Tagesdosis 4.9.2017 – Die nächste Infusion…

Ein Kommentar von Susan Bonath.

Viele leugnen heute die Klassengesellschaft. Selbst für manchen Linken ist Marx »Schnee von gestern«. Dabei liefern die täglichen Nachrichten Zeugnis vom permanenten Klassenkampf von oben. Pure Grundbedürfnisse, wie wohnen, essen und Energie, werden immer teurer. Derweil malochen acht Millionen Menschen für weniger als zehn Euro pro Stunde – Tendenz steigend. Eine politische Lösung bietet keine der Parteien mit Aussicht auf den Einzug in den Bundestag am 24. September.

Ein Begriff beherrscht die Schlagzeilen: Gentrifizierung. Gemeint ist die Vertreibung weniger Bemittelter mittels obszöner Anhebung der Mieten. In immer mehr Gegenden kann sich nur noch die »bessere Gesellschaft« das blanke Wohnen leisten. In Metropolen wie Berlin, Frankfurt und München sowieso.

In Kreuzberg zum Beispiel. Dort wehren sich aktuell Dutzende Mieter gegen ihre Vertreibung. Die Durchschnittsmiete liegt in dem Bezirk bereits bei mehr als elf Euro kalt. Dem sollen die letzten Nischen angepasst werden. Wer als Lohnabhängiger nicht privilegiert ist, kann sich das nicht leisten. Alternativen gibt es kaum. Doch auch in der Provinz geht es zur Sache. Im sächsischen Freiberg will die städtische Wobau Plattenbauten sanieren und die Preise drastisch anziehen. Es trifft die Ärmeren. Davon leben dort viele.

Das Fazit ist ernüchternd: Im Land, das kürzlich erneut Rekordüberschüsse im Export vermeldete, droht immer mehr Menschen die Obdachlosigkeit. Laut Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe dürften bereits mehr als eine halbe Million Bürger betroffen sein. Doch nicht nur das: Auch andere Grundbedürfnisse  werden teurer. Vor allem die Preise für Lebensmittel, Haushaltsenergie und Benzin sind erneut gestiegen.

Nun ist das Streben nach Rendite die Antriebskraft im Kapitalismus schlechthin. Beherrscher globaler Märkte verleiben sich mittlerweile Konkurrenten im Tagesgeschäft ein oder schalten sie aus. Sie bestimmen über Angebot und Preis. Mit kalkulierter Verknappung befeuern sie ihren Profit. Zu ihren Gunsten deregulieren die Regierenden seit Jahren den Markt und öffnen Tür und Tor für weitere Schweinereien.

Das ist die Zeit für hoch bezahlte »Ifologen«. Der Direktor des Münchner Ifo-Instituts Clemens Fuest durfte am Wochenende im Focus dem frustrierten Volk die Ideen der Herrschenden unterbreiten. Die lassen sich knapp umreißen: Gewerbesteuer weg, ermäßigter Mehrwertsteuersatz weg, alle Preisbremsen weg, Arbeitsrechte weg, kostenlose Bildung weg, Ideen von Grundrente und Vermögenssteuer weg, weiter so beim Sozialabbau.

Schuld an der Entwicklung sind keineswegs die Flüchtlinge, wie die AfD gerne behauptet. Sie sind nur ein Symptom der imperialen Hardcore-Außenpolitik zur Wohlstandswahrung der Besitzenden. Im krisenkranken Kapitalismus im Endstadium will Fuest – ebenso wie fast alle Parteien von rechtsaußen bis linksliberal – den »allheiligen« Wettbewerb befeuern. Das sagt er ganz klar. Übersetzt: Er will den Patienten mit allen Mitteln am Leben erhalten. Vermutlich notfalls auch mit Faschismus.

Keine Frage: Natürlich spekuliert die Wirtschaft auf die Flüchtlinge als Billigarbeitskräfte. Auch der Gedanke, sie als Kanonenfutter bei Wirtschaftskriegen einzusetzen, bescherte unserer Kriegsministerin von der Leyen schon feuchte Augen. Irgendeinen Nutzen müssen die Kollateralschäden vergangener Raubzüge bringen. Union, AfD, FDP und sogar SPD reden längst darüber: Wenn schon Humankapital, dann bitte nützliches.

Dabei teilen Flüchtlinge mehr mit einheimischen Outgesourcten, als die Quandts, Schaefflers, und Co. Beide Gruppen hat das globale System abgehängt. Mit oder ohne Asylbewerber: In einer Welt, in welcher der technologische Fortschritt die Produktionsverhältnisse längst überholt hat, während die letzten Ressourcen vor der Plünderung stehen, ist der Crash nicht aufzuhalten. Die imperialistischen Zentren werden die hausgemachten Probleme weder auf Dauer abschotten noch wegbomben können. Der Virus wütet seit Jahrzehnten im eigenen Land.

Anstatt das zu registrieren, klammert die Politik am Lohnarbeitsmodell des 19. Jahrhunderts. »Wirtschaft entlasten, Arbeitsplätze schaffen!«, tönt es aus allen Ecken. Ob CDU, SPD, FDP, AfD, die Grünen und in Teilen sogar die Linke: Sie alle spielen – fantasielos bis zur Ohnmacht und beraten von wahnsinnigen Chefökonomen – Doktor am Krankenbett des Kapitalismus. Die Kosten werden alle tragen, die auf den Verkauf ihrer Arbeitskraft angewiesen sind. Wo sie geboren sind, spielt keine Rolle. Die Krise ist so global, wie das Kapital agiert.

Die Deutschen dürfen wählen. In drei Wochen wird man sehen, wer dem Kapitalismus in seiner deutschen Sektion die nächste Infusion legen darf. Opfer sind längst einkalkuliert.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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24 Kommentare zu: “Tagesdosis 4.9.2017 – Die nächste Infusion…

  1. Es ist in der Tat der Fall, dass das System derzeit nur noch deshalb am Leben gehalten werden kann, weil wir diesem künstlich generierte Schulden zuführen, die die Schere zwischen Arm und Reich jedoch immer schneller öffnen lassen.

