Tagesdosis 3.9.2019 – Die Iran-Eskalation

Mit ihrem Wirtschaftskrieg gegen den Iran greifen die USA indirekt auch die EU an und verstärken deren Abhängigkeit.

Ein Kommentar von Mohssen Massarrat.

Warum lassen sich die europäischen NATO-Länder so willig von den USA am Nasenring durch die Manege führen — selbst jetzt noch, da ihr Präsident eigentlich eine Lachnummer ist? Warum stolpern sie der schlimmsten Kriegsnation seit 1945 in fast jedes ihrer militärischen Abenteuer hinterher? Es liegt an einer dreifachen Abhängigkeit der EU, die meistens im Verborgenen liegt: Der nukleare Schutzschirm der vor allem gegen den potenziellen Angreifer Russland über Europa gebreitet wird; die energie-geopolitische Abhängigkeit sowie die währungspolitische Gängelung der westlichen Verbündeten der USA. Diese drei Faktoren machen die Europäer weltpolisch fast handlungsunfähig. Fielen die drei Gründe weg, würde das Befreiung für Europa, jedoch einen rapiden Machtverlust für die USA bedeuten — eine Bedrohung für ihre Agenda der absoluten globalen Vorherrschaft. Auch die aggressive Iran-Politik der derzeiten US-Regierung muss in diesem Kontext gesehen werden. Sie hat auch die Funktion, ausscherende Vasallen zurückzupfeifen, die außen- und energiepolitisch eigenen Wege zu gehen versuchen.

Die US-Regierung hat nach dem völkerrechtswidrigen Austritt aus dem Iran-Atomabkommen im Mai 2019 die Iran-Sanktionen in vollem Umfang in Kraft gesetzt. Seitdem verfolgt sie gegenüber Iran die Politik des „maximalen Drucks“, die irgendwann in einen IranKrieg einmünden könnte. Tatsächlich stand die Weltgemeinschaft 2006, im letzten Amtsjahr von George W. Bush, schon einmal vor einem Iran-Krieg.

Die Neocons haben um die Jahrhundertwende die politische Macht in den USA übernommen, um ihr Projekt des Amerikanischen Jahrhunderts mit allen erdenklichen Mitteln durchzusetzen.

Mit diesem Vorhaben verfolgten sie das Ziel, die absolute globale Vorherrschaft der USA in diesem Jahrhundert zu festigen und auszubauen. Barack Obama bewegte sich zwar innerhalb der bereits geschaffenen Strukturen, ihm ist es jedoch gelungen, das NeoconProjekt des Amerikanischen Jahrhunderts ein wenig zu bremsen.

Das Iran-Atomabkommen, das — auch mit der Unterstützung der Atommächte Russland und China — letztlich erfolgreich ausgehandelt wurde, war Ausdruck der Entschärfung des massiven Konfrontationskurses der US-Neocons und resultierte aus der Kooperation von Obama mit der EU und Irans Reformflügel. Dadurch spürte die Welt einen Hauch von Entspannung, auch dem Iran blieb ein Krieg vorerst erspart. Nicht weniger wichtig war, dass die EU erstmals seit ihrer Entstehung die Chance erhielt, außenpolitisch ein wenig Selbständigkeit zu üben. Tatsächlich schaffte es die EU, bei der Lösung eines Weltkonflikts teilweise sogar die Federführung zu übernehmen.

Zurück zur Konfrontation

Den US-Neocons passte allerdings weder die leichte globale Entspannung — sprich weniger Rüstungsexporte —, noch dass der iranische Zentralstaat als starke Regionalmacht, die den USMittelostinteressen trotzt, unangetastet blieb. Genauso wenig wollten sich die Neocons auch damit abfinden, dass die USAskeptischen Kräfte in der EU an einer wachsenden außenpolitischen Selbständigkeit Gefallen finden und die EU sich langfristig aus allen ihren strukturellen Abhängigkeiten von den USA herauslösen könnten.

Der gegenwärtig bestehende nukleare Schutzschirm, die energiegeopolitische Abhängigkeit sowie die währungspolitische Gängelung der westlichen Verbündeten der USA — und ganz zentral der EU durch die Dollar-Dominanz —, macht die EU, trotz ihrer Bedeutung als größte Ökonomie der Welt, außenpolitisch vollständig handlungsunfähig, ja zur weltpolitischen Luftnummer. Die absolute Schwäche dieser US-Verbündeten ist somit gleichzeitig die Stärke der USA selbst. Fielen die drei Abhängigkeiten (1) der EU weg, würde die geballte globale Macht der US-Vorherrschaft, wie in folgendem Szenario beschrieben, wie ein Kartenhaus zusammenfallen. Die drei quasi-kolonialen Abhängigkeiten

Der nukleare Schutzschirm der USA ist im Grunde die strukturelle Grundlage der sicherheitspolitischen Einbindung Europas in die NATO. Ohne diesen Schutzschirm wäre für die EU der Weg frei, um mit Russland zusammen in Ganzeuropa gemeinsame Sicherheitsstrukturen aufzubauen. Gelänge es der Weltgemeinschaft, gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen den fossilen Energiepfad gegen Null zu führen und auf dezentral zu erzeugende, erneuerbare Energiequellen umzusteigen, dann wäre die gesamte von den USA erstellte militärische Infrastruktur für die Sicherheit der Energieversorgung westlicher Staaten überflüssig.

In einem solchen Falle entfiele auch die Grundlage für den ÖlHandel auf Dollarbasis und damit auch die steigende Nachfrage nach dem Dollar und schließlich dessen Monopol als Weltwährung. Dieses hier skizzierte Szenario beschreibt im Grunde den Wandel der heute durch die US-Vorherrschaft geführten Weltordnung in eine neue Weltordnung.

