Tagesdosis 3.7.2018 – Über wieviele Brücken muss man gehen?

Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

Vor 70 Jahren begann die Berliner Luftbrücke. Stalin ließ Berlin abriegeln, die Westalliierten versorgten daraufhin die Stadt aus der Luft, mit Kohle und Lebensmitteln. „Aus Siegern und Besiegten wurden Freunde“, ist seitdem immer wieder zu hören, wenn auch in den letzten Jahrzehnten abebbend, denn die Luftbrücke war eine West-Heldengeschichte des Kalten Krieges.

Es war und ist so eine Sache mit der Freundschaft zwischen Siegern und Besiegten. Sie hat ihren Preis, und das ist auch ganz wörtlich zu verstehen. Zur Finanzierung der Luftbrücke wurde kurz vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland das „Notopfer Berlin“ über Briefmarken erhoben, das bis Mitte der 50er Jahre wieder abgeschafft war, und die Mineralölsteuer eingeführt, die es immer noch gibt. Das Hauptinteresse, der Berlin-Blockade zu widerstehen und sie politisch zu nutzen, hatte die USA, nicht die westdeutsche Politik, die sich lieber heraushalten und vor allem nicht zahlen wollte.

Der Grund für die junge Liebe der Westmächte zu den gerade besiegten Nazi-Deutschen war die neue Feindschaft gegen die Sowjetunion. Was sich die dienstbereiten, tributpflichtigen Vasallen schönredeten, waren gemeinsame Interessen. Die sollte man nicht geringschätzen, gemeinsame Interessen sind keine schlechte Grundlage für politische Entscheidungen, aber die damaligen Deutschen brauchten offenbar die Illusion, wieder anerkannte Mitglieder der Völkerfamilie zu sein, wie man das nannte, obwohl sie nüchtern betrachtet einfach Massenmörder auf Bewährung und endgültig besiegte Machtkonkurrenten in Europa waren, die genutzt werden sollten.

Deutschland und Europa waren und sind aus Sicht der USA ein „Brückenkopf in Eurasien“, wie das Zbigniew Brzezinski in seinem geopolitischen Manifest „The Grand Chessboard“ nannte. Die Luftbrücke war die Instandhaltung dieses Brückenkopfes. Die Aktion diente vor allem als Machtdemonstration gegen die UdSSR, so wie die Blockade eine Machtdemonstration von der UdSSR war, auch wenn die „Rosinenbomber“ besonders für die Berliner viel mehr bedeuteten. Aber die Dankbarkeit der Deutschen ähnelte auch dem Anhimmeln des Klassenlehrers durch den Klassenstreber und die Großzügigkeit der USA dem guten Herzen eines Unternehmers, der in seiner Region eine Halfpipe für die Jugend finanziert.

Die augenblickliche Manifestation dieser Luftbrücke ist die US Air Base in Ramstein, der größte Militärflughafen der USA außerhalb Amerikas. Ramstein und die Rosinenbomber sind zwei Seiten einer Medaille, die man „Projektion der US Luftmacht in Europa und Eurasien“ nennen kann.

Wie die Freundschaft zwischen Siegern und Besiegten des 2.Weltkrieges wirklich aussah, konnte man 1989 bei der Wiedervereinigung Deutschlands sehen. Der Satz des französischen Literatur-Nobelpreisträgers François Mauriac „Ich liebe Deutschland. Ich liebe es so sehr, dass ich sehr froh bin, dass es zwei davon gibt“ wurde damals oft zitiert, genau wie Churchills Ausspruch „Man hat die Deutschen entweder an der Kehle oder zu Füßen.“ Die Aussicht auf ein gemeinsames Deutschland erzeugte damals Misstrauen bei fast allen Staaten Europas, besonders im historisch deklassierten England und Frankreich. Die USA und Gorbatschows UdSSR waren positiver. Aber die allgemeine Sorge war: Würde sich ein vereintes Deutschland wieder in Europa aufspielen? Die Angst war nicht unbegründet, aber über die derzeit gültige Version des hässlichen Deutschen können die Griechen mehr sagen als der NATO Generalsekretär. Deutschlands Politikelite gibt gerne den tyrannischen Hausmeister, der große Diktator hingegen ist ein Auslaufmodell. Und der Preis der Einheit war die Europäische Währungsunion. Kein zu hoher, das hat Helmut Kohl ganz richtig eingeordnet, wenn auch an dieser Stelle die deutschen Hausmeister herumnörgeln.

1989 bleibt ein historisches Datum. Die mühsam errichteten Fußgängerbrücken der Entspannungspolitik über den Eisernen Vorhang waren mit einem Schlag überflüssig geworden. Die Mauer wurde Geschichte. Im einstigen Ostblock herrschte eine politische Lichtgestalt, Michail Gorbatschow, dem Frieden und Freiheit wirklich viel bedeutete, seine „Sinatra Doktrin“ ermöglichte es jedem Staat des ehemaligen Warschauer Paktes einen eigenen Weg zu gehen. (Die Sinatra Doktrin war nach dem Hit: „I did it my way“ benannt)

Leider bemerkten wir alle im Freudentaumel nicht, dass damals nicht der Weltfrieden ausgebrochen war, sondern die USA das Ende der Geschichte ausriefen, den totalen Endsieg. Sie hatten gewonnen. Der Westen hatte gewonnen. Der Finanzkapitalismus hatte gewonnen. Herb Meyer, Assistent des CIA Chefs William Casey, sagte mir im Interview, dass die UdSSR damals so etwas wie ein todkranker Patient waren, an dessen Bett die USA standen und den Sowjets als Arzt guten Mut zusprachen, während sie mit dem Fuß den lebensnotwendigen Sauerstoffschlauch zum Patienten langsam abdrückten.

