Tagesdosis 6.6.2018 – Martin Schulz will Europa retten

…oder doch nur für sich und seine Karriere?

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Ich fasse es nicht, aber der „100 Prozent Kanzlerkandidat“ Martin Schulz und dann wieder „100 Prozent verschwinde endlich“ Martin Schulz, dieser SPD-Primus interruptus schreibt, dass es nun an der Zeit sei, für Europa zu kämpfen. Schauen wir uns einmal an, was Herr Schulz damit wirklich meint.

Die „Meine-Oligarchen-Zuerst-Philosophie“

Meine erste Frage war, warum hat er das nicht während seiner Kandidatur alles gesagt, was er gestern auf Spiegel online schrieb? Weil er das alles damals, also vor gut zehn Monaten, noch nicht verstanden hatte, nicht wissen konnte? Mein Gott! Viele Bürger hatten das alles ja vor über achtzehn Monaten schon erkannt. Nicht jeder hier wird seinen Bericht gelesen haben, also zitiere ich aus selbigem.(1)

Zitat Anfang: Wir befinden uns mitten in einem globalen Kampf der Systeme und wir müssen verstehen, dass dies schon sehr bald unsere Art zu leben verändern wird, wenn wir nicht handeln. Es geht in der aktuellen Situation um nicht weniger als um die Verteidigung des offenen Gesellschaftsmodells, das unseren ganzen Kontinent prägt. Es geht um das Überleben der freien Demokratie. Die Kräfte, die dieses Gesellschaftsmodell angreifen, sind zahlreich. Mit Donald Trump haben die USA einen Präsidenten, der die Werte des Westens verhöhnt. Der offen fremdenfeindlich auftritt und bei dem Nationalismus und die Verachtung internationaler Partner zur Staatsraison aufgestiegen sind. Aber „mein Land zuerst“ ist nicht ausschließlich die neue Philosophie der USA: Wir sehen sie in Moskau, in Peking und in Ankara. Allen ist eines gemeinsam: Ihre Verachtung für das Modell der aufgeklärten Demokratie. Zitat Ende.

Tun Sie nur, oder so sind Sie wirklich so naiv, Herr Schulz? Die „Mein-Land-Zuerst-Philosophie“ ist in Wahrheit doch bloß eine „Meine- Oligarchen-Zuerst-Philosophie“. Und jeder hat seinen eigenen Eliten-Club und Merkel den ihrigen. Was wenn Sie, Herr Schulz, Kanzler geworden wären, welcher dann wohl ihr Club geworden wäre?

Rechtsaußen ist die Regierung selbst

Danach folgt eine Schwarzmalerei nach der Anderen. Alle werden als rechts oder auch als rechtsaußen definiert. Er schreibt, dass auch unser Land davon ergriffen sei. Lieber Herr Schulz, bei allem Respekt, aber das war absehbar, lange absehbar. Noch bevor Sie zum Kanzlerkandidaten von der SPD gewählt wurden, war das absehbar. Zählte man damals schon die Pleite Griechenlands und Englands Austritt aus der EU zusammen, so bekam man ein dickes, leuchtendes rotes Minus zum Ergebnis. Und hätten Sie das auch gesehen, so hätten Sie schon während Ihrer Kandidatur ein dickes fettes Gegenargument gehabt, um der Kanzlerin nicht zu schmeicheln, was Sie aber lieber taten. Sie verhalfen Frau Merkel zu ihrer vierten Kanzlerschaft. Sie schwiegen über alles, was sozial hätte nicht verschwiegen werden dürfen. Und jetzt beschweren Sie sich. Klingt etwas…unglaubwürdig? Herr Schulz, ich verrate Ihnen jetzt die unbequemste aller Wahrheiten Ihres Schlages: Das Rechtsaußen in diesem Land ist allerbestens getarnt. Es ist die Regierung selbst. Sie ist kriegs- und zerstörungsgieriger als alle Neonazis in diesem Land zusammen. Denn deren Mehrheit ist eh Teil der Regierung, also des Verfassungsschutzes. Das Gleiche gilt übrigens, Herr Schulz, auch für die linksradikale Szene. Aber bleiben wir am Ball.

