Tagesdosis 6.8.2018 – Sammeln von oben – statt sagen, was ist

Ein Kommentar von Susan Bonath.

Sahra Wagenknecht ist wieder ganz oben in den Schlagzeilen. Als am Samstag ihre Webseite »#aufstehen« online ging, berichteten sogar die Tagesthemen recht wohlwollend über die Ikone der Linkspartei und die Vorbereitungen für ihre »Sammlungsbewegung«. Kein Kanal, keine Zeitung verunglimpften die am Samstag rund 12.000 Abonnenten der dazugehörigen Facebookseite pauschal als »Verschwörungstheoretiker« oder  »Spinner«. Man erinnere sich dem entgegen an Occupy und die Montagsmahnwachen. Beide Male folgten einem großen Schweigen verbale Gülle-Kübel, die fast die gesamte Presse über jeden auskippte, der nur irgendwie damit zu tun hatte. Das macht stutzig. Zumal es irgendwie beliebig scheint, wofür oder wogegen »aufgestanden« werden soll. Oder berichtet der Mainstream gerade deshalb verhältnismäßig sachlich?

Gegenüber den Tagesthemen brachte es die Kabarettistin Jane Zahn auf den Punkt. Die Idee einer Sammlungsbewegung sei nicht neu und »grundsätzlich richtig«, konstatierte sie zunächst. »Sie funktioniert aber nicht, wenn sie von einer Frau Wagenknecht und anderen von oben angeboten wird«, glaubt Zahn. Deutlich machte Wagenknecht jenes »von oben anbieten« gegenüber der Sendung selbst in ihrem Statement: »Die Leute würden sich nicht mehr von der Politik abwenden, wenn sie wieder das Gefühl hätten, da ist eine Regierung, die sich wirklich für sie einsetzt, sie ernst nimmt«, erklärte sie.

Wagenknecht will also nicht, dass sich die Menschen vom System abwenden. Sie will selbst ans Ruder. Sie will regieren, vielleicht ein wenig sozialer für die angestammte Bevölkerung entscheiden. Ein bisschen mehr Sozialdemokratie, den Mindestlohn ein wenig erhöhen, etwas mehr Grundsicherung mit weniger Repressionen, eine Untergrenze für die Rente, und so weiter. Sahra Wagenknecht will eine neue deutsche Regierung inmitten unseres global immer brutaler wütenden Kapitalismus. Sie will ihn managen, genauso wie es alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien wollen.

Wagenknecht will, wie sie wörtlich den Nachdenkseiten offerierte, »all diejenigen zusammenführen, die sich eine Erneuerung des Sozialstaats, ein Zurück zur Entspannungspolitik Willy Brandts und ein verantwortungsvolles, naturverträgliches Wirtschaften wünschen«. Im Ernst?

Unter Brandt verhängte die damalige Bundesregierung massenhaft Berufsverbote gegen Kommunisten und andere Linke. Noch unter Brandt bewegte sich die Arbeitslosigkeit in der alten BRD rasant auf die Eine-Million-Marke zu und begann die Debatte, ob Arbeitslose erwerbslos sind, weil sie keinen Bock auf Arbeit haben – eine gute Vorbereitung für Brandts Nachfolger Helmut Schmidt, um erste Sozialkürzungen nach den »Wirtschaftswunderjahren« einzuleiten. Auch unter Brandt florierte die Polizeigewalt, die schleichende Aufrüstung und – wenngleich nach außen hin ein wenig milder – der »Kalte Krieg«.

Auf der Webseite sucht man vergeblich ein Programm. Stattdessen gibt es Statements für mehr Sozialstaat, weniger Aufrüstung, höhere Renten, gegen Kinderarmut, mehr Umweltpolitik, höhere Löhne. Ein Papier mit Zielen gebe es erst am 4. September, sagt Wagenknecht. Insgesamt gehe es »um den Mut zur Überwindung des neoliberalen Mainstreams, um eine soziale Politik im Interesse der Mehrheit und um ein Ende der Kriegspolitik und des gefährlichen Wettrüstens«. Es sei dieser Neoliberalismus, der die Bedürfnisse der weniger Wohlhabenden mit Füßen trete. Die konzerngesteuerte Globalisierung sei »keine Naturgewalt«.

Was Wagenknecht verschweigt: Die ökonomische Globalisierung ist schlicht der Kapitalakkumulation in wenigen Händen als einzigem irrationalem Selbstzweck dieses Wirtschaftssystems geschuldet. Steter Wettbewerb und Wachstumszwang verlangen immer schnelleren, effizienteren und billigeren Abbau von Rohstoffen. Die liegen nun einmal nicht vor der Tür. Zugleich erfordert die sich rasant entwickelnde Technologie immer weniger Arbeitskräfte. Doch diesen, und nur diesen entspringt die Profitrate. Denn der Wert der Waren wird nach in ihnen enthaltener Arbeitskraft bemessen. Nur von der menschlichen Arbeit kann abgeschöpft werden. Das weiß man nicht erst seit gestern. Schon Karl Marx schrieb ein ganzes Kapitel über den tendenziellen Fall der Profitrate, die eine immer brutalere Ausbeutung der Arbeitenden nötig macht. Ein kurzes Zurück – das zeigt die Geschichte – gelang bisher nur durch Zerstörung und Wiederaufbau.

Wer den Menschen sagt, man könne in diesem aktuellen Stadium der Überakkumulation des Kapitals einfach wieder zurückkehren in die 1950er und 60er Jahre der sozialen Zugeständnisse in Zeiten des Wiederaufbaus nach der Weltkriegszerstörung, sollte dazu sagen, dass man auch die 30er und 40er Jahre wiederholen müsste, um die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Wer Menschen erzählt, ein seit Jahrhunderten von den mächtigsten und reicher werdenden Konzerneignern und Finanziers abhängiger, also ein kapitalistischer Staat wäre dazu da, denen zu helfen, die seit ebenso langer Zeit in diesem für die Profite ihrer Chefs malochen, um zu überleben, sagt schlicht nicht die Wahrheit.

