Tagesdosis 4.7.2018 – Joachim Löw bleibt der „Mannschaft“ treu

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Der Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft will weiterhin seinen Job machen. Warum auch nicht? Allerdings sind, laut einer nicht repräsentativen Umfrage 49 Prozent der Befragten dagegen und nur 42 Prozent dafür. Wie kommt’s?, frage ich mich. Darf Deutschland nicht auch mal verlieren? Müssen die Deutschen immerzu gewinnen?

Dazu ein bisschen Privates und Berufliches. Viele Leute halten mich für erfolgreich. Mein Berufsleben hat mich unter anderem auch zu einem Unternehmensberater gemacht. Ich berate sehr gerne Jungunternehmer oder Unternehmer, deren Unternehmen wackelt. Das hat alles mit dem Nichtkampf zu tun. Doch, doch! Auch wenn viele User sich im Netz selbst eingeredet haben, dass das Nichtkampf-Prinzip ja bloß ein „Verlierer- und Ich-lasse-alles-mit-mir-machen-Prinzip“ darstellt. Erfolgreiche Menschen sind keine Superkämpfer. Auch wenn es am Ende so aussieht, als wären sie durch einen langen Kampf erst zu ihrem Erfolg gekommen. Erfolgreiche Menschen sind Wachstumsfetischisten, Superoptimierer, Problemlöser und sie haben sich ein elegantes Fehlermanagement zugelegt.

Nehmen wir mal einen erfolgreichen Menschen ins Visier. Die meisten Menschen denken, dass ein erfolgreicher Mensch schon immer Erfolg hatte und dass er mit einem Übermaß an Glück und einem guten Händchen für Erfolg gesegnet sei.

Einerseits ist Erfolg bei den Menschen positiv besetzt. Wenn sie aber einem erfolgreichen Menschen begegnen, dann leitet oft das eigene nicht erfolgreich sein die Einstellung auf einen erfolgreichen Menschen. Oft ist es leider der Neid. Um diesen Neid herum werden allerlei Argumentationsketten gebildet, damit der Neid unsichtbar und unfühlbar wird. Die meisten Menschen wollen auch erfolgreich sein. Das gelingt vielen aber nicht. Und die wenigsten Menschen können sich bei einem erfolgreichen Menschen vorstellen, dass dieser sehr hart für seinen Erfolg gearbeitet hat. Mitunter vielleicht sogar 20, 30 oder 40 Jahre. Viele erfolglose Menschen sehen nur den Ist-Zustand eines erfolgreichen Menschen. Das Mitgefühl für den vielleicht oft schweren und auch entbehrlichen Weg, den sie oder er dabei gegangen ist, sehen sie nicht.

Damit nicht gleich wieder ein Missverständnis auftritt: Ich schreibe hier nicht über Multimillionäre oder Multimilliardäre. Ich schreibe auch nicht, dass Erfolg immer nur Reichtum und materieller Wohlstand ist. Geld ist für mich ein Abfallprodukt richtigen Handelns. Erfolgreich zu werden hat mit harter Arbeit zu tun. Das Leichteste dabei ist die eigentliche Arbeit, also das, was produziert werden soll. Das wirklich Harte daran ist, sich so zu optimieren, dass das Produkt einen Abnehmer findet. Und das heißt im Wesentlichen, sich seinen inneren Konflikten, Dämonen oder Problemen zu stellen, sie zu lösen und in großer Harmonie mit sich selbst klar zu kommen. Das hört sich zunächst einmal nicht wirklich nach etwas an, was eine Führungskraft zu bewerkstelligen hat. Denn was hat das Produkt mit dem Produzenten überhaupt zu tun? Man muss doch bloß produzieren, mehr nicht. Weit gefehlt! Wäre es so einfach, dann gäbe es erheblich mehr Menschen, die erfolgreich in dem wären, was sie wünschten. Das Schlüsselprinzip des Erfolgs heißt Menschlichkeit.