Das Schulz-Modell unveräußerlicher Grundrechte

Liebe Leser, ich muss euch noch einmal etwas Mut abverlangen, denn ich werde dieses politische Chamäleon noch weiter zitieren. Weiter schreibt Martin Schulz, Zitat Anfang: Europa steht für ein Modell, in dem Staaten und Völker sprachliche, kulturelle, ökonomische und geographische Grenzen überwinden; in dem sie ihre Wirtschaft und ihre Politik so vereinen, dass sie sich gegenseitig stärken und die Kraft, die sie dadurch erwerben, nutzen, um dem einzelnen Menschen seine unveräußerlichen Grundrechte zu garantieren. Es ist dieses Modell, das verhindert, dass dieser Kontinent nochmals in den Abgrund geht, in den er im 20. Jahrhundert zweimal gestürzt ist. Gestürzt durch die Verführer, die schon damals propagierten: „Mein Land zuerst!“ Die in den Fremden den Feind der Völker sahen, die Religionen pauschal verdammten, die Minderheiten jagten, statt sie zu schützen, die vom Erbfeind sprachen und nur eine Meinung gelten ließen: ihre eigene. Die Generation, die diese Abgründe überlebte, baute dieses Europa tolerant, respektvoll, Würde bewahrend, als historische Antwort der zweiten auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts und bescherte Generation um Generation, zunächst nur in Westeuropa, und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in fast ganz Europa, Freiheit, Frieden und Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Was für ein Erbe, das es zu verteidigen gilt. Es muss klar sein: Diejenigen, die heute die EU zerstören wollen, greifen ein Modell an, das uns seit mehr als sieben Jahrzehnten Frieden und Demokratie garantiert. Zitat Ende.

Politik gegen die Bürger ist wohl durchdacht

In was für einer Welt, geehrter Herr Schulz, leben Sie eigentlich? Welches Europa meinen Sie eigentlich? Welches Europa hat denn von den beiden Kriegen etwas gelernt? Ich möchte hier einmal sehr deutlich betonen, Herr Schulz, dass gerade die Politiker in diesem Land nicht gerade viel von den beiden Kriegen gelernt haben. Hätten sie es tatsächlich, so wären wir heute nicht im Turbokapitalismus, besser, im Korporatismus und dem Elitenkomplex steckengeblieben. Hochgezüchtet zum „militärisch industriellen Medien-Komplex“. Es sind nicht die Bürger, die jetzt anfangen, die AfD zu wählen, weil sie zu schlicht oder irgendwie problematisch seien. Ihre politischen Entscheidungen und die der Merkelschen CDU/CSU/SPD/FDP-Politik war es, die Teile der Bürger in eine andere Richtung rennen ließen, als es Ihnen und Ihresgleichen jetzt „öffentlich“ beliebt. Sie allesamt haben die AfD und PEGIDA erst zu einem Magneten der Unzufriedenen hochkochen lassen. Gleichfalls haben Politiker wie Sie die Unzufriedenen vermehrt. Sie haben diesen Rechtsruck mitbewirkt. Mir scheint die Politik gegen die Bürger Europas war wohl durchdacht. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Die Putzerfische des Finanzadels

Sie sind ein seltsamer Typ, Herr Schulz. Sie huldigen in Wahrheit noch immer einem gut getarnten Nationalismus. Vielleicht weil das deutsche Bier so gut schmeckt oder weil der deutsche Geldadel sie anspornt? Sie schreiben weiter, Zitat Anfang: Ein proeuropäisches starkes Deutschland hat mit seinen Partnern, allen voran Frankreich, die Kraft, unser Friedensmodell nach außen zu verteidigen und nach innen vor den Vabanque-Spielern zu schützen. Für ein weltoffenes Deutschland in einem vielfältigen Europa einzutreten ist wahrhaftiger Patriotismus. Zitat Ende.

