Tagesdosis 3.12.2018 – Ja, nein vielleicht? Warum der Streit um den Migrationspakt vom Wesentlichen ablenkt

Ein Kommentar von Susan Bonath.

Seit  Wochen zerfleischt sich das politisch agierende Kleinbürgertum wegen des Migrationspaktes der Vereinten Nationen (UN). Die Bundesregierung wird das rechtlich nicht einmal bindende Abkommen wohl absegnen. Die Fronten bleiben verhärtet. Rechtsaußen zetert, auch innerhalb der Partei Die Linke fliegen die Fetzen. Plump gesagt: Kipping-Flügel gegen Wagenknecht-Flügel. Ersterer will offene Grenzen und ist für den Pakt – aus angeblich „humanistischen“ Gründen – ; letzterer will sie dicht machen und ist folglich gegen den Pakt – um Lohndumping fürs deutsche Proletariat zu verhindern. Auf ihrer Klausur am Wochenende umschiffte die Partei eine klare Positionierung – um des lieben Friedens willen.

Doch der Frieden trügt. Die Anhänger des Lagers der Linke-Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht werfen den Freunden von Partei-Co-Chefin Katja Kipping vor, sich mit NATO und Großkapital gemein zu machen. Offene Grenzen seien schließlich deren Bestreben, um die Bedingungen im deutschen Arbeitshaus zu verschlechtern. Selbst sich als Kommunisten Bezeichnende fallen in diesen Tenor ein. Umgekehrt werfen die Kipping-Anhänger den Wagenknecht-Freunden Nationalismus und eine inhumane Haltung vor.

Nun ja: Beide haben mit ihren Vorwürfen recht. Aber beide liegen insgesamt falsch. Die ganze Debatte ist in Wahrheit unsinnig, verwirrend, kontraproduktiv. Ein Linker sollte mindestens Humanist sein – und politisch progressiv. Der Migrationspakt ist beides nicht.

Denn diesem Abkommen wohnt bereits das Moment der Selektion in ökonomisch verwertbare und nicht verwertbare Menschen inne und dient – soweit hat die Wagenknecht-Front tatsächlich recht – den Interessen des Kapitals. Sich auf dessen Seite zu stellen, ist nicht progressiv, sondern reaktionär.

Doch auch die propagierte Gegenposition von Grenzschutz und Abschottung ist weder humanistisch noch fortschrittlich. Denn tatsächlich steht sie ebenso auf Seiten der herrschenden Klasse – genauer gesagt: Sie dient den Interessen nationaler Kapitalfraktionen in Deutschland, die sich vor der Konkurrenz global agierender Großkonzerne – aus ihrer Sicht zurecht – schützen wollen.

Zweitens ist es alles andere als humanistisch, zuvor ausgeplünderte Menschen vom geraubten Wohlstand auszuschließen. Drittens ist es nicht links, die unterdrückte Klasse der Lohnabhängigen nationalistisch und ethnisch zu spalten in Privilegierte und Ausgegrenzte.

Links wäre stattdessen das Bestreben, die arbeitende Klasse international zu solidarisieren, sie zum gemeinsamen Handeln gegen die Herrschaft des Kapitals zu bringen. Natürlich sind auch Forderungen nach einem Stopp von Waffenexporten oder Land-Grabbing, so hübsch zusammen gefasst als Bekämpfung der Fluchtursachen, links.

Mit Blick auf die Realität mutieren diese Forderungen jedoch zu leeren Floskeln, einem wortgewaltigen Ablasshandel gleich. Denn die herrschende Klasse, ob in Deutschland, den USA oder sonst wo, hat gar nicht das Interesse, Fluchtursachen zu bekämpfen, und die, die es fordern, nicht die Mittel. Sie müssten also zwangsläufig die Kapitaleigner und deren Staaten zunächst entmachten. Das wollen sie aber gar nicht.

Was dabei heraus käme, ist klar: Alles bleibt, aller holden Forderungen zum Trotz, wie es ist. Verelendete, perspektivlose Lohnabhängige sollen gefälligst bleiben, wo sie sind, damit das deutsche Proletariat ein wenig mehr an den imperialistischen Raubzügen der deutschen Bourgeoisie und ihres Machtinstruments, das Staats, partizipieren kann.

Aus all diesen Gründen kann ein Linker weder für noch gegen den Migrationspakt sein. Darum ist es reine Zeitverschwendung, darüber zu debattieren.

Mithin: Arbeitsmigration hat es im Kapitalismus immer gegeben. Schon Marx und Engels setzten sich damit im mittleren 19. Jahrhundert auseinander. Damals förderte beispielsweise England die Einwanderung verarmter irischer Arbeiter und benutzte sie dazu, die Löhne zu drücken und die Lage der gesamten arbeitenden Klasse im Land zu verschlechtern.

Arbeitsmigration hat Ursachen: Die kapitalistische – auch die heutige spätkapitalistische – Wirtschaftsordnung ist eine Klassengesellschaft. Sie basiert primär darauf, dass einer kleinen Gruppe der globalen Gesellschaft die wichtigsten Produktionsmittel gehören. Ziel dieser Kapitaleigner ist es, Profit aus Lohnarbeit zu pressen. Die übergroße Mehrheit aber verfügt über keine Mittel, die sie in den Kapitalverwertungsprozess profitabel einbringen könnte. Sie ist gezwungen, ihre Arbeitskraft zu verkaufen.

An die Nörgler: Kapitalisten beuten Arbeiter nicht etwa aus, weil sie per sé böse Menschen sind. Vielmehr befinden auch sie sich im Konkurrenzkampf gegeneinander. Wer nicht nach Maximalprofit strebt, was maximal mögliche Ausbeutung bedeutet, verliert. Der Insolvenzverwalter lässt grüßen.

Das Streben nach Maximalprofit führt zwangsläufig zur Kapitalkonzentration in immer weniger Händen. Die Zahlen belegen es. Anfang 2017 veröffentlichte die Organisation Oxfam einen detaillierten Bericht, wonach die acht reichsten Milliardäre so viel besitzen wie die ärmere Hälfte der gesamten Weltbevölkerung. Anfang dieses Jahres wartete das linker Ideen unverdächtige Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit einer weiteren Analyse auf: Danach verfügen 45 Menschen in der BRD über so viel Vermögen, wie die Hälfte der Landesbevölkerung.

Die Entwicklung war zu erwarten. Wir schreiben immerhin das Jahr 73 nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Einer derartigen Kapitalzerstörung folgt immer eine Phase von Wiederaufbau und entsprechender Konjunktur. Doch irgendwann ist der Markt gedeckt. Anders ausgedrückt: Kein Mensch braucht zehn Kühlschränke oder zwanzig Autos.

So rollen die Krisen immer heftiger über den Planeten. Kapitalanlage-Möglichkeiten schwinden. Der Konkurrenzkampf verschärft sich. Oben geht es um die Dominanz über profitable Produktionsmittel und Arbeitskräfte, unten um Jobs, Behausungen und das Überleben. Besonderheit heute: Rohstoffe schwinden, die Umweltzerstörung wird immer irreparabler.

Jeder weiß: Wenige Konzerne dominieren heute die Weltwirtschaft. Mit ihnen können kleinere Unternehmen nicht mithalten. Die Mär vom Tellerwäscher zum Millionär hat sich erledigt. Während immer gigantischere Mengen an Überproduktion vernichtet werden, um die Preise nicht zu drücken, greift auch der Staat immer tiefer in den Geldbeutel der Arbeiter. Denn Lohnarbeit ist die einzige Quelle der Profitschöpfung, der Staat beteiligt sich daran. Kaufkraft schwindet, die Gesamtprofitrate sinkt. Es ist ein Symptom des Kapitalismus, dass dessen Apologeten seine Krisen mit Mitteln zu lösen versucht, welche die Krise verschärfen.

Wer hier eine nationale Lösung sucht, hat offenbar zweierlei nicht verstanden: Erstens ist der Staat ein Instrument der herrschenden Klasse. Er hat die einzige Aufgabe, die Ausbeutung im globalen Arbeitshaus territorial zu managen. Zweitens funktionierte der Kapitalismus schon immer global.

Bereits die ersten großen Handelshäuser im 13. Jahrhundert akkumulierten Vermögen auf Basis der Ausplünderung fremder Länder. In noch brutalerer Manier folgten ihrem Beispiel die Ostindien-Kompanien um 1600. Und schließlich benötigte die Privatwirtschaft im Zuge der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert immer größere Mengen an Rohstoffen. Die lagerten und lagern nicht vor der Tür.

So international der Kapitalismus agiert, so international ist seine Herrschaft, so international ist die lohnabhängige Klasse, so international kann er nur beseitigt werden. Schon gar nicht wird es ein Ende geben in Zusammenarbeit mit seinen Organen, den Staaten, Staatengemeinschaften, nationalen und internationalen Instrumenten, ganz egal, welchen Pakt diese gerade schließen.

Denkwürdiger Weise propagieren beide Linkspartei-Flügel genau das. Sowohl die angeblich so linke Sahra Wagenknecht als ihre vermeintliche Gegnerin Kipping haben Rot-Rot-Grün auf ihrer Agenda. Man müsse nur mitregieren, dann gehe da schon was. Berlin, Thüringen und Brandenburg lassen grüßen. Diese Parolen unterscheiden sich kein Stück von denen der Rechten – von CDU über FDP bis hin zur AfD.

Kurzum: Es gibt keine humanen Weg im Kapitalismus, die Arbeitsmigration zu stoppen. Aus dem einfachen Grund: Die Herrschenden wollen sie nicht stoppen und benutzen sie, der Rest kann sie nicht stoppen, weil er nicht die Macht hat. Über konkrete Lösungen mache sich nun bitte jeder selbst Gedanken.

Ein sinnvoller Plan für eine Revolution gehört zu den ganz wenigen Dingen, die garantiert nicht als Konsumangebot im gigantischen Warenhaus des wankenden Marktes zu haben sind.

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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56 Kommentare zu: “Tagesdosis 3.12.2018 – Ja, nein vielleicht? Warum der Streit um den Migrationspakt vom Wesentlichen ablenkt

  1. „Da kann man sich schon fragen, ob es sich um ein und dieselbe Person handelt.“

    Wenn man sich anschaut, wer auf diesen Ihren Verdacht antwortet, bzw. direkt unterhalb von demselben auftaucht, diavolinetto, fühlt sich in einer alten Vermutung, so wie ich, bestärkt: Hier sind Seilschaften und Autorenkollektive am Werk. Und ein Name muß öffentlich dafür herhalten.

    • Nicht dass die Texte auch nur ansatzweise einen Hauch von Kleinod an sich hätten, aber der Vergleich zum Gerotze im Kommentarbereich offenbart doch eine eklatante Diskrepanz.
      Fehlende Kinderstube? Überfordert? Überheblich? Übercool?
      Oder übergeschnappt?

