Tagesdosis 6.3.2018 – Oh je, SPD

Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

Wie nennt man das, was die SPD-Mitglieder mit ihrem Votum für die GroKo gemacht haben ? Selbstmord aus Angst vor dem Tod könnte passen.  Die SPD sei mit dieser Abstimmung „weiter zusammengewachsen“ verkündete Parteichef Olaf Scholz und würde den „Prozess der Erneuerung“ fortsetzen. Vor Neuwahlen und einer Neuaufaufstellung fürchtete sich die Partei aber offensichtlich wie der Teufel vor dem Weihwasser und flüchtet lieber mit dem alten Personal auf weitere vier Jahre in Merkels Küchenkabinett.

„Wie rasch altern doch die Leute in der SPD ! Wenn sie dreißig sind, sind sie vierzig; wenn sie vierzig sind, sind sie fünfzig, und im Handumdrehen ist der Realpolitiker fertig,“ schrieb Kurt Tucholsky 1932 in der „Weltbühne“. Damals hatten die Realpolitiker der SPD für Hindenburg als Reichskanzler plädiert und die Einwände ihres linken Flügels und der Kommunisten – „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler“ – vom Tisch gewischt. Und kaum hatte man sich in der Nachkriegszeit  wieder halbwegs aufgestellt musste der Nachfolger Tucholskys auf dem Chefposten „Berliner Schnauze“ – Wolfgang Neuss – 1965 konstatieren: „Wenn man nicht haargenau wie die CDU denkt, fliegt man glatt aus der SPD.“ Neuss wurde damals aus der Partei geworfen, weil er im Wahlkampf für die SPD dazu aufrief, die Zweitstimme der Deutschen Friedens Union zu geben, die für Abrüstung und Deeskalation des Kalten Kriegs eintrat.

Das wurde in der SPD nicht geduldet – und wird es auch heute nicht: der GroKo-Vertrag sieht denn auch eine Verdopplung des Rüstungsetats vor. Statt 37 Milliarden im Jahr sollen für die Bundeswehr jetzt 70 Milliarden ausgegeben werden. Da wundert es dann auch nicht, dass für Arme und Rentner, Arbeiter und Kleinverdiener, Bildung und Gesundheit – einst Kernkompetenzen der Sozialdemokratie – kein Geld da ist. Niemand weiß mehr, wofür die SPD noch steht – und niemand weiß mehr, wogegen sie eigentlich antritt. Die Großskandale der Großbanken in der Finanzkrise, der Großbetrug der Großkonzerne im Dieselskandal…

Ereignisse, bei denen eine sozialdemokratische Volkspartei ihre klassische Klientel da unten gegen die Raubtiere da oben verteidigen und damit hätte punkten können, gibt es wahrlich genug. Aber eine solche Volkspartei existiert nicht mehr, seit die SPD vor 20 Jahren auf den neoliberalen Zug aufsprang.

So hat es die Partei geschafft, in den letzten 20 Jahren die Zahl ihrer Wählerstimmen zu halbieren – und arbeitet jetzt unter Merkels „marktkonformer Demokratie“ weiter an ihrem Abstieg.  Es ist die Wiederkehr des immer Gleichen: wer nicht genauso denkt wie die CDU hat in der SPD einfach nichts zu suchen.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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29 Kommentare zu: “Tagesdosis 6.3.2018 – Oh je, SPD

  1. Ermächtigt Euch selbst.

    Nehmt Euren Mut zusammen und macht Euch auf in Eure Gemeinschaft und stellt selbst was auf die Beine. Z.B. ein Gesellschaftsmodell, dass es wert ist nachgelebt zu werden. Versucht das Potential Eurer Gemeinschaft mit all den unterschiedlichen Fähigkeiten und Ansichten zusammenzubekommen für eine Sache, die es wert ist:

    Für Gemeinschaft und gemeinsames Miteinander!

    Wir sind heute schon alle NICHTS ohne die ANDEREN. Keiner kann heute irgendetwas tun ohne auf die Vorarbeit eines Anderen zurückgreifen zu müssen. Wenn man sich das mal klar macht, kann es möglich werden, dass dieses Jeder-Gegen-Jeden in den Hintergrund treten kann und die Angst vor dem beschissen werden vielleicht verschwinden kann.

