Tagesdosis 6.7.2018 – Wer missbraucht WM-Fußballspiele für Hass-Propaganda?

Der deutsche „Qualitätsjournalismus“!

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

„Die Welt zu Gast bei Feinden: Drei-Minuten-Hass im ZDF“, lautetet der Titel eines Kommentars von Wladislaw Sankin bei „Russia Today Deutsch“ am Dienstag dieser Woche. Mit Recht zeigte sich Sankin darüber verwundert, wie die Journaille der westlichen Unwertegemeinschaft praktisch jede positive Nachricht über die begeisternde Atmosphäre in Russland einen, oft an den Haaren herbei gezogenen, Kommentar über den bösen Kreml und vor allem Putin abgeben muss. Während die WM-Besucher aus anderen Nationen wegen ihrer tollen Erfahrungen im gastfreundlichen Russland von einem neuen „Sommermärchen“ schwärmen, führen die journalistischen Kalten Krieger in den Redaktionsstuben der deutschen Medien mit eiserner Verbissenheit ihre anti-Russland Hetzkampagne weiter. Die regierungsnahen öffentlich-rechtlichen wie ARD und ZDF führen sich dabei besonders wild auf.

Auch Kommentator Sankin gibt dazu einig Beispiele. Etwa eine halbe Stunde nach dem fulminanten Achtelfinalspiel Belgien-Japan, unmittelbar nachdem die englische Fußballlegende Gary Lineker dem ZDF ein Interview gegeben hatte, in dem er auch die Organisation und die tolle Stimmung bei der WM in Russland gelobt hatte, hat die ZDF-Chef-Redaktion einen Beitrag eingeschoben, der mit der Weltmeisterschaft so gut wie nichts zu tun hat, aber dafür sehr viel Verständnis für die faschistischen Russenhasser in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zeigte. Der Titel des Beitrags: „Die Ukraine quält sich mit der WM“ ist noch vergleichsweise harmlos, im Gegenteil zu dessen Inhalten.

Der ZDF-Korrespondent, der direkt aus einer Kiewer Sport-Bar während des Spiels Russland-Spanien berichtete, begleitete die Aufnahmen mit den Worten aus dem Off: „Alle Anwesenden sind für Spanien. Und wie!“ Dann ließ er zwei der anti-russischen Extremisten in der Bar persönlich zu Wort kommen: „Die russische Mannschaft hat es in die Viertelfinale geschafft. Wir wünschen ihr alles Pech der Welt!“, sagt einer. Der andere sagte mit Opfermiene, dass seit Beginn der Spiele bereits zehn ukrainische Soldaten bei den Kämpfen in der Ostukraine gestorben seien. Prompt ergänzt der deutsche Presstituierte mit verständnisvoller Stimme und erinnerte vielsagend an die angeblich über 10.000 Opfer des Krieges. Er weist jedoch nicht darauf hin, dass es vor allem die faschistischen und ultra-nationalistischen, privaten Terroreinheiten sind, die auf Seiten der Regierung in Kiew für die meisten Opfer in diesem Bürgerkrieg verantwortlich sind. Besonders stark war dabei die Zivilbevölkerung in der Ostukraine betroffen, die sich dem Diktat der von Berlin, Washington und der EU unterstützten Faschisten nicht beugen will.

Mit dem nächsten Schnitt drückt der ZDF-Beitrag kräftig auf die Tränendrüsen der deutschen Zuschauer.  Das Bild zeigt den Kiewer Maidan Platz und die Stimme sagt aus den Off “wo das hier alles begonnen“ habe. Der Ort der mysteriösen Tötung von rund 100 Maidan-Kämpfern und Polizisten im Februar 2014. Die Maidan-Morde waren der wichtigste emotionale Moment im Zusammenhang mit dem damals vollzogenen Staatsstreich.

