Tagesdosis 3.2.2018 – Marx, Goethe und das globale Finanzsystem

Ein Kommentar von Ernst Wolff .

Karl Marx, der im Mai vor 200 Jahren geboren wurde, hat einmal gesagt: „Die herrschenden Gedanken einer jeden Epoche sind die Gedanken der herrschenden Klasse“. Wie sehr seine Beobachtung zutrifft, lässt sich in unserer Zeit besonders klar erkennen.

Die überwiegende Mehrheit der Menschen ist überzeugt, in einer Demokratie zu leben. In ihren Augen dienen die Wahlen dazu, alle vier Jahre „Volksvertreter“ zu bestimmen, die anschließend im Auftrag des Volkes regieren. Die Mehrheit ist auch der Meinung, dass wir Pressefreiheit genießen und vor dem Gesetz alle gleich sind.

Was das Finanzsystem angeht, so nehmen die meisten Menschen an, es brauche sie nicht zu interessieren, da es ihr Leben nicht direkt berühre. Fragt man nach der Rolle, die die Zentralbanken in unserer Gesellschaft spielen, so glauben fast alle Befragten, es handle sich um staatliche Einrichtungen, die neben der Geldschöpfung die Aufgabe haben, die Banken zu beaufsichtigen und zu kontrollieren.

Keine einzige dieser Ansichten entspricht der Wahrheit. Würden wir tatsächlich in einer Demokratie leben, so müssten die Entscheidungen der Regierenden den Willen der Bevölkerung widerspiegeln. Deren überwiegende Mehrheit ist aber ganz und gar nicht dafür, dass Waffen exportiert, Kriege geführt, die Umwelt zerstört und zukünftige Generationen mit Schulden belastet werden, die sie nicht zu verantworten haben. Sie will auch nicht, dass eine winzige Minderheit sich hemmungslos bereichert, während der Anteil derer, die immer härter ums Überleben kämpfen müssen, beständig zunimmt.

Die Wahlen, die alle vier Jahre abgehalten werden, sind auch keineswegs ein Beweis für Demokratie. Zum einen kosten Wahlkämpfe enorm viel Geld, zum anderen werden sie ganz erheblich durch die Medien manipuliert, die sich im Besitz der winzigen Minderheit von Ultrareichen befinden und in erster Linie nicht der Information, sondern der Erwirtschaftung von Gewinnen dienen.

Außerdem werden die wirklich wichtigen Entscheidungen nach den Wahlen in der Regel hinter verschlossenen Türen getroffen und spiegeln oft das Gegenteil dessen wider, was die Mehrheit der Bevölkerung möchte. Schlussendlich werden Parlamente dann, wenn die Herrschaft der Finanzelite in Gefahr gerät, ganz einfach kaltgestellt, wie zum Beispiel im Fall der Zwangsverwaltung ganzer südeuropäischer Staaten durch die Troika aus EZB, IWF und EU-Kommission.

Was die Zentralbanken angeht, so könnten die Gedanken der Allgemeinheit auch kaum falscher sein: Sie sind geschichtlich mit der Einführung nationaler Währungen entstanden und dienen nicht etwa der Kontrolle, sondern der Interessenswahrnehmung der Geschäftsbanken, die wiederum jahrhundertelang allein für die Geldschöpfung zuständig waren.

Erst in der jüngeren Vergangenheit, insbesondere seit der Krise von 2007/ 2008, sind die Zentralbanken dazu übergegangen, vermehrt aktiv in den Geldschöpfungsprozess einzugreifen. Damit aber haben sie keinesfalls eine Kontrollfunktion übernommen, sondern genau das Gegenteil getan: Sie haben den größten Geschäftsbanken mit „billigem“ Geld in Billionenhöhe unter die Arme gegriffen und deren Überleben gesichert, während sie kleinen Banken, Sparern und auf Altersvorsorge bedachten Senioren durch immer stärkere Zinssenkungen extrem geschadet haben.

Die in weiten Teilen der Bevölkerung verankerten Vorstellungen von unserer parlamentarischen Ordnung und unserem Finanzsystem sind also falsch und irreführend. Trotzdem werden sie tagtäglich in Schulen und an Universitäten gelehrt, in den Medien verbreitet und von Politikern nachgebetet.

Das hat seinen Grund: Die gängigen Vorstellungen täuschen die Menschen über die bestehenden Machtverhältnisse hinweg und stellen sie daher nicht in Frage. Sie erfüllen damit einen Zweck, der für die Herrschenden von enormer Bedeutung ist: Sie stabilisieren ein zutiefst ungerechtes und unsoziales System, in dem eine Minderheit auf Kosten der Mehrheit profitiert.

Mit Hilfe von Schulen, Medien und Politik ist es der Finanzelite so gelungen, einen Zustand herbeizuführen, den Johann Wolfgang von Goethe einmal folgendermaßen charakterisiert hat: „Niemand ist hoffnungsloser versklavt als derjenige, der fälschlicherweise glaubt, frei zu sein.“

Doch auch diese zunächst entmutigende Erkenntnis sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in einer Zeit leben, in der man Hoffnung schöpfen kann. Das System hat nämlich nicht nur die höchste soziale Ungleichheit aller Zeiten erzeugt, sondern durch jahrelange Manipulation mittels Gelddrucken und Zinssenkungen und die Erklärung der Großbanken für „too big to fail“ ein Stadium der Fäulnis erreicht, das es von innen her zersetzt und zerstört, anders ausgedrückt: Es ist in seine Endphase eingetreten.

Vor uns liegt nicht nur eine historische Periode des Zerfalls und des Aufbrechens alter Strukturen, sondern vor allem eine Periode heftiger sozialer Auseinandersetzungen, in der immer mehr Menschen mit dem System in Konflikt geraten und so auf Grund eigener Erfahrungen die Chance haben werden, seinen wahren Charakter zu erkennen.

Genau deshalb ist es so wichtig, aus Karl Marx’ Erkenntnis die richtige Schlussfolgerung zu ziehen und den herrschenden Gedanken das einzige Mittel entgegenzusetzen, was ihnen ihre Grundlage entziehen und sie historisch überwinden kann: Die Wahrheit über das bestehende System.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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72 Kommentare zu: “Tagesdosis 3.2.2018 – Marx, Goethe und das globale Finanzsystem

  1. Sie haben kenfm.de in der Schweiz gesperrt!
    Ich bin so was von wütend
    Ich habe Google bereits geschrieben, dass ich mir das auf keinen Fall gefallen lassen werde
    Wer statt der kenfm.de Seite den Warnhinweis bekommt das diese Seite nicht sicher sei, soll bitte sofort Google schreiben.
    Dieser Warnhinweis kommt bei jedem neuen Aufruf einer Kenfmseite!!! So ist das begehen dieser Seite praktisch nicht mehr möglich
    Jetzt gehe sie entschieden zu weit! Ich zittere vor Wut

    • War heute morgen hier in Spanien auch so. Ich habe einfach das Ausnahmezertifikat geklickt und habe wieder Zugang.
      Vor Wut zittern? Verstehe ich gut. Aber bitte wieder beruhigen und kühl handeln.
      Alles Gute!

    • Danke für Deine Antwort
      Ich finde diesen Ausnahmezertifikationsbutton nicht.
      Ich finde, ich muss den auch nicht finden.
      Was erlaubt sich Google eigentlich!
      Denken die eigentlich der ganze Inhalt gehört Ihnen? Ohne den Beiträgen von der ganzen Menschheit, wäre das Internet leer. Die spielen sich auf zum König. Ich finde wir sollten sie überschwemmen mit Nachrichten. Die können doch nicht einfach Kenfm sperren.
      Was denken die sich eigentlich?
      Arroganter geht es wohl nicht mehr.
      Dabei sind sie nur die Schachtel, WIR sind das Internet.

