Tagesdosis 6.11.2017 – Revolution und Konterrevolution

Ein Kommentar von Susan Bonath und Alexander Kalex.

Am morgigen 7. November jährt sich die Oktoberrevolution in Russland zum hundertsten Mal. Das Ereignis erschütterte die Welt. Es in wenigen Minuten vollständig abzuhandeln, ist unmöglich. Der Kommentar von Ernst Wolff vom Sonnabend macht es jedoch nötig, die historischen Hintergründe zu beleuchten.

Den Ereignissen im zaristischen Russland des Jahres 1917 vorausgegangen war das bis dahin größte Gemetzel der Menschheit: Der Erste Weltkrieg. Im Zuge der ersten großen globalen Krise des Kapitalismus nach der industriellen Revolution waren die Herrscher Europas übereinander hergefallen. Übereinander? Nein, sie hatten ihre Lohnsklaven gegeneinander gehetzt, um Kapital und Macht neu aufzuteilen. Die Bilanz bei Kriegsende waren rund zehn Millionen tote Soldaten und sieben Millionen zivile Opfer. Alleine das russische Volk hatte 1,85 Millionen Tote und unzählige Verletzte und Verstümmelte zu beklagen.

Der Krieg hatte Hunger und Elend nach Russland gebracht. Die verarmten Massen hatten genug davon. Das führte zur Februarrevolution: Am 3. März traten die Arbeiter eines Petrograder Rüstungsbetriebs in den Streik. Die Direktion sperrte daraufhin 30.000 Beschäftigte aus. Mit einer spontanen Großdemonstration gegen die katastrophale Versorgungslage forderten die Arbeiter die Herausgabe von Brot.

Lawinenartig breiteten sich die Proteste aus. Organisiert wurden sie über neu belebte Arbeiterräte, die Sowjets, die sich erstmals schon 1905 gegründet hatten. Sie proklamierten einen Generalstreik. Unerwartet solidarisierte sich ein großer Teil der Soldaten mit den Arbeitern. Ein Ende des Krieges, die Versorgung mit Lebensmitteln und die Abdankung des Zaren machten sie zu ihren zentralen Forderungen.

Der Zar versuchte indes, das Parlament, die Duma, aufzulösen. Doch das weigerte sich, übernahm selbst die Regierungsgeschäfte. Wenige Tage später stürmten Arbeiter und Soldaten öffentliche Gebäude. Der 12. März, nach damaligem russischen Kalender der 27. Februar, wurde zum »Roten Montag« erklärt. Infolge dessen versuchte der Zar in seine Sommerresidenz zu fliehen. Er kam nie an. Arbeiter und Soldaten hielten ihn auf, verbannten ihn kurz darauf nach Sibirien, verhafteten zaristische Minister.

An die Macht kam eine provisorische Regierung aus Bürgerlich-Liberalen und Menschewiki. Hinzu kamen die Sozialrevolutionäre, eine vorgeblich sozialistische Bauernpartei. Ihre ursprüngliche Forderung, das Land der Großgrundbesitzer an die geschundenen Landarbeiter und Kleinbauern zu verteilen, um die Hungerkatastrophe abzuwenden, legten diese ad acta.

Die Bolschewiki griffen die Forderung auf. Sie verlangten zudem, die Beteiligung am Krieg zu beenden. Ihre Parole lautete »Brot und Frieden«. In den weiter agierenden Sowjets erlangten die Bolschewiki die Mehrheit. Das Gros der Arbeiter wandte sich ihnen zu und von der Regierung ab. Ihre Ziele konnten die Bolschewiki jedoch weiterhin nur illegal vertreten. Die Parteiführer waren im Gefängnis oder auf der Flucht. Lenin saß im Exil in der Schweiz. Er und einige seiner Genossen suchten einen Weg zurück nach Russland.

Schweizer Sozialdemokraten gelang schließlich ein Deal mit der deutschen Seite: Im April 1917 konnte eine Gruppe russischer Emigranten in einem für exterritorial erklärten Eisenbahnwaggon nach Petrograd ins wirtschaftliche Herz Russlands reisen. Unter ihnen befand sich Lenin. Interessierte Kreise legen den Bolschewiki diese Zugfahrt seit jeher als Landesverrat und Kollaboration mit dem Feind aus.

Doch welches Land sollten die Bolschewiki »verraten«  haben? Das der russischen Kapitalisten und Großgrundbesitzer? Und wer war der Feind? Deutschland? Nein, die Ausbeuter weltweit. Die Bolschewiki nutzten Widersprüche im gegnerischen Lager zu ihren Gunsten aus, nicht mehr, nicht weniger. Die Volksmassen in Russland verstanden das sehr gut. Die Legende vom »deutschen Agenten« zog nicht, so oft sie die Vertreter des alten zaristischen Russlands auch wiederholten.

Der Funke entzündete sich zwischen Bolschewiki und provisorischer Regierung. Letztere ließ etwa einen Aufstand im Juli 1917 niederschlagen. Am 7. November machten wütende Arbeiter und Soldaten Ernst: Sie belagerten den Sitz der Regierung, am Morgen darauf entmachteten und verhafteten sie ihre Mitglieder.

Doch keine Revolution ohne Konterrevolution. Die geschassten Zaristen und Regierungsanhänger inklusive Sozialdemokraten bewaffneten sich. Mehr als ein Dutzend Länder, darunter Deutschland, Polen, Frankreich, England, Japan und die USA, eilten ihnen zu Hilfe. Bis 1922 tobte der Bürger- und Interventionskrieg in der bereits durch den Weltkrieg geschwächten jungen Republik. Hätten sich die Sowjets nur ein Jahr gegen diese Übermacht halten können, wenn sie im Volk keinen Rückhalt gehabt hätten? Das ist unvorstellbar.

Überraschend ist, dass sich Ernst Wolff auf die geöffneten Akten beruft, zugleich aber Märchen über den Kronstädter Aufstand wiederholt, die sich mit der Öffnung der Archive unter Jelzin als Lüge entpuppt haben. Was früher als reine Behauptung der Bolschewiki hätte vom Tisch gewischt werden können, ist nun historisch belegt: Die Kronstädter Matrosen im russischen Oktober waren Arbeiter, die später großteils im Bürgerkrieg ums Leben kamen. Die Matrosen des Aufstands gegen die Bolschewiki 1921 vertraten indes die Interessen des Kleinbürgertums, das sich durch freie Märkte eine Verbesserung seiner Lage versprach. Veröffentlichte Dokumente belegen zudem, dass sie Verbindungen zur alten Herrschaft pflegten.

Die verarmten Arbeiter und Bauern kämpften damals für ihre eigene Republik, für ein Leben ohne Hunger und Krieg. Sie verteidigten ihre Würde gegen die Knechtschaft, in die sie die Zaristen, Kapitalisten und Großgrundbesitzer gezwungen hatten. Auch Frauen gewannen durch die Revolution: Anders als bis dahin in allen kapitalistischen Ländern wurden sie Männern rechtlich gleichgestellt. Die Bolschewiki versuchten, durch die Errichtung von Kantinen, Wäschereien und Kinderbetreuung einen Teil der Hausarbeit zu vergesellschaften und vereinfachten Ehescheidungen. Erstmals konnten Frauen auf Unterhalt für ihre Kinder klagen und bekamen das Recht auf den Schwangerschaftsabbruch. Was hätten westliche Demokratien diesen Menschen geboten? Nicht einmal das Wahlrecht für Frauen war dort selbstverständlich.

Den Bolschewiki war dabei bewusst, dass sich nicht alle Wünsche der Menschen in einem einzelnen, von Kriegen geschundenen Land verwirklichen ließen. Sie hofften auf Revolutionen im Westen, besonders in Deutschland. Auch dort kam es am Ende des Weltkrieges zur Bildung von Arbeiterräten. Der Matrosenaufstand in Kiel am 4. November 1918 war der Auftakt zur deutschen Novemberrevolution.

Doch die regierende Sozialdemokratie der frühen Weimarer Republik schlug zurück. Im Bund mit präfaschistischen Freikorps ertränkte sie die deutsche Revolution in Blut. Tausende Arbeiter fielen dem nicht nur in der neu gegründeten Münchner Räterepublik zum Opfer. Ähnliches geschah in anderen Ländern. So zerschlugen Konterrevolutionäre gemeinsam mit rumänischen Truppen etwa die ungarische Räterepublik.

Das junge Sowjetrussland blieb somit isoliert und wirtschaftlich schwach. Die Revolution brachte nicht die erhofften sozialen Fortschritte in erwünschtem Tempo. Müde gewordene Menschen sehnten sich nach Stabilität. Unter anderem das ermöglichte es der neuen bürokratischen Kaste um Stalin, nach Lenins Tod Mitte der 1920er Jahre die Macht zu erringen. Lenin selbst hatte in den letzten Jahren seines Lebens, die von Krankheit gezeichnet waren, davor gewarnt. Zur Wahrheit gehört damit auch: Ohne die SPD-Führer in Deutschland namens Ebert und Noske hätte Stalin sehr wahrscheinlich nicht aufsteigen können.

Stalin entpuppte sich als Tyrann. Aus dem Kampf gegen Zaristen und Kapitalisten wurde ein blutiges Ausmerzen aller Unliebsamen. Auch unzählige Kommunisten fielen dem zum Opfer. Doch selbst unter der Stalin-Diktatur gelang es der Sowjetunion, das erkämpfte gesellschaftliche Eigentum an Produktionsmitteln zu erhalten. Mittels Planwirtschaft stabilisierte sie die wirtschaftliche Lage im Land. Nach und nach stieg der Lebensstandard. Schulbildung und Gesundheitsversorgung waren nicht mehr eine Frage des Geldbeutels. Der noch unter Lenin verfasste Staatsplan zur Elektrifizierung wurde bis Anfang der 30er Jahre weitgehend umgesetzt. Der von Ernst Wolff kritisierte Reichtum der Stalin-Kaste ähnelte mehr dem eines Sparkassendirektors, als dem der Flicks und Krupps.