Wer Leuten zudem suggeriert, am sozialen Fiasko wären irgendwie Flüchtlinge aus Ländern schuld, ohne deren brachiale Ausplünderung kein einziges deutsches »Wirtschaftswunder« möglich gewesen wäre, lügt. Der fantasiert nichts anderes herbei, als zum Beispiel auch die AfD und ihr außerparlamentarischer Arm namens Pegida. Und je bewusster jemand diese Lüge beschwört, desto verwerflicher ist es.

Am Wochenende schrieb mein Kollege Nico Popp treffend dazu in der jungen Welt: »Linke Kritik« – und eine solche wollen Wagenknecht und ihre Mitstreiter angeblich üben – »beginnt dort, wo ausgesprochen wird, dass die Zustände so sind, weil der Staat  funktioniert, wie er in einer Klassengesellschaft funktionieren muss.« Erst dann sei Mitmachen (im staatlichen Politikapparat) keine Option mehr.

Doch Wagenknecht und ihr Mann Oskar Lafontaine, der schon 1990 die aus dem damals im totalen politischen Zerfall befindlichen Staat Rumänien gejagten und nach Deutschland geflüchteten Sinti und Roma rauswerfen wollte, wollen genauso mitmachen in diesem zerstörerischen System, wie alle Parteien, die derzeit im Bundestag vertreten sind – ohne Ausnahme.

Occupy und die Montagsmahnwachen wollten hingegen, zumindest in der Tendenz – die einen weniger, die anderen mehr – , nicht mehr mitmachen. Sie schmierten den Leuten nicht nur keinen Honig ums Maul. Sie waren zwar zum Teil politisch wirr und anfällig für das Mitmischen diverser ideologischer Wertpapierverkäufer, doch in ihrer Gesamtheit unkontrollierbar.

Die Ambitionen eines politisch bereits aufgestiegenen und eingefriedeten Millionärsehepaares sind dagegen ebenso überschaubar, wie jene der mittelständischen Millionärsclubs, aus denen heraus einst die AfD gegründet wurde oder jene einer PR-Agentur mit besten Kontakten zu Springer und Co. als Pegida-Mutter. Kontrolliertes Sammeln schützt am Ende Systemprofiteure und -erhalter vor wirklichem Widerstand.

Damit kommen wir vielleicht der Antwort auf die Frage näher, warum die einen pauschal als »Spinner«, »Verrückte« und »Verschwörungstheoretiker« verschrien wurden, als man einer Berichterstattung nicht mehr aus dem Wege gehen konnte. Und warum andere sofort relativ wohlwollend in die Schlagzeilen geraten. Die geballte Häme hält das Bürgertum noch immer für die wirklichen Systemkritiker vor.

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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138 Kommentare zu: “Tagesdosis 6.8.2018 – Sammeln von oben – statt sagen, was ist

  1. unterirdisch. diese anhäufung von behauptungen, pseudoargumentationen und unwahrheiten ist absolut nicht satisfaktionsfähig. wundert mich, da ich sonst durchaus interessante und diskutable einlassungen von frau bonath gewöhnt bin. was in drei teufels namen hat frau wagenknecht eigentlich an sich, dass manche an ihrer person dermaßen irre zu werden scheinen?

  2. Mit einleitenden Worten bekam ich heute folgenden Text aus der Bundesgeschäftsstelle der Linken, den ich hier kommentarlos poste:

    „Liebe Genossinnen und Genossen,

    da es einige Presseanfragen zur Sammlungsbewegung gab und gibt, hat der Geschäftsführende Parteivorstand heute den anhängenden Text als Orientierung für diejenigen, die gefragt werden, besprochen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Claudia Gohde

    Bundesgeschäftsstelle der Partei DIE LINKE

    Geschäftsführender Parteivorstand der LINKEN 13.8.2018 Verständigung zur Sammlungsbewegung „#Aufstehen“