    Die Parteien oder die Repräsentative Demokratie werden es für uns nicht in Ordnung bringen. Repräsentative Demokratie ist eine Entschärfung von dem was wir uns unter Demokratie vorstellen. Nämlich einen ausreichenden Grad an Mitgestaltungsmöglichkeiten. Das müssen wir schon selbst in die Hand nehmen, wie die Vergangenheit zumindest mich gelehrt hat.

    Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.

    Mahatma Gandhi

    Bleibt friedlich…

    Ich

  2. Da ich Anfang der 60iger geboren und christlich sozial erzogen wurde, dabei mein Vater immer in
    der SPÖ aktiv tätig war, erschreckt mich die Entwicklung der Sozialisten seit den 90igern zu tiefst.

    Ich kann mich noch gut erinnern, als mein (bereits verstorbener) Vater in eben den 90igern bereits
    massive Kritik an den „Tendenzen“ der sozialistischen Politik übte und Anfang 2000 dann seine
    Tätigkeiten bei der Partei einstellte. Mir ist auch noch im Ohr, dass er dabei die immer mehr
    abhanden kommende Gesprächskultur, den gepflegten Diskurs einforderte.
    Nur begann es bereits damals so wie KEN es in der Tagesdosis beschreibt :
    „Du bist entweder (ohne Einschränkungen) FÜR unsere Vorgaben oder du bist weg“

    Eines möchte ich bitte noch anbringen, dass was seit Jahren allgemein als Links bezeichnet wird,
    also die Politik welche angeblich links sei, hat nichts absolut nichts mit linker bzw sozialistischer Politik
    zu tun. Politische Bildung scheint auch völlig abhanden gekommen zu sein, denn was ich damals noch
    dazu gelernt hatte ergibt, dass z.b. diese aktuelle „Antifa“ sicher keinesfalls links, sondern weit weit rechts ist.
    Für mich sind diese Schlägertrupps 1 zu 1 vergleichbar mit den Horden der damaligen Faschisten.

    Bei einer Sache bin ich mir aber noch nicht ganz sicher; ob diese Antifas und die SPD einfach nur dämlich
    (nett umschrieben) sind oder ob sie es mit Absicht machen wenn ich
    z.b. Antifa-Forderungen ala „No Border, No Nation“ lese oder die Schulz-Forderung nach dem Einheitsstaat EU !?
    mMn kann man eigentlich gar nicht so dämlich sein und dabei nicht bemerken, dass man genau mit
    diesen Forderungen der NWO den Weg bereitet.
    Eigentlich ist die Taktik ja perfekt, denn so schießen sich die ganzen „angeblich“ sozialistischen Parteien selbst
    in die Erdumlaufbahn und die Neoliberalen Globalisten können dadurch schalten und walten wie sie wollen.

    Na und zum Thema Parteien hat mich der Artikel von Eva Herman „Gedanken zur generellen Abschaffung der politischen Parteien“ (Buch Simone Weil) zu der Ansicht gebracht: „Richtig !“ ….. denn egal wie oft sie sich auch „erneuern“,
    es kommt immer wieder der gleiche Sche… raus.

    p.s.: selbst bin ich in keiner Partei, denn den Wahnsinn habe ich genau gleich auch bei der ÖVP erlebt und
    auch in der FPÖ gehts es wie bei all den anderen NUR um Macht und Kohle 🙁

    • Mit der Repräsentativen Demokratie wurde eine Lehmschicht eingebaut, die die beteiligten auf beiden Seiten der Schicht voneiander entkoppelt.

      Dieses Gefühl scheint sich mehr und mehr auf beiden Seiten breit zu machen.

      Die einen kümmern sich nicht um die Wünsche des Volkes.
      Die anderen würdigen nicht die Mühen der erwählten Vertreter.

      Das führt bei allen Beteiligten nur zu Frust.

      Obendrauf haben wir noch ein Jeder-Gegen-Jeden, auch noch global organisiert, in unser Miteinander eingebaut, über das wir uns gegenseitig versuchen das Geld abzujagen, von dem irgendwie nie genug da zu sein scheint und das ständig falsch verteilt wird, sodass am Ende nichts von Zusammenhalt herauskommen kann.