  2. Karl R. Popper (in das Elend des Historizismus):

    Pflicht „zur dauernden Selbstkritik, zum dauernden Lernen, zu dauernden Verbesserungen unserer Einstellungen, unserer Urteile, unserer Theorien.“

    ********************************

    Om C. Parkin: „Das denkende Ich spielt sich als Richter über das Leben auf, über die ganze Welt.“

    „Nur ein Geist, der leer ist, entleert von jeglichen Vor-annahmen und Vor-urteilen ist in der Lage, reine, empirische Wissenschaft zu betreiben.“

    Die Grenze der Wissenschaft liegt im Forschenden selbst

    OM C. Parkin
    INTERVIEW MIT OM C. PARKIN
    zum Thema “innere und äußere Wissenschaft”

    Quelle: Auszug aus: advaitaJournal Vol.9, Herbst/Winter 2004, “Die Grenze der Wissenschaft liegt im Forschenden selbst” Interview mit OM C. Parkin zum Thema “innere und äußere Wissenschaft”,

    Advaita ist keine Lehre, kein Konzept. Es ist eine innere Wissenschaft, die auf die einzige Realität deutet”1, so der in Hamburg lebende spirituelle Lehrer OM C.Parkin. Im nachfolgenden Gespräch räumt er mit dem Vorurteil auf, die Erforschung der Frage “Wer bin ich?” sei unwissenschaftlich. Quantenphysik, moderne Hirnforschung und Biologie gelangen immer häufiger zu Ergebnissen, die sich mit den Aussagen viel älterer Weisheitslehren decken. Trotzdem halten Wissenschaftler nach wie vor daran fest, Selbst-Erkenntnis sei eine Angelegenheit persönlichen Glaubens und hätte in der wissenschaftlichen Forschung nichts zu suchen.

    aJ: Wissenschaft ist in der abendländischen Kultur ein Begriff, der sich mit Spiritualität und religiösem Glauben nicht verbinden lässt. Sie gelten im Gegenteil als “unwissenschaftlich”.
    OM: Der spirituelle Weg ist ein Weg innerer Wissenschaft und nicht ein Weg des Glaubens! Wesentliche Methoden sind auf dem Weg der Erforschung innerer Welten denen der äußeren Wissenschaft gleich: Beobachtung und Experiment. An die Bibel zu glauben, oder an Gottesbilder zu glauben, gleichgültig in welcher Religion, mag vorübergehend Trost spenden, und das kann auf dem Heilsweg zeitweise sehr wichtig sein, aber es schafft kein Wissen, denn das ist ja die Aufgabe von Wissenschaft. Religion ist meist “Glaubenschaft”, und wie heißt es im Volksmund? Glauben ist nicht wissen. Ich verstehe unter “Wissen” als auch unter “Wissenschaft” allerdings etwas anderes, als die meisten äußeren Wissenschaftler. Allgemein wird Wissenschaft definiert als die Gesamtheit menschlicher Erkenntnisse einer Epoche, bezogen auf einen Gegenstandsbereich. Doch wie gelangt der menschliche Geist zur Erkenntnis? Nur ein Geist, der leer ist, entleert von jeglichen Vor-annahmen und Vor-urteilen ist in der Lage, reine, empirische Wissenschaft zu betreiben. Im Zen heißt es: Nur der Anfängergeist erlangt wahres Wissen. Doch die große Mehrheit der äußeren Wissenschaftler scheint Wissenschaft zu betreiben, ohne sich der Begrenzung durch eine persönliche, geistige Grundannahme vollständig bewusst zu sein: Peter Russell, englischer Physiker, Philosoph und Buchautor, nennt es das materielle Metaparadigma: die Grundannahme, dass die materielle Welt die reale Welt ist. Das ist die materialistische Weltanschauung und an der Beschränktheit dieser Weltanschauung krankt die gesamte äußere Wissenschaft, denn diese Grundannahme verfälscht und beschränkt wissenschaftliche Forschung von vorneherein. Ziemlich absurde Hypothesen sind die Folge. Verschiedene Hirnforscher haben beispielsweise bestimmte Hirnregionen bereits als Sitz Gottes unter Verdacht. Für mich geht es jedoch nicht um einen Paradigmenwechsel, sondern darum, jedes Paradigma aufzugeben. Wie sollte sonst die Realität erforscht werden? Nur der no-mind kann die Realität erforschen.
    aJ: Die moderne Hirnforschung ist heute allerdings soweit, dass sie erkennt, dass solche “Grundannahmen” Konstrukte unserer Hirntätigkeit sind. Das bedeutet also, wir können nur unsere eigenen Konstruktionen untersuchen. Daraus ergibt sich, dass die Wissenschaft ausschließlich die sogenannte phänomenale Welt analysieren und erforschen kann. Es ist nicht ihr Anspruch, darüber hinaus zu gehen. Das tut die Spiritualität, was aber nicht als “wissenschaftlich” gilt.
    OM: Ich kann eine äußere phänomenale Welt und eine innere phänomenale Welt unterscheiden. Der Selbsterforscher auf dem spirituellen Weg erforscht zunächst auch nur die phänomenale Welt, die ein Konstrukt seines denkenden Geistes ist, nämlich die innere. Die äußere phänomenale Welt könnte ich als die projizierte innere phänomenale Welt bezeichnen.
    aJ: Diesen Unterschied zwischen innerer und äußerer Welt macht die moderne Hirnforschung auch nicht mehr. Innen und außen sind beides eine Konstruktion des Gehirns. Was aber ist der Ursprung dieser Konstrukte? Das hat doch die Spiritualität immer beschäftigt, diese Realität zu finden, aus der die Phänomene geboren werden.
    OM: Der Weg dorthin ist der Weg der Erforschung innerer Phänomene, welche aus der Sicht des Selbsterforschers eindeutig auf den “Ich”-Gedanken zurückgehen. Der “Ich”-Gedanke wird von Bewußtseinsforschern, wie z.B. Ken Wilber, als das “Pseudosubjekt” beschrieben. Das heißt es handelt sich um ein Phänomen, welches sich seiner eigenen Phänomenalität nicht bewusst ist. Die Grenze wissenschaftlicher Forschung liegt ja nicht im Feld der Erforschung sondern die Grenze ist der Forscher selbst. Es ist der suchende Ich-Gedanke, der forscht. Die persönliche Suche an sich basiert ja bereits auf einer Grundannahme.
    aJ: Welcher?
    OM: Die Grundannahme, dass es ein persönliches Ich gibt. Ein Forscher, der sich der vierten Dimension2 nicht bewusst ist, der nichts anderes tut, als seinen eigenen Geist zu erforschen – innen, wie außen – kann nur bis an den “Rand des Abgrundes” geraten. Vielleicht kann er den Fall intellektuell erfassen, ihn aber nicht erleben. Er wird nicht zu seiner realen Erfahrung und daher nicht zu seinem endgültigen Erkennen. Der Selbsterforscher und der Meditierende jedoch erlebt den Fall in die unergründlichen Tiefen des Bewusstseins, in die endlose Weite. Solange ein äußerer Wissenschaftler nicht auch den inneren Weg geht und der Beschränktheit des Forschers selbst auf die Spur kommt, solange muss äußere Wissenschaft begrenzt bleiben. Das ist ein Grundproblem, das aus dem materialistischen Paradigma entsteht.
    aJ: Aus diesem Grund fordert der Biologe Francisco Varela die Wissenschaftler auf, ihren eigenen Geist als “Objekt” in ihre Forschung miteinzubeziehen. Wie er überhaupt darauf hinweist, dass es diese Trennung zwischen Objekt und Subjekt nicht gibt und die Theorie, man müsste sich in der Forschung für eines von beiden entscheiden, für irreführend und falsch hält.
    OM: Das Gros der Wissenschaftler ist da noch nicht. Wenn z.B. ein Hirnforscher behauptet, alles, was wir wahrnehmen, sei lediglich ein Konstrukt des Gehirns, dann bleibt die Frage: Wessen Konstrukt ist das Gehirn?
    aJ: Das ist eben gerade das Problem. Um eine Lösung dafür zu finden, entwirft der Hirnforscher Gerhard Roth die Hypothese einer vom Gehirn konstruierten Wirklichkeit, die das beinhaltet, was wir glauben wahrzunehmen. Dem gegenüber steht die Realität, die unserer Erfahrbarkeit aber nicht zugänglich ist.
    OM: Das ist aber auch nur ein Konstrukt.
    aJ: Mit dem allerdings, zumindest intellektuell, diese scheinbar unlösbare Frage beantwortet werden kann.
    OM: Es ist nach wie vor das denkende Ich-Konstrukt, das diese Aussagen trifft. Die Frage “Wer bin ich?” wird nicht gestellt.
    aJ: Gestellt wird sie schon…
    OM: …, aber sie wird nur von dem beantwortet, der sie stellt. Und da beißt sich die Katze natürlich in den Schwanz. (Dabei wollte sie eigentlich die Maus fangen.) Der indische jnana-Weg, der als der Königsweg der Erleuchtung beschrieben wird, arbeitet mit der Frage: Wer bin ich? Sie ist keine vom Verstand anwendbare Methode, sondern eine Anleitung zur stillen Schau in den Ursprung des “Ich”-Gedankens. Diese Frage ist die einzige Frage, die das Potential hat, den Ursprung des Fragenden selbst bloßzulegen und damit die gesamte Wirklichkeit zu sprengen. Der Fragende hält sich immer selbst für das Subjekt und ist sich nicht bewusst, dass er selbst nur ein Konstrukt, ein Phänomen ist, das aus dem Bewusstsein entspringt.
    aJ: Vielleicht sollten wir an dieser Stelle erst mal klären, was du mit Bewusstsein meinst?
    OM: Wenn äußere Wissenschaftler von Bewusstsein sprechen, dann meinen sie so etwas wie die Gesamtheit der Wahrnehmungsvorgänge eines Menschen. Dafür verwenden spirituelle Lehrer meist den Begriff Geist. Ein unpersönliches Bewusstsein kann für einen “persönlichen” Wissenschaftler nur eine Hypothese sein. Unter Bewusstsein verstehe ich All-Bewusstsein ohne persönliche Identifikation, in dem aber das Persönliche des Menschen sehr wohl mit eingeschlossen ist. Die Frage, die sich also bei jeder Forschung stellt, ist: Wer ist der Forscher? Wer forscht? Ist es der identifizierte denkende Geist, der forscht – und das ist bei äußeren Wissenschaftlern die Regel – dann ist das Höchste, was dieser denkende Geist erreichen kann, sich seiner Grenze bewusst zu werden, was dann noch den Schluss zulässt, dass es etwas jenseits dieser Grenze geben muss. Das kann ein Moment der Demut, des Nichtwissens, der Öffnung in Das sein, was jenseits des denkenden Geistes ist.“

    Ein Moment der Demut? Schön wärs.

