Tagesdosis 6.12.2017 – Die SPD und Angela Merkels Bumerang (Podcast)

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Die SPD will nun doch und ganz ultimativ keine GroKo mehr. Sie plädiert für eine Minderheitsregierung. Das hat sie gestern endgültig entschieden. Ach was, Papperlapapp! Sie will mitregieren. Das sei, so die SPD-Führung und ganz wichtig, auch der SPD-Bundespräsidenten und Bundesschreihals Frank Walter Steinmeier, Regierungsverantwortung, und vor der laufe man ja schließlich nicht davon. Für Deutschland in die GroKo und in den SPD-Tod. Ob man dafür noch Worte übrig hat? Ein Kopfschütteln auf Lager hat? Merkels Steigbügelhalter sei die SPD, so unkt es allerortens durch die Republik. Die SPD würde ihr Profil dann gänzlich verlieren und … Von was für einem Profil ist denn da überhaupt die Rede? Martin Schulz war der Todesstoß der Partei. Erinnern wir uns: Er wurde, und das ist SPD-Geschichte, mit einhundert Prozent der Stimmen zum Kanzlerkandidat gewählt. Das war die Götterdämmerung der Partei und lässt tief, sehr tief blicken. So einen, Entschuldigung, konturlosen Fuzzi habt ihr mit jeder euch zur Verfügung stehenden Stimme zum Oberhirten der Armen und Gebeutelten gemacht. Schon Sigmar „das Pack“ Gabriel war, gelinde gesagt, eine Zumutung oder besser, ein letzter Strohhalm. Vielleicht aber auch selbstprophezeihend ihr letzter Wille – nach der Willy Brandt-SPD. Denn die SPD hat ansonsten niemanden, der so sein kann, dass er will. Das er regieren und nach oben können will. Wollen wollen sie alle, nur können können sie nicht. Denn die Meisten sind ja schon oben. Sicher nicht in der SPD. Denn wer will schon in so einer SPD nach oben? Nur die, die ansonsten nicht nach oben kommen können. Die, die wirklich „was drauf haben“, die findet man nicht in einer Partei. Zumindest heutzutage nimmer mehr.

Kommen wir nun zum Hosenanzug und zum Bumerang.
Schmeißen wir nun den Bumerang zurück, den die Neulandchefin und Rautenkönigin Angela Merkel vor 18 Jahren ihrem Mentor „Jabba der Hutte“ alias Schlachtross, alias Hellmut Kohl, zugeworfen hatte. „Die Partei muss sich zutrauen, ohne ihr altes Schlachtross den Kampf aufzunehmen.“ Der Focus titelt: „Was Merkel vor 18 Jahren sagte, sollte ihr jetzt zu denken geben“. Sie richtete vor 18 Jahren ihre Worte an die CDU und meinte damit ihren Ziehvater Helmut Kohl. Ein Kanzler dieser Republik, der 16 Jahre auf dem Thron saß. Nach Adenauer die zweitlängste Kanzlerzeit. Will Merkel Kohl überholen? Den Text aus dem Fokus hier in voller Länge.

Zitat Anfang: „Angela Merkel hatte sich wohl einfachere Zeiten erhofft. Erst fuhr sie mit der Union das schlechteste Bundestagswahlergebnis seit 1949 ein, dann scheiterte die Regierungsbildung. Die Kanzlerin steht unter Druck.

Schon vor der Wahl war die Debatte über einen Generationenwechsel in der CDU entflammt. Doch ihre Nachfolge hat Merkel bislang nicht geregelt. Das sollte sie jedoch möglichst bald angehen – zumindest, wenn sie ihren eigenen Worten von vor 18 Jahren glaubt.

„Die Partei muss sich zutrauen, ohne ihr altes Schlachtross den Kampf aufzunehmen“

Wörtlich schrieb Merkel im Dezember 1999 in einem Gastbeitrag für die „FAZ“: „Die Partei muss also laufen lernen, muss sich zutrauen, in Zukunft auch ohne ihr altes Schlachtross (…) den Kampf mit dem politischen Gegner aufzunehmen. Sie muss sich wie jemand in der Pubertät von zu Hause lösen, eigene Wege gehen.“

Merkel, damals Generalsekretärin, vollzog, was niemand zuvor in der CDU gewagt hatte: den offenen, radikalen Bruch mit dem damaligen Ehrenvorsitzenden Kohl. Die CDU steckte zu dieser Zeit wegen der Parteispendenaffäre in einer massiven Krise. Helmut Kohl wollte auch nach dem Ende seiner Kanzlerschaft die Namen der Spender nicht verraten, klebte weiter am Ehrenvorsitz.