      Parteien werden das für uns nicht lösen. Das müssen wir schon selbst tun.

      Bleibt friedlich…

      Ich

  3. Wir haben schon eine schöne Demokratie, wir dürfen Parteien wählen, bei denen 1% der Bürger Mitglied sind und diese Volksvertreter bestimmten dann über unser Wohl. Wer hat sich das ausgedacht und wer hat das legitimiert?

  4. Ich frage mich seit geraumer Zeit, ob der Sinn des Wortes „Partei“ in der allgemeinen Wahrnehmung , genährt von den Main Stream Medien, noch begriffen wird.
    Dieser Verein, der sich als SPD bezeichnet, ist es sicher nicht. Ach ja, da gibt es die Schimäre von der Volkspartei. Doch da sollte man sich fragen, welchen Teil, welchen Part des Volkes, sie anstrebt zu verteten. Ich weiß nicht, für welchen Teil des Volkes der Verein SPD stehen will. Es wird gesagt, für den kleinen Mann. Aber wer ist dieser ominöse kleine Mann? Es ist bestimmt nicht der, die sich dafür hält.
    Ich sehe die SPD u.a. als Wohlfühlverein für gesellschaftlich Ethablierte und wirtschaftlich Abgesicherte, die sich gern sozial geben möchten, aber es nicht tun, wenn doch dann nur für sich und Ihresgleichen.
    Warum die SPD sich immer noch als Volkspartei schmücken möchte und nicht als Partei der oben Genannten, hat sicherlich auch etwas mit der Lebenslüge dieser Menschen zu tun.

    P.S. Andere Gruppierungen, die als Partei auftreten, leben auch im Falschen, wie die SPD. Doch bei ihr ist es am deutlichsten.

    • Wenn man den Ursprung des Wortes Partei welches angelehnt aus dem lat. pars, partis, betrachtet, dann kann man schon sicher sein, dass die Grundidee keine guten Absichten verfolgt. Die ist dem Teile- und Herrsche-Prinzip untergeordnet. Den Bürgern Parteien unterzujubeln heißt schlicht einfach ihnen vom Eigentlichen abzulenken, denn wenn es Parteien gibt, dann gilt die Gleichung Bürger = Staat NICHT.
      Anders herum bedeutet es, dass wenn es keine Parteien gibt, dann ist der Bürger = Staat und diese haben vollumfängliche Entscheidungsmöglichkeiten über dem Staatswesen zu bestimmen.

  5. Was nehmen die Deutschen eigentlich an Drogen bzw. Betäubungsmitteln, um diese Schmerzen zu unterdrücken?
    Diese Unlogik muss doch permanent gewaltige Schmerzen verursachen.
    51% aus der Vereinigung von über 400 Tsd. Menschen über das Schicksal von über 81 Mio. Menschen entschieden.
    Wer bei solchen geisteskranken Denkhaltung von Demokratie faselt, dem ist nicht mehr zu retten.
    Ich bin es leid, dass ignorante und arrogante Menschen sich anmaßen zu wollen über Schicksale Anderer entscheiden zu müssen, aber sich in der Annonymität verstecken, um der Rechenschaft sowie Verantwortung seiner Taten zu entgehen.

    • Schön von den MSM nachgeplappert.
      Das kommt doch aus den Reihen der CDU, FDP, AFD und den Nachrichten.
      Wie eine Partei sich innerparteilich zur Demokratie verhält ist doch ihre Sache.
      Die gleiche Rhetorik ist übrigens die gleiche wie 2013.
      Sobald die SPD zugestimmt hat, hört man darüber nichts mehr.
      Alles gut – wir haben gewonnen.

    • @ schwarz ist weiß
      Wie meinen Sie das mit „den MSM nachgeplappert“?
      Meinen Sie die 51% oder etwas anderes? Wenn Sie die 51% meinen, dann rechnen Sie diese nochmal nach.
      Also nicht die Rechnung die die MSM durchgeführt hat, da kommen Sie nämlich auf die Propagandazahl 66%.

