Tagesdosis 30.10.2019 – Und täglich grüßt das Murmeltier

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Vorsicht, einige Passagen in diesem Text sind ironisch gemeint. Welche? Das findet der aufgeklärte Mensch mit Leichtigkeit selbst heraus.

Ich weiß nicht, inwiefern oder wie viele hier schon mitbekommen haben, dass es sehr mächtige Menschen auf diesem Planeten gibt, die sich einen feuchten Kehricht um andere Menschen kümmern. Die sollen alles besitzen und gefährlicher sein, als alle kriminellen Organisationen dieser Welt zusammengenommen. Sie können ganze Armeen verschieben, Bomben über Bomben explodieren lassen, nur um noch mehr Geld und Macht zu scheffeln. Ferner habe ich gehört, dass es eine schier unfassbar große Anzahl von Menschen gibt, sie bezeichnen sich selbst als die Aufgewachten, die sich jede dieser Nachrichten ins Hirn brennen, die mit denen zu tun hat. Und dies, obwohl sie ganz genau wissen, dass das schon immer so war und noch lange so bleiben wird. Denn vom Konsumieren solcher Zeilen oder solchen Wissens geschieht nichts, was diese Mächtigen ins Wanken bringen könnte. Ich glaube, auf dieser Seite hier ist man aufgeklärt genug und weiß das alles und man bemüht sich um eben diese Veränderung. Diese Veränderungshoffnung nennt sich Lösung. Und die meisten Leute hier sind hell auf begeistert, wenn irgendwer mal Lösungen präsentiert. Dann wird auf Teufel komm raus herumgeliked, bis die Finger glühen. 

Die Meisten hier haben es nämlich satt, immer und immer wieder Artikel zu lesen, wo wieder ein Krieg entfesselt wird, das Merkel wieder einen Fehler oder eine Lüge verbreitet und so weiter. Die Leute haben es satt, so richtig satt, dass man sie mit weiteren Gaunereien beträufelt. Sie wollen vor allem mehr Lösungen. Davon können sie alle nicht genug bekommen. Oder doch nicht? Eher doch nicht. Denn sobald man hier auf KenFM Lösungen anbietet, dann wird gemeckert, nicht von allen, aber von einer nicht geringen Anzahl an Usern. Und dabei ist es unerheblich, ob dieser Autor sie anbringt oder andere Autoren es wagen, Lösungen zu präsentieren. Je tiefer die Lösungen gehen, desto mehr Unmut entfesselt sich bei den Usern. Und auch hier gilt, nicht bei allen, aber bei einer großen Anzahl. Schreibe ich hier zum Beispiel über Trump, Merkel oder Maas, so sind die Klickzahlen sehr hoch, die Zustimmung ebenso, weil sich diese Personen hervorragend für eigene Projektionen herhalten können. Schreibe ich hier hingegen von Lösungen, so schlägt das genau in sein Gegenteil um.

Wollen die meisten in Wahrheit gar keine Lösungen? Was wollen sie dann? Sie wollen den starken Helden, machen wir uns nichts vor, sie wollen den starken Mann. Nicht die Annegret Kampf Knarrenbauer. Die wollen sie nicht. Und wenn wir ehrlich sind, so ist die schon längst bei uns durchgefallen. Den inneren Sieg, den trägt schon lange der Black Rock-Kenner Friedrich Merz vor uns her. Ein starker Mann, der weiß, wie das mit den Finanzen, also unserem Geldbeutel, funktioniert. Er wäre die Lösung für viele. Ein Mann, der alles Weitere wegblenden kann, außer unseren Erfolg. Mal ganz ehrlich, mir doch egal, wenn es rummst. So lange es nicht vor meiner Haustür rummst, ist mir das völlig egal. Diese Körnerfresser und Fleischverzichter. Kein Wunder dass die so komisch sind. Die sollen mal lieber ein ordentliches Stück Fleisch essen. Dann kämen die auch wieder auf gesunde Gedanken. 

Ein Soziologe hat festgestellt, dass die AfD-Wähler gar keine armen Schweine sind. Die sind alle reich. Deren wahre Gründe sind nämlich nur Ausländerfeindlichkeit. Ach, das darf man auch nicht mehr sagen. Fremdenfeindlichkeit, das ist das richtige Wort. Die sind alle, ohne Ausnahme, fremdenfeindlich. Ein anderer Soziologe wird vermutlich bald feststellen, wissenschaftlich natürlich genauso valide und felsenfest richtig, dass wer die Linken oder Grünen wählt, nach der Bergpredigt Jesu lebt. Und ganz wie von selbst, also ohne jegliche soziologische Evidenz ist natürlich klar, wer Bomben und Bombenteppiche befürwortet und sie ganz entzückend findet, wie die Kanzlerin das auf einem CDU-Parteitag mal von sich gab, dass diese Leute natürlich die Mitte des Volkes in vollster Empathie mit dem Frieden und der Nächstenliebe repräsentieren. Jesus würde vor Freude vor ihnen Tanzen und himmelwärts ein Halleluja nach dem Anderen singen. Wenn diese Leute auf die Toilette gehen, dann scheißen sie lauter Engel aus. Ja, so und nicht anders hält sich die große Lehre aus dem, was einst in schändlicher Weise Nazideutschland genannt wurde. Die Regierung darf schießen, aber wehe dem, wer sagt: Wenn das Haus platzt, dann können nicht alle satt werden. Der ist schlimmer als ein Bombenteppich schmeißender Staat. Der Staat darf Fascho sein und keiner merkt es.

Die neue Mitte, und diese ist säuerlich, fast bitter aber im Kern immer gleich, hat in Thüringen einen politischen Sieg errungen. Sie besteht aus 31 Prozent Linken-Wählern und aus 23,4 Prozent AfD-Wählern. Ob es schmeckt oder nicht, es ist die neue thüringer Mitte und sie zeigt auf, worum es im ganzen Land geht. Aber lassen wir auch das hier lieber links liegen. Man wird sich bei den Linken mit der CDU schon einig werden. Stefan Kuzmany, Kolumnist vom Spiegel, schreibt dazu treffend, Zitat Anfang: Das, was früher mal der Rand war, ist heute die Mitte in Thüringen. Und die Funktionäre der ehemaligen Mitteparteien stehen am Rand und sehen zu, Zitat Ende. 

Tja, im Grunde sind beide Parteien für die Abgehängten eine Wahl. Doch wer hat sie abgehängt? In Deutschland beklagt man lieber die Wirkung, als die Ursache. Sie, die Ursache wird nicht erwähnt. Es wird so getan, als sei wie aus dem Nichts ein Elend emporgestiegen. Die Gier deutscher Eliten im Ganzen, zusammen mit einer ihr willfährigen Kriegspolitik im Außen, gepaart mit einer Verachtungssoziologie für die Schwächeren ist der Grund für den Aufstieg der AfD. Es ist schlichtweg Propaganda zu behaupten, die Deutschen seien wieder zu Nazis erwacht und daher der immer dicker werdende rechte Rand, der zur Mitte ausschlägt. 

Herr Lucke fordert nun selbst ein Disziplinarverfahren seiner Senatorin gegen ihn. Er will wissen, ob er sich gegen das Grundgesetz und die Demokratie verhalten habe. Immerhin, er gründete die Partei AfD mit und war lange Zeit ihr intellektuelles Zugpferd. Aber, müssen wir allen Menschen anlasten, was andere dann daraus gemacht haben? Müssten wir nicht dann auch Gott zur Rechenschaft ziehen und ihm sagen, dass er ein Vollblutmassenmörder sei, ein brutaler Eroberer, Geldfresser und das Unmenschlichste, was je seinen Fuß auf diese Erde setzte? Natürlich tut das kein Mensch, denn der Mensch hat und pflegt so seine blinden Flecke und wird jeden strafen, der diese aufhellt. 

Aber genug von derlei Wiederholungen. Lösungen wollen geschrieben, gesagt und umgesetzt werden. Aber welche Lösungen sind die Richtigen? 