Die Sieger, die einem „Triumphalismus“ huldigten, wie Gorbatschow es heute nennt, begannen damit, den als erlegt eingeschätzten russischen Bären als Beute zu zerlegen und aufzuteilen. Die Rohstoffe im russischen Riesenreich sollten den neuen Herren gehören, die neuen Oligarchen vom Schlage Chodorkowski machten aus Russland genau die Karikatur des Kapitalismus, den die Sowjetunion stets holzschnittartig gezeichnet hatte. Seine Firma Yukos stand kurz vor einer 25 Milliarden US Dollar Beteiligung durch die Firma Exxon, der damit 40% von Yukos gehört hätte. So etwas wäre im umgekehrten Fall in den USA natürlich nie möglich gewesen, aber das war eben das Recht des Siegers.

Die einzigartige historische Chance, eine neue Stufe der Zivilisation zu erreichen, gemeinsam mit den Russen und Chinesen, ihnen mit dem gleichen guten Willen entgegenzutreten, den Gorbatschow bewiesen hatte, die Chance auf eine Welt im Sinne von Immanuel Kants „Zum Ewigen Frieden“ wurde vertan. Sie bestand zum ersten Mal, es war ein einzigartiges Zeitfenster, das sich auftat. Aber statt diese Chance zu gestalten, begannen die USA die Welt im Geiste eines Imperialismus umzubauen, der die Welt unter anderem bereits in den 1. Weltkrieg geführt hatte. Angesichts dieser Menschheits-Chance haben sie gezeigt, aus welchem Holz sie geschnitzt sind.  Sie haben versagt. Total. Sie haben ohne den Hauch einer Vision reagiert und regiert und dieses Versagen, dieser Nachweis der wahren Intentionen der US Außenpolitik jenseits pathetischer Worte wird in Zukunft zu beachten sein.

In Deutschland wurde in diesem Sinne die DDR dem Westen einverleibt, es gab keine Diskussion, wie der neue deutsche Staat aus der Polarität der alten BRD und den in weiten Teilen erstaunlich couragierten und widerständigen DDR-Bürgern entstehen sollte, welche alten Fehler man beim Neuanfang beseitigen könnte, wo die neue gemeinsame Reise hingehen sollte. Die DDR Opposition war einfach der nützliche Idiot, den man brauchte, um einen Regime Change im Rahmen des System Change durchzuführen und die Sowjetunion zu besiegen, wie man Deutschland im 2. Weltkrieg besiegt hatte.

Egon Bahr warnte vergeblich: „Es gibt keine Stabilität in Europa ohne die Beteiligung und Einbindung Russlands. Und ich weiß genau, dass Russland nicht so schwach bleiben wird, wie es im Augenblick ist. Wir können im Prinzip jetzt alles tun, was wir wollen, Russland kann es nicht verhindern, es ist zu schwach. Aber ich warne davor, ein großes stolzes Volk zu demütigen.“

Entgegen aller Versprechungen wurde die NATO nach Osten erweitert, der letzte sozialistische und neutrale Staat Jugoslawien mit freundlicher Unterstützung der USA in einem Krieg in Kleinstaaten aufgeteilt, ganz nach dem Muster des US Präsidenten Woodrow Wilson, der vom „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ sprach und mit den schön klingenden Worten katastrophale Zustände produzierte. In Mitteleuropa, das ein Flickenteppich der Majoritäten und Minoritäten ist, in dem 60% der Staatsbürger zwei Sprachen sprechen, ist die Idee des Nationalstaates ein Rezept für angekündigte Desaster. Das gleiche Rezept wird jetzt wieder in der Ukraine genutzt, die aus mindestens zwei kulturell völlig verschiedenen Gebieten besteht, die gleichzeitig kulturell entkoppelt und auf anderen Gebieten wie der Wirtschaft und dem Recht zusammenarbeiten müssten, denn ohne die Industrie im Osten der Ukraine ist der Westen des Landes nicht lebensfähig. Die Ukraine bräuchte neue Modelle der Staatlichkeit. Skurrilerweise haben die Realpolitiker Brzezinski und Kissinger bei Beginn der Krise einen vernünftigen Vorschlag gemacht, nämlich die Ukraine militärisch und politisch als neutralen Staat aufzusetzen, der Mitglied der EU werden darf. Wenn man jetzt noch vorschlagen würde, der Westen der Ukraine solle sich mit der EU assoziieren, der Osten mit Russland, ohne die gemeinsame Staatlichkeit aufzugeben, wäre der Vorschlag lebensfähig. Wenn es um ein friedliches Zusammenleben in Europa ginge.

Aber es geht nicht um Frieden, sondern um Geostrategie, um den Machterhalt der USA. Und mit Trump wird diese Tendenz immer klarer. Auch der Slogan „America First“ ist nicht von Trump, sondern von Woodrow Wilson. Er ist ein Indiz der Schwäche.