    • Da hab ich sie wohl etwas missverstanden.
      Ich hatte nicht die 51% oder 66% im Sinn.
      Ich dachte Sie kritisieren, das die Parteimitglieder der SPD überhaupt abstimmen dürfen, über die GROKO.
      Wenn nicht alle Mitglieder mitstimmen, dann werden sie auch nicht gezählt.
      Wo ist das anders?
      Das nun die Parteimitglieder einer 20% Partei über 81 Mio. entscheiden, sehe ich nicht so.
      Das haben sich die Wähler selber eingebrockt.
      Wenn die große Mehrheit letztlich für Aufrüstung, Sozialabbau und Hartz 4 stimmt, dann kommt halt so ne Regierung zu Stande.

    • Meine Meinung zu den Parteien können Sie dem Kommentar von Elja entnehmen.
      Die Kritik an die Bürger die immer noch an dieses Prozedere festhalten und somit die Unlogik des Wahlsystems nicht durchblicken, ist berechtigt.
      Aber in Wahrheit haben die Wähler gar keine Wahlfreiheit sowie Entscheidungsmacht, doch glauben sie daran, das ist das Fatale daran.
      Die Freiheit der Machtabgabe an Wenige sowie deren Verlagerung bzw. Verleugnung der Eigenverantwortlichkeit machen sie mit ihren Kreuz und geben die in die Urne.

      Eigenverantwortlichkeit ist direkt mit den Konsequenzen oder Wirkung verbunden und diese kann man niemals ablegen oder verlagern, ist rein physikalisch nicht möglich. Ergo, wenn man Jahre lang glaubt, man könne seine Eigentverantwortlichkeit an Wenige Menschen ablegen, dann schlägt das in Form von Aufrüstung, Sozialabbau und Hartz4 auf einen zurück, da wie gesagt, eine Wirkung immer aus der Ursache folgt.
      Und wenn ein System diese Unlogik einer Traumwelt das als Realität projektiert, dann gilt dieses abzuschaffen.

  6. Ich habe gerade den Artikel
    „Das Ableben der SPD – Der Untergang der Sozialdemokratie ist gewollt. Es droht die schwarz-braune Republik.
    von Roland Rottenfußer bei Rubikon vom 3. März 2018“ gelesen.

    Er führt Aspekte auf, die alles andere als eine „Hau drauf“ Rhetorik verfolgt.
    Sollte vielleicht auch mal Frau Bonath lesen.?

    • Danke für den Tipp! Es ist gut auch mal eine andere Sichtweise zu lesen. Wie war das… Der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung ändern kann. 🙂

    • Ich denk auch das das wichtig ist.
      Nur um zu verstehen, was eigentlich läuft.
      Das gerade die MSM vom Versagen und Chaos in der SPD schreiben, sollte uns schon stutzig machen.

