Tagesdosis 3.5.2019 – Die Asche brennt (Das Odessa-Massaker 2014)

Ein Kommentar von Dagmar Henn.

Gestern, vor fünf Jahren, fand in Europa ein Massaker statt. Am zweiten Mai 2014 in Odessa. Haben Sie schon davon gehört?

Die meisten Bürger dieses Landes vermutlich nicht. Denn es war nur einige kurze Zeilen wert, als handele es sich um ein Unglück, irgendwie geschehen, ein dummer Zufall, dem mindestens 42 Menschen zum Opfer gefallen sind. Monate zuvor gab es eine Sondersendung nach der anderen über den Maidan; täglich wurden wir damit versorgt, als läge die Ukraine gerade eine Haustür weiter. Am zweiten Mai 2014 hätte sie ebensogut auf dem Mond liegen können.

Dieses Datum markiert einen Bruch.

Es markiert einen Bruch, weil sich die historische Erzählung in Ost und West klar spaltete. Keine Gewalttat dieses Jahrhunderts ist so gründlich dokumentiert wie das Massaker von Odessa; es existieren dutzende Stunden Videomaterial, weil die Täter ihr Tun eifrig und stolz gefilmt haben. Auch wenn die meisten der Videos auf youtube inzwischen gelöscht sind, auf rutube.ru kann man sie nach wie vor mühelos finden. Diese Videos liefen an jenem Tag als Livestream im Netz. In Russland dürften sie Zehntausende gesehen haben; hier in Deutschland immerhin noch einige Hundert.

Was keines dieser Videos vermitteln kann, auch Ulrich Heydens Dokumentation ‚Lauffeuer‘ (1) nicht, und nicht das Buch Brennendes Gewissen‘ (2) (der Autor: Oleg Mozyka), ist das Entsetzen, mit dem man solchen Ereignissen im Livestream folgt. Der Stream, der mich vor meinen Computer bannte, kam von der Krim, und lief über ein Programm, das eigentlich als Plattform zum Pokern gedacht war; rechts neben den Videos lief ein Chat auf Russisch. Diesen Chat konnte ich immer wieder in Übersetzungsprogramme kopieren und auf diese Weise erfahren, was genau ich gesehen hatte.

An jenem Tag, während das Gewerkschaftshaus brannte, während Menschen aus den Fenstern sprangen, um sich vor dem Feuer zu retten, nur um unten von den Nazis des Rechten Sektors erschlagen zu werden, vor den Kameras anderer Nazis; als die Mörder begeistert zwischen den verkohlten Leibern ihrer Opfer durchs Gebäude stapften und das Bild weiter in die Welt hinaus schickten, an jenem Tag gab es einen Satz, der im Chat immer wieder und wieder auftauchte: „Heute ist die Ukraine für mich gestorben.“

Bis zum zweiten Mai wäre, das deutet dieser Satz an, die Entwicklung hin zum Bürgerkrieg noch aufzuhalten gewesen. Die Toten von Odessa, überwiegend Frauen und Ältere, haben das geändert. Denn die Ereignisse und die Tage, die darauf folgten, vermittelten zwei Botschaften. Dass die neue Regierung der Ukraine keinen Handschlag tun würde, um den russischsprachigen Teil der Bevölkerung vor den Nazis zu schützen, und dass ihre europäischen Verbündeten ihr Carte Blanche erteilten, mit den Menschen des Südostens umzugehen, wie es ihr gefiele.

Denn da liegt der zweite Bruch, den das Massaker von Odessa geschaffen hat. Das ist der Bruch zwischen der offiziellen deutschen Erzählung und dem tatsächlichen Handeln deutscher Regierungen gegenüber der Ukraine; die Verantwortung, die die deutsche Politik für den fünfjährigen Krieg im Donbass trägt.

Denn man muss, um Verantwortung zu erkennen, nicht auf Verschwörungen zurückgreifen oder konkrete Kommandostrukturen belegen. Man muss nur jene Momente in der Entwicklung betrachten, an denen ohne allzu große Probleme ein anderes Handeln, eine andere Reaktion möglich gewesen wären.

Der erste derartige Moment war die Anerkennung der Putschregierung durch die Bundesregierung im Februar 2014. Da der damalige Außenminister Steinmeier mit seinem französischen und polnischen Kollegen ein Abkommen zwischen der Regierung Janukowitsch und der Opposition ausgehandelt hatte, bestand keine Notwendigkeit, die an die Macht geputschten Herrschaften anzuerkennen. Nicht einmal, wenn man den Assoziierungsvertrag mit der EU für ein übergeordnetes Ziel hält – vorzeitige Wahlen waren ja in diesem Abkommen bereits festgelegt.