In einer solchen Weltordnung stünde die Menschheit einer ganz anderen USA gegenüber: einer USA mit erheblich geringeren militärischen Machtpotentialen und einer USA, die ohne ökonomische Vorteile ihres Monopols der Weltwährung gezwungen sein würde, die eigene Wirtschaft, weg von rückwärtsgewandten militärischen, fossilen und finanzkapitalistischen — Sektoren hin zu zukunftsfähigeren Wirtschaftssektoren umzustrukturieren (2). So stünde auch der Entstehung einer aus drei Zentren — China, EU und USA — bestehenden multipolaren Welt, natürlich zu Lasten der absoluten US-Vorherrschaft, nichts mehr im Wege.

Eine solche Perspektive mit den USA als einer Weltmacht unter anderen Weltmächten ist für die in superimperialistischer Ideologie gefangenen Machteliten freilich eine Horrorvision und daher inakzeptabel. Aus diesem Blickwinkel erscheint die Aufkündigung des Iran-Atomabkommens und die konsequente Vorbereitung des Iran-Krieges, im Grunde Trumps America-First-Kurs, in seiner Gesamtheit in einem neuen Licht. Donald Trump nimmt mit seiner Iran-Konfrontationspolitik den Faden der neokonservativen Alleinherrschaftspolitik der USA genau dort auf, wo er durch acht Jahre Obama-Regierung vorübergehend unterbrochen wurde.

Könnte es — gerade gemäß dem oben beschriebenen Szenario — den herrschenden Machteliten im US-militärindustriellen Komplex, im Finanz- und Energiesektor ganz einfach nicht nur darum gehen, alles, ja wirklich alles zu unternehmen, um zu verhindern, dass die absolute Vorherrschaft der USA in naher Zukunft langsam aber sicher verloren geht?

Denn das Überleben eines gigantischen Rüstungssektors, der sich allein aus globalen Konflikten und Kriegen nährt, hängt entscheidend davon ab, dass die USA auf weitere Jahrzehnte ihre absolute Vorherrschaft zementieren. Ähnliches gilt auch für die Fortexistenz eines Finanzsektors, der ökonomisch unproduktiv ist und nur deshalb floriert, weil er immense Kaufkraft aus den produktiven Sektoren abzweigt, weltweit jedoch Arbeitslosigkeit, Armut und Elend hervorruft.

Auch der nuklear-fossile Energiesektor, der angesichts von nuklearen Folgekosten und Sicherheitsproblemen einerseits und des Klimawandels andererseits keine Zukunft mehr hat, kann seinen Untergang nur dadurch hinausschieben, dass die USA der Weltgemeinschaft diesen Energiepfad gewaltsam aufzwingt. Nicht zuletzt können die USA den Völkern der Welt den Dollar, somit ihre wirksamste ökonomische Waffe, als einzige Weltwährung so lange aufoktroyieren, wie es ihnen gelingt, sämtliche Ölstaaten, einschließlich Iran, in letzter Instanz auch durch Bomben zu ihren Untertanen zu machen und sicherzustellen, dass der Öl-Handel weltweit in Dollar abgewickelt wird.

Für diese ihre absolute Vorherrschaft benötigen die USA den gigantischen Militär- und Sicherheitsapparat mit über 800 Militärbasen auf dem Planeten, der die Hälfte der globalen Rüstungskosten verschlingt und zwangsläufig immer neue Konflikte und Kriege heraufbeschwört. Sie benötigen zudem auch innenpolitisch die umfassende Mobilisierung von aggressiv rassistischen Instinkten, die Trump inzwischen zur Grundlage seiner innenpolitischen Machtstrategie gemacht hat.

Irrtum mit Folgen

Die hier kurz dargestellte Einschätzung der Rolle der Vereinigten Staaten in der Welt ist das Resultat einer umfassenden und langjährigen Forschung zu globalen energiewirtschaftlichen, finanz-und machtpolitischen Interdependenzen in der Geschichte der kapitalistischen Weltwirtschaft (3). Sie weicht allerdings von den in Teilen der Linken vorherrschenden populären Analysen deutlich ab, die einen strukturellen Widerspruch zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Kapitalismus bestreiten. Unstrittig ist freilich, dass Marktgesetze, Profitmaximierung und brutale Konkurrenz als die zentral regulierenden ökonomischen Mechanismen und Triebkräfte allen kapitalistischen Staaten eigentümlich sind.

Diese ökonomischen Gesetzmäßigkeiten können, abhängig von anderen Variablen, jedoch zur Entstehung von gänzlich unterschiedlichen kapitalistischen Modellen führen. Zu diesen Variablen gehören vor allen Dingen die Größe des Binnenmarktes und die darauf beruhende Interventionsmacht auf dem Weltmarkt, die geopolitischen Funktionen, die territoriale Größe, die militärische Macht, die kolonialistisch geprägten Strukturen und schließlich auch spezifisch kulturelle Traditionen.

Der skandinavische Kapitalismus ist — aufgrund eines Zusammenwirkens von geographischem Standort am Rande Europas, der vergleichsweise kleinen Bevölkerungen und Binnenmärkte und spezifischen von Kriegen insgesamt verschont gebliebenen kulturellen Spezifika — ein Gleichgewichtskapitalismus ohne erkennbare imperialistische Expansion. Der deutsche und japanische Kapitalismus ist zwar aufgrund dessen militärischer Einhegung nach dem zweiten Weltkrieg nicht militärisch expansionistisch, jedoch wegen deren geopolitischer Lage und der Stärke ihrer Bevölkerungen sowie der Größe ihrer Binnenmärkte ein ökonomisch-imperialistischer Kapitalismus.

Beide Staaten sind in der Lage, die inneren ökonomischen Ungleichgewichte imperialistisch zu überwinden, beispielsweise durch Exportüberschüsse (beziehungsweise Export von Arbeitslosigkeit) in den Weltmarkt. Der Kapitalismus in Großbritannien und Frankreich ist ähnlich wie der in Deutschland und Japan ein ökonomisch-imperialistischer, durch seine kolonialistische Vorgeschichte allerdings auch ein militärischimperialistischer Kapitalismus.

