Tagesdosis 4.9.2018 – 9/11 bleibt der Lackmustest (Podcast)

Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

Hach, diese “Verschwörungstheoretiker” schon wieder, die von JFK über 9/11 bis Skripal einfach nicht glauben wollen, was die Behörden akribisch ermittelt und die Regierungen verlautbart haben, die dauernd von einem sinistren “deep state” faseln, der im Untergrund die Strippen zieht, und die in einschlägigen Publikationen und Foren das Gift, ihre kruden Theorien, immer weiter verbreiten. Mit Erfolg, selbst wenn schon in der Überschrift ihrer Beiträge meist völlig klar wird, dass es sich um irre Behauptungen und nicht um belegte Fakten handeln kann. So titelt etwa das Verschwörungsorgan “Newsweek” in dieser Woche: “CIA and Saudi Arabia Conspired To Keep 9/11 Details Secret” – als ob es einer riesigen Organisation wie der “Central Intelligence Agency” und einem ganzen Staat tatsächlich möglich wäre, über Jahrzehnte irgendwelche Geheimnisse zu bewahren. Zumal doch jeder weiß, dass bei einem solchen Großverbrechen mit vielen Beteiligten schon längst jemand ausgepackt hätte. Zwar macht sich “Newsweek” die Aussage der Überschrift nicht zu eigen und fügt hinzu, dass es sich um ein neues Buch handelt, lässt aber die Verschwörungstheoretiker zu Wort kommen. In diesem Fall zwei hochrangige Anti-Terror-Beamte des FBI:

Für Hunderte von Familien und eine wachsende Zahl von ehemaligen FBI-Agenten ist die Trauer einer weiteren 9/11-Zeremonie mit kaum gedämpfter Wut geschnürt: Es bleibt eine Verschwörung des Schweigens unter hohen ehemaligen US und saudischen Beamten über die Angriffe.

Ali Soufan, einer der führenden FBI-Agenten zur Terrorismusbekämpfung, den die CIA über die Bewegungen der zukünftigen Al-Qaida-Entführer im Dunkeln hielt, sagt “Es ist schrecklich. Wir wissen immer noch nicht, was passiert ist”

Für Soufan und viele andere ehemalige nationale Sicherheitsbeamte stellen die unbeantworteten Fragen zu den Ereignissen, die zum 11. September 2001 geführt haben, diejenigen in den Schatten, die sich auf die Ermordung von John F. Kennedy beziehen, weil “9/11 die ganze Welt verändert hat”.
Es führte nicht nur zu den Invasionen in Afghanistan und im Irak, der Zerschlagung des Nahen Ostens und dem weltweiten Wachstum der islamischen Militanz, sondern auch dazu, dass sich die USA immer mehr zu einem virtuellen Heimatschutz-Polizeistaat entwickelten.
“Ich bin traurig und deprimiert darüber”, sagte Mark Rossini, einer von zwei FBI-Agenten, die der CIA-Einheit Osama bin Laden zugeordnet sind, der sagt, dass CIA-Manager sie auf mysteriöse Weise daran gehindert haben, ihr Hauptquartier über zukünftige Al-Qaida-Plotter in den Vereinigten Staaten im Jahr 2000 und im Sommer 2001 zu informieren.”

Konkret geht es es um die beiden “Hijacker” Al-Midhar und Al-Hazmi, die mit einem Stipendium des Königshauses und betreut von saudischen Agenten unbehelligt in San Diego leben konnten, weil die CIA den FBI-Terrorfahndern nicht mitteilte, dass es sich um bekannte Al Qaida Mitglieder handelte. Aus diesem Grund spielen die  beiden Herren in meinen Büchern “Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9.” (2002), “Fakten, Fälschungen und die unterdrückten Beweise des 11.9.” (2003) und “11.9. Zehn Jahre danach – Der Einsturz eines Lügengebäudes” (2011) eine tragende Rolle und wurden auch ansonsten von mir und anderen schon häufig gewürdigt.

Dass die Vorbereitungen für 9/11 vom FBI nicht gestoppt werden konnten, weil “Al Qaida” mit inoffiziellen Mitarbeitern der CIA besetzt war, die ihre schützende Hand über die prädestinierten “Hijacker” legte – dieses Faktum muss auch weiter vertuscht und verheimlicht werden. Eine gerichtliche Neuuntersuchung der Sache wird nicht stattfinden, denn sie müsste die Legende von Osama und den 19 Teppichmessern als Einzeltätern entlarven und könnte das ganze Lügengebäude 9/11 zum Einsturz bringen.

Die offizielle 9/11-Version ist und bleibt die Fake News des Jahrtausends, das unantastbare Dogma und große Tabu, der Lackmustest für echten Journalismus. Es ist der Haken, an dem nicht gerüttelt werden darf, weil sehr viel daran hängt: das westliche Weltbild, der Krieg für seine “Werte” und die gesamte Seriosität von Politik und Medien. Dass ein Buch zu diesem Thema von “Newsweek” immerhin recht sachlich und ohne dumpfes “Verschwörungstheorie”-Geblöke rezensiert wird, kann in den dunklen Zeiten vor dem 17. Jahrestag der Anschläge da fast schon als Lichtblick gelten.

Mathias Bröckers schrieb zuletzt „König Donald, die unsichtbaren Meister und der Kampf um den Thron“, Westendverlag, und bloggt auf broeckers.com

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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