Auch später machten es äußere Umstände der Sowjetunion mehr als schwer. Die Wehrmacht Hitlers verwüstete das Land im Zweiten Weltkrieg erneut. 27 Millionen Opfer waren die Folge. Die Rote Armee schlug die Aggressoren. Der Wiederaufbau stagnierte auch deshalb, weil der Westen das Riesenland in ein gnadenloses Wettrüsten zwang. Ökonomisch konnte das die Sowjetunion nicht gewinnen. Was die Russen an ihr hatten, lernten sie nach ihrem Zusammenbruch unter der Herrschaft Jelzins zu schätzen. Die bürgerliche »Demokratie« war für das Gros der Bevölkerung keineswegs ein Segen. Dem gnadenlosen Ausverkauf der Wirtschaft folgte eine gnadenlose Welle der Verelendung.

So zeigt die Oktoberrevolution vor allem: Der Kampf für eine gerechte Welt ist mit bürgerlich-kapitalistischen Mitteln nicht zu gewinnen. Friedlich die herrschende Bourgeoisie zu überzeugen, entpuppte sich stets als sozialdemokratische Träumerei: Während Arbeiter ihr winzige Zugeständnisse abringen, vervielfachen sich die Opfer des Systems immerfort. Zweitens wies schon Lenin darauf hin: Im global wütenden Kapitalismus kann eine sozialistische Revolutionen in nur einem Land nicht zu Ende geführt werden.

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57 Kommentare zu: “Tagesdosis 6.11.2017 – Revolution und Konterrevolution

  1. Jemand schrieb hier als Reaktion auf meinen Post unten, es gäbe keine Freimaurer. Da hat die Propaganda aber schon sehr gewirkt. Natürlich gibt es sie. Und es gibt auch die Pilgrims und Skull & Bones, die Theosophen und andere Geheimgesellschaften. Aber nicht, dass man jetzt denkt, ich würde alle Freimaurer-Gruppen pauschal mit Revolutionen in Verbindung bringen – viele dieser Freimaurer-Gruppen haben sehr ehrbare, philantropische Ziele – auch MItglieder bei Skull & Bones haben, auf ihre Weise, ehrbare Ziele. Aber es gab unter freimaurerischen Gruppierungen eben auch politisch orientierte Gruppen, wie z. B. den Grand Orient de France. Und ist es nicht naheliegend, dass Leute, die Revolutionen und „Regime Changes“ wollten, sich schon bestehender Geheimbünde bedienten und versuchten, sie zu nutzen? Schließlich waren das Eliten, mit Verbindungen zu den gesellschaftlich relevanten Kreisen. Ich will ein Beispiel aus der Geschichte aufzeigen, wie mächtige Personen, die sich geheimer Gruppen bedienten, hinter den Kulissen zusammenwirkten und sich schon bestehender Geheimbünde bedienten:

    Zum Beispiel gab es einen Geheimbund: Die „Schwarze Hand“ in Serbien – ein eindeutig politischer Geheimbund, der den Mord an dem österreichischen Thronfolger und seiner Frau am 28. Juni 1914 organisiert hat. Gavrilo Princip, der Mörder, war ein bosnischer ultranationalistischer Student, der einen südslawischen, unabhängigen Staat wollte, aber nicht unter serbischer Kontrolle. Aber ein anderer Mann wollte einen solchen Staat unter serbischer Kontrolle: Dragutin Dimitrijević: Er war Kommandant des serbischen Militärgeheimdiensts. Aber er war auch ein Befehlshaber dieses Geheimbundes, nämlich der „Schwarzen Hand“. Und das Motto der Schwarzen Hand war „Vereinigung oder Tod“. Das Ziel war die Gründung eines südslawischen Staates unter Kontrolle der Serben. Dragutin Dimitrijević war bereits 1903, zusammen mit dem serbischen Offizierskorps, in einen anderen Mord verwickelt, den Mord am serbischen Königspaar Alexandar Obrenović und Draga Mašin, die auf schreckliche Weise ermordet wurden. Alle in Europa waren schockiert. Und dann war da noch der russische Botschafter, Nicholas Hartwig, ein Panslawist. Bei jedem Schachzug im Spiel war er entschlossen, Serbien zu benutzen, um Österreich-Ungarn zu zerstören, so dass das zaristische Russland seine Ziele erreichen könnte, der Führer der slawischen Völker zu werden und dadurch einen Zugang zum Mittelmeer zu bekommen. Dazu musste auch das Osmanische Reich vernichtet werden. Doch da gab es noch jemanden: James D. Bourchier, der Balkan-Korrespondent der Times. Und Mr. Bourchier und Mr. Hartwig waren beide sehr engagiert, den Balkanbund herzustellen, indem sie die kleinen Balkanländer zusammenführten [Serbien, Bulgarien, Montenegro und Griechenland], damit sie gegen das Osmanische Reich 1912-1913 kämpfen sollten. Das war der Konflikt der dem Großen Krieg 1914 vorausging. Ein Engländer war bei all dem beteiligt, ein Korrespondent der Times. Gerry Docherty und Jim Macgregor glauben, dass er das Sprachrohr der geheimen Milner-Gruppe war, einem weiteren Geheimbund, über den Carrol Quigley geforscht hat. Der Balkan-Bund kam unter der Vorarbeit von Alexander Iswolski, Hartwig und Bourchier zustande. Alexander Petrowitsch Iswolski – der spielte auch noch in anderer Hinsicht eine sehr verhängnisvolle Rolle…
    Hinter Hartwig steht der russische Außenminister Sergej Sazonov, assistiert vom Kriegsminister Wladimir Alexandrowitsch Suchomlinov und von General Nikolai Yanushkevich, der als Stabchef fungierte und diese drei führen Russland im Juli 1914 in den Krieg führen, indem sie als erste der Großmächte die Teil-Mobilmachung durchführen.
    Und auch sie, die Russen, wurden im Hintergrund unterstützt von zwei weiteren: durch den französischen Botschafter, Maurice Paléologue und den britischen Botschafter, George Buchanan, der unter dem Einfluss von Sir Edward Grey stand – und Sir Edward Grey wiederum stand unter dem Einfluss der „geheimen Elite“ Großbritanniens, dem Milner-Kreis – einer Geheimgesellschaft. Sie sehen also, um Geschichte verstehen zu können, sollte man die diplomatischen Verflechtungen der beteiligten Persönlichkeiten kennen – wobei, das kann man glauben, sehr viel dafür getan wird, dass wir das nicht verstehen, dass die Allermächtigsten möglichst lange im Hintergrund bleiben. In der Zeit vor und während des Ersten Weltkriegs waren wohl die Allermächtigsten im Hintergrund in Europa Alfred Milner und Arthur Balfour und weitere Leute der angloamerikanischen Elite. Und am Ausgangspunkt der Milner-Gruppe steht Cecil Rhodes – tja, der war übrigens doch Freimaurer – hat aber dann seine eigene Geheimgesellschaft nach dem Vorbild der Jesuiten geschaffen. Übertragen auf heute: Es ist mittlerweile offensichtlich: Nicht der Präsident der Vereinigten Staaten ist der mächtigste Mann der Welt und Kanzlerin Merkel ist auch nicht die mächtigste Frau der Welt, auch wenn das das Forbes-Magazin glauben machen möchte. Leider weiß ich nicht, wer heute die mächtigen Strippenzieher im Hintergrund sind. Doch das herauszufinden oder der Öffentlichkeit mitzuteilen wäre die Pflicht der Wissenden, wenn sie Menschlichkeit fühlten. Wir sind auf Whistleblower angewiesen, auf Leute, deren innerer Mut und deren Verantwortungsgefühl für die Gesamtmenschheit uns Geheimnisse verraten, auch wenn sie damit Schwüre brechen müssen, die sie Geheimgesellschaften gegeben haben mögen. Aber die Gefahren, die Welt, Erde, Mensch und Schöpfung drohen, sind mittlerweile so groß, das wir das brauchen. Geheimhaltung und Geheimdienste heute sind tödlich. Das hat Kennedy in seiner berühmten Rede gegen Geheimgesellschaften erkannt.
    Buchempfehlungen: Gerry Docherty & Jim Macgregor: Hidden History. Carrol Quigley: Das Anglo-Amerikanische Establishment.

  2. Kein schlechtes Artikel.
    Was da nicht steht ist das erst weit in den dreiziger Jahre das Einkommen pro Kopf von 1913 wieder erreicht wurde.
    Revolutionen sind teuer.
    Dann die Hoffnung auf Revoltion, und der schreckliche Hitler.
    Die Bolschewisten waren sehr aktiv in versuchen überall Revolution zu verursachen, speziëll in das Herz Europa’s, Deutschland, Komintern, und Hitler führte eine Verteidigungskrieg.
    Die Verwüstung tat das zurückziehende Russische Heer.
    Bogdan Musial, ‘Kampfplatz Deutschland, Stalins Kriegspläne gegen den Westen’, Berlin 2008
    Diese polnische Historiker arbeitet an ein polnisch-jüdischen Institut in Warschau, basiert sich auf Russische Archive die schon wieder verschlossen sein.

    • Ich ertrage den Piet, da gehört nix gelöscht, meine ich mal. Als alter Anti kann ich mit jeglicher Art von „anti“ voll gut umgehen (auch mit pro seltsamer weise), nur bei Antigeballer mit echten Bullets gegen mich habe ich da Probleme. Aber wer nicht? Ausserdem gebe ich zu, dasss ich auch viele Beiträge poste, die vielleicht zu anti sind. Aber damit muss ich halt leben, ist auch nicht einfach (traurig).

    • Ist das diese eine Seite: Rosa Luxemburg: Die Revolution in Russland(8.Februar 1905) zuletzt aktualisiert am31.01.2012 ?

    • Alexander Solschenizyn, ´Die russisch- jüdische Geschichte 1795- 1916, >> Zweihundert Jahre zusammen <<´, Moskau 2001, München 2002
      Der Kommunismus war eine jüdische Sache.
      Juden konnten lesen.

    • „Zur russischen Revolution – 1918″ – veröffentlicht 1922 von Paul Levi nach dem handschriftlichen Manuskript aus dem Nachlaß.

      https://www.marxists.org/deutsch/archiv/luxemburg/1918/russrev/index.htm

      I II III IV anklicken.