Sie glauben doch nicht ernsthaft an das, was Sie da geschrieben haben. Denn wenn doch, dann sind Sie naiver als es die Polizei erlaubt. Denn das Maul der weltweiten Spieler hat längst große Teile der EU, Deutschlands und Frankreichs verschlungen. Und Leute wie Sie und Frau Merkel sind die Putzerfische dieses großen Mauls. „Unser Friedensmodell“, von dem Sie in Ihrem Artikel schreiben, zündelte in der Ukraine mit, unterstützte waschechte ukrainische Nazis. Sie schafften es sogar, den europäischen Bürgern die Mär vom bösen Russen wieder zuzumuten und befähigten die europäischen Staaten dazu, ihre Waffen gegen Russland und das russische Volk in Stellung zu bringen. Was ich und die meisten Menschen in diesem Land davon halten, dem enthalte ich mich lieber, hier öffentlich zu äußern.

Das Gemeinwohl ist ein Plumpsklo

Martin Schulz glaubt, dass die SPD die führende Rolle zur Stärkung Europas einnehmen soll. Das hieße faktisch, dass niemand in der SPD mehr unter dem Schröderniveau Politik machen sollte. Mit anderen Worten: Sozialabbau und Privatisierungen for ever! Wissen Sie was, Herr Schulz? Ihre Einstellung zwingt immer mehr Bürger in ganz Europa dazu, sich nach rechts zu wenden. Auch wenn die Leute wissen, dass das nicht ganz so gut ist, so wissen sie dennoch ganz genau, dass von den Anderen politischen Strömungen nichts mehr zu erwarten ist. Außer immer mehr Steuern zu zahlen. Mehr Schuften für einen Hungerlohn. Mehr doppelte Jobs, weniger Familienleben, höheres Renteneintrittsalter. Mehr Druck und Gleichmacherei in Schulen und damit muss immer mehr Ritalin in die Schüler gepumpt werden. All das, was die Bürger wollen, dass wird von den Finanzinteressen Dritter, deren Peitsche Sie allzu gerne wieder werden wollen, weitestgehend unterdrückt. Und wenn dann doch wer dem entkommt, dann wird er sozial geächtet, diffamiert und möglichst mit Repressalien überhäuft. Hilft das immer noch nicht, dann wird so jemand in die Antiecke gehetzt und möglichst arbeitslos und mittellos performt.

Alles was den Menschen in dieser Gesellschaft als Wähler bleibt, ist, für Leute wie Sie zu arbeiten, für ihre Diäten, für ihre Karrieren, für ihre Ideen, die nur Führungslose noch brauchen. In Wahrheit braucht es erheblich weniger Politiker. Politiker tun en gros nur so, als seien sie wichtig, unersetzbar und die Schöpfer von Glück und Zufriedenheit, von Gesundheit und Wohl in dieser Gesellschaft. Sie vermehren Unglückseeligkeit und davon von Jahr zu Jahr immer mehr. Politiker wie Sie, Herr Schulz, vergrößern die Destruktivität der Gesellschaften untereinander und miteinander. Politiker sind häufig die Katastrophismen des Alltags. Denn nur Destruktivität bringt auf dieser Erdkugel, die endlich ist, unendliches Geldwachstum. Wir brauchen endlich Politiker, die diesen Wahnsinn stoppen und umkehren, in eine dem Menschen und der Menschlichkeit dienende Politik.

Wir sagen Nein! dazu. Wir dienen nicht mehr länger euren Interessen. Ihr seit dazu da, dem Gemeinwohl zu dienen und alles zu unterlassen, was dem Gemeinwohl nicht dient. Aber um dieses Gemeinwohl herum haben Leute wie Sie ein Plumpsklo gebaut. Ihr lasst auf uns eure seelische Notdurft herab. Es ist eure Aufgabe, genau das zu tun. Denn, so könnte man meinen,  pro Kilogramm „drauf Herabgelassenem“ bekommt ihr sechs Monate einen lang ersehnten Posten.

