Tagesdosis 31.10.2017 – Eine Farce, ein Fiasko, ein Hohn

Zur (Nicht-)Veröffentlichung der geheimen JFK-Files.

Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

Es ist eine Farce, ein Fiasko, ein Hohn: 25 Jahre hatten Regierungen und Behörden der Vereinigten Staaten Zeit, sämtliche amtlichen Dokumente im Zusammenhang mit der Ermordung John F.Kennedys öffentlich zugänglich zu machen.  Doch was das National Archiv eine Stunde vor Ablauf der Frist am 26.Oktober auf seine Server hochlud, ist nur ein Bruchteil des Materials, das laut Gesetz zum Stichtag vollständig veröffentlich sein sollte. Darunter auch 3100 Dokumente – vor allem aus den Akten der CIA und des FBI – die bis dato noch kein Historiker zu Gesicht bekommen hat. Anders als die Medien über die Veröffentlichung berichten, nach denen nur ein kleiner Teil der JFK-Akten noch zurückgehalten wurde, ist es tatsächlich der größte Teil. Die ersten Forscher haben noch in der Nacht der Veröffentlichung durchgezählt und kamen gerade mal auf 52 Dokumente, die bisher tatsächlich geheim waren, der Rest der Veröffentlichung sind bereits bekannte Akten, die bisher nur redigiert und ohne Namensnennungen verfügbar waren.

Donald Trump hat den Geheimdiensten nun eine Frist von 180 Tagen gesetzt, die Nichtfreigabe der restlichen Dokumente zu begründen – wenn sie allerdings die „nationale Sicherheit“ bedrohen oder Namen noch lebender Personen enthalten, bleiben sie weiter gesperrt. Historikern und Forschern bleibt dann  nur die Möglichkeit, im Namen des „Freedom of Information Act“ vor Gericht zu klagen und diese Begründungen überprüfen zu lassen. Was sie bisher auch schon getan haben, und oft ohne Erfolg – wie etwa Jeff Morley, der seit mehr als zehn Jahren die Freigabe der „Operational Files“ von George Joannides einklagt, einem leitenden CIA-Offizier, der eine Anti-Castro-Studentengruppe in Miami dirigierte. Diese fiel dadurch auf, dass sie schon wenige Stunden nach dem Attentat eine Pressekampagne startete, die Oswald als Kommunisten und Agenten Fidel Castros porträtierte. Da dieser in Dallas noch verhört wurde, öffentlich nichts über ihn bekannt und dies der erste „News“-Fetzen über den vermeintlichen Täter war, landete die Behauptung weltweit in den Medien und legte den ersten Grundstein für die offizielle Legende.

Welche Rolle die CIA bei dieser Medienkampagne spielte könnte die Akte Joannides zeigen – aber sie bleibt weiter gesperrt. Ebenso wie die Akte von William Harvey, dem Attentats-Spezialisten der CIA, die Papiere von David Atlee Philipps, der mit Lee Harvey Oswald vor dem Attentat gesehen wurde oder von E.Howard Hunt, der auf dem Sterbebett vor einigen Jahren ein merkwürdiges Geständnis abgelegt hatte. Was 54 Jahre nach dem Attentat und lange nach dem Tod dieser CIA-Agenten noch so sicherheitsbedrohlich sein soll, dass es für die historische Forschung Tabu bleiben muss, erschließt sich dem gesunden Menschenverstand nicht. Auch das Argument, dass die Geheimdienste oder das FBI kein Interesse daran haben, sich mit Inkompetenz oder illegalen Aktivitäten bloßzustellen, sollte nach einem halben Jahrhundert verjährt sein.

Wäre Lee Harvey Oswald tatsächlich der verwirrte Einzeltäter, als der er im Lexikon steht, wäre das ganze Tarnen und Täuschen schon seit über 50 Jahren unnötig. Dass zum Stichtag der gesetzlich vorgeschriebenen Offenlegung nur eine neue, gigantische Nebelkerze gezündet wurde,  räumt letzte Zweifel aus. Beim Kennedy-Mord geht es um mehr als um einen einsamen Irren, hier geht es um einen „regime change“ von Innen: die Beseitigung eines Präsidenten, der den Vietnamkrieg beenden, den Kalten Krieg stoppen und die CIA in tausend Stücke zerschlagen wollte.