    • @Kristana: in der Tat, der Kopf ist Rund damit das Denken die Richtung ändern kann. Trotzdem, der Aufsatz im Rubikon gibt zu bedenken, dass das Ende der nun 150 Jahre währenden Sozialdemokraten ein gefährlicher „Triumph“ wäre. Das Ende indes verortet der Autor nicht etwa im Politikstil der SPD in den letzten 20 Jahren, nein, er spricht von einem Ende, das noch zu erwarten ist.
      Die Aussage, eine Arbeiterpartei würde nicht mehr gebraucht, weil es die klassische Arbeiterschaft nicht mehr gäbe hört man letztens auch aus allen Ecken. Was soll uns da suggeriert werden?! Der klassische Arbeiter, der Mensch, der nichts hat, außer seine Arbeitskraft, die er zu Markte tragen muss, um zu überleben wohlgemerkt, ist immer noch die große Mehrheit und wird es sicher auch noch lange bleiben.
      Die Schuld verortet der Autor im Medienwald, im Blättertschungel, kaum blinkt die Partei ganz zaghaft links kommts aus dem Getrüpp mit langen Zähnen und zerreißt im Blutrausch den der es gewagt hat vom Neoliberalen Mantra-Dogma auch nur einen Schritt weit abzuweichen.
      Arme Partei möcht man fast schon sagen, nach Lektüre dieser Zeilen, armer Schulz und arme Nahles die Erneurer, die Sanierer. Schön wärs wenns denn so gewesen wäre, Fakt ist die Partei und ihre Schranzen sind im Klartext einfach Wanzen die nicht mal Nachts im Traum dran denken die Partei nach links zu lenken.
      Fette Boni, Honorare locken doch korrupte Säcke in eine ganz andre Ecke.
      Recht und Gesetz und Umverteilung, wohlgemerkt mal in die andere Richtung, da bleibt doch nur der Ausdruck: „Pack“.
      Das „Pack“ aber hat die Nase schon lange gestrichen voll…
      Und wenn die SPD nicht nur ganz zaghaft nach links geblinkt hätte, sondern Klartext, die Agenda2010 stark angegriffen, Friedenspolitik, Freundschaft mit Russland und da gibts noch die ein oder andren Punkte die dieser Partei die Stimmen nur so zufliegen hätte lassen. Der Blätterwald, der böse, wäre dem gegenüber reichlich Machtlos gewesen.
      Allein, sie wollen nicht. Sie wollen Deutschland, das Projekt soziale Marktwirtschaft der Abrissbirne preisgeben.
      Wer das bis jetzt noch nicht erkannt hat, dem ist meiner Meinung nach nicht mehr zu helfen.
      Der von langer Hand geplante Bevölkerungsaustausch (UNO zB.) wird von der SPD auch vollends mitgetragen.
      Was kann denn denkender Mensch wählen (wenn er denn der Ansicht ist, Wahlen können verändern)?
      Wenn denkender Mensch für Einhaltung von Recht und Ggesetz ist, auf Grenzen und Versorgungssuchende bezogen, was kann er in diesem Falle wählen?
      Da gibt es einfach keine Angebote…
      Das einzige Angebot wäre eines im Verbund mit dem Neoliberalismus.
      Sozial, bzw. links UND Grenzschutz, Nation, keine unbegrenzte Aufnahme von muslimischen Versorgungssuchenden gibt es nicht.

    • schwarz ist weiß,

      Herr Rottenfußer gibt sich viel Mühe dabei, die SPD als kleineres Übel zu beschreiben. Mag sein, vielleicht sind die großartig begangenen Verrate auch eine Bringschuld gegenüber dem Großkapital, resultierend aus sonst dumpfen Dahindümpeln.
      Wohin haben uns all die Jahre der aufsummierten kleinen und großen Übel gebracht?

      Im Übrigen halte ich wenig davon juristischen Personen irgendwelche menschlichen Eigenschaften anzudichten. Die SPD selbst tut nichts, es sind die Menschen die innerhalb der Gleichen etwas tun. Hier wiederum führt eine innerparteiliche Elite das Ruder. Diese wiederum werden von einer nächst höheren Ebene gesteuert, usw.

      Können sie im Grunde auf alle Parteien oder Organisationsformen, auch sonstwo, übertragen.

      Ihr Vorwurf an Frau Bonath dient allenfalls als Bsp. für den Gesammtzustand der Linken.

    • Den Punkt möchte ich noch einmal besonders hervorheben, da dieser Propagandatrick besonders tief in die menschliche Psyche eingedrungen ist.
      Es sind Menschen die Entscheidungen treffen und die auch verantwortlich sind. Die Juristerei hat da zusätzlich einen wunderbaren Schutzschild für die Eliten errichtet.

      Das können sie sehr leicht überprüfen, da es den Lakeien der Eliten sehr schnell ungemütlich wird, sobald die Namen ihrer Gebieter fallen.

      Anbei einige Auszüge aus Herrn Kirners aktuellem Text:

      „Gelänge es, diese Empörung zu organisieren und gegen die Herrschenden zu richten und sie gleichzeitig einzubetten in eine Solidarität aller, die hier unten leben, auch der Flüchtlinge, die jetzt seine Kollegen sind – etwas sehr Gutes könnte daraus entstehen.“
      (…)
      „Wir brauchen eine Opposition, die das Volk vereinigt, anstatt es ständig entlang kultureller, abstammungsmäßiger oder sonstiger Linien zu spalten.“
      (…)
      „Aber nur wenn das Lager der Solidarität insgesamt in Bewegung kommt. Auf ein Wunder in der SPD kann und darf sich niemand verlassen, darauf brauchen wir nicht zu warten.