Politische Lösungen sind oft der gewünschte Massentod der anderen, die man zuvor wie Kakerlaken brandmarken muss, um sie nicht mehr als Menschen zu sehen. Ein Mensch kann gar keinen anderen Menschen töten, solange er sein Gegenüber als einen Menschen fühlt, kann er ihn nicht töten. Das ist unabhängig seiner politischen Gesinnung der Fall. Doch schaut man in die menschliche Historie und fragt dann nach Lösungen, so kommt man schnell darauf, dass eine Wiederholung der zahlreichen Wiederholungen politischer Lösungen nie zu einer Lösung von Konflikten führte. Politische Lösungen sind Krieg, egal wohin wir schauen. Immer wurde dort der anders Gesinnte weggesperrt oder ermordet. Egal ob als Einzelner oder als Masse. Wer den Frieden will, der muss den Krieg wählen. Den Krieg mit Bomben, den Krieg ums Geld und den Krieg im Sozialen. Und solche Lösungen haben alle gewählt, egal ob man sich die Menschlichkeit, den Christus oder das Hakenkreuz auf die Fahne schwor. Sie haben alle die gleichen Lösungen bevorzugt. Und heute wissen wir, dass solche Lösungen nichts lösten. Sie schieben bis heute das Problem vor sich her. Von einer Generation zur nächsten. Kluge Leute ziehen heute lange Wirkungsketten, die aufzeigen, das heutige Probleme mit Jahrhunderten ungelöster Probleme zusammenhängen. Ging es vielleicht nie wirklich um Lösungen, sondern um individuelle Bedürfnisse derer, die die Macht hatten? Im Grunde kann man das alles sehr gut bei dem Psychiater und Psychologen Hans-Joachim Maaz nachlesen. Doch wer handelt dann auch dementsprechend lösend? Nur ganz wenige. Die Mehrheit hält an Ersatzlösungen fest, damit die Änderung nicht bei sich zu erkennen ist. Das Problem sind immer die Anderen und wenn die nicht das Problem verursachen würden, dann gäbe es bei mir auch kein Problem. Einem solchen mit Lösungen zu kommen ist, wie mit einem Kopfsalat zum Löwen zu gehen. Er verspeist lieber den Koch.

Tja, und so ist das tagtägliche Konformexerzieren aller, die sich für aufgewacht und als Wissende begreifen doch bloß ein Tanz um einen Kreis herum, der immer derselbe Kreis bleibt. Das eigene Ego. Tun sie es wirklich nur darum, wie einige behaupten, um selbst nicht auf Lösungen zu kommen, die ein eigenes Zupacken ihres Lebens von eigener Hand verlangt? Ist der geostrategische Kreistanz ein Tanz um Auswege herum, weil das Beweihräuchern der Bösen das eigene Gute erstrahlen lässt, nie aber den eigenen Lebensweg zur Pflicht werden lässt? Lösungen, immer wenn die am Horizont zu sehen sind, werden mit Pfeilen beworfen und wenn die Lösungen zu arg das eigene Verhärten der Ausreden aufzeigen, dann wird geworfen, mit allem, was man bekommen kann. Ja, so ist das. Ist das die eigentliche Krankheit? Sie hat keinen  Namen, denn sie nährt ja das Problem. Und damit stärkt sie genau das, was diese Lösungszensoren vorgeben abwenden zu wollen. Die Abwehrenergie stärkt das Problem. Jeder Psychologe weiß das. Wer auch immer tiefergehend über Lösungen spricht, der bekommt stets auch zur Antwort, dass man doch nicht so viel darüber wisse und dass das auch unerheblich sei, da die da Oben sowieso machen, was sie wollen. Das Elend müsse zuerst beseitigt werden, denn würde es nicht beseitigt, kann man machen, was man will: Die da oben diktieren alles, führen Krieg und machen, dass wir arm und abhängig bleiben. Stimmt das wirklich? 

Natürlich stimmt das nicht. Denn wenn das stimmen würde, dann gäbe es nur Menschen, die so denken. Es gibt ja die Anderen, die trotz allem ihr Leben leben, glücklich sind und lieben, was sie tun – ohne den schnöden Mammon dabei anzuhimmeln. Ich glaube, sie haben nicht nur die Lösung, sie leben sie. Und wenn man diese danach fragt, wie denn die Lösung aussieht, dann sagen sie: Lebe einfach nicht das Leben anderer. Lebe dein eigenes Leben. Finde heraus, was dein Leben ist, was es von dir will, aber sei kein Abziehbild anderer Interessen oder anderer Menschen. Mache dein Leben zu deinem Interesse. Frieden bekommst du nur durch Entzug dessen, was sie dir als das ganz normale Leben verkaufen. Kämpfe nicht dagegen an. Entscheide dich nicht gegen die Anderen oder gegen die Bösen. Entscheide dich für dich, für dein Leben. Das ist alles. Wenn du das tust, verschwindet das Murmeltier, das von dir jeden Tag wieder aufs Neue begrüßt werden will, ganz von alleine.  

Was nicht heißt, dass die narzisstisch normopathische Gesellschaft auch aufhört, ihr Unwesen zu treiben. Du ganz allein gehörst dann nicht mehr zu ihr, was einen Teil der Heilung der ganzen Gesellschaft darstellt, aber vor allem: Du machst nicht mehr mit. Egal wie du es hinbekommst. Die Losung der Aufklärer heißt: Mach nicht mehr mit. Wer hingegen alles weiß und aufklärt, aber noch immer dieselben Fehler macht, wie zu der Zeit, wo er noch nicht alles wusste, der weiß eben doch noch nicht wirklich. 

Der Aufklärer verlangt keine Änderungen, die er nicht selbst auch an sich umgesetzt hat. Aufklärung ist enorm konsequent. Allerdings, mit dem Mund allein ist es Quacksalberei.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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31 Kommentare zu: “Tagesdosis 30.10.2019 – Und täglich grüßt das Murmeltier

  1. Herzlichen Dank, Herr Lenz ! Leider spät bedanke ich mich bei Ihnen für diesen Artikel. Andere waren früher soweit und Sie haben erfreulicher Weise hier schon viel Zustimmung bekommen.

    Ich möchte noch etwas zu den folgenden Sätzen Ihres Textes schreiben, die ich für Ihre Kernaussagen halte.
    "Frieden bekommst du nur durch Entzug dessen, was sie dir als das ganz normale Leben verkaufen. Kämpfe nicht dagegen an. Entscheide dich nicht gegen die Anderen oder gegen die Bösen. Entscheide dich für dich, für dein Leben. Das ist alles."

    Aus dem "ganz normalen Leben" komme nicht heraus und zum "Frieden", zu "mir und meinem Leben" durch Mitmachen in einer der bestehenden Organisationen.
    Schon 1987 konstatierte Rudolf Bahro in seinem großen Buch „Logik der Rettung. Wer kann die Apokalypse aufhalten ? Ein Versuch über die Grundlagen ökologischer Politik.“ (Eine wahre Fundgrube, voller wertvoller Gedanken, aber auch mit abwegigen):
    „Heute sind die Grünen einfach ein Laden mehr am politischen Markt der Metropolis. Sie haben den Parteinamen, der eine Alternative versprach, an die Brückenverkleidung der Titanic geheftet. Schade um das Sonnenblumensymbol. Grüne Politik dreht sich vornehmlich darum, Rollen auf dem Proszenium des Staatstheaters zu ergattern, um keine arbeitslosen Schauspieler zu werden…
    Es gibt derzeit vom Standpunkt soziologischer und sozialpsychologischer Analyse in allen den Ländern der Ersten Welt kein Subjekt für eine politische Intervention, die gleichwohl dringend notwendig erscheint. Der linke Terrorismus, beispielhaft die RAF, hat diese letzte Krise der Linken und ihrer Theorie ausgedrückt. Wir stehen jetzt jenseits, und es gibt keine Linke mehr, die man erwähnen bzw. in Betracht ziehen müsste, sofern es um Perspektiven
    geht. Es ist kein linkes Projekt mehr möglich…“

    Ich denke, ich muss ganz hautnah anfangen, eben mit mir selber.
    Deswegen ist das einzige Projekt mit Perspektive, das mir einleuchtet, die individuelle Transformation jedes einzelnen.
    Jeder, der einen realistischen Blick auf sich selber, unsere Erde mit ihren Geschöpfen und unseren Zivilisationen hat, ist heute gefordert, zuallererst in sich selber, das zu erkennen und zu heilen, was ihn und uns geradewegs in den Untergang führt. Was nicht nur uns, sondern alles Leben auf diesem Planeten in den Untergang führt.
    Dabei scheint mir das Wesentliche der not-wendigen Transformation klar und ganz einfach auszudrücken:
    ich erkenne meine eingebildeten Ängste, lasse sie und erkenne und lebe meine Liebe.

