Tagesdosis 31.1.2018 – 2128: denn sie wissen nicht, was sie tun (Podcast)

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Wofür steht diese Zahl? Entstammt sie einem wichtigen Ereignis aus der Numerologie? Sind das die neuen Kilokalorien für einen Erwachsenen, die er pro Tag zu sich nehmen sollte? Nein, allessamt Fehlanzeige.

2128 minderjährige Soldaten waren im letzten Jahr in der Bundeswehr. Auf Bento.de heißt es dazu, Zitat Anfang: Das Verteidigungsministerium argumentiert, dass es völlig selbstverständlich sei, auch Minderjährige anzusprechen. Der Großteil der Schulabgänger sei unter 18.
Die Zahl von 2128 minderjährigen Rekruten löste aber eine hitzige Debatte aus: Ist eine Ausbildung beim Bund wirklich wie jede andere? Und sollten Minderjährige dem entsprechend aufgenommen werden, als wäre Soldat ein Beruf wie jeder andere?
Ist man mit 17 reif genug, sich für eine Ausbildung zu entscheiden, bei der auch das gezielte Töten von Menschen Teil des angestrebten Berufes sein kann?
„Minderjährige in der Bundeswehr, das muss die Ausnahme sein“, fand sogar der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hans-Peter Bartels. Und die Linken-Politikerin, die die Zahlen angefragt hat, Evrim Sommer, meint: „Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat offenbar keine Skrupel, die Nachwuchsgewinnung immer weiter vorzuverlegen.“ (RP Online) Auch Friedensinitiativen der Kirche kritisieren die Entwicklung.
Die Bundeswehr sieht hingegen kein Problem. „Diese Ausbildung steht vollständig im Einklang mit den internationalen Abkommen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen“, so die nüchterne Auskunft einer Sprecherin auf bento-Anfrage. Zitat Ende.

Liest man den Text weiter, so wird klar, dass es den Minderjährigen hauptsächlich darauf ankommt, dass sie es als ein Abenteuer verstehen, dass sie dort ernster genommen werden, als bisher in der Zivilgesellschaft.
Von Bedeutung zu sein, wichtig und ernst genommen zu werden, das wird den meisten Minderjährigen und Jugendlichen ja schon von Beginn des Schulunterrichtes abgenommen. Auch die elterliche Erziehung ist in den meisten Fällen eher ein Abrichten und Konditionieren auf die Anforderungen des Systems, als ein Wecken von Potenzialität in den Kindern, den Minderjährigen und Jugendlichen, damit sie später in freiere Entscheidung ein Leben nach ihrer Wahl treffen und sich dafür auch einsetzen können.
Suchen Minderjährige nach Ersatz? Ja, das tun sie und das weiß man im Verteidigungsministerium geschickt auszunutzen.

Für die meisten Menschen innerhalb der Aufklärungsbewegung besteht nur eine Form der sogenannten Matrix. Also der verhüllten Wirklichkeit. Tatsache aber ist, dass es mindestens zwei nebeneinander existierende Formen von Matrizen gibt. Zum einen ist es eine auf politisch-gesellschaftlicher Ebene und zum anderen existiert eine Matrix, die unsere Formen der Wahrnehmung steuert. Sie ist psychologisch gesetzt und die meisten Menschen nehmen sie nicht wahr. Sie erschafft Ereignisse und Welten, die in Wahrheit nicht existieren, aber als existent wahrgenommen und verteidigt werden. In der Mehrheit wird von einer politischen Matrix gesprochen. Ihre Proponenten finden sich im militärisch-industriell-informatischen Komplex. Die andere verdeckte Form einer gänzlich anderen Matrix kümmert sich um unsere Weltbilder und unsere Gabe, diese als einen individuellen Lebensbezug aufzufassen. Man könnte ihn den sozial-psychologischen-Medien-Komplex nennen. Er kümmert sich hauptsächlich um konforme Strukturen der Wahrnehmung. Davon aber an anderer Stelle Ausführlicheres. Ein Aspekt von ihm ist das Rekrutieren von Minderjährigen in den Prozess der Verteidigungsarmeen. Auch zu meiner Zeit, Anfang der 1980er Jahre, warb die Bundeswehr mit Ausbildungen, Führerscheinen und Abenteuern. Das ist also nicht neu. Neu ist aber der Bruch mit der kompletten „Nie wieder!-Verpflichtung nach 1945“. Damit war in der BRD auch die ehemalige Struktur der Wehrmacht gemeint. Denn diese hatte Minderjährige und Kinder zum Dienst an der Waffe, wie das beschönigend heißt, gelockt.