So schaue ich immer auch auf die Familie, wenn ein Unternehmer bei mir Beratung wünscht. Sie ist das A und O. Warum? Weil in ihr die eigene Fähigkeit zur Bindungsdichte sichtbar wird. Also nicht alleine nur die Bindungsfähigkeit, sondern viel mehr die Dichte, die man zulassen kann. Denn sie erst schafft die mögliche Auftragslage. Wer dort wirklich einen harmonischen und problemlösenden Ort für alle gestalten kann, der wird auch als Unternehmerin oder als Unternehmer sehr erfolgreich werden. Der Schlüssel zum Erfolg ist nicht, dass man selbst immer bloß den Erfolg, den Abschluss, das Geschäft gut bewerkstelligt oder den Auftrag bekommt. Der Schlüssel ist, sich selbst in allem so zu bemühen, dass man den gesamten Tagesablauf gut, harmonisch und positiv abschließt. Dieses Bemühen an sich selbst sollte die Navigationsschnur für das gesamte weitere Leben werden. Hört sich irgendwie seltsam an? Zugegeben, ja. Hört sich seltsam an, wenn man nicht erkennt, dass Erfolg nichts damit zu tun hat, hinter ihm her zu rennen. Es gilt nämlich kein Hamsterrad aufzubauen, sondern einen Sog zu entwickeln. Der Sog schafft von alleine die Aufträge oder Abschlüsse herbei.

Die gesamte Komplexität solchen Verhaltens, will ich hier jetzt nicht zum Besten geben. Bin mir also wieder einmal der Lückenhaftigkeit dieses Textes bewusst. Ein erfolgreicher Mensch hat, bevor er zu seinem Erfolg kommt, viele Misserfolge für sich verbucht. Diese aber sind wichtige Erfahrungen für ihn, da er sie dazu nutzt, sich und sein Unternehmen zu optimieren. Versteht man Misserfolge so, um von einer Welle zur nächsten zu gelangen, so fällt man nicht in eine Depression und sagt zu sich: Das geht alles nicht, ich schaff das nicht, ach Herr jeh, so schwer habe ich mir das aber nicht vorgestellt.

Erfolg ist der Weg. Das ist wie mit dem Frieden. Wer den Erfolg oder den Frieden zu konstruieren versucht, der wird an beiden scheitern. Erfolgreich werden heißt machen. Erfolgreich bleiben heißt weitermachen. Das ist wie in der eigenen Familie. Man darf sich selbst verschenken. Also sollte man sich zu einem Geschenk für andere machen. Und der Weg der Menschlichkeit hilft einem dabei, nicht in eine Pose der Darstellung zu verfallen, sondern das man der Erfolg selber wird. Das ist das Geheimnis des Erfolges. Und wenn wir ehrlich sind, so ist das alles andere als ein wirkliches Geheimnis. Es ist eine Binsenweisheit.

Jeder Mensch macht Fehler, viele Fehler. Na und? Ein Fehler ist kein Scheitern. Ein Scheitern entsteht erst, wenn man aus einem Fehler nichts lernen will. Und da sind wir schon bei all denen, die nicht erfolgreich werden können oder wollen. Sie denken nämlich, dass ein Fehler schon ein Scheitern bedeutet.

Ein Beispiel aus meinem Leben: Wir fuhren nach Köln. Ich saß im Auto – hinten, und Dr. X, der beste Erfolgscoach den ich bis heute kenne, saß am Steuer. Sein bester Trainer saß neben ihm im Beifahrersitz und erzählte davon, dass er ein Supertrainingskonzept erarbeitet habe und nun eine Antwort von der AWO bekommen hätte. Die habe abgelehnt und er jetzt keine Lust mehr, weil.. . Da habe ich ihn gefragt, wieviele Anfragen er denn schon verschickt habe. Seine Antwort war drei. Ich merkte wie geknickt er war und sagte ihm etwas forsch, dass er erstens solche Absagen niemals persönlich bewerten dürfe und zweitens, dass er doch nicht erwarten könne, dass nach nur drei Angeboten schon Zusagen ins Haus flattern würden. Wenn Du jetzt was lernen willst, dann verstehe das alles als Optimierungsangebot. Du sollst jetzt lernen was geschieht, dein Anliegen also optimieren und nichts davon persönlich bewerten. Das alles hat nichts mit einer persönlichen Wertung zu tun.

