Tagesdosis 5.2.2020 – SPD will uns ver-linken

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Der SPD ist es gelungen, einen außergewöhnlichen Coup zu landen. Der Stern schreibt (1) sogar, es sei der SPD, besser deren Mitgliedern, eine Revolution gelungen, da mit 53,06 Prozent Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans die Wahl zur SPD-Spitze gewonnen haben. Beide wollen, und hierin verbirgt sich wohl die Revolution, die Partei mehr nach links ausrichten. Wou, welch revolutionäres Wirken! Was könnte sich dahinter wohl verbergen? Wollen sie, dass ein oder zwei Mal mehr im Jahr über Karl Marx geredet werden soll? Oder wollen sie mehr und weiter die Andersdenkenden in diesem Land zur rechten Brut erklären? Kann das gut gehen, wenn die SPD weiterhin als die Fratze der Abgehängten fungiert und nicht an die Agenda 2010 heran will, sie nämlich revolutioniert, indem sie sie einfach abschafft? Davon nicht ein Wort, keine einzige Silbe dazu, dass das linke Auge der SPD ein rechtes, ein neoliberales Auge geworden ist, bloß um mitzuregieren. Tja, um mitzuregieren, hat sie die ärmere Bevölkerung mit ihren sadistischen Stiefeln in den Masochismus getreten. Nennt sich Hartz IV. Ferner hat ihr Außenminister Sigmar Gabriel die glimmende Kriegskeule derart mit Sauerstoff angereichert und zum Brennen gebracht, dass unter seiner Ägide ganz besonders viele Rüstungsgüter in Krisenregionen verkauft werden konnten. Linker also soll sie werden die SPD, oder doch weiterhin nur mehr linkisch? 

Ich will ihn kurz halten, diesen Artikel, denn viele Worte ist die SPD nicht mehr wert. Ich weiß was diejenigen bekommen, die sie wählen werden und die davon überzeugt sind, dass nun eine Revolte in der SPD stattfinden wird, bloß weil zwei Bindeglieder zwischen dem Schimpansen und den Sapiens zur Wunderformel der allgemeinen Verblödung der Massen voranschreiten darf, einem Versprechen zu frönen, die SPD aus dem Malstrom heraus zu navigieren. Oder besser gesagt, sich selbst noch tiefer in die Karriereleiter der Destruktivität fest zu bohren, um das allgemeine Elend möglichst zu verschlimmbessern. GroKo-skeptisch sollen diese beiden Revolutionäre sein. Beide sollen der Regierung die Rote Karte gezeigt haben, damit ihr Wahlvieh ihnen gegenüber wieder Zutrauen schöpfen kann. Sie wollen künftig an den Sitzungen des Koalitionsausschusses teilnehmen, damit sie ihrem Wahlvieh Regierungsfähigkeit vorgaukeln können. Das Wahlvieh wird das schlucken und jauchzen vor Freude, so, wie es immer den ausgespuckten Kautabaksaft ihrer Lieblingspolitiker genüsslich wiederkäut.

Hat die SPD letztlich nicht doch sich selbst besiegt? Und zwar seit ihrer Wahl zum Einhundert-Prozent-Martin-Schulz-Effekt. Denn da zeigte sie den Wählern, dass ihnen alles egal ist, was mit Sozialdemokratie einst gemeint war. Sie wollte die Politik der Kanzlerin haben und machen, doch schade für sie, dass Madame Merkel sich für die CDU entschied. Vor vierzig Jahren wurde ich SPD-Parteimitglied, weil dort einer Willy Brandt hieß und Frieden mit Russland und Polen machte. Das gefiel mir sehr. Heute sorgt man mit Hilfe des militärisch-industriellen Medienkomplex dafür, dass Millionen Menschen zu Flüchtlingen werden und kein Dach mehr über den Kopf besitzen. Und jetzt, so weiß man sich im linken Lager der SPD wieder das Märchen von den Richtigen zu singen. Haben zwei die neue linke Spitze, das nötige Signal für das Wahlvieh gesetzt, damit sich die längst überfällige Wende in der SPD als Sehnsucht einer anderen Politik aufzeigt. Man, man, man, was sind die Parteigläubigen, die Wähler und wer da sonst noch vor der Wirklichkeit alles davonläuft, für ein sich selbst betrügener Haufen, der sich strikt weigert, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen. Hannah Arendt, einst von der SPD hochgehalten und gemocht meinte, dass man ohne diese Leitplanken erst wirklich zu freiem Denken in der Lage sei. Zu denken also, was andere einem vordenken, ist kein freies Denken. Es ist wiederkäuendes Denken, weil einem das Autoritäre und das Gehorsame so sehr liege.  Wer braucht einen Staat, der über die Parteiendemokratur die Nation in Geiselhaft nimmt und Wähler oder Politikgläubige, die sich mit Krallen und Zähnen dagegen wehren, einsichtig zu werden, über den großen Betrug, in den sie alle anderen mit hineinreißen. 