    • Ouuha, mein Alzheimer. Ich gaube, mit dem Warnhinweis kam so ein Fenster, durch das man sich durchwurschteln kann. Dann kann man kenfm.de als Ausnahme zertifizieren.
      Bezüglich der Monopole im Internet – das wird leider noch schlimmer werden. In den USA wird die Netzneutralität massiv bekämpft und jetzt darf man mal raten, wer das auch in D unterstützt.
      Ich selbst nutze so oft wie möglich andere Suchmaschinen als Google, z.B. ixquick-punkt-com. Leider ist die nicht so umfangreich.
      Ich benutze auch kein facebook, ich habe einfach keine Lust, mir von einer Privatperson vorschreiben zu lassen, was ich veröffentlichen darf und was nicht. Aber das ist völlig unwichtig. Hoffen wir, daß human-connection.org was wird.

    • Nun waren sie aber fix,beim wieder Freischalten.

      Heute Nacht um 3 Uhr, ich bin Nachtmensch, war ich erst verblüfft, und dann kam die Erkenntnis, aha , es geht los.
      Entweder ist man schnell zurück gerudert, oder es lag ein Missverständnis vor.
      An letzteres glaube ich zwar weniger, aber alles andere wäre dann doch zu dick aufgetragen.
      Da schaltet man lieber wieder frei, bevor der Sturm zu groß wird.
      Ich hab Heute Nacht über den Internetexplorer die MsN Suchmaschine benutzt und kam zum selben Ergebnis. Offenbar hat es wohl eher mit Windows zu tun.
      Bei meiner Suche bin ich dann noch bei Wikipedia gelandet, und war auch da sehr überrascht, über
      die neusten Einträge zu KEN FN. Man ist auf jeden Fall sehr rührig.

    • Nun wird mein Kommentar geprüft, weil KenFm als als mit http.. im Text ist.

      Also ändern:
      Hallo, das war wohl überall der Fall.
      Ich benutze einen Mac mit Safari.

      Abgelaufenes Zertifikat von COMODO RSA Domain Validation Secure Server CA.

      Habe mal Kenfm im SSL Checker eingegeben:

      Da kommt unter anderem das Ergebnis.
      Common name: kenfm.de
      SANs: kenfm.de, ****://***.kenfm.de
      Valid from February 4, 2018 to February 5, 2019
      Serial Number: 8f9341f78d203481b1d27cfda9bbab22
      Signature Algorithm: sha256WithRSAEncryption
      Issuer: COMODO RSA Domain Validation Secure Server CA

      Server-Zertifikat ist abgelaufen:
      “ Ein SSL-Server-Zertifikat hat immer eine bestimmte Laufzeit. In aller Regel sind das ein bis zwei Jahre. Die Zeit beginnt in der Regel, wenn sich ein Webseitenbetreiber das Zertifikat von einer Zertifizierungsstelle geben lässt. Wenn Sie als Besucher eine Website ansteuern, dessen Zertifikat älter als zwei Jahre ist, erhalten Sie die genannte Fehlermeldung. Gerade bei den Webseiten von kleineren Firmen kommt dieser Fehler schon mal vor, auch ohne dass die Verbindung deswegen unsicher sein muss. Der Administrator hat es einfach versäumt, rechtzeitig ein neues Zertifikat zu besorgen und einzubauen. Auf der sicheren Seite sind Sie aber trotzdem, wenn Sie eine entsprechend bemängelte Website wieder verlassen. „(macwelt.de)

    • Bevor man schreibt:
      „Sie haben kenfm.de in der Schweiz gesperrt!“ erst sich mal informieren.

      Vielleicht könnte mal jemand schreiben, was der Sinn von Zertifikaten sind und wo man sie beantragt.
      Ich glaube, sie sollen zur sicheren Identifizierung der Seite dienen.
      Der Admin von KenFm könnte sich ja auch mal äußern.

  2. Wir leben in einer Zeit der Lüge – wir laufen auf ihr, wir müssen sie einatmen, wie leben in ihrem Schatten… Man kann nichts mehr glauben, was öffentliche Medien vermitteln.

    Vor zwei Tagen habe ich hier in einem anderen Kommentarbereich vermutet, dass sicher bald wieder ein Anschlag passieren würde – die Vorzeichen: Diese auffällig oft gebrachten Artikel mit dem N-Wort… und nun haben wir in Italien wieder dasselbe Muster: Ein Mann schießt aus einem LKW; dann fasst man ihn, als er auffällige Zeichen macht und sich die italienische Flagge umhängt… Es heißt, er habe die Tat gestanden…
    Was hindert mich, das einfach so zu glauben?
    Im April sind Wahlen in Italien, … außerdem die FISA Geschichte, die von den Medien als total belanglos heruntergespielt wird… und diese allgemeine Hysterie gegen „Rechts“ in den Medien…
    Und jetzt also wieder ein Anschlag. Ich zweifle am Wahrheitsgehalt der Informationen, die uns über die Motive für ein solch abscheuliches Verbrechen vermittelt werden, sei es, dass sie uns vermitteln wollen, der Anschlag sei „rechtsextremistisch, „islamistisch“ oder „linksextremistisch geprägt. … Ich glaube einfach nicht, dass es so viele Fanatiker geben soll,….

    Aber es gibt viele Leute mit krimineller Energie, die ein Geldgeschenk und einen Neustart in einem anderen Land gut gebrauchen könnten…

    Mal angenommen, es war ein False Flag? Mal angenommen, jemand spielt diesen Mann, lässt sich verhaften, bekommt einen Prozess, verschwindet für eine Weile – wird dann aber vorzeitig entlassen und bekommt einen Haufen Geld dafür und eine neue Identität? Schließlich erfährt man ja nicht einmal seinen Namen…

    Oder mal angenommen, er wird schon seit längerer Zeit von Geheimdiensten psychologisch „betreut“, er ist labil, man sorgt dafür, dass er in Kontakt zu bestimmten Gruppen kommt, die ihrerseits von Geheimdienstlern gefördert wurden, die ihn pychologisch „anschubsen“, ihm vielleicht ein „Aggressions-Training“ angedeihen lassen, ihm was ins Glas schütten …

    Man wird ja wohl noch laut denken dürfen… udn außerdem:
    Es gilt eben das Sprichwort: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht…

    • Wenn man bedenkt, dass Peter Urbach 1970 etwa abgetaucht ist und 2012 in den USA verstorben ist und dort scheinbar unter seinem Namen gelebt hat, dann kann man erahnen, dass es vielleicht gar kein großes Hexenwerk ist, Menschen irgendwo zu parken.
      Ob das im Internetzeitalter noch so easy läuft? Vielleicht nicht, aber würde jemand ernsthaft nach Anis Amri oder wie auch immer das Phantom hieß suchen?

    • In Kürze und grob vereinfacht der Typ vom Berliner Verfassungsschutz, der die RAF maßgeblich mit aufgebaut hat. Waffen, Sprengstoff etc. Vielleicht auch Zielauswahl, Jedenfalls das Modell „Betreuter Terrorismus“.
      Nebenbei war er noch bei der Stasi, wenn ich es richtig erinnere.
      Also deep state de luxe.

      Der konnte über 40 Jahre völlig unbehelligt leben. Als ich davon gehört habe, bin ich fast vom Stuhl gekippt.

    • @König Ordnung:
      Momentan erfahren Immobilien große Wertsteigerungen aus den bekannten Gründen. Insofern ist es gerade anders herum als Sie behaupten.

      Übrigens: Sie antworten einem anderen Diskussionsteilnehmer: „Nein, das ist so falsch wie es nur sein kann.“ Was soll die Schärfe? Es reicht doch zu sagen „Das ist falsch“. Das beobachte ich auch in anderen Posts. Das ist für die Diskussion nicht zuträglich. Kommt das davon, unbedingt Recht haben zu wollen und dem anderen sein angebliches „Unwissen“ demonstieren zu wollen?

    • Ich kann an dieser Stelle nur das Buch empfehlen von David Graeber “ Schulden “ ! Wer das Verstanden hat , der weis das Zinsen abgeschafft werden müssen !
      Mit Geldverleihen Geld zu verdienen und zu vermehren, hat bisher jede Ungerechtigkeit begründet und hervorgebracht, bei Besitz und Verteilung aller Güter ,in den unterschiedlichsten Gesellschaftsstrukturen !
      Wir brauchen Marx nicht studieren wenn wir Gräeber gelesen haben.

    • Ja, danke. Vielleicht hab ich ja auch immer noch zu wenig Ahnung von dem ganzen Geld-Betrugs-Scheiß. Ich hab’s von Haus aus nicht so mit Zahlen und Berechnungen.

