Tagesdosis 5.9.2017 – Das Comeback der Woche: Lügenbaron mit Software-Update

Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

Es war absehbar, deutete sich schon vor einem Jahr an und jetzt rückt das Comeback immer näher: einer der Favoriten im politischen Schmierentheater des Landes, der Lügenbaron zu Guttenberg, Freiherr von Copy zu Paste und Doctor Sub Omni Canone ist wieder da. „Die Rückkehr der Guttenbergs“ brüllt „Bild“ auf der Titelseite und jubiliert, dass 80% der Leser den überführten Hochstapler nach einer Wahlkampfrede jetzt wieder für kanzlertauglich halten. Schon im Oktober 2015 war Guttenberg ja in Seehofers “Kompetenzteam”  berufen worden und hatte erste Vorträge in Deutschland gehalten.  Ohne Gel im Haar und mit “amerikanischer Lässigkeit” zieht er “das Publikum in seinen Bann”,  freute  sich die FAZ.  Ganz der alte Blender bekannte sich der Ex-Minister “abgrundtief schuldig” für seine Verfehlungen, zeigte sich, so die Zeitung, “schuldbewusst, geläutert, gar gereift” und spielte – Zitat – auf dieser „Klaviatur…ungewohnt virtuos”.

Wir merken: Gutti kann jetzt auch Demut. Als er freilich hinterherschob: “Ich habe lange gebraucht um meine Eitelkeit zu überwinden,” war es damit auch schon wieder vorbei. Denn wer wirklich bescheiden ist, kann derart eitles Selbstlob gar nicht vom Stapel lassen. Wie schon bei seiner Selbstverteidigungs-Rede 2011, mit der er als “oberfränkische Wettertanne” noch weiter am Amt klebte und den Vorwurf des Plagiats und der Titel-Erschleichung als „abstrus“ vom Tisch wischte, blieb auch sein “mea culpa” hohl – “wie das Grinsen ohne Katze leer in der Luft.” Er hatte auch in fünf Jahre Amerika nichts wirklich dazu gelernt, war aber beim bajuwarischen Publikum als charismatischer Hochstapler immer noch der Doppelmoralapostel der Herzen. Und insofern natürlich auch wieder minsitrabel und auch  präsidiabel.

Als der Freiherr von Copy zu Paste vor zwei Jahren vom CSU-Patriarchen Seehofer in sein “Kompetenzteam” berufen wurde munkelt es schon aus Bayern, dass es ihm bei der Resozialisierung Guttenbergs vor allem um den Aufbau eines Nachfolgers geht, weil er seinen Vize und Vollpfosten Markus Söder als Ministerpräsidenten verhindern will. Außerdem freilich schien im postfaktischen Zeitalter der Fake News jetzt offenbar auch das Alleinstellungsmerkmal gefragt, dass “Gutti” als pseudo-promovierter Fake-Experte ohne Frage mitbringt. Ich hatte die Doktorspiele des Lügenbarons seinerzeit nicht nur wegen der besonderen Dreistigkeit ausführlich beobachtet, mit der Guttenberg abgekupfert und zusammenkopiert hatte und sein Machwerk auch noch wochenlang verteidigte. Sondern auch weil ich weiß, wie viel Arbeit wirkliche Juristen in ihr Studium und eine echte “Summa Cum Laude”-Dissertation stecken müssen, während sich da ein Schnösel mit großzügigen Spenden an die CSU-Universität Buy-reuth ein Puddingexamen und einen Top-Doktortitel kaufte.