      „Im September und Oktober 1918 schrieb Rosa Luxemburg im Breslauer Gefängnis eine Broschüre über die russische Revolution. Dafür benutzte sie nicht nur die deutsche, sondern auch die russische Presse jener Zeit, die von Freunden in ihre Gefängniszelle geschmuggelt wurde. Sie hat diese Schrift niemals abgeschlossen oder überarbeitet, da der Ausbruch der deutschen Revolution ihr die Freiheit brachte.“

      (Ron Dibani 01.12.2007)

  3. So zeigt die Oktoberrevolution vor allem: Der Kampf für eine gerechte Welt ist mit bürgerlich-kapitalistischen Mitteln nicht zu gewinnen. Friedlich die herrschende Bourgeoisie zu überzeugen, entpuppte sich stets als sozialdemokratische Träumerei: Während Arbeiter ihr winzige Zugeständnisse abringen, vervielfachen sich die Opfer des Systems immerfort. Zweitens wies schon Lenin darauf hin: Im global wütenden Kapitalismus kann eine sozialistische Revolutionen in nur einem Land nicht zu Ende geführt werden.

    So heisst es hier zum Schluß.

    Bei Ernst Wolff hieß es:

    Die Lehre, die man heute aus der Russischen Revolution ziehen kann, lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Die gewaltsame Machtergreifung einer Minderheit führt – egal, welche Ideale sie vertritt – in eine historische Sackgasse. Eine wirklich nachhaltige Veränderung der Verhältnisse lässt sich nur dadurch erreichen, dass man die Mehrheit der Menschen mit ausschließlich friedlichen Mitteln von der Richtigkeit der eigenen Ideen überzeugt.

    Und bei Prof. Mausfelds Vortrag vom 22.Oktober hieß es bei den Nachdenkseiten:

    Wir neigen nämlich dazu, interpersonale Kategorien der Konfliktlösung wie Dialog und Verständigung auch auf gesellschaftliche Antagonismen , also auf asymmetrische Machtverhältnisse zu übertragen.

    Das ist ein sehr schwieriger Punkt. Man kann es sich aber ganz einfach klar machen. Man kann es sich aber ganz einfach klar machen, durch einen Blick auf die Geschichte: Soziale Errungenschaften wurden den Mächtigen stets abgetrotzt, in sozialen Kämpfen.

    Sie können die gesamte Geschichte zurückgehen. Soziale Errungenschaften wurden immer in sozialen Kämpfen den Mächtigen abgetrotzt und nicht etwa in einem empathischen Dialog errungen.

    Es braucht am Schluss immer die Organisation von Interessen. Menschen, die zu mehreren gemeinsam für eine Sache sich einsetzen wollen.

    Diese Organisation könnte auch schon in den Kommentaren beginnen und könnte damit die Betonung der inviduellen Präferenzen aufheben, die sich oft so äußern: „Beitrag gefällt mir – gefällt mir nicht…“

    Wie schon Prof. Kruse bei MMM 36 sagt, dass es ein corporate Learning braucht, ein überindividuelles System.

    Ich bin zuversichtlich, dass wir in vielleicht 10 Jahren auch in größeren Teilen bei den Kommentaren verstanden haben könnten, was mit dem Stichtwort „überindividuelles System“ gemeint sein könnte.

    Bis dahin haben wir wahrscheinlich schon den „Crash“ an der Börse gehabt und evtl. ein paar Atomkriege überlebt.

    Als letztes Augenzwinkern zum Angebot des Perspektivwechsels, Vera Birkenbihl:

    https://www.youtube.com/watch?v=luk8x1szxrE&t=34m12s

    Alles Gute

  4. Wenn mit einem allerletzten Kampf alle Kämpfe beendet werden, ein allerletztes Mal Gewalt angewendet, wird um Gewalt zu beenden, ist der Grund hochwahrscheinlich, daß keine Menschen mehr da sind, die noch kämpfen könnten.

    Kampf und eine gerechte Welt ist bereits ein Widerspruch in sich. Wer Kampf als Parole ausruft, ist in Schubladen gefangen.
    Es geht nicht darum, ein Glaubenssystem gegen ein anderes einzutauschen. Keiner muß mit der Herrschaft verhandeln.

    Herrschaft ist lediglich in den ‚Köpfen‘ der Menschen, eine Wahnvorstellung, eine Illusion, eine Schmierenkomödie, sonst ist da nix…

    Geld existiert so wenig, wie ein Rechtssystem existiert oder auch nur Naturgesetze existieren. Wo Spielregeln sind, läuft ein Spiel. Zockerbuden sind für pathologische Zocker da, mit dem bekannten Ausgang:
    Täter-Opfer-Retter, Gut-Böse-Superhelden, Freund-Feind-Philosophen, Recht-Unrecht-Richter&Henker, Schuld-Unschuld-Gottheiten als juristische Personen, usw., usw., usw…bis in alle Ewigkeit…und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.

    Die Frage, die sich für jeden stellt, lautet sehr einfach:

    Warum spielt ihr, meist in der Rolle des guten Untertanen, in diesen beschissenen moralgesteuerten Spielchen überhaupt mit?

    • Wieso „ihr“? Meinst du, du bist out of system? Soll ja vorkommen, dass man sich selbst woanders sieht, im Sinne von mal ganz woanders. Wenn Moral keine Rolle spielt, ist atmen und keckern recht wenig, was dann übrig bleibt. Aber keine Panik, wir arbeiten an dem Problem und wenn’s fertig ist kannste wieder dazu kommen, auch von da wo du gerade bist. Versprochen. Aber so mit Drogen is Problem dann vermutlich, echt mal 😉

  5. Vielen Dank Susan,
    im Rahmen des Möglichen ein fundierter Beitrag.
    In den Reaktionen fällt mir immer wieder mangelndes Geschichtsbewusstsein auf, allerdings ist das auch zu Verstehen wenn es um die Sowjetunion geht.
    Die meissten hatten ja auch 40 Jahre Angst das der Russe kommt 😉
    Die Sowjetunion lebte noch nicht mal 74 Jahre. Das ist historisch noch nicht mal ne Sekunde. Aber alle selbstberufenen Experten, wissen heute das Sozialismus nix werden kann.
    Den Kapitalismus haben wir nun dick 250 Jahre und er hat, ausser den Eliten, noch niemand was gebracht, ausser Krieg, Elend und Umweltzerstörung, Verdummung der Menschen und gegenseitigen Hass und Konkurrenz selbst unter den ‚Losern‘ des Systems.
    Die kurze Zeit, in der die Sowjetunion bestand hat er (der Kapitalismus) sich ein soziales Mäntelchen in Europa umgehangen, um der Bevölkerung zu zeigen -wir sind die Guten-..
    Nach 1990 kam der Gangsterkapitalismus gleich wieder voll auf Touren, da konnte man die Maske fallen lassen.
    Revolutionen werden immer auch Geld kosten, nur haben die Menschen dafür gelitten, Opfer gebracht, die Waffen zum Teil unter freiem Himmel selbst gebaut.
    Es gab noch nie eine siegreiche friedliche Revolution, das sind bürgerliche Märchen.
    Gandhi hat erreicht das sein Land gespalten wurde und sich an den sozialen Verhältnissen fast nichts verändert hat.
    Auch Indien kennt heute seine Milliardäre und Tata Steel. Ihre informatiker, hoch ausgebildet, werden gegen Hungerlohn vom Westen eingesetzt, die haben ja die Ausbildung nicht bezahlt.
    Ich bin mit Zeitzeugen der Revolution in Russland und Deutschland aufgewachsen. Mein Grossvater war 9 Jahre in verschiedenen Kz’s. Wenn ich dann vergleiche was die mir erzählt haben und was hier von sich gegeben wird, bin ich fast froh das sie tot sind.
    Allerdings haben sie es auch vorausgesagt, die Erinnerung wird mir uns sterben, sie wollen es nicht wissen.
    Ihr eigener Arsch war ihnen immer am Wichtigsten, Kamerad kämpf du, ich hole Verpflegung.
    Ihnen alles Gute

    • Und gegen diesen scheinheiligen Kapitalismus, der zugleich nichts als nur immerzu Krieg und Tod und aber andererseits auch ein soziales Mäntelchen bereit hält, wusste sich der Kommunismus notgedrungen auch nicht anders zu wehren als mit Bürgerkrieg und Gulag? Klingt nach Notwehr…
      Ich bin weit davon entfernt, Opfer miteinander zu vergleichen oder zu verrechnen, aber der kurze Blick ins Intenet deutet an, dass z.B. in der Sowjetunion an die 30 Millionen Menschen Zwangsarbeit zu verrichten hatten. Und diese Maßnahme hat nicht jeder überlebt.
      Dann sind wir bei der Frage angelangt, wo es sich schöner und edler stirbt.

    • Hähh???
      Du bist es doch, der hier kämpfen will…also wer hat jetzt die Erinnerungslücken an den Krieg?
      Doppelbindung.

      Mal davon abgesehen, daß der Kapitalismus deutlich älter ist:

      Ein funktionierendes System wäre ein Perpetuum Mobile. Wie das benamst wird, ist gleichgültig. Da muß keiner ein Experte sein, um das Scheitern vorherzusagen. Systembedingtes Scheitern des Glaubens steht bereits in jedem Geschichtsbuch.

    • Für alle die hier immernoch darüber nachdenken wie man den ‚Kuschelkurs mit dem Kassenfeind á la Ernst Wolff macht ein Beitrag von einer lieben Freundin aus dem TP Forum.
      Zur Beruhigung; die anderen haben schon nachgedacht und sind viel weiter als Sie vielleicht ahnen.
      Bringen Sie etwas Zeit und gute Laune mit, die wird Ihnen allerdings unterwegs vergehen, fürchte ich.