    • @Raymond

      Warum brauchen wir Marx nicht studieren? Weil dieser Graeber es besser erklärt? Dann wäre es ja gut, aber das glaube ich nicht.

      Der Titel „Schulden“ weist nicht darauf hin, daß dies Buch den Kapitalismus analysiert. Scheint mir wieder mal nur als ein Versuch, davon abzulenken, daß der Kapitalismus beseitigt werden muß. Nur die Schulden oder den Zins beseitigen nützt gar nichts. Das zu begreifen ist ein Studium von Marx sehr nützlich.

    • AHIMSA:
      Dass die wenigsten Leute die wichtigsten ökonomischen Zusammenhänge verstehen und wie das Geldsystem funktioniert, ist kein Wunder. Es wird teilweise absichtlich verschleiert und in den Wirtschaftswissenschaften wird mehr Ideologie als Wissenschaft betrieben.
      Eine anschauliche und gar nicht „trockene“ Erklärung über GELD gibt es hier:
      http://www.ibega.de/Geld___eine_Einfuehrung.pdf

  3. Mir ist dieser Rundschlag zu pauschal.
    zum Beispiel:
    „zukünftige Generationen mit Schulden belastet werden, die sie nicht zu verantworten haben.“
    Da müsste Herr Wolf schon Beispiele nennen, was er speziell damit meint.
    Meint er Staatsschulden? Wo sind sie kontraproduktiv und wo nicht?
    Wenn der Staat durch Schulden den Bau von Sozialwohnungen fördert, Schulen renoviert, die unteren Renten anhebt, in wichtige Infrastruktur investiert (z.B.sanieren von Brücken), Kultur fördert u.a. belastet er nicht künftige Generationen.
    Was nützt es, wenn zukünftige Generationen Schuldenfrei sind, aber die Infrastruktur kaputt ist und Altersarmut der Normalzustand ist?

    • na endlich wird im Ansatz verstanden, dass schulden und vemögen (infrastuktur) vererbt werden.

    • Die Frage beim Staat ist, wer bei wem verschuldet ist. Wie es läuft, werden die Vermögen (der Reichen) vererbt, die den Staatsschulden gegenüberstehen, und der Rest der Steuerzahler „darf“ den Erben dafür lebenslang leistungslose Rente in ggf. astronomischen Summen bezahlen. Bei gleichmäßig verteilten Vermögen der Bevölkerung dagegen wäre Neuverschuldung sogar für alle Beteiligten bis zu einem bestimmten Maß hochgradig gewünscht. 😉 (Wenn Jeder 50.000 Guthaben hat, stört es wohl nur Wenige, dass diese gleichzeitig beim Staat als Soll vorhanden sind. Wenn dagegen 19 Leute bei Null stehen, und Steuern zahlen, der 20. dafür eine Mio hat, fängt es an, ziemlich blöd zu werden.)

    • @ Badbentham
      wie oben schwarz ist weiss es schon richtig sagt, öffentliche Investitionen werden ja nach deinem Tod nicht abgerissen!
      Beispiel: sollte der flughafen BER irgendwann fertiggestellt werden, wird dieser vermutlich auch noch in 100 jahren bestehen und genutzt werden. auch wenn die heutige Generation diesen „bezahlt“. an diesen Beispiel kann man sehen, dass schulden (kosten des BER) und vermögen (BER flughafen) vererbt werden.
      damit will ich natürlich nicht sagen, dass alles gut läuft.
      was man daraus erkennen kann, ist die Inkompetenz unserer elite (Politiker, MS, aber auch den ein oder anderen progressiven journalisten) die sich alle samt über die „schulden“ aufregen, aber nie einen Zusammenhang zwischen vermögen und schulden herstellen.

    • Vielleicht nur mal zum Nachdenken:
      Beispiel: Hausbau
      Kosten: 200.000 Euro
      Jahreseinkommen: 40.000 Euro
      Wenn ich (mich verschulde) einen Kredit aufnehme, müsste ich rein rechnerisch 5 Jahre mein gesamtes Einkommen alleine für die Tilgung (ohne Zinsen) aufbringen.
      Auf den Staat übertragen ist das so, als würde der Staat mit dem gesamten „BIP für 5 Jahre“ verschulden. Das wären Staatsschulden von 500%. Der Höchststand in D lag bei ca 80,5%.
      Wenn das der höchste Schuldenstand trotz Bankenrettung und Eurokriese war, ist das doch Pillepalle.
      Japan krebst seit 5 Jahren bei 240% Staatsschulden rum und existiert nach wie vor.
      Damit will ich nicht sagen, das in D. alles gut läuft.
      Aber aus der Richtung ist kein Crash zu erwarten.
      Viel größeres Crash-potenzial sehe ich bei unseren Exportüberschüssen und die Auswirkungen auf die Eurozone.
      Da ist die Bundesregierung beratungsresistent.
      Dazu könnte Herr Wolf ja mal was schreiben.

    • Zu bedenken ist auch, dass im heutigen Geldsystem praktisch alles Geld durch Schulden entsteht. Ein Problem ist die enorme Ungleichveteilung, wie auch Badbentham anspricht. Die Armen zahlen die Zinsen an die Reichen (im Beispiel über die Steuern an die Besitzer von Staatsanleihen. Unter den Besitzern sind natürlich Banken). Die Ungleichverteilung nimmt dabei über den Zinseszins weiterhin zu. Das kann man ja in der Realität gut nachvollziehen. Das Vollgeld wäre ein wichtiger Schritt, weil hier das Geld nicht über Verschuldung (Kreditvergabe) der Banken entsteht.

      Wenn Vermögen gleichmäßig verteilt wären und die Zinsen auch wieder verkonsumiert würden, wären die Probleme des Zinseszins und des Wachstumszwang erheblich kleiner.

    • @ schwarz ist weiß
      leider mache sie den selben fehler wie unsere „elite“
      wieso vergleichen sie eine bestandsgröße mit einer flußgröße? wenn sie sich ein haus kaufen wert 200000€ und ein Kredit 200000€ erforderlich ist, ist ihr vermögen gleich null abgesehen von der Zinslast! sie haben ein haus 200000€ wert= schulden 200000€. jetzt auf den Staat d.-land bezogen: Staatsschulden ca. 2,3 bill.€ demgegenüber steht das staatliche vermögen ca. 2 bill.€. wieso der MS, aber auch progressive Marktschreier permanent die Staatsschulden mit dem laufenden einkommen (BIP) vergleichen? liegt vermutlich an der neolib. Ideologie, oder an der eigenen Dummheit.

      @ rule72
      sicher ist die Ungleichheit ein massives Problem. was soll den das geldsystem damit zu tun haben? im übrigen gibt es seit ca. 3 jahren keine/geringe zinsen. wieso soll ein vollgeldsystem die lösung sein? sofern ich die Diskussion verfolge, sind vollgeldsysteme deflationär ausgerichtet!

    • @keeneahnung.
      Das Geldsystem führt zur Ungleichheit, weil wer leicht Zugang zu Geld (Kapital) hat, dieses gewinnbringend investiert (Kapitalismus). Das sind zum einen die Banken, die sich ihr Kapital = Geld schöpfen sowie Finanzinvestoren und Unternehmen, die bei der Kreditvergabe von den Banken bevorzugt werden. „Denen die haben, wird gegeben.“ Konzerne und Investoren (Spekulanten) kommen viel leichter an Kredit als etwa mittelständische Unternehmen. Weil sie zum einen vermögend sind und hohe Sicherheiten bieten können, aber auch, weil sie mehr Zinsen zahlen können. Denn sie nutzen den Kredithebel um ihre Eigenkapitalrendite zu maximieren.

      Sie dürfen nicht nur auf die Zinsen schauen. Angelegt wird Geld doch vorwiegend im „Finanzcasino“. Hier heißt der Gewinn nicht Zinsen, sondern Rendite in Form von Divenden, Gewinnen aus Finanzwetten oder Wertsteigerungen von Wertpapieren und Ähnliches.

