Tagesdosis 5.1.2018 – Iran: Aufstand der Hungrigen

Ein Kommentar von Pedram Shahyar.

Seit einer Woche demonstrieren bei Dunkelheit Menschen im Iran auf den Straßen. Der Staat und Eliten sind gespalten und verunsichert, die geopolitischen Gegner in Washington, Tel Aviv und Riad feiern eine Party. Es sind noch nicht die großen Massen, die in der Dunkelheit Parolen rufen. Doch diese Protestbewegung ist eine große Herausforderung für den iranischen Staat: Anders als die grüne Bewegung 2009 sind die spontanen Protesten sehr radikal und fordern das Ende der politischen Herrschaft des islamischen Klerus.

Ausgelöst wurden die Proteste durch einen Finanzskandal mehrerer Hedgefonds, die von reichen Mullahs betrieben wurden. Mit hohen Versprechen von 30-40% Zinsen wurden das Erstparte vieler Bürger in die Fonds gelockt. Durch Korruption verschwanden die Anlagen und die Hedgefonds gingen Pleite, viele Menschen verloren ihr letztes Hab und Gut. Bereits im Vorfeld wurden immer mehr Korruptionsskandale bekannt. Ausgerechnet der inzwischen aus dem Kreis der konservativen Mullahs ausgestoßene Ex-Präsident Ahmadinejad veröffentlichte nach der Festnahme seiner Mitarbeiter viele Fälle von Korruption in den religiösen Zirkeln. Die Wut kochte hoch, und gerade im Mashhad, eine Hochburg des konservativen Klerus, kam es zu Demonstrationen. Zunächst wurde der Rücktritt des reformorientierten Präsidenten Rohani gefordert. Doch binnen kurzer Zeit schrien die Menschen Parolen für das Ende des Mullah-Staats. Am deutlichsten war dieser Ruf auf den ersten Demos an der Tehraner Universität: „Reformer oder Konservative: Das Spiel ist aus“!

Die Proteste breiteten sich sehr schnell in bis zu 100 Ortschaften aus. Die Demonstrationen sind eine spontane und dezentrale Bewegung in Reinform. Menschen kommen aus den Häusern auf die Straße, reden miteinander, und ab gewissen Momenten rufen sie Parolen. Anders als 2009 gibt es keine Führungsfiguren, keine einheitliche Farbe oder Forderungen. Die Parolen sind überall unterschiedlich. Bestimmend sind soziale Forderungen nach Brot und besserem Einkommen. Es wird aber auch nach dem alten König gerufen, man hört auch sozialistische Parolen. Es sind keine gigantischen Mengen von Menschen auf den Demos, aber sie können nur stattfinden, weil das ganze Umfeld in den Stadtteilen die Proteste unterstützt. Sie sind nicht geplant, es gibt keinerlei Organisation im Hintergrund. Social Media ist gesperrt, sogar das Internet wurde im ganzen Land für einige Stunden ganz abgeschaltet.

Anders als die grüne Bewegung war die Hochburg der Proteste und die stärksten Zusammenstößen mit Sicherheitskräften nicht in Tehran, sondern in den Provinzen. Am heftigsten waren die Proteste in der Stadt Ize, eine Art Slum-City im Süden Irans. Hier geriet die Stadt für mindestens einen Tag außer Kontrolle der Sicherheitskräfte, einige staatliche Gebäude wurden geplündert. Die Dürren und dramatischen Umweltschäden haben weite Teile der Landwirtschaft im Süden des Landes zerstört, und Ize ist ein Ort der massenhaften Landflucht. Augenzeugen berichten, dass auch in Tehran ganz andere soziale Gruppen auf der Straße sind als 2009: nicht die gebildeten Schichten aus dem Norden bestimmen dieses Mal das Bild der Demos, sondern junge Menschen aus dem Süden der Stadt, die, mit den billigen Klamotten aus den armen Vierteln. Das islamische Regime hatte sich immer als Vertreter der Armen (Mostasafin) erklärt. Nun rufen die Armen auf den Straßen nach Brot und Sturz der „Mullah-Kapitalisten“.

