur mit der gleichen Anzahl Frauen und Männer durchgeführt werden.

  5. Was wäre wenn: Die Originalplakate mit Tatsachen ansprechend überlebt würden z.B. mit: “ Wir sagen ja zu Kriegen“, „Wir sind für Atomwaffen in Deutschland“, „Wir sind für Drohnenmorde“…? Ist das Sachbeschädigung? Oder man würde Plakate in der üblichen Größe aufhängen mit den oben angeführten Slogans und darunter die Parteisymbole von CDU, SPD, Grüne, FDP und AfD abbilden, ist man dann Volksverhetzer oder Gefährder der Demokratie bzw. Verbreitet von Fake News, der für den bösen Russen die Wahl beeinflussen will?

  6. Nur Rechts- oder Linksradikale können wirklich zum Schluss kommen, dass es egal sei, ob CDU/CSU oder SPD (mit Rot-Grün)die Regierung anführen. Die SPD und besonders die Grünen haben im Vergleich zur Union sehr verschiedene Ansätze zu wirklich wichtigen Themen wie Krankenversicherung, Einflussnahme in der Wirtschaft, Energiepolitik, Verkehrspolitik etc.!
    Außerdem ist es schlichtweg richtig, dass freiheitliche(!) Demokratien Minderheiten gezielt schützen müssen, und dazu gehören in der Tat auch reiche Leute. Mehrheitsdiktatur ist eben Diktatur und zwar eine besonders gefährliche Form davon. Und ‚Volksentscheide‘ sind ein Mittel zur Mehrheitsdiktatur und zur radikalen Unterdrückung von Minderheiten, und außerdem werden sie meistens der Komplexität der Probleme nicht ansatzweise gerecht. Es bleibt nur die repräsentative Demokratie mit Minderheitenschutz. Anders geht es nicht. Aber auch die repräsentative Demokratie muss gelebt werden und es müssen die richtigen Leute gewählt werden.

    • Was soll eine derart verquere Meinungsmache?

      Wenn ich als normal denkender Bürger aufgrund eigener jahrelanger Beobachtung und Überlegung zum Schluss komme, dass Wahlen in dieser Form nichts bringen, bin ich weder links- noch rechtsradikal, sondern schlicht und ergreifend mit einem gesunden Menschenverstand, möglicherweise ausreichend Erfahrung und / oder eben schlicht und ergreifend Desinteresse ausgestattet.

      Zum zweiten Absatz gehe ich nicht weiter ein. Möglicherweise erkennen Sie sogar Ihren selbst konstruierten Widerspruch aus eigenem Antrieb?

    • … Die SPD und besonders die Grünen haben im Vergleich zur Union sehr verschiedene Ansätze zu wirklich wichtigen Themen wie Krankenversicherung, Einflussnahme in der Wirtschaft, Energiepolitik, Verkehrspolitik etc.! …
      Einen unterschiedlichen Ansatz kann ich jeweils nur zu Wahlkampfzeiten erkennen. Danach (weil man ja keinen Anspruch auf Einhalten von Wahlversprechen hat) machen alle die gleiche neoliberale „NWO“ Politik :/

      Aus dieser Meinung (oder Erfahrung?) kausal eine Radikalität abzuleiten ist durch nichts zu belegen.

    • Sorry, ich dachte, ich hätte die ersten zwei Zeilen „Zitat“ besser kenntlich gemacht 🙁
      Das Zitat befindet sich zwischen den Punkten.

    • @ Thatsit
      Du lebt in einem Glaubenssystem, das nichts anderes bezweckt als pathologische Spieler zu erzeugen. Die korrekte Bezeichnung für die repräsentative Demokratie ist Aristokratie, die Herrschaft der Besten.

      Repräsentative Demokratie ist ein Widerspruch in sich. Entweder dass Volk herrscht oder die vermeintlich Besten. Letzeres ist nichts anderes als ein Feudalsystem.

      Mir ist klar, daß dies Deinen Glauben nicht erschüttern kann. 😉

    • @zanaboni
      Zitieren am besten mit den Tags blockquote und q.

      Mal sehen, ob ich das hier darstellen kann:

      Der folgende Text sollte zum darunter gezeigten Ergebnis führen.

      <blockquote>Ein Zitat!</blockquote>

      Ein Zitat!

      Hier folgt weiterer Text!

      Viel Spaß beim Ausprobieren, so denn mein Kommentar richtig dargestellt wird.