Von einem ganz anderen Kaliber ist jedoch der us-amerikanische Kapitalismus. Nicht nur wegen des Ressourcen- und Bevölkerungsreichtums sowie seiner gigantischen Territorialfläche hat sich der US-Kapitalismus zu einem aggressiv-militaristischen Imperialismus entwickelt. In ihrer 242-jährigen Geschichte als Nation verbrachten die USA nach Jimmy Carter lediglich 16 Jahre in Frieden.

Der US-militärisch-industrielle Komplex mit seiner partiell unsichtbaren Vernetzung in der Ökonomie, der US-nuklear-fossile und die Welt beherrschende Energiesektor sowie der weltumspannende Finanzsektor mit dem Dollar als Leitwährung und einem mächtigem Machthebel haben den US-Kapitalismus vor allem nach dem zweiten Weltkrieg in einen superimperialistischen Machtkomplex verwandelt, der inzwischen sämtliche andere kapitalistische Staaten zu seinen Quasi-Kolonien gemacht hat.

Allein die Tatsache, dass die USA 20 Prozent des weltweiten Inlandsprodukts erwirtschaften, ihre Rüstungsausgaben jedoch circa 50 Prozent der globalen Rüstungsausgaben ausmachen, unterstreicht eindrucksvoll den Sonderstatus des US-Kapitalismus in der Welt. Das Neocon-Projekt des Amerikanischen Jahrhunderts bedeutet nichts weiter, als eben diesen Sonderstatus der USA im 21. Jahrhundert zu festigen, koste es, was es wolle.

Die Gleichsetzung des US-Kapitalismus mit den europäischen Kapitalismusmodellen ist ein Irrtum mit Folgen und eher das Resultat einer ideologischen Verblendung der Realität und perspektivisch, hinsichtlich des Aufbaus einer demokratischeren multipolaren Weltordnung, auch kontraproduktiv. Die realistische Analyse der superimperialistischen Strukturen des US-Kapitalismus und der Triebkräfte des globalen Sonderstatus der USA ist die Voraussetzung für Strategien gegen aktuelle US-Kriege wie den drohenden Iran-Krieg, für die Durchsetzung der globalen Energiewende und eines effektiven Klimaschutzes und nicht zuletzt auch für den Aufbau einer multilateralen Weltordnung. Alle diese Projekte können nicht mit, sondern nur gegen die US-Neocons und die hinter ihnen stehenden Machtzentren verwirklicht werden.

Der drohende Iran-Krieg: Vorbote von Trumps America First

Trumps nur vordergründig als unberechenbar und verrückt erscheinende America-First-Politik ist in Wirklichkeit Ausdruck einer minutiös durchdachten Strategie der genannten drei Machtzentren, um das Fundament ihrer absoluten Vorherrschaft, nämlich die nuklearen, währungs- und energiepolitischen quasikolonialistischen Abhängigkeiten ihrer westlichen Verbündeten insbesondere der EU — nicht aus der Hand zu geben.

Der Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen, die Kündigung des INF-Vertrages und der Bruch des völkerrechtlich legitimierten Iran-Atom-Abkommens liegen jedenfalls sämtlich auf dieser Linie. Durch den Ausstieg aus dem Klimaabkommen will die Neocon-Elite freie Hand haben für die Erhaltung, ja sogar auch für den Ausbau von fossilen Abhängigkeitsstrukturen. Durch die Aufkündigung des INF-Vertrages strebt sie ein neues nukleares Wettrüsten an. Washington unter Trump ist, so scheint es jedenfalls, jeglicher Skrupel abhandengekommen, so unverhohlen wie nie zuvor den Dollar als einen wirksamen ökonomischen Hebel zum maximalen Druck gegen alle US-Handelspartner, einschließlich ihrer eigenen Verbündeten, einzusetzen.

Neu ist auch die Haltung des US-Präsidenten, der nicht davor zurückschreckt, so offensichtlich wie nie zuvor das Völkerrecht, wie im Konflikt mit Iran, mehrfach zu brechen und damit die Autorität internationaler Institutionen zu demolieren. Der Ausstieg aus dem Iran-Atomabkommen, die direkten Iran-Sanktionen sowie deren exterritoriale Anwendung, die Androhung eines Angriffskrieges gegen Iran, zumal mit wiederholt angedrohter Vernichtungsabsicht durch den US-Präsidenten — dies alles stellt nach der Einschätzung der Internationalen Juristen gegen Atomwaffen (IALANA) einen klaren Bruch des Völkerrechts dar.

Im Lichte dieser Analyse ist der durch massive Sanktionen gegen Iran geführte Wirtschaftskrieg auch ein indirekter Wirtschaftskrieg gegen die ökonomischen und politischen Kräfte in der EU, die den USA gegenüber skeptisch eingestellt sind. Mit ihrer exterritorialen Sanktionspolitik versucht die US-Regierung — dank der Dollar-Dominanz — der EU ihre aggressive Iran-Politik des maximalen Drucks aufzuzwingen und die EU in einen militärischen Konflikt mit dem Iran im Persischen Golf hineinzuziehen. Dazu gehört die Sabotage des durch die EU geschaffenen Finanzinstruments INSTEX genauso wie der von USSicherheitsberater John Bolton minutiös ausgeheckte Plan durch die Beschlagnahme des iranischen Öltankers Grace 1 in Gibraltar.

Die iranische Marine reagierte auf diese Beschlagnahmung mit der Festsetzung des britischen Öltankers Stena Impero im Persischen Golf. Tatsächlich benötigt John Bolton neben den willigen Kriegsverbündeten im Mittleren Osten –Saudi Arabien und Israel vor allem auch die EU-Staaten,am besten die EU insgesamt als USKriegsverbündete gegen Iran. So könnte er die Skeptiker gegenüber der US-Führung zu einer Zustimmung zum Iran-Krieg drängen und den inneramerikanischen Kriegskonsens herstellen.