    Christina von Dreien, mit der auch Daniele Ganser zusammenarbeitet, ist, neben vielen anderen, dabei, diesen Transformationsprozess gegenwärtig in den deutschsprachigen Ländern zu fördern.
    Sie beschreibt ihre eigene Aufgabe so: „Ich möchte den Menschen zeigen, wie sie mit bedingungsloser Liebe konstruktiv mit dem Unlicht umgehen können. Das ist einer der wichtigsten Gründe, weshalb ich hierher gekommen bin! Und ich möchte den Menschen Hoffnung machen und ihnen zeigen, welche Größe sie eigentlich haben!“
    Auf ihrer website https://christinavondreien.ch/ heißt es in der Einleitung zu einem Seminartag:
    „Wer sind wir? Welche Bedeutung hat unsere Herzenskraft für inneren und äußeren Frieden? Wie erhöhen wir unsere Schwingung und die des Planeten? Was können wir konkret tun?
    Christinas Anliegen ist es, den Menschen wieder in Erinnerung zu rufen, wer sie sind. Denn nur, wenn wir diesen Zugang zu unserer innersten Essenz, die wir nie wirklich verloren haben, wiederfinden, werden wir unsere wahre Stärke entdecken. Christina möchte Impulse geben, die Mut machen. Die unser verborgenes Wissen wecken. Die die Seele berühren. Und sie möchte uns an unsere Verantwortung für uns selbst und den Planeten erinnern.
    Wenn wir unseren inneren Wert erkennen, werden wir Frieden mit und in uns selbst erfahren. Diese Erkenntnis ist Voraussetzung für den Frieden, der in jedem Einzelnen beginnt und sich so in dessen Umgebung ausbreitet.
    Wir beginnen, Friedensoasen zu schaffen. Wir beginnen vielleicht, uns vernetzen zu wollen. Ein Projekt, eine Bewegung, eine Idee umsetzen zu wollen. Wir beginnen, zu handeln. Im Kleinen und im Großen. Alles ist gleichwertig und wichtig.
    Christina spricht aus der Wahrheit des Moments heraus und aus dem, was sie gerade «im Feld» wahrnimmt. So kann es sein, dass bei jeder Veranstaltung unterschiedliche Inhalte und Schwerpunkte auftauchen, obschon ihr Kernanliegen immer dasselbe bleibt: Uns aufzeigen, wer wir in Wirklichkeit sind und wie wichtig unsere Wirkung auf das Ganze und das Kollektiv ist.
    Sie möchte uns Mut machen, aus den gewohnten Denk- und Handlungsmustern auszusteigen, denn mit diesen erschaffen wir immer und immer wieder dieselben Erfahrungen und Situationen.
    Um Neues zu erschaffen, müssen wir auch Neues denken. Das führt zu neuen Gefühlen und neuen Handlungen.
    Christina selbst hat in den letzten Monaten auf Reisen intensive Erfahrungen gesammelt und sie wird sicherlich auch diese in ihren Vortrag mit einfließen lassen.
    Dieser Tag soll dazu dienen, mehr über uns selbst zu erfahren und Anregung dazu geben, selbst tätig zu werden, dort, wo unser Herz uns sagt, dass es richtig ist.“

  2. Viele Menschen selbst sind einfach keine Rebellen, sie mögen Sicherheit und wollen doch in Wahrheit nur ein einfaches und friedvolles Leben durchleben. Das ist ein großer Bereich der menschlichen Natur, da wir so gepolt sind.

    Diese Menschen machen auch gerne viele Sachen mit, solange sie selbst einen einfachen Weg dafür finden, der eben nicht verlangt durch den Nebel zu schreiten. Soll es durch den Nebel gehen, ist das viel zu unsicher und wird naturgemäß abgelehnt. Das ist natürlicher Selbstschutz, so wie es so viele Tiere auch tun würden.

    Der Mensch trennt Müll, er wird auch sein Konto bei Paypal kündigen, oder nimmt den längeren Weg auf sich, nicht mehr beim Großkonzern einzukaufen, wenn er dadurch etwas bewirkt, das er aber überschaut und kontrolliert.
    Aber er wird so ohne weiteres sein Leben auf den Kopf stellen, wenn das bedeutet dem Nebel zu nahe zu kommen oder gar durchzugehen.
    Hinzu kommt ja auch, dass das aktuelle System genau dies aggressiv erschwert und zu verhindern versucht. Menschen sollen auf keinen Fall autark werden und der Großteil der Sklavenmasse darf einfach nicht wegbrechen, da sonst das System der Machteliten ebenfalls wie das Kartenhaus zusammenfällt.
    Man hat ja die Selbstständigkeit schon vor hunderten von Jahren weggenommen und ersetzt durch Fabrikarbeit und die versteckte Form der modernen Sklaverei die sich dahinter verbirgt.
    Daher war es ja auch praktisch offiziell die Sklaverei abzuschaffen, dabei wurde sie das nie. Man hat es nur umbenannt in Arbeit und ein Dogma draus gemacht, es als Normal hingestellt und es so eingerichtet, dass der Mensch unfrei bleibt und die Umverteilung stetig weiterläuft.

    Aber vom Menschen jetzt zu verlangen seine überschaubare Sicherheitszone zu verlassen, auch wenn sie eigentlich nur einer Sklaverei mit mehr Auslauf gleichkommt, das geht eben nur mit Druck bzw. mit einem extremen Verschlechtern der Wohlfühlbasis in seinem Umfelt.

    So wie der Mensch eben nur unter einem gewissen Druck mehr macht als er müsste für seine Lebensgrundlage und man es dann Arbeit nennt, von dem alle anderen profitieren nur der der es vollbringt nicht, so wird dieser Mensch auch nur mit Druck für seine Freiheit kämpfen, wenn man ihm seine kleine Blase, in der er sich versteckt hält, gefährert oder zerstört hat.

    Genau dies war schon immer ein Problem. Und hier greifen die ganzen Mechanismen der Machtzentren, um dieses Gefüge aufrecht zu erhalten.
    Aktuell ist die Gefahr da, dass die Menschen durch die Vernetzung mehr Sicherheit gewinnen und gemeinsam dann doch sich mehr trauen und auch den Menschen mitnehmen, der sich lieber in seiner kleinen Welt aufhält.
    Also wird seitens des Machtkartells dagegen gearbeitet und z.B. das einst freie Internet mehr und mehr reguliert, immer im Sinne der Minderheit und nebenbei immer mehr zu einer Waffe gegen die Menschen umgeformt. Natürlich wie immer mit der Propaganda des Schutzes und der Sicherheit für alle..
    Was habe ich vorhin erst gelesen? Die Politik beschließt 9 Punkte Plan im Umgang mit Hass im Netz.. sind sie nicht total berechenbar?

    Aber was machen wir nun dagegen, dass wieder ein Teil unserer Freiheit weggenommen wird und das Internet sich solangsam gegen uns wendet, immer im Sinn und für die Interessen der Minderheit zur besseren Kontrolle, Ausbeutung und natürlich das Oberziel den Erhalt des bestehenden Unrechtsystems?