  7. Liebe Community,
    bitte diesen Beitrag über printfriendly.com ausdrucken, und dann als künstlerisches „Wahlplakat“ vor das Haus mit der Wahlurne aufstellen. Optimal wäre, noch die MP3-Datei dort abzuspielen. So etwas könnte doch DIE PARTEI mit-organisieren.

    Aktiv ist, wer Aktivist ist.
    Sei aktiver „Nichtwähler“!

  8. Keine Frage – Wahlen ändern wirklich nichts.
    Jedoch ändern wird sich dann etwas wenn:
    1.
    Das Handeln und die Vernetzungen all unserer Institutionen, Organisationen, Parteien und deren Repräsentanten (den Autoritäten) uneingeschränkt offengelegt wird
    2.
    Das Handeln all unserer Institutionen, Organisationen, Parteien und deren Repräsentanten
    – hinterfragt, in Frage gestellt und
    – von ihnen Rechenschaft und Verantwortung eingefordert wird
    3.
    Unsere lebens- und menschenfeindlichen Macht- und Gewaltstrukturen offengelegt und glaubwürdig in Frage gestellt und hinterfragt werden
    4.
    Der Abbau von Macht unmissverständlich und entschlossen befürwortet und gefördert wird („Macht = Missbrauch“ Michel Foucault)
    5.
    Solidarität gepflegt wird mit echten Friedens- und Menschenrechtsbewegungen und echten Friedens- und Menschenrechtsaktivisten (Siehe 1 – 4)

    Jedoch – Eine solche Widerstandskultur besteht nicht einmal ansatzweise.

    • Lieber Karl,

      vielen Dank für Ihren Beitrag. Es gibt noch Menschen ausser mir, z.B. Sie, die perspektivisch einiges benennen und dann auch Zusammenhänge herstellen.

      Das ist etwas selten, habe ich festgestellt. Aber nicht vollständig ausgestorben.

      Von Medienseite gibt es viele, mediale Ablenkung aber allein schon die Fähigkeit andere Sichtweisen aushalten zu können, zu akezptieren, dass eine Meinung abweichen kann, fällt vielen Menschen schwer.

      Ich schrieb es an andere Stelle schonmal

      die Lösung liegt und kann nur in jedem Menschen selbst liegen.

      In der Art, wie ein Mensch fähig ist, gemeinsame Sichtweisen bei sich und dem anderen Menschen gegenüber auszmachen.

      In der Art, dass ich darauf Bezug nehme, was mein Kritiker mir entgegenbringt; wo es eine Schnittmenge gibt.

      Es ist aber wirklich bei jedem Menschen in jedem Streit auf der Welt immer die Frage:

      – Gehe ich den ersten Schritt auf den anderen zu; kann ich Verständnis für manche Sichtweisen haben, oder:

      – der Andere muss auf mich zugehen – nur meine Sicht ist richtig!

      Und in vielen ungelösten Streits, Konflikten und Kriegen wird stets der zweite Gedankenstrich bevorzugt.

      Und viele Menschen sind überrascht, dass keine Lösung und Einigung entsteht, wenn der Andere doch auf Sie zukommen müsste…

      Und dies Fähigkeit: eine andere Meinung entweder als Gegensätzlich stehen lassen zu können, oder generell sich mit Menschen zu einer gemeinsamen Sichtweise zu einigen, das ist das bisherige Ergebnis einer medialen Massenindoktrination, die ständig verfeinert wird.

    • Macht ist ungleich Herrschaft. Herrschaft läuft tatsächlich über Ohnmacht, das bedeutet, durch Wahlen geben Menschen ihre _natürliche_ Macht zugunsten eines Spieles durch dessen Regeln (Recht/Gesetze/Vorschriften) ab.
      Recht beruht genauso wie das Gegenstück Unrecht auf Moral. Gerechtigkeit ist hingegen ein unbestimmter Zustand zwischen Menschen. Jedes Rechtssystem ist zwangsläufig organisierte Verantwortungslosigkeit, die eine gerechte Ordnung unmöglich macht.

      Menschenrechte sind tatsächlich das _Recht_ das den Menschen betrifft, die Versachlichung des Menschen und daher seine Entmenschlichung! Es geht um Recht, um Privilegien, nicht um Gerechtigkeit. Ähnlich verhält es sich mit den sogenannten Freiheitsrechten, die den unbestimmten Zustand Freiheit einschränken.