Irre, wir behandeln die Falschen

Ich schließe diese Tagesdosis mit einem Zitat von Ihnen, Herr Schulz, das ich fast unkommentiert stehen lasse. Vielleicht fällt euch dazu ja noch etwas eure Sinne erheiterndes ein. Zitat Anfang: Es muss klar sein: Diejenigen, die heute die EU zerstören wollen, greifen ein Modell an, das uns seit mehr als sieben Jahrzehnten Frieden und Demokratie garantiert. Es geht nicht um Milliarden mehr oder weniger in Haushalten. Es geht um ein epochales Friedensmodell und das Überleben der liberalen Demokratie – und das ist jeden zusätzlichen Euro wert! Ich bin fest davon überzeugt, dass die überwältigende Mehrheit der Menschen in Deutschland und Europa uns unterstützen werden. Zitat Ende.

Diejenigen, die die EU zerstören wollen, lieber Herr Schulz, die haben die EU längst zerstört. Und Sie waren bisher Teil dieser Zerstörer, Herr Schulz.

Epochales Friedensmodell? Nennt man das nicht den Napoleon-Komplex? Das letzte epochale Friedensmodell kam, ich kann mich irren, von einem sehr bekannten Nazarener. Apropos Irren. Sie Herr Schulz und Ihresgleichen, Sie gehören allesamt nicht in die Politik. Sie gehören in eine Therapie. Irre, Herr Schulz, wir behandeln die Falschen. Denn die Normalen sind die wirklich kranken. Fragen Sie mal Manfred Lütz.(2) Der kann Ihnen sogar sein Buch „Irre, wir behandeln die Falschen“ von Hand signieren und gleich noch einen Termin in seiner Praxis offen halten. Und bitte, nehmen Sie Frau Merkel und Frau von der Leyen gleich mit. Bei Herrn Maas scheint ja das Maß der Möglichkeiten längst überschritten zu sein.

Quellen

(1) – http://www.spiegel.de/politik/deutschland/martin-schulz-ueber-europa-es-ist-zeit-zu-kaempfen-a-1211286.html

(2) – https://www.youtube.com/watch?v=GQbVb_ltG78

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28 Kommentare zu: “Tagesdosis 6.6.2018 – Martin Schulz will Europa retten

  1. Ich gehe jede Wette ein dass nach Ablauf einer geraumen Zeit der Schulz sich wieder in einer Führungsrolle innerhalb der EU-Organisation wiederfindet. Der ist wie ein Baby mit Schwimmärmchen..bleibt immer an der Oberfläche. Irgendeiner müsste ihm mal die Luft ablassen damit er untergeht.

  2. Was haben die hier alle gemeinsam?
    Andorra
    Liechtenstein
    Monaco
    San Marino
    Schweiz
    Vatikanstadt
    Guernsey (Britischer Kronbesitz, kein Landesteil des Vereinigten Königreiches)
    Isle of Man (Britischer Kronbesitz, kein Landesteil des Vereinigten Königreiches)
    Jersey (Britischer Kronbesitz, kein Landesteil des Vereinigten Königreiches) …..

    Sie sind europäische Nicht-EU-Staaten.

    Was fällt auf?
    Es sind alles ausnahmslos Steuerparadiese oder wichtige Geldumschlagplätze – sozusagen das wahre Herz Europas, denn ohne diese Geldpumpen wären finanzieller wie erblicher Adel ausgestorben.
    Und das wird weder durch die EU-Gesetze, noch durch die NATO geschützt, geschweige denn kontrolliert.
    Seltsamerweise überleben die trotzdem, werden von niemandem annektiert oder weggebombt.
    Warum mag das wohl so sein…muss man mal schwer darüber nachdenken…..

    Die EU regiert also gar nicht wirklich.
    Denn die Gelder, die zum Regieren befähigen würden, werden weitgehend außerhalb der EU, aber innerhalb Europas verwaltet.
    Die EU ist nichts weiter als eine Steuer-Cash-Cow und eine Verteilungszentrale für Gewinne, die durch Steuersubventionen erst ermöglicht werden und dann unversteuert innerhalb Europas, aber außerhalb der EU eingeheimst, gelagert und anderweitig investiert werden.
    Die EZB verteilt riesige Geschenke an die Banken, die das Geld für’s Wetten außerhalb der EU und oft genug gegen die EU einsetzen, weil sie innerhalb der EU nicht im mindesten solche Gewinne machen könnten wie eben dadurch!
    Gleichzeitig kauft die EZB Staatsverschuldungen in Billionenhöhe und wird somit EU-Kanzlerin mit Direktivenfunktion, der sich keiner der aufgekauften Staaten entziehen kann, weil kein einziger Staat sein eigenes Geld drucken kann, sondern ’sein‘ Geld sich erkaufen muss gegen – horribile dictu – Zinsen, weswegen der Steuerzahler mehr und mehr genötigt werden muss diesen Irrsinn zu finanzieren.
    Und dafür soll man sich begeistern oder gar stark machen???