Im Bild erscheint eine weinende Frau. Im Hintergrund sind Fotos der bis heute ungeklärten Morde von Polizisten und sogenannten „Maidan-Kämpfern“ zu sehen. „Das sind doch unsere Kinder“ sagt die Frau schluchzend. Erneut ein Ortswechsel. „Demonstranten in Tarnuniformen protestieren vor der russischen Botschaft, die mit Stacheldraht geschützt ist. Sie halten Plakate mit der Darstellung eines bösen russischen WM-Maskottchens hoch, nämlich des Wolfs Sabiwaka. Der steht da blutverschmiert und mit einer abgebissenen Hand im Maul und einen Fuß hat er auf einen Totenschädel gesetzt.

Nachdem sogar die englischen WM-Gäste den Empfang in Russland “als freundlich, großzügig und gastfreundlich“ bezeichnet hatten, hatte sich das im Kalten Krieg erstarrte ZDF gezwungen gesehen, seiner Rolle als Megaphon der Regierungspropaganda nachzukommen und seinen Zuschauern einen Realitätsschock zu verabreichen. Damit betreibt das ZDF an einem schönen Fußballabend nichts anderes als anti-russische Kampf- und Kriegspropaganda.

Auch zu behaupten, wie es das ZDF tut, dass die Ukrainer Hass auf Russland wegen der 10.000 Toten im Donbass empfänden, ist nicht nur irreführend sondern auch extrem bösartige und somit hochgefährliche Propaganda, denn in Wirklichkeit wird genau andersherum ein Schuh daraus: Es war die Regierung in Kiew, die im Frühjahr 2014 nach den ersten Erhebungen im Osten des Landes schwerbewaffnete Truppen dorthin entsandte. Sie trägt auch die Verantwortung für die hohen Verluste unter den eigenen Streitkräften, denn selbst gegenüber den eigenen Kämpfern verhielt sich die Führung in Kiew extrem rücksichtslos, ganz zu schweigen von der kriegsverbrecherischen Kampfführung gegen die russisch sprechende Zivilbevölkerung im Donbass.

Spätestens seit Januar 2015, nach der Unterzeichnung des Minsker Abkommen hat sich die Chance für einen Waffenstillstand und eine Verhandlungslösung geboten. Aber es ist Kiew, das mit Unterstützung unter anderem von Berlin mit Geld und Militärberatern den bewaffneten Konflikt am Köcheln hält, in der Hoffnung, dass der Dorn in Russlands Fleisch endlich zu eitern beginnt. Dazu ist dem „deutschen Qualitätsjournalismus“ jedes Mittel recht, auch der Missbrauch schöner Fußballspiele für politische Hasspropaganda gegen Russland.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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21 Kommentare zu: “Tagesdosis 6.7.2018 – Wer missbraucht WM-Fußballspiele für Hass-Propaganda?

  1. Hallo!
    Danke für die klaren wahren Worte im richtigen Ton. Danke auch an alle, die hier klar zu sehen scheinen. Meine Familie hat sich vor Monaten aus der Gebührenhaft herausgequengelt. Bis jetzt ist Ruhe und Drohungen sind auch keine mehr eingetrudelt. Es ist einfach grauenhaft und schade, wohin diese Regierung und wir den Kutter namens BRD merkeln lassen…unsere Kinder werden es uns nicht danken. Ich hoffe, die machen es besser als wir, die immer noch stillhalten bei all dem Irrsinn! Grüße!