Die soziale Lebenssituation der meisten Iraner ist von großer Unsicherheit und Leid geprägt. „Ursache für den Aufstand hier: die ganze Jugend ist ohne Jobs“, so der Parlamentsabgeordneter aus Ize Khademi. Für unzählige Menschen besteht ihr Alltag aus dem verzweifelten Anrennen für Jobs, während bei einer schwindelerregenden Inflation von über 20% sich ständig alles verteuert. Der niedrige Ölpreis und die Sanktionen des Westens setzten der Wirtschaft weiter zu und schränkten die Möglichkeiten des Staates ein. Die Sanktionen waren aber eine gute propagandistische Hilfe für den Staat, der die wirtschaftliche Misere auf den imperialistischen Westen schieben konnte. Doch auch das Ende der Sanktionen brachte keinen neuen Aufschwung, außer dass einige korrupte Mullahs und ihr militär-ökonomischer Komplex der Revolutionsgarden sich bereicherten. Arbeiter in staatlichen Betrieben bekommen Monate lang keinen Lohn, die Gehälter des öffentlichen Dienstes halten nicht mit der Inflation mit. So kam es in den letzten Monaten zu immer mehr sozialen Protesten im Iran. Arbeiter versammelten sich immer wieder vor Rathäuser und forderten ihre Gehälter, obwohl die Aktivisten ständig verhaftet und jeder Versuch einer Gewerkschaft sofort polizeilich unterbunden wurde. In den Hebko-Werken in Arak und in der Zuckerindustrie im Süden kam es immer wieder zu Streiks. Rentner begannen zu protestieren, weil ihre Renten einfach nicht zum Überleben reichen. Lehrer waren immer wieder auf der Straße für faire Löhne. Nach den Berichten der staatlichen Organisation Isargara gab es seit März 2016 bis Heute 1700 Protestaktionen im Iran mit sozialen Themen.

Für die jetzige Eskalation der sozialen Unzufriedenheit ist auch der neue Haushalt der Regierung Rohani verantwortlich, den man mit der Austeritätspolitik in Südeuropa vergleichen kann. Der Reformer hatte viel Hoffnung geweckt und die Wahlen wieder klar gewonnen. Doch im neuen Haushalt sollen nun Sozial-, -Bildungs- und Gesundheitsausgaben gekürzt werden, während der Militärhaushalt der Revolutionsgarden bis zu über 30% steigen soll. Dies führte zu einer großen Welle der Empörung in den Sozialen Medien, wo auch prominente Fürsprecher von Rohani sich gegen die soziale Ungerechtigkeit äußerten.

Neben den sozialen Ursachen wird die Revolte von einem Freiheitsbestreben der iranischen Jugend betrieben. Die Iranische Gesellschaft ist in vielen Belangen eine Hochburg der Modernität im Nahen Osten. Mit 2 Millionen Studierenden gibt es so viele Akademiker wie in Deutschland, und die meisten Absolventen sind weiblich. Iraner sind weltweit Avantgarde in Social-Media: es gibt allein 40 Millionen Telgram Profile, persisch war zwischendurch die 4. Größte Sprache im Netz. Der Staat allerdings ist diktatorisch und der islamische Klerus ist die höchste Instanz im Staat und der Gesellschaft. Religion ist auch der Grund, warum der Staat sich in das Privatleben und die Lebensweise der Bürger einmischt. Die Spitze und das höchste Symbol der religiösen Bevormundung ist der Schleierzwang für die Frauen. Dieser Widerspruch zwischen der Modernität der Gesellschaft und die Rückständigkeit eines klerikalen politischen Systems ist der Grund, warum soziale und ökonomische Konflikte sofort politisch werden und die ganze Ordnung in Frage stellen. So war es die größte revolutionäre Tat, als letzte Woche in einer spontanen Versammlung auf einem öffentlichen Platz eine junge Frau ihr Kopftuch abnahm und als eine weiße Fahne in die Luft trug.

Sollte die Revolte tatsächlich den iranischen Staat entmachten, droht eine Intervention aus dem Ausland. Die USA und ihre Verbündeten in der Region, allen voran Israel und Saudi-Arabien, warten auf die Gelegenheit, um ihren Rivalen soweit wie möglich zu schwächen. Iran ist ein multiethnischer Staat und die größte Gefahr ist das Anstacheln von ethnischen Konflikten. Im Süden des Landes lebt eine sunnitische Minderheit, im Nordwesten eine türkischstämmige Bevölkerung, an der Grenze zu Irak sind die iranischen Kurden. Trotz vielen ethnischen Ressentiments kam es in der neueren Geschichte Irans zu keinen wirklich großen ethnischen Zusammenstößen. Dennoch ist die Entwicklung in Syrien eine Warnung für den Iran. Der Djihadismus kann aus dem Ausland schnell importiert werden. Aber so leicht wird es im Iran nicht sein, da die große Mehrheit der Bevölkerung Shiiten sind, und auch wegen der Sprache und Kultur ausländische Terroristen sich im Land nicht gut bewegen und verstecken können.