  3. Karl R. Popper (in das Elend des Historizismus):

    Pflicht „zur dauernden Selbstkritik, zum dauernden Lernen, zu dauernden Verbesserungen unserer Einstellungen, unserer Urteile, unserer Theorien.“

    ********************************

    Om C. Parkin: „Das denkende Ich spielt sich als Richter über das Leben auf, über die ganze Welt.“

    „Nur ein Geist, der leer ist, entleert von jeglichen Vor-annahmen und Vor-urteilen ist in der Lage, reine, empirische Wissenschaft zu betreiben.“

    Die Grenze der Wissenschaft liegt im Forschenden selbst

    OM C. Parkin
    INTERVIEW MIT OM C. PARKIN
    zum Thema “innere und äußere Wissenschaft”

    Quelle: Auszug aus: advaitaJournal Vol.9, Herbst/Winter 2004, “Die Grenze der Wissenschaft liegt im Forschenden selbst” Interview mit OM C. Parkin zum Thema “innere und äußere Wissenschaft”, Seite 45ff., zu beziehen über http://www.spirituelle-buchhandlung.de

    “Advaita ist keine Lehre, kein Konzept. Es ist eine innere Wissenschaft, die auf die einzige Realität deutet”1, so der in Hamburg lebende spirituelle Lehrer OM C.Parkin. Im nachfolgenden Gespräch räumt er mit dem Vorurteil auf, die Erforschung der Frage “Wer bin ich?” sei unwissenschaftlich. Quantenphysik, moderne Hirnforschung und Biologie gelangen immer häufiger zu Ergebnissen, die sich mit den Aussagen viel älterer Weisheitslehren decken. Trotzdem halten Wissenschaftler nach wie vor daran fest, Selbst-Erkenntnis sei eine Angelegenheit persönlichen Glaubens und hätte in der wissenschaftlichen Forschung nichts zu suchen.
    aJ: Wissenschaft ist in der abendländischen Kultur ein Begriff, der sich mit Spiritualität und religiösem Glauben nicht verbinden lässt. Sie gelten im Gegenteil als “unwissenschaftlich”.
    OM: Der spirituelle Weg ist ein Weg innerer Wissenschaft und nicht ein Weg des Glaubens! Wesentliche Methoden sind auf dem Weg der Erforschung innerer Welten denen der äußeren Wissenschaft gleich: Beobachtung und Experiment. An die Bibel zu glauben, oder an Gottesbilder zu glauben, gleichgültig in welcher Religion, mag vorübergehend Trost spenden, und das kann auf dem Heilsweg zeitweise sehr wichtig sein, aber es schafft kein Wissen, denn das ist ja die Aufgabe von Wissenschaft. Religion ist meist “Glaubenschaft”, und wie heißt es im Volksmund? Glauben ist nicht wissen. Ich verstehe unter “Wissen” als auch unter “Wissenschaft” allerdings etwas anderes, als die meisten äußeren Wissenschaftler. Allgemein wird Wissenschaft definiert als die Gesamtheit menschlicher Erkenntnisse einer Epoche, bezogen auf einen Gegenstandsbereich. Doch wie gelangt der menschliche Geist zur Erkenntnis? Nur ein Geist, der leer ist, entleert von jeglichen Vor-annahmen und Vor-urteilen ist in der Lage, reine, empirische Wissenschaft zu betreiben. Im Zen heißt es: Nur der Anfängergeist erlangt wahres Wissen. Doch die große Mehrheit der äußeren Wissenschaftler scheint Wissenschaft zu betreiben, ohne sich der Begrenzung durch eine persönliche, geistige Grundannahme vollständig bewusst zu sein: Peter Russell, englischer Physiker, Philosoph und Buchautor, nennt es das materielle Metaparadigma: die Grundannahme, dass die materielle Welt die reale Welt ist. Das ist die materialistische Weltanschauung und an der Beschränktheit dieser Weltanschauung krankt die gesamte äußere Wissenschaft, denn diese Grundannahme verfälscht und beschränkt wissenschaftliche Forschung von vorneherein. Ziemlich absurde Hypothesen sind die Folge. Verschiedene Hirnforscher haben beispielsweise bestimmte Hirnregionen bereits als Sitz Gottes unter Verdacht. Für mich geht es jedoch nicht um einen Paradigmenwechsel, sondern darum, jedes Paradigma aufzugeben. Wie sollte sonst die Realität erforscht werden? Nur der no-mind kann die Realität erforschen.
    aJ: Die moderne Hirnforschung ist heute allerdings soweit, dass sie erkennt, dass solche “Grundannahmen” Konstrukte unserer Hirntätigkeit sind. Das bedeutet also, wir können nur unsere eigenen Konstruktionen untersuchen. Daraus ergibt sich, dass die Wissenschaft ausschließlich die sogenannte phänomenale Welt analysieren und erforschen kann. Es ist nicht ihr Anspruch, darüber hinaus zu gehen. Das tut die Spiritualität, was aber nicht als “wissenschaftlich” gilt.
    OM: Ich kann eine äußere phänomenale Welt und eine innere phänomenale Welt unterscheiden. Der Selbsterforscher auf dem spirituellen Weg erforscht zunächst auch nur die phänomenale Welt, die ein Konstrukt seines denkenden Geistes ist, nämlich die innere. Die äußere phänomenale Welt könnte ich als die projizierte innere phänomenale Welt bezeichnen.
    aJ: Diesen Unterschied zwischen innerer und äußerer Welt macht die moderne Hirnforschung auch nicht mehr. Innen und außen sind beides eine Konstruktion des Gehirns. Was aber ist der Ursprung dieser Konstrukte? Das hat doch die Spiritualität immer beschäftigt, diese Realität zu finden, aus der die Phänomene geboren werden.
    OM: Der Weg dorthin ist der Weg der Erforschung innerer Phänomene, welche aus der Sicht des Selbsterforschers eindeutig auf den “Ich”-Gedanken zurückgehen. Der “Ich”-Gedanke wird von Bewußtseinsforschern, wie z.B. Ken Wilber, als das “Pseudosubjekt” beschrieben. Das heißt es handelt sich um ein Phänomen, welches sich seiner eigenen Phänomenalität nicht bewusst ist. Die Grenze wissenschaftlicher Forschung liegt ja nicht im Feld der Erforschung sondern die Grenze ist der Forscher selbst. Es ist der suchende Ich-Gedanke, der forscht. Die persönliche Suche an sich basiert ja bereits auf einer Grundannahme.
    aJ: Welcher?
    OM: Die Grundannahme, dass es ein persönliches Ich gibt. Ein Forscher, der sich der vierten Dimension2 nicht bewusst ist, der nichts anderes tut, als seinen eigenen Geist zu erforschen – innen, wie außen – kann nur bis an den “Rand des Abgrundes” geraten. Vielleicht kann er den Fall intellektuell erfassen, ihn aber nicht erleben. Er wird nicht zu seiner realen Erfahrung und daher nicht zu seinem endgültigen Erkennen. Der Selbsterforscher und der Meditierende jedoch erlebt den Fall in die unergründlichen Tiefen des Bewusstseins, in die endlose Weite. Solange ein äußerer Wissenschaftler nicht auch den inneren Weg geht und der Beschränktheit des Forschers selbst auf die Spur kommt, solange muss äußere Wissenschaft begrenzt bleiben. Das ist ein Grundproblem, das aus dem materialistischen Paradigma entsteht.
    aJ: Aus diesem Grund fordert der Biologe Francisco Varela die Wissenschaftler auf, ihren eigenen Geist als “Objekt” in ihre Forschung miteinzubeziehen. Wie er überhaupt darauf hinweist, dass es diese Trennung zwischen Objekt und Subjekt nicht gibt und die Theorie, man müsste sich in der Forschung für eines von beiden entscheiden, für irreführend und falsch hält.
    OM: Das Gros der Wissenschaftler ist da noch nicht. Wenn z.B. ein Hirnforscher behauptet, alles, was wir wahrnehmen, sei lediglich ein Konstrukt des Gehirns, dann bleibt die Frage: Wessen Konstrukt ist das Gehirn?
    aJ: Das ist eben gerade das Problem. Um eine Lösung dafür zu finden, entwirft der Hirnforscher Gerhard Roth die Hypothese einer vom Gehirn konstruierten Wirklichkeit, die das beinhaltet, was wir glauben wahrzunehmen. Dem gegenüber steht die Realität, die unserer Erfahrbarkeit aber nicht zugänglich ist.
    OM: Das ist aber auch nur ein Konstrukt.
    aJ: Mit dem allerdings, zumindest intellektuell, diese scheinbar unlösbare Frage beantwortet werden kann.
    OM: Es ist nach wie vor das denkende Ich-Konstrukt, das diese Aussagen trifft. Die Frage “Wer bin ich?” wird nicht gestellt.
    aJ: Gestellt wird sie schon…
    OM: …, aber sie wird nur von dem beantwortet, der sie stellt. Und da beißt sich die Katze natürlich in den Schwanz. (Dabei wollte sie eigentlich die Maus fangen.) Der indische jnana-Weg, der als der Königsweg der Erleuchtung beschrieben wird, arbeitet mit der Frage: Wer bin ich? Sie ist keine vom Verstand anwendbare Methode, sondern eine Anleitung zur stillen Schau in den Ursprung des “Ich”-Gedankens. Diese Frage ist die einzige Frage, die das Potential hat, den Ursprung des Fragenden selbst bloßzulegen und damit die gesamte Wirklichkeit zu sprengen. Der Fragende hält sich immer selbst für das Subjekt und ist sich nicht bewusst, dass er selbst nur ein Konstrukt, ein Phänomen ist, das aus dem Bewusstsein entspringt.
    aJ: Vielleicht sollten wir an dieser Stelle erst mal klären, was du mit Bewusstsein meinst?
    OM: Wenn äußere Wissenschaftler von Bewusstsein sprechen, dann meinen sie so etwas wie die Gesamtheit der Wahrnehmungsvorgänge eines Menschen. Dafür verwenden spirituelle Lehrer meist den Begriff Geist. Ein unpersönliches Bewusstsein kann für einen “persönlichen” Wissenschaftler nur eine Hypothese sein. Unter Bewusstsein verstehe ich All-Bewusstsein ohne persönliche Identifikation, in dem aber das Persönliche des Menschen sehr wohl mit eingeschlossen ist. Die Frage, die sich also bei jeder Forschung stellt, ist: Wer ist der Forscher? Wer forscht? Ist es der identifizierte denkende Geist, der forscht – und das ist bei äußeren Wissenschaftlern die Regel – dann ist das Höchste, was dieser denkende Geist erreichen kann, sich seiner Grenze bewusst zu werden, was dann noch den Schluss zulässt, dass es etwas jenseits dieser Grenze geben muss. Das kann ein Moment der Demut, des Nichtwissens, der Öffnung in Das sein, was jenseits des denkenden Geistes ist.“

    Ein Moment der Demut dürfte bei den hier schreibenden Autoren vermutlich vereblich erhofft werden.

  4. Wir reden zwar über den Migrationspakt, aber komischerweise nicht über die Auswegslosigkeit der derzeitigen Situation.
    Der einzige Ausweg ist der große Crash.

    Mit oder ohne Migrationspakt sind wir in einer Pattsituation.

    Unser Finanzsystem ist eine bösartige Schuldenspirale. Das Finanzsystem kann nur deshalb am Leben gehalten werden, weil wir immer mehr Schulden generieren, die wir nie wieder abbauen können.

    Wir müssen den Flüchtlingen helfen, aber wenn wir dies tatsächlich tun, dann funktioniert dies nur auf Pump.

    Wenn wir uns nicht trauen den Aus-Knopf zu drücken, haben wir irgendwann den Klimakollaps oder einen Weltkrieg. Das Finanzsystem kann nur mit der Nebenwirkung von immer mehr nicht mehr abbaubaren Schulden für alle, die auch die Geldmenge immer mehr ausweiten, und Geld d. h. Entschuldung für wenige am Leben gehalten werden.

    Die derzeitigen Rezepte des Bundesfinanzministers sind jedenfalls sehr oberflächlich und man hat auch den Eindruck, dass keinerlei Zukunftsvision vorhanden ist.

    Er hebt die schwarze Null hervor, obwohl der Staat doch im Moment der einzige ist, der im Zweifel aufs Schuldenpedal treten kann.

    Weil der Staat sich nicht unbegrenzt verschulden kann, macht die Zentralbank eben die expansive Geldpolitik, um auf fehlerhafte Weise Schulden zu generieren.

    Jedenfalls ist es nicht sicher, dass wir bereits ein besseres Wirtschaftssystem gefunden haben.
    Schließlich ist das fließende Geld im Sinne von Silvio Gesell allenfalls eine Antwort darauf, wie man die ständig auf zusätzlichen Schulden basierenden Geldmengenausweitungen verhindern kann.

    Ob man damit bereits ein funktionierendes Geldsystem hat, ist jedoch fraglich.