Die TAZ mahnt (1) an beide, Zitat, diese neue Führung sollte den Spruch von Walter-Borjans‘ Vorbild Johannes Rau beherzigen: Versöhnen statt spalten. Sonst kann aus dem Aufbruch schnell ein Abbruchunternehmen werden. Dass die TAZ selbst sich in den letzten fünf Jahren als ein hervorragendes Spaltwerkzeug gezeigt hat, ist irrelevant. Das aber die SPD mittels Antifa und antideutschen Friedensbewegte spaltet, das sollten diejenigen nicht vergessen, die von diesem SPD-linken Terror Betroffene wurden. Hauptsache, so scheint es immer, man sieht den Spaltpilzsplitter im Anderen und den Spaltpilzbalken vor der eigenen Stirn gar nicht. Ob die beiden sich in der Frage der Kanzlerkandidatur einig würden, wäre bestenfalls eine Lachnummer, da die SPD im freien Fall, ohne einen Fallschirm aufpoppen zu können, mit voller Wucht auf dem Boden der Tatsachen zerschellen wird. Sie hat es schlichtweg verpasst, ihr restlinkes Skelett vor der Verwesung zu retten. Von ihrem demokratischen Anspruch hingegen ist nur noch der Schlund übrig, der zwar noch Geräusch macht, weil Durchzug herrscht. Dieser hingegen von den Geiern schon löchrig zerfressen, keine gehaltvollen Sätze mehr bilden kann.

Vielleicht droht ja das versprochene Heil von den Spitzenpolitikern der Grünen wie einst 1998. Diesmal nicht von Joschka dem Blindenfischer, sondern vom Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter. Fast hätte ich Adolf geschrieben. Was für ein freudscher Versprecher das dann wäre. Der nämlich weiß, wie man Wähler keschert. Er fordert via Klimawandelhitzewellen ein Recht auf Hitzefrei für Büroangestellte und ein Recht auf Homeoffice (3). Hofreiter meint, dass wir dringend einen koordinierten Hitzeaktionsplan benötigen, um die Gesellschaft auf die extreme Hitze vorzubereiten, um unsere Gesundheit zu schützen. Und jetzt, liebe Leserin und lieber Leser dieser Zeilen, kommt der Kalauer des Tages. Anton Hofreiter und die Umweltexpertin der Grünen haben dafür einen Hitzeaktionsplan erstellt. Dieser betrifft folgende Punkte: Recht auf Homeoffice, Recht auf Hitzefrei, Monitoring zur hitzebedingten Sterblichkeit, Hitzepatenschaften, kostenfreie Trinkwasserbrunnen und mehr Grünflächen. Wisst ihr, was ich fordere? Eine Rakete mit zwei Sitzen und zwei one-way-Tickets zum Mond.