Iran ist ein Schlüsselland für den Nahen Osten: 1979 hat die Revolution im Iran alles im Nahen Osten verändert! Nachdem die Islamisten sich durchgesetzt haben, begann der politische Islam zu einer weltweit relevanten Bewegung zu werden. 2009 hat die grüne Bewegung im Iran eine Welle der Revolten in der ganzen Region inspiriert, die auch die westlich gestützten Diktaturen in Tunesien und Ägypten erschütterten. Eine Demokratisierung Irans und die Entmachtung des Klerus würde wieder die ganze Region verändern. Sollte es gelingen eine Politische Ordnung zu etablieren, die mehr Demokratie und soziale Gerechtigkeit realisiert, würde wieder eine starke Brise der Hoffnung durch den Nahen Osten ziehen.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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11 Kommentare zu: “Tagesdosis 5.1.2018 – Iran: Aufstand der Hungrigen

  1. Glaubt Pedram Shahyar tatsächlich, daß, wie er auf seinem eigenen Blog einem Kommentator antwortet (http://www.pedram-shahyar.de/2018/01/03/iran-aufstand-der-hungrigen/#comment-4), „Revolten nie mit einem ausgefertigtem Programm beginnen“ und veröffentlicht er dort, bspw, Antworten wie die folgende nicht, weil sie seinem „allgemeingültigen“ Demokratieverständnis widersprechen?

    Wer meint, daß die „humanitären Interventionen“ im ehemaligen Jugoslawien, im Irak und in Libyen nicht in Wahrheit völkerrechtswidrige Angriffskriege waren, sowie der gesamte so genannte „arabische Frühling“, einschließlich der „Grünen Revolution“ von 2009 im Iran oder bspw. der Sturz der ukrainischen Regierung im Jahr 2014 nicht von langer Hand vom „Westen“ vorbereitet und finanziert worden sind, muß m.E. zumindest sehr naiv sein.

    Wer das folgende Strategiepapier aus dem Jahr 2009 liest, kann erstaunliche Ähnlichkeiten mit der derzeitigen Entwicklung und den Ereignissen im Iran erkennen und sich fragen, ob die, auch durch Wirtschaftssanktionen begünstigten, kleinen Proteste von Arbeitern gegen Preiserhöhungen und Lohnrückstände in verschiedenen iranischen Städten nicht von bezahlten Marionetten des neokonservativen globalen Establishments in dessen Auftrag und zu dessen Nutzen unterwandert und gekapert werden, wie es bspw. auch in Syrien im Jahr 2011 der Fall gewesen ist.

    Das zumindest befürchten verschiedene unabhängige, namhafte geopolitische Analysten.

    http://www.brookings.edu/~/media/research/files/papers/2009/6/iran

  2. An Schliemanns und DocM

    Nette Polemik. Polemik setzt allerdings voraus, daß man Kenntnis hat von der Sache. Mein Kenntnisstand in Sachen Iran ist auf einer Skala von 1-10 bei ca. 1. Das ist bei der Masse der kenfm-Leser wohl nicht viel besser. Mit anderen Worten, ich habe einfach nicht verstanden, was Sie kritisieren. Dabei möchte ich gerne mehr wissen. Dieser Beitrag und der von Frau Wild haben mir da schon mal geholfen.

    Kenfm bietet mit seiner Kommentarfunktion weitgehend die Möglichkeit, auch Informationen und tiefere Einsichten zu gewähren. Ich wäre dankbar, wenn Sie dazu beitragen könnten, indem sie Ihre polemische Kritik verständnisfördernd formulieren. Danke.

    • Gerne versuche ich Ihr Verständnis zu fördern, indem ich Ihnen die Erkenntnisse formuliere, die ich aus der Lektüre dieses Beitrags gewinnen konnte.

      „Die Demonstrationen sind eine spontane und dezentrale Bewegung in Reinform.“
      =in KEINSTER WEISE gesteuert.

      „Ursache für den Aufstand hier: die ganze Jugend ist ohne Jobs“
      Und wo ist der Aufstand in den europäischen Ländern mit höherer Jugendarbeitslosigkeit?