    Die EZB-Geldpolitik funktioniert doch nur deshalb, weil ausgerechnet Ultrareiche in den Genuss des aus dem Nichts geschöpften, billigen Geldes der Banken kommen.
    Falls die EZB aber ihre expansive Geldpolitik beenden würde, dann wäre das System am Ende.

    Ifo-Präsident Clemens Fuest sagt etwa in einem Interview mit dem Deutschlandfunk vom 23.12.2017

    „Die Botschaft, die soziale Schere geht auseinander, ist schlicht falsch“

    Er verwendet in diesem Interview Begriffe wie etwa die "deutsche Wirtschaft", die zwar wie er es behauptet deutsch ist, aber in Wirklichkeit ist diese doch ein reines Zockerobjekt der Banken und die Deutschen sind doch praktisch gar nicht am Unternehmenskapital beteiligt.

    Vor allem sind es doch gar nicht die Deutschen, die von der vermeintlichen deutschen Wirtschaft profitieren.
    Tatsache ist doch, dass die Banken mit Geld aus dem Nichts die vielen Profite machen und dass unsere eigenen Bürger allenfalls gelegentlich arbeiten dürfen.
    Dabei ist es doch völlig unbekannt, wie viele Schulden es auf der Welt gibt und wie groß insofern auch die gesamte Geldmenge ist.

    Unser Wirtschaftssystem ist der große Betrug, aber Clemens Fuest sagt dies erst gar nicht.

    Er sagt es lediglich, dass es richtig sei, wenn die Löhne ansteigen.

    Er verwendet immer wieder Formulierungen wie
    "Die Unternehmen investieren schon derzeit, weil sie an Kapazitätsgrenzen stoßen."

    Das Grundverständnis von Clemens Fuest über den Sinn des Unternehmenskapitals ist grundverkehrt.
    Jedenfalls sollte das Kapital doch dazu dienen, dass Arbeit abgeschafft wird. Aber er scheint es doch fast gar nicht komisch zu finden, dass das Kapital, wie es heute der Fall ist, ein reines Profitobjekt der Banken ist.

    Zitat:
    Tarifverhandlungen haben ja damit zu tun, wie Gewinne zwischen Unternehmen und den Beschäftigten verteilt werden. Das müssen die Tarifparteien unter sich ausmachen.
    Zitatende

    Jedenfalls kommt es mir so vor, als hätte Clemens Fuest einst bei seinem VWL-Studium vieles auswendig gelernt, aber nicht weiter darüber nachgedacht.

    Etwa das Netzwerk Plurale Ökonomik fordert neue VWL-Lehrpläne an Unis
    "Wir lernen Theorien, die nicht stimmen"

    Bei Herrn Fuest ist es also ein Problem, dass er zwar ein erfolgreich abgeschlossenes VWL-Studium hat und sogar auch Professor ist, aber die Studieninhalte dieses Fachs waren doch immer schon grundverkehrt.

    Das heutige VWL-Studium basiert zum großen Teil auf der Neoklassik, die jedoch weitestgehend falsch ist, weil es letztlich auch keine Märkte gibt.

    Dann diskutiert Herr Fuest mit dem Deutschlandfunk über das Thema
    "Freihandel statt Protektionismus"
    Bei dieser Diskussion scheint er es ohnehin nicht zu wissen, dass unsere vermeintliche Marktwirtschaft in Wirklichkeit ein völlig fehlerhafter Debitismus ist, der immer schneller neue Schulden benötigt, bei dem aber der Schuldenabbau meistens nahezu unmöglich ist.

    Dann gibt es mit Herrn Fuest Überschriften wie
    "Die Schuldenbremse muss bleiben"

    Einerseits hat er recht, wenn er nicht immer noch mehr Schulden für sinnvoll hält, aber gleichzeitig kann man doch ohne immer neue Schulden insofern auch kein Einkommen erzielen.

    Jedenfalls gibt es beim derzeitigen System den Fehler, dass man Schulden ständig nur mit neuen Schulden begleichen kann, soweit man nicht zufällig ausreichend Geld besitzt, und das kann so gar nicht funktionieren.

    Sein Vorgänger H. W. Sinn scheint es richtig zu erkennen, dass das System vorne und hinten nicht funktioniert, aber er weicht nahezu gar nicht vom Selbstverständnis der Banken ab.

    Aber Probleme lassen sich doch nicht lösen, wenn man einfach nur immer dasselbe tut und nicht über etwas Neues nachdenkt.

  2. Was ich nicht verstehe, Frau Bonath: Dass den intelligenten, selbstreflektierenden unter den Linken(und zu denen zähle ich Sie) es nicht endlich einmal auffällt, dass selbst mit dem besten theoretischen Verständnis für die bisher abgelaufene Politik(Kapitalismus) und der schärfsten Kritik daran und der größten Empörung darüber sich trotzdem überhaupt nichts dran ändern lässt als Bevölkerung die für Friede und Gerechtigkeit ist. Aber am einzig möglichen Ansatzpunkt, wo tatsächlich dieser Kapitalismus von uns allen demonstrativ in die Schranken gewiesen werden könnte, nämlich bei unserem Konsumverhalten, da wird gedanklich immer nur oberflächlich drübergeschrappt. Ich meine jetzt vor allem den überlebensnotwendigen täglichen Konsum von Lebensmitteln und leider für einen immer größeren Teil der Bevölkerung auch den von Medikamenten. Was Mensch sich regelmäßig in den Körper tut, zu dem wird er selbst nach einiger Zeit. Und leider ist der größte Teil der Bevölkerung überhaupt nicht darüber aufgeklärt, was das für giftige und ekelerregende Substanzen sind, die dem Volk als „lebensmittel“ in den Supermärkten angeboten werden. Beispiel „Schleuderei“. Wissen Sie, was das ist? Ich wusste es bis vorgestern auch nicht, aber ich bin jetzt heilfroh, dass ich „Schleuderei“ nie zu mir genommen habe, weil ich von Haus aus keine „Eiernudeln“ esse, wo das drin ist. Die Brötchen und „überbackenen“ Salzstangen in den „Frischebackstuben“ habe ich auch nie wieder angerührt, nachdem ich den ersten Bissen davon gleich wieder ausgespuckt hatte. Ganz zu Schweigen von dem Gammel-und Qualfleisch und der Eitermilch, die von den meisten Menschen tagtäglich ahnungslos konsumiert werden. Es gibt zwar schon einige Bücher, mit denen man sich über vieles davon aufklären kann, aber das tun m.E. selbst von den KenFM-Lesern die allerwenigsten. Wenn die Menschen sich aber von diesem ganzen perversen Müll ernähren, dann ist es kein Wunder, wenn sie körperlich, mental und geistig verkümmern. Und dann nützt ihnen auch Karl Marx und KenFM nichts mehr. Von den giftigen Medikamenten und den meist völlig unnötigen OP’s ganz zu schweigen. Wenn sich dieser lebenszerstörerischen Suggestions-Industrie nicht verweigert wird, dann hat auch alles andere keinen Heil-Effekt.