    #Aufstehen ist eine Initiative von Einzelpersonen, kein Projekt der Partei DIE LINKE. Die Sammlungsbewegung richtet sich nicht an Organisationen und versucht keine Plattform oder Bündnis von Organisationen aufzubauen. Sie wirbt um einzelne Anhängerinnen und Anhänger, besonders Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, die mit dem aktuellen Kurs ihrer Partei unzufrieden sind und um Menschen, die sich der AfD zugewandt haben. In den bisher öffentlich gewordenen inhaltlichen Forderungen bewegt sich die Sammlungsbewegung zwischen der SPD und der LINKEN. Für die Programmatik und inhaltliche Ausrichtung der Partei DIE LINKE hat die Sammlungsbewegung keine Konsequenzen.
    Wir begleiten #Aufstehen mit Interesse, rufen aber unsere Mitglieder nicht dazu auf, sich ihr anzuschließen. Eine Sammlungsbewegung, die die gesellschaftlichen Verhältnisse nach links rücken will, macht nur Sinn, wenn sie vor allem die Menschen anspricht, die noch nicht links sind oder noch nicht links organisiert sind. Und wenn der linke Pol in der Gesellschaft stark ist und nicht in die Mitte oder nach rechts gezogen wird. Unser Schwerpunkt ist, DIE LINKE zu stärken, als Motor und Orientierungspunkt für linke und sozial gerechte Politik.
    Wir kämpfen für eine fortschrittliche gesellschaftliche Mehrheit als Voraussetzung für einen grundlegenden Politikwechsel. Dazu suchen wir Bündnisse mit anderen gesellschaftlichen Bewegungen und Initiativen, Organisationen und Parteien und verbinden uns mit allen, die sich für eine demokratische, soziale, ökologische und friedliche Wende einsetzen. Wir stellen uns dem Rechtstrend und der Verrohung der bürgerlichen Parteien entgegen. Wir bieten dem von den Rechten geschürten Rassismus die Stirn. Deshalb begrüßen wir die Demonstration in Bayern #ausgehetzt und die vielen Aktionen und Kundgebungen zur Seenotrettung. Wir haben uns aktiv daran beteiligt und werden das auch weiterhin tun.
    Die LINKE Kampagne gegen Pflegenotstand hat zusammen mit Ver.di und den Beschäftigten erste Erfolge erzielt. Gesundheitsminister Jens Spahn musste erhebliche Zugeständnisse machen. Wir werden unsere Aktivitäten verstärken, auch mit dem Pflegevolksbegehren in Bayern. Wir starten Mitte September eine Kampagne für bezahlbare Mieten und gründen an vielen Orten Mieter-Initiativen. Wir arbeiten daran, dass sie zu einer machtvollen bundesweiten Mieter*innen-Bewegung zusammenfinden. Zusammen mit vielen Unterzeichner*innen des Aufrufs „Abrüsten-statt-Aufrüsten“ mobilisieren wir für Frieden und Abrüstung und kämpfen gegen die Pläne der Regierung, mehr Geld in Waffen und Rüstungsindustrie zu stecken und die Militarisierung der EU voranzutreiben.
    DIE LINKE steht im Alltag an der Seite der Menschen: Wir organisieren Zuhörveranstaltungen, sprechen mit den Menschen an den Haustüren, auf den Marktplätzen, vor den Job-Centern. Wir kämpfen mit den Beschäftigten in der Pflege, der Kitas, von Amazon, Ryan-Air und vielen anderen. Mit unserer Initiative für ein neues Normalarbeitsverhältnis sagen wir prekärer Arbeit den Kampf an. Unser Ziel ist immer, dass sich mehr Menschen engagieren, organisieren und sich selbst ermächtigen, um für ihre Interessen einzutreten. Eine linke Partei in Bewegung braucht Wurzeln in konkreten Kämpfen. So haben wir in den vergangenen Jahren viele neue Mitglieder gewonnen. Auf diesem Weg werden wir weitergehen.
    Wir nehmen Interessen und Forderungen der Menschen auf. Sie werden dann in einem demokratischen Prozess beschlossen, werden die Forderungen der LINKEN und sind für alle Vertreter_innen und Funktionär_innen der LINKEN verbindlich.
    Die gesamte Partei unterstützt die bayerischen und hessischen Genossinnen und Genossen in ihren Landtagswahlkämpfen. Wir werden zeigen: Die Unzufriedenheit mit der Regierung kann nach links gewendet werden. Beide Wahlen bilden einen wichtigen Ausgangspunkt für zehn Kommunalwahlen, drei Landtagswahlen und die Europawahlen im nächsten Jahr. Wir überlassen Europa nicht den Rechten. Wir wollen unsere kommunale Verankerung weiter ausbauen, den linken Ministerpräsidenten in Thüringen und die rot-rote Regierung in Brandenburg verteidigen, in Sachsen und Bremen zulegen.
    Das sind Bausteine für einen linken Aufbruch. Sie tragen dazu bei, die politischen Verhältnisse nach links zu rücken. Dafür benötigen wir unsere Kraft, dafür benötigen wir das Engagement der gesamten Partei und der Fraktion im Bundestag.
    Für einen linken Aufbruch und eine starke Partei DIE LINKE.“

  3. „Der Einzelne“ hat viel mehr Macht als man denkt. Ich sage nur „Brent Spar“. Damals 1995 hatten vermutlich Hunderttausende in ganz Deutschland mit ihrem Geldbeutel darüber abgestimmt der Firma Shell keinen Umsatz mehr zu bescheren. Die Tankstellen von Shell waren die ganze Zeit wie ausgestorben.

    Die Besetzung traf auf große mediale Aufmerksamkeit, vor allem in den Niederlanden, Dänemark und Deutschland.[4] Es gab Boykottaufrufe, die großes Echo in den Medien und der Bevölkerung fanden.[5] Auch einige deutsche Behörden ließen ihre Autos nicht mehr bei Shell tanken. Daraufhin sanken die Umsätze der deutschen Shell-Tankstellen um bis zu 50 %. In Hamburg wurde ein Brandanschlag auf eine Shell-Tankstelle verübt.
    de.wikipedia.org/wiki/Brent_Spar

    Für diese Aktion war keine Sammlungsbewegung und kein Politiker notwendig – nur der gemeinsame Wille von vielen Leuten.
    Meiner Meinung nach kann man mit folgenden Dingen eine bessere Welt für alle in absehbarer Zeit schaffen:
    – Sich zu Gemeinschaften vor Ort zusammen schließen
    – Lokale oder regionale Produkte bevorzugen so oft es geht
    – Bioprodukte bevorzugen
    – Die Biolandwirtschaft unterstützen wo es nur geht, weil dadurch u.a. die Flächenversiegelung aufgehalten werden kann, wenn Ackerflächen zu stark im Wert ansteigen, um sie zu unter Beton oder Teer verschwinden zu lassen, die Umwelt geschützt, die Nahrungsmittelqualität steigt etc.
    – Soviel Zeit wie möglich den Kindern in der Umgebung schenken, gemäß einer indianischen Weisheit, dass Kinder immer vom ganzen Stamm/Dorf/Viertel erzogen werden.
    Dazu ein passender Vortrag von Gerald Hüther von 2013 in Graz:

    Starke Eltern – starke Kinder
    https://www.youtube.com/watch?v=ROehyMHtKDY

  4. Es gab vor etwa 13 Jahren schon mal eine linke Sammlungsbewegung, die sich sogar zu einer Partei formierte: Die WASG (Wahl-Alternative für Arbeit und soziale Gerechtigkeit), gegründet im Jahr 2004, ich glaube als Antwort auf die Hartz-Gesetze (ab 2002 mit Hartz I).