Merkels Putsch-Aufruf gegen Kohl: „Zukunft selbst in die Hand nehmen“.

„Vielleicht“, so schrieb Merkel, sei es nach einem so langen politischen Leben Kohls „wirklich zu viel verlangt, von heute auf morgen alle Ämter nieder zu legen“. Merkels damalige Worte an die Partei kamen einer Aufforderung zum Putsch gleich: „Wir kommen nicht umhin, unsere Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.“

Merkel wurde kurz nach ihrem „FAZ“-Beitrag Parteichefin und ist das mittlerweile seit über 17 Jahren. Heute ist sie selbst also ein „altes Schlachtross“. Ob sie es anders als Kohl machen und sich entscheiden wird, den Jüngeren „das Feld schnell ganz zu überlassen“, wie sie damals schrieb, wird die Zeit zeigen.“ Zitat Ende.

Und wenn man mich nach meiner Meinung fragen würde, was natürlich niemand tut, so würde ich sagen: Angela, ich sage Dir jetzt, was niemand im Bundestag Dir sagen will. Das Scheitern der Sondierungsgespräche via Jamaika und jetzt dieses blinde Hin- und Hergeeiere der SPD, das soll Dir durch die Blume mitteilen, das niemand mehr mit Dir embedded sein will. Niemand will mehr von Dir ein Lächeln, einen Händedruck, einen Rat oder sonst was. Du hast alle verarscht, ihnen alles genommen, was ihnen wichtig war. Grün und sozial bist Du geworden. Mimikry in politischer Vollendung. In Wahrheit, widerwärtig selbstgefällig und einer Schwarzen Witwe gleich, vertilgst Du jedes Koalitionsangebot und machst es Dir dann selbst zum Programm. Du hast Flasche leer, würde ein Trapattoni Dir mit seinem typisch italienischen Temperament zugestikulieren und im Nachsatz sagen: „Du hast fertig, super fertig alles gemacht!“ Selbst ein Lindner will nichts mehr von Dir. Und der ist ganz sicher leicht zu haben. Verstehst Du die wahren Konsequenzen? Nicht Lindner oder Schulz wollen nicht mehr mit Dir. Du bist es. Du bist nicht mehr zu ertragen, nicht mehr haltbar für dieses Land und für Europa und für niemanden mehr von Vorteil. Du hast ausgedient!

Dich und mit Dir will einfach niemand mehr. Wir alle wollen etwas ganz anderes und Du bist taub und blind dafür. Du bist der Stillstand, der Rückschritt, das Ende allen neuen Anfangs. Deine ergebenen Diener Kauder und Altmeier halten wie Schlangenzungen gleich, Dir die Realität von allem fern. Die meisten Menschen verstehen Dich als Alien, denn sie können sich einfach nicht vorstellen, auf welchem Planeten Du lebst. Auf der Erde definitiv nicht! Werde Privatperson. Ziehe Dich in die Uckermark zurück. Genieße Deine Pension. Halte meinetwegen auf dem Mars oder dem Jupiter Reden. Nur, um Himmels Willen, mach‘ Dich endlich vom politischen Acker und nimm Deine Parteispitze und Deine Regierungsdämonen gleich mit. Vergiss um alles in der Welt den Schäuble nicht. Sonst macht die CDU Gollum noch zum Kanzler. Zuzutrauen ist es ihr. Jabba der Hutte, alias altes Schlachtross, alias Helmut Kohl haben die auch 16 Jahre lang regieren lassen. So, das musste mal raus, denn niemand Deiner Bundestagsfreunde hat den Mumm, Dir das mal zu sagen. Sie trauen sich alle nicht. Also, mach den Weg frei, freiwillig. Horst Seehofer schwankt schon. Fast schwanken ja alle, nur weil sich niemand traut, Dir reinen Wein einzuschenken. Mach endlich fertig, denn Deine Flasche war schon immer leer.

Quelle:

http://www.focus.de/politik/deutschland/zukunft-auch-ohne-altes-schlachtross-was-merkel-vor-1 8-jahren-sagte-sollte-ihr-jetzt-zu-denken-geben_id_7940113.html

https://www.youtube.com/watch?v=OCFj9lf8IQE

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

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2 Kommentare zu: “Tagesdosis 6.12.2017 – Die SPD und Angela Merkels Bumerang (Podcast)

  1. Meine Vermutung: Märkel hohlt die absolute Mehrheit.

    Die Wähler der Linken gehen nicht mehr zur Wahl z.B. wegen Lederer Jebsen Affäre. FDP-Klinentel ist auch enttäuscht, da sie keine Lobbypolitik mehr machen kann.

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