    • >>> „Weil der Staat sich nicht unbegrenzt verschulden kann, macht die Zentralbank eben die expansive Geldpolitik, um auf fehlerhafte Weise Schulden zu generieren. Jedenfalls ist es nicht sicher, dass wir bereits ein besseres Wirtschaftssystem gefunden haben.“
      Wir haben zumindest ein Geldsystem das hervorragend im Dienste der Allgemeinheit funktioniert. Es ist nur leider in den Händen von Leuten, denen das Allgemeinwohl am A…. vorbei geht und die lieber der Finanzelite in selbigen kriecht.
      Ein souveräner Staat mit einer souveränen Währung hat es nicht nötig sich unbegrenzt zu verschulden. Er schafft sich sein Geld selber und kann auch niemals pleite gehen. Der Geldberg wächst auch nicht ins Unermeßliche. Mit jeder Steuerzahlung wird das vom Staat geschöpfte Geld wieder vernichtet.

    • @W. Schürer
      ///Ein souveräner Staat mit einer souveränen Währung hat es nicht nötig sich unbegrenzt zu verschulden.///

      Nach meinem letzten Kenntnisstand sind nur drei Länder weltweit nicht dem weltweiten Bankensystem angeschlossen.
      Iran, Nord Korea und Kuba.

      In den beiden ersten Ländern möchte ich nicht wohnen. Über Kuba habe ich nicht so viele Kenntnisse, um es zu beurteilen, wie es dort ist.

    • >>> „Nach meinem letzten Kenntnisstand sind nur drei Länder weltweit nicht dem weltweiten Bankensystem angeschlossen.“

      Durch den Anschluß an ein weltweites Bankensystem verliert eine souveräner Staat mit einer souveränen Währung nicht die Souveränität hierüber. Es gibt also viel mehr Staaten als die drei von Ihnen genannten, die über eine souveräne Währung verfügen.

      Das das weltweite Bankensystem so gestaltet ist, daß alle nach der amerikanischen Pfeife tanzen müssen ist eine andere Sache. Ich sagte ja betreffend des Geldsystems: „Es ist nur leider in den Händen von Leuten, denen das Allgemeinwohl am A…. vorbei geht und die lieber der Finanzelite in selbigen kriecht.“ Dieser Fehler ist nicht systeminhärent und kann geändert werden. Ich bezog mich auf die grundsätzliche Eignung unseres aktuellen Geldsystems zum Wohle der Allgemeinheit einsetzbar zu sein ohne Rücksichtnahme auf irgendwelche privaten Geldsäcke. Und seien deren Säcke noch so groß.

  5. Ganz ehrlich?! ….. mir geht dieses kunstvoll geschrierbene intellektuelle Wortgehacksel auf’n Keks. Dieses hin und her, dieses beurteilen von richtig-links und falsch-links, die emotionale Aufladung parteipolitischer Auseinandersetzungen zwischen Sahra Warenknechtund Katja Kipping.

    Susan Bonath stiefelt durch den Porzelanladen, zeigt auf die Unvollkommenheit und Zerrbrechlichkeit der Austellungsstücke ohne auf die Innerlichkeit rücksicht zu nehmen. Ich erlebe Ihre Aussagen nicht als falsch, aber Ihre Art und weise lässt mich „erschaudern“, denn sie spricht nicht den Menschen an, sondern sie jagt einer Ideologie hinter her. Der Mensch muss/soll sich dem Ideal anpassen, ansonsten ist er falsch gepolt.
    Es kommt doch nicht auf Richtig und Falsch an, sondern warum die Menschen so oder so denken und daraus ihr Handeln ableiten. INNERLICHES VERSTEHEN ist der Urgrund für die Zukunft, ansonsten bleiben wir im konzeptionalen Ideen-Streit hängen.

    • Vielleicht lässt sich Frau Bonath den Neuen Menschen einfach klonen, ihr scheint das vorhandene Menschenmaterial verachtenswert. Alles schon einmal da gewesen.

  6. Zuerst einmal Danke Frau Bonath, für ihre Mühe. Sämtliche Informationen zusammen zu tragen und in einer
    kurzen Zusammenfassung für eine Tagesdosis aufzubereiten, dass gebührt meinen Respekt…..Danke. Nicht
    zu vergessen, mit welchen geringen Mitteln……………oder zahlt hier jeder Nutzer………..

    Ich bin doch immer wieder sehr enttäuscht, dass sich viele hier Informationen holen und nichts besseres
    zu tun haben, als Vorwürfe entweder gegen den Verfasser oder gegen Kommentare herauslassen.
    Jeder hat die Möglichkeit, sich dann sein eigenes Bild zu machen oder gar woanders noch weiter zu ver-
    feinern. Sicherlich kann der Weg der Geschichte unterschiedlich dargestellt und Interpretiert werden, aber
    das steht eigentlich nicht im Vordergrund.

    Der Grundgedanke von KenFM ist jedoch, andere Informationen darzustellen, als in den sonstigen
    Mainstreammedien und aktuelle Geschehnisse für möglichst viele Menschen einfach zu erklären und
    darzustellen……….dafür nochmals an KenFM meinen Dank und meine Hochachtung.

    Wieder und wieder sind wir mit unseren Volksvertretern, Deutschland, EU, dem US-Imperium, der Macht-
    elite, Bankensystem und …..und ….und zurecht unzufrieden! Doch bereits bei einer Tagesdosis beginnen
    wir, uns gegeneinander mit Vorwürfen und Kleinigkeiten zu begegnen? Stehen wir nicht grundsätzlich
    auf der gleichen Seite? Wir spalten uns selbst und sind somit nicht in der Lage, gegen das aufzubegehren, was
    uns eigentlich vereint? Wollen wir nicht oder können wir nicht….oder ist es beides? Hierzu passt dann auch genau
    die Überschrift der Tagesdosis, dass der Mikrationspakt vom eigentlichen Thema ablenkt…………..

    Sämtliche derzeitige politische Parteien, wenn sie in die Regierungsverantwortung kommen, werden in dem
    System ebenfalls zu z.B. „Neoliberalisten oder ökonomischen Rassismus“ sich verändern. Bestes Beispiel
    sind Bündnis90/die Grünen……einst gegen Krieg und für die Umwelt…..jetzt so wie alle anderen auch. Sich
    dann noch mit den einzelnen Parteien zu beschäftigen, ist verlorene Zeit….die wir nicht haben, aber auch nicht wollen
    oder uns nur von unserem Ziel ablenken.

    Das gleiche ist es mit den aktuellen Problemen wie Umwelt, Klima Migrationspakt, Flüchtlinge, Kriege usw.usw,
    Da Volksvertreter, Bankensystem, Wirtschaft und Medien als Sprachrohr im Sinne des „Newoliberalismus“ zu-
    sammenarbeiten, sind sie unsere Gegner und nicht eine anders interpretierte Tagesdosis oder ein Kommentar-
    schreiber, mit der wir unsere Wertvolle Zeit verbringen sollten!

    Wir sind unzufrieden? Was können wir tun? Sind wir Machtlos?
    Nutzen wir doch unsere kostbare und wenige Zeit, zudem mit wenig wissenden dazu, andere zu informieren .
    Machen wir uns doch lieber Gedanken über die Zukunft , als uns selber zu Spalten und an den Symptomen der
    Geschichte, oder einzelnen Kommentaren herum zu wurschteln……………..Je

    Ich stehe mit meiner Meinung und meinem vollem Namen ein, was viele hier nicht tun…….haben sie Angst?
    Oder wollen sie gar nicht mit ihrem Namen für das einstehen, was sie schreiben? Doch dass muß jeder mit
    sich selbst ausmachen….es ist kein Vorwurf, sondern mehr eine Frage….Doch selbst dass ist eher Zeitver-
    schwendung, denn es geht um unsere Gegner oder das, womit wir eigentlich unzufrieden sind. Wir sollten
    uns ausschließlich auf unsere Gegner konzentrieren, geanu so, wie KenFM andere Sichtweisen bietet…alle
    haben wir das gleiche Ziel, doch verlieren wir uns immer wieder aneinander und verlieren schließlich auch
    das uns gemeinsame Ziel mit unserer wenigen Zeit aus den Augen…..doch wollen wir das? Unser gemeinsames
    Ziel war doch unsere Unzufriedenheit in der heutigen Zeit mit Deutschland und der Welt…….

    Was können wir nun tun? Warum versuchen nicht alle hier, eigene Vorschläge für die Zukunft einzubringen, damit
    sich irgendwann vielleicht wirklich etwas ändert? Denn danach streben wir doch eigentlich gemeinsam….oder?

    Was stelle ich mir vor………..irgendwie müssen wir als Bürger von Deutschland, denn da leben wir nun einmal, zu-
    ersteinmal zusammenfinden…………ob nun hier bei KenFM oder anderswo…das wird Vorraussetzung für überhaupt
    irgendetwas sein. Eine größere Zahl (mehrere Millionen), müßten an einem Strang ziehen, jeder gleichgesinnte für das
    gemeinsame Ziel ist hier wichtig und nötig, wenn es um unsere eigentlichen Gegner geht, denn sie sind an der Macht
    und haben jede Menge Geld und Einfluß.
    Dann müßten Aktinen folgen, wie z.B. jetzt in Frankreich….z.B. mit einer gelben Weste auf die Strasse gehen, den
    Verkehr lahmlegen oder ähnliches……..lassen wir unser Phantasie freien Lauf…, wie wäre ein Generalstreik, Arbeitsverwewigerung (wer es für sich verantworten kann), oder sämtliche Arbeitslose und Hartz4-Empfänger zu motivieren und und und….es liegt bei uns, ein nötiges mittel zu finden………….

    Unser Einfluß muß Folgen für Politik und Wirtschaft haben und das so lange, bis wir eine Gewichtung haben und
    gehört werden……….dass das alles nicht einfach ist, das ist mir schon klar….doch wir wollen doch alle das gleiche?
    Wie wäre es mit einer gemeinsamen Internetseite für deutsche Bürger, die mit Werbung usw. für alle Bürger
    erreichbar ist…..auf dieser könnten Infos, Demos und Abstimmungen stattfinden und vieles mehr?
    Meine persönlich Vorstellung wäre eine angestrebte Verfassung, anstatt eines Grundgesetzes. In so einer Ver-
    fassunng wäre das heutige Grundgesetz und zusätzlich unsere Möglichkeiten vorhanden, einzugreifen…d.h. z.B. eine nötige Abstimmung der Bevölkerung bei weiteren Kriegen? Oder Abwahl unserer Volksvertreter, wenn bestimmte
    Voraussetzungen erfüllt wären…oder Ausgaben für den Sozialsektor wie Rente, Alten/Krankenpflege/Erzieher usw…
    Was genau unsere Eingriffsmöglichkeiten sein sollen oder müssen ist für mich Zweitragig, denn es ist eher wichtig, dass wir überhaupt eine Veränderung bzw. Verbesserung auf lane Zeit für die Zukunft hervorbringen können.

    Mir geht es hier darum Wege aufzuzeigen. Unser Weg kann/wird auch anders sein…habt ihr eine eigene Meinung und
    Vorstellung………..das wichtigste ist mir, überhaupt irgendwelche Wege aufzuzeigen oder darzustellen, egal was dann
    später Sinn macht und vielleicht auch für eine ZukunftSinn finden wird, Fest steht nur, wenn wir nicht miteinander zu-
    sammenkommen und uns vereinen, sowie irgenwelche Zukunftsscenarien darstellen und entwickeln, dann werden
    wir keine Chance gegen die Machteliten oder den „Neoliberalismus“ haben.