    • Ja wenn man sich mal wirklich bewusst mit Ernährung beschäftigt, insbesondere mit industriell gefertigte Nahrungsmittel – dazu zählt auch Wurst und Fleisch- kann einen schon schlecht werden.

      Pharma- und Nahrungsmittelindustrie gehören zum selben Wirtschaftskreislauf. Gesunde Lebensmittel sind halt wenig profitabel. Mit „gestreckten“ Zutaten und Zusatzstoffen und deren gewinnbringenden Folgewirkungen für die Gesundheit wird mehr Gewinn gemacht als z.B. mit dem Drogenhandel. Manche Lebensmittel sind ja schon wie Drogen… ich brauch einfach mein Stück Wurst, Brot usw wie oft hört man diese Argumentation.

      Naja es gibt ja auch viele Raucher, die dafür zahlen sich und ihre Mitmenschen zu vergiften.
      Mit der Gabe der Logik und Vernunft sind halt noch zu viele überfordert.

    • Es herrschen halt nicht nur die Falschen in der jetzigen Welt, sondern es herrscht insgesamt der falsche Glaube. Nämlich der materialistisch geprägte, egal, welches gesellschaftspolitische Modell zur Vorlage genommen wird.
      Und was ist die Alternative zum Materialismus? Die Vegeistigung. Es ist immer noch nicht verstanden worden, bzw. schon sehr lange in Vergessenheit geraten, dass der Mensch ein Geist-Wesen ist mit dem Potentential zur Vergeistigung. Das geistige Entwicklungspotenzial ist für materielle, primitive, machtorientierte Zwecke missbraucht worden, wobei das natürliche, lebenserhaltende Tabu vor Gewaltanwendung immer mehr in den Hintergrund gedrängt wurde. Und so hat sich die Lebensenergie der Menschheit nach und nach immer mehr und mehrheitlicher der Zerstörung des Lebens gewidmet, auch des eigenen.
      Die Zerstörung der Natur um uns herum, kann wohl selbst vom größten Ignoranten nicht mehr geleugnet werden. Aber wie es mit der Gefahr der Zerstörung der eigenen Innenwelt aussieht, wird sich allgemein noch viel zu wenig klar gemacht, eben weil der Glaube an den Materialismus noch viel zu sehr vorherrscht.
      Was uns bleibt, ist immer die Orientierung nach innen – hin zur geistigen Welt. Das ist die Quelle, aus der wir immer noch und immer wieder positive Lebensenergie schöpfen können. Wir müssen alle lernen, wieder von innen zu leben, anstatt von außen gelebt zu werden. Darum geht es. Aber die Existenz der geistigen Welt wird ja heute immer noch am meisten verdrängt und am liebsten diskriminiert. Es ist ein Geisterkrieg.

    • Wir glauben an das Schuld-Geldsystem was eigentlich pure Spiritualität ist, da es keinen weltlichen Wert hat.
      Okay Bargeld vielleicht, Scheine könnte man anzünden um ein Feuerchen zu machen und mit den Münzen liese sich auch etwas nützliches anstellen.
      Auch glauben 99% der Menschheit , dass sie von Geld leben und dass es knapp ist \seien kann.
      Daher auch immer diese Ausrede man kann dies oder jenes nicht „bezahlen“ oder man ist halt arm.
      Dass wir von Ressourcen leben, die im Überfluss vorhanden sind, scheint niemand zu begreifen.
      Wir werfen einfach nur zu viel weg, verschwenden sie und verteilen sie ungerecht.

      Die absolute Vergeistlichung ist aber keine Lösung, ein sinnstiftender Materailsmus und eine gesunde Spiritualität vielleicht eher.

      Der Versuch der absoluten Vergeistlichung und abstraktion seines materiellen Ichs nimmt schon absurde Züge an.
      Ich habe mal eine Diskussion über Lichtnahrung verfolgt. Die Leute dachten echt darüber nach nicht nur nichts zu essen, sondern auch nichts zu trinken.
      Wenn man diese Lichtnahrungsgurus mal direkt fragt wie lange sie sich schon ausschließlich von Licht ernähren, weichen sie aus. Ich warte schon auf die nächste spirituelle Erkenntnis, z.B. das man keine Luft zu atmen \ leben bräuchte.

      Sinnvolle Spituralität wie luzides Träumen und Meditation – das bringt uns vielleicht weiter.

    • Du hast ja eine obscure Vorstellung von Spiritualität, setzt sie mit Dummheit und Gedankenlosigkeit gleich. Diese Art Vorurteile sind auch sehr verbreitet bei den selbst ernannten Linken. Diese zivilisatorische Menschheit lebt nach dem tötenden Prinzip und das ist eben das Verkehrte.

  3. Ja, für mich ist „Marx“ Schnee von vorgestern!

    Was bin ich jetzt, ein falscher, ein böser, ein fake-Linker?

    Sorry, aber den Rest des Kommentars habe ich dann nicht mehr gelesen, es gibt genug gute Texte und ich habe keine Zeit zu verschwenden.