Seit der Merkel-Regierung gibt es Brüche zu Einstellungen gegenüber dem Soldatenberuf, wie es sie bis einschließlich Helmut Kohl nie gegeben hat. Es war Usus in allen Bereichen der Gesellschaft, dass es deutsche Soldaten nur zu Hilfszwecken geben darf. Der Dienst an der Waffe darf zwar geübt, jedoch nicht durch einen Kriegseinsatz verifiziert werden. Deutschland hatte von den beiden Weltkriegen quasi die Schnauze gestrichen voll. In meiner Generation war das sogar Teil des Schulunterrichts. Ferner wurde uns in der Schule beigebracht, dass das Grundgesetz der BRD nur ein Provisorium war. Eine von den Alliierten überprüfte Struktur für die Gesellschaft nach Hitler, und zwar für Westdeutschland. All das ist wichtig zu verstehen, wenn man den Bruch der Merkelregierung wirklich verstehen will. Denn seit der sogenannten Wiedervereinigung gab es, bis heute, keine Form einer echten Verfassung vom Volk gebilligt und geformt, die das Leben in ganz Deutschland, also nach 1989, wirklich regelt. Es ist ein Bruch der Gründungsväter dieses Grundgesetzes. In ihm hätte auch der Wille des Volkes zur Bundeswehr wie auch zum Eintrittsalter festgesetzt werden müssen. Seit 1989 verfahren die unterschiedlichen Kanzler und die Kanzlerin nach ihrem Gusto mit wichtigen Prozessen in unserer Gesellschaft. Eine Verfassung ist nicht notgedrungen das Festzurren eines Nationalstaates. Ich schreibe das hier, weil ich ahne, welche Kritik nun entstehen wird, welcher Vorwurf und welche Projektionen auf diesen Text niederhageln werden.

Was will ich mit diesem Text sagen? Ich möchte sagen, dass es nicht angehen kann, dass Minderjährige Soldaten werden können. Eigentlich ist auch ein achtzehnjähriger Mensch nicht in der Lage, zu überschauen, was das eventuell für Folgen auf sein weiteres Leben haben kann. Man nimmt extra so junge Leute für den Waffendienst, weil die Erfahreneren im Verteidigungsministerium genau wissen, dass je älter man wird, desto mehr Lebenserfahrung der Einzelne besitzt, desto mehr werden Entscheidungen gegen das Soldatsein von Menschen gefällt. Vor allem Eltern sind zu einem großen Teil gegen den Waffendienst. Würde man in diesem Land darüber abstimmen, ob man Minderjährige in den Wehrdienst schicken sollte, so wäre das die absolute Mehrheit, die sich dagegen aussprechen würde. Und das könnte die Gesellschaft über eine von der Gesellschaft gefassten Verfassung auch so beschließen. Ich betone an dieser Stelle noch einmal, dass ich, der Schreiber dieser Zeilen, kein Freund von Nationalstaaten bin. Nationalismus halte ich für eine künstliche Haltung, weil andere Prozesse im Menschen nicht zur Reife gelangt sind. Heimatliebe hingegen sind vollkommen normale Haltungen und die meisten Menschen besitzen diese Haltung.

Heute wissen immer mehr Menschen, dass eine Verteidigung Deutschlands gar nicht ansteht. Auch in der nahen Zukunft wird niemand dieses Land angreifen und erobern wollen. Die Kriege von heute unterscheiden sich drastischer von denen von gestern. Heute werden Wirtschaftskriege in größeren Bündnissen gepflegt. Die Bösen spielen dann die Rolle eines Adolf Hitlers in den Medien, damit die Masse zum Krieg verführt wird. Alles wird vorgegaukelt und der Böse, so ergibt dann die Recherche, will nicht mehr in US-Dollar bezahlen oder in US-Dollar bezahlt werden. Und das ist bei schwächeren Staatsführern dann ihr Todesurteil. Das ist jetzt eine sehr knappe Beschreibung heutiger Kriege, aber die meisten User hier auf KenFM wissen zur Genüge und sehr detailliert, was der Schreiber damit meint. Das Böse in der westlichen Welt der NATO ist nur eine Schablone, um Rohstoffe zu klauen, damit die Länder der westlichen Welt ihre Währungen möglichst stabil in Bezug auf andere Währungen halten können. Und das ist auch der Grund dafür, dass die Verteidigungsministerin minderjährige Rekruten anwirbt. Deutschland soll Spieler dieses Rohstoffklaus weltweit werden und den Dollar und den Euro damit stärken, damit der Konsummensch unbeschwert seine Güter weiterhin kaufen kann und die Welt in Ordnung bleibt, für die große Masse. Das Weltbild, zu dem der Staatsbürger erzogen wird, soll nicht hinterfragt und weiterhin als Normalzustand für die Eliten über die Politiker hin zu den Lämmern, zum Schweigen der Mehrheit führen. Wahlen sollen das legitimieren. Und wer das tut, der verhilft diesen vielen Gewohnheiten zu ihrem Recht.