      „Für unzählige Menschen besteht ihr Alltag aus dem verzweifelten Anrennen für Jobs, während bei einer schwindelerregenden Inflation von über 20% sich ständig alles verteuert.“
      Dann kann sich Deutschland schon mal vorbereiten (tut es ja auch…). Tönt nach NEOLIBERALISMUS, wird hier aber der Regierung zugeschrieben.

      STAATSPROPAGANDA:
      „Die Sanktionen waren aber eine gute propagandistische Hilfe für den Staat, der die wirtschaftliche Misere auf den imperialistischen Westen schieben konnte.“
      Propaganda betreibt stets der Böse, beim Guten wird dasselbe Aufklärung genannt. So erkennt man, auf welcher Seite ein Autor steht.
      Der imperialistische Westen ist bei der iranischen Revolution nur Sündenbock, nicht Verursacher.

      „Doch auch das Ende der Sanktionen brachte keinen neuen Aufschwung, außer dass einige korrupte Mullahs und ihr militär-ökonomischer Komplex der Revolutionsgarden sich bereicherten.“
      Die REGIERUNG ist KORRUPT.
      Im Iran gibt es einen militärisch-industriellen Komplex zur Bereicherung der Herrschenden. -> Die Regierung im Iran ist nicht besser als die Regierung der USA. Die Regierung des Iran sind die Bösen (während die Demonstranten sich für das Gute einsetzen und die üblichen Imperialisten diesmal nur zuschauen).

      „Arbeiter versammelten sich immer wieder vor Rathäuser und forderten ihre Gehälter, obwohl die Aktivisten ständig verhaftet und jeder Versuch einer Gewerkschaft sofort polizeilich unterbunden wurde.“
      Berechtigter Protest und Organisation desselben werden mit Repression unterdrückt. -> DIKTATUR, AUTORITÄRER STAAT
      „Der Staat allerdings ist diktatorisch
      „Religion ist auch der Grund, warum der Staat sich in das Privatleben und die Lebensweise der Bürger einmischt.“
      -> GOTTESSTAAT, UNTERDRÜCKERREGIME, Bürger haben zuwenig FREIHEIT.

      UNTERDRÜCKUNG DER FRAUEN:
      „Die Spitze und das höchste Symbol der religiösen Bevormundung ist der Schleierzwang für die Frauen.“
      „So war es die größte revolutionäre Tat, als letzte Woche in einer spontanen Versammlung auf einem öffentlichen Platz eine junge Frau ihr Kopftuch abnahm und als eine weiße Fahne in die Luft trug.“
      -> Dieses Mal geht es um MENSCHENRECHTE.

      Die iranische Regierung ist mit der TROJKA zu vergleichen:
      „Für die jetzige Eskalation der sozialen Unzufriedenheit ist auch der neue Haushalt der Regierung Rohani verantwortlich, den man mit der Austeritätspolitik in Südeuropa vergleichen kann.“

      Es geht um FREIHEIT:
      „Neben den sozialen Ursachen wird die Revolte von einem Freiheitsbestreben der iranischen Jugend betrieben.“

      „Sollte die Revolte tatsächlich den iranischen Staat entmachten, droht eine Intervention aus dem Ausland.“
      Das Ausland wird hier erst eingreifen, wenn die Regierung bereits entmachtet ist. Siehe oben, „dezentrale Bewegung in Reinform“.

      REGIME-CHANGE:
      „Eine Demokratisierung Irans und die Entmachtung des Klerus würde wieder die ganze Region verändern.“
      Ziel ist eine DEMOKRATISIERUNG Irans, welche wohl eine Entmachtung der Regierung erfordert. Welche Form von Demokratie wäre denn für den Iran aus Sicht des Autors geeignet und würde die gewünschte Veränderung der Region bringen? Eine wie die deutsche, oder die amerikanische? Oder wie die lybische, vielleicht wie die wahabitische? Wer bestimmt, in welche Richtung der Iran demokratisiert wird? Die Iraner? Oder Washington?