Nun kann man immer noch entschuldigend sagen, es sei nicht klar gewesen, in welche Richtung sich diese Regierung entwickelt. Deutsche Fernsehjournalisten, die monatelang den Maidan umlagert hatten, hätten zwar im Stande sein müssen, Wolfsangeln und Hakenkreuze zu erkennen, wenn Maidan-Aktivisten sich mit ihnen schmückten, aber gut, sagen wir einmal, sie hätten nichts gemerkt.

Aber am zweiten Mai? Als eine ‚Heil der Ukraine‘ schreiende Meute vor dem Gewerkschaftshaus von Odessa stand, während drinnen Türen aufgebrochen wurden, Menschen erschossen, erschlagen, erwürgt, verbrannt wurden? Konnte man da tatsächlich  noch sagen, man hatte nichts gemerkt? Ist es glaubhaft, dass weder die Auslandskorrespondenten der deutschen Medien noch der deutsche Auslandsnachrichtendienst diese Ereignisse beobachtet haben, im Livestream, so wie Tausende anderer? Dass ihnen selbst danach die ausführliche Berichterstattung in den russischen Medien und die noch ausführlichere im Internet völlig entgangen ist? Auch die öffentlichen Aussagen ukrainischer Politiker in den dortigen Medien, wie jene der damaligen Präsidentschaftskandidatin Timoschenko, die die Mörder für den Mut lobte, mit dem sie öffentliche Gebäude verteidigt hätten?

Nein, natürlich ist ihnen das nicht entgangen. Selbstverständlich laufen all solche öffentlich verfügbaren Informationen durch den Analyseapparat der Dienste und landen, zur Lage kondensiert, auf dem Schreibtisch der politisch Verantwortlichen.

Die Tagesschau widmete dem Ereignis am 02. Mai ganze drei Sätze:

„Nach Angaben der Polizei starben mindestens 38 Menschen bei einem Feuer, das bei Kämpfen zwischen prorussischen Kräften und ukrainischen Regierungsanhängern in einem Gewerkschaftsgebäude ausgebrochen war. Einige von ihnen seien vom Rauch erstickt worden, andere seien aus dem Fenster gesprungen und dadurch gestorben. Das Feuer sei auf „kriminelle Brandstiftung“ zurückzuführen, so die Polizei“ (3).

Man stelle sich einmal vor, es hätte eine Sondersendung über Odessa gegeben. Die Zeitungen hätten darüber berichtet, Interviews mit Überlebenden geführt, womöglich einige der Täter ausfindig gemacht. Ja, es wäre klar geworden, dass der Maidan ein demokratisch höchst zweifelhaftes Unterfangen war, vorsichtig formuliert. Aber hätte es der Bundesregierung ernsthaft geschadet, wenn nach dem zweiten Mai vor fünf Jahren ein Fehler eingestanden worden wäre und man sich bemüht hätte, auf die Sicherheit der russischsprachigen Ukrainer zu dringen oder die Auflösung der faschistischen Organisationen Swoboda und Rechter Sektor zu fordern? Vermutlich nicht. Hätte es ein solches Handeln gegeben, dann wäre es in der Folge nicht zum Bürgerkrieg gekommen.

Aber es geschah nichts, und die Ereignisse von Odessa wurden mit Schweigen verdeckt.

Am elften Mai reiste Bundesaußenminister Steinmeier in die Ukraine; nicht nur nach Kiew, sondern auch nach Odessa. Zuvor hatte er geäußert, er wolle mit niemandem sprechen, der Blut an den Händen habe… den Gouverneur von Odessa, der das Massaker öffentlich begrüsst hatte, traf er dennoch, und die geplante Kranzniederlegung am Gewerkschaftshaus unterblieb; der grünen Kriegstreiberin Marie-Luise Beck, die leidenschaftlich mit den Anhängern ukrainischer Nazi-Hilfstruppen schmust, war das nicht genug – er hätte der Opfer ‚prorussischer Separatisten‘ in Odessa gedenken sollen…