Zu diesem Zweck ist gegenwärtig das Lager um Bolton dabei, die transatlantischen konservativen und militaristischen Kräfte und Medien in der EU — mit einigem Erfolg und unter dem Vorwand des Schutzes freier Schifffahrt — in eine us-geführte Militärallianz zu locken. Mit dem neuen britischen Premierminister Boris Johnson hat Bolton einen treuen Kriegsverbündeten in Europa schon auf seiner Seite. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht ist jedoch, dass sich die Sozialdemokraten in Deutschland offensichtlich entschieden haben, nicht in Boltons Falle zu tappen.

So gesehen hat die internationale Friedensbewegung einen wirksamen Hebel, den Bolton-Plan zu Fall zu bringen und letztlich auch die in Bewegung gesetzte Kriegsmaschinerie gegen Iran zu stoppen. Der Schwenk der SPD zu einer Antikriegsposition ist der eindrucksvolle Beweis dafür. Es müsste fortan darum gehen, die Kriegsgegner innerhalb Deutschlands und der EU gegen jedwede Beteiligung deutscher und EU-Marine an einer militärischen Eskalation im Persischen Golf zu aktivieren und alle EURegierungen für ein klares Nein zum Iran-Krieg zu gewinnen.

Quellen und Anmerkungen

(1) Dazu ausführlicher siehe mein aktuelles Interview mit Russia Today (https://www.youtube.com/watch?v=cbiKAEM0rmI) vom 15. Juli 2019

(2) Vgl. ausführlicher zu dieser Thematik mein aktuelles Buch, 2017: Braucht die Welt den Finanzsektor? Postkapitalistische Perspektiven, Hamburg

(3) Vgl. dazu einige ausgewählte Publikationen, die meine seit den 1970er Jahren begonnenen empirisch wie analytisch durchgeführten Forschungen zum Themenkomplex dokumentieren:

– 1974: Energiekrise oder Krise des Kapitalismus, in: Probleme des Klassenkampfes, Nr. 11/12;

– 1976: Hauptentwicklungsstadien der kapitalistischen Weltwirtschaft, Lollar;

– 1980: Weltenergieproduktion und Neuordnung der Weltwirtschaft, Frankfurt a. Main;

– 1993: Endlichkeit der Natur und Überfluss in der Marktökonomie, Marburg;

– 2000: Das Dilemma der ökologischen Steuerreform, Marburg;

– 2006: Kapitalismus-Machtungleichheit-Nachhaltigkeit. Perspektiven Revolutionärer Reformen, Hamburg;

– 2006: Ölpreis und Demokratie, in: Spektrum der Wissenschaft, November 2006;

– 2014: Chaos und Hegemonie. Wie der Dollarimperialismus die Welt regiert, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Heft 5;

– 2019: Das Dollar-Imperium, in: Rubikon vom 19. Juni 2019. Mohssen Massarrat, 1942 in Teheran geboren, lebt seit 1960 in Deutschland, absolvierte zunächst ein ingenieurwissenschaftliches Studium, promovierte in Politik- und habilitierte dann in Wirtschaftswissenschaften. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2007 war er Professor für Politik- und Wirtschaftswissenschaften. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und Artikel zu den Themen Kapitalismus, Energie und Ökologie, nachhaltige Entwicklung, globale Ressourcenkonflikte, Mittlerer Osten, Iran sowie Friedens- und Konfliktforschung. Zuletzt erschien von ihm „Braucht die Welt den Finanzsektor? Postkapitalistische Perspektiven“.

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Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der  Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

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Dieser Beitrag erschien am 31.8.2019 im Rubikon- Magazin für die kritische Masse.

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Bildquelle: Borna_Mirahmadian/ Shutterstock

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15 Kommentare zu: “Tagesdosis 3.9.2019 – Die Iran-Eskalation

  1. @Birkat Kohanim vom 5. September 2019 at 14:56

    Ich sehe schon, es geht Ihnen darum, Recht zu haben. Das machen Ihre Aussagen deutlich: „DAS ist unumstößlich richtig“ und weiter unten dann noch einmal ‚“DAS ist ebenfalls unumstößlich richtig und …“. Aha, mal wieder einer, der die Weisheit mit dem Löffel gefressen hat, das Grundübel dieser Foren: Selbstdarstellung. Und dann wollen sie noch einige Ihrer Behauptungen „widerlegt bekommen“.
    Warum sollte ich Ihnen das widerlegen? Oder besser gefragt: Wie könnte ich Ihnen das widerlegen? Erstens geht es mir gar nicht darum, Ihnen etwas zu widerlegen, und zweitens würde Sie sich NIE etwas von mit widerlegen lassen. Eher läuft das Wasser bergauf.
    Ich will einige Ihrer Behauptungen auf den Prüfstand stellen. „Schon wenige sehr Reiche (hat nichts mit Zentralbanken o.ä. zu tun) können extreme hebel erzeugen, die ganze Volkswirtschaften ins Wanken bringen oder in gewünschte Richtungen ’nudgen‘.“ Dann geben Sie mir mal bitte ein Beispiel, wo all das auch stimmt. Wann haben wie viele Reiche (wer bitte?) ganze Volkswirtschaften, also nicht nur eine, sondern gleich mehrere, ins Wanken gebracht? Und was verstehen sie unter „ins Wanken bringen“? Das ist ein sehr dehnbarer Begriff.
    Zudem gibt es auch an der Börse keinen „unaufhaltsamen Trend“. Bisher haben die Trends sich immer wieder auch umgekehrt, von der Hausse in die Baisse und wieder in die Hausse und wieder in die Baisse, wohl aber – und damit haben Sie Recht – mit steigender Tendenz. Worin ich Ihnen auch Recht gebe, ist, dass technische Programme ( Algorithmisierungen) starke Börsenschwankungen auslösen können, besonders auch durch gehebelte Produkte. Aber ob es da zu milliardenfachen Verstärkungen kommt, wage ich noch zu bezweifeln. Jedoch, wenn Sie es belegen können, will ich Ihnen glauben.