      Was im Gegensatz dazu peinlich verschwiegen wird, ist die aktuelle Kriegsrechtsgrundlage von US-Kriegen, obgleich sie mit dem War Manual des Pentagon von 2015 gleichfalls öffentlich zugänglich ist. Unter dem Link kopiere ich eine Zusammenfassung dieser 1200 Seiten ein, die ich an anderer Stelle schon einmal aufgeführt hatte. Sie zeigt, dass die US-Administration sich zu jedem Bruch internationalen Rechts, zu Angriffskriegen, zu jedem Kriegsverbrechen bis zum Völkermord ermächtigen, das Gegenstand der Begründung von Todesurteilen bei den Nürnberger Hauptverhandlungen gegen die Nazis war:
      https://www.defense.gov/Portals/1/Documents/pubs/Law-of-War-Manual-June-2015.pdf

      Jeder, der es mir nicht glaubt, kann es überprüfen. Wer es tut, wird erkennen, für welche inhumane, verbrecherische Abschlachterei wir mit dieser „Informationskriegsführung“ psychosozial und ganz pauschal bereit gemacht werden sollen (- und ganz ehrlich: eine Regierung, die da mitmacht, hat in meinen Augen jede, aber auch wirklich jede Legitimation nach allen Kriterien des Grundgesetzes und europäischer Staatsphilosphie seit der Aufklärung verspielt und verloren – und wir müssen uns mit Erschrecken klar machen, dass das von SPD-Grünen-CDU-FDP für alle Parteien gilt, die bei uns eine Chance haben, in die Regierung zu kommen – das heißt: Wir werden allgemein dazu gebracht, gegen unser Gewissen und unser fundamentales Existenzrecht zu stimmen):

      Das Handbuch erhält die erklärte Absicht der USA ihre Hegemonie über alle Teile der Welt über alles zu stellen, jedes Recht zu brechen, jedes Verbrechen zu begehen, jedes Recht aufzuheben und jeden Mord, selbst Völkermord durch Aushungern von Menschen zu begehen.

      Das Handbuch ist eine Anleitung zum Brechen des Völkerrechts und zum Begehen von Kriegsverbrechen. Es begründet autoritäre Herrschaft; es setzt Menschenrechte und die US–Verfassung außer Kraft; das Kriegsrecht wird über alle anderen Rechtssetzungen gestellt; es enthält Anweisungen zur Niederschlagung von Aufständen und für die Durchsetzung eines Ausnahmezustandes.

      Der US-Militärapparat soll überall die höchste gesetzgebende Gewalt werden können, Menschenrechtsverträge verlieren Gültigkeit und die USA fühlen sich nicht an die Genfer Konventionen von 1949 gebunden.

      Dies alles sind Voraussetzungen zur Führung eines totalen Krieges. Sie dokumentieren den Zusammenbruch der bürgerlichen Demokratie. Sind auch auf Grund der Überhöhung der Rolle der USA in der internationalen Politik die Grundlage für den selbstherrlichen und provokanten Umgang der USA mit internationalen Verträgen. Eine genauere Betrachtung zeigt, dass internationale Verträge durch die USA entweder nicht ratifiziert, nicht realisiert oder zum einseitigen Vorteil ausgelegt werden. Als Beispiele dafür genügt die Nennung von KSE, MBFR, Atomwaffensperrvertrag, SALT I und SALT II. Das Handbuch ist eine Ermächtigung, gegen jedes Land Krieg zu führen und Anspruch auf die Weltherrschaft zu erheben.

      Im folgenden einzelne Probleme aus dem Inhalt des Handbuches herausgegriffen:

      Die USA vertreten die Auffassung, „ dass die Definition des Angriffskrieges im Statut von Rom nicht mit dem Völkerrecht übereinstimmt.“ (Seite 45). Die USA weigern sich die Autorität des Internationalen Strafgerichtshofes anzuerkennen.

      Im ersten Teil des Handbuches wird die Tötung von Zivilisten bzw. deren Inhaftierung in Größenordnungen behandelt.

      Journalisten dürfen zensiert und auch wie Spione behandelt werden. (Seite 175).

      Der Einsatz von Atomwaffen, Napalm, angereichertem Uran, Streubomben usw. wird für zulässig erklärt und den Kommandeuren freigestellt diese Waffen einzusetzen.

      Demagogisch wird auf die Nürnberger Kriegsverbrecher – Prozesse verwiesen. Infolgedessen sei das Kriegsrecht eine US-amerikanische Errungenschaft. Aber nach dem Nürnberger Urteil ist die Entfesselung eines Angriffskrieges ein Verbrechen gegen den Frieden. Und gerade die USA handeln dem entgegengesetzt und sind der Auffassung, die Grundsätze von Nürnberg gelten nur für andere Staaten.

      Die USA meinen das Recht zu haben beliebige Personen zu entführen und zu ermorden. Sie nehmen sich auch das vermeintliche Recht, die ganze Welt auszuspionieren und andere Staaten „vorbeugend“ zu überfallen. Hierzu die Übersetzung eines Zitats:

      „Die Berechtigung Handlungen vorzunehmen, die unter des Kriegsrecht fallen, erwächst aus der Souveränität eines Staates und nicht aus irgendwelchen völkerrechtlichen Vereinbarungen.“

      Das Handbuch ist eine Art Ermächtigungsgesetz. Das Kriegsrecht wird als Überrecht dargestellt und steht nach Ansicht des Pentagon auch über den Menschenrechten.

      So wie im Zusammenhang mit Ereignissen um den 11. September 2001 beim Terror die Welt zum Schlachtfeld erklärt wurde, kann man nach dem Handbuch auch eine Militärdiktatur über der Erdball errichten.

      Das US-Kriegsrecht setzt sogar den völkerrechtlich gebotenen besonderen Schutz der Zivilbevölkerung außer Kraft. Zitat:

      „Wenn ein Kommandeur zum Beispiel erkennt, dass durch Vorsichtsmaßnahmen der Erfolg eines Militäreinsatzes gefährdet wäre oder seine Soldaten selbst in Gefahr gerieten, muss er keine Rücksicht auf Zivilisten nehmen.“ (Seite 191)

      Die gezielte Tötung von Einzelpersonen wird gerechtfertigt (siehe Drohneneinsätze).

      Journalisten werden als nicht bevorrechtigte Kriegsteilnehmer eingestuft. Zitat:

      „…Nach Kriegsrecht haben Journalisten keine Sonderrechte, die ihnen das Betreten des Territoriums fremder Staaten oder von Kampfgebieten ohne Erlaubnis des Staates erlauben, der dort eine Militäroperation durchführt,“ (Seite 175)

      Der Begriff Pressefreiheit kommt im Handbuch nicht vor.

      Das Handbuch bringt deutlich den Anspruch der USA auf Weltherrschaft zum Ausdruck. Danach gibt es eine Berechtigung gegen jedes beliebige Land, Krieg zu führen, es zu besetzen. Den USA fällt es zu, die ganze Welt zu beherrschen.

      Das Handbuch enthält für die Handlungsanweisungen bei Militäreinsätzen, wenn man so will, eine Art juristische Begründungen. So werden die strategischen Bomberkräfte ermächtigt, die zivile und kommerzielle Infrastruktur der angegriffenen Staaten zu zerstören. Es wird die Einrichtung großer Lager für Häftlinge und Zwangsarbeiter erlaubt.

      Bei genauerer Betrachtung der Formulierungen werden im Nachhinein begangene Verbrechen der US-Streitkräfte (Afghanistan, Irak usw.) legalisiert. Die USA entziehen sich der völkerrechtlichen Forderung, Kollateralschäden so gering wie möglich zu halten.

      Auf Seite 291 des Handbuchs ist zu lesen; “Aushungern ist ein legitimes Mittel der Kriegführung“. Die USA sollten im Zusammenhang mit der aktuellen Situation in Aleppo daran erinnert werden. Und auf Seite 316 steht:

      „Der Kommandeur einer US-Belagerungstruppe ist nicht verpflichtet, den Durchlass von medizinischen oder religiösen Personal oder medizinischen und sonstigen Bedarf zu gestatten.“

      Es gibt auch andere Konstrukte, z.B. :

      Nationale Sicherheitsinteressen der USA können nicht gewahrt werden, wenn die Bestimmungen der Streubomben – Konvention eingehalten werden.

      Der Einsatz von Nuklearwaffen wird autorisiert, sofern er militärische Vorteile bringt.
      Das Völkerrecht ist mit dem Rechtsverständnis der US-Regierung unvereinbar.
      Das Kriegsrecht ist in den USA auch für die Innenpolitik und sämtliche Behörden bindend.

      „Keinem Staat zuzurechnende bewaffnete Gruppen haben im Kampf mit einen Staat jedoch keinerlei Rechte.“ (Seite 1025) – Sie werden also für Vogelfrei erklärt. Ihnen werden keine Rechte als Kriegsgefangene zugestanden.

      In einem Abschnitt des Handbuchs gipfeln die Ansichten darin, das Jemand der auf Befehl Kriegsverbrechen begeht, kein Kriegsverbrecher ist. Hier folgt man den Argumenten der deutschen Hauptkriegsverbrecher beim Nürnberger Prozess, man habe auf Befehl gehandelt und sich dadurch nicht strafbar gemacht. D.h. von Vorgesetzten gegebene Befehle sind rechtlich unangreifbar.

      Auch Bestimmungen zur Niederschlagung von Aufständen, inneren Unruhen und für den Ausnahmezustand in den USA sind im Handbuch enthalten. Im Pentagon gibt es seit Jahrzehnten ein Amt für zivile Unruhen (Department of Defense Civil Disturbance Directorat). Seit 1968 wird jährlich der „US-Army Civil Disturbance Plan“ (Tarnname „Operation Darten Plot“) aktualisiert. Darin ist festgelegt, welche Einheiten der US-Army innerhalb von 6 Stunden in welche Großstädte einrücken um Aufstände niederzuschlagen. Es geht um die Anwendung des Kriegsrechts im Innern und dies wird auch geübt.

      Von verschiedenen Präsidenten der USA (Carter, Reagan, Bush) wurden die Bestimmungen zum Einsatz der US-Army im Innern laufend „qualifiziert“ und institutionell organisiert. So zum Beispiel schuf die Bush jun.-Regierung das militärische Regionalkommando NORTHCOM, welches für ganz Nordamerika zuständig ist. 2010 hat dieses Kommando die für die „Operation Garten Plot“ vorgesehenen Bestimmungen durch den CONPLAN 3501 ersetzt. Er enthält Einzelheiten zur militärischen Besetzung der USA durch die eigene Armee.

      Der US – amerikanische Militärapparat soll zur höchsten gesetzgebenden Gewalt werden. Hier wird in den USA die Macht konzentriert und der Anspruch auf Weltherrschaft artikuliert. Aber dies ist auch nicht ganz neu. Die US-Administration führt Kriege in allen Teilen der Welt, bereitet neue Kriegs vor. Sie sucht dafür Verbündete, übt Terror unter der Losung des Kampfes gegen den Terror, destabilisiert andere Länder und Bündnisse usw., usf.