  2. Meine Fragenwelt:
    Ich war von 1985 bis 2010 für das Magazin ZDF-Frontal als freier Redakteur tätig. Wie kann ein nicht gerade erfolgreicher ZDF-Reporter aus dem Magazin Frontal 21 sich selbst zum Terrorismusexperten des ZDF ernennen und in endlosen ZDF-Spezialsendungen damit so auftreten ? Wie konnte Elmar Theveßen im ZDF sogar zum stellv. Chefredakteur aufsteigen ? Welche Kontakte muss Theveßen da in Geheimdienstkreisen haben, dass er ein Interview mit dem ehemaligen NSA-Direktor für seine ZDF-Sendung erhält ? Welche Kontakte hat er beim BND ? Welche Kontakte hat er zu US-Diensten ? Wie konnte er nachträglich eine Frontal 21 Sendung über Snowden und Prisma manipulieren und eine Zeugenaussage entfernen ? Ist er möglicherweise ein Nachfolger vom ehemaligen BND-Agenten und Journalisten/Buchautor Wilhelm Dietl ? Wieviele BND und US-Agenten arbeiten bei ARD und ZDF ? Ist das nicht schon sehr auffällig, wie jetzt gerade gegen Russland in ARD und ZDF Propaganda und Stimmung gemacht wird ? Warum schreitet der Fernsehrat hier nicht ein ? Welches geheime Wissen über deutsche Politiker muss es geben, dass sie über die organisierte Propagandaflut von Diensten wie BND oder aus den USA schweigen und nicht handeln ?
    Genau das ist der Punkt:
    „Geschichtsfälschung“ jeder Art ist bis auf den Holocaust in Deutschland nicht strafbar. Wenn der „dumme Deutsche“ irgendeine Geschichtsmanipulation in ARD und ZDF glaubt ist er selber Schuld. Wie soll er den Wahrheitsgehalt einer Geschichte auch überprüfen ? Er vertraut der ARD und dem ZDF und der Kontrollinstanz Fernsehrat. Nur dieser ist überwiegend mit Politikern besetzt. Und das ist der eigentliche Fehler im System. Einen Zuschauerrat gibt es nämlich nicht. Nicht umsonst lässt das ZDF und der umtriebige Prof. Guido Knopp zusammen mit dem Spiegel-Konzern als Mit-Gesellschafter von der Firma STORYHOUSE mit ihrem Firmenhauptsitz bei Washington – ihre deutschen Geschichten – für das ZDF produzieren. Also eine Firma in den USA produziert deutsche Geschichte für das ZDF, wir können das ja nicht. Jahrelang. Keiner merkt was. Was ist Fiktion und was war nun die Wahrheit in HISTORY ? Knopp hat alle Storyhouse Berichte für das ZDF abgesegnet, dafür wurden sogar seine Bücher vom ZDF umsonst beworben. So geht manipulierte Geschichte in Deutschland und nicht anders.

    • Noch schlimmer wiegt die Frage, wieso die Mitarbeiter in den Sendern das alles mit machen? Es können doch nicht wirklich alle gegen die Russen sein! Oder etwa doch? Oder werden die „Russlandversteher“ nach und nach aussortiert, degradiert oder entlassen? Oder verlassen freiwillig die Sender beziehungsweise als freier bekommt man eh keine Arbeiten mehr abgenommen?

    • Das System funktioniert ganz einfach,

      Spiel unser Spiel mit und wir machen dich reich und berühmt.
      Spiel unser Spiel nicht mit und wir machen dich fertig.

      So läuft das auf allen Ebenen und in allen Bereichen dieser Welt.
      Wichtig ist, dass die Schafe mitlaufen und nicht unruhig werden.

    • Letztendlich muss der Menschheitsfamilie bewusst werden, das der globalisierte Tiefenstaat des Imperiums mit der Schoepfung von Geld aus dem Nichts Zinsen generiert und damit undemokratisch, perfide das Spiel und letztendlich die Welt kauft ,kaufen will.
      Die Hermetik weiss ,das der Geist des Menschens die Materie kontrolliert.Wer also den Geist der Menschheitsfamile
      kontrolliert,der kontrolliert die Welt.
      Die Nazis nannten dieses Wirklichkeit (Wirklichkeit kommt von wirken) „Volkskoerper“.

