Tagesdosis 3.4.2019 – Aufstand der Anständigen (Podcast)

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie aber fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und wieder bückte er sich nieder und schrieb auf die Erde.

Ja, da stehen sie andächtig und lauschen der Rede Greta Thunberg zu, klatschen wie die Wilden und dann das: Ein Geländewagen wird an die beste Nachwuchsschauspielerin verschenkt. Ja, das alles ist eine Show. Aber das heißt nicht, dass alles eine Show ist. Zum Beispiel die Umweltkatastrophe, oft auch als Klimawandel in Szene gebracht, um dramatischer, quasi als apokalyptischer Reiter zu fungieren und die Massen in Panik zu versetzen, ist nun mal eine Tatsache. Unser Konsumismus vermüllt die Welt, vergiftet sie und treibt tagtäglich das Artensterben an. Am Ende sterben auch wir, weil wir uns damit selbst ausrotten. Das ist quasi das Ziel, das wir am vehementesten ansteuern. Und wir machen Werbung dafür. Jüngstes Beispiel fand bei der Verleihung der goldenen Kamera statt. Hier ein Auszug aus einem Beitrag von Sebastian Maas auf Bento.de, Zitat Anfang: Warum ein Fernsehpreis eine Klimaschützerin ehrt – wenn nicht, um sich selbst einen grünen Anstrich zu verpassen – war vielen im Vorfeld unklar. Auf der Veranstaltung, die in einem Berliner Flugzeug-Hangar stattfand, wurde dieser Eindruck nicht besser. Denn am selben Abend verschenkte Sponsor VW als Preis für die „beste Nachwuchsschauspielerin“ ein SUV. „Du wirst ja nicht zu jedem Casting die Anreise bezahlt bekommen“ scherzte Moderator Steven Gätjen, als er Schauspielerin Tscharntke den Autoschlüssel überreichte. Mit gerade mal 95 PS (in der Grundausstattung) ist der Wagen zwar keine extreme Drecksschleuder, verdeutlicht aber, was das Auftreten der Klimaaktivistin vorher war: eine reine PR-Maßnahme für den Preis, die aber bitte keine harten Konsequenzen nach sich ziehen soll1, Zitat Ende.

Es geht ums Geld, nicht um den Ökoschutz oder dem Schutz des Lebens auf diesem Planeten. Der Planet ist für die Ökoverbrecher bloß eine Bühne und unsere Umwelt nur ein Freilandgehege, welche sie sich untereinander längst aufgeteilt haben. Preisverleihungen sind Großveranstaltungen für diese Verbrecher, die, wenn sie ein gewisses Alter von sagen wir 70 erreicht haben, auch einmal sentimental über den schönen blauen Planeten Laudatieren wollen. Ach wie schön das Leben doch sein kann, wenn man das Leben, das in einem selbst wohnt, völlig unbedacht lässt. Leben, eine Sentimentalität, ein Epiphänomen des Planeten selbst, möchte man geistlos, also verstandesbegabt sinnieren. Unser Verstand weiß, was richtig ist und unser Verstand ist unser Gottvater, dem wir unseren Fortschritt überantwortet haben. Unser Verstand hat uns diesen ganzen Mist eingebrockt. Unser Verstand speit akademische Titel aus, mit denen er die homo sapiens sapiens so zuscheißen kann, wie einst der Fabrikant Haffenloher in der Sendung Kir Royal mit Mario Adorf, der ihn spielte. Ja unser Verstand, das Kronjuwel aller Gewissheiten und Wahrheiten hat uns diese ganze Misere erst eingebrockt. Der Mensch, ein verstandesbegabtes Wesen, über dessen Geist gestritten wird, als dürfe er nicht sein.