      Vollgeld ist weder inflationär noch deflationär ausgerichtet – was immer das auch heißen mag. Mit Vollgeld kann die Geldmenge effektiv gesteuert und so Preisstabilität gewahrt werden. Die Geldmenge kann direkt und sehr genau der Entwicklung der Volkswirtschaft (Erhöhung oder Verminderung des Sozialproduktes) angepasst und somit Inflation oder Deflation vermieden werden.

    • Was haben meine Kinder und deren Kinder von dem Sold und Rent das den Politikern und Beamten bezahlt wird? Was haben sie von den Zinsen und Zinseszinsen die an die Reichen (Banken) bezahlt werden? Wie kommen sie dazu für 1000ente Generationen in den Atommüll zu leben den Sie heute produzieren? Warum sollten sie ihre Schulden zahlen nur weil Sie heute gut leben wollen?
      Die Straßen und Autobahnen sind in 20 Jahren hin und die Zinslast der Staatsschulden wird unsere Kinder erdrücken. Dann müssen Sie noch ihre Rente bezahlen. Was haben sie davon wenn sie heute in ein Theather gehen. Ihre Argumente sind so krotesk das ist unglaublich, die typische Arschlochmanier die in Deutschland vorherrscht, alles AUSnützen und nach mir die Sintflut. Genauso mit den Bitcoinjüngern, warum soll man nicht reich werden mit nichts tun und Umweltzerstörung mit einem Pyramidenspiel? Und mit meiner Energieverschwendung tue ich ja noch Gutes sonst würden ja keine Solarzellen produziert werden? Genau so denken die Manager der Deutschen Bank die jedes Jahr Milliarden Boni kassieren obwohl sie nur Schaden anrichten, genauso denken Politiker die nur ihre Aktien und Anlagen im Kopf haben. Maischberger fragt Kurz ob es überhaupt noch erlaubt ist als Bundeskanzler Geld am Sparbuch zu haben und nicht nur Aktien. Ich würde ihre Meinung ja noch verstehen wenn sie von einem SPDler kommt der nur die Börsenkurse im Kopf hat. Klar will der mehr Schulden machen, ist ja sein Gewinn. Aber das jemand hier noch überhaupt nicht kapiert hat wie das Geldsystem arbeitet das ist echt schräg?????

    • „wenn sie sich ein haus kaufen wert 200000€ und ein Kredit 200000€ erforderlich ist, ist ihr vermögen gleich null abgesehen von der Zinslast! sie haben ein haus 200000€ wert= schulden 200000€.“
      Das ist so richtig – ich hab nichts gegenteiliges behauptet. Da haben Sie mich missverstanden.
      Ich wollte damit auch nur sagen, dass, wenn ich den Kredit + Zinsen mit meinem monatlichen Einkommen bedienen kann, kein Problem.
      Genau so ist es auch beim Staat.
      Falsch?

    • Kodohama:
      Natürlich haben Sie mit Ihren Argumenten nicht unrecht.
      Was sollte die Nachkriegsgeneration sagen, die ein kaputten Land von Ihren Eltern geerbt hat und da musste auch Renten bezahlt werden.
      Sie tuen ja so, als ob die Menschheit sich schon immer so verhalten hätte, nach dem Motto,
      „wir haben die Erde nur von unseren Kindern geborgt“. Dass das nie so war wissen Sie?
      Atomkraftwerke und dem folgenden Atommüll halte ich auch für unverantwortlich, um es mal gelinde auszudrücken. Da werden noch viele Generationen mit zu kämpfen haben.
      Straßen und Autobahnen sind in 20 Jahren hin, wenn wir sie nicht rechtzeitig sanieren und die Reparatur der nächsten Generationen überlassen. Alles was gebaut wird, ist auf früher oder später ein Fall für Sanierung oder Abriss.
      Es wurde schon immer gebaut und das wird sich auch nicht ändern.
      Natürlich muss auf vielen Gebieten umgesteuert werden. Da hat es aber keinen Zweck Junge gegen Alte in Stellung zu bringen. Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Welche Eltern wollen denn nicht, dass es ihren Kindern gut geht?

    • „**„wenn sie sich ein haus kaufen wert 200000€ und ein Kredit 200000€ erforderlich ist, ist ihr vermögen gleich null abgesehen von der Zinslast! sie haben ein haus 200000€ wert= schulden 200000€.“
      Das ist so richtig…“**

      Nein, das ist so falsch wie es nur sein kann. Spätestens bei Einzug, ist dein Haus noch maximal 100 bis 150 k Wert.
      Das wird dir der „Markt schon erklären“ warum es so ist. Und wenn du nicht Jahr für Jahr über einen Zeitraum von 20, 30 Jahren und mehr, tausende in das Haus investierst, ist es dann noch 10 bis 30 k (je nach größe des Grundstücks) wert. Selbst wenn du das Haus immer auf aktuellem Stand hältst, ist es nach 20 … Jahren vielleicht noch die Hälfte des Kaufpreises wert.

    • Das ist wohl so.
      Vorausgesetzt, Sie wollen es gleich oder später verkaufen. Ich will aber drin wohnen.
      Das ist aber mit einem Auto oder anderen Sachen das Gleiche.
      Wenn Sie so wollen, lohnt es sich nicht ein Haus zu kaufen – alles Idioten, die ein Haus bauen oder kaufen?

    • @ Koenig Ordnung
      was ich damit in einfachen sätzen sagen wollte, dass wenn man schulden hat absolut (bestandsgröße), vergleicht man diese mit dem vermögen absolut (bestandsgröße) und nicht mit dem laufenden einkommen (flußgröße)!
      d.h gemessen an deinem einkommen haus 200000€, hättest du vermutlich eine schuldenstand von 300-500%.
      macht ja keinen sinn, oder? wenn du deinen absoluten schuldenstand wissen willst!
      auf der staatlichen ebene ist das nicht anders, wie o.beschrieben. wenn der Staat z.z. mit ca 2,3bill.€ verschuldet ist und man vernünftig argumentieren will, vergleicht man diese nicht mit dem laufenden einkommen(BIP) sondern mit dem staatlichen vermögen z.z. ca. 1,9-2 bill€.

    • @König Ordnung:
      Momentan erfahren Immobilien große Wertsteigerungen aus den bekannten Gründen. Insofern ist es gerade anders herum als Sie behaupten.

      Übrigens: Sie antworten einem anderen Diskussionsteilnehmer: „Nein, das ist so falsch wie es nur sein kann.“ Was soll die Schärfe? Es reicht doch zu sagen „Das ist falsch“. Das beobachte ich auch in anderen Posts. Das ist für die Diskussion nicht zuträglich. Kommt das davon, unbedingt Recht haben zu wollen und dem anderen sein angebliches „Unwissen“ demonstieren zu wollen?

    • keeneahnung:
      Sie haben recht.
      Es war mein Fehler Staatlichen Vermögen mit dem BIP zu verwechseln oder gleich zu stellen.
      Das BIP sind ja nicht die Einnahme des Staates.
      sorry. Manchmal dauert es etwas länger.
      Unter diesem Gesichtspunkt sollten wir uns auch eimal Privatisierungen durch den Staat ansehen.
      Das verschiebt dann ja wohl, den Schwerpunkt von der Haben- auf die Sollseite.

    • **“Momentan erfahren Immobilien große Wertsteigerungen aus den bekannten Gründen. Insofern ist es gerade anders herum als Sie behaupten.“**

      Gar nichts erfährt Wertsteigerungen. Es findet eine exorbitante Teuerung – nicht Wertsteigerung – AUS DEN BEKANNTEN GRÜNDEN statt. Das ist schon alles.

      Die SPEKULATIONSBLASE – hier irrsinnig als Wertsteigerung angesehen – wird auch wieder platzen.
      Und dann kommt wie immer das große Jammern und die tausendfach gleiche „neue“ Erkenntnis.

      Zum Glück betrifft diese Spekulationsblase nur größere „Schicki Micki Städte“.

    • Welches Geldsystem passt zum Sozialsmus? Wie würde man es halten mit der Beziehung zum nicht-sozialistischen Wirtschaftssystem? Ich meine, ohne dass man harte Westwährung braucht, um Handel treiben zu können.
      Wie groß muss eine solche Wirtschaft mindestens sein, damit sie überleben kann?