      Und das sind die Mittel, mit denen Sie alle Leute zu hirnverbrannten Gestalten wie gewisse NATO-Claqueure machen wollen:

      Auch wenn ein nicht unbeträchtlicher Anteil von gut transatlantisch vernetzten Politikern Journalisten und Wissenschaftlern (die Dankbarkeit gegenüber den sie im Studium fördernden Stiftungen zeigen müssen – da herrschen die gleichen elitären Loyalitätsmechanismen wie bei schlagenden Verbindungen) tatsächlich irgendwann vermutlich glaubt, was sie mantrahaft wiederkäuen, so handelt es sich bei dieser Denunziationsfigur mitnichten um irgendetwas, was sich in diesem Milieu selbst gebildet hat, sondern um eine gezielte, öffentlich belegte und belegbare Strategie der „Informationskriegsführung“ der Nato.

      Seitdem Ende der 90er beschlossen wurde, dass die Europäer zum Wohle der US-Hegemonie wieder anfangen müssen, völkerrechtswidrige Kriege zu führen und ihre eigene geographische Umgebung zu zerlegen, wird an der Destruktion des Friedenswillens gezielt gearbeitet.

      So führt etwa das „Nato-Exzellenzzentrum“ JAPCC in Kalkar jährlich Konferenzen zur Öffentlichkeitsbeeinflussung mit 250 Vertretern aus Militär, Politik und Journalismus durch, die Strategien der Manipulation besprechen, mit denen die Europäer, vor allem aber die Deutschen (eine peinliche Panne wie die massive Friedensbewegung in den 80ern soll offensichtlich nie wieder vorkommen) zur Kriegsbereitschaft geprügelt werden sollen, die die gezielte Diskreditierung von Friedensvertretern zur erklärten Strategie erklärt. Der Reader zur JAPCC-Konferenz im November 2015 in Essen stand Jahre lang im Netz; ich zitiere Passagen die diesbezügliche Planungen zur gezielten Erzeugung von Feindseligkeit und Kriegsbereitschaft gegenüber Russland aufzeigen (in meiner Übersetzung):

      Schlüsselprinzipien: Betont den Menschenrechtsaspekt einer militärischen Konfrontation./ Die NATO muss allen Friedensbewegungen aggressiv und öffentlich entgegenwirken und die Herrschaft des Gesetzes des bewaffneten Kampfes aufrechterhalten./ Die NATO muss ihren gegenwärtigen Kampf um strategische Kommunikation richtig einschätzen und der Öffentlichkeit gegenüber die Notwendigkeit bewaffneter Konflikte rechtfertigen./ Dass die Öffentlichkeit in einigen NATO-Ländern die Notwendigkeit einer gemeinsamen Verteidigung nicht einsieht, bedeutet, dass wir eine fundamentale Erneuerung des kommunikativen Rahmens brauchen. Die NATO muss viel mehr Mittel und Mühen auf die grundlegende Kommunikation mit der Öffentlichkeit verwenden.
      Die Konferenzteilnehmer waren sich in der Überzeugung einig, dass die öffentliche Meinung entscheidend ist. Für die Aufgabe, die öffentliche Meinung [zu Gunsten des Lufkriegs] ebenso wie die einiger älterer Politiker zu formen, sind die Medien vielleicht der entscheidende Schlüssel, durch die solche beeinflussenden Maßnahmen durchzuführen sind. Die zweite Sitzung der Konferenz befasste sich folglich auch mit der Beziehung von Militär und Medien im Hinblick auf die Frage, wie die NATO am besten ihre Botschaften in den Medien platzieren kann. Einige gegenwärtige und ehemalige Mediengrößen sowohl der Printmedien wie des Fernsehens nahmen an einer faszinierenden Sitzung teil, die Schlüsseldynamiken hierfür entwarf.
      Die deutsche Fallstudie weist erhebliche Unterschiede zur amerikanischen und englischen auf. Nach dem zweiten Weltkrieg war das pazifistische Grundgefühl in Deutschland sehr stark und ist es immer noch. Die öffentliche Meinung zu den Wehrkräften ist fast das Gegenteil zu der der Briten und Amerikaner. In allen Fällen, in denen die NATO militärische Gewalt anwendeten, waren die Deutschen anfälliger für Desinformation und antimilitaristische Kampagnen als die meisten anderen NATO-Länder. In Kürze, einige politische und kulturelle Faktoren machen Deutschland zu einem sehr problematischen Fall in der Unterstützung militärischer Gewalt im Dienste der NATO.
      Die Studie zu Italien ähnelt der deutschen sehr stark mit der sehr stark linken und pazifistischen Grundstimmung in der allgemeinen Bevölkerung. Und es handelt sich gleichfalls um ein Land, das sogar die Anwendung militärischer Gewalt ablehnt, wenn ein anderes Land angegriffen würde.

      Es wurden verschiedene dynamische Faktoren gefunden, die sich auf die öffentliche Wahrnehmung in Europa auswirken. Tatsächlich gibt es so etwas wie eine allgemeine ‚europäische öffentliche Meinung‘ nicht. Meinungen und Wahrnehmungen variieren von Nation zu Nation. Solche Wahrnehmungen basieren normalerweise auf historischen Erfahrungen und oft wirken sie mit einem gewissen Beharrungsvermögen auf die öffentliche Meinung, die sich nur schwer verändern und formen lässt. Faktoren, denen die NATO entgegentreten muss, um ihre Sichtweisen gegen eine manchmal skeptische Öffentlichkeit zu behaupten, schließen Desinformation ein (zum Beispiel die stetige Häppchenkost sowjetischer und danach russischer Desinformation für eine deutsche Zuhörerschaft über viele Jahre.)

      https://www.termiten.net/node/487

      Die aktuelle JAPCC-Konferenz von 2017 wird hier beschrieben; der Link zu ihrer aktuellen Dokumentation einer Broschüre des JAPCC selbst befindet sich darunter.

      http://www.imi-online.de/2017/10/13/ein-beispiel-fuer-nato-kriegspropaganda/
      https://www.japcc.org/wp-content/uploads/JAPCC_MDCAAP_2017_screen.pdf

      Die aggressive und hochgradig mit Milliardenmitteln ausgestattete „Informationskriegsführung“ der Nato insgesamt wird auch im entsprechenden Kapitel der hervorragenden NATO-Broschüre des IMI (Informationsstelle Militarisierung) ausgiebig dargestellt. Als pdf ist sie hier abrufbar:

      http://www.imi-online.de/2016/07/06/die-360-nato-mobilmachung-an-allen-fronten/

      @ Gloucester
      30 Millionen Zwangsarbeiter?
      Ich hoffe die Bezahlung für diesen Quatsch ist bei Ihnen angemessen.
      Ihnen alles Gute

      @Franz Maria Arwee
      Ich bin froh das Sie es total erkannt haben.
      Das Perpetuum Mobile, ja das die bescheuerten Kommunisten darauf nicht gekommen sind?.. ich wusste es doch immer, taugen zu nix diese Dreckskommunisten..und kämpfen wollen die auch noch..igitt igitt
      Ihnen alles Gute

    • Ja, full spectrum dominance, und?
      Das amerikanische Imperium ist ein Alptraum? Richtig. Aber nicht neu. Deshalb muss ich noch lange nicht das Treiben der Gegenseite glorifizieren und relativieren. Ich jedenfalls nicht.
      Vielleicht ist aber jedes Gebilde von Weltmaßstab von Anbeginn zum Scheitern verurteilt? Ein durch und durch verrotteter Irrsinn? Natürlich zunächst im Namen des Guten und Edlen. Zuletzt muss es doch im Wahn verenden.
      Oder wie ist der Versuch zu werten, den Neuen Menschen zu schaffen. Ist das schon Hybris oder, ach nein warten Sie, daran ist sicher wieder der Amerikaner an sich schuld. Ist ja auch zu verlockend, dass man einen hat, dem man rundweg alles in die Schnürschuhe schieben kann. Das befreit einen doch sehr, vor allem vom Nachdenken.
      Und was einem nicht passt, das phantasiert man sich passend zurecht.

      Und dass ich bezahlt werde…Mann, Mann, Mann, das schenke ich Ihnen. Abweichler sind auch so was von ärgerlich, kann man da nichts gegen machen?

    • @ fpdcb

      „Die kurze Zeit, in der die Sowjetunion bestand hat er (der Kapitalismus) sich ein soziales Mäntelchen in Europa umgehangen, um der Bevölkerung zu zeigen -wir sind die Guten-..
      Nach 1990 kam der Gangsterkapitalismus gleich wieder voll auf Touren, da konnte man die Maske fallen lassen.“

      So ist es!

      Zu „War Manual“ und anderen Originaldokumenten:
      Originaldokumente (z.B. War Manual) gibt es reichlich. Aber sie werden nicht gelesen. Wenn man sie kennt, bleiben wenig Fragen. Die Frage, warum gewisse Original-Dokumente der Öffentlichkeit (und Historikern) vorenthalten werden, die erübrigt sich dann auch. Pläne in Originaldokumenten zu veröffentlichen, dafür gibt es kein Gericht. Und sie werden von der Öffentlichkeit ohnehin nicht gelesen. Wenn der Plan ausgeführt ist, dann verschwinden diese Dokumente. Dieses Spiel läuft schon seit….schon immer.

      Diese Originaldokumente öffentlich zu machen, das ist dennoch genau das, was getan werden muß! Auch wenn zu viele sich dann dennoch in ihrem eigenen Kreis weiterdrehen.

    • @GLOUCESTER
      a, full spectrum dominance, und?
      Das amerikanische Imperium ist ein Alptraum? Richtig. Aber nicht neu. Deshalb muss ich noch lange nicht das Treiben der Gegenseite glorifizieren und relativieren. Ich jedenfalls nicht.“

      Was verstehen Sie eigentlich nicht an der Gefahr? Wie kann man dies mit einem -und?- abtun?