  4. Höhere Löhne – oder besser, um 30% kürzere Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich in D – wäre der vernünftige Weg Deutschlands zum Wohl Europas. Wer will schon 40Std./wö an Lebenszeit für FORDERUNGEN in Target 2 Salden arbeiten ? https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Standardartikel/Aufgaben/Unbarer_Zahlungsverkehr/target2_saldo.html

    Nur nationales Lohnniveau ist flexibel, solange es das starre Eurosystem ohne Parallelwährungen gibt.
    Stattdessen Sparen – und der Versuch Inflation – äähh Spekulationsblasen wie Immobilien-, Aktien-, Rohstoff -, Nahrungsmittel -, zu erzeugen.
    Dirk Müller übersetzt den Artikel von Frau Bonath in ökonomische Sprache und nennt es STAGFLATION.
    Die Verarmung ist gewollt.
    https://www.youtube.com/watch?v=KeX3eJn2F74

  5. @Artur Oppenhorst
    Ich bin beeindruckt! Die „Karl Marx Kacke“ haben Sie schon mit 16 Jahren hinter sich gebracht? Als Normaldoofer habe ich als Twen mehr als 1 Jahr gebraucht, um die 3 Bände „Das Kapital“ und Theorien über den Mehrwert zu studieren und zu verstehen. Ist übrigens die beste Grundlage zum Verständnis des Kapitalismus, die ich kenne, was nicht heißt, daß man kritiklos alles hinnehmen kann/soll. Können Sie das widerlegen oder bleibt es bei einem einfachen „Kacke“?

    Sie kritisieren die Sprachlichkeit von Frau Bonath. Ich habe den Artikel nochmal daraufhin gelesen. Die einzigen Worte, die man in der Tagesschau nicht hören würde, sind: „imperiale(n) Hardcore-Außenpolitik“ und „Outgesourcten“. Wie auch immer, ich versichere Ihnen, der Bauarbeiter verstünde diesen Artikel, auch wenn man ihm vielleicht einzelne Worte erklären müßte.

    Tatsache ist, viele wollen nicht verstehen.

    Entweder, weil es Ihnen im Gegensatz zum Proletariat z.B. in China immer noch relativ gut geht und sie einfach nur ihre Ruhe haben wollen. (Sie kennen das Beispiel mit den Gänsen? Der Bauer ist gut und freundlich, bringt Futter, Wasser etc. und jeder neue Tag bestätigt diese gute Erfahrung. Bis Weihnachten vor der Tür steht! Oder anders: Hitler hat Arbeitsplätze geschaffen! Bis der Krieg „ausbrach“).

    Oder weil sie zu kaputt und müde sind. Auch das nahe Ende des Leiharbeitsvertrages blockiert Gehirnzellen. Übrigens: Wie hilfreich ist es dann, wenn ihnen ein Genie erkärt, Karl Marx sei Kacke?

    @Susan Bonath
    Leider sind sie auf Oppehorst’s Vorwurf: „Ihre Argumentation entstammt auch nicht gerade aus der Erfahrung gelebten Lebens“ reingefallen und verteidigen sich mit Ihrer persönlichen Situation. (Ein Fehler, der leider auch mir immer wieder passiert).

    Unsere täglich gelebte Erfahrung ist zum Beispiel, daß Zeit unveränderlich und gleichmäßig ist. Stimmt aber nicht. Vereinfacht gesagt: Mit zunehmender Geschwindigkeit wird Zeit langsamer, das wissen wir dank Einstein und nur deshalb funktionieren auch Navis, die mit diesem Unterschied rechnen müssen, um präsize zu sein.

    Für eine Argumentation ist einfach nur wichtig, ob sie richtig, den Tatsachen entsprechend, logisch und zielführend ist. Es ist völlig gleichgültig, ob Sie Arbeiter sind, Arbeiter kennen, studiert haben oder sonst was sind. Selbst Trump entfleucht hin und wieder eine Wahrheit. Also bitte, machen Sie weiter, wie bisher. Danke.

  6. „Flüchtlingskrise“

    Der Begriff „Flüchtling“ wird mittlerweile sehr inflationär gebraucht.
    Ganz klar ein Flüchtling flieht vor etwas. Man kam aber nur vor einer Bedrohung\Verfolgung fliehen die wirklich existiert. Die Genfer Flüchtlingskonvention formuliert das ganz treffend:

    „Straffreiheit der illegalen Einreise, sofern der Flüchtling sich umgehend bei den Behörden meldet und er unmittelbar aus dem Fluchtland kam (Art. 31 Abs. 1).“

    Unmittelbar ist das Stichwort. In sicheren EU-Ländern die zwangsweise auf dem Weg zu uns „durch-flohen“ werden müssen, bestehen keine unmittelbaren Fluchtgründe.
    Also vor was fliehen diese Menschen dann ?
    Nun vor einer schlechteren sozioökonomischen Perspektive im Vergleich zu ihrem Ziel \ Wunschland. „Armut“ ist aber kein anerkannter Fluchtgrund, andernfalls wären mindestens über 1 Mrd Menschen asylberechtigt.

    Okay wenn wir alle etwas zusammenrücken – wie die Parteiführung der Linken immer so schön plakativ formuliert – würde das auch noch hinhauen. Finanzierung kein Problem – jeder der mehr als das Existenzminimum als Einkommen hat wird halt zwangsenteignet.
    Nun wären Platz(Vernünftiger Wohnraum) und Finanzierung die einzigen Probleme der Migrationskrise wäre sie nur halb so schlimm.
    Irgendwie ist aber die sozioökonomische Perspektive in Deutschland unerwartet so schlecht, dass die Frustration steigt. Schuld ist natürlich die aufnehmende Gesellschaft aufgrund mangelnder Integrationsfürsorge. Es ist daher nicht verwunderlich, dass dann die Kriminalitätsstatistik minimale Besonderheiten aufweist.

    Aber zum Glück kennt unsere Toleranz gegenüber Straftaten genau wie das Asylrecht keine Obergrenze, sie ist also grenzenlos.