    Es ging hier in dem Beitrag von Herrn Massarrat aber auch nicht um Wetten, wie Sie rechtfertigend nachschieben, sondern um die Eskalation am Golf. Dazu sollte diskutiert werden, damit man sich ein realistisches Bild von der Lage machen kann, und nicht das, was Sie daraus zu machen versuchen:
    „Achja, was das mit dem Iran zu tun hat? Ganz einfach: hier wird auch gewettet. Was sonst?“ Aber das hat mit der Lage zwischen den USA und Iran doch nichts zu tun. Vielleicht wird in einem Wettbüro in Teheran gewettet, aber nicht im weltpolitischen Maßstab, wie Sie den Eindruck erwecken wollen. Die Börse in Teheran ist viel zu unbedeutend und gering kapitalisiert, als dass von dort Wetten ausgehen könnten, die die Wirkungen haben, die Sie als das Ergebnis der Wettlust der Reichen an die Wand malen wollen. Aus dem Iran selbst kann dazu gar nicht genug Kapital an die Teheraner Börse fließen und die ausländischen Kapitalströme gehen an Teheran vorbei. Das ist jedem internationalen Anleger im Moment viel zu heikel. Sehen Sie sich die Umsätze dort mal an und dann sagen Sie mir, wie man damit „ganze Volkswirtschaften ins Wanken bringen“ soll.

  2. @Birkat Kohanim vom 4. September 2019 at 21:10
    „Aber unumstößlicher Fakt ist z.B. dass einige wenige die Geldwirtschaft unter ihre Kontrolle gebracht haben.
    Diese Form der Geldwirtschaft kontrolliert so gut wie alle Staaten mittlerweile.“
    Was hat das mit dem Thema Iran zu tun? Und wieso soll das ein unumstößlicher Fakt sein? Nur weil es mittlerweile chic geworden zu sein scheint, auf das Geldsystem zu wettern? Von all denen, die das tun, habe ich noch keinen erlebt, der überhaupt versteht, wie es in der Wirklichkeit funktioniert, nicht in ihren gewundenen Theorien oder weltfremden, von Angst getriebenen Phantasien.
    Wer sollen denn die einigen wenigen sein, die das Geldsystem unter ihre Kontrolle gebracht haben? Es gibt natürlich auch im Geldsystem wie auch im Fussball oder im Kirchenverein immer Leute, die mehr oder weniger Einfluss auf die Vorgänge haben. Aber das Geldsystem unter Kontrolle zu bringen, ist eine Vorstellung, die nur auf der Unkenntnis dieses Systems gedeihen kann. Selbst die ach so mächtige FED kann nicht gegen die Märkte Zinssätze durchsetzen, die die Märkte für unangemessen halten. Vorübergehend können sicherlich Kräfte im Geldsystem stärker werden, die bestimmte wirtschaftliche oder auch politische Vorstellungen durchsetzen wollen, wie beispielsweise die Flutung der Geldmärkte mit frischem Kapital durch die Notenbanken. Das kann auch über einige Jahre zu den gewünschten und gewollten ERfolgen führen. Aber wie wir im MOment sehen, stoßen selbst diese Vorhaben an ihre Grenzen. Selbst die geballte Macht der Notenbanken kann nicht auf Dauer durch Geldpolitik und Anleihekäufe den Kapitalismus vor seinen eigenen SChwächen schützen. Und diese Schwächen liegen in der kapitalistischen Produktionsweise selbst begründet. Da können die Macher noch so viel sich einfallen lassen, um diese Schwächen auszumerzen, sie werden immer wieder durchdringen. Und da können auch die wenige, von denen SIE glauben, dass sie das Geldsystem unter ihre Herrschaft gebracht hätten, nichts daran ausrichten. Lesen Sie mal lieber öfter die Wirtschaftsteile der Tageszeitungen statt die verschwurbelten Theorien der Foren. Da hat man mehr Kontakt zur Wirklichkeit.

    • Es ging bei meinem Kommentar um das Phänomen der Wette und Spiellust.
      Schon wenige sehr Reiche (hat nichts mit Zentralbanken o.ä. zu tun) können extreme hebel erzeugen, die ganze Volkswirtschaften ins Wanken bringen oder in gewünschte Richtungen ’nudgen‘.
      DAS ist unumstößlich richtig.
      Und wenn ich als ‚lonely player‘ meine Wette richtig plaziere, dann kann ich sehr wohl sehr leicht einen unaufhaltsamen Trend setzen – siehe einfach mal Börsenentwicklungen aufgrund von Kleinstschwankungen im Zuge von übereifrigen Algorithmisierungen etc.
      DAS ist ebenfalls unumstößlich richtig und wird auch laufend gemacht.
      So werden Gewinn-/Verlusterwartungen manipuliert und damit gigantische Geldströme gesteuert, die durchaus das Milliardenfache des eigenen Einsatzes betragen können.
      Und dass es sehr Reiche gibt, die DAS verstanden haben und beherrschen und einsetzen möchte ich erstmal widerlegt bekommen. 😉

      Achja, was das mit dem Iran zu tun hat?
      Ganz einfach: hier wird auch gewettet. Was sonst?

    • @ ברכת כהנים‬

      „Schon wenige sehr Reiche (hat nichts mit Zentralbanken o.ä. zu tun) können extreme hebel erzeugen, die ganze Volkswirtschaften ins Wanken bringen…“.

      Z.B. Soros, als er die Asiatischen Tiger attackierte und ins Wanken brachte; oder als er die Bank of London attackierte.