Die einzige Supermacht USA wird in Kürze wirtschaftlich von China komplett auf Platz 2 verwiesen werden. In 20 Jahren, so die Prognosen, wird die chinesische Volkswirtschaft doppelt so stark wie US Volkswirtschaft sein. Die USA sind überschuldet. US Special Forces sind in 70% der Nationen der Welt im Einsatz, die USA sind militärisch überdehnt, trotz ihres Militärhaushaltes, der so viel Geld verschlingt wie der aller anderen Länder der Welt zusammen. Die USA schaffen diesen Spagat nicht mehr.

Um China zu treffen, schlagen sie deshalb jetzt auf Russland, den schwächeren Gegner in Eurasien. Sie wollen Europa, vor allem Deutschland, von Russland trennen, und Russland von China, denn ein einheitlicher eurasischer Wirtschaftsraum, dessen Impulse aus der Pazifikregion kämen, würde ihre Machtposition weiter untergraben.

Aber genau an dieser Stelle trennen sich die Interessen von Siegern und Besiegten des 2. Weltkrieges entlang neuer Bruchstellen. Europa und die USA sind nicht mehr „Der Westen“. Selbst Großbritannien muss seine Rolle als Pudel der USA überdenken – und tut es. Sein kapitalistischer Geschäftssinn ist seit den Zeiten Karl Marx´ ungebrochen. Es investiert in großem Stil in die von China gegründete Asiatische Investmentbank, die die „Belt and Road Initiative“, auch „Neue Seidenstraße“ genannt finanzieren wird. Wladimir Putin hatte bereits in den Nuller Jahren des neuen Jahrtausends einen eurasischen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok vorgeschlagen. (Wladiwostok bedeutet übrigens: „Beherrscher des Ostens“, ein Name aus der Zarenzeit) Dieser eurasische Wirtschaftsraum mit seinen geplanten chinesischen Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnen und Seeverbindungen ist der Alptraum der USA, aber eine verlockende Aussicht für Europa, Russland und China, kurz gesagt: für Eurasien, das sich so als gemeinsame Interessenssphäre definiert.

Die Ukraine zusammen mit den baltischen Staaten und einer mit Europa verfeindeten Türkei ist im Gegensatz dazu, wie ein Blick auf den Globus beweist, ein Sperrgürtel für dieses Projekt. Dieser Sperrgürtel ist eine alte Idee der Geopolitik, die bereits als „Cordon Sanitaire“ und „Intermarium“ im Gespräch war, falls jemand das im Internet nachschauen will. Aber bitte nicht in Wikipedia, oder wenigstens nicht nur in Wikipedia, das mittlerweile einer der wichtigsten Instrumente der geopolitischen Desinformation ist.

Wenn man die Landkarte betrachtet, bekommt die derzeitige Situation einen ganz anderen Sinn, als ein weiteres Element des US Brückenbaus, nämlich die „Atlantikbrücke“ uns einreden will. Die Atlantikbrücke dominiert mit ihrem Personal die Führung der deutschen Medien, formt so den medialen Diskurs und verhindert, dass wir eine realistische Sicht auf die politische Realität erhalten.

Die Idee einer Verbindung mit dem Inselstaat USA, der als Seemacht keine Nachbarn, sondern nur zu erobernde Küsten kennt, ist an sich nicht schlecht, wenn sie denn von ähnlichen Konstruktionen nach Russland und China flankiert wäre. Deutschland hat 9 Nachbarn, die Erfahrung von zwei verlorenen Weltkriegen und ist geopolitisch betrachtet zum Verschiebebahnhof der Ideen prädestiniert. Unsere Außenpolitik lässt sich ungestraft nur bei einer friedlichen USA als „westlich“ definieren.

Und die Idee einer friedlichen USA ist so tot, wie ein totes Pferd nur tot sein kann. Wer es reiten will, sollte den Arzt aufsuchen, der ihm, anders als Helmut Schmidt es darstellte, Zukunfts-Visionen verschreiben müsste.

Das ist der Hintergrund, vor dem die US Forderung der letzten Nacht betrachtet werden muss:

“Der Präsident will eine starke NATO,” sagte Trumps nationaler Sicherheitsberater John Bolton in einem Interview bei “Face the Nation” des Senders CBS. “Wenn Sie Russland auch für eine Bedrohung halten, dann sollten sie sich diese Frage stellen: Warum gibt Deutschland weniger als 1,2% seines Bruttosozialproduktes (für sein Militär) aus. Wenn Leute davon sprechen, dass die NATO unterminiert wird, sollte man die in den Blick nehmen, die Schritte unternehmen, die die NATO militärisch weniger effektiv werden lassen.“

Die Skripal Affäre, der MH17 Abschuss, die Doping Affäre, das angebliche Einwirken der russischen Geheimdienste auf die amerikanischen, französischen und deutschen Wahlen sind unter diesem Blickwinkel als Neuauflagen der „Lusitania“-Affäre zu sehen, als Kampf gegen die „Baghdad Bahn“, sowie die rasante wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands, das vor dem 1. Weltkrieg begann, die damalige einzige Supermacht Großbritannien so uneinholbar zu deklassieren, wie es China heute mit den USA macht.