      Recht ist der völlig sinnlose Versuch den unbestimmten Zustand Gerechtigkeit zu bestimmen. So werden aus Dichter und Denker die Richter und Henker eines perversen Spiels um Herrschaft…Gewinner und Verlierer…wobei die Verlierer nun einmal keine Gesetze machen…Recht ist immer das Recht des Stärkeren, denn nur der Sieger kann sein Recht auch durchsetzen. Alle Verlierer sind zur Ohnmacht verurteilt.

      Im Grunde sehr einfach zu verstehen, jedenfalls wenn der Verstand noch nicht formatiert wurde…

      Kennst Du auch nur eine Moral, die nicht verlogen ist?

  9. Aber erst wird noch ein bisschen Valium-Wahlkampf geführt und am Ende gewinnt Merkel und ändern wird sich NICHTS.

    Sie haben den richtigen Optimismus.

    Darüber wird Merkel sich freuen. Weiter so.

    • Einen Troll zu füttern bringt ihn zum platzen, also blasen wir ein wenig den Popanz auf:
      Eine Folge ist eine Folge, unabhängig vom Oprimismus und auch unabhängig vom Pessimismus.

      Das eine beruht auf Moral, das andere auf Tatsachen.

  10. Wählen ändert nichts Entscheidendes, aber es kann helfen in bestimmten Fragen Druck auszuüben. Deshalb wähle ich die Sozialdemokratie (=DieLinke), trotz vielfachen Unsinns, den die verbreiten – aber dafür ist hier kein Platz.

    • Ich weiß. Wurde ja auch von einem ehemaligen aus der CDU gegründet. Eventuell hat er es einfach ins Leere laufen lassen. Aber die größte Partei sind nun mal die Nichtwähler. Darüber muss es gehen.

  11. Auf die Idee, eine Partei zu wählen, die von den Medien ignoriert wird, kommt mal wieder keiner. Das muss gar keine Partei sein, die alles besser macht. Hauptsache, die CDU/SPD/FDP/GRÜNE-Einheitspartei wird mal kräftig abgewatscht.

    • Das System wird durch die Teilnahme an der Wahl legitimiert, vollkommen gleich, was gewählt wird.

      Wenn eben das System das Problem _ist_, kann sich nichts wesentliches ändern…

    • @ Pingu:

      Auf die Idee, eine Partei zu wählen, die von den Medien ignoriert wird, kommt mal wieder keiner. Das muss gar keine Partei sein, die alles besser macht. Hauptsache, die CDU/SPD/FDP/GRÜNE-Einheitspartei wird mal kräftig abgewatscht.

      Das ist eine Möglichkeit, wenn diese von vielen Menschen genutzt wird, hat es Konsequenzen : im Idealfall kommt eine unbekannte Partei an die Macht – dann aber nur, wenn wirklich viele Menschen derart vom aufoktrierten verbreiten von „Wahrheits-wahlstatistiken“ sich unterhalb des medialen Radars befinden.

      Es kann eine Möglichkeit sein, was sie als Gedanken schreiben, Pingu – aber ich weiß nicht, wieweit die realistisch ist.

      Schlimmstenfalls haben dann unbekannte Parteien 1% oder 2 % und die CDU hat keine 30 % sondern nur noch 14% oder 12 %. Wenn die Wahlen nicht noch sonstwie manipuliert werden; in Sachsen, bzw. Thüringen konnten 2016 ja Flüchtlinge „Probewählen“ , ob das probewählen jetzt als richtiges Wählen 2017 etabliert wird, ist mir nicht ersichtlich. Falls ja: würde dann nochmal innerhalb der Politik manipuliert. Denn die Flüchtlinge werden vermutlich die Partei wählen, die gerade an der Macht ist – wen denn auch sonst, wenn die gerade erst im Land sind?

      @ Franz Maria Arwee:

      Das System wird durch die Teilnahme an der Wahl legitimiert, vollkommen gleich, was gewählt wird.

      Wenn eben das System das Problem _ist_, kann sich nichts wesentliches ändern…

      Ich schrieb hier mehrfach schon meine Idee mit Kamerateams als ein mögliches Korrektiv für die Politik ( egal, wer gerade an der Macht ist):

      https://www.youtube.com/watch?v=PyxQYWkFN30&t=85m37s

      Ich schrieb dies zum Teil hier auch schon ausführlich. Sendete einige Emails an manche Menschen und das Ergebnis: Ablehnung, Zuspruch im Sinne von „Mach Du mal – viel Erfolg damit“ oder Enthaltung.

      Mein Fazit daraus: die Gesellschaft ist noch bewusst genug, dass sie selbst mächtig sein kann, wenn viele Menschen etwas dazu beitragen würden.