Der zweite Mai stellte die Weiche in Richtung Bürgerkrieg. Am neunten Mai schoss die Nationalgarde, eine Truppe, in die viele der Nazi-Gruppen integriert worden waren, in Mariupol erst die Polizeiwache in Brand, weil die Polizei dort sich weigerte, auf Einwohner zu schießen, die den Tag des Sieges feierten, und dann feuerte sie wahllos in die Menge. Die Stadt Slawjansk wurde mit Raketenwerfern beschossen und aus Flugzeugen bombardiert. Im Sommer wurde dann alles eingesetzt, was das Arsenal hergab, bis zu Totschka-U-Raketen (die NATO nennt sie SS 21); Raketen mit einem Sprengkopf von einer halben Tonne, deren Schrapnelle eine Fläche von zweihundert Hektar geradezu rasieren können. Zum Glück sind die meisten dieser Raketen, die auf die Städte Donezk und Lugansk gerichtet wurden, nicht explodiert…

Nichts davon wurde in Deutschland berichtet. Die Decke des Schweigens wurde von Monat zu Monat größer; sie bedeckte nicht länger nur die Toten im Gewerkschaftshaus von Odessa, sie bedeckt bis heute die meisten Opfer des Bürgerkriegs, deren Zahl bei einem Vielfachen der von der OSZE genannten Zehntausend liegen dürfte; sie verhüllt die Vorgeschichte, die Ursache des Bürgerkriegs, mit der sich die ganze Erzählung von ‚russischer Aggression‘ in Rauch auflöst.

Der Krieg im Donbass, der ohne das Schweigen zu Odessa nie begonnen hätte, macht jede Erklärung, die EU stünde für Frieden, zur Farce. Die Verherrlichung der Nazi-Kollaborateure in der heutigen Ukraine gibt jede Bekundung, man stünde ‚gegen Hass‘, ‚gegen Rechts‘ oder gar gegen Nazismus, der Lächerlichkeit preis. Dieser Weg wurde willentlich eingeschlagen, dieser Krieg in Berlin gewünscht, und bis heute gibt es keine Anzeichen einer Korrektur.

Jenen aber, die, durch welchen Zufall auch immer, das Massaker in Odessa gesehen haben, haben sich die Bilder tief ins Gedächtnis gegraben, mit dem Auftrag, das Schweigen endlich zu brechen.

Die Asche brennt auf meiner Brust.

Quellen:

  1. https://www.youtube.com/watch?v=LXRIuVNGmds
  2. https://www.eulenspiegel.com/verlage/verlag-am-park/titel/oleg-muzyka-saadi-isakov-lilia-bersuch-und-frank-schumann.html
  3. https://www.anti-spiegel.ru/2019/die-tragoedie-von-odessa-vom-2-mai-2014-alle-details-in-chronologischer-reihenfolge/

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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18 Kommentare zu: “Tagesdosis 3.5.2019 – Die Asche brennt (Das Odessa-Massaker 2014)

  1. Es geht mir wie Hog1951 – ich bin bestützt, fassungslos und schäme für „mein“ Land, Deutschland, für diese Poltiker, die schweigen, wenn klare Worte notwendig wären, und die lügen, wenn eine klare Haltung angebracht wäre; und für „unsere“ Medien, für die das gleiche gilt….
    Wir müssen aus unserem Schweigen kommen, und über diese Vorgänge ins Gespräch kommen, mit unseren Mitbürgern, Mitmenschen und auch denen, die neu in dieses Land kommen, unter ganz falschen Vorstellungen…

  2. Es ist atemberaubend, wie Dagmar Henn das, was mir 5 Jahre auf der Seele brennt, in Worte fasst und in Sätze gießt und Freund wie Feind entgegenschmettert. Alles korrekt und alles mir aus dem Herzen gesprochen. Und alles genau das, was ich gerne den Pseudoantifaschisten hier, die unter Polizeischutz auf Konzerten „Courage zeigen“, aber eine echte faschistische Machtergreifung und ein echtes faschistisches Pogrom verpennen, immer schon sagen wollte. Danke für diese Tagesdosis!