    Doch es ist unser Leben und unsere Welt mit diesem schönen Planeten…………ob wir unser Leben und unseren
    Planeten anderen überlassen, dass müssen wir uns irgendwann jeder für sich selbst fragen lassen oder unseren
    Kindern erklären können.

    Wir haben das gleiche Ziel und nur darum sollte es gehen. Auch haben wir die gleichen Gegner, darum sollte
    auch um sie gehen. Wir haben KenFM für die Information…nochmals tausend Dank…..also Information auf-
    nehmen und teilen, oder eben auch nicht…..lasst uns nicht Spalten oder…“warum Schweigen und streiten sich
    die Lämmer“, anstatt gemeinsam ihrem Feind gegenüber zu treten (Mausfeld).

    LG Thomas Schramm

    • Moin, Thomas Schramm, Ja wir stehen alle auf der einen Seite der Barrikade. Soweit sind wir uebereins. Doch die ganze Geschichte der Menschheit zeigt doch, dass es zu verschiedenen Fragen ganz verschiedene Antworten gibt. Und ich denke, solange die Debatten“kultur“ einigermassen ohne Pöbeleien auskommt, werden wir auch vernuenftige Ergebnisse erzielen. Es ist nun einmal nicht so, dass alle Menschen mit der gleichen Voraussetzung ins Leben geworfen werden, und von daher muss man sich schon „abmuehen“ kraft unserer Argumente andere zu ueberzeugen; oder eben von anderen Argumenten ueberzeugt zu werden.
      Zu dem im Artikel von Bonath angespr. Problem kann man konstatieren, dass immerhin eine Partei des BuTa heftig gespalten ist. Natuerlich kann man sich hinstellen und fordern, dass die Streitereien aufhören sollten. Doch, im Ernst, wie gross schätzen Sie die Erfolgsaussichten ein?
      Ich habe gelernt, dass es besser ist, sich fuer die eigene Meinung stark zu machen, und fuer diese dann auch zu kämpfen.

      mfG

    • Es ist hier meistens so, daß das kein Disput zwischen Menschen ist, die die gleichen Interessen teilen.

      Die Oligarchie beschäftigt Heerscharen von Mietfedern, die im Internet mal hierhin, mal dorthin flattern. Mal unter diesem Pseudonym, dann wieder unter einem anderen.

      Es ist weitestgehend bekannt, daß die PR-Abteilung des Pentagon über 25.000 Mitarbeiter beschäftigt. RT berichtete kürzlich erneut, über das Vorgehen im Internet durch das britische Militär.

      Und, sie können davon ausgehen, daß jede Organisation, die der Oligarchie zu Diensten ist, in dieser Hinsicht einen gewissen Aufwand betreibt.

      KenFM ist das Portal im deutschsprachigen Raum mit der größten Reichweite, ist daher bei den Einflussagenten auch ein vorrangiges Ziel. Hier vor allem die Autoren die der Oligarchie besonders unbequem sind.

    • >>> „Nicht zu vergessen, mit welchen geringen Mitteln……………oder zahlt hier jeder Nutzer………..“

      Ich habe Jahre lang meinen monatlichen Beitrag bei KenFM bezahlt. Selbstverständlich! Aber ich tue es seit Monaten nicht mehr. Anlaß ist die niveaulose faktenfreie persönliche Hetze von Frau Bonath gegen eine der wenigen Politikerinnen vor denen ich noch Respekt habe: Frau Wagenknecht. Und zwar anläßlich eines Artikels von Frau Bonath zu Aufstehen!

      Ihren Apell
      >>> „Machen wir uns doch lieber Gedanken über die Zukunft , als uns selber zu Spalten“

      sollten sie lieber an die Autorin dieser Tagesdosis richten und nicht an die Kommentatoren. Die reagieren nur auf eine infame Spalterin, der leider hier bei KenFM ein Forum für ihre Destruktivität geboten wird. Dafür will ich nicht auch noch bezahlen.

      Daß Frau Wagenknecht in dieser Tagesdosis so glimpflich davongekommen ist hat nur damit zu tun, daß selbst für simple Geister ziemlich offensichtlich ist, daß sich der Kipping-Flügel hier vor den Wagen der Kapitalisten spannen läßt, während Wagenknecht die Interessen der arbeitenden Bevölkerung nicht nur Deutschlands sondern der ganzen Welt vertritt. Da muß sogar diese angebliche Marxistin zurückstecken um nicht vollkommen unglaubwürdig zu werden.

    • W. Schürer,

      nun, was sie schreiben gehört in die Rubrik der Klassiker, „der Dieb ruft haltet den Dieb.“ Kam jetzt in dieser Kommentarspalte mehrfach vor.

      Und was sie zu ihrem Spendenverhalten schreiben, unabhängig vom Wahrheitsgehalt, entspricht einer Drohung an KenFM doch nicht zu tief zu graben.

      Seit Jahrzehnten hängt die Möhre der marginalen Verbesserungen vor ihrer Nase, sie kommen nur niemals dran, bestenfalls zum „kleineren“ Übel.

      Vielleicht noch dieses für Jene, die der Meinung sind, daß es schon irgendwie weitergehen wird. Zahlreiche untergegangene Kulturen widersprechen dieser Annahme und heute sind die Auswirkungen, aufgrund des technologischen „Fortschritts,“ sehr viel globaler.

      Etwas bildhafter:

      Springt ein Mann aus dem zehnten Stock, bei jedem Stockwerk, an dem er in Folge vorbeistürzt, sagt er sich:
      „Bis hierhin ging’s gut.“

    • „Und weiß, daß wir nichts wissen können.
      Das will mir schier das Herz verbrennen.“
      Goethe

      Diese Haltung würde so manchem hier gut zu Gesicht stehen.
      Eine unerträgliche Hybris macht sich breit. Ein Selbstüberschätzung sondergleichen.

      Hört Ihr Euch selbst eigentlich noch zu?

      Für die meisten hier sehr empfehlenswert: https://www.youtube.com/watch?v=4amfEoeoA0w
      Ich weiß, daß ich nichts weiß, sagt da jemand, dem ich auch noch länger hätte zuhören können.

      MTV heißt die grassierendste aller Krankheiten. (Wirklichkeitsphobie – der einsetzende Selbstbetrug, wenn Fakten auftauchen, die das eigene Weltbild erschüttern könnten. Trifft meist auf jene zu, die sich gern innerhalb von Schachteln aufhalten.)

    • Es geht nicht um Frau Bonath, die sich angagiert und ihre Sicht darstellt. Natürlich hat auch sie, aufgrund ihrer Geschichte, sicherlich die Vorliebe für Personen oder Parteien usw.

      Es geht auch nicht um die , die Beiträge zahlen oder eben nicht, egal mit welcher Begründung.

      Auch geht es nicht um Wagenknecht oder Kipping, rechts oder linkst und…und …und….

      Die Machtelite, die Neoliberalisten usw. mit ihrem ökonomischen Rassismus, schaffen es seit jahrzehnten, für
      sich am gleichen Strang zu ziehen und sind sich größtenteils einig….der Gegner (das Volk/die Bürger) wird
      ausgebeutet und das für ihre eigenen Interessen. Sie haben ein gleiches Interesse….wir nicht oder eben noch nicht.
      Es gilt daher gleiche Interessen zu finden und auch zu benennen. Danach kommen dann auch schon gleiche Ziele für unsere Gegner und eine Zukunftsversion. Das alles sollte unsere wenige Zeit und Kraft in Anspruch
      nehmen.
      Also, was vereint uns, was können wir tun und wie könnte eine gemeinsame Zukunft für uns als Volk/Bürger
      hier in Deutschland aussehen, damit wir das bekommen, was wir für nötig halten…ich würde mir Wünschen, dass wir unsere ganze Kraft darauf legen. Wir können lange gegen etwas sein…doch wofür stehen wir
      eigentlich, bzw. was wollen wir?

    • Soviel scheint gewiß: Eine Theorie, die einem Todesurteil gleichkommt, ist keine intelligente Theorie (frei nach Dr. A. Noack)

      Das verlinkte Gespräch mit ihm ist übrigens nur scheinbar off-topic.

    • Box,

      >>> „nun, was sie schreiben gehört in die Rubrik der Klassiker, „der Dieb ruft haltet den Dieb.“ “

      Sie würden das hier zurecht inkriminieren, wenn ich gestohlen hätte und zur Ablenkung auf eine Unbescholtene deuten würde. Das wäre natürlich schäbig.

      Wenn man aber Zeuge eines Raubüberfalls wird ist man es seinen Mitbürgern gegenüber schuldig die inflagranti erwischte Diebin beim Namen zu nennen. Nicht mehr und nicht weniger habe ich getan. Sogar unter Nennung desjenigen Raubzzugs der Serientäterin, der für mich das Faß zum Überlaufen brachte.

  7. Mausfeld:
    
1.
Wir haben einen natuerlichen Widerwillen dagegen, einem fremden Willen unterworfen zu sein.

    2.
Die Machtausuebenden streben nach Stabilitaet, Machtausweitung.

    3.
Die Machtunterworfenen streben nach politischer Mitbestimmung.

    Ich:
    1.: ist eine Art Evolutionsveraussetzung, ohne die es keine Biosphaere, wie wir sie kennen, geben wuerde.
    2. Mausfeld fuegt die Meinungskontrolle hinzu fuer heutige Zeiten.
    3. Die von der Verfasserin beschriebene Diskussion in der linken Politpartei ist ausgeuebte Meinungskontrolle der Machtunterworfenen (hier auf die Linkspartei) und zwar auch in doppelter Hinsicht: eine Politpartei an sich ist ja schon Ergebnis einer Meinungskontrolle (zur Verhinderung von Demokratie). Eine „linke“ Denkstroemung vorsorglich weiter zu splitten, ist selbstverstaendliches Doppelinteresse der Machtausuebenden. Die vermeintlichen Teilmacht-ausuebenden Personen dieser Partei fallen voll auf die ausgeuebte Meinungskontrolle der Machtzentren herein. Und besorgen wie dumm deren Geschaeft in totaler Verblendung dessen, was sie wirklich tun.
    Es fehlt nach dem ernuechternden Fazit der Verfasserin geradezu ernuechternd ein sehr wichtiger Hinweis: dass echte Demokratiearbeit zu dem beschriebenen Dilemma einen tollen Ausweg boete.

  8. Mal wieder einer der besseren Artikel. von Frau Bonath.

    Ich rechne allerdings nicht für morgen oder übermorgen mit einer Revolution, von daher sollten wir uns sehr wohl mit dem Migrationspakt befassen, da er nichts besser machen wird, für niemanden außer der herrschenden Klasse. Der Rest wird im Durchschnitt noch ärmer und zusätzlich viele heimatlos und zu allem noch zu unendlicher Dankbarkeit gegenüber dem System verpflichtet, das Ihnen Almosen gibt. Ich sehe schon, wie sie sich gegen jeden stellen, der am System rumkritisiert.

    Und ich entsinne mich gut der Zeiten, als man den Osten der Undankbarkeit beschuldigte, wenn man am übergestülpten System nicht alles ganz hervorragend fand.

    Allerdings gehe ich fest davon aus, dass die deutsche Regierung den Migrationspakt unterzeichnen wird, wenn nicht bis dahin eine Revolution stattfindet.

    • „Der Rest wird im Durchschnitt noch ärmer und zusätzlich viele heimatlos“

      Das ist doch ganz im Sinne von Frau Bonath. Die hören dann hoffentlich endlich auf ihr Revolutionsgelabere und lassen sich nicht mehr von der Aussicht auf marginale Verbesserungen blenden, die ihnen die adrette Frau Wagenknecht macht.