      Ein großes Problem sehe ich doch darin, dass wir mental nicht dazu bereit sind. Und wenn nur genug dagegen sind, dann wird es sicher ein Rohrkrepierer, wäre meine Befürchtung. Weil die Leistungsfähigen abhauen und ohne Häuptlinge hat früher nicht mal eine LPG funktioniert, weil die Indianer gemacht haben, was sie wollten.
      On man heute mit der Vision vom wissenschaftlich-planvollen Aufbau des Sozialismus nochmal die Leute vor den Karren bekommt? Puh…

      Meine Beobachtung ist halt die, dass viele nur zum Mitläufer taugen und einen Chef oder Abteilungsleiter oder was auch immer brauchen, weil sonst der Laden steht. Viele haben doch recht wenig Motal, Anstand und Verantwortung in den Knochen.
      Das ist gar nicht immer nur eigene Schuld, denn die Gesellschaft züchtet ja depperte Konsumnulpen, aber mit denen werden wir rein gar nichts stürmen können.
      Hört sich pessimistisch an, aber der Mensch ist halt nicht gleich fähig oder motiviert.

    • tja einfache worte deinerseits, was ist Sozialismus und was ist ein passendes geldsystem?
      Gegenfrage! wie funktioniert Ökonomik? verstanden? kann ökonomik demokratisch , sosialistisch oder wie ich denke logisch sein? und wenn wie ich denke, makro-Ökonomik logische Prinzipien unterliegt, kann man sich der logik entziehen?
      am ende wird immer die Logik siegen!

    • Mir ist nicht klar, was diese Logik ist.
      Aber davon abgesehen: wie soll sich Logik durchsetzen? In einer Anarchie?
      Denn sobald Regeln/Gestze etc. hinzukommen, wird doch die Logik gestört, oder?

    • @ GLOUCESTER
      zumindest in der Vergangenheit hat sich ökonomische kogik in form von kriegen entladen! besonders deutlich, ist die Phase zwischen den 1. und 2. Weltkrieg.
      in der Gegenwart (Europa) sieht es ganz ähnlich aus. die logische Konsequenz ist die Abschaffung des eurosystems. ich gehe davon aus, dass spätesten in 4 jahren der euro geschichte ist, wenn Deutschland weiterhin solche Politik betreibt (Merkantilismus).

    • Was den Euro angeht, so kann ich ja nur feststellen, dass diesen schon viele totgesagt haben, aber die kriminelle Energie, ihn zu retten, scheint grenzenlos.
      Die Frage wäre dann, was danach kommt?

      Ich bin für eine Veränderung jederzeit offen, aber eine weitere Verschlimmerung muss es nicht gerade sein.

      Dann kommt vielleicht der Euro-Dollar oder ein Weltwährung…

    • @ GLOUCESTER
      ich bestreite ja nicht, dass das eurosystem zunehmend autoritär gemanagt wird. Heißt aber nicht, dass sich die Bevölkerung das langfristig gefallen lässt.
      siehe Italien, Frankreich!
      sollte macron dieselbe Politik wie hollonde betreiben, wird in 4 jahren le pen den euro beenden. in Italien (wahlen 03.2018) sieht es nicht besser aus.
      was danach kommt!?
      wenn es schlecht läuft (wovon ich ausgehe), wird es in Europa einen riesen streit geben (medial aufgeheizter Nationalismus), min. Frankreich und Italien u.a. werden ihre währungen einführen und abwerten. Deutschland wird plötzlich 3 mill. mehr arbeitslose haben und dann….. mal sehen, ob sich kompetente Politiker durchsetzen können, was ich nicht glaube.

    • Wird es Währungsräume jenseits/überhalb der Staaten geben? Also so etwas wie Nord- und Süd-Euro?
      Denke, dass im Falle eines Scheitern alle zurück zur nationalen Währung tendieren, die Experimentierfreude dürfte erstmal dahin sein.
      Vollkommen unverständlich ist, dass es immer noch keine exit-Taktik für den Euro-Raum gibt, obwohl das großspurig im Rahmen der GR-Krise angekündigt wurde.
      Wir wurden damit besänftigt, eingelullt.
      Es ist halt so, dass das Volk einfach nicht auf Zack ist und diese Dinge immer wieder einfordert.
      Heute interessiert sich dafür keiner mehr.

  4. Wer hat heute noch Arsch in der Hose überhaupt für irgendetwas Position zu beziehen?

    . . . Haaaallooo . .. ist .. da . . .jemand . . .? . ? . ?

    Visionen der Existenz- und Untergangsangst regieren die Welt. Im Großen wohl eher pathologisch und im Kleinen wohl oftmals ganz real im Kampf ums tägliche Überleben.

    Neben der Wahrheit über die herrschenden Systeme gehört auch die Überzeugung, der Glaube und die Erkenntnis, dass es auch anders gehen kann. Auch das gehört meines Erachtens dazu, dass hier gnadenlos Alternativen ersonnen, benannt und vorgerechnet werden. Einsicht in die wahren Tiefen ist schön und gut, Wut ist berechtigt bringt uns aber nicht weiter . . Wie kann es anders gehen . . !?

    Heute ist der Mensch sich selbst sein größter Feind (!) das ist doch ein Witz (leider wahr . . .)

    Gemeinwohlorientierte open source-systeme bräuchten wir, da sollten wir drann arbeiten . . .

  5. In Bezug auf Mr. „fuck you“ Goethe hält der Titel leider nicht, was er verspricht. Die Geldschöpfung „aus dem Nichts“ ist nämlich Thema im Faust II:

    Kaiser
    Dadurch sind unsre Mängel nicht erledigt,
    Was willst du jetzt mit deiner Fastenpredigt?
    Ich habe satt das ewige Wie und Wenn;
    Es fehlt an Geld, nun gut, so schaff es denn.

    Mephistopheles
    Ich schaffe, was ihr wollt, und schaffe mehr;
    Zwar ist es leicht, doch ist das Leichte schwer;
    Es liegt schon da, doch um es zu erlangen,
    Das ist die Kunst, wer weiß es anzufangen?

    [,,,]
    Schatzmeister
    Für einen Narren spricht er gar nicht schlecht,
    Das ist fürwahr des alten Kaisers Recht.

    […]
    Heermeister
    Der Narr ist klug, verspricht, was jedem frommt;
    Fragt der Soldat doch nicht, woher es kommt.

    http://gutenberg.spiegel.de/buch/der-tragodie-zweiter-teil-3645/4

    Schon damals gab’s Papiergeldschöpfung, und Goethe war schließlich sogar mal Finanzminister. Im Weiteren geht es dann übrigens nicht zuletzt um die Zerstörung der Natur durch diesen sozusagen „in Vorkasse getretenen“ Kapitalismus.

  6. Marx zitieren ist aber gefährlich! 😉

    Selbst in diesem Forum halten zu viele Kommentatoren ihn für veraltet, völlig verblödet, überflüssig etc. Von Klassen und Klasseninteressen zu reden wird von einigen als aggressiv verstanden.

    In sofern bin ich dankbar, daß Sie so deutlich auf die Bedeutung der Ökonomie hinweisen („Was das Finanzsystem angeht, so nehmen die meisten Menschen an, es brauche sie nicht zu interessieren, da es ihr Leben nicht direkt berühre.“). Aber auch da läßt sich Marx gut zitieren: „Das Sein bestimmt das Bewußtsein.“ oder Brecht: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral!“. Es kommt mir aber nicht darauf an, Marx als Heiligen oder unfehlbar darzustellen, ich kann nur darauf hinweisen, wie gut und wichtig seine Kritik der politischen Ökonomie ist, um die Grundlagen des Kapitalismus zu verstehen und wie es zu dem von Ihnen geschilderten Tsunami kommen konnte.

    Für nicht ausreichend halte ich jedoch Ihren letzten Absatz: „Genau deshalb ist es so wichtig, aus Karl Marx’ Erkenntnis die richtige Schlussfolgerung zu ziehen und den herrschenden Gedanken das einzige Mittel entgegenzusetzen, was ihnen ihre Grundlage entziehen und sie historisch überwinden kann: Die Wahrheit über das bestehende System.“ Die Wahrheit reicht leider nicht. Wir müssen uns schon organisieren mit dem Ziel der Überwindung des Kapitalismus. Aber ich weiß auch nicht, wie wir das jetzt machen sollen.