      „Sollte es gelingen eine Politische Ordnung zu etablieren, die mehr Demokratie und soziale Gerechtigkeit realisiert, würde wieder eine starke Brise der Hoffnung durch den Nahen Osten ziehen.“
      Ist mangelnde Demokratie und soziale Ungerechtigkeit wirklich ein iranspezifisches Thema? Oder könnte, ja müsste man sogar verallgemeinernd sagen „…über die Erde ziehen“? Handelt es sich hier nicht um einen Widerspruch zur Forderung nach Demokratie, bzw. ist die „Demokratie“ wirklich die starke Brise der Hoffnung, die mehr soziale Gerechtigkeit herbeiweht, mit welcher wir so gute Erfahrungen gemacht haben, dass wir sie in bester Absicht mit reinem Gewissen selbstlos exportieren können, damit die Welt eine bessere wird?
      Würde dieser edle Zweck gegebenenfalls auch „friedenssichernde Massnahmen“ rechtfertigen? Wenn die Revolutionäre ihr gutes Ziel nicht aus eigener Kraft erreichen, dürfen wir dann auch Geld, Waffen und Ausbildner, vielleicht gar Söldner liefern?

      Der REGIME-CHANGE scheint diesmal alternativlos. Weil es im Iran anders ist.

      Siehe auch den heute im Rubikon erschienenen Beitrag:
      <a href="https://www.rubikon.news/artikel/auf-dem-weg-nach-persien&quot;
      Stimmt es, dass Pedram Shahyar Mitglied im „Netzwerk junger Iraner in Berlin“ ist, und was bedeutet das? Wessen Interessen vertritt er?

  3. Petra Shayar: und hier eine Vollblutpropagandadosis wie sie besser nicht in Öffentlich Rechtlichen Dummfunk hätte erscheinen können. Und das auf KenFm. Schlimm, wirklich schlimm! Natürlich ist offensichtlich dass Trittbrett Fahrer der anfänglichen sozialen Proteste (wg.neoliberaler Kürzungspolitik der jetzigen Regierung) diese immer mehr für sich vereinnahmen wollen bes. Mit der Agenda Kritik für Iran Unterstützung im Kampf gegen ISIS (mit RF in Syrien und Irak). Das Volk im Iran unterstützt diesen Einsatz zuletzt mit knapp 70%.
    Natürlich werden die Proteste jetzt von Israel Saurabien USA gepusht.
    Diese Tagrsdosis hätte in Heute ausgestrahlt werden können.

  4. Lieber Pedram, verwundert bin ich durch dein Kommentar, in dem folgendes vorkommt: Iran als multiethnisches Gebilde, die demokratisiert werden sollte… Hattest Du bei deinem Motorradtour durch die USA nur Landschaften besucht oder auch paar Think tanks? 😉 Dabei führst Du Sunniten als Ethnie auf!!! es ist eine Religiöse Minderheit(vor den Safaviden die Mehrheit; gerne kannste mal forschen was die Venezier durch Martas Heirat mit dem Thronfolger der Safaviden beabsichtigt haben( jedenfalls waren die Osmanen danach an der Ostflanke beschäftigt und der Westen war vorerst geschont). Dann erzählst was vom Türkstämmige Bevölkerung! Wenn Du die Azeris meinst: es ist ein Unterschied, ob ein Teil des Iranischen Volkes(es gibt nur ein Volk!!!) wegen der Geschichte Türksprachig oder arabischsprachig geworden ist zum ..stämmig.. Oder sind ngolaner und Mozabiker portugisischstämmig? Dein Kommentar kommt harmlos her, beinhaltet aber alle Punkte der Separatisten und Neoliberalen Einflüße… falls Du deiner Muttersprache mächtig bist, kannst mal Kasravi lesen: Azari, Ya Zaban Bastan Azarbaygan: Azari, Or the National Language of Azarbaijan. Abgesehen von den Afghanischen Flüchtlinge ist die Mehrheit der Bevölkerung länger als 1000 Jahre in den heutigen Grenzen angesiedelt, von der Warte der BRD aus, dessen Zusammensetzung und Bevölkerung nur paar Jahrhunderte sich zusammengeschlossen haben, klingt das wie ein schlechter Witz vom Multiethnizität beim Iran zu sprechen.
    Wenn der Ölpreis steigt, ist ein gebürtiger OPEC-Land-Bürger nicht unbedingt der geborene Experte, um sich zu diesem Thema zu äußern! ps: 25% der hashtags, die die Iranische Bevölkerung aufstacheln soll, ist aus fake Land Saudi Arabien, 4% aus BRD, in BRD leben über 100.000 Iranischstämmigen in Saudiland sicher unter 1000 Leute.