    • Es ist so wie es Herr Thomas Erler sagt:
      Es gibt keine Verträge oder schriftliches darüber. Aber jeder weiß im Sender, wie die „oberste Heeresleitung“ tickt und welche Vorstellungen sie hat, die geben nämlich die Richtung vor. Wer dagegen schwimmt kommt heute nicht mehr an. Das ging vielleicht einmal gut, aber beim zweitenmal gab es dann weniger und später gar keine Aufträge mehr und zum Schluss bist einfach rausgemobbt worden. Qualität zählt dann nicht mehr, man findet immer „billigere Kräfte“ die den Gemobbten ersetzen. Die anderen Kollegen sagen nichts, weil sie selbst Angst um ihren Job haben, also machen sie das dreckige Spiel der „eingeschleusten Agenten“ mit. Verdiente Angestellte werden strafversetzt, falls sie mal gegen den Strom schwimmen wollen oder den Zeigefinger erheben und freie Mitarbeiter werden einfach brutal aussortiert. Der eingeschleuste agent geht hier über Leichen, Familien interessieren den nicht, er denkt nur an seine Karriere. Der BND und die US-Behörden besuchen regelmäßig wichtige „Journalisten“ in allen deutschen Medien. Diese werden dann strategisch beeinflusst, das ist gezielte Strategie, das muss man wissen. Besonders wenn sie gegen Terrorismus arbeiten, dann sind sie richtig für die Dienste interessant. Diese Kollegen erhalten dann aus Pullach „gefällige Informationen“ für ihre eigene Karriere. Heimlich, so beim Essen. Diese sind dann dankbar und klettern beim Fernsehen ihre Karriere-Leiter hoch, obwohl sie nichts geleistet haben. Eine echte freie Presse gibt es nicht mehr. Denn alle Dienste versuchen in allen Medienbereichen ihre Agenten zu platzieren und zu aktivieren, für ihre Zwecke, nicht für die Zwecke, wie wir Bürger meinen.

  3. Ergänzend zu den Vorgängen in der Ukraine:

    Die aktuelle Entwicklung in der Ukraine schon unter Hitler vorbereitet
    Das „Vierte Reich“
    Von Dr. Barbara Hug

    Andrey Fursov ist russischer Historiker und Soziologe. Er äussert sich mit detaillierten Analysen zu den Vorgängen um die Ukraine und hebt z.B. das intensive Wirken der Geheimdienste verschiedenster Provenienz hervor, die im wirtschaftlichen, militärischen, gesellschaftlichen Raum als nicht unerhebliche Akteure berücksichtigt werden müssen. Der Rückblick in die Geschichte erlaubt es Fursov, Parallelen zwischen heute und den vor dem ersten Weltkrieg und im zweiten Weltkrieg vorliegenden Plänen des Westens zu ziehen.

    Diese konnten nach 1945 wegen dem sowjetischen Sieg über Hitler-Deutschland nicht umgesetzt werden. Schlaglichtartig sei hier nur das „Projekt Galizien“ oder der Versuch der internen Spaltung der russischen Bevölkerung in der Ukraine genannt. Ukrainische Russen sollten gegen Moskauer Russen aufgebracht werden mit dem Ziel, Bürgerkrieg und Chaos zu erzeugen. Ein Hass gegen alles Russische sollte hervorgebracht werden, was ja auch heute ein deutliches Ziel des Westens ist. Banderas Mörderbanden bereits 1939 und die SS-Division Galizien stehen als Beispiel für das unheilvolle Wirken Hitlers in der Ukraine. Hitler hatte den antikommunistischen Reflex der ukrainischen Ultranationalisten ausgenutzt.
    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=21139

    Oder wie es Martin Scorsese durch die Darsteller in Gangs of New York verlauten ließ:

    Class war in New York. Gangs of New York
    https://youtu.be/y2fO-jJ3DY8?t=34

    Ein Mittel das gerne, oft und an jedem Ort, von der herrschenden Klasse eingesetzt wird:

    „Man kann immer eine Hälfte der Armen kaufen, um die andere Hälfte umzubringen.“

    • Deshalb wäre es nett der Spaltung entgegenzuwirken und nicht Rattenfängern hinterherzulaufen. Auch da die Mehrheit der Bevölkerungen im Bereich Geld kaum gut aufgestellt ist und hier im Vergleich mit den Kapitalisten kein Blumentopf zu gewinnen ist.

      Dazu noch ein Kommentar und die Antwort Herrn Gellermanns, zum aktuellen Artikel Herrn Gellermanns:

      Am 05. Juli 2018 schrieb Klaus Bloemker:

      @Uli:
      „Der Tag der Koalition von CDU-CSU mit der AfD [und FDP] ist nicht mehr so fern.“

      Na hoffentlich 😉

      Der ganze anti-AfD Faschismus Quatsch lenkt doch ab vom Problem. Man kann lange ‚Nazi, Nazi‘ schreien. Dadurch geht die Zuwanderungsproblematik mit ihren kulturellen Folgen – ist der Islam mit Europa vereinbar? – nicht weg.