    Schulz ist nichts anderes als ein Mietmaul eben dieser Kreise….

  3. Ein sehr guter Beitrag aber viel zu milde Worte.

    im Jahre 1817: Paris – Moskau (2500 km)
    1942: Berlin – Stalingrad (2200 Km)
    2014: Brüssel – Donezk (2400 km)
    Immer andere Phrasen, immer andere Phrasendrescher,
    Immer andere Fähnchen, immer andere Fähnchenschwänker, und
    immer die selbe Scheiß Idee.
    Aber es geht nicht so recht voran, das gibt Hoffnung!

  4. Lieber Rüdiger,
    ich kann allem, was Du da gesagt hast, nur zustimmen.
    Allerdings – zur Kenntnis nehmend, dass Du ein Kampfsportler bist – finde ich es etwas unfair, dass Du Dich ausgerechnet an der armen Sockenpuppe namens Schulz abarbeitest. Der ist doch schon KO bevor er in den Ring steigt.
    „Vielleicht fällt euch dazu ja noch etwas eure Sinne erheiterndes ein.“
    Leichenfledderei? Naa.. nicht so lustig..

  5. Und welche Europa Konzeption setzen wir dagegen? Ich les immer nur dieses Gemotze, aber letztendlich doch immer wieder die Zustimmung, weil nichts anders gemacht wird. Der Chef streich eure Kohle ein, die Politiker eure politische Mündigkeit und die Bullen besorgen den Rest. Euer Gott nennt euch Sündige und sowas betet ihr dann noch an… und dann über Schulz schimpfen?! Besser machen, wäre viel sinnvoller. Aber nur das existierende „bewahren“ wollen, als ob das ginge, das heißt nur reden und reden und reden Gähn….

    • Vielleicht finden Sie hier was anregendes: Ulrike Guerot, „Warum Europa eine Republik werden muss! Eine politische Utopie, 20016, Dietzverlag

      gibt auch auf Youtube viele interessante Vorträge von Ihr, wo sie ihre Gedanken (Utopie) sehr anschaulich darstellt.

      Ansonsten würde ich die Ausführung in dem Artikel nicht nur als „Gemotze“ abtun, sondern ich finde es schon wichtig zu entlarven (so sehe ich es zumindest), da -wie in einem Kommentar von mir (s.u.) bereits erwähnt, die „etablierten“ Parteien wirklich dabei sind neue Daseinsberechtigung aus „gegen Rechts“ zu generieren. Und hier finde ich es wichtig, die Märchenerzählungen zu durchschauen.
      Das wir aber auch überlegen sollten, wie es anders gehen kann (wie sie, wie ich finde, ganz richtig bemerken), schließt sich da ja doch nicht aus.

    • @Jean Heffner, ob Sie’s glauben oder nicht. Ich hab ne Lösung und mich von denen abgelöst. Jetzt aber kommt Ihre Lösung. „Besser machen, wäre viel sinnvoller“, schreiben Sie. Na dann mal los und nicht andere damit meinen. Ich denke, Sie machen aus Zuhören und Zuhören und Zuhören einfach nur einen Umkehrschluss. Meinen aber sich selbst.

    • Warum muss es eine Europa Konzeption geben ?
      Europa is nur eine geographische Bezeichnung, es endet an das Ural Gebirge.
      Es ging das geographische Europa gut bis 1914, schon 1907 waren die Briten ängstlich für die Deutsche Wirtschaft.
      Wir danken die Europa gedanke, die EU, an die Gedanke das Deutschland zwei Weltkriege verursachte, was es nicht tat.
      Im EEG Zeit ging es uns gut, zusammenarbeit unabhängiche National Staaten mit eigene Währung.
      Was wir jetzt sehen, immer mehr Spaltung überall.
      Bis Bürgerkriege, fürchte ich.