Als Staatsanwalt Jim Garrison 1967 verdächtige CIA-Mitarbeiter aus dem Umfeld von Lee Harvey Oswald angeklagt hatte, brachte die CIA in einem berühmten Memo den Begriff „Verschwörungstheorie“ als Diffamierung für jeglichen Zweifel an der Einzeltäterthese in Umlauf. Der bis dahin neutrale Begriff  wird zu einem Kampfbegriff der psychologischen Kriegsführung.  Und nichts anderes ist diese skandalöse und gesetzeswidrige Teilveröffentlichung der JFK-Akten: sie stiftet weitere Verwirrung statt Aufklärung und sie schürt Verdächtigungen, statt zur Wahrheitsfindung beizutragen. Und sie füttert Spekulationen und Verschwörungstheorien durch Veröffentlichung von Informations-Schnipseln weiter an, statt sie durch vollständige Offenlegung der Fakten endlich zu beenden.

Mehr zum Thema im Buch von  Mathias Bröckers, das im Mai erschienen ist„JFK – Staatsstreich in Amerika“.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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18 Kommentare zu: “Tagesdosis 31.10.2017 – Eine Farce, ein Fiasko, ein Hohn

  1. Das ist alles völlig irrelevant, weil die Wahrheit nie ans Licht kommen wird. Kein Mensch kann sagen wieviel Akten schon geschreddert und geändert oder umgeschrieben wurden. Diese 3100 Dokumente könnten ebensogut um Jahr 2015 gefertigt worden sein. Selbst wenn bewiesen werden könnte das Kennedy vom Gehimdienst oder in dessen Auftrag ermordet wurde – was änderte es? Absolut nichts.

    Wir wissen – und das ist millionenfach bewiesen – das die amerikanische Administration, oder/und der tiefe Staat darüber, oder/und diverse unbekannte wirkliche Machthaber weltweit, die grausamsten und gefährlichsten Menschen für die Menschheit und die Erde sind. Immer unter Bombenführung der USA.

    Was macht es da noch aus, zu wissen wer oder in wessen Auftrag Kennedy wirklich ermordet hat oder ermordet wurde? Das die amerikanischen Geheimdienste mit die größten Massenverbrecher, Mörder, Mordauftraggeber, Völkervernichter, Kriegsverbrecher und und und sind, ist doch jedem Menschen der bei klarem Verstand ist bekannt – und den meisten anderen auch.

    Diese geifernde Lüsternheit nach der Suche der wahren Schuldigen ist dreifach sinnlos.
    1) wird die (ganze) mit Sichheit nie rauskommen
    2) kann und würden die Schuldigen niemals bestraft werden
    3) brächte es die Menschheit keinen Millimeter weiter, selbst wenn alles korrkt offenbar würde

    Es ist und bleibt eine weitere Lüge die mit dem Ermordeten beerdigt wurde.

  2. Klar würde ich mir wünschen, dass Historiker den Zugriff auf brisante Unterlagen erhalten, damit „das Mensch“ ein wenig mehr erfahrenen Umgang pflegt für zukünftige Epochen. Ich erlebe aber in Echtzeit sowas wie Ganser/WTC7, Snowden, Heß Unterlagen usw. Dazu noch die beiden Shredder des BND (links der Gute Shredder-rechts der böse Shredder). Auch wenn mal was bekannt wird, wie wird es denn genutzt? So sind die Vorzeichen vor 1914 und 1939 heute fast die Gleichen, die historischen Unterlagen über damals sind alle weitesgehend auch da, was passiert? Nichts wichtiges. Offensichtlich bringt es nicht viel, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Insoweit kann ich nebenbei mal feststellen: Elvis lebt und was in Vegas ist bleibt auch in Vegas. So, wo ist mein Kaffee……

  3. Zum Begriff: „Verschwörungstheorie“. Für mich ist das ein völlig neutraler, sachlicher Begriff. Und er wird auch immer korrekt angewendet. Ich weiß echt nicht, warum so viele so große Probleme mit diesem Begriff haben. Wenn ich an der offiziellen Version zweifle, und eine alternative Theorie habe, die ziemlich sicher eine Verschwörung impliziert, dann ist das nun mal eine Verschwörungstheorie. Klar, man könnte spitzfindig auch die vermeintlichen Planung der 9/11 Flugzeugentführer als Verschwörung bezeichnen, ich glaube, die meisten denken in solchen Zusammenhängen bei Verschwörung an eine Verschwörung von Mächtigen Leuten, die die Öffentlichkeit desinformieren können und Beweise verschwinden lassen können. Also kann ja sein, aber dann muss man auch dazu stehen: man ist nun mal ein Verschwörungstheoretiker.