  5. Ein propagandistische Artikel der guten Sorte.
    Keine Lügen, aber die halbe Wahrheit.

    Die Demokratie in Iran wurde dreimal durch den Westen umgeworfen, 1911, im zweiten Weltkrieg und in 1953.
    1953 war Iran ein ziemlich verwestertes Land, aber die demokratische Regierung Mossadeq hatte die Mut das Iranische ÖL zu nationalisieren, gegen Entschädigung.
    USA und GB gingen zum Internationalen Hof in Den Haag, das erklärte sich unbefugt.

    Wenn es kein Recht gibt, dann Gewalt, und so stürzte die CIA Mossadeq, und wurde der USA Marionet Shah zurück geholt.
    Die CIA instruierte Shah wie alle politische Opposition zu vernichten.

    Aber 1979 befreiten die Islamische Geistlichen das Land.
    Wegen Vietnam konnt die USA kein Krieg führen, das unterwerfen sollte durch denn USA Marionet Saddam geschehen.
    Viele Jahre Krieg, etwa drei Millionen Tote, aber Saddam scheiterte, und wollte kein Marionet sein.
    Bush sr und Bush jr vernichteten Sadam, und nebenbei den Irak.
    Eine Million Tote, unnd grosse Teile Irak’s unbewohnbar für Milliarde von Jahren, 2000 Tonnen Uranium verursachen Krebs und Geburtenabweichingen.

    Sanktionen gegen Iran, aber die Geistlichkeit fiel nicht.
    Es scheint das wie überall Macht korrumpiert, die Geistlichkeid lebt in Luxus.
    Aber das verursacht natürlich kein Hunger, das sind die Sanktionen, und die Kosten der Bewaffnung.
    In wie fern, wie in 1953, wieder das Westen versucht ein Austand herbei zu kriegen, wissen wir nicht, das das Westen das tut, geholfen von Israel und Saudi Arabien, ist sicher.

    Jemand der vor kürzem Iran besuchte erzählte mir wie die junge Leute genug haben von die Geistlichkeit die das Land beherrscht.
    Das stimmt.
    Aber von 1953 bis 1979 hatten die Leute mehr dan Genug von den Shah.

    Wie Iran sich entwickelt haben würde wenn die 1911 Demokratie sich hätte entwickeln können, wer kann es sagen ?

    W. Morgan Shuster, ´The strangling of Persia, Story of the European diplomacy and oriental intrigue that resulted in the denationalisation of twelve million Mohammedans’, New York, 1912

    Roy Mottahedeh, ‘The Mantle of the Prophet, Religion and Politics in Iran’, Oxford, 1985, 2000

    Nikki R. Keddie, ‚Roots of revolution, An interpretive history of modern Iran‘, 1981, New Haven and London

    Alan Friedman, ‘Spider’s Web, Bush, Saddam, Thatcher and the Decade of Deceit’, London, 1993

  6. Noch bevor die „Proteste“ begannen, wunderte ich mich über neuerdings ausbleibende Tro(u)mpetenstöße Richtung Iran, wo doch vorher nimmermüde über den „schlechtesten Deal aller Zeiten“ geschmettert wurde. Jetzt ergibt auch das möglicherweise einen Sinn.

  7. Vielen Dank für die Schilderung der inneren Zustände im Iran. Ich empfinde aus verschiedenen Gründen eine herzliche Zuneigung zu diesem starken, schwer geprüften Volk. Vor einiger Zeit las ich, dass die Suicidrate dort eine der höchsten in der Welt sein sollte. Ich wünsche den Menschen dort alles Glück für die Zukunft. Was können wir da tun, außer beten?

    • Aufhören mit die Sanktionen, aufhören mit USA, Israel und Saudi Arabien unterstützen.
      Die Palestineser ei Teil ihres Landes zurück geben.
      Gute Beziehungen anknöpfen, so das IRan nicht mehr bedroht wird.
      Wie man die Geistlichkeit die Macht entnimmt, nicht einfach, wie in Nord Korea.
      Aber ein wirtschaftlich freies Land kann nicht lange totalitär bleiben, wie China zeigt.
      Dort haben die Kommunisten noch immer die Macht, aber sie sind gezwungen die Chinesen ein besseres Leben zu geben.
      Chinesen scheinen nicht in Demokratie interessiert zu sein, aber wollen gut regiert werden.
      Ich denke das auch die Iranier mehr interessiert sind in ein besseres Leben, wirtschaftlich, und ohne geistliche Zwang, dann wahlen zu können, wie in Iraq ,auf USA Marionetten.

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