    • Räterepublik wäre hier wohl das Zauberwort und damit Abschaffung dieser Berufspolitiker und Volksverars…er. In Keimzellen wird bereits am Selbigen gearbeitet. Diese Keimzellen müssen nur entsprechenden Zulauf bekommen.

    • Kann hier noch zwei Bücher empfehlen:

      1) Georg Lakoff, Elisabeth Wehling, „Auf leisen Sohlen ins Gehirn, Politische Sprache und ihre heimliche Macht“, 4.Aufl. 2016, Carl-Auer-Verlag

      2) Georg Lakoff, Mark johnson, „Leben in Metaphern, Konstruktion und Gebrauch von Sprachbildern“, 9.Aufl. 2018, Carl-Auer-Verlag

      Hier wird anschaulich gezeigt, wie Metaphern und metaphorische Konzepte unsere Sprache, unser Denken und Handeln bestimmen und wie wir (alle) diese schon in der frühsten Kindheit und Erziehung entwickeln und damit auch unsere sozialen und politischen Realitäten (meinetwegen auch Europa) konstruieren.

      Das hilft nicht nur die „Realitäten“ (und ihre Konzepte), die uns von Aussen angetragen werden, besser zu verstehen, sondern hilft auch das eigene Denken, Handeln und Sprechen zu entdecken (quasi ein Reise in´s eigene Gehirn), so dass man/frau immer weniger nach den richtigen Programmen suchen muss, denen man/frau sich anschließen kann, sondern mehr damit beschäftigt ist, etwas für sich selbst zu tun, weil man/frau plötzlich eine Ahnung davon bekommt, wie man/frau tickt.

      Sehr aufschlussreich, macht auch Spaß, aber auch alles andere als ein Unterhaltungsprogramm oder gar alternative Kochrezepte

  6. Was Schulz eigentlich gemeint hat:

    Es muss klar sein: Diejenigen, die heute die Geschichte vom Osterhasen zerstören wollen, greifen ein Modell an, das uns seit mehr als sieben Jahrzehnten viele bunte Eier und glitzernde Schockohasen garantiert. Es geht nicht um Milliarden mehr oder weniger in Haushalten. Es geht um ein epochales Täuschungsmodell und das Überleben der politischen Märchenindustrie – und das ist jede zusätzliche Schönfärberei wert! Ich bin fest davon überzeugt, dass die überwältigende Mehrheit der Menschen in Deutschland und Europa uns sonst irgendwann auf die Schliche kommt. Rülps . .

  7. “ Ein proeuropäisches starkes Deutschland hat mit seinen Partnern, allen voran Frankreich, die Kraft, unser Friedensmodell nach außen zu verteidigen und nach innen vor den Vabanque-Spielern zu schützen. “

    Was steht hier nun eigentlich, Deutschland, mit junior Partner Frankreich, soll die andere Europäische Lander beherrschen ?
    Hitler’s Traum ?
    Was ist Friedensmodell nach aussen verteidigen, gibt es jemand die etwas Angreifen will ?
    Das Friedensmodell Schulz scheint mich herrschen über kleinere Länder.
    Und dann das Ukraine Vertrag, mit militärischen Paragraph, ist das nicht Russland drohen ?
    Und wieder die offene Gesellschaft.
    Die Briten sind weg weil sie ihre Gesellschaft schützen wollen.
    Viele Länder entdecken was Afrikaner und manche Mosleme bringen, nichts Positives.
    Soros hat gerade gsagt das die Gesellschaften multi etnisch sein müssen, warum, das sagt er nicht.
    Aber der droht sogar der Euro hinunter zu spekulieren.
    Was hat dieser Mann ungarischer Herkunft mit USA Nationalität bei uns zu suchen ?
    Letztlich, was weiss Schulz eigentlich von Geschichte ?
    Hat er das Wort Versailles nie gehört, wo versucht wurde Deutschand für immer unter zu halten ?
    Weiss er auch nichts von die geheimen Verträge von bevor 1914 die Trotski fand in die tzaristische Archive, wo die Engländer, Franzosen und der Tsar sich einigten drei Reiche auf zu teilen: Deutschland, Österreich-Ungarn und das Ottomanische ?
    Der deutsche 1914 Angriff war ein Verteidigungs Angriff, in der Hoffnung eine zwei Fronten Krieg zu vermeiden.
    Nie davon gehört das die Briten nach Waffenstillstand die Blockade fortsetzten, 900.000 Hunger Tote bis die Weimar Republik das Diktat akzeptierte ?
    Weiss er auch nichts vor die Polnischen Provokationen, die Hitler dazu brachten an zu greifen ?
    Ich dacht schon lange das Schulz ein Vollidiot ist, aber was hier steht beweist es.
    Die Frage ist nun, wie ist es möglich das Vollidioten uns regieren ?
    Sie sind nicht nur in Brussel, aber auch in Paris und Den Haag.