    Wo setzt der so scheue Mensch in seiner immer kleiner werdenden überschaubaren Welt nun aaber an, um dieses heimliche Gift gegen ihn zu unterbinden?
    Er wartet selbstverständlich auf den Helden, der ihm der Mainstream immer vorgaukelt und das ist ja auch so viel bequemer. Aber diesen unterstützt er auch, zumindest verbal oder niedergeschrieben im Forum.

    Das ist seine Macht und seine Waffe. Er selbst geht da nur zur Hand, wenn er muss und seine Welt eh zerstört ist durch das Feuer und den Krieg in allen Facetten.
    Aber wenn das dann soweit ist, dann räumt er auch wieder nur soweit auf, wie es nötig ist, die nächste Sicherheitszone mit Nebelwand erzeugt zu haben. Dann geht das Spielchen von vorne los, weil wie der Autor des Textes schon erwähnt hat, das eigentliche tiefergehende Problem, nur von einer Generation zur Nächsten weitergereicht wird und niemals nachhaltig beseitigt wird.

    • Zur Erinnerung:

      Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben,
      Das ist der Weisheit letzter Schluß:
      Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
      Der täglich sie erobern muß.
      Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
      Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
      Solch ein Gewimmel möcht’ ich sehn,
      Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.
      Zum Augenblicke dürft’ ich sagen:
      Verweile doch, du bist so schön!
      Es kann die Spur von meinen Erdetagen
      Nicht in Aeonen untergehn. –
      Im Vorgefühl von solchem hohen Glück
      Genieß’ ich jetzt den höchsten Augenblick.
      Goethe

    • Ein schönes Gedicht! Heute heißt es dann "Fack ju Göhte", welch Evolution.

      Hier ein kurzer Auszug aus dem Buch "The Myth of German Villany":

      Der englische Historiker Frederic William Maitland beschrieb, wie das englische Volk die Deutschen im 19. Jahrhundert sah: "… es war üblich und plausibel, den Deutschen als ein unpraktisches, verträumtes, sentimentales Wesen zu zeichnen, das mit milden blauen Augen in eine Wolke aus Musik, Metaphysik und Tabakrauch blickt."

      Die einflussreiche französische Schriftstellerin und Salon-Matrone Madame de Stael porträtierte die Deutschen in der Zeit der Napoleonischen Kriege als eine Nation von „Dichtern und Denkern, einer Rasse freundlicher, unpraktischer, jenseitiger Träumer ohne nationale Vorurteile und kriegsfeindlich.“

      Vor dem 20. Jahrhundert hatten die Amerikaner ebenfalls eine gütige Meinung über die Deutschen. Der amerikanische Historiker Henry Cord Meyer schrieb: „… ob in ihrer neu vereinten Nation [Deutschland wurde 1871 zu einer Nation vereinigt] oder in diesem Land [deutsche Einwanderer in den Vereinigten Staaten], die Deutschen galten im Allgemeinen als methodische und energische Menschen, die Vorbilder des Fortschritts waren, während durch ihre Hingabe an Musik, Bildung, Wissenschaft und Technologie, die Bewunderung und Nachahmung der Amerikaner geweckt wurde.“

      1905 schrieb Andrew Dickson White, ein bekannter amerikanischer Historiker, Pädagoge und Botschafter der Vereinigten Staaten in Deutschland, nur neun Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs: „Deutschland ist aus einer großen verwirrten Masse von Kriegern, Denkern und Arbeitern, die zerstritten waren, sich in unnützen Auseinandersetzungen verausgabten und von böswilligen Nachbarn nicht in Ruhe gelassen wurden, nach dem Zusammenschluss zu einer Großmacht in der Kunst, der Wissenschaft und der Literatur geworden; einer Hochburg des Geistes; einem Hüter der Zivilisation; der natürliche Verbündete jeder Nation, die eine bessere Entwicklung der Menschheit anstrebt.“

      Das deutsche Volk hat historisch gesehen in allen Bereichen kultureller, intellektueller und wissenschaftlicher Errungenschaften große Beiträge geleistet. Auf dem Gebiet der Musik gab es Genies des 18. Jahrhunderts wie Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert und Schuman, um nur einige zu nennen. Dieses musikalische Genie setzte sich im neunzehnten Jahrhundert mit Strauß, Mahler und Richard Wagner fort. Es gab die literarischen Beiträge von Goethe und Schiller; die historischen Werke von Ranke und Niebuhr; die philosophischen Studien von Kant und Hegel; und die großen wissenschaftlichen Beiträge von Alexander von Humboldt und William Conrad Roentgen. Dies sind nur einige Beispiele einer sehr langen Liste. Das preußische Hochschulsystem und die kulturelle Blüte, die Preußen in den Jahren nach den napoleonischen Kriegen prägte, beeinflussten sowohl Europa als auch Amerika stark. Das amerikanische öffentliche Schulsystem sowie unser Universitätssystem wurden bewusst dem preußischen öffentlichen Schulsystem und dem Universitätssystem nachempfunden. Deutschland wurde von der Welt als Lernzentrum, für seine Hochkultur und für seine Leistungen auf allen Gebieten bewundert; aber auch für seine Kultur der Ehrlichkeit, der harten Arbeit, der Ordnung und der Sparsamkeit, die es selbst auf der untersten Ebene der Gesellschaft gab.

      Britische Gelehrte und Journalisten hatten im gesamten 19. Jahrhundert eine sehr positive Einstellung zu allem Deutschen, einschließlich ihrer Geschichte, Kultur und Institutionen. Der hochangesehene Cambridge-Historiker Herbert Butterfield äußerte sich ausführlich zu der hohen Wertschätzung Großbritanniens für Deutschland:

      „In England herrschte einst die Ansicht, die deutsche Geschichte sei vor allem die Geschichte der Freiheit, denn es handelte sich um eine Geschichte, die Bund, Parlament, autonome Städte, Protestantismus und ein von deutschen Kolonien in den slawischen Osten getragenes Freiheitsgesetz. In jenen Tagen galten die lateinischen Staaten als kongenial für den Autoritarismus und hielten am Papsttum in Italien, an der Inquisition in Spanien und an den bonapartistischen Diktaturen im militaristischen Frankreich fest. Die Umkehrung dieser Auffassung im 20. Jahrhundert und ihre Ersetzung durch die allgemeine Meinung, Deutschland sei seit jeher der Angreifer und Feind der Freiheit gewesen, wird zweifellos eines Tages Gegenstand der historischen Forschung sein, zumal es so eng mit einer Veränderung der britischen Außenpolitik zusammengefallen zu sein scheint… Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, als die Geschichtswissenschaft in England bei Männern wie Acton und Maitland ihren Höhepunkt erreichte, können Worte kaum die Bewunderung für Deutschland – und die überzeugte Anhängerschaft – beschreiben, die es unter englischen Historikern gab.“

      Ende des Auszugs

      Was ist mit den Deutschen zwischen 1905 und 1914 passiert?

    • Zitat Ancastor.gardian: „…sind sie nicht total berechenbar?“

      Ja, das sind sie, in der Tat. Doch dazu ist es erforderlich, sich aus dem Misthaufen, der aus massenmedial verbreiteter Hass- und Lügenpropaganda besteht, der über einem ausgeschüttet wurde, wieder zurück an die Oberfläche durchzuarbeiten.

      Doch der Aufwand, der nun einmal von jedem Einzelnen betrieben werden muss, da er ansonsten nur die Möglichkeit hat, gemäß seiner jahrelangen Konditionierung – wie ein Pawlowscher Hund, dem man das Glöckchen geläutet hat – zu denken und sich zu verhalten, wird sich lohnen.

      Nimmt man diesen Aufwand jedoch auf sich – und die Ausrede, doch keine Zeit zu haben, kann nicht gelten, denn jeder von uns hat nur 24h pro Tag, es ist also nur eine Frage der Prioritäten – dann wird man erkennen, dass eben nicht Arbeit oder Geld frei macht, sondern Wahrheit!