Tja, Leute, mit solchen Politikern an der Spitze deutscher Ordnung und Tugenden kann uns nix mehr passieren. Außer ein weiteres Voranschreiten des Untergangs Deutschlands. Egal wen die Wähler heute oder morgen und übermorgen wählen werden. Sie nageln die Andersdenkenden weiter ans Kreuz und verhökern, zumeist völlig in Unkenntnis darüber gehalten, dieses Land in seinen Ausverkauf, damit der neue grüne Anstrich für die unter Fünfundvierzigjährigen, die sogenannte marktrelevante Zielgruppe, auch gewählt wird von denen, die sich der Staat dafür neu gemacht hat. Ihr wisst ja, wenn das Volk nicht mitspielt, dann macht sich der Staat sein Volk neu. Das ist in den letzten fünf Jahren geschehen. Schwarz-grün oder rot-grün oder schwarz-rot-grün. Leute, bleibt tapfer, der Drops ist gelutscht: Deutschland wird de-industrialisiert, darauf könnt ihr einen lassen. Es bleiben ganz tolle Aussichten für all diejenigen die ganz viel von so gut wie gar nichts darüber wissen, was hinter dem Thron so alles abläuft. Für die Meisten ist das etwas, wovon sie nichts wissen wollen, wie damals, als es 1933 losging und von dem dann die Meisten nach 1945 nichts wissen konnten. Das das eine fette Lüge war, wissen wir heute mehr als nur ganz genau, denn: Sie alle entscheiden sich heute wie damals freiwillig dafür, von all dem nichts wissen zu wollen. Das wissen wir deshalb, weil heute ja auch von all dem, was hier jeder weiß, niemand von denen etwas wissen will, der davon ahnungslos ist. Ihr wisst das und sie weisen euch freiwillig ab. Es ist wichtig, dass ihr euch das merkt und es nicht vergesst, damit ihr es sagen könnt, wenn es wieder geschieht.

Was sonst noch geschah? Nun, alles beim Alten, würde ich sagen. Nirgends auch nur das kleinste Problem. Alles easy auf der Erde. Sorgt euch nicht, denn alles ist super, schlaft weiter, geht zur Arbeit, versorgt eure Kinder, denn, Zitat, Boeing-Patzer, Pentagon warnt vor Lücke in Software zur Steuerung von Atomwaffen (4), Zitat Ende. Es riecht nach einer neuen Steueridee, nach Zerstaubungszertfikaten für die anthropogen verursachten Atommächte. Der letzte Satz war Satire, bitte nicht ernst nehmen. Obwohl, eine Greta, die wegen zu viel Staubeinatmen we dare you schreit, wäre jetzt ein Superereignis! Gibts da einen Kameramann, der in der Atomlobby arbeitet und ein Netzwerk zur Verbreitung eines tollen Fotos hat? Ups, schon wieder Satire. Ich höre lieber mal auf, sonst nimmt das hier noch seltsamere Formen an. Lasst euch nicht ver-linken und schon gar nicht von der SPD. 

Quellen:

(1) https://www.stern.de/politik/deutschland/pressestimmen-zur-wahl-von-saskia-esken-und-norbert-walter-borjans-9027946.html

(2) https://www.stern.de/news/walter-borjans–spd-sollte-mit-einem-spitzen–statt-kanzlerkandidaten-antreten-8989182.html

(3) https://www.stern.de/politik/deutschland/gruene-fordern-hitzefrei-und-homeoffice-bei-hohen-temperaturen-8817110.html

(4) https://www.stern.de/digital/online/boeing-patzer–pentagon-warnt-vor-luecke-in-software-zur-steuerung-von-b61-atomwaffen-9119506.html

+++

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

+++

Bildhinweis: Bildagentur Zoonar GmbH / Shutterstock

+++

Alle weiteren Beiträge aus der Rubrik „Tagesdosis“ findest Du auf unserer Homepage: hier und auf unserer KenFM App.

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

+++

Jetzt kannst Du uns auch mit Bitcoins unterstützen.

BitCoin Adresse: 18FpEnH1Dh83GXXGpRNqSoW5TL1z1PZgZK

17 Kommentare zu: “Tagesdosis 5.2.2020 – SPD will uns ver-linken

    • Wer unvoreingenommen den Text liest – und das aufmerksam – kommt nicht umhin, festzustellen, dass der Autor die Realität – also die real existierende SPD und ihr inzwischen Sektenartiges Verhalten, treffend auf den Punkt bringt.
      "Abkotzen" konnte man da nicht lesen – nur wer das Spiegelbild nicht erträgt (nicht weil es einen selber zeigt sondern weil man sich über die Fratze, die man da sieht aufgrund von Realitätsferne erschreckt!) und sich sonst auch nicht um Fakten und Argumente schert, ruft plötzlich danach…..obwohl alles offensichtlich für JEDEN sichtbar ist.

      Lange nicht mehr so einen guten, pointierten Beitrag gelesen und auch wenn er treffend formuliert ist, bleibt er immer noch sehr höflich!