      Zu Ihrem Satz:

      Das System wird durch die Teilnahme an der Wahl legitimiert, vollkommen gleich, was gewählt wird.

      Da stimme ich zu, denn es ist ja offensichtlich. Wie sieht aber der Gedanke an etwas ganz neues, an eine Lösung bei Ihnen aus?

      Wenn eben das System das Problem _ist_, kann sich nichts wesentliches ändern…

      Ja. Der Staat hat das Gewaltmonopol, die Exekutive hinter sich ( aktuell jedenfalls). Und das heisst: auch wenn ich nicht wählen gehe, die Gesetze später betreffen auch mich.

      Die GEZ trifft auch mich – zahle ich nicht, werde ich eingeknastet – was bei manchen Menschen schon passiert ist.

      Da es auch nur wenige Menschen sind, die einzeln sich wehren möchten und Vernetzung da noch ein weites Feld ist, bleibt die anzustrebende Lösung mittelfristig aus meiner Sicht:

      Sich und allen möglichen Menschen im Internet, auf der Strasse – wo auch immer: in Gesprächen immer wieder die vielen Meinungs- und Bewusstseinsunterschiede offenzulegen, parallel mit den Möglichkeiten, wo mehr Gemeinschaft erzeugt werden kann.

      Ich merke allein hier bei KenFM ja schon, dass Journalisten selten merken, wenn sie Werbung für das bestehende System machen, indem Sie Merkel negativ erwähnen, aber immer daran glauben, dass Merkel am Ende wieder siegen wird.

      Das ist schon ein Meinungskorridor, der auch erstmal den Menschen bewusst werden müsste, damit sich dann durch eine gezeigte alternative Sichtweise langsam das Denken verändern könnte, evtl.

      Dann gibt es die Menschen, die aus Beharrlichkeit und Sturheit oder aus Trollauftrag nur ihre Sichtweise ohne Einschränkung hier schreiben – das ist auch eine Baustelle, die erstmal behoben werden sollte, bevor überhaupt nur ansatzweise in Richtung System etwas getan werden kann.

      Weil: was nützt es, sich über die Zustände im Großen zu ärgern oder zu wundern, wenn im Kleinen hier schon so viele Gräben offen sind, die erst geschlossen werden müssten?

      Ich habe mit meiner Idee der Kamerateams eine Vision im Kopf, die aber so minimum noch längere Zeit brauchen wird, je weniger Menschen in der Lage sind vernetzt zu denken, zu fühlen und zu handeln.

      Daran müssten nicht nur im Idealfall alle Kommentarschreiber(-innen) arbeiten, sondern auch alle Journalisten, deren Autorenbeiträge für viele Menschen oftmals den Rahmen vorzugeben scheinen, in welchem sich dann die Kommentarantworten maximal abspielen werden.

    • Edit:

      Mein Fazit daraus: die Gesellschaft ist noch bewusst genug, dass sie selbst mächtig sein kann, wenn viele Menschen etwas dazu beitragen würden.

      Sollte heissen: die Gesellschaft ist noch nicht bewusst genug, dass sie selbst mächtig sein kann, wenn viele Menschen etwas dazu beitragen würden.

    • @franzarwee
      Schon richtig. Wie kann ich die Regeln ändern, wenn das System die Regeln zum ändern der Regeln selbst vorgibt?

      @malacodor
      So geht es mir seit ich aus der Schule raus bin, Ende der neunziger. Da fand ich irgendwie schon blöd, dass da außer den Grünen nichts neues nachkam. Schaut mal seit wie vielen Jahrzehnten immer der gleiche Sumpf aus zwei großen Parteien sich mit dem gehampel drumherum abwechselt. Über die Piraten haben alle gelächelt als man sie erwischt hat, beim nicht so strukturiert sein. Ich fand es super, dass die plötzlich da waren, weil plötzlich alle etablierten Parteien völlig überrascht waren, dass mal was anderes passiert ist. Die waren ja jetzt nicht wirklich gefährlich in ihren Ansichten, aber dennoch hat man sie belächelt und frischer Wind in der Politik war schnell wieder vorbei.

      Mein einigermaßen kurzes Leben reicht aus, um in dieser Zeit zu erkennen, dass in den wirklich wichtigen Dingen eben nicht groß umgebaut wird.

      @Lösungssuche

      Ich schrieb hier mehrfach schon meine Idee mit Kamerateams als ein mögliches Korrektiv für die Politik ( egal, wer gerade an der Macht ist):

      Dann versuchen wir aber irgendwie doch wieder nur an den Symptomen rumzumachen, oder nicht?

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