    Was es mit dieser Partei bzw. Sammlungsbewegung bzw. Partei auf sich hatte und warum es die nicht gibt dazu gibt es einen guten Artikel von Daniel Neun bei radio-utopie.de, was gerade (10.08.2018 mittags) nicht erreichbar ist (gestern Abend schon nicht):

    Wie sich eine Partei den Namen „Die Linke“ gab
    17. Dezember 2016
    https://www.radio-utopie.de/2016/12/17/wie-sich-eine-partei-den-namen-die-linke-gab/

    Darin werden zwei Essays von Hermann Ploppa aus dem Jahr 2005 erwähnt, der sich mit der WASG näher beschäftigt hatte:

    Zwei Essays von Hermann Ploppa aus 2005 mit dem Titel „Ein neuer Mantel für die PDS“ beleuchten, wie die ehemalige DDR-Staatspartei (ab 1990 „PDS“) im Jahre 2004 mithalf die „Wahlalternative für Arbeit und Soziale Gerechtigkeit“ (WASG) zu gründen, auf deren Rücken anschließend wieder in den Bundestag einzog, sie anschließend schluckte und sich selbst in „die Linke“ umbenannte.

    Die Essays sind hier zu finden (Teil 1: http://www.gesellschaft-und-visionen.de/PDF/Zeitgeschehen/WASG-RLS.pdf, Teil 2: http://www.gesellschaft-und-visionen.de/PDF/Zeitgeschehen/NachschlagPDSMantel.pdf) und hier gespiegelt (Teil 1, Teil 2). Teil 1 wurde veröffentlicht im Juni 2005, Teil 2 im August 2005, also noch vor der vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder so plötzlich vorgezogenen Bundestagswahl im September 2005.

    Hier nun ein Auszug von Hermann Ploppas „Ein neuer Mantel für die PDS“, Teil 1 vom Juni 2005:

    „Nach außen hin wurde die eilige Eheanbahnung von WASG und PDS mit dem Zeitdruck begründet, den Schröder mit der vorzeitigen Neuwahl aufgenötigt habe. Zudem betrat Oscar Lafontaine das Spielfeld mit der Drohung, nur anzutreten, wenn sich beide Mannschaften vereinigten. Plötzlich brachte der Bundesvorstand der WASG vor, die Partei habe kein Geld und sei noch ohne richtige Infrastruktur. Zuvor hatte aber eben der selbe Bundesvorstand diese Argumente verworfen, als es um die Frage ging, ob die WASG in Nordrhein-Westfalen antreten solle. Die weiteren Schritte geschahen unter Ausschluß der Basis.

    Warum hat Frau Wagenknecht ihre Mitstreiter in der Partei „Die Linke“ sowie die vielen Sympathisanten in der Bundesrepublik nicht gesammelt, um die NATO- und Kapital-affinen Verwantwortlichen in ihrer eigenen Partei vor die Wahl zu stellen: Entweder auszutreten oder so richtig bloß gestellt zu werden?

    • @ Stephan Becker
      „Warum hat Frau Wagenknecht ihre Mitstreiter in der Partei „Die Linke“ sowie die vielen Sympathisanten in der Bundesrepublik nicht gesammelt, um die NATO- und Kapital-affinen Verwantwortlichen in ihrer eigenen Partei vor die Wahl zu stellen: Entweder auszutreten oder so richtig bloß gestellt zu werden?“
      Sahra stellt die doch ständig bloß mit ihrer in der Linken so umstrittenen Position. Am deutlichsten jetzt mit der linken Sammlungsbewegung. Austreten müssten die ‚Mit’streiter schon selber, denken aber nicht daran, sondern daran, Sahra zum Austritt zu bringen.

      Oskar Lafontaines Wirken bei der Fusion von WASG und PDS zur LINKEN hab ich damals als WASG-MItglied sehr leidvoll miterlebt. Er übte auf dem entscheidenden Parteitag enorm Druck aus, sofort zu fusionieren, um sofort Einfluss in den Landesparlamenten und im Bundestag zu bekommen. Aber auch ohne ihn war der Zug in der WASG schon früh abgefahren: linke – na ja, was sie meinten – SPD- und Gewerkschaftsseilschaften hatten bereits das Ruder übernommen und alle basisdemokratischen Initiativen für einen Aufbau der Partei von unten nach oben, mit starken, auch finanziell gut ausgestatteten Ortsverbänden, die vor Ort konkret die Probleme hätten anpacken können, mit entsprechenden Satzungen in den Orts-, Kreis- und Landesverbänden, ausgebremst, um selber, wie gewohnt, von Oben nach Unten durchzuregieren.

      Genau diese Gefahr sehe ich auch auf die linke Sammlungsbewegung zukommen: dass die Karrieristen, wie bisher in allen größeren Parteien, wieder Top – Down Strukturen durchsetzen, um in Top Positionen zu Geld, Macht und Ansehen zu kommen. Dabei würden die hehren Ziele auf der Strecke bleiben.