Was sagt unser Geist dazu? Wird ihm zugehört, wird er um Rat gefragt, beachtet, ja wertgeschätzt? Da beginnt das Problem erst so richtig aufzukochen. Die einen sagen, alles sei Materie – unwissend darüber, das es gar keine Materie gibt. Und die anderen sagen, der Geist erschafft die Welt und damit alles, was wir manifestieren, festhalten und wonach wir uns auszurichten wünschen. Der Verstand hingegen sagt, dass alles ist und wir, in dem was schon immer ist, hineingeboren wurden und uns dazu verhalten – was sich Evolutionsbiologie nennt. Haben wir Angst vor diesem Geist? Haben wir Angst vor ihm, weil er sagt, es gibt keine Realität, keine Wahrheit und nichts von dem, woran dein Verstand festhält? Ist alles Glaube, selbst die Wissenschaft? Ist alles was oder woran wir glauben eine Realität einzig nur in uns? Wird sie durch unseren Glauben erst erschaffen, und zur Realität geformt? Merkst du, der du das hier jetzt liest oder hörst, wie die Angst sich deinem Verstand annähert, getarnt als Irritation über das hier Beschriebene und deinen Geist verdrängt? Sind wir materielle Wesen oder auch geistige Wesen. Bestehen wir nur aus Licht, aus Quanten? 

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir geistige Wesen in einer körperlichen Hülle sind. Und bei dem, was wir den Tod nennen, fällt die körperliche Hülle zu Boden, aber der Geist steigt auf. Der Tod ist nicht der Tod, schreibt der Arzt und Wissenschaftler Pim van Lommel in seinem Weltbestseller Endloses Bewusstsein2. Und wenn man denen zuhört, über die van Lommel schreibt, nämlich Nahtoderfahrene, und sie fragt, was der Sinn einer solchen Erfahrung sein soll, dann antworten sie: Liebe. Wir sind hier, um Liebe zu erfahren, Liebe zu lernen und Liebe weiter zu geben. Wir alle sollen der Liebe folgen. Berichte von sogenannten Nahtoderfahrenen sind so unfassbar für uns, die solche Erfahrungen nicht gemacht haben, dass sie einem schier wie eine Science-Fiction-Geschichte vorkommen. Längst haben sich Wissenschaftler dieses Themas angenommen und sie zweifeln nicht an den Berichten, dem Erleben derer, die klinisch Tod waren, aber aus irgendeinem Grund wieder ins Leben zurückkehrten. Das wirklich Bemerkenswerte an ihren Berichten ist folgende Erkenntnis. Sie alle verlieren ihre weltliche Angst und haben auch keine mehr vor dem Tod. Die Auswirkungen dazu auf ihr Leben sind enorm. Und deswegen erwähne ich das hier im Zusammenhang mit der Preisverleihung an Greta Thunberg. Ihre Hater haben Angst und diese Angst projizieren sie auf Greta Thunberg und die Jugendlichen, die ihr folgen. 

Es ist recht beschämend die vielen kleinen Kommentare zu ihr zu lesen. Sie wird von einem nicht kleinen Teil Erwachsener in diesem Land derart diffamiert, dass mir die Worte buchstäblich dazu fehlen, das angemessen zu kommentieren. Ich denke nur: Schämt ihr euch denn nicht, so etwas zu einem 16-jährigen Mädchen zu sagen? Sicher, die ganze Bewegung mag ein Riesenschwindel im Sinne der Medien und der Dienste sein. Doch wo ist dieser Schwindel denn nicht zuhause? Das Negative wird derart reichlich befeuert, angezogen und in die Welt geholt, dass mir die Worte fehlen. Kann denn nur ein kleiner Teil auch das Positive darin sehen? Alle Jugendlichen sind auf einem Mal die Bekloppten und Bescheuerten. Aber sind das nicht diejenigen, die das schreiben und sagen selbst? Seid ihr nicht vielleicht die, über die ihr urteilt? Es wird eine Gelegenheit verpasst. Ja, das ist es, was gerade wirklich geschieht. Die Gelegenheit nämlich, die Jugendlichen über alles zu informiere, worüber wir etwas glauben, zu wissen. Etwas über die ganz große Verarsche, die hier abgeht und die wir durchschaut haben. Warum erzählt und schreibt ihr nicht darüber – an sie gerichtet. Lieber schreibt und sagt ihr, dass sie dumme Schafe sind und nicht merken, von wem und von was sie gerade eingewickelt werden. Ihr, die ihr sie diffamiert, vom PC aus, ihr seid gekränkt, weil ihr verarscht wurdet, weil ihr mit eurem Aktivismus nichts erreichen konntet, weil ihr genau diese ganze Niedergeschlagenheit auf die jugendlichen Umweltaktivisten projiziert. Ihr tut das aus eurer Angst heraus, ertappt worden zu sein in eurem Misslingen als Aktivisten oder aus dem Misslingen eures Lebens ganz allgemein heraus. Greta könnte ja Erfolg bekommen und genau dann wäre sie ja ein Spiegel, in dem ihr eure Unzulänglichkeiten erkennen müsstet. Und damit dient ihr dem System, mit einer solchen Einstellung, euer Wissen negativ auf Greta und die Bewegung zu projizieren. Dem System dient man nur aus der Angst heraus. Das Gegenteil von Angst ist Liebe. Und wenn Nahtoderfahrene eine Wirklichkeit beschreiben, wovon ich ausgehe, dann ist alles, was aus der Angst heraus geboren wird, eine Illusion. Ausgenommen die natürliche Angst vor Gefahren, die uns in Lösungshandeln zwingen. 