    • Sie wissen das nicht ?
      Nie gehört wie polnische Marine Schiffe deutsche Verkehrsmachinen zwischen Berlin und Königberg beschossen ?
      Nie Günter Grass gelezen:
      Günter Grass, ‘Beim Häuten der Zwiebel’, München 2008
      er lebte in Danzig.
      Nie gehört von Korridor durch die Korridor, nach ost Preussen ?
      Nie gehört von Britischen Garantie:
      Simon Newman, ´March 1939, The British guarantee to Poland, A study in the continuity of British Foreign Policy’, 1976, Oxford
      Nie gelesen warum Polen Krieg wollte:
      Comte Jean Szembek, Ancien sous-secrétaire d’État aux Affaires étrangères de Pologne, ‘Journal, 1933 – 1939’, Paris 1952

  8. Großartig und dickes Küssi!
    Geht runter wie Öl!
    Danke Herr Lenz!

    und trifft zur rechten Zeit, wo unsere Wohlfühlblasen-Politiker heute ihre Daseinsberechtigung aus dem Vorhandensein „rechter, nationalistischer“ Bewegung heraus generieren wollen, die sie schließlich selbst erzeugt haben.

    Hierzu auch ein interessantes Interview auf den Nachdenkseiten: „Ihren konkreten Arbeits- und Lebensbedingungen, ihren Sorgen und Nöten, wird keine Beachtung geschenkt“

    wo dargelegt wird, wie die Gewerkschaften immer weniger in der Lage sind, die Arbeiter und Beschäftigten, vor den Zumutungen einer globalisierten und Finzanzkaptitalmarktgesteuerten „Unternehmer-Politik“, zu schützen und wegen fehlender schützender „Solidaritätsressourcen“ zu den AFD-Einfachlösern laufen.

    Link: https://www.nachdenkseiten.de/?p=44196

  9. Bravo Rüdiger Lenz. Besser kann man Martin Schulz nicht demaskieren und mit ihm Frau Merkel und Herrn Maas. Alle drei zu therapieren wäre eine große Herausforderung. Mensch, was habe ich Schulz lange nicht vermisst. Man möge uns davor bewahren, egal in welcher Position, dass er wieder kommt.

    • Keine Sorge, dort wo die von Herrn Lenz erwähnten Personen herkommen, gibt’s noch viel mehr. Die warten nur darauf, daß die jeweils vor ihnen platzierte Bauchrednerpuppe strauchelt, um sich die anleitende Hand selbst in den Anus einführen zu können.

    • Anbei ein Beleg:

      „Merkel muss weg!“ Ja, wirklich? Vorsicht!
      06. Januar 2018 Hermann Ploppa

      Ein neuer Kanzler muss her. Noch transatlantischer und noch marktradikaler als wir es uns bisher vorstellen konnten …

      (…)
      Dabei hätte Angela Merkel nie Kanzlerin werden dürfen, wenn alles nach Recht und Gesetz gegangen wäre. Denn sie äußerte bei der Sechzigjahr-Feier der CDU am 16. Juni 2005 Auffassungen, die mit ihrem Amtseid als zukünftige Bundeskanzlerin wohl kaum in Einklang zu bringen sind. Sie sagte damals wörtlich: „Wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Gerechtigkeit auf alle Ewigkeit.“1
      (…)
      Der erste Bundeskanzler, Konrad Adenauer, wurde bereits 1946 in den USA gesichtet. Da er der Schwager des damals sehr mächtigen Wall Street-Netzwerkers John McCloy war, ergab sich sehr schnell eine enge Bande mit den transatlantischen Elitestrukturen. Als Bundeskanzler setzte Adenauer die NATO-Mitgliedschaft und eine rasche Wiederbewaffnung Westdeutschlands durch.