Wäre es aber nicht doch an der Zeit, den nun mit einem Software-Update amerikanischer Think-Tanks ausgerüsteten Politik-Boliden wieder für den Verkehr zuzulassen und ihm ein öffentliches Amt anzuvertrauen? Wenn mit dem Wurst-Uli ein Millionenbetrüger beim FC Bayern wieder Präsident werden kann, sollte dann nicht auch Fake-Gutti eine zweite Chance bekommen ? Eher nicht, würde ich sagen. Denn anders als Uli Hoeneß, der seinen Fehltritt sofort zugab und mit Knast büßte, setzte sich der Lügenbaron in die USA ab und lies nur Gras über die Kleinigkeit wachsen, die dieser Betrug in seinen Augen war. Insofern würde ich dem geläuterten Uli sofort wieder die Vereinskasse anvertrauen; für den Blender Karl-Theodor aber gilt weiterhin: Wer einmal derart dreist lügt, dem sollte man auch später nur höchstens so weit trauen, wie man seine Waschmaschine werfen kann. Der Witz, mit dem er nach seinem jüngsten Auftritt gegen „Gazprom-Gerd“  Schröder austeilte und der überall in den Medien zitiert wurde, war denn auch wieder ein Plagiat, es war eine Überschrift aus der FAZ und gilt nicht nur für Putinfreunde sondern auch für Plagiatoren: „Alte Liebe rosneft nicht.“

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21 Kommentare zu: “Tagesdosis 5.9.2017 – Das Comeback der Woche: Lügenbaron mit Software-Update

  1. PS: Ich glaube, ich weiß, was im Detail bei der Doktorarbeit seitens K.T. zu Guttenberg passiert ist. Ich bin mir da im Grunde sicher. Ich sage das aber nicht öffentlich, weil ich die Aussetzung der Wehrpflicht sehr gut finde und das Guttenberg zu verdanken ist. Eine Hand wäscht die andere, und Bürger sollten auch fair zu Politikern sein. Zudem ist es mir (aber eben vielen anderen nicht) VÖLLIG EGAL, was Politiker bei ihrer Doktorarbeit oder auch sonst machen, wenn sie gute Politik liefern. So sehe ich Demokratie. Das ist mein Recht als Bürger. Mein Wahlrecht!

    • Auja, mehr PS:

      Nee, stimmt… der Guti, der is schon n Guter, der weiss, welchen Arsch er wann zu lecken hat.
      Huiuiui, Ihr Wahlrecht….
      Ich empfehle dringend Mausfeld, mehr sag ich dazu nicht.

    • “ Zudem ist es mir (aber eben vielen anderen nicht) VÖLLIG EGAL, was Politiker bei ihrer Doktorarbeit oder auch sonst machen, wenn sie gute Politik liefern “

      Es ist mir völlig unklar wie Leugner gute Politik liefern können.
      Aber natürlich ist es ihr Wahlrecht Leugner zu wahlen.
      Das Politiker nicht immer die Wahrheit sagen können ist wahr, aber Politiker die Wahrheid unwichtig finden, es ist mein Wahlrecht sie nicht meine Stimme zu geben.
      Wie gute Politik basiert sein kann auf Lügen, ich verstehe das nicht.
      Wir sehen das deutlich bei Israel, die Lüge ‚Land ohne Menschen für Menschen ohne Land‘ war eine sehr slechte Politik, die Menschen die dort waren hören nicht auf ihre Rechte zu wollen.

    • @ Pieter Kamp
      Ich weiß nicht, ob Sie die Situation in Deutschland genau kennen, daher hier meine Erläuterung:
      Guttenberg hat in Deutschland mehrere Dinge maßgeblich vorangetrieben, die ich sehr gut finde, insbesondere hat er die Aussetzung der Wehrpflicht betrieben. Er hat damit praktisch im Alleingang angefangen, dann aber Zustimmung fast der ganzen CDU und CSU bekommen und das in kürzester Zeit durchgesetzt. Zudem hat er einige dubiose Figuren bei der Bundeswehr eigenverantwortlich entlassen und ist dort gegen gefährliche Mißstände und Mobbing vorgegangen. Guttenberg ist maßgeblich und entscheidend dabei gewesen, dass die Bundeswehr von einer dubiosen Wehrpflichtarmee zu einer modernen und professionellen Berufsarmee wurde.

      Das sind sehr konkrete Punkte. Für mich beweist das, dass jemand, der eine falsche Doktorarbeit abgibt und offenbar kein Problem mit derartigem Schummeln hat, dennoch gute Politik machen kann (ich finde die obengenannte Politik jedenfalls gut, diese Politik war meiner Meinung nach sogar dringend nötig). Das Ganze wirft Fragen auf, wie man Politiker wirklich bewerten kann und soll.