    • verstehe ich nicht!
      wieso soll man den Kapitalismus überwinden, wenn dieser von MS, KENFM, den Bürger und Politiker im KERN nicht verstanden wird?
      welches System nach deiner Vorstellung soll denn dann kommen?

    • In der Kritik des Kapitalismus sind sind doch selbst die harschesten Kritiker kaum einig, außer dass man dagegn sein muss. Zins oder nicht, da geht es doch schon los, jeder hat sein eigenes Geldkonzept, und noch keines habe ich bisher entweder verstanden noch kann ich es mir auch nur vorstellen, wie es gehen soll.
      Und das ist keine Basis. Das Alte nur einreißen ohne Konzept, das ist doch hilflos und Harakiri.

      Keiner kann sagen, wie die Alternative aussehen soll UND wie man ohne Chaos dorthin gelangt.

      Manche hätten vielleicht Bock noch auf Chaos, aber diese „Theoretiker“ müssen sich doch nicht wundern, dass sie keine Massen hinter sich bringen.
      Die Menschen werden diesen Weg kaum mitgehen. Fehlt nun der Mut oder die Vision?

    • Moin, Gloucester, wirkliche Veränderungen zu erreichen „ohne Chaos“ ist wohl eher ein Traum. Ein Blick zurueck nach Allende’s Chile zeigt, wie es Enden kann, wenn man zu viele Illusionen hegt. Die Ueberwindung des Bestehenden ist aber dennoch ein Muss, wollen wir nicht enden wie die Griechen oder im allgemeinen Kriegschaos untergehen. Das Kapital ist am Ende. Es kann nicht mehr ackumulieren, ohne neue Resourcen zu erobern. Ich denke, das ist das was wir vielleicht nur unterschwellig spueren. Doch die Armut schreitet voran, selbst beim Exportweltmeister Deutschland.
      Ich denke die Alternative steht so: entweder weiter so und ins Chaos stuerzen, oder sich wehren mit der Gefahr, dass es nicht immer friedlich zugeht dabei.

    • Dann sollten wir einen Weg finden, um diejenigen, die real oder eingebildet etwas zu verlieren haben, mit auf die Reise gehen (können), denn deren Widerstand wird für uns nichts Gutes bedeuten.
      Und mich treibt am meisten folgende Frage um:

      Wie verhindern wir künftig, dass die (genetischen) Psychopathen nicht wieder ans Ruder kommen.

      Das hat bisher kein System verhindern können.

      Oder gibt es (positive) Gegenbeispiele?

    • **“Keiner kann sagen, wie die Alternative aussehen soll UND wie man ohne Chaos dorthin gelangt.“**

      Falsch, ich kann das – sehr genau sogar. Absolut realistisch, total planbar und noch leichter auszuführen.

    • @ all
      ich habe nicht umsonst den satz geschrieben “ wenn der KERN des kapitualismus“ nicht verstanden wird, sozusagen wie dieser funktionirt. wenn ihr das nicht versteht, ist eure Diskussion umsonst!
      mein anliegen in diesem Forum ist: bildet euch in geschichte und Ökonomik und schafft ein klassenbewustsein
      mir ist schon klar, dass das kenfm mit den 50% der gäste das nicht leisten kann. leider ist auch das Weltbild von kenfm moralisch geprägt und wenig von logic.

    • Ich kann mir nur wünschen, dass auch das Geld radikal vom Staat getrennt wird, denn wir sind doch zwangsweise, alternativlos eingespannt in diese Währung.
      Mit Geburt habe ich Schulden und kann nicht in eine andere Währung gehen, wenn ich erkenne, dass diese Müll ist. Man mahct weiter Schulden ohne mich zu fragen und ich zahle und zahle, Abgaben und Steuern steigen und steigen.
      Ich will da raus, weil es auch ganz offensichtlich die Welt nicht schöner und sicherer macht.

      Warum benötigt ein Land eine eigene Zwangs-Währung als Monopol?
      Der Staat ist doch der größte Monopolist im Spiel; und jedes Monopol wirkt destruktiv. Selbst bei Justiz ist das doch offensichtlich. Der Staat ist hier Entscheider in letzter Konsequenz, auch wenn es um ihn selbst geht. Ja was soll das denn sein?

      Solange Banken und Firmen nur marginal haften, ist das ganze auch kein Kapitalismus, sondern höchstens so eine Art Korporatismus.
      Große werden vom Staat geschützt, nicht nur in der Krise, aber das ist doch nicht wirklich die Idee von Kapitalismus.

      Das so genannte unternehmerische Risiko versteckt sich doch hinter Gesetzen und Lobby, die sind doch die letzten, die wirklich Kapitalismus wollen. Diese Form des Kapitalismus ist eher sozialistisch in Sachen Haftung.
      Und auch wenn die ganz großen Steuern sparen bis zum Totalausfall, die meisten kleinen Selbständigen und Mittelständler zahlen doch eine horrende Abgabe auf ihren Gewinn, das ist doch am Ende nichts anders als Vergemeinschaftung von Gewinn.
      Ebenso die Arbeitnehmer. Wieso belässt man ihnen nicht den Lohn ihrer Arbeit und der Markt bildet dann die Preise für Waren und Dienstleistungen. Was zu teuer wird, würde einfach nicht gekauft werden. Z.B. die Bahn…Pleite. Strom, AKW…Pleite. Der kriminelle und umwelttechnische Scheiß fiele schon durch die Marktmacht weg.
      Was da Kapital frei würde um in Entwicklung von Zukunftsideen zu gehen.

      Das aber würde den Monopolen samt Staaten gar nicht gefallen.

      Und ob so eine Welt wesentlich unfreier und weniger schön wäre, müsste sich erst weisen.
      Hier folgt oft der Hinweis auf Infrastruktur, v.a. Bildung. Aber was haben wir von staatlichen Schulen?
      Was liefern die denn im Augenblick, so dass wir sagen, genau das brauchen wir unbedingt?
      Genauso äußere und innere Sicherheit? Am Ende haben wir das alles nicht.
      Und warum? Es haftet keiner, wenn er nicht liefert!
      Mein Kind kann nach der Grundschulzeit nicht lesen oder schreiben, egal.
      Milanabwehrraketen für Kuden? Der Steuerzahlen berappt das.
      Die EZB macht dies, der ESM das, Target hier und Flüchtlinge dort. Alles alternativ- und konsequentenlos.

      Ohne Haftung und Verantwortung wird sich kein System zum Guten entwickeln. Ob bei Politik oder Ökonomie oder dem Konsumenten.
      Wer sich schlecht ernährt, hat im Anschluss hohe Krankenkosten am Hals – Ende. Und keine high end-Pseudomedizin bis zum Grabe für Wahnsinnskosten zu Lasten der Allgemeinheit.

      Diese Logik würde recht schnell ein gezielten und konstruktives handeln sehr vieler Menschen hervorrufen.

    • Gloucester

      Das klingt schon sehr gruselig, was Sie da schildern. Nur, um mal beim letzten Absatz zu bleiben;
      „Wer sich schlecht ernährt, hat im Anschluss hohe Krankenkosten am Hals – Ende. Und keine high end-Pseudomedizin bis zum Grabe für Wahnsinnskosten zu Lasten der Allgemeinheit.“

      Wo wollen Sie denn da anfangen. „Wenn einer sich beim Skifahren das Bein bricht, selbst schuld, hohe Krankenkosten am Hals“. Da kann man Jeden, ständig, für Alles, für selbst schuld erklären.

      Es geht nichts über Solidarität! ZuGUNSTEN der Allgemeinheit, nicht ein paar Weniger.

    • Jedenfalls würden Menschen eher aufhören, sich mit Chemo in den Tod zu befördern, weil das die Kasse zahlt. Niemand würde dies tun, wenn er dafür bezahlen müsste, diese Idiotenmedizin hätte sich gar nicht erst „entwickelt“.
      Heute beim Arzt lassen sich alle IBU, Antibiotika und sonstwas einpflanzen, weil es die Kasse zahlt: Hirn aus, Kassenkarte durchziehen und schlucken.
      Und die alternative Medizin hat ebenso keine Chane wie andere Energie- oder Mobilitätsformen, weil überall der Staat dazwischen ist und Verstand und Intuition korrumpiert und ruiniert.
      Solidarische Elemente kann man über Genossenschaften zur Genüge einziehen.
      Aber diese dämliche Vollkaskomentalität macht den Menschen selber und das Solidarsystem am Ende auch kaputt.