      Das ist doch im Prinzip dasselbe, wie früher auf die Grünen reagiert wurde oder auch auf die PDS/Linke:

      ‚Das sind alles Spinner, Ex-Kommunisten und Maoisten. Technikfeindliche Latzhosenträger etc.‘

      ‚Ein ökologisches oder soziales Problem gibt es doch gar nicht. Das haben die Grünen und die Linke erfunden.‘ – So war die Rede

      So ähnlich ist heute die Reaktion auf die AfD.

      Antwort von U. Gellermann:

      Manchem könnte ein Blick in die Geschichte helfen. Ich komme aus dem Rheinland. Dank der römische Besetzung Germaniens war diese Gegend der erste bekanntere Schmelz-Tiegel des späteren Deutschland. Die Legion brachte Juden, Balearen, Britannier und auch frühe Syrer in das besetzte das Land am Rhein. In meiner Familie hatten wir einen, der sah aus wie Arafat, eindeutig ein Abkömmling der Syrer, war aber mein treu-katholischer Onkel Jupp. Nur mit den Nazis hatte er Probleme: Es dauerte sehr lange bis sie ihm die Arier-Bescheinigung gaben, sie hielten ihn für einen Juden. Gleich neben dem Rheinland lag und liegt das Ruhrgebiet. Da sind zu Beginn der deutschen Industrialisierung jene Menge katholischer Pollacken hingezogen. Die mochte lange Zeit niemand der Hiesigen. Nach dem Krieg kamen ganz viel Evangelische aus dem Osten in das katholische Rheinland. In unserem Vorort ging die Rede, die würden ihre Kartoffeln im Klo waschen. Und weil sie angeblich keine Wasserspülung kannten seien die Kartoffeln häufig weg. Als in den 50er Jahren italienische Gastarbeiter die deutsche Industrie mit frischem Arbeiterfleisch versorgten waren viele der Meinung, die nähmen uns alle Blondinen weg, die Katzelmacher. Nun kommen Sie, Pegida und der AfD-Seehofer uns mit dem Islam. Klar, der ist fremd. So fremd wie damals als die Legionäre, die Pollacken und die Katzlmacher. Und weil es weniger Arbeit und auch nur noch wenig Arbeiterbewegung gibt ist die Integration schwierig. Meine Freunde unter den Betriebsräten bei Henkel und Ford nannten die ersten türkischen Kollegen zwar auf gut Rheinisch „Grütz-Mütz“, aber die gemeinsame Arbeit und der gemeinsame Kampf für bessere Arbeit führte die Kollegen unterschiedlichen Glaubens und unterschiedlicher Nationalitäten zusammen. Dass es kaum noch eine echte Arbeiter-Bewegung gibt kann man sicher nicht „dem Islam“ zuschreiben. Außer sie wollten die Agenda-SPD als islamischen Trick begreifen. Auch der Mangel an Arbeit im Ergebnis gnadenloser Rationalisierung ist nicht islamisch. Unsere tollen deutschen Unternehmer sind meist katholisch oder evangelisch oder so was. Primär glauben die an den Profit. Und sie kommen mir mit „dem Islam“. Da ich nicht glauben mag, dass sie so ein blöder Rassist sind wie Gauland, kann es nur mangelnde Bildung oder provinzielle Einfalt sein, die ihnen den Islam als fixe Idee zur Sortierung von Menschen eingibt. Lesen kann helfen.
      http://www.rationalgalerie.de/home/die-heimat-hoch-die-grenzen-dicht-geschlossen.html

    • Ach so, naja, um die Gladiatores und die Spiele nicht ganz außer acht zu lassen, aus den Hinweisen des Tages der NachDenkSeiten:

      Der Lohn reicht kaum zum Überleben

      VON PETRA SORGE am 6. Juli 2018

      22 Teams stattet Adidas bei der Fußball-WM in Russland aus – auch die Nationalelf. Die Arbeitsbedingungen für die Näherinnen verbessern sich zwar, aber nur langsam und auf Druck von außen. Ein Besuch in einer Textilfabrik in Honduras