    Überhaupt sind Grenzen so was von 1933, denn Grenzen kann man ja nur mit tödlichen Waffen und dem Afd-Schießbefehl effektiv schützen… und über Grenzzäune und Grenzkontrollen braucht man erst gar nicht diskutieren. Eingezäunte und gesicherte Freiluftveranstaltungen gerne – aber bitte nicht an unseren Grenzen! Denn das gäbe ja unschöne Bilder – gewaltsame Grenzübertrittversuche lassen sich nun mal nicht mit Teddybär-werfen stoppen.

    Aber an manche Bilder wie von „gesprengten“ Veranstaltungen kann und sollte man sich gewöhnen, denn der „Einzelfall-Terror“ gehört mittlerweile zum allgemeinen Lebensrisiko. Man könnte ja auch beim Joggen vom Blitz getroffen und von einem Auto überfallen… ehm überfahren werden.

    Außerdem sind wir ja sowieso auch alle selbst Schuld, wir stehen ja nicht alle vor Ramstein und verhindern die Drohnenangriffe, denn wer hier ausnahmsweise mal nicht tolerant ist,ist genauso verantwortlich, denn die Terroristen sind ausnahmslos direkt oder indirekt Opfer solcher Angriffe und sie können ja nicht anders als die Verantwortlichen zu bestrafen.

    Verantwortlich ist aber bei Gott keineswegs der Islam. Alle die sich auf den Koran und dessen Suren berufen um allerlei kulturunsensible Taten zu rechtfertigen, sind religiöse Legastheniker, die die vollkommen friedliche Essenz dieser Religion nicht erfassen können. Dumm nur das irgendwie diese hyperschnellbeleidigten Koranfalschversteher gefühlt die Mehrheit bilden, gerade wenn es darum geht sich mit Kritikern und Andersgläubigen auseinanderzusetzen.

    Überhaupt haben wir eigentlich gar nicht so große Probleme.
    Deutschland ist eindeutig sicherer geworden (mögliche Unsicherheiten sind nur gefühlt!).
    Wir bekommen weiterhin DemnächstVielleichtBald-Fachräfte für unsere wachsende Wirtschaft.
    Integration funktioniert – wir (Deutschen) haben uns beinahe angepasst.
    Deutschland gehört (fast) zum Islam
    Die Streitigkeiten und Spannungen in der EU sind nahezu beseitigt.
    Und das alles wegen Merkel und ihrem Team !

    Also gibt es für die Bundestagswahl nur eine Alternative:
    We love Raute ! – für eine grenzenlose Zukunft ohne Sorgen \ sorgenlose Zukunft ohne Grenzen \ grenzenlose Sorgen ohne Zukunft.

  7. Und die Alternative, Frau Bonath? Das schon lange etwas nicht stimmt in Europa spürt selbst der Ahnungsloseste. Aber wie sieht die Alternative aus? Wohin mit der Wut? Und wie kann ich mich, ja ganz persönlich zur Wehr setzen?
    Ihre Artikel bringen mich nicht weiter und die Karl Marx Kacke habe ich mit 16 schon hinter mich gebracht. Auch sie teilen alles nur in schwarz und weiß. Das bringt keinen weiter, der täglich auf der Baustelle oder anderswo seine Hände dreckig macht, vorrausgesetzt er kann ihre Artikel in dieser „Sprachlichkeit“ überhaupt nachvollziehen und verstehen. Und da sind wir schon wieder bei der Elite, Frau Bonath. Erklären Sie es doch mal den einfachen Menschen und versuchen diese mitzunehmen. Ich finde ihre Argumentation entstammt auch nicht gerade aus der Erfahrung gelebten Lebens, sondern vielmehr entstammen diese auch einer Ideologie.

    • Ergänzend:

      Über das Jammern und Lamentieren über die Machteliten können unser Mächtigen nur lachen, denn dies hat ohnehin nicht den geringsten Einfluss, ändert gar nichts, zementiert höchstens deren Macht.

      Würden die Vorstände ausnahmslos all unserer europäischen Institutionen, Organisationen, Parteien und dergleichen glaubwürdig und namentlich hinterfragt, in Frage gestellt, von ihnen Rechenschaft und für ihr Handeln Verantwortung eingefordert, so würde ihnen und den Machteliten alleine schon dadurch ihr Lachen im Halse stecken bleiben und ein Anfang wäre zumindest gemacht.

      Von Seiten der Medien sind keine Ansätze auszumachen die Vertrauen von Seiten der Bevölkerung rechtfertigen würde. Zu sehr wird sie von den Medien überheblich als unmündige Manipulationsmasse behandelt statt als gleichwertig respektierte Partnerin.

    • Ich muss Artur Recht geben “ Und die Alternative , Frau Bonath ?“ Die wahren und getroffenen Feststellungen helfen uns gar nicht , oder treiben die Wenigen die das verstehen ,weil Sie kein Konzept erkennen es zu ändern , in den Wahnsinn oder in die Resignation ? Wie wäre es wenn alle Kommentatoren gemeinsam auch mal überlegen und das einfordern könnten, was uns hilft diese Zustände zu verändern ? Wie können wir die brennenden Fragen nach der sinnvollsten Form einer Veränderung der Zustände hier erörtern ? ist vielleicht unser gelebter Pluralismus das Hindernis für eine Revolution ?
      Ich freue mich auf eine vielfache Antwort !
      beste Grüße R.

    • @ Raymond
      Das sehe ich anders, denn erst überprüfe ich meine Vorstellungen, die mein Handeln/Verhalten bestimmen. Alles was einer veränderten Vorstellung der Welt folgt, erfolgt spannenderweise fast von alleine. Daher ist etwas anderes als eine Analyse auch nicht erforderlich.

      Wer seine Vorstellungen von der Welt nicht ändert, für den gilt Einsteins Definition von Wahnsinn:
      Immer wieder das gleiche zu tun und andere Ergebnisse erwarten

      Die Alternative ergibt sich erst aus den eigenen Vorstellungen:
      Eure beruht darauf, daß einer kommt und euch sagt, was genau ihr tun sollt. Damit zeigt ihr jedoch lediglich, daß ihr das Problem gar nicht erkannt habt.