    • Und überhaupt Solidarität, dass ich nicht lache. Da geht es in jedem Sportverein solidarischer zu.
      Da ist der Patient solidarisch mit dem Chefarzt, wenn er noch ein paar Tage länger durchhält, bevor er abkratzt. Das war schon zu meiner Zivi-Zeit so. Um den Beinbruch geht es da nicht. Im übrigen werden eher die Notärzte reduziert, das nenne ich gerade nicht solidarisch.
      Wenn die Patienten frei entscheiden könnten, dann würden sie sich eher für die MEdizin entscheiden, die sie brauchen und nicht für Apparatemedizin und Pillendreherei.
      Eine Packung Schmerzmittel kriege ich blanko, aber wenn ich wegen Schleimbeutel eine Blutegelbehandlung will, dann kann ich selber zahlen.
      Hhier wird jedem eine Zwangsmitgliedschaft auferelegt, aber wenn er kurt vor Quartalsende kommt, dann ist die Hilfe aus. Das kann sich nur ein staatliches System leisten. Da fehlt jeder Anreiz, den Kranken in den MIttelpunkt zu stellen und das ist keine Kritik an den Ärzten, die hängen doch auch nur im System und wackeln halt mit.
      Solidarität? Irgendjemand beschließt, was vom Brutto übrig bleibt. Oder wieviel die Kasse bekommt oder was man dem Apotheker garantieren muss.
      Da fehlt deutlich eine ordentliche Alternative oder Konkurrenz. Und nicht nur im Krankheitsunwesen.
      Auch beim Geld.
      Was nützt uns denn eine Insolvenzordung von Staaten. Rein von der Haftung sind das wir doch alle im Verein.
      Egal wie, wenn der Laden zusperren muss, zahlen wir.

    • @ Koenig Ordnung:
      **“Keiner kann sagen, wie die Alternative aussehen soll UND wie man ohne Chaos dorthin gelangt.“**
      Falsch, ich kann das – sehr genau sogar. Absolut realistisch, total planbar und noch leichter auszuführen.

      Ja dann mal los!!

  7. Und wieder wird mir die Welt erklärt.
    Ob ich nun noch genauer weiß, wie Kapital entsteht oder umgeleitet wird , wie arme Staaten ausgebeutet werden, und wie das Diktat der Eliten sich in allen Ebenen durchsetzt, ist doch so wie so bekannt.
    Mag sein, dass so manch armer Rentner oder allein erziehende Mutter die Zusammenhänge nicht so durchschaut, aber was würde das ändern.
    Solange jeder für sich ums Überleben kämpft, wird sich nichts ändern.
    Ich hab es ja hier schon mal versucht, aber die Resonanz war ja so gut wie nicht vorhanden.
    Nun ist das ja hier eher eine Gemeinde von sogenannten Verstehern und Durchblickern, aber wenn selbst in diesem kleinen Kreis nur Achselzucken anzutreffen ist, wie soll dann überhaupt ein solidarisches Bewusstsein entstehen.
    Da kann eine Tagesdosis nach der anderen uns in unserem Empfinden bestätigen.
    Ich warte auf die Macher.
    Und zwar nicht in kleinen alternativen Projekten,
    wie Fahrradreparatur, Holzhütte oder Hanfanbau, sondern in Form einer Großbewegung wie die Gewerkschaft es seien sollte.
    Da ist aber große öde im Land.
    Statt dessen verweist man auf die Schuldigen, welche das Übel auslösen.
    Wo sind die Lichtgestalten, die sich an die Spitze einer Bewegung stellen.
    Ein Karl Marx war zu seiner Zeit auch nur ein Mensch und kein Säulen-heiliger.
    Aber das ist halt auch ein Problem geworden, stellt sich jemand hin und sagt die Wahrheit, so gibt es zig Gegenstimmen, die das Feld nicht einem überlassen wollen.
    Das nennt sich dann Demokratie.
    Leider nur im negativen Sinn.
    Dieser Spielball wird trefflich von den Interessenten gespielt.
    Ich bin ja hier auch bei der freien Meinung die nichts bewirkt.

    • Moin, Socke, Sie sind nicht der Einzige, der so denkt. Sie warten auf die Macher, genau wie andere. Doch, wenn man ueber der Tellerrand der „Graswurzelrevolution“ ( Hanfanbau etc.) schaut, so bleibt ausser Marx und Lenin nicht viel uebrig. Heute werden die Klassiker der gesellschaftlichen Transformation leider mit spitzen Fingern aqngefasst. Und bei manch einem Zeitgenossen hat man das Gefuehl, dass er Ekel empfindet bei diesen Namen. Aber, das was der Kommentator (Ernst Wolff) in den letzten Absätzen an klaren Gedanken entwickelt, hat Lenin vor knapp 100 Jahren schon prognostiziert. Also warum nicht das Original lesen?
      Bei der Frage wer „wer kann’s richten“ kommt man schnell auf die Gewerkschaften. Und ich glaube auch, dass sie dabei sind sich zu radikalisieren. Im Norden Deutschlands gab’s kleinere Warnstreiks. Schon mal ein Anfang.
      Ich halte viel von S. Wagenknechts Aufruf zu einer Sammlungsbewegung. Nicht, dass ich Illusionen hätte, das Parlament wäre ein Weg vielleicht sogar ueber Wahlen wirklich etwas zu verändern, aber man käme mit anderen Menschen zusammen, die die ähnliche Gedanken haben, um sich auszutauschen, Aktionen zu entwickeln o.ä.

    • **“Wo sind die Lichtgestalten, die sich an die Spitze einer Bewegung stellen.“**

      Der Ruf nach einem Führer.
      1) brauchen wir so ein Lichtgestalt nicht. Wäre sogar kontraproduktiv, da sofort hunderte dieser Lichtgestalt versuchen würden das Licht auszuknipsen, um selber Lichgestalt zu sein. Führer Lichtgestalten etc, hatten wir in der Menschheitsgeschichte ca. 30 milliarden mal. Das Ergebnis sehen wir heute…

      2) Wir brauchen also etwas wirklich Neues, etwas das es tatsächlich noch nicht gab seit Menschengedenken.

      3) bräuchten wir in deutschland ca. 50 Menschen, ganz besondere Menschen mit herausragenden Eigenschaften wie; Uneigennützigkeit, TOTALE Verschwiegenheit, absolute Ehrlichkeit und ganz wichtig ! Logik. Denn nur Logiker könn(t)en diese Eigenschaften überhaupt auf sich vereinen.

      Und da ist das Problem, selbst wenn es tatsächlich 5.000 solcher Menschen gäbe, finde mal 50 von denen…

    • Hallo KÖ
      Das mit den Lichtgestalten war nicht so gemeint, dass ich mich nach einem neuen Führer sehne.
      Ganz im Gegenteil, aber wenn keine Einigkeit in der Sache besteht, kristallisiert sich noch nicht mal ein Anliegen heraus.
      Es gab Zeiten da stellten sich Menschen wie Heinrich Böll, oder Jean-Paul Sartre noch in den Dienst einer Sache.
      Das ist in Spanien anders, da haben die Katalanen ein gemeinsames Interesse und folglich sind sich viele in der Sache einig.
      Bei uns ist ein allgemeines Unbehagen, das nicht konkretisiert wird.
      Daraus leitet sich wohl ein zersplittern in Friedensbewegungen linke und rechte Strömungen,
      Besorgte Mitmenschen die sich an sozialen Einrichtungen Ehrenamtlich beteiligen, und Flüchtlingshilfen ab.
      Jeder ist mit jedem im Chlinsch, jede Gruppe sieht für sich Handlungsbedarf.
      Das ist natürlich die ideale Ausgangslage, um die Gesellschaft auseinander zu dividieren.
      Es bedarf eines Bündnisses gegen das Kapital und ihre Interessen.
      Diese Ansätze werden immer wieder torpediert.
      Daher sehe ich in immer mehr Zergliederung lediglich eine Schwächung.
      Es gibt doch wohl noch unabhängige Organisationen, die in einen vernünftigen Dialog miteinander treten können.
      Muß in ihnen immer ein Klaus Lederer plötzlich das Männeken an der Spritze sein.
      Da wird man doch mal die Spitze von solchen Filzläusen frei halten können.
      Es braucht keine Realpolitiker in solch einer Bewegung, es braucht starke Stimmen, welche Forderungen Artikulieren können.
      Das hat es doch zu Gründungszeiten der Grünen gegeben, ganz zu schweigen in APO Zeiten.