  3. Was will der Herr Massarrat uns denn mit diesem Beitrag sagen? Dass überall undurchsichtige Kräfte am Werk sind, die geheime und lange vorbereitete Pläne umsetzen wollen? „Die Neocons haben um die Jahrhundertwende die politische Macht in den USA übernommen, um ihr Projekt des Amerikanischen Jahrhunderts mit allen erdenklichen Mitteln durchzusetzen.“
    Es mag sein, dass es solche Kreise gibt in den USA. Doch nur weil sich solche Leute etwas ausdenken, ist es noch lange keine Wirklichkeit. Die Intellektuellen halten Pläne, Konzepte, Strategien und Absichten schon immer gleich für die Wirklichkeit. Sie bewegen sich in Gedankenwelten und halten ihre Gedankenwelt für die reale Welt. Pläne zu haben, allein genügt nicht. Sie müssen auch umgesetzt werden können, damit sie Wirkung entfalten. Und damit sieht es doch beim Iran-Konflikt für die USA gar nicht so rosig aus. Sie kommen doch über die Verhängung von Sanktionen nicht hinaus, weder im Iran, noch in Venezuela, nicht in Nordkorea, Russland oder Syrien.
    Die USA haben schon immer versucht, die Geschicke der Welt nach ihren Interessen zu lenken. Das ist nichts Neues und dazu bedurfte es nicht irgendwelcher Neocons und ihrer ausgefeilten Pläne. Was aber gesehen werden muss, ist, dass die USA immer weniger Erfolg haben mit ihren alten Mitteln, die sie seit Jahrzehnten anwenden. Seit Russland militärisch und China wirtschaftlich erstarkt sind, trauen die USA sich keinen Krieg mehr zu. Das zeigen doch die täglichen Ereignisse, wenn auch die Theorien und Pläne andere sein mögen. Aber entscheidend ist die Wirklichkeit, und die sieht anders aus, als Herr Massarrat sie durch die Brille des Theoretikers zu erkennen glaubt.
    In Afghanistan verhandeln die USA mit den Taliban. Das tun sich nicht, weil die Taliban plötzlich ihre Freunde geworden wären. Sie tun es, weil sie den Krieg unter diesen Bedingungen nicht gewinnen können. Und er wird ihnen zu teuer angesichts dessen, was dort noch zu gewinnen wäre. Das Gas und Öl der ehemaligen südlichen Sowjetrepubliken fließen weiterhin durch russische Pipelines auf die Märkte. Und sie fließen in erster Linie nach China. Was soll man dort also noch gewinnen?
    Nord-Korea, das Trump vom Planeten schießen wollte, baut weiter seine Raketen und testet sie. Damit diese Blamage nicht allzu offensichtlich wird und die Hilflosigkeit auch, wiegelt Trump ab und bezeichnet die Raketen-Starts als von den UN-Sanktionen abgedeckt.
    In Venezuela sind die Pläne eines Umsturzes gescheitert. Guaido wird selbst von seinen Ziehvätern in Washington nicht mehr ernst genommen. Der Westen merkt, dass er einem Sprücheklopfer aufgesessen ist, den er aber nur allzu gerne gefördert hatte. Venezuelas Nachbarn mögen zwar Maduro auch nicht, aber deswegen lassen sie sich nicht von Washington und Guaido in einen Krieg ziehen. Sie haben andere Probleme, zumal die USA selbst auch nicht in einen Krieg gegen Venezuela ziehen wollen. Selbst Trumps Militärs haben ihn vor solch einem Abenteuer gewarnt, weil dessen Ausgang vollkommen ungewiss ist, solange er als konventioneller Krieg geführt wird. Und bisher hört Trump auf seine Militärs und hält selbst in der eigenen Einflusssphäre die Füße still.
    In Syrien will man so schnell wie möglich aus dem Konflikt aussteigen, weil er zu teuer wird und auch dort keine Wende zum Sieg zu erkennen ist. Seit die Russen Assad unterstützen, haben die USA die Lufthoheit über Syrien verloren. Zudem droht der Konflikt mit der Türkei wegen der Kurden die Nato an der Südostflanke zu schwächen. Die USA werden von den Türken und Kurden in die Zange genommen. Für wen sollen sie sich entscheiden. So wie es aussieht, werden wohl die Kurden den schwarzen Peter ziehen.
    Das entscheidende Problem der USA in all diesen Konflikten ist die Kriegsmüdigkeit im eigenen Lande und die Unmöglichkeit, eigene Bodentruppen einzusetzen. Sie sind in allen Konflikten gezwungen, Unterstützer zu finden, die ihnen die Bodentruppen zur Verfügung stellen, weil sie im eigenen Lande keine Truppen mehr ausheben können. Die Amerikaner ertragen die finanziellen Folgen des Krieges schon nur mit Murren. Wenn nun die eigenen Kinder in Särgen nach Hause kämen, wäre es vermutlich vorbei mit dem stillen Murren.
    Und hier liegt auch des Problem mit dem Iran und die Grenzen der USA im Konflikt in diesem Konflikt. Sie können noch so viele Schiffe in den Persischen Golf schicken, sie können vielleicht auch ihre Bomben über dem Iran abregnen lassen, aber sie können ohne Bodentruppen keinen Krieg führen, wenn sie ihn denn gewinnen wollen. Insofern ist der „maximale Druck“ nur Drohgebärde. Trump selbst betonte immer wieder, dass er keinen Krieg mit Iran wolle. Wie denn auch? Er kann ihn nicht gewinnen. ER traut sich nicht einmal, seine Marschflugkörper und Bomber aufsteigen zu lassen. Als sie in der Luft waren, rief er sie wieder zurück, weil er die Eskalation des Konflikts fürchtet. Zwar stehen viele US-Soldaten am Persischen Golf. Aber sie sind nicht nur eine Bedrohung für den Iran, sie sind auch ein Ziel.
    All das bedeutet nicht, dass nicht doch ein Krieg ausbrechen kann. Aber wer Einschätzungen abgeben will zur Lage sollte sich die Lage ansehen anhand der wirklichen Ereignisse und nicht nur anhand von Theorien.