      (…)
      An einem Montag im Mai laden sie ein zu einer Gesprächsrunde über einen Giganten der Industrie, der in San Pedro Sula T-Shirts nähen lässt – Adidas. Adidas hat die Nationalelf sowie 21 weitere Teams, die bei der WM in Russland an den Start gingen, ausgestattet. Das Herzogenauracher Unternehmen ist auch größter Sponsor des DFB: 65 Millionen Euro fließen jährlich. 2016 lag der Konzerngewinn bei einer Milliarde. Möglich war das durch die umfassende Auslagerung. Weltweit hat der Konzern etwa 800 Lieferanten in mehr als 55 Ländern. Aber was heißt das vor Ort, zum Beispiel in der Zulieferfabrik Pinehurst Manufacturing in San Pedro Sula mit mehr als 1800 Angestellten?

      In Einklang mit den Adidas-Standards

      Als sich eine Gewerkschaft gründen wollte, reagierte die Firmenleitung mit Drohungen, Mobbing und persönlichen Attacken, wie ein Bericht des Arbeiterrechtskonsortiums in Washington dokumentiert. 52 Mitarbeiter wurden entlassen, darunter vier der Betriebsräte. Eine obrigkeitshörige Parallelgewerkschaft wurde aufgebaut. Menschenrechtsorganisationen schlugen weltweit Alarm, US-Studenten riefen zum Boykott der T-Shirts auf.
      (…)
      Zum Leben zu wenig: Gehälter über dem Mindestlohn

      In San Pedro Sula bestätigt EMIH-Aktivistin Carla Castro, dass die Gehälter in der Adidas-Zuliefererfabrik um bis zu fünf Prozent über dem staatlichen Mindestlohn liegen. Das wären rund 280 Euro im Monat.

      Davon könne man aber gar nicht leben, sagt Castro. „Wenn man alleine wohnt und in der Fabrik arbeitet, muss man also Prioritäten setzen: Will man sich lieber Essen kaufen, Strom haben oder seine Miete bezahlen?“ Es brauche schon drei Familienangehörige, die in Pinehurst arbeiten, um über die Runden zu kommen, sagt Castro. Der Tarif knapp über Mindestlohn, für den sich Adidas so rühmt, relativiert sich noch mehr, wenn man sich andere Branchen in Honduras ansieht. Im Durchschnitt liegt der Industrie-Mindestlohn bei 340 Euro. Das ist rund ein Viertel mehr als das, was die Adidas-Fabrik ihren Angestellten zahlt.
      (…)
      Die Angestellten haben Angst

      Sichere Arbeitsbedingungen und faire Löhne in Fabriken entlang der gesamten Beschaffungskette seien „integraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik“, erklärt Adidas. Diese sollen mit eigenen Arbeitsplatzstandards, einem „Team von weltweit mehr als 70 Experten“ und „rund 1.000 Betriebsprüfungen bei Lieferanten“ allein im vergangenen Jahr sichergestellt werden.

      Adidas inspizierte erst im Mai 2017 eine andere Fabrik in San Pedro Sula: in „Bay Island“. Aus dieser Fabrik hat sich lange Zeit niemand getraut, mit der Hilfsorganisation EMIH oder der Presse zu sprechen. Die Angestellten haben Angst, sagt Carla Castro von EMIH. In Bay Island gibt es auch keinen Betriebsrat.

      Einen Monat dauert es, bis sich ein Mitarbeiter anonym per Telefon meldet. Er erzählt, dass er in Bay Island Ärmel T-Shirts annähen soll. „Die Zielvorgaben sind aber kaum zu schaffen“, sagt er, und die Mitarbeiter würden massiv unter Druck gesetzt. „Es ist schlimm.“ Eigentlich genau wie in Pinehurst vor wenigen Jahren.