  9. Liebe Frau Bonath! Danke für ihre Mühe!
    Sind wir wieder beim Philosophieren unter dem Banner der üblichen Verdächtigen? Das pseudowissenschaftliche genüssliche Tranchieren irgendwelcher Sachverhalte mit den alten Messern (Murx und C(K)o(tz)..) der überholten und nicht unverdächtigen und lobbyfreien Spaltern von damals führt ins Nichts! Allein die Hintergründe der immer wieder beschworenen Leichen aus Zeiten der ach so tollen Klassenkämpfen, die nie welche waren, weil wie heute dunkel Interessen am Steuer standen und die Menschen aufeinander hetzten, sind so fragwürdig wie ihre verschwurbelten Ergüsse, die ganze Völker vollkommen unbemerkt in Elend und Tod trieben. Warum sind sie nicht in der Lage einfach die Fakten heute zu betrachten? Ohne diesen ollen Mief. Es liegt alles dank KenFM und vielen anderen klar vor uns, was hier los ist. Links und Rechts sind obsolet! Es geht nunmehr nur noch um die Wurst, die Erde und unser Leben heißt, um welche sich die Köter in den (israelgesteuerten) USA und in Königshäusern, die den Namen nicht verdienen sowie den Teufelsküchen der Pfaffen und Mullahs balgen! Es braucht keinen toten Philosophen, um die Welt – die Matrix der Gier und des Hasses zu erkennen. Liebe „Linke“ euch gehört mal rechts und links das Bedürfnis eurer Kinder und Enkel und deren Zukunft um die Ohren gehauen! Wenn ihr keine (Kinder, Enkel) habt, um so besser!

    • Lieber Axel,
      was soll man von jemandem halten, der/die/das so hochtrabend schwadroniert und sich durch die Unterdurchschnittlich- und Giftigkeit der Reaktion auf Gegenrede wohl am Ende nur als Intellektualsimulant selbst bloßstellt?
      Peinlich ist für mich nur die Reaktion, grottenpeinlich.
      Da kann man sich schon fragen, ob es sich um ein und dieselbe Person handelt. Vielleicht einfach nur überfordert damit, ein Mindestmaß an Respekt aufzubringen.
      Oder unfähig, die eigene Betonideologie zu hinterfragen.
      Insgesamt einfach unwürdig und peinlich. Unangenehm und deswegen nicht relevant.

    • Und dazu gehört ein ganz wichtiges Mittel: „Die Mitte“. Die „Mitte“ ist etwas ganz Tolles, heute sind alle in der Mitte. Das gehört wieder zum neoliberalen Falschwörterbuch, weil hier ein Begriff neu besetzt worden ist, denn „Mitte“ ist für uns alle etwas ganz Tolles.
      ‚Mitte‘ suggeriert Harmonie, Ausgeglichenheit, vielleicht auch Geborgensein, ‚Mitte‘ ist ein ganz positives Gefühl, weil wir ungerne zu den Extremen gehören wollen. Der Neoliberalismus hat diesen Mittebegriff neu besetzt, indem jetzt eigentlich mit „Mitte“ eine extremistische Position bezeichnet wird. Nämlich die extremistische Position eines Kampfes gegen Demokratie. Und die „Mitte“ ist sogar eine extrem fundamentalistische Position, weil sie einen Ausschließlichkeitsanspruch hat: Es kann keine Alternativen mehr geben. Die „Mitte“ ist eine extrem fundamentalistische Position mit einem Ausschließlichkeitsanspruch, übt aber auf uns eine gewisse Faszination aus.
      Wir gehen diesem Wort immer wieder auf den Leim. Und Sie sehen, wie häufig dieses Wort als Attraktionsmittel in der politischen Rhetorik verwandt wird, und zwar immer im Kontext auch des neoliberalen Programmes.

      Tony Blair: „a radical centre in which you are able to take decisions fort he future of
      the country“

      Gerhard Schröder 1998: „Es gibt keine linke oder rechte Wirtschaftspolitik, sondern
      nur eine gute oder schlechte Wirtschaftspolitik.“

      Emmanuel Macron 2017: „ni droite, ni gauche“ (weder rechts, noch links)

      Faschismus: „weder links noch rechts“

      Die „radikale Mitte“ – auch eine interessante Wortschöpfung. – Es gibt gar keine Interessen-gegensätze mehr. Es gibt keine Interessengegensätze zwischen Unternehmer und Lohnabhängigem mehr. Es geht nur noch um ‚Vernunft‘, es geht nur noch darum, ‚rational‘ die besten Lösungsansätze zu finden. Es hat auch keinen Sinn mehr, gegen irgend etwas zu kämpfen, es geht nur darum, die ‚beste‘ Lösung zu finden, denn letztlich sitzen natürlich Unternehmer und Lohnabhängige im gleichen Boot, haben die gleichen Interessen, nämlich: die ‚besten‘ Lösungen zu finden. ‚Letztlich ziehen wir doch alle am selben Strang‘ – das ist die Ideologie, was ja irgendwie auch richtig ist, nur eben an unterschiedlichen Enden.

      Interessanter ist hier noch der Punkt – das finden Sie heute ganz häufig -, dass jemand sagt: „ich bin weder rechts noch links“. „Links“, das heißt ja eigentlich für eine gerechte Verteilung und eine solidarische Gesellschaft – und „rechts“ heißt, nicht für eine gerechte Verteilung. Jemand, der weder rechts noch links ist, kann sich eigentlich nur damit noch retten, dass er sagt: „Naja, ich bin völlig apathisch!“

      Und interessant ist, dass der italienische Faschismus genau diesen Slogan hatte, er ist „weder rechts noch links“. Und da war etwas dran. Der Faschismus war extrem anti-links, aber er war auch nicht rechts, denn ‚rechts‘ hieß damals eigentlich reaktionär und bewahrend. Der Faschismus war revolutionär, der wollte nicht bewahren. Das war ein totalitäreres System, er wollte etwas ganz anderes. In gewisser Weise konnte er zurecht sagen: „wir sind weder rechts noch links“. Auch dort lohnt es sich wieder, einen Blick auf die Geschichte zu werfen.

      Aus: 28. Pleisweiler Gespräch mit Professor Mausfeld – 22. Oktober 2017
      Wie sich die „verwirrte Herde“ auf Kurs halten lässt: Neue Wege der „Stabilitätssicherung“ im autoritären Neoliberalismus

      Oder hier:

      Merkmale des Neoliberalismus

      Historischer Ursprung: Hass auf „1789“:
      „Sozialismus“ und „egalitäre Demokratie“
      – verkörpert durch Gewerkschaften, Sozialstaat, …

      Ideologische Basis I: Sozialdarwinismus:
      Glorifizierung des Starken,
      Verachtung des Schwachen

      Angestrebte gesellschaftliche Organisationsform:
      Extrem hierarchische Elitenoligarchie
      – Verachtung für „Volk“,
      zutiefst antidemokratisch

      Ideologische Basis II:
      Mythos „freier Markt“

      Rolle des Individuums:
      – hat sich dem „Markt“ vollständig unterzuordnen
      „Du bist nichts, der Markt ist alles.“
      – zielt nicht nur auf Teilaspekte der Organisation einer Gesellschaft, sondern auf totalitäre Formung von Personen

      Merkmale des Faschismus

      Historischer Ursprung: Hass auf „1789“:
      „Sozialismus“ und „egalitäre Demokratie“
      – verkörpert durch Gewerkschaften, Sozialstaat, …

      Ideologische Basis I: Sozialdarwinismus:
      Glorifizierung des Starken,
      Verachtung des Schwachen

      Angestrebte gesellschaftliche Organisationsform:
      Extrem hierarchische Elitenoligarchie
      – Verachtung für „Volk“,
      zutiefst antidemokratisch

      Ideologische Basis II:
      Mythos „Nation/Rasse“,
      „ethnisch reiner Volkskörper“

      Rolle des Individuums:
      – hat sich der „Nation“ vollständig unterzuordnen
      „Du bist nichts, dein Volk ist alles.“
      – zielt nicht nur auf Teilaspekte der Organisation einer Gesellschaft, sondern auf totalitäre Formung von Personen

      Beide, Neoliberalismus und Faschismus, verbindet der Hass auf „1789“, das heißt auf die sozialen und politischen Errungenschaften der Aufklärung. In diesem Jahr wurden durch die französische Nationalversammlung die Bürger- und Menschenrechte erklärt. Aus der Perspektive des Neoliberalismus und des Faschismus steht dieses Jahr für Sozialstaat und egalitäre Demokratie. Beide verbindet ein Sozialdarwinismus mit seiner Glorifizierung der Starken und seiner Verachtung der Schwachen. Beide sind elitär und teilen eine Verachtung des Volkes. Beide verlangen eine Anpassung und vollständige Unterordnung unter eine Fiktion, den freien Markt auf der einen Seite, das ethnisch homogene „Volk“ auf der anderen Seite.
      (Rainer Mausfeld, Warum schweigen die Lämmer? Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören S. 102/103)

    • diavolinetto

      Da kann man sich schon fragen, ob es sich um ein und dieselbe Person handelt.“

      Wenn man sich anschaut, wer auf diesen Ihren Verdacht antwortet, bzw. direkt unterhalb von demselben auftaucht, fühlt sich in einer alten Vermutung, so wie ich, bestärkt: Hier sind Seilschaften und Autorenkollektive am Werk. Und ein Name muß öffentlich dafür herhalten.
      Die Stilbrüche sind offensichtlich.
      Entweder liegt Schizophrenie vor, oder es schreiben mehrere unter einem Namen.

  10. „Kurzum: Es gibt keine humanen Weg im Kapitalismus, dseine Zerstörungswut ie Arbeitsmigration zu stoppen. Aus dem einfachen Grund: Die Herrschenden wollen sie nicht stoppen und benutzen sie, der Rest kann sie nicht stoppen, weil er nicht die Macht hat. Über konkrete Lösungen mache sich nun bitte jeder selbst Gedanken.“

    Was für ein Satz. Als wolle man den Menschen sagen,dass es keinen Sinn hat ,sich der Verarmung und der Globalisierung zu widersetzen.
    Ich dachte,sie wollen die Menschen aufklären. Es geht nicht um Kapitalismus,sondern um Gesetze,die Menschen schützen und die Tier-und Pflanzenwelt. Das könnte ganz leicht sein und auch der Kapitalismus hätte keine Chance ,seine Spur der Zerstörung fortzusetzen,wenn der Mensch in den Mittelpunkt gestellt werden würde und von Gesetzen geschützt werden würde.
    Das ist heute nicht möglich,weil alle Staaten als Unternehmen gelistet sind und somit im Handelsrecht agieren.Die ganze Welt agiert im Unternehmensrecht,und der Mensch wurde ebenfalls zu juristischen Person herabgestuft mit der Registrierung der Geburtsurkunde. Das sind die wahren Gründe,warum Menschen weniger Rechte haben als Unternehmen.
    Das sage nicht ich,sondern viele Künstler,Intellektuelle und Autoren.Einer von ihnen ist Michael Tellinger.
    Warum beginnen sie nicht mit der Aufklärung und sagen das den Menschen.

    • Klingt zwar wie abgedroschen: der demokratische Ansatz fehlt. Auch in Ihrem Text.
      Das sage ich den Menschen, auch hiermit.
      Buchstaeblich mit der von Ihnen erwaenten „Aufklaerung“ haette die Demokratie starten muessen. Hat sie aber nicht. Wurde schon Tage danach von think tanks (damals auch Voltaeire) zersetzt.
      Und wird auch heute laufend zersetzt. Immer noch von think tanks und im Auftrag der jeweiligen Machtausuebenden.
      Auch die Frau Bonath scheint beim Abfassen ihres Beitrags genau im vorgegebenen Denkrahmen zu verharren: indem zwar etwas Zutreffendes schildert aber nicht die wirksame Gegenstrategie grunddemokratischer Denke als Alternative miterwaehnt.