      Dessen ungeachtet mach ich mit. Ich setze mich in der linken Sammlungsbewegung dafür ein, dass die hehren Ziele: zunächst intensive offene öffentliche Debatte darüber, was denn diese Ziele sein sollen und wie wir sie erreichen wollen; mit möglichst vielen Menschen, die sich nochmal fürs Gemeinwohl einsetzen wollen. Mal sehen wo wir dabei hinkommen.
      Für mich sind es immer die gleichen Ziele geblieben: Frieden, soziale Gerechtigkeit, neue demokratische Strukturen in der Bewegung entwickeln, einführen, erproben, weiterentwickeln – weg von der repräsentativen zu einer tatsächlich basisdemokratischen Demokratie.

      Und hoffe, dass Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht seit WASG-Zeiten dazugelernt haben.

    • @Joga Twickel
      „Austreten müssten die ‚Mit’streiter schon selber, “
      Gibt es da nicht die Möglichkeit des Parteiausschlussverfahrens?

      “ linke (…) SPD- und Gewerkschaftsseilschaften hatten bereits das Ruder übernommen und alle basisdemokratischen Initiativen für einen Aufbau der Partei von unten nach oben, mit starken, auch finanziell gut ausgestatteten Ortsverbänden, die vor Ort konkret die Probleme hätten anpacken können, mit entsprechenden Satzungen in den Orts-, Kreis- und Landesverbänden, ausgebremst, um selber, wie gewohnt, von Oben nach Unten durchzuregieren.“

      Laut Hermann Ploppas Essays war die WASG letztlich ein Projekt der PDS um die eigene Existenz,aber auch die der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu sichern, nach der verlorenen BT-Wahl 2002, bei der die PDS rausgeflogen ist.

      Finanziell gesehen waren die WASG-Ortsverbände dringend auf die finanzielle Unterstützung der PDS angewiesen, sie hatten noch nicht jahrelang Mitgliedsbeiträge einsammeln können und hatte auch noch nie Wahlkampfkostenerstattungen bekommen. Aber finanziell kam praktisch nichts aus dem Osten. (Wahlkampf-)Plakate kleben „durften“ die WASG-Mitglieder trotzdem.

      Es lohnt sich wirklich wenigstens die ersten zwei Seiten – die Zusammenfassung – von Herrn Ploppas erstem Essay durchzulesen – noch ein Auszug daraus (1. Teil):
      „Es gibt eine Reihe von Indizien, daß die PDS, zusammen mit Kollaborateuren bei der WASG, die Übernahme schon lange geplant hatte. Vordenker der PDS hatten das Konzept einer westdeutschen Sozialpartei links von der SPD schon ab 2002 in der Schublade. Die PDS-Vordenker taten dieses aus nackter Überlebensnotwendigkeit. Denn die PDS ist hoffnungslos überaltert. Ihre traditionellen Infrastrukturen brechen im Raketentempo weg. Die PDS-Führung leidet unter Relitätsverlust und zieht sich in parlamentarisch-administrative Sphären zurück. Die Strukturkrisen der PDS werden nach der Wahlniederlage bei der Bundestagswahl 2002 offensichtlich. Dies ist der Wendepunkt, wo bei der PDS-eigenen Rosa-Luxemburg-Stiftung laut nachgedacht wird über Rettungswege.“

      Und noch ein Zitat aus der gleichen Quelle zu Lafontaine:
      „Lafontaine hat bislang jedoch nicht die Mühe aufgebracht, sich mit den Grundpositionen der WASG-PDS ernsthaft zu befassen. Vielmehr schüttelt er im geistigen Freistilringen politische Losungen aus dem Ärmel, über die man sich nur wundern kann. Der Lafontaine aus Glanzzeiten hatte fähige Berater um sich wie z.B. Ottmar Schreiner, Rainer Klimmt, Heiner Flassbeck oder Kajo Koch-Weser.(…) Da dekretiert Lafontaine, die Türkei dürfe nicht in die EU. Daß WASG-Mann Murat Cakir ganz anderes dazu gesagt hat, stört weder Lafontaine noch Cakir. (…) In der Illustrierten „Bunte“ lobt Lafontaine Hartz IV, denn dieses Projekt ermögliche „die intensivere Betreuung von Arbeitslosen“. (…) Eine Anhebung des Niveaus der neuen Knäuel-„Linkspartei“ durch den Neuerwerb Lafontaine ist bislang nicht festzustellen.“

      „Und hoffe, dass Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht seit WASG-Zeiten dazugelernt haben.“

      Lafontaine hätte beizeiten aus der „Die Linke“ austreten müssen, so wie „Die Linke“ diverse Kompromisse hätte ablehnen müssen (Verkauf städtischer Wohnungen in Berlin, Zustimmung zu weiterem Braunkohleabbau in Brandenburg und Sachsen), aber für die damals verantwortlichen Linke-Abgeordneten war wahrscheinlich das Abgeordnetengehalt einfach zu angenehm.

      Statt seine Energie, sein Geld und seine Zeit für eine „neue“ Sammlungsbewegung zu vergeuden, sollte man lieber vor Ort bei Initiativen helfen, die dem Allgemeinwohl oder benachteiligten Gruppen zu Gute kommen.
      Wenn mich nicht alles täuscht erwähnt Gerald Hüther in seinem Gespräch mit Ken Jebsen sicher auch die große Bedeutung des „Sich-Kümmerns“ um die Kinder und damit um die Zukunft von uns allen in jeder Hinsicht.

    • Für Ausschlüsse aus einer Partei sind die Schiedskommissionen zuständig, zunächst die Landes- und schließlich die Bundesschiedsschiedskommission.
      In der Bundessatzung der Linken ist geregelt:

      㤠3 Beendigung der Mitgliedschaft

      (4) Ein Mitglied kann nur von einer Schiedskommission nach Durchführung eines ordentlichen Schiedsverfahrens auf der Grundlage der Schiedsordnung ausgeschlossen werden. Der Ausschluss ist nur möglich, wenn das Mitglied vorsätzlich gegen die Satzung oder erheblich gegen Grundsätze oder Ordnungen der Partei verstößt und ihr damit schweren Schaden zufügt.