      Danke an den Autor!

    • Die Realität ist schwer auszuhalten wenn man nicht allzu weit entfernt von der Realität lebt.

      Wenn ein Teil der Bevölkerung in den Masochismus getreten wird, dann wird zuvor nicht versäumt von den Genötigten noch die Zustimmung einzuholen. Mit einer Eingliederungsvereinbarung in Hartz IV oder einer Zustimmungserklärung bei Mieterhöhungen wird darauf geachtet, dass der zu Tretende per Unterschrift der eigenen Drangsalierung juristische Legitimation erteilt. Auch beruhigt es das Gewissen des Vollstreckers ungemein, denn schließlich konnte der Delinquent von seiner Vertragsfreiheit Gebrauch machen und diese Unterschrift verweigern. Nicht wirklich, denn entweder erfolgt der Vollzug der Sanktion/Mieterhöhung durch amtliche Verfügung oder gerichtlichen Beschluß.
      Ein perfides Spiel von Macht und Unterwerfung und ganz ohne Safe Word.

      Deutliche Worte von Rüdiger Lenz und noch nicht einmal übertrieben.

    • Eigentlich ist der Kommentar noch viel zu 'weich und vorsichtig' ! Diese SPD war eigentlich schon scheit Ebert und Noske tot. Einzelkämpfer wie Brandt und evtl. Wehner / Lafontaine gaben ein wenig Blut in die leere Hülle, aber das halft nicht viel und nicht lange. Die Liste der Arbeiterverräter in und aus der SPD ist ellenlang…

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/silvan/' rel='nofollow'>@Silvan</a>, nur eins noch: Die SPD hat geschwiegen bei Snowden und Assange. Ich habe davon nichts berichtet, wie von so unfassbar vielen Sünden der "Arbeiterpartei". Ja, ich bin ziemlich wütend über so gut wie alle linken Parteien. Denn diese schaffen es am Besten und am Intensivsten sich vor allem um Personen zu kümmern, die sie dann schreiend an den Pranger der selbstinszenierten Ungeheuerlichkeiten stellen.

      Sie sägen am Deutlichsten an dem Ast, auf dem sie selbst sitzen und das tun sie immer und immer wieder. Kein Zusammenhalt, weil sie riesige innere Probleme haben, die sie auf Andersdenkende projizieren, wie keine andere politische Strömung. Sie sind en Gros unehrlich. Und genau das habe ich, nach vielen Angeboten u d einem großen hin und Her für mich erlebt. Von Sachthemen keine Spur, ich meine damit Sachthemen, die wirklich von Belang für die Menschen sind.
      Wenn Sie, wie ich, hinter die Kulissen dieser linken Strömungen schauen könnten, dann würde Sie wahrscheinlich noch sagen: Was, so harmlos ist diese Kritik!

      Sie wollen also Argumente und Fakten. Nun, die gibt es massenhaft im Netz. Wir alle werden mit diesen Argumenten und Fakten tagtäglich erschlagen, wir ertrinken quasi alle in diesen Fakten. Ich brauche keine weiteren Geschichten und Fakten zu dem großen Gaunerspiel und der Volksverarsche, die hier abläuft. Ich renne nicht dem nächsten Kennedymord oder dem nächsten Welttraumaereigniss a la WTC mehr hinterher und bringe dann die Fakten. Welche sind denn dann die richtigen Fakten? Selbst wenn man wissenschjaftliche bringt, schreien die einen: LÜGE! und die anderen: So kann man das aber nicht sehen. Wir sind hier mkitten im Umbruch, denn jeder ist selbst zu einem Reporter oder Journalisten geworden, dank Internet. Ich sehe das sehr positiv.

      Die meisten Leute, die diese Plattform regelmäßig besuchen sind ja gerade hier, weil man ihnen genau das nicht mehr sagen muss. Die kennen sich prima aus, sind rundum in solchen Sachen aufgeklärt. Kenn Sie das Format MMM (Me, Myself and Media), da werden Sie dann von anderen Fakten zu den öffentlichen Fakten noch einmal hin und her geschüttelt.