    • Ja, grundsätzlich kann man das ohne weiteres so sehen.
      Aber unumstößlicher Fakt ist z.B. dass einige wenige die Geldwirtschaft unter ihre Kontrolle gebracht haben.
      Diese Form der Geldwirtschaft kontrolliert so gut wie alle Staaten mittlerweile.
      Es geht hier nicht um Ideologien, nicht um politische System oder geopolitische Interessen auf dieser Ebene.
      Wenn man bei den wirklich Reichen einmal analysiert, was konkret dieser Reichtum bewirkt, dann erkennt man schnell, dass für sehr viele ihr Reichtum nur Spielgeld ist.
      Und exakt so verhält es sich halt auch bei den wirklich Mächtigen im Hintergrund – es geht nicht um irgendwelche elitären Verschwörungen – es geht aber sehr wohl um elitäres Vergnügen.
      Beispiele für diesen Mechanismus gibt es unendlich viele und erklärt jede Menge ansonsten unauflösbare Ungereimtheiten 😉
      (h ttps://www.dailymail.co.uk/news/article-2373474/Bet-raindrops-stately-home-paid-5-000-farthings-123-years-ago-bears-fruit-descendants-coins-sold-65-000.html)

  4. @ Martin Bauer

    Ja,es gibt ZWEI US-Imperien – einmal das offiziell politische und einmal das Seehandelsrecht-Imperium.

    Ja, das offiziell-politische US-Imperium ist nur Mittel zum Zweck und die vermeintliche Feindschaft zwischen den ‚Blöcken‘ wird überthront von einer Trias, die die gesamte Welt gemeinsam ausweidet.
    ‚Trinity‘ bedeutet ja keineswegs drei individuelle Unterschiede, sondern lediglich 3 Aspekte ein und derselben Sache.
    In Form der ‚Trilateralen Kommission‘ kann man in etwa erkennen wie das funktioniert.

    Die Charaden, die hier aufgeführt werden, dienen lediglich der Verschleierung dieser Komplizenschaft und der Angstbannung der niederrangigen, uninformierten Mitglieder (einschließlich letztlich von uns).

    Es geht aktuell ’nur‘ darum die letzten unbotmäßigen, nicht-integrierten Bestandteile auszumerzen.

    • Die Asiaten sind sich der „Trinity“ und der Trilateralen Kommission und der Agenda absolut bewusst. Vor ca. 2 Jahren aus Asien nach 5 Jahren Beobachtung vor Ort (einschließlich der in Asien lebenden asiatischen Mitglieder der Trinity) ist dies mein Eindruck. Während vereinzelt Mitglieder der Trilateralen Kommission in den Parlamenten sitzen (ohne Macht), werden Kräfte, die zu mächtig werden (könnten) ins Exil vertrieben. Thaksin (Thailand) ein vielleicht auch hier bekanntes Beispiel. Nationalbewusstsein, Tradition und eine im Volk stark verwurzelte Kultur sind sehr wichtige Faktoren, wenn die Gefahr besteht, dass das Land international „ausverkauft“ werden soll; bis dahin werden Vorteile mitgenommen.
      Info: Xi Jinping: Chinese Dream; Hu Jintao: Moderately Prosperous Society 小康社会 / xiǎokāngshèhuì; Deng Xiaoping: Xiaokang society; Harmonious Society 和谐社会 / héxié shèhuì; Sufficiency economy

      PS: Es kursieren Gerüchte, dass die Triaden gegen westliche Dienste eingesetzt werden. Auch Trinity.

    • Ja, und die Tatsache, dass es möglicherweise diese Trinity so gibt, sagt aber nicht aus, dass die beteiligten Chinesen eben nicht ihr eigenes Süppchen zusätzlich nebenbei kochen bzw. diese Trinität instrumentalisieren, so wie früher ja auch bei den ‚Kriegen zwischen den Reichen‘ Bündnisse entstanden, um bei günstiger Disposition die eben noch Verbündeten selber zu massakrieren und zu vereinnahmen.
      Das war aber weder ehrenrührig oder galt auch nicht als hinterfotzig, sondern als folgerichtig.

      Der ‚Westen‘ (dazu gehören aber auch asiatische Staaten wie Japan oder Korea) versteht diese Mentalität eben so gut wie gar nicht bzw. hat die nicht auf seiner Milchmädchenrechnung.

      Das ‚Energie-Konzept‘ der Chinesen sucht seinesgleichen.
      Energie (Ch´i/Qi) ist für dieses Denken eine ganz andere Transformationskraft mit anderen Wirkungszielen als für das ‚westliche‘ Denken i.d.R. nachvollziehbar.
      Ohne ein vertieftes Verständnis dafür werden die ‚westlichen‘ Strategen erkennen müssen, dass ihr Kalkül die chinesische Machtarithmetik nicht darstellen kann und somit ein Verstehen unmöglich, weiters ein Versagen, Verlieren sehr wahrscheinlich ist.

  5. Die Gretchenfrage in diesem teuflischen Spiel ist:
    Wem gehoert der US=Dollar und die FED?

    Er gehoert 5 international aufgestellten Familien die nach der Ein-Gelt-Weltordnung streben,
    und auf China mit dem Seidenstrassenprojekt setzen.
    (Die waeren ja doof wenn sie nicht auch auf dieses Pferd setzen wuerden)

    Der US-Dollar ist auf Grund des Triffin Dilemmas ein Auslaufmodell .
    (Die Aufgabe der Weltlei(d)waehrung vertraegt sich auf Dauer nicht mit der Aufgabe der nationalen Waehrung)

    Bevor aber die Internationlisten (Gegenstueck :Patrioten) den US-Dollar in die Tonne treten, sollte das Imperium noch
    eine schwarze Liste an Laendern militaerisch platt machen.