      Und die Wahrheit ist die Grundlage der Freiheit!

      Wahrheit
      „Ist der mit Gründen einlösbare und insofern haltbare Geltungsausspruch über einen Sachverhalt. Die Wahrheit ist die Grundlage der Freiheit. Sie wird verletzt vor allem vom Lügner, Fälscher, Hochstapler und Betrüger.“
      Gerhard Köbler – Juristisches Wörterbuch – Für Studium und Ausbildung, 15. Auflage

      Freiheit
      „Ist allgemein die Möglichkeit der uneingeschränkten Entfaltung. Ihre geistige Voraussetzung ist die (vom Lügner unredlicher Weise verlassene) Wahrheit ([lat.] in veritate libertas) …“
      Gerhard Köbler – Juristisches Wörterbuch – Für Studium und Ausbildung, 15. Auflage

      Und lassen Sie sich von der Formulierung „…der uneingeschränkten Entfaltung…“ nicht ängstigen. Sie sollten die Freiheit eher begreifen, wie Jean-Jacques Rousseau sie beschrieb:

      „Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.“

      Menschenwürde
      „(Art. 1 I GG) ist der innere und zugleich soziale Wertanspruch, der dem Menschen um seinetwillen zukommt. Die Menschenwürde besteht darin, dass der Mensch als geistlich-sittliches Wesen von Natur darauf angelegt ist, in Freiheit und Selbstbewusstsein sich selbst zu bestimmen und in der Umwelt auszuwirken. Die Menschenwürde ist unantastbar. Daraus folgt, dass einerseits die Würde des Menschen nach der Verfassung der höchste Wert und damit der Mittelpunkt des Wertesystems ist und andererseits der Staat ausschließlich um des Menschen willen da ist und Verletzungen der Menschenwürde verhindern muss. Art. 1 I GG ist eine objektive Verfassungsnorm, die sich in der Form einer modal ausgerichteten Generalklausel als Verhaltensnorm an alle richtet, die aber dem Einzelnen kein subjektives Recht gewährt. Ihren Kern bildet der Schutz vor Tabuverletzungen. Eine ihrer wichtigsten Ausprägungen ist das allgemeine →Persönlichkeitsrecht. Die Menschenwürde ist auch ein allgemeiner Grundsatz des Gemeinschaftsrechts der Europäischen Union.“
      Gerhard Köbler – Juristisches Wörterbuch – Für Studium und Ausbildung, 15. Auflage

      Lassen Sie sich hier nicht von der Formulierung „… nach der Verfassung…“ täuschen, „nach“ bedeutet hier nicht „gemäß“ sondern tatsächlich „danach“, also im Sinne von „zuerst die Verfassung, danach die Menschenwürde“. Doppeldeutigkeiten dieser Art sind ein Mittel, das sie verwenden, um uns zu täuschen.

      Denn das, was der Mensch ist, lebendiger Geist, ist nun einmal nicht tastbar. Deshalb steht da ja auch „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Wir sollten nur langsam begreifen, was dies bedeutet.

      „Vergiss die Idee, Jemand zu werden – du bist schon ein Meisterstück. Du kannst nicht verbessert werden. Du musst es nur erkennen, realisieren.“
      Osho

    • Hallo Oliver

      danke für deine zitierten Rechtsdefinitionen!

      Zur Menschenwürde ("der Mensch als geistlich-sittliches Wesen" dh. das Recht kennt diese Rolle in einer Art `Moralen Person ; ) ) möchte ich gerne die Definition der Sittlichkeit ergänzen:

      "Sittliches Verhalten ist das auf das Gute um seiner selbst willen gerichtete Verhalten. Die Ausrichtung am Gewissen und am Guten unterscheidet die Sittlichkeit vom Recht."
      Gerhard Köbler – Juristisches Wörterbuch

      Man kann `im Recht` nachlesen, das sich Sittlichkeit (Moral, Ausrichtung am Guten und am Gewissen) vom Recht unterscheidet … ups

      GILT eine Pflicht wider dem EIGENEN Gewissen?
      kann man dann `recht` gut für sich selbst beantworten … ; )

      Was wäre, würde Würde Sein sein?

      Viele Grüße in die Runde

    • Ja, das Recht ist schon ein ziemliches Biest!

      Fiktion (Erdichtung)
      "Ist der Rechtssatz, der eine in Wahrheit nicht bestehende Tatsache als bestehend behandelt. Sie kann im Gegensatz zu einer gesetzlichen →Vermutung nicht durch Gegenbeweis entkräftet werden."
      Gerhard Köbler – Juristisches Wörterbuch – Für Studium und Ausbildung, 15. Auflage

      Hiermit wird natürlich Willkür Tür und Tor geöffnet. Und das mit Recht, welch Ironie!

      Und uns wird doch ständig vorgebetet, dass wir in einem Rechtsstaat leben. Vielleicht können Sie aus obiger Definition ableiten, wobei es sich bei Rechtsstaat tatsächlich handelt. Nehmen SIe die Definition der Sittlichkeit, die rhabarbeer ergänzend geschrieben hat, dazu, sollte obige Definition nicht ausreichen.

      Grüße zurück rhabarbeer.

    • Hallo Oliver

      nach meiner Wahrnehmung ist es ein `Rechtsstaat` und eben auch nicht mehr ; )
      dh. wie im Begriff Fiktion erläutert, eine in Wahrheit nicht bestehende Tatsache, die als bestehend behandelt wird und daher nicht durch Gegenbeweis entkräftet werden kann.

      Und dass ist auch gut so, solange das `Biest` in uns selbst noch nicht durch EIGENEnase gebändigt wird ; )
      … zb in dem sie sich wieder ihrer Sittlichkeit bewusst wird und sich an dieser und dem Guten um seiner selbst willen ausrichtet … eben die unantastbare Menschenwürde aus dem Konjunktiv holt.

      das interessante: diese Option sieht das Recht sogar selbst vor … so zusagen `vorgeschrieben` ; )

      Viele Grüße in die Runde und Freude beim Spiel mit den selbstgewählten Perspektiven

    • Ich wollte mit der Erwähnung des Rechtssatzes der Fiktion darauf hinweisen, dass das Recht, indem es „eine in Wahrheit nicht bestehende Tatsache als bestehend behandelt“, die Lüge als Wahrheit behandelt. Denn was bedeutet es anderes als eine Lüge, wenn man etwas so betrachtet, als ob es sei, obwohl es gar nicht ist.

      An Ihrer Beschreibung, rhabarbeer, die in die Richtung eines Albert Schweizer Zitats tendiert…

      „Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.“
      Albert Schweizer

      …habe ich aber auch nichts auszusetzen.

    • hallo oliver

      auch mir geht es nicht ums `auszusetzen` … ; )

      nur ergänzen …

      ja, es kann sein, das im/mit Recht auch eine `Lüge als Wahrheit` behandelt wird, aber der Begriff Fiktion und dessen Erklärung weißt für mich eher darauf hin, das eben in einem Rechtsatz benutzte Worte und Definitionen eben nur erdacht sind und nur `schriftlich` existieren und nur durch die vom Recht vermutete Identifikation mit diesem Rechtssatz in die Realität getragen wird
      … und diese Vermutung wäre natürlich auch durch Gegenbeweiß zu entkräften.
      ; )
      ich weiß, nah an der Kümmelspalterei aber sie hilft, die `Spreu vom Weizen` zu trennen

      Vergleich: Ist eine Blume eine Blume weil sie Blume genannt wird und könnte man durch Gegenbeweiß dies entkräften und zeigen, sie ist eine Bumel … wohl kaum, es wäre die gleiche `fiktive Ebene` … aber falls jemand `kommen würde` und dir die Pflicht `zuschreiben` würde, du müsstes dich damit identifizieren, das dies Ding eine Blume IST kannst Du diese Vermutung getrosst mit Gegenbeweis entkräften: nein Danke, entsprich nicht meiner Wahrnehmung oder eben auch nicht meinem (Ge-)Wissen ; )

    • Hallo rhabarbeer,

      „auszusetzen“ war vielleicht nicht ganz glücklich gewählt, ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass man es auch auf Ihre Weise betrachten kann.