Der geschürte Konflikt mit Russland ist ein Spiel über Bande, die Neuauflage des alten „Great Game“. Wer das ähnlich sieht, ist China. Von dort war vor kurzem zu hören, dass man bei der wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklung nicht die gleichen Fehler wie Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg machen werde.

Eine in diesem Sinne eigenständige deutschsprachige Denkfabrik, in den Atlantikbrücken-Medien denglisch Think Tank genannt, als Konkurrenz zur Atlantikbrücke, dem German Marshall Fund, dem American Enterprise Institute und ähnlichen in Überzahl existenten US Interessensgebilden wäre bitter nötig, um Wegweiser für überlebenswichtige Neuausrichtung der deutschen Außenpolitik zu produzieren. Und es gilt wie immer: wenn wir es nicht selber machen, wird nichts sinnvolles passieren.

Siehe 1989. Im nächsten Jahr ist 30. Jubiläum. Zeit, in sich zu gehen und gemeinsam laut nachzudenken. Einen öffentlichen Diskurs abzuhalten Was man aus der historischen Situation hätte machen können, wenn man sich getraut hätte, wollen zu dürfen. Was doch mal eine Vision wert wäre.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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12 Kommentare zu: “Tagesdosis 3.7.2018 – Über wieviele Brücken muss man gehen?

  1. „…die damaligen Deutschen brauchten offenbar die Illusion, wieder anerkannte Mitglieder der Völkerfamilie zu sein, wie man das nannte, obwohl sie nüchtern betrachtet einfach Massenmörder auf Bewährung und endgültig besiegte Machtkonkurrenten in Europa waren, die genutzt werden sollten.“

    Genauso wie „die Amerikaner“, „die Franzosen“, „die Italiener“ und so ziemlich jedes andere „Volk“ dieser Welt.

    Solche Pauschalurteile über ein ganzes Volk, das es so in dieser Einheit sowieso nicht gibt, sind einfach fehl am Platz.

    • Fehl am Platz ist ein reflexartiger Widerspruch gegen angebliche Verallgemeinerung, denn er geht an der Sache vorbei. Kein vernünftiger Mensch meint, daß wirklich „alle“ Deutschen, „alle“ Türken“, „alle“ Moslems usw. so oder so sind. Es kann immer nur darum gehen, ob ein signifikant großer Anteil der jeweiligen Volks- oder Religionsgruppe so oder so denkt und handelt. Darüber kann man etwas aussagen, denn es gibt sehr wohl Unterschiede zwischen den Gruppen.

      Wenn es also heißt „„…die damaligen Deutschen brauchten offenbar die Illusion …“, dann ist das eine Einschätzung, die sich aus dem Verhalten vieler Menschen in Deutschland ergibt. Es versteht sich von selbst, wie gesagt, daß damit nicht jeder einzelne Deutsche gemeint ist, und die Kritik an dem vermeintlichen Pauschalurteil ist in Wirklichkeit eine Ablenkung vom Thema.

  2. Lieber Herr Pohlmann, liebe Leser,
    hier ist etwas, was dazu passt:

    Ein langer Vortrag auf youtube von Terry Boardman – schon 2011 war er sehr weitsichtig:
    https://www.youtube.com/watch?v=yhnzUkoMSfk
    Ich habe mal einige sehr interessanten Passagen daraus transkribiert und teilweise übersetzt – aber das Ganze ist äußerst hörens- und sehenswert:

    bei Min. 59:22: „So we are beginning to prepare from 1990 we see how – step by step western media are beginning to prepare the peoples of the West for eventual conflict with the Chinese. So we make Money out of China… Bringing China to a certain point and then we knock him down…. Just as we did with Germany and Japan. So hundred years ago, the British peoples … were encouraged to see in Germany as an enemy, war was engineered, this becomes a thirty years war, Germany …… totally destroyed, western business brings it up again and turned it in effect in our satellite. Und ich würde sagen, etwas Ähnliches wird für China vorbereitet.” 1:00:12

    1:00:38 – (Mir, A.Eberl, fällt auf: Die hier aufgeführten, elitären Zeitschriften, die China propagandistisch bekämpfen und deren China-feindliche, propagandistische Artikel und Autoren Boardman hier aufgelistet hat – – also Foreign Affairs, Atlantic Monthly, Washington Post, in denen schreiben und schrieben oft auch Skull&Bones-Mitglieder, wie z. B. Robert Kagan, früher die Bundy-Brüder, Dana Milbank etc; Robert Kagan scheint eifrig dabei, wenn es darum geht, gegen China zu hetzen. Aber auch Robert Kaplan (kein „Bonesman“)

    1:06:06 – „This is exactly what was done a hundred years ago in Britain through the newpapers from that time, books, magazines, dramas, plays, and dreadfull (unverständl)… this kind of things, Germany, the Huns, the savages, the barbarians, the militarists, the darkness, the evil, … and so on …

    (Zwischenbemerkung von A. Eberl: Zur systematischn Hetze in der britischen Presse ab 1900 gegen das Deutsche Kaiserreich, siehe die hist. Forschung von A.J.A. Morris in seinem Buch: „The Scaremongers“ – gibt es leider nur noch antiquarisch)