Ein Feindbild zu kreieren, ihm die schwarze Krone aufzusetzen und sich dabei als auf der richtigen Seite zu beschreiben, ist ein völlig falsches Verhalten, aber vollkommen en vogue. Es wird dem Problem nicht gerecht, es hilft, die eigenen Anteile am Problem zu verschleiern. Ich kann nur dazu raten, in Greta nicht den Feind auszumachen, sondern im System. Das System krallt sich alle und alles. Greta ist 16 Jahre jung und wer in dem Alter ist, der darf ruhig Fehler machen. Ja, er oder sie sollte reichlich Gebrauch von Fehlern aller Art machen dürfen. Desto stärker und gefestigter wird Greta, wenn sie älter wird und daraus ihre Lehren ziehen konnte. Und dann brauchen wir sie, die Gretas dieser Welt. Ständig werden Menschen verurteilt dafür, dass sie die Welt retten oder verbessern wollen. Alles Mögliche wird hineininterpretiert. Gretas Vorfahre sei mit Alfred Nobel verbandelt gewesen, habe selbst den Nobelpreis bekommen und als erster vor CO2 gewarnt, dass aus Vulkanen strömen könnte und die ganze Menschheit dahingerafft wäre. Ihre Eltern seien privilegiert, weil sie Schauspieler sind, ihr Großvater auch. Und dann wird einfach zusammengereimt, alles Verschwörung, von Anfang an. Das sich ihre Eltern einfach als Eltern um sie bemühen, darauf kommt man dann nicht mehr. Was wäre, du liebe Leserin, lieber Leser, du hättest ein Kind wie Greta und du hättest Beziehungen. Du würdest sie ganz sich niemals für dein Kind einsetzen. Du würdest sagen: Mach es selbst, von mir bekommst du nichts. Wie ehrenvoll. Ich würde so nicht handeln. Ich würde meine Beziehungen voll umfänglich einsetzen und ich hoffe, Freunde von mir machen das auch mit mir. Ich würde nämlich helfen. Und vielleicht war das der Anfang von Gretas Geschichte: Elternliebe. Jetzt ist daraus etwas Globales geworden und die Haie haben sie längst eingenommen. Die Haie auf beiden Seiten! Ja, so könnte es auch gewesen sein. Doch, ist das wichtig? Ist es nicht viel wichtiger, jetzt zu den Jugendlichen zu gehen und mit ihnen zu philosophieren? Ihnen mitzuteilen, was hier wirklich abgeht? 

Neulich schrieb ich zum Thema Friday For Future: Wenn die Schüler wüssten, was hier wirklich alles so abgeht, sie würden die ganze Schule schwänzen. All Days For Future!!! Lassen wir sie wissen, was hier alles so abgeht, denn auch eine Greta Thunberg kann das nicht wissen und schon gar nicht die vielen Schüler, die für eine bessere Umwelt demonstrieren. 