      Ich verstehe, was sie damit sagen wollen. Alles (Vor-) Geschriebene sind die Denk- und Sichtweisen von Menschen, die nicht zwangsläufig mit Ihren (und meinen) Denk- und Sichtweisen zu tun haben müssen. Und dennoch wird verlangt, sich an die (vor-) geschriebenen Denk- und Sichtweisen strengstens zu halten, obwohl sie ggf. gegen die eigene Moral/Sittlichkeit verstoßen. Und dass dieses Verlangen keinesfalls legitim sein kann.

      Damit rennen Sie bei mir offene Türen ein!

      Man kann sich in dem Zusammenhang auch mit dem Unterschied Mensch – Person auseinandersetzen. Gibt es einen? Wenn ja, worin besteht er?

      Oder der Frage, was ist der Unterschied zwischen Identifikation und Authentifikation?

      Alles interessante Fragen.

      Man wird um Haarspalterei oder Kümmelspalterei, wie Sie es nennen, nicht herumkommen, da man ansonsten die Doppeldeutigkeiten nicht herausfinden können wird.

      Beispiel:
      Alle Macht geht vom Volk aus.

      Was bedeutet das?
      Die Macht kommt vom Volk, das Volk stellt quasi die Quelle der Macht dar?
      Oder ist das Volk eine Vermutung der Macht? So wie bei „Ich gehe davon aus, dass morgen schönes Wetter ist“?

    • Hallo Oliver

      100 % dakor!

      … den lieben Joe brauch ich dann wohl gar nicht erwähnen ; )

      … und ich bleibe gerne beim `Du`

      … von Mensch zu Mensch

      Guten Morgen und viele Grüße auch in die Runde

    • noch als Ergänzung:

      hier hatte ich als Kommentar an Jochen Mitschka
      …Link… https://kenfm.de/standpunkte-von-jugoslawien-bis-venezuela-teil-1/#comment-158182
      den gleichen Kontext betrachtet
      und auch den lieben joe schon öfters mit erwähnt zb
      …Link… https://kenfm.de/tagesdosis-24-7-2019-das-muenchhausen-prinzip/#comment-165933

      (leider hat kenfm die html-Funktion für die Antworten entfernt, sodass die damals enthaltenen Links nicht mehr vorhanden sind)

      Viele Grüße in die Runde

  3. Wollen die Lämmer denn raus aus der Herde, wo der böse Wolf wartet?
    Der Schäferhund zeigt mir den Weg, bringt mir Orientierung, zeigt mir meine Grenzen auf.
    Wenn ich den Mut hätte, auf eigenen Füßen zu stehen, würde ich es ja tun und keine Artikel vom Lenz lesen. Dann würde ich mir meinen Wanderschuh schnüren und die Welt erkunden. Ich wär so frei.
    ….weil's aber nicht kann sein, bleib ich zu Haus. Bin nun mal kein Wandervogel….

  4. Hallo Herr Lenz,

    vorab möchte ich erwähnen, dass ich denke, dass Sie das Herz am rechten Fleck haben und Ihre Absichten gute Absichten sind, einfach um vorzubeugen, dass vielleicht etwas in den falschen Hals rutscht.

    „…beklagt man lieber die Wirkung, als die Ursache…“, was das Ziel der Political Correctness darstellt. Ross und Reiter dürfen nicht mehr benannt werden. Selbst wenn Sie wissen oder auch nur vermuten, was die Ursache ist, sprechen dürfen Sie in der Öffentlichkeit darüber nicht. Ansonsten werden Sie in eine entsprechende Diffamierungsschublade gesteckt und auf dem massenmedialen Scheiterhaufen verbrannt. Noch sind es nur mediale, verbale Scheiterhaufen. Bei der Entwicklung, wie ich sie wahrnehme, warte ich jedoch täglich darauf, dass sie im Stadtzentrum oder auf dem Dorfplatz aufgestellt werden, und die ersten Menschen physisch brennen. Psychologische „Therapie“ ist ja bereits angedacht.

    Zum Thema Psychotherapie antworte ich mit Sigmund Freud:

    „Bevor Sie bei sich selbst eine Depression oder Antriebsschwäche diagnostizieren, stellen Sie sicher, dass Sie nicht komplett von Arschlöchern umgeben sind.“
    Sigmund Freud

    Wer sich dennoch erdreistet, zumeist im Internet, der massenmedial verabreichten Sichtweise – am besten noch mit Fakten, ja wo kommen wir denn da hin – zu widersprechen, der wird dann vom Netzwerkdurchsetzungsgesetz (was für ein Wort) ganz einfach wegzensiert. Selbstverständlich nur zum Schutz der Allgemeinheit vor „Hasskommentaren“.

    Wobei es sich um „Hasskommentare“ handelt, entscheiden dann die Philanthrop*innen von z.B. der Amadeu Antonio Stiftung, Menschen vom Schlage einer Anetta Kahane oder Julia Schramm, die ihre Menschenfreundlichkeit mit „Sauerkraut – Kartoffelbrei – Bomber Harris, Feuer frei“ klar unter Beweis stellte – Kommt es nur mir so vor, dass man damit den Bock zum Gärtner gemacht hat?

    Ob es sich bei allem Gelöschten tatsächlich um „Hasskommentare“ handelt oder nur der massenmedial propagierten Sichtweise, die man sich gefälligst kritiklos zu eigen machen soll, entgegensteht – früher hat übrigens mal ein Richter darüber entschieden, was gegen das „Gesetz“ verstößt, die Älteren werden sich daran erinnern – ist mittlerweile doch eher nebensächlich. Stichwort "Rechtsbankrott".

    Mir geht es mittlerweile so, wie in folgendem Zitat beschrieben, von dem ich leider auch nicht herausfinden konnte, von wem es stammt.

    „Manchmal komme ich mir vor, wie in einem Asterix Comic. Umzingelt von den Kollegen Denktnix, Machtnix, Weissnix und Kannnix… Und das Schlimmste ist, ich gehöre auch bald dazu, als Erklärnix, weil das Bringtnix!!!“

    Aber deswegen resigniere ich nicht. Denn mir ist auch klar, dass jeder Einzelne für sich selbst verantwortlich ist. Jeder Einzelne muss mit den Konsequenzen seiner Entscheidungen leben. Die Schuld bei anderen zu suchen oder meinen, sie auf andere abschieben zu können, ist Selbstbetrug. Eine Kollektivschuld gibt es nicht – obwohl man uns dies permanent einzureden versucht.

    Ich versuche mittlerweile auch niemanden mehr unbedingt überzeugen zu wollen. Das ist vergebene Liebesmüh. Die Erfahrung machte ich dutzende und mehr Male. Sie können das ja auch hier in der Kommentarsektion deutlich erkennen. Denn es ist wohl so, wie Galileo Galilei sagte:

    „Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.“

    Deshalb beschränke ich mich auf das Darlegen meiner Sichtweise, auf Buchtipps oder andere Anregungen bzgl. Themen, mit denen mein Gegenüber sich einmal befassen könnte, um eine andere Sichtweise kennenzulernen. Ob er das dann tut oder nicht, kann ich nicht beeinflussen und liegt auch nicht in meiner Verantwortung. Für solche Leute gilt dann meiner Meinung nach:

    „Niemand urteilt schärfer als der Ungebildete. Er kennt weder Gründe noch Gegengründe und glaubt sich immer im Recht.“
    Ludwig Feuerbach

    Oder:

    „Mit dummen Menschen zu streiten ist wie mit einer Taube Schach zu spielen. Egal wie gut du Schach spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen.“
    Autor ist mir nicht bekannt

    Wobei ich nicht von dummen Menschen, sondern eher von rechthaberischen Menschen, sprechen würde. Denn ich denke:

    „Jeder Mensch ist klug – die einen vorher, die anderen nachher.“
    Voltaire

  5. Ergänzend:

    Die Sozialwissenschaft war schon mal viel weiter

    Die Sozialwissenschaft war schon mal viel weiter. Sie kennt die beiden ehemaligen Staaten auf deutschem Boden und die zwei Gesellschaften, die sich in ihnen entwickelten. Kritische Soziologen wissen daher um eine gesellschaftliche Differenz, die auch nach 30 Jahren deutscher Einheit immer noch von Bedeutung ist. Noch heute wird Fremdenfeindlichkeit im Osten anders wahrgenommen als im Westen. Das hat Gründe, die längst analysiert sind. Eins ist aber wichtig. Im Osten wird Fremdenfeindlichkeit als ein unberechtigter Vorwurf aus dem Westen verstanden. Menschen aus dem Westen sind wiederum häufig entsetzt darüber, wie abwertend Ostdeutsche über Ausländer und Migranten reden. Dieses Unverständnis wird durch Pauschalurteile wie des Soziologen auf Spiegel Online weiter verstärkt. Man werde per se als rechtsradikal abgestempelt, heißt es oft. Dieser Satz wird von den Ostdeutschen häufig auch dann nachgeschoben, wenn man sie nach ihrer Haltung zur AfD oder zur Migration befragt. Dieses Verhalten hat viel mit einer spezifischen Perspektive des Westens zu tun, die über die Herstellung von Öffentlichkeit in beiden Teilen des Landes sehr einheitlich verbreitet wird.

    Der Prozess der deutschen Einheit ist für die Menschen im Osten mit tiefgreifenden, ja traumatischen Umwälzungen, in jedem Fall aber mit einer beispiellosen Deindustrialisierung und Entwertung ihrer Biografien verbunden. Ein Großteil der kulturellen Strukturen, wie Verlage, wurden ebenso abgewickelt oder durch Westfirmen übernommen. Der Kabarettist Volker Pispers hat dies in einer seiner letzten Pointen vor dem Bühnenruhestand einmal angedeutet. Die Zeitung mit den meisten Abonnenten in der DDR, die Chemnitzer Freie Presse, wurde von Kanzler Kohl an der Treuhand vorbei der Familie Schaub in Ludwigshafen zugeschlagen, analysierte Pispers. „Ludwigshafen, Oggersheim, muss ein Zufall sein, ist eine Verschwörungstheorie“, spottete er in seinem Stück über die Struktur der westdeutschen Medien. Er sprach auch von den reichen Familien, die weder Schießbefehl noch Mauer bräuchten. Sie hätten den Stacheldraht mit ihren Medien erfolgreich durch die Köpfe der Menschen gezogen.
    (…)
    Unterdrückung von Sozialpolitik

    Der Soziologe Yendell im Spiegel-Interview, aber auch der Bundestagsabgeordnete Movassat bedienen dagegen nur einen Reflex, ein bestimmtes Narrativ, statt der viel interessanteren Frage nachzugehen, welche Funktion die Stigmatisierung der AfD durch den scharfen Faschismus-Vorwurf eigentlich erfüllt. Er verdeckt ein weiteres Mal die inhaltliche Nähe der sogenannten Alternative für Deutschland zu den anderen Parteien, die sich immer noch gern in der Mitte der Gesellschaft verorten, obwohl sie in Wirklichkeit schon längst mehrere große Schritte nach rechts unternommen haben. Was die AfD und die von ihr geschmähten „Altparteien“ verbindet, ist die neoliberale Grundausrichtung, die durch die weitgehende Ablehnung und Schleifung des Sozialstaats gekennzeichnet ist. Diese frappierende Ähnlichkeit in der politischen Ausrichtung zu benennen, ist aber ein mediales Tabu. Die NachDenkSeiten hatten sich bereits im Jahr 2017 der Herausforderung gestellt und eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Programm der AfD vorgenommen.

    Ein weiteres Mal wiesen die NachDenkSeiten darauf hin, als es um eine Einordnung der sozialpolitischen Ansätze in der AfD ging. Die Partei arbeitet gerade im Osten mit Konzepten, die teilweise von den Linken übernommen worden sind und stößt damit recht erfolgreich in ein politisches Vakuum vor, das die progressiven politischen Kräfte auf der linken Seite hinterlassen haben, weil sie eben die AfD nicht inhaltlich stellen, sondern nur mit plumpen Faschismusvorwürfen überziehen wollen. So kann die AfD gerade auch in den Bevölkerungsschichten große Erfolge feiern, die auf einen funktionierenden Sozialstaat dringend angewiesen sind. Der Bedarf an einer anderen Sozialpolitik ist also erkennbar hoch, wird aber durch die etablierten Parteien gar nicht maßgeblich thematisiert, weil ihnen der Ausschluss der AfD aus dem Kreis der Demokraten und, noch schärfer, die Stigmatisierung der AfD als faschistische oder rechtsradikale Partei viel wichtiger ist.

    Für die Anhänger der neoliberalen Agenda ist dieser Prozess geradezu ein Geschenk, weil sie die berechtigte Forderung nach einer Änderung der Sozialpolitik in Zukunft als AfD-nah brandmarken können. So gesehen ist es nur folgerichtig, wenn eine durch den Westen dominierte Öffentlichkeit das Wort Faschismus als Vorwurf möglichst häufig bemüht, um auch weiterhin eine dringend notwendige Kehrtwende in der Sozialpolitik unterdrücken zu können. Parteiprogramme werden unter diesen Bedingungen gänzlich überflüssig, Analysen von Wahlniederlagen ebenso, denn entscheidend bleibt der Kampf „gegen den Faschismus und für die Demokratie“. Es bedarf nur noch des Aufrufs, die AfD zu verhindern, um eine gemeinsame Identifikationsgrundlage zu schaffen, der man sich eben anschließt oder nicht. Die Spaltung der Gesellschaft wird dadurch weiter verschärft, weil die ostdeutsche Perspektive eben eine vollkommen andere ist. Dazwischen zerrieben wird auch der zentrale Konflikt unserer Zeit, die sich immer weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich. Wer darauf hinweist, hat es künftig noch viel schwerer, da sich ein Protest gegen die herrschenden Verhältnisse leicht als „rechtsradikal“ delegitimieren lässt.

    Quelle:
    Spezielle Ost-Soziologie oder der neue Trick des Neoliberalismus

    30. Oktober 2019 um 11:11 Ein Artikel von André Tautenhahn | Verantwortlicher: Redaktion

    Nach dem starken Abschneiden der AfD bei der Landtagswahl in Thüringen herrscht die weitverbreitete Meinung vor, dass der Osten ein massives Nazi-Problem habe. Nach der jüngsten Landtagswahl werden die Wähler der AfD selbst zu Tätern gemacht. Sogar mit Hilfe von Soziologen, obwohl deren Disziplin als physique sociale im revolutionären Frankreich des 19. Jahrhunderts einst das Licht der Welt erblickte. Sie war damals nötig geworden, um die ungeordneten Verhältnisse zu durchdringen und aus der Erkenntnis über die Funktionsweise der Gesellschaft ein Herrschaftswissen zu formen, das brauchbare Empfehlungen für ein vernünftiges politisches Handeln bietet. Heute ist es umgekehrt. Die professionalisierte Sozialwissenschaft ordnet sich den herrschenden Verhältnissen unter, lässt sich von ihnen instrumentalisieren und leistet damit einen Beitrag zur weiteren Spaltung der Gesellschaft. Von André Tautenhahn.
    (NachDenkSeiten)

    Es ist sehr gut erkennbar, wie die verschiedenen Sub-Mechanismen des Kapitalismus, hier am Bsp. Faschismus-Neoliberalismus, einander befördern. Die Mechanismen kapitalistischer Machtausübung sind, wie im Artikel der NachDenkSeiten erwähnt, nicht beschränkt durch Parteigrenzen. Der sichtbare politische Betrieb, die Politikdarsteller, einige wurden von Herrn Lenz erwähnt, spielen in diesem Theater eine vorangestellte Rolle. Das Stück wird eine Ebene darüber geschrieben und eine weitere Ebene darüber beauftragt.