      Welches Treiben der Gegenseite meinen Sie eigenlich? Werden Sie doch mal konkret.
      Wenn sie finden, dass der von mir oben verlinkte Beitrag nix Schlimmes darstellt – sofern Sie ihn überhaupt gelesen haben- dann frage ich Sie, was hat die Gegenseite dem jemals an Gleichem entgegengesetzt?
      Wer nicht will, dass seine Kinder/Enkel verheizt, ausgehungert oder willkürlich für Profitinteressen und Machthunger entrechtet werden, der muss die Konsequenzen ziehen und sich dagegen zu wehr setzen.
      Zur Wehr setzen heisst eben nicht; – lasst uns doch nochmal drüber reden- die Gegenseite redet nicht, die schaffen Tatsachen.
      Es ist unstrittig das es Fehler und Entwicklungen gegeben hat, die der Sache und dem Ansehen der sozialistischen Entwicklung nach 1917 geschadet haben. Stalin war so ein Fehler und Lenin hat vor ihm gewarnt.
      Aber es steht nirgendwo geschrieben das es „im Wahn“ enden muss.
      Der Mensch muss nicht verändert werden, er verändert sich mit seinen Lebensumständen, seiner Bildung, seiner Möglichkeiten nach individueller Entfaltung.
      Die Paranoia der sowjetischen Führung hat sich mehr als bestätigt und ja man kann, abgesehen von eigenem Verschulden viel, sogar Unvorstellbares in die Schuhe des globalen Kapitalismus, allen voran der USA schieben.
      Hierzu auch ‚Täuschung-die Methode Reagan‘ sehr zu empfehlen.
      Uns Sie Gloucester sind kein Abweichler, aus ihren Beiträgen spricht eindeutig -für mich zumindest- das Sie relativieren, diffamieren und damit stellen Sie sich auf die andere Seite. Konstruktive Kritik habe ich bei Ihnen mir aller Mühe noch nicht finden können.
      Ich kann Ihnen auch gern noch das handbuch der Trolle hier reinschreiben, Ihre Beiträge entsprechen genau diesen Anweisungen.
      https://chisineu.files.wordpress.com/2014/02/saul-alinsky-rules-for-radicals-1989.pdf

      Power is not only what you have, but what the enemy thinks you have.“ Power is derived from 2 main sources – money and people. „Have-Nots“ must build power from flesh and blood.
      „Never go outside the expertise of your people.“ It results in confusion, fear and retreat. Feeling secure adds to the backbone of anyone.
      „Whenever possible, go outside the expertise of the enemy.“ Look for ways to increase insecurity, anxiety and uncertainty.
      „Make the enemy live up to its own book of rules.“ If the rule is that every letter gets a reply, send 30,000 letters. You can kill them with this because no one can possibly obey all of their own rules.
      „Ridicule is man’s most potent weapon.“ There is no defense. It’s irrational. It’s infuriating. It also works as a key pressure point to force the enemy into concessions.
      „A good tactic is one your people enjoy.“ They’ll keep doing it without urging and come back to do more. They’re doing their thing, and will even suggest better ones.
      „A tactic that drags on too long becomes a drag.“ Don’t become old news.
      „Keep the pressure on. Never let up.“ Keep trying new things to keep the opposition off balance. As the opposition masters one approach, hit them from the flank with something new.
      „The threat is usually more terrifying than the thing itself.“ Imagination and ego can dream up many more consequences than any activist.
      „The major premise for tactics is the development of operations that will maintain a constant pressure upon the opposition.“ It is this unceasing pressure that results in the reactions from the opposition that are essential for the success of the campaign.
      „If you push a negative hard enough, it will push through and become a positive.“ Violence from the other side can win the public to your side because the public sympathizes with the underdog.
      „The price of a successful attack is a constructive alternative.“ Never let the enemy score points because you’re caught without a solution to the problem.
      „Pick the target, freeze it, personalize it, and polarize it.“ Cut off the support network and isolate the target from sympathy. Go after people and not institutions; people hurt faster than institutions.
      Ihnen alles Gute

    • Als Anarchist lehne ich jede Macht ab, insofern bin ich der Meinung, dass alles was mit Staat anfängt eben mit Terror und Unmoral endet. Ob da nun USA, UDSSR, BRD oder sonstwas draufsteht.
      Ach das noch so gut gemeinte, aber institutionalisierte Gute funktioniert nicht, wenn die zu verwaltende Einheit zu groß ist. Früher oder später endet das in der rituellen Verantwortungslosigkeit. Auch wenn man sich dann noch immer Kommunist nennt.
      Und mir leuchtet nicht ein, dass ein erneuter Versuch a la Sowjetunion diesesmal gelingen könnte, wenn man nur so etwas wie Stalin verhindert.
      Diese schon unter Lenin verordete strikte Verwaltung der zu bewahrenden guten Idee ist vielleicht notwendig gewesen, um eine Konterrevolution zu unterdrücken, aber es war eben auch schon der Einstieg in die MAchtabsicherung und damit eine Pervetierung der Idee.
      Insofern ist es mir persönlich auch egal, ob Sie mich für einen bezahlten Troll halten ode nicht. Nichts ist lächerlicher als das,
      Das ist mit Verlaub ihr, zumindest definitiv nicht mein Problem.

  6. Ein guter Kommentar zur Zeitgeschichte!
    Es gibt als Individuum so viele Möglichkeiten des Scheiterns, in der Liebe , im Beruf, im Anspruch an sich selbst… . Entscheidend ist doch, ob man aus seinen Irrtümern lernt. Auf die Gesellschaft als Ganzes übertragen stellt sich die Frage: Gibt es eine Entwicklung, die es den Einzelnen ermöglicht in immer größerer Selbstbestimmtheit zu leben? Und welche treibenden Kräfte stehen dafür. Was waren und sind die Irrtümer, die Schwächen die eine Konterrevolution möglich machen? Ist es ein „Naturgesetz, das auf eine Revolution immer eine Konterrevolution folgen muss? Trotzki hat aus diesem Dilemma heraus die Idee der „permanenten Revolution“ entwickelt. Für mich ist die Oktoberrevolution ein Meilenstein in der Geschichte des Ringens um eine Form der Freiheit die Frieden in sich trägt – auch wenn sie gescheitert ist. Wer die gesellschaftlichen Mechanismen der Herrschaftssicherung nicht Durchschaut ist von Anfang an chancenlos.

  7. Vielen Dank Susan und Alexander für diesen kurzen Abriss der Geschichte Russlands seit 1917. Habe selbst lange in Russland gelebt und kann die meisten Aussagen nur bestätigen. Besonders euren Schlußfolgerungen am Schluss des Beitrags sind für mich nachvollziehbar. Es geht in einer Revolution nicht um kosmetische Operationen des bestehenden kapitalistischen Systems gehen sondern um die Änderung der Verhältnisse, der Eigentumsverhältnisse und damit Schaffung von Bedingungen für die Entwicklung ……

    Das bürgerliche Märchen über die Revolution 1917 in Russland als eine Aktion einer vom Ausland bezahlten winzigen Gruppe Bolschewiki ist fast so alt, wie die Revolution selbst.

    Am Vorabend des 100. Jahretages empfehle ich das Buch des amerikanischen Journalisten John Reed „10 Tage, die die Welt erschütterten“. Er war zur Zeit der Ereignisse in Petrograd. Er ist kein „Wirtschaftsprüfer“ der Geschichte und auch kein offizieller Geschichtsschreiber – Lesenswert!!

    • Wer da von bürgerlichen Märchen spricht…
      Es geht um das Verstehen von Zusammenhängen… nicht ohne Grund schreibt sich kenFM gerade das auf die Fahnen.
      Für den gesamthafteren Überblick empfehle ich dringend die fundierte, mit Quellen durchgängig belegte Wall Street-Trilogie von Sutton: Band 1 Zur Präsidentschaft Franklin D Roosevelts, Band 2 Zur Bolschewistische Revol., Band 3 Zum Aufstieg Hitlers

    • @ Paul Peter,

      vielleicht auch mal Lenins Werke lesen?
      Ich weiss, klingt nicht so toll, bringt aber enorme Einsichten-wenn man will.
      Grau ist jede Theorie, grün des Lebens goldener Baum.

      lesenwert auch Soja Kosmodanskaja aus ‚Kinder der Partisanen‘ oder „SCHKID-Republik der Strolche“.
      Das war das Leben, ganz unwissenschaftlich mit als einziger Quelle der eigene Schmerz, das Leiden, die Verluste an Lieben und der Hunger, die Hoffnung…

    • @Maja+fpdcb

      Sicherlich lesenswert und emotional aufwühlend Ihre Lese-Tipps. Aber für den Erkenntnisgewinn über die Zusammenhänge hinter den geschichtlichen Ereignissen ist es eher ein Vorteil eine gewisse zeitliche Distanz zu haben und die Dokumente in Ruhe und objektiv sichten zu können. Der Blick der direkten Zeitzeugen ist ohne Zweifel interessant, um sich in die Zeit versetzen zu können, aber für eine objektive Beurteilung der Interessenlagen und finanzierenden Akteure sind Abhandlungen, die anhand reiner Zahlen den damaligen Fluss des Geldes dokumentieren und aufdröseln ein eindeutig „unbestechlicherer“ und ein „emotional unverfälschterer“ Blickwinkel auf die Ereignisse.

    • Es ist merkwürdig wie Revolutionen statt finden wenn es besser geht.
      Das war so im tszaristischen Russland, und im Ottomanischen Reich
      Die Revolutionen vernichten dann den Fortschritt.
      Der Niederländische Politiker Troelstra konnte 1918 eine Revolution verursachen, er tat es nicht, er wahlte allmähliche Fortschritt

  8. @Gloucester und @A.Eberl
    Ich finde Ihre Überlegungen oder Hinweise sehr irreführend. Wenn man Ihren Gedanken folgt, bleibt nur noch übrig, alle Revolutionäre sind Agenten, mit Geld bezahlt oder anderweitig entlohnt. Das Resultat ist dann völlige Verwirrung und Resignation. Aber es stimmt eben nicht, daß alle Revolutionäre gelenkte Agenten waren oder sind.

    Denken Sie mal an Spartakus! War das auch ein Agent? Woher bekam die Armee von Spartakus ihre Waffen? Auch von Agenten bezahlt, auf Kredit? Freimaurer gab es nicht. Welcher Römer mit Vermögen, welcher nichtrömische Macht hatte denn Interesse am Sklavenaufstand?

    Die Antwort ist: Es gab Sklavenaufstände – nicht nur im alten Rom. (Haiti ist nur ein anderes interessantes Beispiel)! Es gab Bauernaufstände – im Mittelalter mitten in Deutschland! Und die Aufstände nach dem ersten Weltkrieg gab es natürlich auch. Die Leute hatten Hunger und ihnen wurde bewußt, daß sie nicht für ihre eigenen Bedürfnisse im Krieg den Kopf hinhielten. Das reichte! Dafür brauchten die keinen Agenten aus einem Geheimbund. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß bestimmte Kreise es immer wieder schaffen, Agenten in Aufständen zu platzieren. Auch in der Spartakusarmee gab es sicherlich Spione und/oder Verräter.