  1. Lassen wir sie wissen, dass es auf alles nur eine einzige Antwort gibt und die heißt Frieden! 
  2. Lassen wir sie wissen, dass es auf all die Probleme der Um- und Mitwelt nur eine Ursache gibt und die heißt Finanzkapitalfaschismus oder einfacher, Korporatismus.
  3. Lassen wir sie wissen, dass Bildung nur eine Form der Propaganda ist, eine Form der Gehorsamskonditionierung und eine Form, den Autoritäten zu folgen und nicht sich selbst zu entfalten. 
  4. Lassen wir sie wissen, dass Banken Geld aus dem Nichts erschaffen und die Umwelt zu Tode ausgeraubt und geplündert wird, damit der Geldfluss und das Herrschaftssystem aufrecht erhalten bleiben. 
  5. Aber das Beste für unsere Kinder wäre, wenn es uns Älteren nicht an Mut und Stärke fehlen würde, um sie nicht mehr in die Schule zu schicken. Denn dort werden sie abgerichtet, um ein System zu erhalten, das gar kein Interesse daran hat, mit der Umwelt- und Lebenszerstörung jemals aufzuhören. Daher macht sie auf ein Gespräch mit dem Format M-Pathie auf KenFM  und Dagamar Neubronner aufmerksam, damit sie verstehen, wo ihr blinder Fleck ist.
  6. Seit der industriellen Revolution sind es weder eure Eltern noch die Erwachsenen ganz allgemein, die die Umwelt zerstören. Es ist der Staat, der diese Verbrecher schützt, ihre Gesetze in die Rechtsprechung überführt und sie schützt.

Demos müssen vielen wehtun, weil Demos verändert euch schreien. Anders bei den Schülerdemos für eine bessere Welt. Wem tun sie weh? Was würde wohl passieren, wenn ein völlig unbekannter Bernd Lehmann, IT-Fachmann bei Siemens, zu einem Arbeiter- und Angestellten-Schwänzen aufrufen würde und jeden Freitag Hunderttausende in Europa nicht mehr für das Bruttoinlandsprodukt ihre Freizeit und ihr Familienleben opfern würden, um als Lohnempfänger Steuern für Kriege zusammenzutragen? Was wäre, hier würde eine Friday for Future-Bewegung der Erwachsenen entstehen? Würde die Kanzlerin dem auch einfach ihre Daseinsberechtigung geben? Würde ein Anton Hofreiter vor laufender Kamera auch ihr Fernbleiben gutheißen, so wie er es für das Schule schwänzen tat? Würde auch Bernd bis zum Friedensnobelpreis kommen und einen Klimapreis mit großem Pomp in Empfang nehmen dürfen und sagen können: Ihr da, ihr Reichen und Schönen, wir werden euch mit all eurer Ignoranz nicht mehr davonkommen lassen. Wir die wir jeden Tag euer System des Pomp and Circumstance aufrecht erhalten haben, wir verlassen das System heute, euer System der Unterdrückung, euer System des Massenmordes, euer System der Umweltzerstörung, euer System der Manipulation. Wir, die Menschen auf der ganzen Welt, wir folgen euch nicht mehr. Unsere Kinder werden euch nicht mehr gehören. Und heute ist der Tag, da werden wir uns alles zurücknehmen, was ihr uns gestohlen habt, wofür ihr uns missbraucht habt und wir werden euch zur Rechenschaft ziehen dafür, für das, wozu und wofür ihr uns missbraucht habt. Ihr seid Lügner, Betrüger und Massenmörder. Auf meine lieben Schwestern und Brüder! Entmachtet die Medien, die Funk- und die Fernsehanstalten. Habt keine Furcht! Entmachtet alle großen Unternehmen, die sich am Krieg verdient gemacht haben. Jagd die US-Militärbasen aus diesem Land. Seid aber selbst dabei keine Mörder! Der Aufstand der Anständigen beginnt und er endet ohne Blutvergießen. Und so weiter, und so weiter. Ihr kennt die Antwort. Wenn man den Spieß einfach mal umdreht, bekommt man vollkommene Klarheit. Aber so ein Bernd Lehmann wäre schon cool, oder?

Quellen

(1)https://www.bento.de/nachhaltigkeit/goldene-kamera-ehrt-klimaaktivistin-greta-thunberg-und-verschenkt-danach-ein-suv-a-a95c65b6-12bc-4314-aa82-bb3e1d14eaac#ref=ressortbox

(2) https://pimvanlommel.nl/de/

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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