      Von diesen Zeiten sind wir ja meilenweit entfernt.
      Wenn ich lese, das jetzt die SPD bei der Urabstimmung zur GROK mit Neueintritten unterminiert werden soll, so sehe ich doch genügend Menschen, die sich engagieren.
      Sie wollen zwar nach meinem Empfinden ein totes Pferd reiten, aber sie sind davon überzeugt, dass hier etwas falsch läuft.
      Warum gelingt es nicht, sich gegen Aasgeier durchzusetzen, die nur ihre primitiven Interessen im Kopf haben.
      Aber möglicherweise sehe ich alles durch meine Brille, und die Wirklichkeit ist viel rosiger.
      Die paar Geringverdiener, die paar Obdachlosen, die paar Tafelbesucher, die paar nicht Krankenversicherten, die paar nicht Rentenversicherten.
      In anderen Ländern ist es viel schlimmer.
      Anscheinend muß man sich nicht an der Vergangenheit orientieren, die Gegenwart sagt uns „Deutschland geht es gut.“ Armes Deutschland.

  8. falscher kann ja ihre Analyse nicht sein.,
    wieso entziehen sie sich als Autor und Kommentator der (makro)- Ökonomik?
    auch die EZB hat nun mittlerweile erkannt, dass das euro-System deflationär wirkt (logisch das die zinsen gesenkt werden), mit ständigen gebeten seitens draghi an Deutschland (die löhne zu erhöhen und Geld auszugeben)!
    .
    wenn sie sich dann noch die makro-finanzierungssalden anschauen, werden sie auch schnell feststellen, dass ihre schulden-Theorie genauso ein Unsinn ist! weiterhin sollten sie sich langsam mal von der Theorie des „Monetarismus“ verabschieden.

    ansonsten stimme ich mit ihnen überein!

    • Können Sie mir Monetarismus erklären, der Begriff wird ja oft und für vieles verwendet, aber so richtig ist mir nicht klar, für was er alles steht.

    • Monetarismus einfach erklärt:
      ist eine Theorie, entstanden in den 70`ger nach Bretton Woods, hauptsächlich angeschoben von den deutschen und besagt Inflation kommt vom Geld. d.h. je mehr Geld „gedruckt“ wird, desto höher die Inflation.
      gemeint ist natürlich die Waren und Dienstleistungen- (Inflation)
      jeder der halbwegs in der lage ist selbständig zu denken, sollte nach 2007/08 mitbekommen, dass zumindest in der westlichen welt (USA,europa) Geld gedruck wird ohne ende, mit dem ziel die Inflationsrate 2% zu erreichen, aber es scheint wohl nicht zu fuktionieren.
      wieso, erkläre ich ein anderes mal!

    • Ich hatte das bisher so auf dem Schirm, dass man mit Monetarismus den Keynes`schen Ansatz bezeichnet, wonach der Staat in der Krise Geld drucken muss, um die Konjunktur anzukurbeln.
      Jetzt lese ich, dass der Begriff von Milton Friedman als Gegenansatz zu Keynes stammt und besagt, dass die Geldmenge gesteuert werden muss, um die Wirtschaft zu lenken.
      Dieses „Steuern“ wäre dann aber alles andere als die oft vorgebrachte neoliberale Keule gegen Friedman. Oder verstehe ich da etwas falsch?

    • der Keynes`schen Ansatz bedeutet:
      schulden und vermögen in einem Zusammenhang zu setzen. d.h. flussgrößen zu unterscheiden von bestadsgrößen.

      Geldmengensteuerung ist „Monetarismus“ (erhöhen der Geldmenge=Inflation) absoluter Unsinn wie o.beschrieben

    • Danke, keeneahnung! Es ist eigtl. ganz trivial, warum die Vorstellung des Monetarismus, der Wolff konsequent anhängt, ziemlicher Kokolores ist: Wenn ich eine Billion Euro drucke, und diese in meinem Vorgarten verbuddle, führt das Im Monetarismus zu massiver Inflation. In unserem geteilten Universum dagegen ist die Inflation rein logisch nach wie vor genau Null. Wenn ich diese eine Billion dagegen gerecht unter den ganzen Notleidenden dieser Welt verteile, damit diese 3 warme Mahlzeiten bekommen, gehen vermutlich die globalen Nahrungsmittelpreise, als Folge der gestiegenen Nachfrage, durch die Decke. 😉 In der Realität bläst das EZB-Geld die DAX-Werte auf, nicht die Preise für Konsumgüter.

    • Wenn nun diese Billion auf alle gleich verteilt wird (als Kredit mit Zins und Tilgung?), dann steigen die Lebensmittelpreise, richtig? In welchem Maß und was macht das mit der Kaufkraft? Haben dann alle mehr (zu Essen)? Und wie lange hält der Effekt an, wenn die Masse durch diesen Vorgang „nur“ zu Essen bekommt, aber keine Arbeit um künftig den Kredit (?) und künftige Mahlzeiten zu bezahlen?

      Nur zum Verständnis: In dem Fall kommt es durch Ausweitung der Geldmenge zu Inflation?

      Aber wenn man die DAX -Werte durch Geldmengenerhöhung aufbläst ist das doch auch Inflation, oder nicht?

      Insofern ist es doch richtig, dass man über die Geldmenge die Inflation steuert?

    • Danke für die Nachfrage, Gloucester! Das Stichwort ist ganz einfach Angebot und Nachfrage, Da das Angebot an Nahrung in meinem Beispiel knapp werden dürfte, steigen die Preise, und die Kaufkraft sinkt erst einmal entsprechend. Steigende Preise geben aber wiederum natürliche Anreize, im entsprechenden Sektor auch zu investieren, was dann Wirtschaftswachstum und häufig auch mehr Arbeitsplätze zur Folge hat. Dazu sei aber gesagt, dass Inflation im zweistelligen Bereich auch wirtschaftliche Unsicherheit mit sich bringt, was eher zu Kapitalflucht statt zu Investitionen führt. Dies gilt aber primär für den Realsektor, wo eine bestimmte stabile Inflation, die auch der für die Gesamtwirtschaft problematischen Sparneigung entgegenwirkt (wer Geld hortet verhindert damit z.B. dass andere Marktteilnehmer ihre Schulden begleichen können, was als Folge wiederum Investitionen hemmt) , deswegen durchaus förderlich ist. Von dem Geld, das in Spekulationsblasen gepumpt wird (was man erreicht, wenn man das Geld „den Falschen“ in die Hand drückt, und dabei eine völlig verfehlte- also ziemlich deutsche – Wirtschaftspolitik betreibt, die auf Außenhandelsüberschüsse, und Nullinflation = schwacher deflationärer Binnenmarkt , setzt) kann man dergleichen allerdings nicht behaupten. Im „Idealfall“ ist dann der Effekt für die Realwirtschaft, dass irgendwo in Europa , etwa Spanien vor 2008, in eine Immobilienblase (z.B. deutsches Geld) gepumpt wird, und durch die künstliche Nachfrage (die allerdings tatsächlich dennoch inflationsfördernd ist) massive Überkapazitäten erzeugt werden, während die Normalsterblichen jahrelang wg. den Preisen das Nachsehen haben, während sie als Sahnehäubchen obendrauf nach dem Blasenplatzen noch den Job verlieren. – In China, das auch locker mit dem Geld umgeht, um gegenüber dem Dollar den Währungskrieg zu gewinnen, gibt es auch angeblich durch (für den Monetarismus ziemlich typische) Ressourcenfehlallokation so einige leerstehende Millionenstädte…

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