  6. Sehr geehrter Herr Lenz!
    Schön, daß Sie das aussprechen, aber neu ist das nicht. Bekanntlich ist es besser in der bekannten Misere zu leben als im unbekannten Paradies. Änderung produziert Angst. Und wenn man jetzt ganz, ganz fortschrittlich ist, dann ist man schon bereit mal 2 h pro Woche etwas zu tun, was so aussieht als wäre es in Richtung Änderung ist aber keine.
    Die Physik ist wohl nicht auszuhebeln. Eine Änderung tritt erst ein, wenn 2 bis 3% der Masse die Änderung wirklich wollen. Und wir sind von einem Prozent sehr weit entfernt. Schade nur, daß die, die aktiv für wirkliche Änderungen eintreten unter der Diktatur der blöden Masse leiden müssen. Ist aber nicht ganz so schlimm. Denn die, die wirklich für Änderungen sind, denen geht es auf Grund ihrer Intelligenz, Empathie, Tatkraft und dem Vertrauen in das wirklich Ganze und damit in sich selbst in der Regel nicht schlecht, eher gut. Aber die Masse weiß das nicht und will es weder wissen noch glauben. Und daher gehts wohl seit 5000 Jahren oder länger bergab.
    Nichtsdestotrotz vielen Dank für ihren guten Kommentar

  7. Lieber Rüdiger Lenz

    danke! wiedermal

    "… aber vor allem: Du machst nicht mehr mit."

    … bei allem, was sich zb auch als (zugeschriebene) Pflicht wider dem EIGENEN Gewissen offenbart, und glaubt / reklamiert, es wäre doch `gültig` …

    ; ) nein DANKE!

    und viele Grüße in die Runde

  8. Vielen Dank, lieber Rüdiger, für diesen er-lösenden Text, der in meinen Augen genau das Richtige benennt. Es ist zwar wichtig, dass wir wissen – und vor allem FÜHLEN, was auf diesem Planeten so im Prinzip an Machenschaften läuft. Da ist auch durchaus noch Luft nach oben, denn Vieles grundlegend Böse wird auch bei den sogenannten Aufgewachten noch nicht betrachtet. Die Abscheulichkeit zum Beispiel satanistischer Riten schützt sich durch ihre Unerträglichkeit selbst, denn damit wollen wir uns nicht befassen.
    Aber viel wichtiger, als alle globalen Details zu kennen, sind die lokalen Lösungen, die immer bei uns selbst anfangen. "Wenn jeder fegt vor seiner Tür, ist rein das ganze Stadtquartier". Bei uns selbst anfangen heißt für mich: Ich muss die Manipulationen, die mich dazu bringen, diesen ganzen Quatsch hier mitzumachen, in meinem eigenen Denken und Fühlen aufspüren, und mich sozusagen selbst umprogrammieren. Solange ich selbst an meine Ohnmacht glaube und zwar meckere, aber weiter mitmache in Konsum, Umgang mit Geld und Ressourcen, Sozialverhalten, werde ich noch in 100 Jahren fordern, dass "die da oben" endlich was ändern. Wenn die Welt tatsächlich ein Hologramm ist, funktioniert Veränderung nur durch die Bewusstseinsveränderung der Einzelnen.

    • Dem stimme ich zu, jeder ist geftagt, jeder einzelne Mensch. Steigt das Bewusstsein auf Erden, lösen sich die Probleme auf. Der Nährboden für das Satanische wird entzogen. Wir brauchen Seiten wie Kenfm und andere.

    • " ……. schützt sich durch ihre Unerträglichkeit selbst, denn damit wollen wir uns nicht befassen."

      Das gilt absolut nicht nur für satanische Kreise und die Berichterstattung darüber!
      Es gibt so viele Themen die auch von den sog. alternativen Presse nicht aufgegriffen werden aus Angst als Spinner und Verschwörungstheoretiker Medium bezeichnet zu werden oder nicht intellektuell genug zu sein. Daher wird meist nur in der selben Suppe endlos gerührt (FfF) aber über den Tellerrand hinaus blicken ist nicht angesagt. Doch sehr positiv ist das seit ca. 2 Jahren fast alle alternativen Medien bissiger und deutlicher im Ton geworden sind, wo man bisher sich nur vorsichtig und tastend bewegt hat. Ich freue mich über eine Vielfalt an breiter Information und überlasse es dann mir daraus Schlüsse zu ziehen. So schön sie auch ist, eine Mehrheitsmeinung betrachte ich immer kritisch. Die wenigen da oben können das "Spalte und Herrsche" Spiel nur deshalb machen weil die Meisten, die gut informiert sind und nicht "Bild die eine Meinung" lesen das Durchschauen können, die Besserverdiener und Intellektuellen, das aber gerade alles willfähig mitmachen was von Oben kommt. Geld und Karriere stinkt ja bekanntlich nicht!
      Für viele Andere gilt der Satz von David R. Precht:
      "Je schlechter ich informiert bin, desto leichter ist es eine klare Ansicht über die Welt zu haben"

      Ja, ich lache auch bei "Der Anstalt", frage mich aber wem diese Sache letzendlich dient und warum diese Sendung evtl. noch toleriert wird und stoße auf V. Pispers Worte. Ja, ich war im Widerstand, hier meine Sammlung der Kabarett Eintrittskarten. Sind die Alternativen auch nur eine Eintrittskarte?
      Was das ehem. Ostdeutschland aber auch die Gesamtsituation angeht hier ein Link.
      Palais.Gespräch Prof. Mausfeld, Kreuzkirche Dresden "Warum schweigen die Lämmer?" 30 Jahre Mauerfall

      Link: youtube.com/watch?v=mXnJGTg-amI

  9. Lösungen sind unbequem, sonst würden sie gelebt.

    Wie aus dem Nichts ist das Elend emporgestiegen. 😀
    Schön formuliert! Aber mit wording haben wirs doch schon länger. Der Krieg war ja auch "ausgebrochen". Als ob nur ne Tür nicht richtig zu gewesen wär…

    Zitat: "Es ist schlichtweg Propaganda zu behaupten, die Deutschen seien wieder zu Nazis erwacht"

    Ehm… Herr Lenz… Wann waren Sie das letzte mal außerhalb ihrer Blase unterwegs? Gehen Sie doch mal raus und unterhalten sich mit dem Normalbürger. Da fallen Sätze, von völlig normalen Menschen, dass einem schlecht wird.
    Nee sorry, das ist keine Propaganda. Das ist Fakt und sowas von widerwärtig, dass Events wie Kirmes oder 80ste Geburtstage für mich in Zukunft ausfallen. Wenn ich solche Leute (was ja völlig richtig ist) als Menschen sehe, dann… dann sind mir Steine lieber!

    • "Lösungen sind unbequem, sonst würden sie gelebt."
      Tatsächlich leben wir viele Lösungen, meist ohne es überhaupt zu bemerken uns staunen gelegentlich, dass andere damit Schwierigkeiten haben.
      Probleme hat der Mensch nur mit dem, was er noch nicht kann, noch nicht gelernt und angesehen hat. Es wird ihm zum Stein des Anstoßes, damit er weiß, wo er noch arbeiten muss. Man kann seinen eigenen Schatten eben nur indirekt sehen.
      "Ein Falschfahrer? Ha! Dutzende!"

    • Naja, es ist ja wirklich unbequem. 😉 Am Anfang schon. Nicht mehr mitmachen (mach ich jetzt seit 7 Jahren) ist erstmal ne heftige Umstellung. Kein Trost mehr durch neue Schuhe und andere nette Ablenkungen. 😉 Einkaufen muss man generalstabsmäßig planen usw usw.

      Und ich gestehe… Ich hab schon manchmal Sehnsucht nach diesem widerlich-leckeren Zeugs vom Ami. 🙂

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