      Wir dürfen überhaupt auf gar nichts mehr warten, denn wir haben keine Zeit mehr.

      Schon jetzt wird an manchem Ort gekämpft, für bessere Arbeitsbedingungen, für soziale Rechte, für Umweltschutz, für Abrüstung, gegen Rassismus und für die Umverteilung des Wohlstands.

      Lasst uns diese Kämpfe ausfindig machen. Macht sie groß und bedeutend und vernetzt die Kämpfenden miteinander.

      Dieser Aufbruch der radikalen Solidarität wird einige Jahre des Aufbaus, der Organisation, der Erfahrung brauchen.

      Aber er muss jetzt beginnen, und zwar in der Breite der Gesellschaft.“
      https://www.rubikon.news/artikel/zeit-fur-radikale-solidaritat

    • Hallo Box,
      ich teile größtem Teils Ihre Ansichten und gehöre auch nicht zu denen, die sich auf Frau Bonath einschießen.
      Ganz im Gegenteil. Ich empfehle Ihr das nur zu lesen, wenn Sie es nicht schon getan hat.?
      Der für mich interessantere Aspekt des Rubikon-Beitrags, im Bezug auf die SPD, ist die Rolle der Medien.
      Gegenteilige oder andere Meinungen zu lesen, erweitert den Horizont.
      In wie weit die SPD gesteuert ist vermag ich nicht zu sagen.
      Wir wissen, das die SPD nach der Agenda 2010 eine große Menge an Mitgliedern verloren hat und die fehlen natürlich, was den Widerstand zur Parteispitze betrifft.
      Es gibt auch gute Leute in der SPD. z.B. Rudolf Dreßler (gegen die GROKO), der war –
      ich glaube es war bei Maischberger.
      Lohnt sich im zuzuhören.

    • Sorry, kommt en bisschen spät, der Kommentar. Manchmal hab ich einfach keine Lust mehr auf Politik und die Gedanken daran.

      Ich schließe mich schwarz ist weiß an, was die Medien betrifft. Dieser Einfluss ist absolut nicht zu unterschätzen. Denkt mal an Köhler und Wulff. Kommste den Mächtigen in die Quere, schreibt unsere Journaillie dich einstimmig kaputt. Und wenns fake news sind, wie Juri und die russischen Räuber, gegen Kevin Kühnert.

      Den Artikel zu lesen heißt nicht, in jedem Punkt seiner Meinung zu sein! Aber ich hab hier nen SPD-Vater sitzen und diskutiere ständig. Er würde den Rottenfußer-Artikel eins zu eins unterschreiben. Jetzt versteh ich seinen Standpunkt ein bisschen besser. Verständnis ist wichtig.

      Das heißt aber nicht, dass ich nicht genauso wie Ihr denke, was die SPD betrifft. Mir reicht das bei Weitem nicht, was da in diesem Koalitionsvertrag steht. Und was sie uns mit Hartz und der Rente angetan haben, durfte ich selbst erleben viele Jahre. Das hab ich auch nicht vergessen. Bin auch der Meinung, dass ein deutlicher Linksruck die SPD auf 30% katapultiert hätte, aber wenn sie doch nicht wollen… Oder Angst haben…

      Bin schlicht ratlos im Moment. Hab keine Ahnung, was wie wo irgendwie weiter gehen soll. Und sind wir doch mal ehrlich, selbst wenn Sahra W. ne neue Bewegung/Partei gründen würde. Wie lange würde das gehen, bis wieder die Kippings und Dittfurths aus den Löchern gekrochen kämen?