    Waffen besorgt man sich anfangs vom Gegner, jede Guerilla fängt so erfolgreich an. Die russischen und deutschen Aufständischen waren zu einem nicht unwesentlichen Teil noch aus dem Krieg bewaffnet.

    Ein zentrales Problem jeden Volksaufstandes ist seine mangelhafte Organisation. Der Sieg der Bolschewiki war nur möglich, weil sie diszipliniert und zentralisiert arbeiteten und so den vom international Kapital bezahlten Weißen entgegentreten konnten. Aber jegliche zentrale Macht bietet die Möglichkeit des Machtmißbrauchs. Auch unter den Aufständischen sind nicht alle „gut“. Ein schreckliches Dilemma für jede Revolution.

    An der Lösung dieses Frage sollte man arbeiten, statt in jedem Revolutionär einen bezahlten Agenten zu vermuten.

  9. Grundsätzliche Zustimmung für A. Eberls Kommentar. Der Grundtenor von Ernst Wolffs Artikel war sicherlich wirklichkeitsgetreuer als der dieses Artikels, aber sein Stehenbleiben bei der Connection zum politischen Berlin ist belegterweise zu kurz gesprungen. Schon hier muss hinter die politischen Marionetten geschaut werden. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, den Anfangsteil des Abschlusskapitels des erwähnten Buches von Sutton abzutippen, das bereits 1974 erschienen ist, aber bedauerlicherweise nur wenig zur Kenntnis genommen worden ist. Leider gibt es keine deutsche Übersetzung. Daher im englischen Original:

    „Evidence already published by Katkov, Possony, and Futrell has established that the return to Russia of Lenin and his party of exiled Bolsheviks, followed a few weeks later by a party of Mensheviks, was financed and organized by the German government. The necessary funds were transferred in part through the Nya Banken in Stockholm, owned by Olof Aschberg, and the dual German objectives were: (a) removal of Russia from the war, and (b) control of the postwar Russian market.
    We have now gone beyond this evidence to establish a continuing working relationship between Bolshevik banker Olof Aschberg and the Morgan-controlled Guaranty Trust Company in New York before, during, and after the Russian Revolution. In tsarist times Aschberg was the Morgan agent in Russia and negotiator for Russian loans in the United States; during 1917 Aschberg was financial intermediary for the revolutionaries; and after the revolution Aschberg became head of Ruskombank, the first Soviet international bank, while Max May, a vice president of the Morgan-controlled Guaranty Trust, became director and chief of the Ruskombank foreign department. We have presented documentary evidence of a continuing working relationship between the Guaranty Trust Company and the Bolsheviks.
    Moreover, there is evidence of transfers of funds from Wall Street bankers to international revolutionary activities. For example, there is the (…)
    In tracing Trotsky’s fundings in the U.S. we arrived at German sources, yet to be identified, in New York. And though we do not know the precise German sources of Trotsky’s funds, we do know that Von Pavenstedt, the chief German espionage paymaster in the U.S., was also senior partner of Amsinck & Co. Amsinck was owned by the ever-present American International Corporation – also controlled by the J. P. Morgan firm.“

    Insgesamt betrachtet haben wir es wohl schon bei der Absetzung des Zaren vor 100 Jahren mit einem Regime-Change zu tun, der in Planung und Durchführung denen heutigen Datums erstaunlich ähnelt… Zur Vorgeschichte Erster Weltkrieg lohnt sich das Buch von Gerry Docherty und Jim Macgregor „Verborgene Geschichte“ oder „Sie wollten den Krieg“ in Zusammenarbeit mit Wolfgang Effenberger.

    • Sollte man über der Aufklärung möglicher Hintergründe denn völlig von den Inhalten absehen?

      Das jemand Geld oder Unterstützung nimmt, von wem auch immer, heißt doch nicht zwangsläufig, dass er dessen Marionette ist. Er kann durchaus auch eigenen Interessen verfolgen und die können durchaus auch mal mit den Interessen einer Mehrheit übereinstimmen.

  10. Vielen Dank für die etwas andere Darstellung der russischen Revolution. Es scheint ja in vielen Punkten keine Einigkeit über dieses geschichtliche Großereignis zu herrschen. Was mich an Ihrer Darstellung überrascht hat: Sie schreiben, der Zar wäre nach Sibirien verbannt worden. Meines bescheidenen Wissens nach ist er doch aber ermordet worden, genauso, wie die gesamte Zarenfamilie danach – außer womöglich die eine Tochter Anastasia.

    • Für mich sieht es zur Zeit so aus, als ob „gelungene“ Revolutionen(also Machtwechsel) in der Regel immer nur von außen mit viel Geld fremdgesteuert wurden. Es trafen dann immer Fremdinteressen auf den durch Leidensdruck in der Bevölkerung entstandenen Impuls, etwas radikal ändern zu wollen. Natürlich muss jede Revolution erst einmal für sich betrachtet werden und hat ihre ganz spezifischen Eigenheiten. So ist z.B. die Kubanische Revolution ganz anders zu betrachten, da die Fremdeinwirkung von außen(seitens USA) ja von vorn herein gegeben war und gegen diese rebelliert wurde. Also genau der umgekehrte Vorgang.

    • @ Je m’en vais, Vierzehn ausländische Mächte haben versucht, die Revolution niederzuschlagen. Darunter alle damaligen und einige heutige Großmächte. Woher hätte also das ausländische Interesse kommen sollen?

      Was die Zarenfamilie betrifft, deren Tod ging eine Verbannung voraus. Natürlich hätte man auch darauf noch näher eingehen können aber es ist ja auch schon so eine überlange Tagesdosis geworden.

    • „Woher hätte also das ausländische Interesse kommen sollen?“
      Wer ist das Ausland? Auch nur Staaten, die im Kreditsystem drinhängen wie Puppen im Theater.
      Warum sollten Banken beide Seiten finanzieren, das ist doch die treffende Frage.
      Vielleicht daher, dass man am Krieg jeden Tag weiter formidabel verdient?
      Beide Seiten zu finanzieren ist ja nun keine besonders unbekannte Taktik um das Ziel abzusichern, auch künftig über beide Seiten herrschen zu können.
      Am Ende waren so gut wie alle verschuldet.
      Cui bono?

    • Alexander: Was heißt hier: ..deren Tod ging eine Verbannung voraus? Wenn schon, dann muss es heißen: ..deren kollektiver Ermordung…
      Ihre schönfärberische Sprachführung verrät etwas von Ihrer Wunschvorstellung, dass es „gute“ gewesen sein mögen.

    • @ Je m’en vais
      Sie können gern der Zarenfamilie hinterher trauern, bleibt Ihnen unbenommen.
      Aber tun Sie nicht so scheinheilig und trauern Sie dann bitte auch um all die Kommunisten und anderen und deren Familien, die auf Befehl des Zaren ausgelöscht wurden.
      Haben Sie Mitgefühl mit den Kindern, die mit ansehen mussten, wie Ihre Familie abgeschlachtet wurde und sie dann als Bettler auf der Strasse geendet sind. Diese Leute hatten nichts verbrochen, die haben gehungert.
      Die Zarenfamilie hat sich am Blut ihres Volkes gelabt, die Menschen ausgepresst auf eine Art wie Sie es sich offensichtlich nicht mal vorstellen können.
      Ausserdem war es nicht weise, um diese Verbrecher als ‚Märtyrer‘ für die Bürgerlichen am Leben zu lassen.
      Mit der Kenntnis von heute hätte man sie besser vor ein Gericht gestellt und erschiessen lassen.

    • Bitte nichts Verkehrtes in meine Texte hinein interpretieren! Ich habe nur angemahnt, Ermordungen auch so zu benennen, egal, von welcher Seite aus sie verübt werden. So wie Alexander es schrieb, kommt es so rüber, als seien sie nur verbannt worden und dann in der Verbannung gestorben. So viel ich weiß, ist die Familie des Zaren bestialisch abgeschlachtet worden. Und das kann man nicht „versterben“ nennen. Dann könnte man genauso sagen, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht seien „ruhig gestellt“ worden und dann „Verstorben“.

    • @GLOUCESTER

      Ich fordere gar nix.
      Welche Strafe denken Sie war unter den damaligen Gesichtspunkten wahrscheinlich?
      Der gang durch 4 Instanzen? Und dan Lebenslang mit Sicherheitsverwahrung?

      @Je m’en vais

      Ich bin kein Jurist, nur mein gesunder Verstand sagt mir, das die Ermordung der Zarenfamilie
      kein ‚herkömmlicher Mord‘ war.
      Ohne den zeilichen Kontext und die andere Umstände mitzunehmen, ist es schwer hier von Mord zu sprechen. Allerdings wäre eine gerichtliche Verurteilung wohl besser gewesen.
      Der Unterschied zu Karl & Rosa liegt schon darin, das diese Beiden vorher kein ganzes Volk unterjocht, in Analphabetentum und Leibeigenschaft gehalten haben und für Ihren persönlichen Vorteil ausgepresst haben.
      Das ist echt bürgerliches Äpfel mit Birnen vergleichen, sorry.

    • Anscheinend versteht mich hier tatsächlich niemand. Es geht mir um Sprachgenauigkeit. Nach dem, was ich bisher erfahren habe, ist die Familie des Zaren in einer Nacht überfallen und zusammen ermordet und die Leichen verscharrt worden.
      So etwas kann man nicht mit „versterben“ beschreiben, dann betreibt man Geschichtsverfälschung. Genauso wie man Geschichtsverfälschung betreiben würde, wenn man Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht als „ruhig gestellt und dann verstorben“ bezeichnen würde. Um das zu beurteilen, braucht man kein Jurist sein, sondern nur einen gesunden Menschenverstand haben.
      Ich kenne die Bekenntnisse und das überlieferte Schicksal Rosa Luxemburgs und sie ist für mich eine der verehrungswürdigsten Frauen von denen ich je etwas erfahren habe.

    • Je m’en vais , wenn es um Sprachgenauigkeit geht, dann sollte doch bitte in einen Tod nicht völlig willkürlich ein Versterben hineininterpretiert werden, damit hinterher drüber rumgemeckert werden kann.