    • „Zum Begriff: „Verschwörungstheorie“. Für mich ist das ein völlig neutraler, sachlicher Begriff.“

      Was dieser Begriff für dich ist, das ist nicht von Interesse. Ebenso wie es nicht von Interesse ist, was dieser Begriff für mich ist oder irgendjemand anderen.

      Wichtig ist nur, was dieser Begriff für eine Bedeutung in der Öffentlichkeit hat.
      Und in der Öffentlichkeit hat er die Bedeutung eines Synonyms für Spinner, Querulant, Versager, Alien- und Ufogläubiger, usw…. also jemandem, dem man keine Beachtung schenken sollte, da er nichts kann, nichts ist und nichts für die Gesellschaft taugt und seine Zeit lieber mit sinnlosen und hirnlosen Fantastereien verblödelt.

      Das ist das einzige was zählt, wenn man diesen Begriff jemandem zuordnet.
      Man macht ihn quasi mundtot.

  4. Das muß man sich mal vor Augen halten.. . 25 Jahre weiß man, das am 26.102017 die Akten offen gelegt werden „müssen“.
    Am Stichtag ist aber nur ein kleiner Teil veröffentlicht.
    Wenn mich das Finanzamt prüft und ich halte mich nicht an die vorgegebenen Zeiten dann kriege ich in die Fresse.
    So einfach ist das.
    Wie mag überhaupt der amerikanische Staat in vielen Dingen beim Bürger sich verhalten?
    Bestimmt gibt er sich nicht mit „nur einem kleinen Teil“ zufrieden.
    Und was sagt der Präsident? Gibt denen auch noch 180 Tage Zeit.
    Gibt es auf dieser Welt eigentlich noch einen Ort wo man nicht ständig verarscht wird?
    Von mir aus kann sie fallen die Atombombe. Das ist ja einfach nur noch Ekelhaft hier.
    Ständig ist man nur damit beschäftigt irgeneinen Drecks Sabber von sich zu schmieren.
    Ob im kleinen oder Grossen.
    Lügen, betrügen, Verarschen. Egoismus und Ellebogen. Blödheit und Dämlichkeit.
    Wieviele üble Krämpfe muss man noch über sich ergehen lassen?
    Ich hoffe die grosse Bombe wird fallen, damit der Mensch einmal sein eigenes Ich im Spiegel sieht und die Konsequenz auch mal so Richtig zu spüren bekommt.
    So dank ich für das Lesen meiner Zeilen und dem gegenwärtigen Verweilen.
    Aurevoir als dann
    Vielleicht einmal bis irgendwann..

  5. Farce, Fiasko, Hohn … klingt nach der alltäglichen Lebensrealität.

    Oder mit den Worten eines Anderen:

    „Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, daß das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.“
    (Salvador Dali)

    • Nun, die dortige Darstellung der Familie Kennedy scheint ja keineswegs abwegig.
      Ich wüsste nicht, dass sowjetische Propaganda was anderes gesagt hätte – trotzdem ging man wohl auch dort von einer vorsätzlichen Ermordung mit vorgeschobenen Tätern aus. False Flag eben.
      Heilige waren die Kennedys gewiss nicht. Das stört mich auch an manchen Darstellungen. Von daher ist also auch anzunehmen, dass der Heiligenschein eher dem Wunsch nach Märtyrern entsprungen ist als ihren Taten.