      (5) Wer aus der Partei ausgeschlossen wurde, kann frühestens nach zwei Jahren wieder eintreten.“

      Was nun wie genau in der Vergangenheit gelaufen ist, ist Schnee von gestern. Mir ist wichtig, was heute geschieht. Dafür haben Sie ja ausgezeichnete Vorschläge gemacht, Herr Becker, die wir in der linken Sammlungsbewegung umsetzen können:

      „– Sich zu Gemeinschaften vor Ort zusammen schließen
      – Lokale oder regionale Produkte bevorzugen so oft es geht
      – Bioprodukte bevorzugen
      – Die Biolandwirtschaft unterstützen wo es nur geht, weil dadurch u.a. die Flächenversiegelung aufgehalten werden kann, wenn Ackerflächen zu stark im Wert ansteigen, um sie zu unter Beton oder Teer verschwinden zu lassen, die Umwelt geschützt, die Nahrungsmittelqualität steigt etc.
      – Soviel Zeit wie möglich den Kindern in der Umgebung schenken, gemäß einer indianischen Weisheit, dass Kinder immer vom ganzen Stamm/Dorf/Viertel erzogen werden.
      Dazu ein passender Vortrag von Gerald Hüther von 2013 in Graz:

      Starke Eltern – starke Kinder
      https://www.youtube.com/watch?v=ROehyMHtKDY
      Danke !

  5. „Damit kommen wir vielleicht der Antwort auf die Frage näher, warum die einen pauschal als »Spinner«, »Verrückte« und »Verschwörungstheoretiker« verschrien wurden, als man einer Berichterstattung nicht mehr aus dem Wege gehen konnte. Und warum andere sofort relativ wohlwollend in die Schlagzeilen geraten.“

    Nein, liebe Frau Bonath, der Antwort auf diese Frage werden Sie nie näher kommen. Daran hindert Sie ihr Neid auf Frau Wagenknecht oder ihre ideologische Sturheit. Wer dieses Handicap nicht mit sich herumschleppt, der findet die Antwort auf diese Frage ganz leicht. Kritik aus dem „eigenen Lager“ – und für weniger Informierte gehören Sie ins gleiche Lager wie Frau Wagenknechzt – erledigen den Drecksjob diese neue Bewegung in den Dreck zu ziehen viel effizienter. Das wurde ein ums andere Mal bewiesen. Nicht nur in der Berichterstattung auch in der Politik – siehe Harz IV. Daß diese Methode immer wieder funktioniert und sich immer ein Dummkopf oder eine Frustrierte aus dem „eigenen Lager“ für infame Denunziation findet, dafür ist ihr haßerfüllter, faktenfreier Beitrag ein klarer Beleg. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung. Die weiter unter verwendete Bezeichnung NATO-Uboot haben Sie sich damit redlich verdient.

  6. Schwache Analyse. Nicht erkennbare Zielsetzung. Was sollte der Artikel bewirken? Den Versuch eine positive solidarische Bewegung aufzubauen, gleich nach der Ankündigung im Keim zu ersticken? ist das zielführend? ist das solidarisch? Na ja…
    Meine Antwort auf den Artikel – Eilanmeldung beim „Aufstehen“ 😉
    Bin dabei in voller Erwartung – die Zeit ist reif !
    Diese Bewegung ist das, was WIR daraus machen.

    • Genau Julia ! Die Bewegung wird das, was wir daraus machen ! Jetzt sind wir hier schon mal 2.
      Der Kommentar von Frau Bonath hat ja richtig gut bei Dir gefruchtet !

      Oben hab ich ja ganz grob geschrieben, wofür ich in der Bewegung arbeiten will. Kannst Du damit was anfangen?
      Was ist Dir wichtig ?

    • Ich finde den Artikel spannend. Er zeigt auf, wie stark sich Gruppierungen innerhalb der Linken voneinander abtrennen und bekämpfen. Die Sammlungsbewegung ist ein neuer Versuch eine starke Opposition zu bilden, um eine neue Politik zu kreieren. Eine kooperative Wirtschaftsform für den Planeten fällt nicht vom Himmel und kann nur mit kleinen Schritten sukzessiv eingeführt und ausprobiert werden. Wer ist denn für eine Änderung des Systems? Doch nur eine kleine Minderheit von weniger als 7 Prozent. Mann kann auch mit dem derzeitigen Wirtschaftssystem und einem starken Staat Veränderungen bewirken( Höherer Mindestlohn, Soziales, Wirtschaftspolitik, Umverteilung von oben nach unten durch Anhebung diverser Steuern für Reiche, Unternehmen und Finanzmärkte und und und……) Aber schon das wird heute von den Herrschenden( Parteien, Teilen der Linken und einflussreichen Wirtschaftsverbänden) komplett abgelehnt und käme einer Revolution gleich.Ein totaler Wirtschaftssystemwechsel ist für die Mehrheit kaum vorstellbar. Wer durchschaut den wirklich unser heutiges marktwirtschaftliches System?
      Die Verfasserin möchte morgen die Welt in einem großen eleganten Wurf verändern. Wie in Zukunft unser System aussehen soll, muss gedacht und entwickelt werden, aber kleine immerwährende Schritte der Veränderungen sind nun mal ein Teil einer lebendigen Gesellschaft. Sie ist mir da zu stark vorverurteilend und nicht sachlich.

    • Nicht nur das, die Autorin ist vollkommen unkonkret. Wie soll es denn ihrer Meinung nach gehen?
      Sie soll doch mal ihren großen Plan vorstellen, vielleicht überzeugt er sogar.