    Ca: 1:45:00: (Anmerk. A.Eberl: Hier folgt eine Passage, in der es darum geht, dass echtes oder vermeintliches okkultes Wissen über die verschiedenen Völker von Gruppen aus der britischen Elite Anfang des 19. Jahrhunderts für eigene Machtinteressen missbraucht wurde) Übersetzung …Dieser unbewusste Willens-Impuls für künftige Brüderlichkeit, die als eine Art Saat für Brüderlichkeit in den russischen Menschen angelegt sei, die in einer späteren Zukunft aufgehen würde … und die britischen Eliten dachten sich: Wie können wir, in Großbritannien, diese Keimanlage in einer Weise manipulieren, so dass wir das nutzen können, um Sozialismus in Russland zu entwickeln, der unseren Bedürfnissen dient? Einer der Männer der Round Table Group, John Duff (John Wight Duff?), sagte etwas sehr Interessantes um 1919, das lautete: „Sie können eine weltgeschichtliche Strömung nicht stoppen. Wenn etwas kommen soll, wird und muss es kommen. Das heißt, die Slawen werden ihre Zeit in der Sonne haben. Was Sie tun können, ist, den Strom zu kanalisieren. Sie können diesen Strom so kanalisieren, dass er in die Richtung fließt, die Sie haben wollen. Also: Versuchen Sie nicht, ihn aufzuhalten, das ist unmöglich. Schaffen Sie nur den Kanal, in den Sie wollen, dass die Strömung hineinfließt. Wenn die Slaven einen Impuls für Brüderlichkeit und Mitmenschlichkeit haben, so kanalisieren Sie das in Richtung Sozialismus der sich dann zum Totalitarismus entwickelt, woraus wiederum etwas entstehen kann, aus dem man dann ein Experiment machen kann, zur Entwicklung von Systemen für soziale Kontrolle, die uns in der Zukunft zum Vorteil sein werden.“

    ca:1:50:58 : Milner soll schon 1919 über Adenauer gesagt haben (als Adenauer junger Bürgermeister in Köln war) „This is the guy we need to import our will ?? in Germany.“ Already in 1919. And then,… remember, Adenauer becomes Chancellor in Germany after the World War II. So they already figured out who were the individuals they need to place in power later on.” Anmerk. A.Eberl: Dies konnte ich bei Osterrieder nicht genau so bestätigen – das war, glaube ich, ein klein wenig anders…

    Aber ganz beunruhigend für uns Europäer wird es hier – ich weise ja immer darauf hin, dass (okkulte) geostrategische Pläne lange im Voraus gemacht werden:
    2:15:50:.. [Fotos von zeitgesnössischen, geostrategischen “thinkers” erscheinen]…. So these two guys (Drozdiak, Rosecrance) … suggested, that NATO and the European Union should become the same thing; also NATO soll wirklich die Armee der Europäischen Union werden, die globale Polizeigewalt. And that the financial Systems of America and the European Union effectially really fused. …. NATO becomes the military arm of the European Union, … Ende Transkript

    Mein Kommentar dazu: Und jetzt betrachten Sie mal den Eifer, mit dem Martin Schulz und U.v.d.Leyen die „Vereinigten Staaten von Europa“ und die europäische Verteidigungsunion vorantreiben…
    Gehen die anglo-amerikanischen Langzeit-Pläne etwa dahin, dass die EU künftig die Rolle des „Weltpolizisten“ spielen soll und dass sie im Zuge dessen auch geostrategische Kriege für die Interessen der USA und GB führen soll, gegen angebliche „autokratische“ Regime oder Diktaturen? Also im Klartext: Sind die Pläne so, dass die Europäer gegen Russland und China kämpfen sollen für die Interessen der westlich orientierten, internationalen Globalisten? Und: Ich habe nicht den Eindruck, dass unsere Politiker diesen Langzeitplan durchschauen, sondern ich habe den Eindruck, dass deutsche Politiker sich in Diplomatie und internationaler Politik sehr schwertun und sich leicht manipulieren lassen. So war es in der Vergangenheit auch schon – und ich fürchte, in der Gegenwart ist es auch so – und in der deutschen Presse auch.

    • Geostrategie hat einen langen Atem und denket wie ehedem der Adel, zumal der Schwarze, in Zeitaltern und nicht in Wahlperioden, nicht einmal nur in Jahrzehnten.
      Insofern kann es die Varioante geben, dass es zu einer EU/US/Nato-Fusion kommen soll. Aber auch das sind nur Oberflächenphänomene.
      Ich frage mich was denn wohl geschieht, wenn man die Nato durch einen Volksaufstand wegmacht (was so sicher unrealistisch ist)? Gehen die Eliten dann freiwillig in Frührente, weil ihr einziges Spielzeug kaputt ist?

      Es ist wie die leidige Kapitalismus/Kommunismusdebatte. Hier wie dort ein Spalterthema. Wenn sich der Wind dreht und es irgendwie nötig erscheint, dann spieen diese Hintergrundeliten halt ein paar Jahre wieder Kommunismus als Heilslehre. Egal, sie bleiben am Ruder und machen so oder so Kasse. Wer hat den denn Kommunismus finanziert, wo sind also Volksvermögen etc. als Zins für Auslanskredite hingeflossen? Potzblitz!