  6. Herr Bröckers liest wohl den Tagesspiegel nicht? Da steht ganz klar: „Eine Schatzkiste für Verschwörungstheoretiker“

    Und die FAZ räumt auch noch die letzten Zweifel aus:

    http://www.faz.net/aktuell/wissen/das-kennedy-attentat-das-ende-der-verschwoerungstheorien-12665830-p2.html

    „Der angesehene Ballistiker Lucien (Luke) Haag von der Firma Forensic Science Services in Arizona hat Ende September auf der Jahrestagung der National Association of Forensic Scientists einmal alle verfügbaren Befunde zum Fall JFK zusammengetragen. Unter anderem zeigte er dabei Bilder des „Magic Bullet“, die klar eine Stauchung des Querschnitts erweisen. Das ist nun typisch für ein Langwaffengeschoss, das beim Durchschlagen eines Mediums mit den Eigenschaften von Körpergewebe eine Taumelbewegung ausführt – genau so, wie es die längliche Eintrittswunde im Rücken des Gouverneurs und die erheblichen Verletzungen in seiner Brust nahelegen.“

    Und die Frankfurter Allgemeine ist ja nun über jeden Zweifel erhaben, wie wir wissen:

    „… Mitunter kommen die Geheimdienste zu Ihnen ins Büro und bitten Sie, einen Artikel zu schreiben. Das ist ein Beispiel, was mich betrifft. Ich habe vergessen in welchem Jahr es war, aber ich erinnere mich, dass der deutsche Auslandsgeheimdienst, Bundesnachrichtendienst, der eine Schwesterorganisation der CIA ist und von den amerikanischen Geheimdiensten gegründet wurde, eines Tages in mein Büro bei der Frankfurter Allgemeine in Frankfurt kam. Sie wollten, dass ich einen Artikel über Libyen und über Oberst Muammar Gaddafi schreiben solle. Ich hatte absolut keine Hintergrundinformationen bezüglich Oberst Gaddafi oder Libyen. Aber sie gaben mir alle vertraulichen Informationen und wollten, dass ich einen Artikel schreibe beziehungsweise ihn unter meinem Namen veröffentliche. Ich tat dies. Es war ein Artikel, der in der Frankfurter Allgemeine veröffentlicht wurde, der aber ursprünglich vom Bundesnachrichtendienst stammte.“

    https://revealthetruth.net/2014/10/11/udo-ulfkotte-interview-mit-rt-zu-seinem-buch-gekaufte-journalisten/

    Willkommen in Absurdistan 😉

    • Text wird nicht veröffentlicht – noch ein Versuch …

      Konnte man bei der Ermordung von JFK noch davon ausgehen , dass die Ermordung zwar aus dem Umfeld der CIA kam, aber doch ein Einzelereignis, muß man heute zum Schluß kommen, dass die mediale Vorstellung von Politik mit der Realität nur geringe Berührungspunkte hat .
      Es bedarf immer der konkreten Einzelbeweise , nach Indizien aber kann man heute davon ausgehen , dass Terror der Terror des T++fen Staates ist und politische Morde Morde des T++fen Staates sind . Ungeheurlicher als dieser Terror und diese Morde selbst ist die Tatsache, dass praktisch die gesammte offizielle Presse als auch alle Politiker der westlichen Welt und weltweit die offiziellen und offensichtlich nicht haltbaren Behauptungen der mutmasslichenTäter wiedergeben .
      Und es ist die Schlußfolgerung , dass die Täter gleichzeitig die Untersucher sind und die Täter gleichtzeitig die veröffentlichte Meinung bestimmen und auch bestimmen, welche Meinung Politiker haben .
      Die Schlußfolgerung daraus wiederum …..

  7. Lieber Herr Bröckers

    Wir erkennen immer noch zu wenig aus was die westlichen Werte sich aufbauen.
    Sie sind in erster Linie aus Lügen, Schulden und roher Gewalt aufgebaut. Es ist uns nicht klar, dass wenn wir versuchen einzelne Opfer dieser westlichen Wertegemeinschaft aus den Trümmern von vielen Zehntausendmillionen von Ermordeten heraus zu ziehen, dieser Ganze Berg von Gewalt, Lügen und Mördern über unseren Köpfen zusammenstürzen wird. Wir werden uns wieder finden in einer Kloake des Entsetzens.

    Doch ist das Zufall? muss man beginnen sich zu fragen.