    • Was sie da schreiben , höre ich von diversen Menschen, K-T der Abschaffer der Bundeswehr.
      Ich nehme an, das K-T sich gerne so feiern lässt, aber ich gehe davon aus, jegliche Änderung an der Bundeswehr einer parlamentarischen Zustimmung bedarf.
      Wäre ja auch ein Unding, da schließlich Milliarden in Wehretat versenkt werden.
      Das hieße K-T entscheidet mit einem Federstrich über diese Milliarden.

      Das ist aber nicht so sehr mein Einwand an ihrer Sicht, sondern die Denkweise über einen Mann,
      der Urkundenfälschung begangen hat. Ein kriminelles Delikt, welches einem Maineid, oder einem Betrug sehr nahe kommt.
      Das kann man ja als Lappalie ansehen, ändert aber nichts an einem kriminellen Delikt, und wird auch normalerweise mit Gefängnis bestraft. Ein Eintrag im polizeilichen Führungszeugnis ist damit gewährleistet.
      Mit solchen Menschen möchten sie nun unser Parlament besetzen.
      Wer sagt ihnen eigentlich, dass bei der Geburt von K-T nicht eine Hebamme, heimlich das Kind vertauscht hat.
      Der Echte K-T sitzt vielleicht im Keller von Horst Seehofer und heißt Kaspar Hauser.
      Der Vater von diesem K-T heißt wohl „Gulli Höhnes“.

    • @ Socke4612
      Karl-Theodor zu Guttenberg hat die Bundeswehr nicht abgeschafft, sondern den Zwangsdienst in Deutschland ausgesetzt und damit hoffentlich abgeschafft. Die Bundeswehr wurde dadurch moderner und besser, auch durch die die Handlungen Guttenbergs in bezug auf Affären wie Kundus und Gorch Fock wurden meines Erachtens Verbesserungen erzielt.

      „Das kann man ja als Lappalie ansehen, ändert aber nichts an einem kriminellen Delikt, und wird auch normalerweise mit Gefängnis bestraft. Ein Eintrag im polizeilichen Führungszeugnis ist damit gewährleistet.
      Mit solchen Menschen möchten sie nun unser Parlament besetzen.“

      Wenn jemand gute Politik macht, ist es mir völlig egal, was er/sie im Führungszeugnis stehen hat.
      So ist das aus meiner Sicht. Ich bin für Resozialisierung, und diese gilt natürlich für die Politik auch.

      Als Bürger einer Demokratie muss man das Recht haben, nach eigenen Kriterien wählen zu dürfen und nicht nach denen von Universitäten oder ‚Plagiatsjägern‘.

      Außerdem, nur als Anmerkung: Die Plagiatserstellung bei einer Doktorarbeit ist in Deutschland nicht unbedingt strafbar, Betrug setzt nämlich einen direkten finanziellen Bezug voraus, das wissen erstaunlich wenige Leute.
      Und als zweite Anmerkung: Ich bin aktuell nicht überzeugt von Guttenbergs (aktuellen) Themen und Ansichten. Das hat aber mit den Inhalten zu tun und nicht mit der Doktorarbeit. Die Aussetzung der Wehrpflicht und damit das hoffentlich endgültige Ende des Zwangsdienstes in Deutschland bleiben aber, und das halte ich für ein großes Verdienst. Angesichts der Tendenzen in Europa aktuell (hohler Nationalismus, Rechtspopulismus, Wehrpflicht für Frauen statt der Abschsffung des Zwangsdienstes) war es höchste Zeit, und es war bedeutend, dass Guttenberg seine Reform entschlossen und UNVERZÜGLICH startete bis zum ‚Point of no Return‘.

    • Hallo Thatsit,
      Ich will noch einmal ernsthaft auf ihr Statement für „zu Guttenberg“ eingehen.