      Die Krisen-PR funktioniert perfekt

      Adidas erklärt, bei der Überprüfung im vergangenen Jahr hätten sich die Vorwürfe nicht bestätigt. Zudem unterhalte der Konzern „keine direkte vertragliche Beziehung mit Bay Island“, sondern nur über seinen Lizenznehmer Streetwear, der auch nur etwa ein Prozent der Ware im Auftrag von Adidas fertige.

      Also ziemlich genau so, wie es das Outsourcing-Modell vorsieht. Die Krisen-PR funktioniert trotzdem perfekt: „Wir werden dennoch sicherstellen, dass die von Ihnen aufgeworfenen Fragen in der demnächst anstehenden Prüfung erörtert werden“, verspricht Adidas. Ob das auch ohne Boykott klappt?
      https://www.cicero.de/wirtschaft/WM_2018-Adidas-Nationalelf-San_Pedro_Sula-Bay_Island-Outsourcing

    • „Der Tag der Koalition von CDU-CSU mit der AfD [und FDP] ist nicht mehr so fern.“

      Das würde ich so auch sehen.
      Einerseits nicht erstrebenswert aber als Augenöffner hervorragend.

      Heute startete wohl eine Umfrage der EU über das Beibehalten oder das Abschaffen der Sommerzeit.
      Da ist doch glatt der Server zusammengebrochen. So wichtig scheint dieses Thema den Menschen zu sein.
      Zuhause brennt die Küche und wir streiten über belangloses Zeugs.

      Warum fragt die EU nicht, ob es sinnvoll ist, das die Mitgliedsstaaten weiter Mitglied der NATO sein sollen?
      Oder, ob gerechter sozialer Ausgleich im Euro-Raum durchgesetzt werden soll.
      Das wäre wohl auch zu viel verlangt.

  4. Ich kann es nur wiederholen:
    nicht nur hier meckern, sondern saftig an die Redaktionen schreiben und sämtliche Kommentarleisten nutzen.
    Das machen immer mehr, wie man an den meterlangen , oft scharfen Kommentaren beim „Presseclub“ sieht oder „Tagesschau“ . Ich würde nie behaupten, es hat gar keine Wirkung; etwas bleibt schon hängen.

    • Selbstverständlich bleibt was hängen, auf jeden Fall bei jedem halbkritischen Zuschauer der sich, sollte er auch mal ein Statement schreiben wollen weil der neoliberale Reigen der versammelten Journaille es mal wieder arg zu bunt getrieben hat, durch ein Meer von Protestposts klicken muss. Was glauben Sie wohl warum Wahlumfragen „geglättet“ werden? Aber auch diese Manipulation trägt nicht auf Dauer.
      Auch bei den Verantwortlichen wird ein Effekt erzielt, allerdings, falls Sie das meinen, niemals in Richtung Läuterung. Es wird denen höchstens auffallen, dass Sie Ihre Manipulationstechniken verfeinern und verändern oder intensivieren müssen. Zur Not wird die Kommentarfunktion halt abgestellt, hatten und haben wir ja schon zur Genüge.

    • Ich habe eine Klage laufen, ich bezahle nicht für das propagieren illegaler Kriege.
      Rechtsgrundlage ist das GG Art. 25. Als Beweis habe ich einen konkreten Bericht von
      Udo Lilischkis aus 2015 angeführt. (mit Ort, Sendeort, und Sendezeit)
      Man muss den Leuten mal in den Arsch treten.

    • Ich hatte die Klage heute morgen nicht zur Hand.
      ARD Tagesthemen vom 13.4.2015 23.20 Uhr aus Shyrokyne, Ukraine
      Kriegs Propaganda wie zu Adolfs seligen Zeiten.
      Stahlhelme, Schützengräben, blutjunge Männer und Udo mitten drin!

  5. Als Sky-Abonnent missfällt mir die Berichterstattung in ARD und ZDF ohnehin. Als ich gemerkt habe, dass auf beiden Kanälen eindeutig Russland-Bashing gemacht wird, habe ich mir die Spiele nur noch ohne Ton angeschaut. Ich kann gar nicht soviel essen wie ich K….. möchte, bei dem Gedanken, dass hierfür auch noch Gebühren eingezogen werden.

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