    • Guten Tag, lieber Herr Oppenhorst,

      woher wissen Sie, ob ich die Arbeit auf der Baustelle kenne und mit wie vielen Arbeitern ich täglich rede? Mit so einigen, kann ich Ihnen sagen. Das größte Problem der heutigen Arbeiter ist totale Zersplitterung und Bewusstlosigkeit. Dafür wird einiges getan. Ich sag nur: Fernsehprogramm.

      Okay, wenn Sie meine Sprache kompliziert finden, werde ich das überdenken. Den Eindruck hatte ich bisher selbst nicht, denn auch mir machen öfter gequält hochtrabende Texte zu schaffen. Es ist schon blöd, wenn man bei jedem dritten Satz nach einem Fremdwort googlen muss. Aber manchmal sieht man den eigenen Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Darum: Danke für den Hinweis.

      Dass Sie mir vorwerfen, einer Elite, ich nenne es „Bildungsbürgertum“ anzugehören, kränkt mich wirklich. Wissen Sie eigentlich, wo ich „studiert“ habe? Auf der Straße. Und ich habe jahrelang in diversen Betrieben gearbeitet, nicht für viel Geld, wenn es Sie interessiert. Und auch jetzt lebe ich nicht auf hohem Niveau.

      Zum Thema Alternative: Ein Journalist hat erstmal die Aufgabe, möglichst objektiv zu berichten. Dann kann man Kommentare verfassen. So wie diesen hier. Kommentare sind Meinungsbeiträge. Es ist nicht mein Beruf, Menschen zu sagen, was sie zu tun und zu lassen haben. Was wollen Sie hören? Soll ich sagen: Wählen Sie den oder die?

      Aber ich kann Ihnen sagen, was ich denke: Die Menschen müssen sich von unten her organisieren. Das setzt aber erst mal ein gewisses Bewusstsein über die Situation voraus. Und an diesem Bewusstsein mangelt es. Ich erlebe es jeden Tag. Da werden alle möglichen Symptome beklagt, aber das Verständnis für ökonomische Zusammenhänge ist leider nicht da. Am ehesten ist es noch unten vorhanden. Der Niedriglöhner sieht am Monatsende in seinen leeren Kühlschrank. Menschen lernen vor allem aus Erfahrungen.

      Dass sich die Menschen von unten organisieren sollten, habe ich übrigens schon in anderen Kommentaren geschrieben. Ich persönlich sehe leider keinen anderen Weg.

      Und was, bitte, finden Sie an Marx so schlecht? Im Kapital hat er erst einmal die Funktionsweise des Kapitalismus sehr profan erklärt. Das Kapital ist langatmig, sehr kompliziert geschrieben. Aber das, was er beschrieben hat, erlebt die Menschheit seit 150 Jahren mit. Aber die Masse strampelt im Hamsterrad, in ihren Pausen ist sie abgelenkt durch Smartphone und Fernsehprogramm… Menschen sind Meister im Verdrängen, das ist nun mal so.

      Also, was wünschen Sie sich. Soll ich zur Revolution aufrufen? Soll ich selbst eine Organisation gründen? Soll ich Bundeswehrsoldaten und Polizisten bequatschen, dass sie aufhören, die Interessen der Herrschenden mit Waffengewalt durchzusetzen, sich also auf unsere Seite stellen? Machen Sie mal selbst Vorschläge. Ich bin gespannt.

    • „Das setzt aber erst mal ein gewisses Bewusstsein über die Situation voraus. Und an diesem Bewusstsein mangelt es. Ich erlebe es jeden Tag. Da werden alle möglichen Symptome beklagt, aber das Verständnis für ökonomische Zusammenhänge ist leider nicht da.“

      Das kenne ich. Das mit dem Bewusstsein wird kompliziert, wenn man sich über die ARD-Mediathek hinaus mit dem 11. September beschäftigt. Seit ich das gemacht habe, bin ich in meiner Familie praktisch nicht mehr anschlussfähig. Völlig sinnlos das ernsthaft zur Sprache zu bringen, die nähmen mich nicht für voll.
      Das wäre ja schon bei Ökonomie schwierig, obwohl es drin sein müsste, wenn man erklärt, das Banken legalisierten Raub betreiben, weil sie Geld verleihen, dass sie nicht haben, und dafür Zinsen nehmen. Das müsste verständlich sein. Trotzdem will da niemand drüber belehrt werden.
      Ist ja schon schwierig, bei Flächentarifverträgen und Lokführerstreiks. Und da könnte meine Familie mitreden. Wir haben einen Lokführer, und der stand ziemlich alleine da. Wir haben auch eine Schneiderin. Die ist geht jetzt in Rente, mit Atrose in den Händen und Fingern – sehr schmerzhaft; und quasi eine Berufskrankheit. Ich habe sie nie gefragt, was sie für eine Rente bekommt. Muss ich auch nicht, denn ich weiß wie sie gelebt hat (übrigens oft beschäftigt in der Automobil-zulieferindustrie), von ihrer Arbeit. 50% davon sind fürn Arsch, und die gibt’s ja nur, bei ununterbrochener Erwerbsbiografie. Dann haben wir KFZ-Mechanikerin, Postbotin, Zahnarzthelferin – so ganz normales Zeug. Und mit denen kann man nicht ernsthaft über Streiks und Flächentarifverträge reden, wenn die Lokführer gerade streiken. Und es muss trotzdem über sie gehen, denn Clemens Füst wird denen keine ökonomischen Grundlagen beibringen, mit denen sie ihre Situation begreifen könnten. Das müssen sie irgendwie selber lernen.