      Da ich ja schon zu den Älteren hier gehöre, kann ich auch auf Erfahrung von 18 Monate Bundeswehr zurück blicken.
      Es war die Zeit in der Schmidt Verteidigungsminister war.
      Ich kam 3 Monate vor dem Haarschneideerlass zur BW. Danach war Hairforce.
      Also eine liberale Zeit. Dennoch war der Barras mir ausgesprochen verhasst.

      Soweit kann ich ihre Abneigung verstehen.
      Allerdings verstehe ich nicht, ihre Euphorie zu der BW Reform.

      Damals war mit der BW sicher kein Auslandseinsatz möglich, da wahrscheinlich ein Aufschrei durch die BRD gegangen wäre.
      Man stelle sich vor, 18 Jahre alte Kinder, ( von Männern kann man ja kaum sprechen) werden in Kundus zum Kampfeinsatz abkommandiert.
      Und dann die ersten Toten.

      Da wäre manch ein CDU Wähler wohl auf die Barrikaden gegangen.

      Aber jetzt ist alles viel besser. Ein paar verwegene Freiwillige in Somalia, Afghanistan, Kosovo,
      Syrien, zur Abwehr von Flüchtlingen im Mittelmeer, und als Geleitschutz am Horn von Afrika.

      Was will man mehr, eine gute Besoldung und unsere Gesellschaft ist aus dem Schneider.

      Krieg führen für unser Interessen, aber bitte keine Details.

      DAS IST EIGENTLICH DAS WIRKLICHE ÜBEL AN DIESER REFORM.

      Und so eine Tüte, wie KT ist natürlich bestens geeignet. Er zieht die Lebensleistung von Menschen die sich ernsthaft einer Prüfung unterzogen haben, in den Dreck, beschädigt so zu sagen den kompletten Dr. Titel, da ja plötzlich alles mal eben zu kaufen ist, und jeder Dr. unter Generalverdacht steht.
      Und dies wird noch nicht mal im Ansatz kritisiert.

      Ne, das kann man nicht beschönigen mit, „Er hat die BW reformiert und mal richtig aufgeräumt“.

      Ich hoffe, diese Gedanken sind ihnen auch schon bei ihrer Betrachtung gekommen.

    • Ach so, und nach dem BW aufräumen wurde dann Oberst Klein zum General befördert.
      Passt natürlich zum neuen Stiel. Nur keine Weicheier in der BW. Scheiß doch auf Menschenrechte.

  2. Ich bin dem Freiherrn zu Guttenberg schlicht dankbar für die Abschaffung der Wehrpflicht und fand es auch gut, wie er in der Bundeswehr generell aufgeräumt hat. Die Entlassungen von Schatz, Schneiderhan und Wichert waren meiner Meinung nach völlig berechtigt, berechtigter als sein Rücktritt. Ich als Bürger nehme mir heraus, dass es mir VÖLLIG EGAL ist, ob jemand bei seiner Doktorarbeit abgescxhrieben hat, wenn er gute Politik liefert.

    Allerdings ist er mir derzeit eindeutig zu populistisch und bezüglich wichtiger Fragen meines Erachtens auf der falschen CSU-Linie (er ist eben doch CSUler, was soll man auch erwarten). Guttenberg als eine Art programmierbaren Bot („Software-Update“) hinzustellen, ist dennoch völlig unpassend, meine ich. Er ist ein vergleichsweise eigenständiger Politiker mit Durchschlagskraft und Durchsetzungskraft, daher euphorisch beliebt bei denen, die auf seiner Linie sind und ziemlich gefürchtet bei denen, die anderes wollen als er vorhat. Guttenbarg hat es geschafft, die Wehrpflicht praktisch im Alleingang (mit Zustimmung der Kanzlerin Merkel, die aber wie üblich eine passive Rolle spielte) ‚abzuschießen‘, mir ist es bis heute schleierhaft, wie man sowas schaffen kann.