      Wer aber sind die Hintergrundeliten, das ist die einzig wichtige Frage. Wer ist der Feind der Menschheit?

      An die muss man ran und nicht nur an ihr akktuell sichtbares Machtspielzeug.

  3. “ Leider bemerkten wir alle im Freudentaumel nicht, dass damals nicht der Weltfrieden ausgebrochen war, sondern die USA das Ende der Geschichte ausriefen, den totalen Endsieg. Sie hatten gewonnen. Der Westen hatte gewonnen “
    Wir alle ?
    Ich nicht.
    Seit Chrustjow seine Raketen zurück nam aus Cuba war für mich die Kalte Krieg totale Wahnsinn.
    Aber auch ich war naïf, ich erwartete das Ende NATO’s.
    Verstand damals noch nicht das die USA Weltherrschaft wollte.
    Das ist das Trump Problem, er versteht, denke ich noch immer, das die USA unter geht am Streben nach Weltherrschaft.
    Und das Merkel Problem ‚wir sind alleine‘.
    Es wird behauptet das Merkel gesagt hat ‚ich bin ein traumatisiertes Kind‘.
    So benimmt sie sich jetzt, wie ein Kind.
    Sie versteht nicht das sie erwachsen ist, wie Deutschland, ohne Eltern geht es auch.
    Und der neue Deutsche, nicht nötig, eine sehr gefährliche Illusion.

  4. Gratulation an Herrn Dirk Pohlmann für diesen gelungenen Artikel. Deutschland hat noch Jahre für die Luftbrücke ab-bezahlt – Die USA haben nur ihre Flugzeuge mit Personal zur Verfügung gestellt, sonst nichts. Wir haben vom Kerosin bis zu den Lohnkosten und Überstunden der Piloten und für die Lebensmittel sowieso bezahlt. Ihre Flugzeuge haben wir auch noch repariert. Danke Amerika.
    „Der German Marshall Fund, in Washington ist sein HQ, ist insbesondere daran interessiert, Führungskräfte zu fördern, die sich auf dem Gebiet der transatlantischen Beziehungen engagieren.“ Geförderte Personen: Cem Özdemir, Klaus-Dieter Frankenberger (Leiter Ressort Aussenpolitik der FAZ), Robert Kagan (US-amerikanischer Autor, Vordenker der neo-conservatives und Ehemann von Victoria „Fuck the EU“ Nuland), Niels Annen (SPD) etc.. Dieser Think Tank von Willy Brandt anlässlich seines USA-Besuches als DANK ins Leben gerufen wird benutzt um Politiker & Manager auf US-Linie zu bringen und mit Geschenken zu belohnen. Das muss man wissen.
    Das Gegenstück dazu ist der European Council on Foreign Relations (ECFR). Dieser Think Tank wurde 2007 u.a. von Joschka Fischer als einem von drei Vorsitzenden geründet. Das Startkapital kam von George Soros „Open Society Foundations“.

    Mitglieder der deutschen Sektion des ECFR gem. seiner eigenen Liste:

    Joschka Fischer – former Foreign Minister and vice-Chancellor, Ulrike Guérot – Director, European Democracy Lab, Cem Özdemir – MP & Leader, Bündnis90/Die Grünen (Green Party), Gerald Knaus – Chairman, European Stability Initiative and Open Society Fellow, Wolfgang Ischinger – Chairman, Munich Security Conference, Norbert Roettgen – MP, CDU & Chairman of the Bundestag Foreign Affairs Committee, Michael Stürmer – Chief Correspondent, Die Welt, Stefan Kornelius – Head of International Section, Süddeutsche Zeitung, Matthias Nass – Chief International Correspondent, Die Zeit, Niels Annen – MP, SPD, Peter Bofinger – Member of the German Council of Economic Experts, Roland Berger – Founder and Chairman, Roland Berger Strategy Consultants GmbH, Hans Eichel – former Finance Minister, Annette Heuser – Executive Director, Bertelsmann Foundation Washington DC, Eckart von Klaeden – Head of Global External Affairs & Public Policy, Daimler AG, Alexander Graf Lambsdorff – MEP & Vice-Chair, Group of the Alliance of Liberals and Democrats in Europe.

    Die meisten dieser seltsamen Think Tanks können sie in der Pfeife rauchen. Sie dienen zu nichts – ausser diskret und offiziell Politiker zu bestechen. Heute trägt man eben keine Geldkoffer mehr herum, heute wird man zu überflüssigen Seminaren eingeladen und erhält dort einen Preis, ganz nebenbei. So einfach geht das. Oder glauben sie, die Member sitzen da mit ihrem Kleinhirn und spielen „Denkfabrik“?

  5. Ein sehr guter Beitrag von Dirk Pohlmann. Das historische Zeitfenster, das nach 1989 bestand, blieb sträflich ungenutzt bzw. wurde mutwillig für aggressive Zwecke mißbraucht. Es ist schwer vorstellbar, auf welche Weise sich noch einmal solch ein Zeitfenster auftun könnte. Das Herrschaftssystem in den USA und in ihren Vasallenstaaten müßte grundlegend – revolutionär! – geändert werden, aber das ist nicht in Sicht. Ein großer Krieg ist wahrscheinlicher als ein neue Gelegenheit für eine friedlichere Welt.