      Lesen Sie einfach das Buch: Das Schachbrett des Teufels, mehr Aufgeklärtheit brauchen Sie nie wieder, um zu erkennen, was da abläuft oder das Buch: Die öffentliche Meinung – Weil nämlich das System sie alle so macht. Wer da glaubt, er könne über irgendeine Partei was verändern, der ist entweder unaufgeklärt, was man ja selbst ändern kann, oder im eigenen Ismus völlig verfangen. Frei denken wäre hier der Schlüssel. Das trauen sich aber nicht viele, weil es die umfassendste Konfrontation mit sich selbst und den zuvor gemachten Konditionierungen bedeutet. Da fällt man erst tief und ohne Halt, ohne Leitplanken, wenn Sie verstehen was ich damit meine.

      Schauen Sie nach Thüringen, was da gestern geschah.
      Die Linken und Grünen tun jetzt so erschrocken und breiten das so aus. Aber mal Hand aufs Herz, die sind alle so, weil sie an die Macht wollen. Ich glaube nicht, das Merkel oder sonst wer aus der CDU, nicht mit der AFD koalieren würde, wenn er durch ihre Stimmen Kanzler würde. Denn genau das ist gestern wirklich geschehen, es war ein Koalitionsverhalten. Das Gezeter und die Buhrufe, die sind für das sedierte Volk.
      Empörungsmanagement nennt sich das.

    • Dies Tagesdosis von Bernhard Loyen passt prima zu meiner und ergänzt sie:

      https://kenfm.de/tagesdosis-6-2-2020-titel-thesen-temperamente-die-farce-von-thueringen/

  1. Lieber Rüdiger Lenz!

    Ich bin einigermaßen verwirrt über die Form Ihres Kommentars! Sie ist so ungewohnt brachial und angriffig! Warum ist das so?
    Auch ich, und uns beide trennen nur fünf Geburtsjahre (ich bin der Ältere), habe die Hoch-Zeit der europäischen Sozialdemokratie erlebt. Willy Brandt, Olof Palme und Bruno Kreisky. Diese Zeiten sind Vergangenheit.

    Und dennoch hält die Strahlkraft dieser drei außergewöhnlichen sozialdemokratischen Politiker bis heute an: Sei es in globaler außenpolitischer Hinsicht, sei es im Innenpolitischen.

    Denn die Reibebäume sind die gleichen, sie sind nur gewachsen, und zu viele reiben sich daran.

    Kritik ist angebracht, das ist das Recht der Jugend. Auch wir waren einmal jung, und haben gegen die Alten aufgebehrt – das ist normal. Das heutige Ausspielen Jung gegen Alt hingegen ist eine gefährliche Konstellation: Die heutigen Jungen wollen nicht begreifen, dass die ehemals Jungen (und heutige Alten) für sich und ihre Kinder auch gerungen haben – und so manches heute Selbstverständliches die Frucht der Bestrebungen der Alten ist.

    Schlafende kann man nicht aufwecken, Irregeleitete nicht bekehren. Jeder einzelne muss selbst erwachen, dann kann er von sich aus reflektieren.

    Wenn es ein Aufruf war, dann könnte ich es noch akzeptieren, wenn es „den Frust von der Seele Schreiben“ war, hätte ich es für mich behalten.

    Liebe Grüße
    Daniel Lenz

    • Lieber Daniel Lenz,

      ich schreibe mir nie den Frust von der Seele, denn dieser Frust ist nicht mehr in mir, sozusagen gar keiner.
      Ich schreibe ohne Feindbild, schon seit längerem, doch das heißt nicht, das Feindbilder beim Lesen entstehen. Der Text ist nicht brachial aus meiner Sicht.
      Und das mit der Jugend, darüber habe ich ja gar nicht geschrieben.
      Es entsteht immer so viel im Kopf der Leser. Ich mache mir keine Gedanken mehr darüber, denn wenn ich das machen würde, dann könnte ich jeden Tag nichts anderes mehr tun.

      Die Leser schreiben fast immer: Das ist die beste Tagesdosis die ich je gehört habe UND Was für ein Blödsinn.
      Heute hat man bei Veröffentlichungen gleich Tausende, die das lesen und Hunderte, die darüber dann was schreiben.

      der Artikel soll auch kein Aufruf sein. Es ist einfach nur ein kleiner Artikel über einen Witz, den sich die SPD selbst ausgedacht hat. Ich will nur daran erinnern, dass sich die Leute nicht veräppeln lassen sollen. Das wars schon 🙂

      Liebe Grüße, Namenfetter 🙂

    • "wenn es „den Frust von der Seele Schreiben“ war, hätte ich es für mich behalten."