    • Lesesalamander: Arthrose ist keine Berufskrankheit, sondern eine Ernährungskrankheit, so wie alle sog. „Zivilisationskrankheiten“. Aber Ernährung, die Grundlage für unser körperliches und geistiges Gedeihen, ist ja leider immer noch erst bei einer kleinen Minderheit ein Thema. Ich will da jetzt gar nicht nur auf Veganismus hinaus, sondern auf die ganze Suggestions-industrie, die uns nach Strich und Faden belügt und betrügt und uns tagtäglich mit ihren Produkten vergiftet, wenn wir nicht aufpassen. Sehen Sie sich doch mal auf QuerdenkenTV
      „Giftquelle Nahrung“ an mit Walter Häge. Wussten Sie, dass die meisten Fruchtaromen in den konventionellen Yoghurts aus Exkrementen genmanipulierter Schimmelpilzen bestehen? Und das ist ja nur ein Beispiel aus dieser Nahrungspalette des Grauens. Kein Wunder, dass dabei immer mehr monströs aussehende Menschen entstehen, die ohne die giftigen Medikamente der Pharmaindustrie ihr Leben gar nicht mehr aufrecht erhalten können. Mit den Menschen wird es genauso gemacht, wie mit den Tieren in den Tierfabriken. Das wäre mal das erste, was allen zu Bewusstsein kommen müsste und dann kann man weiter sehen.

    • So viele tolle Menschen zu sehen, die aufgewacht sind, gibt mir Kraft. Auch wenn welche ein anderes Thema mit dem Vorherigen einleiten oder manche leicht vorwurfsvoll versuchen andere zu kritisieren, merkt man dennoch: Wir wollen alle das selbe. Gerechtigkeit, Aufklärung, echte Demokratie, realistische Alternativen, denn das alte System ist längst gegen den Eisberg gestoßen, es merkt nur die first class etwas verzögert.

      @ Franz M. Arwee mal wieder erfrischend inspirierend, Deine weisen Worte. Die „veränderte Vorstellung der Welt“ hat mich glatt an Lines von Samy erinnert:

      „Und ich danke unsern Eltern für die Perspektivenwechsel
      Alle diese Plätze, alle diese Gegensätze
      Formten diese Menschen einen Weltbürger
      Hab’s schnell erkannt
      Man wird nicht tolerant, schaut man nicht über den Tellerrand“

      @Lesesalamander bitte nicht verzagen. Familie und enger Bekanntenkreis ist die erste experimentelle Station, um an Techniken zur Aufklärung zu feilen. Vielleicht vorerst weg von Streiks und Tarifverträgen und an generellen Themen wie Feindbilder, Strukturen debattieren oder erstmal eine gesunde Skepsis an Nachrichten aus den Medien näher bringen?

      @Je m’en vais (btw schöner Name, kann man glatt als Lebensmotto übernehmen) ja, Ernährung allgemein ist äußerst wichtig und sollte höhere Priorität erhalten. Bei der Verbreitung dessen Wissens sowie bei der persönlichen Umsetzung im Alltag. Umso schöner zu sehen, dass Du darüber informierst und auf spannende Quellen verweist.

      @Susan Bonath zu guter letzt.. nicht nur in gewohnt hervorragender Manier einen informativen und aufklärenden Artikel verfasst (sorry ich will eigentlich gar nichts und niemanden bewerten, also höchstens als Kompliment anzusehen), sondern auch gezeigt, dass man in den Kommentaren auf Kritik eingehen und argumentativ abliefern kann; wobei Meinungen immernoch Meinungen bleiben.

      We are on a good way, mates. Peace.

    • Hallo Franz Maria Arwee ,interessant zu glauben das jeder der eine (neue oder andere) veränderte Vorstellung von der Welt hat auf spannendere Weise von alleine sich diese erfüllt ? Wie soll das gehen ohne den Konsens der Meinungen von der Zukunftsvorstellung aller Beteiligten ? Als Chemiker/ Drogist sage ich Ihnen , das die Analyse ohne die Suche nach dem Gegenmittel des Gifts welches unsere Gesellschaft schädigt sinnlos ist ! Der Mensch sollte doch aktiv mit allen Anderen nach Lösungen suchen, wenn er ein soziales Bewusstsein hat ? Ich glaube die „Aufgewachten “ zu den ich Sie zähle weil ich schon etliche Kommentare von Ihnen gelesen habe , sollten alle Möglichkeiten der Kooperation nutzen,um die “ Aufgeschreckten“ zu erreichen ! Nur was machen wir mit den “ Abgeschrägten“ ?

  8. Was die Zustände betrifft bin ich d’accord mit Ihnen. Aber Karl Marx hat aus meinem Blickwinkel an diesem primitiven Unterjochungsprinzip durch gewissenlose Gewalt nichts geändert und kann daran auch nicht wirklich etwas ändern.Die Ursache liegt viel tiefer. Wir müssen diese ganze Zivilisation in Frage stellen, sonst kommen wir auf keinen grünen Zweig mehr. Es ist die Missachtung des Lebens an sich. Dass diese aber nicht zwingend menschlich sein muss, beweisen die zahlreichen hoch entwickelten Persönlichkeiten unserer Kulturgeschichte mit ihren überlieferten Texten. Wer das Leben so veschleudert, wie das jetzt in der Welt immer rasanter zunehmend geschieht, beachtet auch das eigene nicht und wird es logischerweise verlieren und das mit Recht. Stichworte:
    Waffen-, Pharma-, Tiervernutz-Industrien und nicht zu vergessen: ALL ihre Nutzer.

    • Es genügt nicht, wenn wir unser Leben in Segmente einteilen bzw. wie hier bei KenFM immer nur das Selbstbetrugssystem der Menschheit in Bezug auf das Geld-und Sozialgesetz-System ansehen. Wenn wir uns während dessen ständig mit giftigen Medikamenten und giftigen Lebensmitteln kränken lassen, verbessern wir unser Leben damit auch nicht. Was nützt mir eine gut bezahlbare, gemütliche Wohnung, wenn ich ahnungslos durch die genannten Gifte sowieso krank gemacht werde? Es gibt in komfortablen, teuren Wohnungen heute mindestens genauso viel schwer kranke Menschen wie in billigen Wohnklos. Das niederträchtige System muss endlich insgesamt betrachtet werden. Es muss ein neuer Mensch entstehen.