    • Ich glaube nicht, dass es ihr um Demokratie geht, weil dann hätten ja alle eine Stimme, auch die Kapitalisten oder diejenigen, die vielleicht von der jetztigen Gesellschaftsform weg möchten, aber definitiv nicht von Bonath und Co. beglückt werden wollen.
      Es gibt viele, die so nicht weiter machen wollen, aber:

      Wer will sich schon hinter Bonath scharen?

    • Moin, diavolinetto, bevor sie solche Behauptungen/Feststellungen treffen, sollten Sie sich vielleicht ersteinmal mit der Analyse der Ökonomie im Kapitalismus näher befassen!
      Wie kommen Sie darauf, dass sich keiner hinter Bonath scharen will, nur weil man andere Ansichten hat?
      Es kommt bei diesen Auseinandersetzungen darauf an, den richtigen Weg zu finden. Der fällt ja bekanntlich nicht vom Himmel, sondern muss sich erarbeitet werden. Machen Sie einen Vorschlag, wie wir weg kommen vom jetzigen Modell! Ansonsten ist es nur Nörgelei!

      mfG

    • Hier geht es um ein Spalten, damit bloß keine Volksbewegung zustande kommt. Und Demokratie? Jetzt?
      Dann sehen Sie sich doch um, mit wem wir es zu tun haben? Mit dem Volk wird es keinen sozialistischen Umsturz geben. Ich komme gerade aus der Fußgängerzone nach Hause: Revolution? Ich lach mich tot. Denn Sozialismus können Sie gerade als Diktatur durchsetzen, gegen das Volk, das man dann zwangsbeglücken müsste. Ohne mich!
      Man muss die Rechnung schon mit den Menschen machen. Und 2018 was vom Sozialismus faseln…Entschuldigung, das geht hier in der Filterblase. Damit holen Sie niemanden ab.
      Sehen Sie sich in der Lage zu entscheiden, was für alle amderer gut oder besser wäre? Gegen deren Willen? Das ist nicht meine Herangehensweise. Es gibt kein Bewusstsein für solche Träumereien.
      Die Menschen leben jetzt und wollen eine Verbesserung und keine Retro-Marx-Sülz mit einer Perspektive für irgedwann mal. Ist halt so.
      Ökonomie, System, blablabla. Was will den der Texter hier? Dass wir nur ja nicht Frau Wagenknecht folgen? Gut, lassen wir das. Und dann?

      Zurück in die Zukunft mit einem neuen System? Dem Sozialismus? Wo man sich wieder als Individuum einzufügen hat in ein System, das für einen denkt und lenkt.
      Bevormundung unter anderen Vorzeichen? Ist das so etwas wie „Schöner Siechen“?

      Ein Wechsel des Systems? Wo dann wieder eine Elite, eine Avantgarde, eine Partei das Sagen hat? Wo doch bei solchen Vorgängen am Ende die gleichen Psychos die Spitze des Systems besetzen!
      Ist das eine ABM-Maßnahme für Wendehälse?
      Mir reichen Merkel und die ganzen anderen Ostgurken, die hier willenloser als jeder West-Depp die deep state-Agenda vorangetrieben hat.
      Und was erlebe ich hier? Geht nicht wählen! Geht nicht zur Wagenknecht! Wehrt Euch nicht gegen Soros` Pläne?

      Cui bono? Mir nicht!

    • „Sehen Sie sich in der Lage zu entscheiden, was für alle andere gut oder besser wäre?“

      Genau hier liegt der Hund begraben. ich bin sicher, daß viele der Autoren, die hier schreiben, für sich in Anspruch nehmen würden, diese Entscheidung treffen zu können.
      Einen fataleren Irrtum kann es kaum geben.

    • Und einige user hier sind in der Sache traut vereint mit den Autoren der Selbstherrlichkeit. Naja, man hatte vor langer Zeit die Hoffnung, dass man hier eine andere Gesinnung antreffen würde, aber es ist das selbe in grün.
      Von der Kanzel herab wird vor sich hin das dumme Volk umarmt und so langegedrückt bis die Luft zum Nein-Sagen fehlt.
      Man bewahre uns davor, dass solche Gestalten etwas zu sagen bekommen. Dann wird es nämlich keinen Deut besser.

    • „Wie kommen Sie darauf, dass sich keiner hinter XXXX scharen will, nur weil man andere Ansichten hat?“

      Wenn die Blinden den Blinden folgen, fallen alle zusammen in die Grube.

      Wer sich so offen für Fleischkonsum eingesetzt hat, wie das bei der Autorin der Fall ist, wer also das Töten und den Mißbrauch von Tieren rechtfertigt – wie kann der auch nur einen Sekundenbruchteil lang daran glauben, daß seine Schreiberei Frieden und Gerechtigkeit herbeiführen wird? Für mich ist das, negativ formuliert, Wahnsinn, positiv formuliert, Inkonsequenz.

      Und abschließend noch diesen hier, von Alexander W. geklaut:

      „Wie so oft wird das Brett vor dem Kopf mit der Fackel der Freiheit verwechselt.“

  11. „Ein sinnvoller Plan für eine Revolution gehört zu den ganz wenigen Dingen, die garantiert nicht als Konsumangebot im gigantischen Warenhaus des wankenden Marktes zu haben sind.“

    Momentan ist Er nirgends zu haben – nicht mal auf dem Schwarzmarkt.
    Ich glaube, den gibt es nicht.
    Was nützt der Plan einer Revolution, wenn man ahnungslos ist, was danach kommt?

    Der Kapitalismus kam auch ohne Plan in die Welt. Er ist einfach passiert.
    Meine Vorstellung ist, dass nach dem Kapitalismus etwas Anderes kommt, weil es einfach nicht auf ewig funktioniert und weil es notwendig ist.

    • Moin, schwarz ist weiss, ja, das mit dem Schwarzmarkt ist gut!
      Auch teile ich die Feststellung, dass man schon wissen sollte, was nach einer Revolution kommen sollte. Das war u.a. m.M.n. ein Manko der russischen Revolution.
      Aber, dass der Kapitalismus ohne Plan in die Welt kam, halte ich fuer nicht haltbar. Immerhin hat die Revolution der Buerger den Adel und auch den Klerus als herrschende Macht abgelöst. Die Buerger waren „gezwungen“ dem nun zwar besitzlosen Bauern gewisse Zugeständnisse zu machen (Wahlrecht, Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit), konnten aber auch die erpressbar gewordenen Massen durch den Trick mit der Längerbeschäftigung ausbeuten, d.h. einen Mehrwert abschöpfen.
      Also ganz so mir nichts dir nichts kam der Kapitalismus nicht auf die Welt.
      Dass etwas anderes kommt sehen wir täglich, indem wir die Kapitalkonzentration realisieren, die eben zum Monopolismus fuehrt, und anders als noch bei Bonath zu lesen, die Ueberproduktionskrisen in den Griff bekommt.

    • Der Kapitalismus begann mit einer technischen Revolution (Mechanisierung), die nicht von langer Hand geplant war.
      „Wahlrecht, Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit“, höhere Lebenserwartung, Gleichberechtigung (m/w) usw. waren viel spätere Folgen dieser technischen Revolution .
      Mit dem Einsatz der Technik war das Wachstum in der Welt –> Kapitalismus.

      (Ulrike Herrmann: Anfang und Ende des Kapitalismus –> YouTube)

    • Moin, schwarz ist weiss,
      der Kapitalismus hat mit den verarmten Handwerkern seine Grundlage gehabt. Dort wo die Zuenfte den Hanwerker nicht mehr schuetzen konnte, war er gezwungen sich selber zu verdingen. Bei der Textilherstellung konnten dann mittels der Mechanisierung und Zerlegung der dafuer geeigneten Arbeiten ungelernte Arbeiter beschäftigt werden.
      Die Erzwingung massenhafter Freilassung der Leibeigenen durch das Stadtbuergertum schaffte die Grundlage fuer den Kapitalismus.

  12. Würde Karl Marx heute für eine linke Partei im Deutschen Bundestag sitzen, dann erginge es ihm genau so wie Sarah Wagenknecht. Hardcore-Ideologen wie Frau Bonath, die sich posthum auf seine Gedanken stützen würden versuchen einen Karl Marx genau so zur Schneke machen, wie sie es vergeblich mit Sarah Wagenknecht versuchen.
    Grade in eine Beitrag von Angela Nagele gelesen:
    Karl Marx‘ Position zur Einwanderung würde ihn heute in der modernen Linken zur Persona non grata machen. Obwohl Migration in der heutigen Geschwindigkeit und Größenordnung zu Marx‘ Zeiten undenkbar gewesen wäre, sah er die Auswirkungen der Migration im 19. Jahrhundert sehr kritisch. In einem Brief an zwei amerikanische Reisegefährten argumentierte Marx, dass die Einfuhr von niedrigbezahlten irischen Einwanderern nach England sie in einen feindlichen Wettbewerb mit englischen Arbeitern zwang. Er sah es als Teil eines Systems der Ausbeutung, das die Arbeiterklasse spaltete und eine Erweiterung des kolonialen Systems darstellte. Er schrieb:

    „Aufgrund der ständig zunehmenden Konzentration von Pachtbesitzern schickt Irland ständig seinen eigenen Überschuss auf den englischen Arbeitsmarkt, drückt damit die Löhne und senkt die materielle und moralische Position der englischen Arbeiterklasse.Und das Wichtigste von allem! Jedes Industrie- und Handelszentrum in England besitzt heute eine Arbeiterklasse, die in zwei feindliche Lager unterteilt ist, englische Proletarier und irische Proletarier. Der gewöhnliche englische Arbeiter hasst den irischen Arbeiter als Konkurrenten, der seinen Lebensstandard senkt. In Bezug auf den irischen Arbeiter sieht er sich als Mitglied der herrschenden Nation und wird so zu einem Werkzeug der englischen Aristokraten und Kapitalisten gegen Irland, wodurch ihre Herrschaft über sich selbst gestärkt wird. Er hegt religiöse, soziale und nationale Vorurteile gegen den irischen Arbeiter. Seine Einstellung zu ihm ist ähnlich wie die der ‚armen Weißen‘ gegenüber den Negern in den ehemaligen Sklavenstaaten der USA. Der Ire zahlt ihm mit Zinsen auf sein eigenes Geld zurück. Er sieht in dem englischen Arbeiter sowohl den Komplizen als auch das dumme Werkzeug der englischen Herrscher in Irland. Dieser Antagonismus wird künstlich am Leben erhalten und durch die Presse, die Kanzel, die Comic-Zeitungen, kurz gesagt, durch alle Mittel, die den herrschenden Klassen zur Verfügung stehen, verstärkt. Dieser Antagonismus ist das Geheimnis der Impotenz der englischen Arbeiterklasse, trotz ihrer Organisation. Es ist das Geheimnis, mit dem die Kapitalistenklasse ihre Macht behält. Und letztere ist sich dessen durchaus bewusst.“

    • Ich fürchte, auch Sie haben den Unterschied zwischen reformistisch und revolutionär nicht verstanden. Was Reformismus angerichtet hat, einfach mal auf die November-Revolution von 1918 in D. gucken.