    Auf dieser Liste sind nur noch der Iran und Nord-Korea.
    Um Nor-Korea kuemmert sich China.

    Faellt der Iran als Regionalmacht ziehen die Besitzer des US-Dollars den Stecker und die USA versinken im Chaos
    zugunsten einer neuen Leidwaehrung(Sonderziehungsrechte?Bankor?Phonix?) und Weltordnung.
    (Phonix ist der Vogel der aus der Asche aufersteht und auf jeden US-Dollar gedruckt ist.)

    Die USA haben dann sozusagen als Raketenstufe zur neuen Weltordnung ausgedient und
    stoeren dann als Imperium nur noch das internationale Gleichgewicht.

    Da das nicht im Interesse der patriotischen Eliten der USA sein kann,gehe ich mal davon aus ,
    dass es zur Zeit keinen Iran-Krieg gibt.
    John Bolton ist auch schon ganz still geworden!

    • Klar macht die Seidenstraße sie gierig. Aber ich kann mir noch immer vorstellen, daß China einen anderen Weg gehen kann – und geht: Chinesische Tradition und Kultur (s. mein Kommentar bei „But Beautiful“).
      Iran und NK sind DAS Problem, weil unter chinesischen und russischen Fittichen. Niemand!! hat eine Vorstellung davon, welche Möglichkeiten China – auch militärisch – hat hinsichtlich dieser beiden „auf der Liste“.

    • @Tony
      Henry Kissinger hat mal gesagt:“Wer das Geld kontrolliert regiert die Welt“
      Genau so muss man sich die Ein-Welt-Geldordnung vorstellen.
      Alles was sich dagegen stellt wird perfide geschliffen.
      China ist dabei nur eine Seite der selben Medaillie.

      „China ist schon seit dem Schlächter und Kultur – & Intelligenzia-Zerstörer Mao in den 60ern als Blueprint für die NWO eingeplant! Läuft alles bestens nach Plan.

      Ist kein Zufall, dass Onkel Henry mit Onkel Zedong gekuschelt hat als Jungspund lange vor der Nixon-Ära…. “
      Quelle :Dude Block

      Wer da wirklich noch etwas zum Wohle der Menschheitsfamilie verbessern moechte ,muss an den
      Parametern des Finanzsystems doktoren wie Ernst Wolff.
      Nur jeden der es wagt daran ernsthaft und unerlaubt Hand anzulegen ergeht es wie John .F.Kennedy ,Olaf Palme oder Alfred Herrhausen.
      Mephisto duldet eben keine Goetter neben sich.
      Das „goldene Kalb“ muss in jeden Fall angebetet werden,sonst ist es aus mit der unheimlichen Machtorgie.
      Schalom
      Wer Angst hat liebt nicht ,wer liebt hat keine Angst(Dieter lange)

    • @ Martin Bauer

      Im Prinzip einverstanden, aber China „funktioniert“ nicht wie der Westen unter dem ins Christentum übernommenen Gott Janus und dem Dualismus, also nicht im Sinne von „der anderen Seite der Medaille“. Die Dialektik der Chinesen ist eine andere, die anstelle von Gegensätzen zwei Wahrheiten anerkennt: eine niedere und eine höhere. In einem dialektischen Prozess zu immer höherer und umfassenderer Wahrheit; und über eine Logik der Negation führt dann ein Weg hinweg über die Gegensätze von Entweder-Oder zu Weder-Ja-Noch-Nein. Mit diesem Weder-Ja-Noch-Nein hat der Westen Probleme. Zudem der Hintergrund: Konfuzius, Buddhismus, Taoismus; ein auf tausendjähriger Geschichte beruhendes Nationalbewusstsein; eine in der Geschichte einmalige wirtschaftlich und technische Entwicklung in der neueren Zeit; die Erinnerung daran, wie China auf brutalste Weise mit Kanonenbooten und Drogen zerstört und erniedrigt wurde: Ist es möglich, dass China freiwillig „die andere Seite der Medaille“ wird/ist?

      Ich denke, die kulturellen Unterschiede sind zu groß; und ich denke, dass die Bemühungen Chinas, den Dollar abzulösen nicht das Ziel haben im Sinne der anderen Seite der Medaille; eher sind sie gerichtet auf ein Geldsystem basierend auf dem, was in Asien als „asiatische Demokratie“ bezeichnet wird. Wie alle Pläne in China – auch die Seidenstrasse – langfristig angelegt; anders als im Westen. Das Gelingen ist eine andere Frage! Aber China ist nicht Japan, wo es gelang, „den Stecker zu ziehen“ (wie an anderen Orten).

      Nochmal Kanonenboote und Drogen? Wir werden sehen, ob es mit sog. Soft Power etc. gelingt, China den Stecker zu ziehen. Möglich. Vielleicht aber auch zu spät.

      Was ich sehe: Die parlamentarischen Scheindemokratien im Westen nähern sich dem „asiatischen Demokratie-Modell“. Global Corporate Culture: ohne lästige Demokratie im Westen; basierend auf Konfuzius im Osten.

  6. Wenn man nicht Deutschland oder Deutschland und seine Vasallen sagen will, kann man auch EU oder Europa sagen (Es sind dann immer noch die andern)

    «Die deutsche Dominanz in Europa hat sich seit dem Fall des Potsdamer Abkommens (1991) beschleunigt und binnen zweier Jahrzehnte ein hegemoniales Stadium erreicht. Inzwischen gilt die Bundesrepublik Deutschland als anerkannte Führungsmacht der EU und tritt zugleich als Konkurrentin der USA und Russlands auf. Die militärische Aufrüstung wird intensiviert und zielt auch auf „Teilhabe“ an atomaren Waffen» (German Foreign Policy)

    Wollen Sie mehr wissen?
    «Video Kolumne: Kämpfen für Deutschland»
    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8032/

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