Dr. X lachte laut und schlug dem Beifahrer sanft auf seinen linken Oberschenkel. Dann sagte er, mach genau das, was Rüdiger sagt und Du wirst schon Deine Aufträge bekommen. Etwas verwirrt schaute er mich nun an und ich sagte ihm, dass er sein Portfolio so erweitern solle, dass er alle drei Monate mindestens eintausend Bewerbungen verschicken könne. Und das ziehst du ein ganzes Jahr durch. Also viertausend Angebote. Seine Augen weiteten sich. Drei Monate später rief er mich an, weil er einen Trainer brauchte.

Das historische Ausscheiden der Nationalelf in die Fussballgeschichte als WM-Debakel war in Wirklichkeit gar keins. An Joachim Löw, da bin ich mir sicher, hat es ein klein wenig gelegen, doch den Löwenanteil trägt die Mannschaft selbst. Sie hat es nicht geschafft, einen Spielmacher zu finden und den hatte die Elf bisher immer. Sie braucht ihn, doch das hätte dann einer von ihnen in sich selbst finden müssen. Und dazu war niemand in der Mannschaft bereit. Aus welchen Gründen auch immer.

Joachim Löw hat wie kein Bundestrainer vor ihm, vor dem Mikro Tacheles mit sich selbst gesprochen, kein Blatt vor dem Mund genommen. Stellen wir uns mal vor, solche Führungskräfte hätten wir in der Politik? Was dann alles möglich wäre, kaum auszudenken wie anders die Welt aussehen würde!

Jogi Löw bleibt der Mannschaft treu. Das finde ich großartig. Denn es ist unerheblich, nun einen oder mehrere Schuldige dafür zu suchen und zu finden. Wichtig ist Weitermachen, Fehler erkennen und optimieren. Dann wird sich automatisch auch ein Spielführer finden. Einer wird das dann nämlich in sich selbst entdecken. Manuel Neuer ist so ein Typ, aber wer hütet dann das Tor?

Apropos Spielführer. Wer ist der Spielfüher deines Lebens? Ein Spielführer führt nicht nur sich. Er führt vor allem andere in die richtige Richtung. Und das macht eine gute Führungskraft aus. Sie führt alle mit in den Erfolg.

Eine schlechte Führungskraft ist die, die nur sich selbst führt und alle anderen klein hält und glaubt, die anderen müssten sich einzig auf seinen Erfolgsweg fixieren. Und so ist das Erfolgsrezept aller Erfolgsstories sehr einfach auf ein Wort zusammengestampft: Freiheit. Wer dem anderen die Freiheit zu seiner individuellen Selbstentwicklung lässt, so dass er an seiner Selbstkompetenz wächst, der wird auch die ganze Mannschaft, das Team, zum Erfolg führen können. Denn das Wir einer Gruppe ist erst dann ein echtes Wir, wenn alle Ichs sich zu einem Wir-Weg entwickeln. Ein Wir ist der Ausdruck einer Vision, meinetwegen auch einer Utopie. Eine Führungskraft sollte also die individuellen Bestrebungen Einzelner erkennen und erfassen können. Und daraus formt man dann das Wir, das Ganze. Jedoch immer mit der Intention, dass Veränderungen dieses Wir nicht gefährden dürfen. An dem Wir-Weg müssen also alle Ichs ihr Selbstwachstum zentrieren können.