      Und sorry @ Schliemanns 🙂 Aber die AfD geht gaaaaar nicht. Ich liebe andere Kulturen, Fremdenangst geht mir sowas von ab und mein halber Freundeskreis hat schwarze Haare und Augen. No way! Neoliberalismus hin oder her, das ist in meinem Fall nur ein netter Nebeneffekt, um die AfD abzulehnen. Der Hauptgrund sind die schrecklichen Déja vu’s, die ich habe, wenn ich diese Leute reden höre. *grusel*

  7. „Selbstmord aus Angst vor dem Tod“, das ist ja sowas von genial auf den Punkt gebracht, Herr Bröckers, daß ich mich doch nochmal anmelden mußte.
    Das könnte nicht nur bei „Denen“ passen, sondern bei ca. 99 Prozent der Bevölkerung dieser Welt.
    Ich hatte oft darauf aufmerksam gemacht, daß die Menschen sich aus Angst vor der Dunkelheit in der Dunkelheit verstecken.
    Und fühlen sich dann geborgen.
    Da die Dunkelheit das ist, was sie seit Kindheit an kennen.
    Und halten diese Dunkelheit dann für die Heimat.
    Das, was ihnen zusteht.

    @ Gloucester: Großen Respekt vor dem, wie Sie hier schreiben und sich kundig machen, draußen in der Welt.

    Draußen in der Welt.
    Draußen in der Welt.
    Draußen in der Welt?

  8. Das versteht ja auch kein Mensch, dass diese SPD nicht auf die Option einer Minderheitenregierung gesetzt hat?????
    Da wäre wirklich Gelegenheit gewesen sich (auch inhaltlich) neu zu profilieren und in parlamentarische Diskussion zu treten. . . . aber denkste, nix da .. . kein Ar… in der Hose . . und Merkel (samt CDU) hat sich wieder durchgesetzt, da unsere Frau Bundeskanzelerin sich am wenigsten hat vorstellen können, eine Minderheitenregierung zu führen (und Alternativen für sie in der CDU eben (noch) nicht vorhanden).

    Mit dem Eintritt in die neue Groko hat diese CDU-SPD -aus meiner Sicht – gleich wieder jede Gelegenheit zur Eigenständigkeit an der Eingangstür abgegeben. . .

    Nun gut, dann gibt´s jetzt (um mit den Worten von Frau Nahles zu sprechen) was auf die Fresse, von der AFD, die mit Sicherheit noch das eine oder andere Mal mit ihrem Klamauk den Rest der Parteienbande vorführen wird, eben weil keine Inhalte vorhanden sind, die auch nur im entferntesten einen Bezug zu den Interessen und Bedürfnissen der Wähler haben.

    Es gäbe viel zu tun, schauen wir uns es an . . .

  9. „Selbstmord aus Angst vor dem Tod“. Das könnte bei denen passen.:) Und für unsereiner ist es bald so weit, dass wir lieber selbstbestimmt aus dem Leben gehen, als noch restlos vesklavt und verrückt zu werden. Ich muss da immer an die Zeilen aus einem alten Dylan-Lied denken: „Let me die in my footsteps before I go down under the ground“.

    • Wollte nur zum Ausdruck bringen, dassman über so etwas Totes wie die SPD am besten schweigt.
      Jeder Ton ist mir bereits zuviel.
      So einen Haufen Irrlichter werde ich ab jetzt nur noch mit Schweigen bedenken.
      Alles andere wäre zuviel Aufmerksamkeit.

    • Ja. Für mich ist das Thema SPD auch schon lange gegessen. Es gibt sie einfach nicht mehr.

    • Früher waren noch hier und da lose zersprenklet ein paar aufrichtige Personen, die auch mal in der Öffentlichkeit ihre Stimme gegen die Parteiprominenz erhoben haben.
      Aber im Wesentlichen sind es jetzt nur noch Mitmacher und auch wenn ich nur dem einen oder anderen Unrecht tue, da ich ihn übersehen habe, so bleibt es doch dabei:

      Es sind zu wenige Aufrichtige, als dass der Name SPD sich noch irgendwie rechtfertigen ließe.

      Schon lange ist der Name der reinste Etikettenschwindel. Selsbt wenn ich hinunterblicke bis auf die Ebene der Kommunalpolitik, so erkenne ich keinen Bürgermeister oder Landrat, der eine Positiion bezieht. Nicht mal eine falsche.

      Die sind fast ausschließlich zur Managern ihres eigenen beruflichen Fortkommens degeneriert.

      Konturloser Etikettenschwindel allenthalben.

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