  7. Susan Bonath, ihren Träume von einer internationalen Solidarität mit allen Menschen über alle Grenzen hinweg kann ich nur zustimmen, diese Träume habe ich auch. Aber um diese Träume zu verwirklichen bedarf es vieler einzelner Schritte. Und der erste Schritt in unserer Restdemokratie ist es, Mehrheiten zu organisieren, die dafür sorgen wollen, dass wir wieder ein Rechtsstaat werden. Endlich wieder herauskommen aus der Herrschaft des Unrechts und eine Politik anbieten wollen, die im Interesse der Bevölkerung ist und nicht nur den Mammon und die Kriegstreiberei anstrebt. Genau das versucht Sahra Wagenknecht als einzige, denn mit den vorhandenen Parteien ist das egal in welcher Koalitionsvariante momentan nicht mehr möglich. Denn alle sind nur für ein neoliberales weiter so, egal wie viele Todesopfer es weltweit kostet.
    .
    Und da sind ihre tollen Argumente und Störfeuer überhaupt nicht hilfreich. Ich werde mir nicht mehr dir Zeit nehmen ihre Beiträge zu studieren. Und auch bin ich sehr verwundert, dass sie bei KenFM zu Wort kommen dürfen. Das passt leider gar nicht zu den sonst so kompetenten Gesprächspartnern, die bei KenFM an die Öffentlichkeit treten.

  8. Spätestens seit dem Interview mit Pedram Shahyar (Der rote Tisch vor 7 Monaten) weiß ich, warum ich Bonaths hilfloses Geschreibsel nicht für voll nehmen kann. Mit ihrem ADHS-Artikel am 25.6.18 durfte sie sich sogar völlig unqualifiziert zu einem medizinischen Thema äußern, von dessen Pathologie sie keine Ahnung hat. Jetzt meint sie (nicht zum erten Mal), wieder Wagenknecht auf politischer und makroökonomischer Ebene kritisieren zu können und tut das so unreflektiert, dass ich mich frage, was diese Beiträge bei KenFM zu suchen haben.
    Nichts gegen Pluralismus, doch wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein. Für Bonaths schlampig recherchierte Hetztiraden bin ich absolut nicht offen – ich finde sie einfach überflüssig und ärgerlich.

    • Ganz im Gegenteil fanden wir diesen Artikel über ADHS herausragend gut und sachlich kompetent. So gut, dass wir bezweifeln, ob er wirklich original aus Bonats Feder stammt.

    • Alles was in diesem ADHS-Artikel steht, ist schlampig recherchiert oder irgendwo abgeschrieben – Bonath halt…
      Ich habe den Artikel kommentiert und auch Links zur Info angefügt – bei Intersse gerne mal nachlesen.

  9. Der Sozialphilosoph und Erkenntnistheoretiker Karl Raimung Popper hat in seinem Werk

    „Die offene Gesellschft und ihre Feinde“ (Band Eins und Zwei)

    dieaktuell (auch) hier wieder mal aufgeworfene und kontrovers diskutierte Fragestelung:

    „Radikaler Systembruch ohne viel Rücksicht auf Verluste“ (= Revolution)

    versus

    „Schrittweise Reformen aufgrund rationaler Planung von Einzelschritten und deren kritische Überprüfung auf Wirksamkeit“ (Sozialtechnologie )

    schon 1945 (deutsch erst 1957/58 ) auf zusammen ungefähr 600 Seiten (aber besonders in Teil zwei) fast bis ins letzte Detail aufgedrößelt.

    Undogmatische Vernunftlinke (wirkliche Linke) sollte sich wegen des Begriffes „Offene Gesellschft“ nicht abschrecken lassen. Er beziet sich auf Nationalsozialismus und Stalinismus und wird im Popper- Original weit differnzierter gebraucht als in Propagandaschrften von neoliberalen Multimillionären und deren NGOs.
    Schnelleser können sich vermittels einstündiger Lektüre von Kapitel 7 in Band 2 der „Offenen Gesellschaft“ (Marxens Methode: Das legale und das soziale System) davon überzeugen, ob ich hier neoliberale Propagandamärchen verbreite oder nicht.
    Popper geht dort auch mal auf walter Lippmann ein und beschäftigt sich zudem mit den Problemen der propagandistishen (Wahl-) Beeinflussung in Demokratien und was eventuell dagegen getan werden muss. (Anmerkung Nr.57 auf Seite 159 in Band 2)
    Wobei er Staatsinterventionismus keinesfalls generell ablehnt.
    Auch nicht zur Regulierung „des Marktes“. Er warnt aber davor, solches nur staatliche Inssitutionen zu überlassen, da er die Gefahr für zu groß hät, dass diese sich weigerten, einmal erlangte Machtbfugnisse wieder aufzugeben.Und dadurch schleichend Freiheitsrechte verloren gingen, was die „Offene Gesellschft“ mehr und mehr erodieren lasse.
    (Siehe aktuell: Vorratsdatenspeicherung !)

    Man sieht: Popper ist keineswegs der ach sö böse neolioberale Buhmann und Verteidiger eines marktgläubigen Neokapitalismus mit Staaatsallergie, als den ihn einige ( eher verblendete) Linke lange darstellen wollten und teilweise immer noch wollen. Seine Marx- Kritik ist äußerst differeziert und er hat nichts gegen den Sozial- Analytiker des Elends sondern er arbeitet die fatalen Folgen der „dogmatisch-teleologischen Geschichtsauffasung von Marx heraus. Welche Marx selbst und vor allem seine Epigonen auf menschenfeindlich falsche Fährten geführt habe:
    Nämlich der Glaube, dass der Weg des Proletariats hin zum Arbeiterpadadie schon geschichtsdeterministisch festgelegt sei und man sich deshalb keine allzu großen Gedanken über Verteilungsmechanismen oder Marktstrukturen machen müsse, Und es in der Geschichte schon angelegt sei, dass mit dem richtigen „Bewusstsein“ der Arbeiterklasse sich alles zum Guten wenden würde. Wobei sspäter halt sofort strittig war, wie genau und von wem das „richtige“ Klassenbewusstsein herbeizuführen sei.
    Man kann einfach heute nicht mehrso einfach hinter diese (differenzierte) Marx- Kritik zurück. Zumindest wenn man sich ein Mindastmaß an intellektueller Redlichkeit zuschreiben will.