  3. „Aber hätte es der Bundesregierung ernsthaft geschadet, wenn nach dem zweiten Mai vor fünf Jahren ein Fehler eingestanden worden wäre und man sich bemüht hätte, auf die Sicherheit der russischsprachigen Ukrainer zu dringen oder die Auflösung der faschistischen Organisationen Swoboda und Rechter Sektor zu fordern? Vermutlich nicht.“

    Das wäre für jeden einzelnen beteiligten Politiker ein Karriereknick gewesen.
    Und da das psychopathologische Karrieristen sind …

    Man kann sich erinnern:
    Einerseits machte die Merkel-Regierung den USA-Kurs weitgehend mit.
    Andererseits beteiligte sich die Bundesregierung am „Normandie-Format“ in Minsk und nicht nur das, Merkel meinte gar, die Sanktionen gegen Russland (also auch deren Lockerung/Abschaffung) könnten an die Erfüllung der MInsker Vereinbarungen geknüpft werden.
    Was erlauben sich Merkel ???!!!
    Hegemon USA will Sanktionen gegen Russland, da wird da unten nicht aus der dritten Reihe getanzt.
    Dann passierten zwei Sachen:
    1. Die gleichen „deutschen“ Medien, die Kanzlerin Merkel ein Jahrzehnt hypten, egal was die machte oder unterließ, wendeten sich nun gegen die Kanzlerin; aber natürlich nicht wegen Minsk, sondern wegen einer „Flüchtlingskrise“ (ausgerechnet das einzige Mal, dass diese Kanzlerin aus Versehen was halb richtig gemacht hatte, nahmen diese Medien zum Anlass sie anzugreifen).
    2. Pegida, „besorgte Bürger“, AfD u.ä. bekamen Aufwind.
    Spacken die sonst nix gebacken kriegen, schaffen es plötzlich in diesen Medien allgegenwärtig zu sein. Ja nee iss klar.

    Ich bin überzeugt, es war die Beteiligung der Regierung Merkel am „Normandie-Format“ bzw. an den Minsker Vereinbarungen, was den USA-Strategen zu unbotmäßig war und Grund genug Merkel anzugreifen, medial und mit dem deutschen „Rechten Sektor“.
    Es ist das gleiche Muster: eine Regierung fällt in Ungnade, es protestiert ein „Rechter Sektor“.
    Und sämtliche transatlantische Medien meinem „man muss die Sorgen der Bürger ernst nehmen“.

    Ob der „Rechte Sektor“ nun „Swoboda“ oder „Pegida“ oder sonstwie heißt … die geopolitischen Ereignisse und die Zeitlinie geben mehr Aufschluss.

    Wenn alle Nebelkerzen verraucht sind, ist es erschreckend einfach:
    Für die Durchsetzung der USA-Interessen werden als vorletzte Möglichkeit Extremisten benutzt, denn Extremisten sind gewaltbereit und das ist praktisch, wenn man mit anderen Mitteln nicht weiter kommt.
    Im arabischen Raum sind das religiöse Extremisten wie Islamisten, im europäischen Raum sind das ideologische Extremisten wie Faschisten und in D. auch „Antideutsche“ (jedenfalls verdichten sich die Indizien, dass letztere auch ferngesteuerte Spacken sind, weniger um Regierungen anzugreifen und mehr um progressive/fortschrittliche Strömungen von innen zu lähmen, aber die Frage „wem nützt es es?“ führt zu den gleichen, denen auch der „Rechte Sektor“ nützt, die bekommen doch alle Zahlungen vom Verfassungsschutz).
    Die sind aus Sicht der USA-Strategen ähnlich benutzbar, Islamisten und Faschisten sind die gleichen nützlichen Idioten.

    Und Grundlage für das Entstehen von Extremisten ist eine bestimme Kultur der Erziehung der Kinder, daraus entstehen die extremistischen nützlichen Idioten, die die Mächtigen benutzen können (vgl. „Wie gestört ist unsere Gesellschaft?“)
    Also ist der wirksamste Antifaschismus, Kinder sich seelisch gesund entwickeln zu lassen.
    Dann sind einfach nicht mehr genügend Spacken da. 🙂

  4. Ein wahrlich krass schauriges Kapitel.
    Dabei habe ich noch einen Tag zuvor geschmunzelt, da die Panzerverbände aus Kiev ihren Befehlen nicht folgte. Keiner wollte da den anderen bekämpfen. Jatzes hirntote Schergen wurden abermals losgelassen, während Tausende verweigerten oder gar überliefen, gelang es den Wahnsinnigen tatsächlich einen Krieg loszutreten. Nazis hin und her… Das sind ganz gemeine Kriegsverbrecher, der allerübelsten Sorte. Eine Welt in der das nicht geahndet wird, gilt für mich als fehlzivilisier. Nun haben wir da in Kiev gar einen echten Komiker anstatt einer Witzfigur. Die Politik macht eigenartige ´´Fortschritte´´.