      Unbeliebt machte er sich in Washington indes, als er mit de Gaulle im Vordergrund und Chruschtschow im Hintergrund versuchte, einen europäischen Gegenpol zu den übermächtigen USA zu bilden. Sein Nachfolger Ludwig Erhard, seines Zeichens Mitglied der Mont Pelerin-Gesellschaft und treuer Freund der USA, musste gehen, weil die Regierung Johnson verlangte, dass der deutsche Steuerzahler die Kosten für die amerikanischen Besatzungstruppen in der Bundesrepublik zukünftig selber berappen sollte.

      Erhard weigerte sich. Erhards Nachfolger Kurt-Georg Kiesinger und Willy Brandt beglichen Johnsons Geldforderungen ohne mit der Wimper zu zucken. Bundeskanzler Willy Brandt, USA-Bewunderer und Mitglied in der exklusiven Atlantikbrücke, sollte 1974 die so genannte „Brüsseler Erklärung“ unterschreiben. Die USA verlangten, dass die Staaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, dem Vorläufer der Europäischen Union, in Zukunft alle Entscheidungen, die auch die Interessen der USA tangieren könnten, mit den USA „abzustimmen“ hätten.2

      Das bedeutete nichts weniger als die Aufgabe jeder außenpolitischen Souveränität der Staaten der EWG. Brandt unterschrieb nicht. Wenig später trat Brandt als Kanzler zurück, angeblich wegen der Spionage-Affäre Guillaume. Der DDR war es gelungen, einen Agenten als persönlichen Referenten im engsten Kreis von Brandt zu platzieren.

      Der als „großer Patriot“ gefeierte Helmut Schmidt unterschrieb sodann als Nachfolger Brandts im Kanzleramt die einem Kotau vor den USA gleichkommende Brüsseler Erklärung. Helmut Schmidt wiederum musste gehen, weil er seine SPD nicht für eine Propagierung des NATO-Doppelbeschlusses mobilisieren konnte.

      Helmut Kohl wurde im Jahre 1998 zwar durch eine Wahlniederlage um die Kanzlerschaft gebracht. Also eigentlich ein demokratischer Vorgang. Kohls Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Willy Wimmer, vertritt allerdings die These, dass Kohl bei den transatlantischen Netzwerken in Ungnade gefallen sei, weil er sich weigerte, am völkerrechtswidrigen Krieg gegen Jugoslawien teilzunehmen.

      Auffällig war tatsächlich eine erhebliche Unterstützung für Gerhard Schröder und Joschka Fischer, besonders durch die Bertelsmann-Medien im damaligen Wahlkampf.
      (…)
      Angela Merkels Mandat ergab sich noch nie aus einem klaren Wählervotum, sondern aus der massiven Unterstützung durch Friede Springer und Liz Mohn sowie durch transatlantische und marktradikale Lobbyorganisationen in Deutschland.

      Der Wähler wird wie immer akzeptieren müssen, was ihm der Kellner serviert. Wer wird als nächster im Purpurmantel auf dem Balkon erscheinen und unseren Jubel erheischen?
      https://www.heise.de/tp/features/Merkel-muss-weg-Ja-wirklich-Vorsicht-3935273.html?seite=all

      Sie sehen, wer nicht mehr so richtig spurt, wird ersetzt, bzw. final entsorgt, was auch schon vorkam und dies nicht nur in der Politik.
      Sie sehen auch, das System ist nicht reformierbar, als Wähler haben sie keinen Zugriff auf die tatsächlichen Entscheidungsgremien.

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