    • Mir scheint, so wie manche damals die Ermordung der gesamten Familie vertuschen wollten, möchten manche es heute auch am liebsten noch tun. Wenn es denn eine so gerechte, allseits gewollte Todesstrafe für die Angehörigen sein sollte, wie das hier auch angedeutet wurde, warum dann dieser heimliche nächtliche Überfall und das schnelle Verscharren?

  11. Tut mir Leid – aber dieser Artikel von Susan Bonath ist etwas naiv – nichts für ungut. Stattdessen trifft der Artikel von Ernst Wolff die Wahrheit. Keine Ideologie steht höher als die Wahrheit, auch wenn es persönliche Gefühle treffen und Enttäuschung hervorrufen mag.
    Keine Revolution ist möglich, ohne Geld. Sie brauchen also Geldgeber. Und Revolutionen haben immer Führer, die die Massen suggestiv hinter sich sammeln. Ist das dann Freiheit, wenn man emotional und suggestiv, wie in einer Herde, einem Führer hinterherläuft? Leo Trotzki war z. B., neben Lenin, ein solcher Revolutionsführer. Lenin war der Theoretiker, aber Trotzki war der Praktische, der Organisator. Er war auf seiner Reise von den USA!! (Wall Street!!) nach Russland in Kanada festgesetzt worden – doch – seltsam, seltsam, der britische Geheimdienst M16, von London aus, befahl seine Freilassung, damit er in Russland die bolschewikische Revolution organisieren könne. Ja, nicht nur die Deutschen, nein, auch die Briten haben Mitverantwortung an der bolschewistischen Revolution.

    Revolutionen sind nie, nie, spontane Erhebungen des Volkes – sie sind immer organisiert – von wenigen. Genau wie Kriege. Bitte lesen Sie nochmal genau den Artikel von Ray McGovern vom Rubikon, von gestern. Da beschreibt er doch, dass die andere Geheimdienstabteilung der CIA Regierungen stürzen sollte! Sie sagten das sogar so. Das ist ein sehr mutiger, aufschlussreicher Artikel.

    Und das war vor der CIA auch schon so. Nur hießen die geheimen Gruppen damals anders – sofern sie sich überhaupt einen Namen gaben.

    Viele Revolutionäre waren Freimaurer, Logen-Mitglieder. Und Ordensmitglieder von Skull & Bones und andere haben dann den Bolschewiken Geld geliefert, z. B. über den Guaranty Trust, später Ruskombank. Und bei den Freimaurern waren ebenfalls sowohl Revolutionäre als auch reiche Geldgeber Mitglieder. z.B. waren Freimaurer: Georges Jacques Danton, Simon Bolivar, Garibaldi, Kerenski, Mustafa Kemal Atatürk, José Marti (Cuba).

    Marco Frenschkowski schreibt in „Die Geheimbünde,“ auf S. 123: „Viele Präsidenten der USA waren Freimaurer…. Es ist darüber hinaus natürlich seit je bekannt, dass prägende Gestalten unter den amerikanischen Gründungsvätern (..) Freimaurer gewesen sind, so mindestens 9 Unterzeichner der Declaration of Independence und 13 der Constitution oft he United States.“ (ZItatende)
    Und war nicht die Unabhängigkeitserklärung der damals britischen Kolonien auch eine „Revolution“? ABer sie war ein Elitenprojekt – denn sie war auch von Freimaurern getragen.
    Denken Sie an Victoria Nuland, die gesagt hat, dass man 5 Milliarden Dollar in die Ukraine „investiert“ hatte… um letztendlich Poroschenko durch eine Amerika-freundliche Regierung zu ersetzen…
    Auch ANdreas v. Bülow hat in einem seiner zahlreichen, hervorragenden youtube-Vorträge bezweifelt, dass Revolutionen „spontan“ entstehen, denn sie brauchen Geld, um die revolutionären Massen ernähren zu können.

    • Und Victoria Nuland, ich wiederhole es nochmal, hat auch eine enge Verbindung zu einem „geheimen“ Elite-Bund: Ihr Gatte ist Robert Kagan, Mitglied bei Skull & Bones seit 1980.

    • Freimaurer oder Logen hin oder her, spontane Volksaufstände sind doch ein Märchen. Damals wie heute kann man die Massen zu allem verführen, hinterher waren dann alle vorher schon dabei. Und wenn man den Bürgerkrieg erstmal am Laufen hat, verwundert es wohl kaum, dass sich alle entweder auf die eine oder andere Seite schlagen anstatt sich erschießen zu lassen oder aus Mangel an Möglichkeiten zu fliehen.
      Woher kamen denn Waffen, um jahrelang Bürgerkrieg zu machen? Mit welchem Geld wurden sie bezahlt und wer hat den Kredit dazu gegeben? Und was war die Grundlage für die Kreditgewährung?
      Philanthropie?
      Die russische Revolution war ein Eliten-Projekt wie so ziemlich jede größere „Revolution“, für das unterschiedliche Geldgeber mit ihren Interessen stehen. Und die haben dafür zu sorgen gewusst, dass diese ihre Investitionen in die Revolution sich lohnen würden. Es ist hier doch immer vom deep state die Rede. Es galt, sich einen Konkurrenten zu filettieren, den Markt zu erschließen, Russland einzubinden in ein Zentralbankensystem. Und das wurde m.W. 1922 noch unter Lenin umgesetzt.
      Eigentlich fast wie heute, nur dass man heute im Namen des Demokratieexportes ein Blutbad anzettelt, damals ging es um die armen Proletarier und Bauern.
      Dass sich für einige in der Tat etwas verbessert hat, sogar etwas von einiger Dauer, schließt dennoch nicht aus, dass der ganze Plot anderen Zielen diente.

    • Es ist doch nach allem, was wir über Machtpolitik wissen, logisch, dass die Mächtigen der Welt ihre Aufmerksamkeit immer dorthin richten, wo etwas brodelt und versuchen, dies für sich auszunutzen mit Hilfe ihrer Macht und ihrer Gelder. Die Siege von idealistischen ehrbaren Volkshelden, die ich keineswegs in Abrede stellen oder klein reden will, waren doch dann immer nur ideeller Natur und zeichneten sich kaum je wie gewünscht direkt in der neuen Regierungsform ab. Eine Revolution, wie wir sie uns vielleicht mehrheitlich wünschen, hat es doch meines Wissens noch nie gegeben. Jedenfalls nicht in großem Rahmen oder nicht auf Dauer. Das beste Beispiel hat m.E. noch Gandhi geliefert mit seinen völlig gewaltfreien Volksprotesten. Aber das wird ja jetzt von vielen auch nur wieder klein geredet.

    • Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es genau das ist, was wir glauben sollen, dass die Massen nur in der Lage sind, irgendwem hinterherzulaufen und am Ende wieder die Betrogenen sind.
      Mag sein, dass das oft so war, aber muss das immer so sein?

  12. Ein guter Artikel, danke.

    Jedenfalls über weite Strecken. Hintenraus, als dann in ein paar Sätzen noch die 80 Jahre bis Jelzin zusammengefasst werden, wird’s dann etwas zu verkürzt.

    „Im global wütenden Kapitalismus kann eine sozialistische Revolutionen in nur einem Land nicht zu Ende geführt werden.“

    -> Aber wenn sich ein ausreichend großes, mit Bodenschätzen gesegnetes und militärisch starkes Land wie z.B. Russland vom Handel mit dem Rest der Welt weitgehend abschottet – dann müsste das doch gehen, wenn man im Land selbst eine gute Politik macht, oder?
    Aus meiner Sicht lag einer der großen Fehler in der Sowjetunion auch darin, dass man versuchte, was den materiellen Produktionsoutput anging mit dem kapitalistischen Westen mitzuhalten. Und das war (jedenfalls in der damaligen Situation) schlicht unmöglich und auch nicht erstrebenswert (z.B. wegen ökologischen Problemen).

    • Das mag im Prinzip richtig sein, dass das der Versuch mit dem Westen mitzuhalten Probleme erzeugt hat.
      Praktisch schielt aber so ziemlich jeder auf den Wohlstand des Westens, ungeachtet dessen, was das eigenen Land zu leisten vermag.
      Wenn ich das richtig einschätze, erwarten z.B. auch viele in der Ukraine Wunder von der EU.
      Praktisch werden sie sich aber wohl eher wundern.

    • @Frowe Hulda

      danke, sehr schön formuliert.

      @Benjamin

      darum ging es den Leuten in der BRD auch so gut, sie war das Schaufenster direkt als Frontstaat und west-Berlin als Frontstadt aufgebaut.
      Als ich dann in den 90-gern durch zB Portugal gefahren bin wusste ich, wenn das unsere Nachbarn gewesen wären, gäb’s die Mauer noch heute.

  13. Guter Abriss der Geschichte, gefällt mir. Zeigt ziemlich deutlich, dass es ein globales real existierendes Problem gibt. Eines fällt, durch die Geschichte hindurch, immer wieder auf. Das nicht zulassen (ob nun aus den Abläufen heraus geschuldet oder vorsätzlich gesteuert) von regional erwünschten, sich selbst verwaltenden und souveränen agierenden Menschen. Immer wieder wird eine übergeordnete „göttliche Weisheit“ aufgefahren, ob nun gewaltsam oder pseudofriedlich, egal. Könnte vielleicht darin ein Ansatz zur Lösung zu finden sein? Könnte die Lösung des globalen Problems in der Minimierung der Autokratie liegen? Habe ich deswegen Bauchschmerzen mit Katalonien und EU? Bauchschmerzen mit zwangsgesteuerter „göttlicher Weisheit“ ? Sollte ich mir mal näher betrachten, das Ding, welches sich hier zwischen den Zeilen zeigt.

  14. Dieser Beitrag ist wesentlich besser und informativer als der Beitrag von Ernst Wolff zu diesem Thema. Danke. Danke!
    Natürlich kann auch das hier nicht ausreichend sein.
    Und: Bleibt ja auch die Frage zu klären, was ist alles falsch gelaufen in Rußland, China und Nordkorea?

    • China:
      Barbara W. Tuchman, ‘Stilwell and the American Experience in China, 1911- 45’, New York, 1970, 1985
      Mao versorgte seine Soldaten, Tsjang nicht.

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