  9. Achja, liebe Susann, ich mag ihre Texte. Sie sind nur meist noch etwas zu zärtlich im Umgang mit den Eliten. Beispiel:
    „Er [Clemens Fuest] will den Patienten mit allen Mitteln am Leben erhalten. Vermutlich notfalls auch mit Faschismus.“

    Das suggeriert, das der Faschismus noch kommen möge. Leider ist er längst da, und schlimmer als damals. Ein praktisches Beispiel ist dies: Die Nazis haben auf irgendwelchen obskuren Wegen Menschen (praktisch aber nicht ausschließlich Juden) zu Parasiten und Untermenschen erklärt, und dann eine Industrie aufgebaut, um sie zu ermorden. Das war furchtbar- Damals waren also die Menschen der „Zweck“ und die Industrie das „Mittel“ der Wahl (und nebenbei der Feind sehr deutlich auszumachen). Inzwischen haben sich die Rahmenbedingungen ins Gegenteil verkehrt (und Verantwortung trägt heute überhaupt niemand mehr). Heue ist die Wirtschaft das goldene Kalb, und wenn es daran geht es zu füttern, dann dürfen Menschen sterben (durch Hungern, Ertrinken, Verdursten, Krankheit, Sucht, Kindersterblichkeit…), oder auch gleich ermordet werden (Tretminen, Giftgas, Uranmunition, Regimechange, …) . Also ist die Industrie das Ziel, der Zweck und die Menschen sind das Mittel der Wahl um ersteres zu erreichen. Eine hübsche Umkehrung Kantscher Ethik ist das.

  10. Ich möchte hier noch den aktuellen Artikel Frau Bonaths bei RT Deutsch ergänzen:

    Neues aus den Unterklassen: Das Prinzip „Teile und herrsche“ funktioniert
    4.09.2017 • 06:30 Uhr

    In den unteren Schichten tobt der Verteilungskampf. Die Menschen konkurrieren um Jobs, bezahlbare Wohnungen oder Zugangsberechtigungen für die Tafel. Die Angst, zu kurz zu kommen spaltet die Gesellschaft in „Wutbürger“ und „Gutmenschen“. Doch statt Lösungen bieten beide Fraktionen nur Polemik an.
    von Susan Bonath

    (…)
    Wohlfühloptimismus versus Panikmache

    Dass die Lohnarbeitswelt immer unsicherer, prekärer und flexibler wird, ist kein Geheimnis. Platte CDU-Wahlkampf-Prognosen von einer Vollbeschäftigung in wenigen Jahren ändern daran nichts. Auch weitere Steuersenkungsfantasien von FDP und AfD für die besonders Vermögenden sind Wolfspläne im Schafspelz. Sie können am Ende nur zulasten des Sozialstaats gehen. Dass die Genannten gemeinsam mit der SPD, den Grünen, weiten Teilen der Linken und vielen anderen Parteien an einem wirtschaftlichen Eigentums- und Lohnarbeitsmodell des 19. Jahrhunderts festhalten, das angesichts des technischen Fortschritts längst ausgedient hat, macht es nicht besser.

    Wenn die besonders humanistische Wohlfühlfraktion den wachsenden sozialen Verwerfungen schlicht mit „mehr Mitmenschlichkeit“ begegnen will, ist das naiv. Es ist zynisch gegenüber jenen Einheimischen, die teils zurecht – Hartz IV sei dank – um ihre hart erkämpfte Existenzgrundlage fürchten. Wer annimmt, die Wirtschaft würde nicht auf die Geflüchteten als künftige Billigjobber-Reserve schielen, ist weltfremd.

    Doch wer glaubt, dass die Bundesregierung deutsche Arbeiter mit mehr Rechten und höheren Löhnen beschenken würde, wären keine Flüchtlinge da, befindet sich genauso auf dem Glatteis der Fantasie. Zur Erinnerung: Die Agenda 2010 mit harten Repressalien gegen „arbeitsunwillige“ Hartz-IV-Bezieher war es, die seit 2005 zu acht Millionen Beschäftigten im weiter wuchernden Niedriglohnsektor geführt hat.
    (…)
    Wirtschaftskriege produzieren Wirtschaftsflüchtlinge

    Wenn es ums Abschieben geht, unterscheiden Parteien von stramm rechts bis hin zur Union und Teilen der SPD gerne zwischen politischen und Wirtschaftsflüchtlingen. Sie tun so, als hätte Wirtschaft nichts mit Politik zu tun, als wären Elend und Hunger angenehmer als Angst vor Bombenhagel. Menschen fliehen, wenn ihre (Über)Lebensperspektiven schwinden. Das ist seit Jahrhunderten nicht anders.

    Staaten führen Kriege längst nicht nur mit Waffengewalt. Freihandelsabkommen, Kapitalexport, Einverleibung von Ressourcen durch private Unternehmen treiben Milliarden Menschen unter die Fuchtel des globalen Marktes – und meist auch in wirtschaftliche Notlagen. Es geht um private Profit-Interessen von Konzernen, die weltweit miteinander verschmolzen sind.

    Aktuelle Fusionsabsichten von Bayer und Monsanto, Linde und Praxair (Deutschland – USA) oder Thyssenkrupp und Tata (Deutschland-Indien) weisen die Richtung. Riesige Konzerngiganten dirigieren Markt und Preis. Sie kaufen auf, expandieren und wachsen immer weiter. An nationale Grenzen halten sie sich nicht. Wo von der Energie über Nahrung bis hin zu Krankenhäusern alles privatisiert wird und wo Armeen aufgerüstet werden, versiegt der Sozialetat. Und wo immer weniger menschliche Arbeit benötigt wird, wächst zugleich zwangsläufig die Zahl der Bedürftigen. Wer hier nach nationalen Lösungen sucht, kommt zu spät.
    https://deutsch.rt.com/meinung/56648-neues-aus-unterklassen-teile-und-herrsche/

    Nach meinem Dafürhalten ist es so, wie es von Frau Bonath darlegt wird, die Eigner der Großkonzerne (Finanz-, Rüstungs-, Agrar-, Sonstwas-Konzerne) marodieren über den Globus. Hinterlassen verbrannte Erde (in Gesellschaft und Umwelt) und benutzen den daraus entstehenden Brandbeschleuniger der Flucht, um das Feuer, welches bereits vor Jahren gelegt wurde, auch im Zentrum weiter anzufachen.

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