  3. danke für ihren Beitrag, Herr Broeckers.
    ” der Freiherr von Copy zu Paste”, sehr gut formuliert.
    Wenn ich mir das Parlament so anschaue, dann stelle ich fest, es gibt gaaaaaaaaaaaaaanz viele Luschen darin.
    Abgebrochenes Studium, keine Ausbildung, keine Kompetenz. Könnte fast vermuten, dass dieses so gewollt ist.
    Roger Willemsen hat das mal eine Weile begleitet und darüber ein Buch geschrieben.
    Man höre und staune was da im Parlament abgeht.
    “Das Hohe Haus” – Szenische Lesung mit Roger Willemsen
    https://www.youtube.com/watch?time_continue=23&v=bW8rbQRYjXY

  4. Es wird immer so getan, als wenn ein Plagiat einer Dr. Arbeit, mit dem nötigen Kleingeld mal eben gekauft werden kann.

    Ich denke , da müssen noch ein paar andere Faktoren mitspielen.

    Zunächst braucht man einen Dr.Vater der großzügig drüber weg schaut.

    Dann eine Uni, die großzügig drüber weg schaut.

    Dazu bedarf es schon erheblicher krimineller Energie, dass sich drei Krimminelle zusammen finden.

    Man spricht dann eigentlich von organisiertem Verbrechen und Bilden einer kriminellen Vereinigung.


    Ich schätze das manch ein reicher Pappi seinem verkrachten Sprössling gerne einen DR Titel kaufen würde, wenn es denn so einfach ginge.

    Das spielt aber heute überhaupt keine Rolle mehr. Wenn Karl Theodor aus geguckt wurde, so wird er auch ein zweites mal zum Liebling der Nation geschrieben.
    Anscheinend gehören die Zeitungsverleger ebenfalls dieser mafiösen Bande an.

    In so fern zeigt die CSU ihr mafiöses Gesicht.

    Witzig finde ich das alles überhaupt nicht mehr.

    Horst Seehofer als Maron Brando verschnitt.
    Hoffentlich findet Karl Theodor bald einen Pferdekopf in seinem Bett.

  5. Interessant finde ich da wieder mal die System>-Frage zu stellen.
    Denn auch die Copy-Paste-Aktion von Guttenberg ist ein Symptom unserer Art uns gegenseitig zu beweisen, dass wir für eine Tätigkeit geeignet sind. Ein Doktortitel hilft da eben ganz gut weiter. Und dann wird man damit vielleicht auch besser bezahlt.

    Wer einen Zettel hat, auf dem ihm bescheinigt wird, dass er das Bildungssystem ganz toll durchwandert oder anderweitig voll was bewiesen hat, der erhält auch die Anerkennung aus der Gesellschaft, dass er schon einer der Leister ist.

    Da könnte der ein oder andere auf die Idee kommen da etwas nachzuhelfen. Es gab ja schon genug Fälle in denen eine Doktorarbeit schon mal eingekauft wurde.

    Alles Sehen ist perspektivisches Sehen!

    Bei Uli Höhnes wird fett gemotzt, weil bei ihm die Beträge so groß waren.
    Aber wenn selbst bei der Steuererklärung der ein oder andere Kilometer zur Arbeit mehr dabei ist, ist das doch halb so wild. Weil, das ist ja dann kein richtiger Betrug, denn der Betrag ist doch so lächerlich klein.
    Wenn mal bei einer Klausur im Studium gespickt wurde, ist das doch halb so wild.
    Wenn der Guttenberg aber einen Großteil abgeschrieben hat, dann geht die Welt unter.

    Willkommen in der Doppelmoral. Und die zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten! Beobachtet Euch selbst!

    Ich will nicht verharmlosen, was da passiert ist. Ich möchte bloß andeuten, dass auch bei den armen kleinen normalo Leuten eine ganze Menge Bescheißer dabei sind, die sich eben aber im Minirahmen bewegen. Und dann ist das doch halb so wild. Und der ein oder andere Leser wird sich vielleicht gerade selbst ertappen dabei, wie er sich erinnert im Studium beschissen zu haben.

    Geschummelt ist aber nunmal geschummelt. Da gibts auch keine Ausrede darüber wer jetzt mehr oder weniger geschummelt hat.

    Oder etwa doch?