    • Ja, aber vermutlich auf der „richtigen“ Seite.
      Vermutlich hatte sie eine glänzende Ostkarriere vor Augen. Und nun das!
      Es ist zwar schon so, dass im Osten vieles verhunzt wurde, weil man dachte, man könne aus jedem alles machen; aber in dem konkreten Fall kann man sich sicher sein, dass es selbst im Osten massenhaft weniger talentfreie Hetzer gab.
      Da kann man schon mal bissig werden. Hüben wie drüben nix geworden.
      Ich glaube, die Dame schreibt ihren Kram nicht wirklich selbst. Wenn man betrachtet, wie niveaulos ihre quasi spontanen Einlassungen sind. Vielleicht so eine Art Multi-, nein nicht Talent, eher Persönlichkeit. Oder es besorgt ihr jemand den Unsinn.

    • Ihre Mutmaßungen sind durch keinen Fakt unterlegt.
      Wenn ihnen eine Meinung oder Überzeugung nicht gefällt, ist das erst einmal ihre Sache.
      Was Sie hier ablassen, ist untere Schublade.

  13. „Nun ja: Beide haben mit ihren Vorwürfen recht. Aber beide liegen insgesamt falsch. Die ganze Debatte ist in Wahrheit unsinnig, verwirrend, kontraproduktiv. Ein Linker sollte mindestens Humanist sein – und politisch progressiv. Der Migrationspakt ist beides nicht.“

    Frau Bonath uebernimmt die zentristische „sowohl als auch“ Position. Das deute ich erstmal so, dass Sie von der Kipping/Regierungsposition ihrer frueheren Artikel abweichen. das ist zumindest zu 50% in Ordnung.

    „Sie (die Wagenknecht Position) dient den Interessen nationaler Kapitalfraktionen in Deutschland, die sich vor der Konkurrenz global agierender Großkonzerne – aus ihrer Sicht zurecht – schützen wollen.“

    Was ist das fuer ein Geschwätz, Frau Bonath!? Konkret welche Kapitalfraktion? Sollen denn die Migranten nicht bei national agierenden Unternehmen eingestellt werden? Selten solch einen Blödsinn gelesen! Die Lohndruecker sollen ins Land geholt werden, um das Lohnniveau insgesamt zu druecken! Genau wie damals die Iren nach England gelotst wurden.

    „Mit Blick auf die Realität mutieren diese Forderungen jedoch zu leeren Floskeln, einem wortgewaltigen Ablasshandel gleich. Denn die herrschende Klasse, ob in Deutschland, den USA oder sonst wo, hat gar nicht das Interesse, Fluchtursachen zu bekämpfen, (…) “

    Wie wahr! das konnte man noch vor kurzem anders bei Ihnen Lesen. Aber ein Lernschritt ist das Letzte, was ich Ihnen vorwerfen wuerde.

    „Denn Lohnarbeit ist die einzige Quelle der Profitschöpfung, der Staat beteiligt sich daran. Kaufkraft schwindet, die Gesamtprofitrate sinkt. Es ist ein Symptom des Kapitalismus, dass dessen Apologeten seine Krisen mit Mitteln zu lösen versucht, welche die Krise verschärfen.“

    Es wäre gut nicht nur Marx/Engels auswendig zu lernen, sondern auch einmal zu schauen, dass sich der Kapitalismus weitestgehend zum Monopolismus entwickelt hat, und von daher die Ueberproduktionskrisen weitestgehend vom Monopol gebändigt sind. Nur der konkurrierende Kapitalismus schafft Ueberproduktion! Diese Situation haben wir heute bei weitem nicht mehr.
    Im uebrigen ist der Fall der Profitrate ein Grund warum Lohndruecker ins Land geholt werden, die zu geringerem Lohn wieder mehr Mehrwert schaffen sollen.

    „Wer hier eine nationale Lösung sucht, hat offenbar zweierlei nicht verstanden: Erstens ist der Staat ein Instrument der herrschenden Klasse. Er hat die einzige Aufgabe, die Ausbeutung im globalen Arbeitshaus territorial zu managen. Zweitens funktionierte der Kapitalismus schon immer global.“

    Ja, der Staat ist der Handlanger der herrschenden Klasse, aber er agiert zumeist national. Und so ist es mit allen möglichen Regelungen/Gesetzen in einer nationalen Ökonomie. Neulich konnten wir an gleicher Stelle lesen, dass es nur eine Lösung als Generalstreik weltweit geben kann. Wie sehr kann man das Linkssein diskreditieren mit solchen rrrrradikalen Parolen!?
    Natuelich gibt es eine linke Position zu der Migrationsfrage: Diejenigen Unternehmen, die sich ueber die entspr. nationalen Staaten Zugang verschafft haben zu den ärmsten Ländern Afrikas und anderswo, um ueber sog. Freihandels(knebel)vertäge diese Länder noch mehr zu druecken als eh schon, genau diese Länder haben die Pflicht mit dem geraubten Geld die dortigen Volkswirtschaften wieder auf die Beine zu stellen.
    Die Kriege gegen diese Nationen muessen sofort beendet werden, und der Waffenexport an die Länder (wie Saudi Arabien) muessen eingestellt werden.
    Die Schleuserbanden muessen bekämpft werden.
    Wahrscheinlich gibt es noch mehr, was zu tun wäre, aber eines ist sicher: Soros und Merkel gehören hinter Gitter.

  14. Und ich dachte schon, Sie machen einen Vorschlag wie man 200.000 Leute vor den Reichstag bringt um den Putsch gegen die Bevölkerung noch zu verhindern.
    So aber kenn ich das Zerreden. Es ist schade um die Zeit.
    Das heute jeder Widerstand bereits zersetzt ist, sah ich am Sonntag bei AUFSTEHEN. Dort entpuppte sich die Leiterin des ORGA-Teams als undercover-Kanditatin des frankfurter Stadtparlaments Ökolinx, deren Vorsitzende Jutta Dittfurth ist.
    Natürlich wird dann nichts draus.
    Seien sie einfach Aktivistin – oder lassen es.

  15. Das stellt für mich schon wieder eine Verniedlichung der Realität dar.
    Die vielen Millionen Menschen,deren Länder im Interesse der Multinationalen Konzerne zerstört werden,und nun nach Europa drängen.
    Merkel bricht deutsches Recht,indem sie nicht Schaden vom Volke abwendet,sondern alles tut,um noch mehr Leute reinzuholen,von denen keiner weiß,wer sie sind.
    Nicht wenige Leute,die sicher keine Verschwörungstheretiker sind,sagen für die nächsten 20-30 Jahre Bürgerkriege in Europa voraus.Wer die Augen nicht verschließt ,muss doch erkennen,dass das nicht zufällig geschieht und dass es um die Zukunft überhaupt geht.

    • Außerdem ist dieser Pakt ein Diktat gegenüber den Nationalstaaten.Eine Organisation wie die UNO setzt das souveräne Recht der Nationalstaaten außer Kraft ,selbst darüber zu bestimmen,wer in ihre Länder kommt.
      Verstößt diese Organisation am Ende gegen ihre eigenen Gesetze,-denn ist sie nicht zum Schutz der Staaten gegründet worden.
      Nein,sie gründet auf der Feindstaatenklausel gegenüber Deutschland.

  16. Danke, Susan Bonath – ein guter Kommentar!

    Aus meiner Sicht ist diese ganze Diskussion um den UN-Migrationspakt ziemlich irrelevant. Sicher kann man mit Recht kritisieren, dass keine Debatte im Bundestag darüber geplant war, dass Migration dort generell als normal, wünschenswert und wohlstandsfördernd belabelt wird, etc.

    Nur – es gibt sehr viel wichtigere Themen auf dieser Welt als diesen „Migrationspakt“. Es ist ein RECHTLICH NICHT BINDENDER Vertrag, was gleich in der Präambel steht. Danach kommt sehr oft „wir verpflichten uns“ als Formulierung – und der Rest des Satzes besteht dann jeweils aus ziemlich heißer Luft, schwammigen Polit-Technokraten-Worthülsen ohne Belang. Wer es nicht glaubt, kann sich den Original-Text ja mal selbst zu Gemüte führen, er ist leicht zu finden.

    Dieser Vertrag wird absolut nichts ändern, aus meiner Sicht. Er ist das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt ist – und schon gar keine endlose Debatte. Jedes Land macht seine eigene Politik weiter, wie es mag. Freilich ohne, dass das am Problem der Migration und den tatsächlichen Fluchtursachen irgendetwas ändern würde.

    • Aus Langeweile werden die sich nicht getroffen haben,um diesen Pakt zu verabschieden.Oder meinen sie,die wollten sich nur mal wieder sehen zu Kaffee und Kuchen.
      Auch Ungarn und Trump werden nicht aus Langeweile daran nicht teilgenommen haben.

      Wer solche Verträge aufsetzt,kennt alle juristischen Winkelzüge und Tricks,um nicht das offen zu legen,was verfolgt wird.
      Wenn es da heißt,dass die Souveränität der Staaten nicht in Frage gestellt wird,dann ist das eine Täuschung.
      Und von Menschenrechten ist die Rede-aber juristische Personen haben kein Anrecht auf Menschenrechte.

    • Moin, Bejamin, der UN-Migrationspakt ist absolut nicht irrelevant, sondern soll die Weichen stellen fuer die nächsten 100 Jahre! Und dass er rechtlich nicht bindend sein soll glaubt wohl nur jemand, der auch den Klapperstorch zum Freund hat. Nit diesem Pakt wird auf Sicht das Lohnniveau nach unten verschoben und festgeklopft.
      Was z.B. völlig fehlt ist ein Hinweis auf die Kriege als Fluchtursachen und dass die Migration als etwas normales hingestellt wird und nicht etwa das Sesshafte. Es straft die Realität Luege.

    • Die Migrationsfrage ist natürlich wichtig. Und dazu gibt es vieles zu sagen.

      Nur: Dieser Migrationspakt ist eine Luftnummer. Meinen Sie ernsthaft, wenn die Strippenzieher im Hintergrund ein wichtiges Projekt hätten, dann würden Sie Heiko Maas damit betrauen? 😉

      Und zur Sinnhaftigkeit von internationalen Konferenzen und „Verträgen“ bzw. Absichtserklärungen heutzutage: Was kam denn bei den letzen G20-Gipfeln raus? Oder den Klimakonferenzen? Oder den Friedensgesprächen zur Ukraine? Oder zur WTO?… Nichts, absolut nichts von Belang, genau wie auch hier.

    • Moin, Benjamin,
      „Was kam denn bei den letzen G20-Gipfeln raus? Oder den Klimakonferenzen? Oder den Friedensgesprächen zur Ukraine? “
      Bei den Klimakonferenzen „soll“ m.M.n. gar nichts herauskommen. Alles was zur Verbesserung des Klimas fuehren wuerde, ginge den Unternehmen verlustigt. Also saubere Luft fuer das Volk? Nur ein Kostenfaktor, den es zu minimieren gilt.
      Zur Ukraine ist zu sagen, dass dieses Gebilde sich vorzueglich eignet immer mal wieder Provokationen loszutreten, um im Gefolge dessen die Nato noch weiter aufzuruesten. Kann man gut nachlesen: bei jeder Provokation der Ukraine, wenn die Kriegsministerin wieder eine Etaterhöhung fordert.
      Ganz anders wie beschrieben beim Migrationspakt, der sofort und unmittelbar auf die Lebensqualität der Menschen zielt. Es gibt genuegend flaschensammelnde Rentner oder im Niedriglohnsektor (20% der Beschäftigten in DE verdienen weniger als 2/3 des Durchschnitteinkommens) beschäftigte. Muss das alles noch getopt werden?

      mfG

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