Fehler können zu einer Veränderung führen. Doch dürfen diese Veränderungen nicht das Scheitern des Wir bedingen. Um das hinzubekommen bedarf es im Vorfeld einer sehr disziplinierten Arbeits- und Vorgehensweise. Ich muss also die gesamten dynamischen Wirkungs-Effekte der Gruppe auf jeden Einzelnen und die Wirkungs-Dynamik jedes Einzelnen auf die Gruppe kennen und einschätzen können. Darauf sollten sich alle, jeder für sich, einstellen können. Das ist ähnlich wie ein Orchester. Jeder Top-Trainer muss Beethovens Neunte perfekt beherrschen können. Erst hier zeigt sich, welche Freiheitsräume ich als Führungskraft noch benötige und welche selektiven Maßnahmen ich treffen muss, damit das Orchester auch ohne mein zutun eine tolle Symphonie spielt.

Das individuelle Können herauszustellen sollte für den Einzelnen sein eigenes Wirkmaß werden. Dieses Wirkmaß muss dem Einzelnen zutiefst bewusst werden, damit der Einzelne sich daran selbst messen und optimieren kann.

Ziel der Kommunikation der Gruppe muss das Festigen der Wir-Vision sein. Die Eigenschaft aller Eigenschaften, die eine Führungskraft also beherzigen sollte, ist eine dem Ziel angestrebte Kommunikationsbereitschaft. Das gilt für den Einzelnen genauso wie für die gesamte Gruppe. Egal ob im Sport oder im Unternehmen.

Wer in der heutigen Zeit nicht begreift, dass es nicht allein auf ihn ankommt, egal wie professionell man in seinem eigenen Gebiet ist, sondern um alle, der wird ab einem bestimmten Punkt stagnieren und ein Weiterkommen dadurch behindern. Und genau deshalb sind so viele in ihrem selbst konstruierten Hamsterrad gefangen und halten das für ein Erfolgskonzept. Anstrengend, kämpferisch und ermüdend.

Der Jogi wird seine Sache schon wieder sehr gut hinbekommen. Ihr werdet sehen. Ob die Nationalelf dann ein weiteres mal Weltmeister wird? Ich denke das muss sie nicht. Wenn das aber dann dabei herauskommt, umso besser.

Viel wichtiger aber scheint mir, dass jeder hier selbst seine Tore schießen sollte und jeder sich an die eigene Nase zu fassen hat. Denn die wahre Meisterschaft findet in den eigenen vier Wänden statt. Dort zeigt sich, was du drauf hast, was du einbringst und zu was du dich für zuständig erklärst. Meine Vision ist die von einem im Grabe liegenden lächelnden und zufriedenem Rüdiger. Dafür muss ich in meinem eigenen Leben das Lächeln hinbekommen. Da bin ich auf einem sehr guten Weg.

Quellen

http://www.spiegel.de/sport/fussball/joachim-loew-bleibt-trainer-der-fussball-nationalmannschaft-a-1216356.html

http://www.spiegel.de/sport/fussball/deutschland-und-das-wm-aus-die-lethargie-des-weltmeisters-a-1215409.html

http://www.spiegel.de/sport/fussball/deutschland-weltmeister-gegen-argentinien-die-gruende-fuer-den-sieg-a-980838.html

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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18 Kommentare zu: “Tagesdosis 4.7.2018 – Joachim Löw bleibt der „Mannschaft“ treu

  1. Das alles erinnert mich an „Geld allein macht nicht glücklich“. Diesen dämlichen Spruch den die Reichen erfunden haben um die Armen ruhig zu stellen. Und den die Armen benützen um sich ihr Unglück schön reden. Anscheinend haben hier alle genügend Geld sonst würden sie es nicht so schlecht machen! Geld ist Zeit, Beweglichkeit, Energie! Es bedeutet Musikunterricht, Zähne reparieren lassen, Eis mit Sahne, ein Dach, ein Fahrrad! Und wenn ich mehr als genug davon hab, kann ich auch noch dafür sorgen, dass andere genug davon haben.
    Und ja „Jeder der mit sich selbst im Reinen ist hat Erfolg.. er kann nicht anders er entwickelt einen Sog..“. Das erinnert mich an meinen alten Chef, der hatte auf seiner Visitenkarte stehen: Cant help being brillant! Ein anderer Spruch von ihm war: Pay peanuts, you get monkeys. Ja, er war schon ein witziger Zyniker. Ich mochte ihn. Jetzt muss ich auch mal einen bedeutenden Denker zitieren: Charles Bukowsky sagt in Barfly: „Keiner leidet so wie die Armen, Schätzchen“ oder so ähnlich. Jedenfalls, ein Satz von Rüdiger Lenz hat mich schon zum Nachdenken gebracht. „Einer der wenigen dem ich zuhöre und man noch was lernen kann.. „ Wenn jemand als Berater tätig ist und von sich selbst sagt, er hört nur noch wenigen zu, dann verdient er meiner Meinung nach mit seiner Tätigkeit zu Unrecht Geld. Aber Meinungsfreiheit und Gerechtigkeit haben mittlerweile einen ähnlich schlechten Ruf wie Geld.