    Wo man die Grenze ziehen soll, kann ich auch nicht beantworten, ich kann nur sagen, dass eben hier so rumbeschissen wird, weil alle Schiss haben im Leben mal zu verkacken.
    Und diese verdrängende Konkurrenz auf den Märkten und dem Arbeits- Markt die wir leben, fördert die Angst vor dem Versagen umso mehr. Das Risiko durch eine Verfehlung vom Geldtropf abgeschnitten zu werden und keinen nachfolgenden Job mehr zu finden, sorgt auch nicht gerade für ein Klima der Offenheit und Erhlichkeit.

    Titel und gutes Gehalt sind heute eben wichtiger als Sinn oder eine konstruktive Fehlerkultur!

    Wir sollten eine Gesellschaft schaffen, in der es nicht erstrebenswert ist durch einen Titel einen besser bezahlten Job zu bekommen und in der wir eine Kultur schaffen, in der man auch mal scheitern darf. Mit Vorsatz ist das natürlich so eine Sache…

    Bleibt friedlich…

    ich

  6. Ich dachte ein Moment das hier unsere erste Minister Mark Rutte besprochen wurde, in Reaktionen oft als Pinokkio angedeutet, wegen seine Lügen.

    Christopher Lasch, ‚The Culture of Narcissism, American Life in an Age of Diminishing Expectations‘, 1979, 1980, London
    schreibt ‚mit Nixon hörte Wahrheit auf wichtig zu sein in Politik‘.
    Das ist auch meine Erfahrung in Diskussionen mit Journalisten, sie sind nicht interesssiert in Fakten, ‚konstruktive Journalistik‘ ist wichtig.
    Konstruktiv zu was, ich habe es nie verstanden.

    Ein Niederländisches Forum weigerte eine Diskussion über 11 Sept mit der Begründung ‚in welche Welt leben wir dann ?‘.
    Meine Interpration darüber ist das die Konklusion der Diskussion gefürchtet wird.
    Mit anderen Wörte, ‚konstruktive Journalistik ist die heutige schein Wirklichkeit unterstützen‘.

  7. Ihre Texte sind immer lesenswert, Herr Bröckers.

    Hier kommt mir persönlich allerdings Uli Hoeneß zu gut weg, so wahnsinnig einsichtig zeigt der sich auch nicht, ganz im Gegenteil.

    Mit Guttenberg brauchen wir uns aus meiner Sicht nicht näher zu beschäftigen. Entweder alles siecht weiter so vor sich hin in diesem unserem Lande – dann macht Mutti den Job selbst noch ein paar Jahrzehnte. Oder es gibt so große Umwälzungen durch Krieg oder Revolution, dass wir auch andere Themen haben werden.

    • dann macht Mutti den Job selbst noch ein paar Jahrzenhnte
      Hör‘ einmal auf diese mega verlogene KAPITALVERBRECHERIN MERKEL als „Mutti“ zu bezeichnen!

  8. Danke für den sehr witzigen und charmanten Artikel Herr Bröckers ! Letzten Herbst hab ich mich bei meiner USA Besuch
    informiert wie und durch wen so alles auch der Einfluss auf Deutsche Politiker genommen wird.
    Dabei kann man davon ausgehen das der lange USA Aufenthalt von dem “ Doctor Freiherr „das beste Briefing / Update von „Denen“ bekommen hat um jetzt in ihrem Sinne wieder mitzumischen. Wäre interessant darüber wirklich mehr zu erfahren !

    • von Angi
      Und hör‘ Du bitte auf diese mega verlogene KAPITALVERBRECHERIN MERKEL als „Angi“ zu bezeichnen!

      Vor journalistischen Affen, politischen Auftragsmördern und obrigkeitshörigen Arschkriechern wimmelt es in Berlin schon auf’s Unerträglichste!

      Leben wir demnächst auch in „Deutschi“?

      Merkel ist eine VERBRECHERIN, sie ist die Totengräberin der Demokratie, die willige Hure des Kapitals und der NATO, und die wird noch mit Diminutuiven und Kosenamen, die ihr nicht minder erbärmliche, hochbezahlte GesellInnen verpassen, verharmlost?

      Was für ein Übel ist bloß in Euch gefahren?

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