  6. Das mit dem Think-Tank ist eine gute Idee. Das Denken sollte man jedoch nicht den „Crazy Scientists“ und Politologen überlassen, die von den europäischen militärisch industriellen Komplexen bezahlt werden.
    Mein Gedanke wäre es, erstens die Herrschaft der Finanzwirtschaft über die Politik in Europa zu beenden, zweitens mehr Möglichkeiten für eine direkte Einflussnahme der Bürger auf die Politik zu schaffen, also Volksabstimmungen bei allen wichtigen politischen Entscheidungen und drittens die öffentlich rechtlichen Medien wieder auf einen echten pluralistischen und demokratischen Kurs zu bringen, mit einer besonderen Aufgabestellung Völkerverständigung und Friedenspolitik zu unterstützen. Dazu müsste die Medienkontrolle irgendwie der Atlantikbrücke entrissen werden. Wie das gemacht werden könnte, darüber müsste man/frau nachdenken.

  7. Ramstein, (taugt noch nicht einmal für das erbärmliche Argument der Arbeitsplätze) das moderne Danaer-Geschenk für die Habenichtse, für die „Elite“ der Gutschein um am Katzentisch Platz zu nehmen:

    Als »Danaergeschenk« bezeichnen wir ein Geschenk, das für den Empfänger zunächst etwas Erwünschtes darstellt, sich dann aber als fragwürdig oder gar unheilvoll erweist. Der Ausdruck geht auf eine Stelle im 2. Gesang der »Äneïs« von Vergil (70-19 v.Chr.) zurück: Quidquid id est, timeo Danaos et dona ferentes. (»Was es auch sei: Ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke machen.«) In der Tragödie »Agamemnon« von Seneca (4 v.Chr. bis 65 n.Chr.), in der ebenfalls der Kampf um Troja geschildert wird, findet sich die Formulierung: Danaum fatale munus (»verhängnisvolles Geschenk der Danaer«). Die Danaer (=die Griechen), die Troja belagert hatten, waren zum Schein abgezogen und hatten am Strand vor der Stadt ein hölzernes Pferd zurückgelassen. Vergebens versuchte der Priester Laokoon die Trojaner vor diesem »Geschenk der Danaer« zu warnen. Man schaffte es in die Stadt, und aus seinem Bauch kam eine Schar Krieger der Danaer hervor, die die Stadt zu Fall brachten. Auch der Ausdruck »Trojanisches Pferd« wird in der oben angegebenen Bedeutung als Zitat verwendet.
    https://www.aphorismen.de/zitat/72951

    Noch eine Ergänzung zur Luftbrücke:

    Das Atlantik-Luftbrücken-Paket von Wiglaf Droste in der jW, oh je!
    Veröffentlicht am 2. Februar 2016 von Hartmut Barth-Engelbart

    Der vermeintliche Anti-Abschiebungsartikel eine Mogel- & GiftPackung ?
    Ein Beipack in diesem Atlantik-Luftbrücken-Paket von Wiglaf Droste stellt sich bei genauer Betrachtung als der eigentliche & giftige Inhalt heraus:
     
    Wiglaf  ist – wie er selbst schreibt – zwar viel zu jung – und das soll eventuell bei Kritikern Beißhemmung & Nachsicht mit dem Welpen erzeugen. Nur, Lesen kann der Droste doch schon: und so meine ich,. dass er weiß, was er da an völlig unhinterfragter US-Propaganda schreibt, um dem „Gossenvolk“ „Antiamerikanismus“ anzuhängen und es als „Giftschlange“ zum Tottreten freizugeben.: „Für den Empfang der ‚Care-Pakete‘, mit denen die Amerikaner die Westdeutschen am Leben hielten, was diese ihnen mit lebenslänglichem, psychologisch simpel auf Selbstentschuldung zielenden Antiamerikanismus danken beziehungsweise heimzahlen, bin ich zwar viel zu jung. Doch hat mich die Sache etwas gelehrt: Eine Giftschlange, die man nicht zertritt, beißt irgendwann hinterrücks zu.“

    Die –an sich begrüßenswerten und notlindernden CARE-Pakete gingen zunächst von religiös-privaten Initiativen unter der Führung der Quaker aus. Deren regierungskritische und kriegsgegnerische Position war allseits bekannt und im Nachwirken des Rooseveltschen New-Deal auch von der US-Regierung Truman zunächst geduldet. Diese Initiative hat dann die Regierung Truman an sich gerissen, um sie im Rahmen der Truman-Doktrin im Kalten Krieg propagandistisch zu nutzen.
    Dabei wurde besonders bei der „Berliner Luftbrücke“ mit dreistesten Lügen und einem gewissen Placebo-Effekt gearbeitet: die Ernährung der Westberliner Bevölkerung war bei offenen Grenzen nach Ostberlin und in die Sowjet-Zone niemals gefährdet, ebenso die Wasser- und Energieversorgung. In der kaum vorstellbar großen Kantine der Berliner Verkehrsbetriebe, die in Ostberlin lag, konnten tausende Westberliner zu günstigsten Preisen essen, die Lebensmittelpreise in den HOs und in den KONSUM-Läden waren subventioniert und auch für die ärmsten Familien bezahlbar.
    Trotz der von Oben, der unter den Militärregierungen arbeitenden Westberliner Sektoren-/Stadtregierungen organisierten Kampagne „Kauft nicht beim Russen“, “Kauft nicht beim Konsum!“, „Kauft nicht bei der HO“ verfingen nicht. Sie konnten auch nicht verfangen, weil die „Luftbrücke“ nicht in der Lage war, die Ernährung von 2,5 Millionen Westberlinern (inklusive Wasser , Müllentsorgung, Abwasser und Heizung , Kleidung ) zu sichern. Zumal die Haupttransportkapazitäten für militärische Ausrüstung und den Bedarf der Westalliierten Truppen in Berlin reserviert war.