  2. Lieber Ruediger
    In Prag am Flughafen gibt es im 2 Stock ein Buecherregal in dem jeder seine ausgelesenen Buecher
    ablegen und nach Lust und Laune kostenlos ein neues Buch mitnehmen kann.
    Dort habe ich das Buch von Dieter Lange „Sieger erkennt man am Start – Verlierer auch“ gefunden.
    Den Titel mochte ich nicht so wirklich,da er nach dominanter Konkurrenz riecht und ich vernuenftige Kooperation
    goettlicher finde.
    Aber was ich da quellwasserklar gelesen habe hat mich fasziniert .
    Es war das erste Buch seit 30 Jahren welches ich nicht von hinten nach vorne gelesen habe.
    Dieter Lange lebt meiner Meinung nach in der selben Cloud wie sie,haelt sich aber nicht so lueckenhaft bedeckt.

    Ein Satz von ihm heisst:“Nicht das Ergebnis zaehlt, sondern das Erlebnis“

    Was Sie Sog nennen, nennt er (spielerische )“Leidenschaft“oder man koennte es auch Passion oder
    Berufung nennen.Wer hier interessiert ist sollte dieses Buch nicht verpassen.

  3. „Erfolgreiche Menschen sind Wachstumsfetischisten, Superoptimierer, Problemlöser und sie haben sich ein elegantes Fehlermanagement zugelegt.“

    Menschen, die das Wort „genug“ nicht kennen sollen Problemlöser sein? Im industriellen Zeitalter schaffen diese Menschen erst die Probleme, die man ohne sie gar nicht erst hätte. Was Erfolg ist lasse ich mir nicht von anderen vorschreiben, um mit Geld, das man nicht hat, Dinge, die man nicht braucht zu kaufen, um damit Leute zu beeindrucken, die man nicht mag.
    In diesem Sinne: viel Erfolg!

    • @passant, Erfolg hat für mich nichts mit materiellem Wohlstand zu tun, noch mit der Anhäufung von Geld. Ich weiß, ich kann das tausend Mal schreiben. Wird einfach überlesen, da die eigenen inneren festen Vorstellungen das nicht berücksichtigen wollen. Erfolg bedeutet für mich auch, sich aus dem System zu verabschieden. Ich wünsche auch viel Erfolg.

    • Sarkasmus, sehr schön. Natürlich bemisst sich im System Kapitalismus, der Erfolg am Fetisch Geld.
      Wer am eifrigsten die Riten absolviert, sprich am Besten ausbeutet, hauptsächlich Andere aber manchmal auch sich selbst, wird dann eben als erfolgreich angesehen.

      In Summe, wenn man alles, inklusive sich selbst, zu Grunde richtet = Erfolg

  4. @ r.l.
    ist ja ne witzige geschichte, Unternehmensberater für „scharlatane“ aka erfolgscoach.
    ich hoffe für sie, dass nicht alle zu beratenen „unternehmen“ diesen hintergrund haben, sonst müssten sie ihren Lebenslauf um den punkt „unternehmnsberater“ wieder kürzen 🙂
    der rest der tagesdosis war wie (fast) immer, uninteressant.