  5. Die Nähe der Deutschen Politik (bes. des Deutschen Tiefen Staates mit seinen Geheimdiensten und dem Militär) zu Nazis bzw. übelsten Faschisten ist schon lange (nicht nur seit Gladio und dem Oktoberfest Attentat) attestiert.

    Zu Odessa weise ich auf einen Artikel in den Nachdenkseiten hin

    nachdenkseiten.de/?p=51384

  6. Apropos Marie-Luise Beck und ihre olivgrünen Gesinnungsgenossen, wie z. B. Göring-Eckardt, Werner Schulz und Rebecca Harms:

    Olivgrüne Lügen
    oder
    Das exemplarische Quartett

    Die Göring, Schulz und Harms und Beck
    Sind Sklaven ihrer Lügen,
    Das Lügen ist ihr Lebenszweck,
    Das Lügen und Betrügen.

    1

    Die Göring allen Ernstes spricht:
    „Es gibt gar keine Faschisten,
    In gesamter Ukraine nicht,
    Nur zahme Extremisten.

    Die sind im Parlament sogar
    Und stellen drei Minister,
    Sind konsequent und radikal,
    Und mir im Geist Geschwister.“

    2

    Und Schulz meint: „Das Regime ist futsch,
    Es siegten – Heil! – die Helden,
    Wir halfen ihnen, es war kein Putsch,
    Sie werden es uns entgelten.

    Aggressor aber ist Putin,
    Die Krim er annektierte,
    Ganz ohne Krieg gelang es ihm,
    Was ich gar nicht kapierte.“

    3

    Es klagt die Harms, die Ostwühlmaus:
    „Nach Russland darf ich nimmer,
    Verboten hat’s mir der Kremlkauz,
    Das ist ein furchtbar Schlimmer.

    Ich wollt doch nur das Riesenland
    Mit Freisinn infiltrieren.
    Nun hoffe ich, Banderistan
    Wird Russland infizieren.“

    4

    Und es meint die Lehrerin Beck:
    „Das Massaker von Odessa,
    Es diente dem russischen Zweck,
    Ich weiß das wirklich besser.

    Denn Russland, das ist immer schuld,
    Bei weltweit jedem Schaden,
    In Russland ist das Böse Kult,
    Da helfen nur Soldaten.“

    (2017)

    http://www.fricke-th.de

    • Ja, ich war am zweiten Mai 2019 hinter dem Kreml am Denkmal für Odessa und traf dort viele Donbassaktivisten! Ich kenne die meisten Aktivisten des ‚Батальон Ангел‘, einige auch persönlich. Ich habe viele Freunde im Donbass. Meine Freundin kommt aus Gorlovka (Ich sage Gorlovka, das ist russisch und das ist eine russischsprachige Region, … , und nicht Horlivka, … , das ist westlicher Neusprech или укропа). Gorlovka ist etwa 40 km nördlich von Donezk und dort wird jeden Tag geschossen. Irina Dikun, Ortsvorsteherin von Saizewa (Зайцево, nördlicher Stadtteil von Gorlovka den die Ukraine seit mehr als fünf Jahren jeden Tag beschießt!) ist in meiner Freundesliste bei vkontakte (russisches facebook) und es gibt kein einziges unbeschädigtes Haus in Зайцево. Von 3500 Einwohnern sind fast 100 tot! Denis Pushilin, nach dem Mord an Alexandr Sachatschenko Präsident der DNR (ДНР=Донецкая Народная Республика=Volksrepublik Donezk) ist auch in meiner Freundesliste.
      Es gibt Gründe für mich aktuell in Moskau zu sein, … , und die sind nicht nur touristisch!

  7. eigenartig ist das Schweigen von offizieller deutscher Seite schon, wo doch angenommen wird, dass die Odessa-Mörder im Gewerkschaftshaus Gas eingesetzt haben.
    Und wer ist Spezialist wenn es um Gasmorde geht?
    Ist nicht Schweigen = Leugnen ?
    Und ist das nicht ein Straftatbestand in Deutschland ?
    ich bin fassungslos vor so viel Feigheit.

  8. Vielen Dank, Dagmar Henn, fuer diesen ergreifenden und gleichzeitig beschämenden Kommentar.

    Die schiere Wut ergreift mich, wenn ich an diese …. denke, die in unserem Namen diese Verbrechen mitverursacht haben. Ich fasse es nicht, dass (menschheitsgeschichtlich) nach nur wenigen Wimpernschlägen wieder der blanke Faschismus hofiert wird.