    Wie kam den diese westliche Welt zu solcher Raffinesse und Gewalt, dass sie noch nicht einmal vor Atombombenexplosionen innehält?
    Ist es nicht genau dieses Entsetzen, das Sich- heraus- setzen oder einfach schlicht dieser trockene Verstand, der solche Gewalt in sich trägt?
    Natürlich würde ich ohne Jahrhunderte von geduldigem trockener Verstandesausübung niemals meine Gedanken in eine solche Höllenmaschine tippen können, wie mein Laptop gerade vor mir ist. Ihm ist es absolut egal was ich hier schreibe. Er teilt alles in endlose Reihen von Nullen und Einern. Er steht vor mir wie das Sinnbild dieses alles zersetzenden Verstandes. Ich befürchte selbst wenn wir diesen Verstand brauchen würden, bis in alle Fasern seines draussen Seins, in einem einzigen grauenvollen Aufschrei, brächte er uns niemals die Kraft, die wir brauchen werden um die Trümmer die er angerichtet hatte wieder zu lebendigem, Lieben zusammen zu führen. Dieser Aufschrei könnte das gesamte Universum zertrümmern ohne die geringste Hoffnung von Heilung zu hinterlassen.

    Natürlich liebe ich meinen Verstand in seiner Schärfe und Durchtriebenheit. Aber ich spüre er wird mir nicht weiter helfen in der Hoffnung auf eine wieder liebevolleren Welt.
    Gerade die Differenzialrechnung hat diese Welt doch in ihre Einzelteile zerlegt. Nur so konnten wir das Reich des Toten, „der Dinge an sich“ dermassen gut in Griff bekommen.

    Doch wie komme ich mit meiner ganzen Schlauheit mit meinem dementen Mitmenschen zurecht? Vielleicht waren es Aluminium Stäube, die sein Gedächtnis auflösten oder schlicht sein Alter. Egal. Meine Argumente prallen an ihm ab wie Wasser, schon Minuten später hat er meine ganzen logischen Worte vergessen und macht trotzdem, was er nicht sollte. Da stehe ich nun da mit meinem Verstand und bin am Ende. Ich muss in mich kehren und nach tieferen Mächten suchen. Wenn ich ihm Halt geben möchte, muss ich ihn lieben, sonst wird er mir entgleiten.

    Ich glaube gerade das beste an Geheimdiensten ist, dass man ab ihrer Kälte und Berechenbarkeit so erschreckt, dass man nicht anders kann, als wieder mit Leben zu beginnen, diesmal ohne Versicherungen, ganz ohne Apparat.

  8. Na, ob da nicht etwas viel dem guten JFK nachgesagt wird.
    —–
    Wäre Lee Harvey Oswald tatsächlich der verwirrte Einzeltäter, als der er im Lexikon steht, wäre das ganze Tarnen und Täuschen schon seit über 50 Jahren unnötig. Dass zum Stichtag der gesetzlich vorgeschriebenen Offenlegung nur eine neue, gigantische Nebelkerze gezündet wurde,  räumt letzte Zweifel aus. Beim Kennedy-Mord geht es um mehr als um einen einsamen Irren, hier geht es um einen „regime change“ von Innen: die Beseitigung eines Präsidenten, der den Vietnamkrieg beenden, den Kalten Krieg stoppen und die CIA in tausend Stücke zerschlagen wollte.
    —–
    Ich habe aus heutiger Sicht NICHT den Eindruck, das JFK für eine friedlichere und gerächter Welt stand.
    Auch wenn damals entsätzen und Trauer vorherschten.

    Der Kennedy Clan wollte eben so eine Vormachtstellung der USA.

    Ob es da wirklich um Machtbeschneidung ging, bezweifele ich stark.

    Aber wie der Autor ja bemerkt, es ging um „regime change“.
    Und was man unter „Regime“ versteht, wenn man es den mal als solches begreift, kann man sich ja denken.

    Machtausübung für die eigenen Interessen.

    • Ein Mord an einem Politiker ist immer die „letzte Lösung“ des tiefen Staates. Mein Eindruck, JFK war „dem System“ völlig entglitten und man konnte ihn offenbar auch nicht mehr durch andere Methoden unter Druck setzen. Vermutlich stehen solche Einschätzungen in den gesperrten Dossiers drin.

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