Warum begehrt diese Gesellschaft nicht auf, wenn Minderjährige an der Waffe ausgebildet werden? „In Deutschland Österreich und der Schweiz gilt eine Person unter 18 Jahren, also bis zum Eintritt der Volljährigkeit, als minderjährig. Minderjährige stehen unter einem besonderen gesetzlichen Schutz und haben eingeschränkte Rechte und Pflichten.“ So beschreibt es Wikipedia. Im Internet kann man ein Video sehen, in dem die Verteidigungsministerin gefragt wird, ob ihre Kinder an der Waffe dienen. Daraufhin kommt Ursula von der Leyen zu Wort und antwortet lachend: Nein.
Offensichtlich ist sie nicht doof, erwartet das aber von den Menschen in diesem Land, dass sie doof genug sind, ihre Kinder in die Bundeswehr zu stecken.
Was wird mit einem Menschen gemacht, der von Staatswesen her eine Waffe benutzen soll, mit der er dann andere Menschen erschießen soll? Nun, die Antwort ist hart: Dieser Mensch soll zum Mörder werden. Sein Motiv wird erfunden. Normalerweise haben Mörder, wie wir sie uns in der Gesellschaft vorstellen, ein Motiv für ihre Tat. Der Soldat hat keine Beziehung zu seinen Erschossenen und zerfetzten Menschen. Sein Motiv gibt ihm der Staat vor und daher legitimiert ein Soldat seine Taten. Letztlich aber bleibt es das, was es ist: Mord. Und was soll man dazu sagen, wenn man einen minderjährigen freiwillig dazu anleitet, zur Tat befähigt zu sein und im Ernstfall abzudrücken. Jemanden umzubringen, den man gar nicht kennt, zu dem man weder eine Beziehung noch ein persönliches Motiv besitzt, setzt im Nachhinein bei vielen Soldaten eine enorme Anspannung und Verwirrtheit frei. Diese verstärkt bei einigen von ihnen die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), unter der sie dann sehr lange leiden werden. Es ist eines der schlimmsten und nachhaltigsten psychischen Leiden, zu der ein Mensch überhaupt gezwungen wird. Unsere Verteidigungsministerin nimmt dies billigend auch für Minderjährige in Kauf.

Die vielleicht anstehende neue Version der GroKo wird daran nichts ändern. Denn diese will eine europäische Armee. Eine Verfassung, die von keinem Volk der EU-Staaten gewählt wurde, wird dann bestimmen, wer wie alt und wohin rekrutiert wird. Solange in Europa die Kinder, die dort heranwachsen, ohne einen für sie angenehmen Bedeutungsgehalt heranreifen und zum Europa-Bürger mutieren müssen, wird das Gehorchen der Massen, ihr Schweigen und Wegschauen, ihre Ignoranz gegen andere Anschauungen dem Interesse der Eliten auch weiterhin dienen. Wer wählt, falls Neuwahlen anstehen, der wählt nicht diese oder jene Partei. Wer wählt, wählt das System. Jetzt werden sicher wieder viele AfD-Wähler hier zur Wahl der AfD aufrufen. Habt Ihr denn noch immer nicht begriffen, von wem die AfD okkupiert wurde? Ich wähle die Freiheit aller Minderjährigen und will das Selbstdenken aller Menschen fördern. Folge niemanden, lebe dich selbst. 2128 minderjährige beim Dienst an der Waffe sind 2128 zu viel. Es sind ganz gewiss 2128 Gründe, die CDU/CSU und die SPD nicht zu wählen. Denn Kriegsparteien und Kriegssystem sind unwählbar, Basta!

Quellen

http://www.bento.de/future/bundeswehr-warum-sich-minderjaehrige-als-soldaten-melden-2039577/#refsponi
https://www.youtube.com/watch?v=Uhy-b0CBMKQ 

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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