    • @Hog1951
      “ Ich fasse es nicht, dass (menschheitsgeschichtlich) nach nur wenigen Wimpernschlägen wieder der blanke Faschismus hofiert wird.“

      Damals : Juden = „Volksfeinde“ und „jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung“.
      Heute: Zuwanderer = „Lohndrücker“ und „geplante Zuwanderung zur Volkszerstörung“.
      Letzteres schreiben Sie sinngemäß in Ihren Kommentaren zu S.Bonaths letztem Artikel.

      Wenn Sie Zuwanderer nicht als Menschen sehen, sondern als „Lohndrücker“, wieviel fehlt dann bei Ihnen, dass Sie „Lohndrücker“ verbrennen würden oder der Verbrennung von „Lohndrückern“ applaudieren würden?

    • Mensch, Andreas, Logik ist sicherlich nicht ihre Domäne?
      Ich habe niemals den Satz geschrieben: „geplante Zuwanderung zur Volkszerstörung“.
      Und dass man Menschen auch danach beurteilt in welchen Vehältnissen sie zur Gemeinschaft stehen ist doch nichts Neues.
      Die *Sozialdemokraten* sind auch Menschen, und zwar ein erheblicher Anteil gesamtgesellschaftlich.
      Die *Geisterfahrer* sind auch Menschen, allerdings zum Glueck nicht so viele wie Sozialdemokraten.
      Die *Politiker* sind auch Menschen, auch wenn sich nicht alle wie solche verhalten.
      Die *Kommentatoren* auf z.B. KenFM sind auch Menschen und schreiben dann und wann hier Posts.
      Die Unterstellung, ich wuerde der Verbrennung von Lohdrueckern applaudieren oder sei nahe dran sie verbrennen zu wollen ist weit unter der Guertellinie.
      Ich wuerde selbst dann nicht fuer Ihren (Andreas) Ausschluss aus diesem Forum plädieren, wenn es noch schlimmer käme von Ihnen, weil auch Ihre Meinung gehört werden soll.
      Nur ist Demokratie nicht so gestrickt, dass ein Öffnen der Grenzen durch eine einzige Person (Merkel) auf Geheiss von Unternehmensverbänden und der Clique um Soros, ohne Widerstand vollzogen werden darf. Ich erhebe also in dem Sinne meine Stimme gegen diesen Akt und bitte darum, das nicht so misszuverstehen, dass ich diese Menschen, weil sie nunmal genannt sind (Lohndruecker) auch verbrennen will.
      Dieser Post von Ihnen ist wirklich aus der allertiefsten Schublade.

      ohne f.G.

    • @Hog1951
      „Mensch, Andreas, Logik ist sicherlich nicht ihre Domäne?“

      Tatsächlich nicht, ich hatte eine 3 in der Logik Klausur.

      „Ich habe niemals den Satz geschrieben: „geplante Zuwanderung zur Volkszerstörung“.“

      Aber den Satz mit „hereingewunkene Lohndrücker“ haben Sie geschrieben.

      „Die Unterstellung, ich wuerde der Verbrennung von Lohdrueckern applaudieren oder sei nahe dran sie verbrennen zu wollen ist weit unter der Guertellinie.“

      Dehumanisierung (wenn Sie den Begriff nicht kennen, schlagen Sie nach) ist Grundvoraussetzung dafür, dass Menschen imstande sind andere Menschen umzubringen oder zu foltern.
      Sie bezeichneten eine Gruppe Menschen, nämliche die „hereingewunkenen“ als „Lohndrücker“.
      Also die Grundvoraussetzung dafür, Menschen umzubringen oder zu foltern ist bei Ihnen gegeben.

    • Also, wenn Sie nicht in der Lage sind geschriebene Texte zu verstehen, dann tut es mir Leid, dann sind sie wohl eher ein Troll, und von daher werde ich keine weitere inhaltliche Diskussion mit Ihnen fuehren.

    • @Hog1951
      „Also, wenn Sie nicht in der Lage sind geschriebene Texte zu verstehen,“

      Also wenn Sie Ihren Eltern Widerworte gaben und Ihre Eltern keine Argumente hatten, dann sahen Ihre Eltern nicht etwa ein, dass sie keine Argumente hatten, sondern dann sagten Ihre Eltern Ihnen, dass Sie nichts verstehen würden.
      Und heute hetzen Sie gegen Ausländer, dass die angeblich nichts verstehen würden.
      (polemische Verwendung von „Fachkräfte“ oder eben „Lohndrücker“ u.ä.)

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