      Das wäre auch mein dringender Wunsch gewesen, Rüdiger Lenz..

      Denn was ist mit denen, die längst wissen, was alles warum und wie aus dem Ruder läuft – und nur klagen, dass es aus dem Ruder läuft und dass niemand etwas wissen will ?

      Der Erwerb, die Verbreitung und die Debatte besseren Wissens steht ja offenbar noch lange nicht auf dem Programm, das man ja offenbar erst mal von früh bis spät mit Zeter Mordio füllen muss ? ? ?

      Hohe Zeit deshalb u.a. für folgende Alternativ-Überlegungen für neue Gesellschaftsverträge !!

      https://diskursblickwechsel.wordpress.com/2019/11/25/autopoiesis-statt-kratie/
      http://buergerbeteiligung-neu-etablieren.de/000/50.jpg

      . . .

    • Übrigens, da sollten Sie mal die Texte von Ulli Gellermann lesen. Dagegen ist meine Brachialität ein echter Witz 😉
      Ich finde die Texte von Ulli Gellermann übrigens ziemlich gut. Manchmal muss man den Leser richtig wach rütteln.

    • Wozu diese Hetze?

      Inzwischen ist dieses ewige Sticheln von R.Lenz gegen "links" nur noch traurig und vor allen Dingen unwürdig.
      Er lässt wirklich keine Gelegenheit aus, es scheint schon fast pathologisch.
      Selbst neulich bei dem Interview mit Dahlke hat er es gegen Ende noch geschafft, einen Schlenker gegen links einzubauen.

      Besonders heute nach der absurden Wahl in Thüringen liest es sich dann besonders spaßig, wird doch gerade wieder mal überdeutlich, dass die olle SPD von Politikern anderer Couleur noch deutlich in den Schatten gestellt werden kann, was Korruption, Mauscheleien, Gemeingefährlichkeit und Machtstreben betrifft.

      "Tja, Leute, mit solchen Politikern an der Spitze deutscher Ordnung und Tugenden kann uns nix mehr passieren. Außer ein weiteres Voranschreiten des Untergangs Deutschlands."

      Danke! Passt doch perfekt zu den heutigen Vorfällen und diesen Wahnsinnigen, die jetzt Thüringen *wie ehemals* wieder ins Unglück bringen wollen.
      https://www.nachdenkseiten.de/?p=58269

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/gabrieleweis/' rel='nofollow'>@gabrieleweis</a>, ein euer Gesellschaftsvertrag sollte eines wirklich sein, nämlich neu. Das heißt, die Gesellschaft komplett auf neue Füße stellen. Alle Gesellschaftsverträge, die immer bloß eine materielle Welt einschließen, aber die ganze geistige Welt der Menschen ausschließt, ist kein neuer Gesellschaftsvertrag. ein solcher wird die alte Welt wiederbeleben, nur ein bisschen anders eben.

      Steiners soziale Dreigliederung wäre ein wirklich neuer Gesellschaftsvertrag. Aus heutiger Sicht mit ein paar Fehlern, die man aber leicht verbessern kann. das Geld komplett abschaffen, nach Franz Hörmann und die motivationalen Konzepte im Sinne des Nichtkampf-Prinzips in Kooperativität setzen und den Wettkampf des Kapitalismus dadurch ersetzen.

      Und schon würde der Mensch seine heutigen Probleme nicht mehr perpetuieren. Es ist alles da, wenn man wirklich frei denken kann.

    • Lieber Rüdiger Lenz,

      Es ist meine Wahrnehung gewesen, ich kenne Sie sonst anders.
      Ich versuche meine persönlichen Aspekte einzubringen, ohne Verweise und Zitate.

      Noch einmal: Wer schäft, will nicht geweckt werden 😉

      Liebe Grüße, Namensfetter 🙂

  2. Unserer Regierung scheint es nur um den Machterhalt zu gehen.

    Der Spiegel schrieb gestern:
    Große Koalition steigert PR-Ausgaben deutlich.
    Die Bundesministerien geben zusammen etwa 42,8 Millionen Euro für PR aus.