    Für Rosinenbomber-Abwurf blieb nicht viel mehr, als das, was für die FOX-Tönende Wochenschau abgefilmt werden musste, damit die Wessies weiter brav Kerzen gegen den bösen Russen in die Fenster stellten und die blauen 2 Pfennig-Notopfer-Berlin pro Brief und Postkarte bezahlten und zusammen mit BuPrä Heuss am Arsch leckten.

    Dass nicht viel mehr Platz blieb, haben in den 1980er Luftfracht-Spediteure aus dem hessischen ÖTV-Landesvorstand berechnet und dabei auch berücksichtigt, dass das Kohlekraftwerk Ernst Reuter im Westen in Fertigbetonteile gegossen und dann Stück für Stück nach Westberlin geflogen wurde. Die dafür notwendige Kohle ebenfalls. Nur die hat verständlicher Weise nicht lange gereicht. Dann kaufte man sehr schnell wieder Kohle aus der Zone.. und Weiß-, Rot- und Grünkohl soundso.
     
    Die Blockade bezog sich ausschließlich auf Militärgüter und gegen die Einschleusung entwerteter Reichsmarkbestände, die gezielt in die SBZ geschmuggelt wurden, um dort eine galoppierende Inflation zu erzeugen. Die Blockade richtete sich auch gegen tonnenschwere Raubkäufe von Lebensmitteln in der SBZ , mit denen dort Lebensmittelknappheit hergestellt werden sollte, mit dem Ziel sozialer Unruhen, Hungerrevolten… „Bezahlt“ wurden diese Raub-Hamsterkäufe mit entwerteter West-Reichsmark, die gemäß Beschluss bei der Kronberger Währungskonferenz mit Herrmann Josef Abs als westdeutschem Chef-Confroncier genau zu diesem Zweck nicht vernichtet wurde.

    Ach, noch was: nach der Luftbrücke wurden die CARE-Pakete immer rarer, die in manchen Kommunen obligatorische Schulspeisung ebenfalls, bis sie dann ganz eingestellt wurde. Für die Armen gabs dann den Vorläufer von HARTZ4, den Würmeling-Schein,  für den man sich beim Einkaufen außer beim Konsum oder bei Schade & Füllgrabe in den Boden schämen durfte…zeitweise weigerte sich KAISERS-Kaffee die Würmeling-Verbilligung zu leisten .. In der Holzklasse in der Bundesbahn durfte man dann billiger fahren und dort hat es dann keiner gesehen, später als es keine Holzklasse mehr gab, konnte man auch verbilligt in der 2. Klasse fahren…:::
     
    Was aber immer noch möglich war: wer nix oder zu wenig zum Beißen hatte, der konnte Ferien von der Not trotz Wirtschaftswunder in der DDR machen. Die DDR-Reichsbahn verlangte auch keinen Aufpreis, wenn man die Würmeling-Fahrkarte mit dem reduzierten Preis vorzeigte.  Mir und einigen meiner Geschwister waren solche Ferien vergönnt, trotzdem wir in der „Zone“ als Dreikäsehochs Propaganda und kindlich-kindische Sabotage für Konrad Adenauer und Ludwig Erhardt machten.
    http://www.barth-engelbart.de/?p=91663

    In der Tat: America-First, der Ruf ist ein Indiz der Schwäche. Die kapitalistische Nr. 1 ist auf dem absteigenden Ast und alle die anhängen und fürchten auf’s falsche Pferd gesetzt zu haben, haben
    Abstiegsängste, welche die Kämpfe um das aufzuteilende Fell verschärfen. Hinzu kommen die Aasfresser.

    Nochmal kurz neunzehn Jahre zurück;

    Der Irak durfte im zweiten Golfkrieg (1991) bereits seine Erfahrungen damit machen was es heißt wenn es nur eine einzige im Siegstaumel befindliche Nummer 1 gibt.

    Und Deutschland durfte bereits 1993 wieder am militärischen Katzentisch sitzen, Mogadischu/Somalia, damals noch unter UN-Mandat. Eine Mühe der man sich heute nicht einmal mehr unterzieht.

    Überhaupt hat man ganz gerne, in Afrika oder Nahost bestochen und geschossen. Wie zuvor in Mittelost, Lateinamerika oder Südostasien. Die Schauplätze kommen ja alle paar Jahre wieder in trauter Stetigkeit.

    Es gäbe genug für alle, nur nicht für die Gier aller. Aber hätte, könnte, würde, die Möglichkeitsformen bezeichnen bedauerlicherweise nur eine mögliche Realität.

    Zur Erschaffung dieser möglichen Realität bedarf es mehr Aufklärung und Einsatz. Besten Dank an alle die das leisten.

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