    grüsse

    • @keeneahnung, ich bemesse Erfolg nicht am Geld und das rate ich auch denen, die ich berate. Darum geht es schlichtweg nicht. Auch wenn das schwer zu verstehen ist und die erlernten Metaphern nur zeigen, was man selbst für Erfolg hält. Erfolg ist für mich keine kapitalistische Idee allein. Auch wenn die Meisten darauf reinfallen. Wer mit seiner eigenen Person ins Reine kommt, der kann schlichtweg werden oder machen was er will. Er wird immer erfolgreich sein mit dem, was er tut. Schwer zu verstehen für all diejenigen, denen man etwas ganz anderes eingeredet hat oder zu wessen Abneigung er seine inneren Schranken aufgestellt hat. Ich kann natürlich auch das Mantra des Systems anhimmeln, um von mir abzulenken.

  5. Abgesehen davon, dass Jogy Löw ( welch bescheuerter Vorname für einen Fußball Minister) erfolgreich war, was man nicht bestreiten kann, scheint sich Erfolg aber nicht unbedingt mit Können zu paaren.
    So gehörte zum WM Titel eine menge Glück. Das wurde aber anscheinend nicht erkannt sondern gipfelte meines Erachtens in Selbstüberschätzung. „Never the rest“ aus der Merzedes Werbung

    Man kann das immer wieder feststellen, wenn wir zum Beispiel die SPD in ihrem kontinuierlichen Verfall betrachten, so scheinen die Protagonisten, welche diesen Verfall mit verantworten aber nur ihren Erfolg zu sehen. Den redet man sich ein, da man in einem Zirkel von Selbst- Beweihräucheren den Blick für die Realität verliert.

    Für einen guten Firmenberater müsste das doch eigentlich die erste Erkenntnis sein.
    Überschätze dich nicht.

    Nehmen wir Dr X aus dem Fahrzeuggespräch mit Herrn Lenz.
    Ein Mann der von vorn herein wenig Initiative ergreift und noch nicht einmal darüber reflektiert, warum sein Geschäftsmodell nicht ankommt.
    Er sollte sich DR. NO zum Vorbild nehmen, der war kaum zu Stoppen.

    Nein Herr Lenz, da kann ich wirklich nicht erkennen, dass ihre Vorstellung von erfolgreiches Management, mit der Realität zusammen laufen.
    Oder sind sie der Meinung, dass eine allein erziehende Mutter nicht ihr Leben erfolgreich managt, und trotzdem Unzufrieden sein kann, da sie einfach chancenlos ist, ihr Leben erträglich zu gestalten. ( Nicht jede allein erziehende Mutter)

    Für eine wirklich erfolgreiche Lebensgestalltung braucht es auch flankierende Maßnahmen.
    Die sind nun mal nicht jedem gegeben.
    Seien es finanzielle Mittel oder Protegieres, die einem die Türen öffnen.

    Ich glaube einfach nicht, das Dr X mit 3000 Bewerbungen nun erfolgreich ist. Eher glaube ich, dass einer Erkannt hat, dass da ein dummer Tor um eine Stelle bettelt, und das man den möglicherweise über den Tisch ziehen kann.

  6. Der zwöfte Mann, der größtenteils daheim blieb, wurde regelrecht geohrfeigt von zwei Spielern, für die ich Null Toleranz aufbringe. Familienväter wissen um die Verantwortung und erst recht, wenn man eine Nation vertritt, die einem das Leben so, überhaupt ermöglicht hat. Spätestens jetzt, wo gleichgeschlechtliche Partys mittels Polizeigewalt beendet werden, spätestens jetzt sollte man so handeln, wie man es am tag nach dem Fotoshooting hätte tun sollen. Eine solche Toleranz, wie sie der DFB und dessen Trainerstab leben, eine solche Toleranz hat keinerlei wert! Es geht hier auch, wie oft erwähnt, nicht um Rassismus, nein, es geht hier nur und ausschließleich um eine politische Gesinnung im Trikot einer „geschichtsträchtigen“ Nation! Nachdem auch eine Frau Roth meinte, man solle sich mit der Deutschlandfahne zurückhalten und ein Bierhoff den Fans und den Medien fast den Mund verboten hat, kann man keine „spirituelle Unterstützung“ aus der Heimat erwarten! Wer das alles weiterhin verharmlost, der zeigt keinerlei Verantwortung! Der DFB ist wie unsere Regierung nur noch ein Klüngelverband! Ohne Titel und „wertelos!“ ich bin überrascht, dass die UEFA den neuen Cup überhaupt „Nations League“ genannt hat, das Nationale ist bei uns doch nur noch negativ besetzt und wer noch national ist, oder sein möchte, ist Nazi! So sieht es aus! nein, ich schäme mich nicht, Deutscher zu sein! Basta!