    Aber wie löst die SPD unsere Probleme?
    Die SPD wollte in 2015 „große Kontingente“ von Flüchtlingen gezielt nach Deutschland holen. Ebenso wollte die SPD doch den Familiennachzug erleichtern.

    Gleichzeitig stellen wir uns die Frage, warum die SPD sich ständig ein dermaßen hohes Wahlkampfbudget gönnt. Ebenso besitzt die SPD dermaßen viele Medien, wodurch sie sich dann insofern auch kaum ihr gegenüber kritische Stimmen einfängt.

    Haben wir dann überhaupt noch eine Demokratie mit Inhalten, wenn doch ohnehin ständig das höchste Wahlkampfbudget gewinnt?

    Dann ist doch die Themenarbeit der SPD immer wieder ein wenig Wischiwaschi.
    Jedenfalls forderte Sigmar Gabriel doch auch schon mal ein Eurogruppen-Budget.
    Jetzt ist er doch vor allem auch noch im Aufsichtsrat der Deutschen Bank, wo er fast eine halbe Million EUR kassiert.
    Aber die Deutsche Bank ist nur rein formal kritisch gegenüber der Rüstung eingestellt. Wenn es darauf ankommt, dann macht sie doch vielmehr mit dieser "Bombengeschäfte".
    Insofern haben wir dann eben auch Flüchtlinge.

    Gleichzeitig fordert Herr Gabriel doch für uns Hartz IV-Sanktionen und wir finden das gar nicht nett.

    Ebenso erinnern wir uns daran, dass auch Gerhard Schröder sich nach seinem Amt als Bundeskanzler für dermaßen viele kleine sehr gut bezahlte Posten eignete.

    Aber sein inzwischen verstorbener Halbbruder Lothar Vosseler war doch gar nicht mit dieser Politik einverstanden und hatte diese ständig attackiert.

    Norbert Walter-Borjans ist dann jemand, der vor allem die Besteuerung als Stellschraube sieht. Er erntete für seinen Steuervorschlag mit einer Bodenwertsteuer einen Shitstorm auf Twitter: „Liebe SPD…“

    Dann hatte doch Olaf Scholz seine Aktiensteuer ins Spiel gebracht.

    Allerdings würde eine solche nichts an dem fehlerhaften und mit dem Banken nur möglichen Prinzip "Gewinne privatisieren – Verluste sozialisieren" und auch nichts an der fehlerhaften Geldentstehung als Schuld verändern.

    Irgendwo machen doch ständig alle Bürger die sozialisierten Schulden, damit dem Staat neues Geld zur Verfügung steht und wenig später liegt dieses viele Geld, mit dem doch gleichzeitig auch der spätere Schuldenabbau allenfalls möglich sein könnte, in irgendwelchen Steuersümpfen nur so herum und wir können dann doch noch sehr lange arbeiten, bis wir diese vielen Schulden irgendwann zurückgezahlt haben.

    Als Bürger haben wir aber die Möglichkeit das mehr als wackelige Kartenhaus unseres Geldes mit einer nur sehr geringfügigen Bürgerbeteiligung bei den politischen Parteien massiv ins Wanken zu bringen.

    Es dürfte möglich sein, dass man jede politische Partei für die eigene Sichtweise gewinnen kann, wenn man ihr nur unser sonderbares Geld erklären würde.

    Gleichzeitig haben wir das Problem, dass wir es gar nicht so richtig wissen, wie die Wirtschaft anders funktionieren könnte.

    • Was für eine linke Tour.
      Ein bißchen linkisch vielleicht?
      Nee, sowas lassen wir doch lieber links liegen.

      Ein Kommentar von Dushan Wegner, in dem das Wort "links" auch öfter mal vorkommt.
      Wird vermutlich kaum jemandem gefallen hier, was er von sich gibt, hihi:

      https://dushanwegner.com/thueringen-demokratie/

      Sowas zu vergessen, das schaffen wir aber doch mit links.

    • Wow, du bist nicht mal in der Lage zu sein, ein positives Bild einfach stehen zu lassen nur weil es mit "politisch links" verbunden werden kann!

Hinterlasse eine Antwort