  7. @ Horst Kiezmann. Alles nur Vermutungen, andere Mannschaften wollten den Titel auch schon verteidigen. Die Herren Multimillionäre sind randsatt bis auf wenige Ausnahmen. Darüber hinaus total verhätschelt und wirklichkeitsfremd. Nicht einmal Grundwerte wie Nationalstolz, Kampfgeist und Führungsqualitäten sind bei den wichtigen Spielern im Ansatz vorhanden. Haben sie die so viel gescholtenen Russen gegen die Spanier gesehen denen sie technisch in allen Punkten unterlegen waren? So geht Fussball, dann darf man auch verlieren. Unsere Mannschaft hat sich kampflos abschlachten lassen und ist in der Nachspielzeit noch durch Rückpässe aufgefallen. Mit einem Bundesjogi kann man da keinen Neuanfang machen, auch nicht wenn der Lenz den „Berater“ spielt. Hervorragende Spieler werden nicht jeden Tag geboren und Deutschland hat bis auf Neuer nur Mittelmass statt Weltklasse. Der Rest ist lediglich durch Marketing herbeigeschrieben und gebrüllt worden.

  8. Mir reicht es jetzt Herr Lenz, schon mehrfach war ich geneigt nicht mehr ihre Kommentare zu lesen. Diesmal haben sie so sehr geschwurbelt, dass es mich nicht wundert wenn ausser mir auch sonst noch viel andere ihr Unternehmungsberatergeschwätz nicht mehr ertragen zu müssen. Heisse Luft…und was hat das mit Fussball genau zu tun? Ab in die Kiste zu Berger und McKinsey und tschüss.

    • Wirklich war, was für ein Geschwurbel! Als ob man sich z.B. seine Familie aussuchen könnte und es zum Großteil in der eigenen Hand liegt, wie die Beziehungen sich entwickeln… Klar hat man einen großen Anteil, aber man kann eben auch einfach großes Pech haben mit seinen Gegenübern*, wie in vielen anderen Dingen auch, die einem den „Erfolg“ unmöglich machen.

      *Besonders in einer durch und durch kranken, entfremdeten, entmenschlichten neoliberalen Egomanen-Gesellschaft

  9. Die Mannschaft lief, nicht nur auf dem Platz, mit einem Rucksack herum, in dem die Last lag, als erste Mannschaft den Weltmeistertitel sofort, also vier Jahre später, zu wiederholen. Mit solchem Gepäck lässt sich nicht frei aufspielen. Und dass, muss man leider sagen, hat Yogi „verbrochen“. Ein schlechter Psychologe. Er wollte den Spielern Selbstvertrauen impfen, aber die Dosis war zu hoch. Es kamen nur Selbstzweifel dabei heraus. Vielleicht, Herr Lenz, wäre das ja ein Job für Sie?

    • Der Hauptgrund lag meiner Meinung nach eher daran, das „Die Mannschaft“ gar keine Mannschaft war.
      Das da O. Bierhoff und J. Loew einen großen Anteil daran hatten, steht für mich außer Zweifel.
      Schon die Vorbereitungsspiele waren unterirdisch und die Auswahl der Spieler nicht optimal.
      Mann hätte mehr junge Spieler mitnehmen sollen. Die wollen noch gewinnen!
      Aber es ist ja nur Fußball.

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