    Den neodarwinistischen neoliberalen Marktdogmatismus bzw. Marktradikalismus mit abgestumpftem Werkzeug bekämpfen zu wollen, heißt diesem in die Hände zu arbeiten.

    Und:
    Die Frage :
    “ Sind überlegte (aber nötigenfallds durchaus radikale ) „Reformen“ und zeitweilige stategische Kooperationen mit Anderen zur Erzielung linkshumanistischer Ziele“ etwas Vernünftiges oder ist es „querfrontlerische Aufweichung der eigene ideologischen Front“ —
    — wurde zudem schon seit (gefühlten) Ewigkeiten (Sozialdemokratie versus Sozialisten / Kommunisten/Anarchisten usw.)
    kontroveres dikutiert und hat unendliche Verwirrung ausgelöst.

    Popper ist da eine große Hilfe heraus aus dem Dschungel und man muss ja nicht in Allem mit ihm konform gehen.

  10. Zuerst dachte ich beim Thema Willy Brandt, dass Frau Bonath jetzt völlig abgedreht ist (sie vergaß sicherlich, Brandts Scheidung und seine Hinwendung zu der unsäglichen Seebacher zu erwähnen…).
    Dann setzte sie dem aber noch einen drauf mit dem Thema Sinti und Roma – ach ja, auch das betraf gar nicht Frau Wagenknecht …. – aber egal ….
    Schließlich der die Seele von Frau Bonath völlig entblößende Hinweis auf das Millionärsehepaar.
    Spätestens hier hätten bei dem von mir bisher geschätzten Ken Jebsen alle Alarmsirenen aufheulen müssen. Als Diskussionsgrundlage hat sich der Beitrag von Frau Bonath selbst disqualifiziert. Für sowas wie die BILD wäre er sicher geeignet gewesen.

    • An Ihrem Beitrag kann man sehr schön sehen, dass die Bürgerliche Öffentlichkeit ausschließlich dazu dient, zu überprüfen, ob man oder frau auch schön immanent bleibt und das stillschweigend Vorausgesetzte nicht nur akzeptiert, sondern gar offensiv vertritt.
      Sonst läuten Sie die Alarmglocke, weil jemand, noch dazu Frau, darauf besteht, dass ein Ausweg ausschließlich im Jenseits unserer unhaltbaren Zustände zu finden ist. Ehrlich, bleiben Sie bei BILD und ICH WILL SO BLEIBEN WIE ICH BIN. Ist legitim, eben genau!, hat aber mit anderen Intentionen jenseits des Tellerrands nichts zu tun.

  11. Nach dem Lesen einiger Kommentare, kann man zu dem Schluss gelangen:
    “ viel Feind viel Ehr“
    Sollte es hoffentlich gelingen die Linke in Deutschland durch die Sammlungsbewegung zu stärken, so wäre sicherlich ein wichtiger Schritt getan.
    Vielleicht entledigt sich die Partei die Linke dann auch ihrer ‚Schlaftabletten‘ vom Schlage einer Kipping, Pau oder auch Rixinger. Das wäre m.M.n. ein weiterer wichtiger Meilenstein nach vorn.

  12. @ Box
    Lesen steht auch schon auf der Roten Liste der aussterbenden Fähigkeiten. Dreckwerfen ist dagegen groß im Kommen.
    Wie lautet genau die Stelle mit der Querfront? Könnte es sich dabei um Ironie handeln?
    Wo bitte, vertritt Herr Berger die Meinung, ein Kapitalismuskritiker sei ein Antisemit? Bitte Quelle angeben und die Stelle zitieren!

    • Stimmt, wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Sollten sie beherzigen. Zum Einen:

      „Bei so viel Niedertracht bleibt einem förmlich der Atem stocken. Zumindest in der Ablehnung von #Aufstehen scheint es wohl in der Tat eine sehr breite Querfront von den reaktionären Haudraufs in der BILD bis zu einigen intellektuellen Schrebergärtnern aus dem Habitat der Altlinken zu geben. Die zeigt jedoch nur, wie wichtig und wie richtig es ist, #aufzustehen und diesem Wahnsinn eine konstruktive Perspektive entgegenzustellen.“
      https://www.nachdenkseiten.de/?p=45380

      Zum Anderen, mein Fehler, da aus dem Gedächtnis. Es ging Herrn Berger darum, Zinskritiker zu Antisemiten abzustempeln. Der Rest ist im Allgemeinen ein Loblied auf den Zins:

      „Der Zins, so liest man auf einigen Internetseiten, sei der Konstruktionsfehler, ja geradezu die „Erbsünde“ unseres Geld- und Finanzsystems. Er sorge nicht nur dafür, dass die Reichen reicher und die Armen ärmer werden, sondern führe auch ganz direkt zu einem exponentiellen Wachstumszwang der Geldmenge und zur Zinsknechtschaft der Bevölkerung. Finanz- und Wirtschaftskrisen seien somit die direkte Folge des Zinssystems. Diese Kritik ist nicht neu. Seitdem Geld gegen Zins verliehen wird, gibt es auch Kritik am Zins. Diese Kritik war und ist jedoch meist keine ökonomische Kritik, sondern vielmehr eine Kritik an der ungleichen Verteilung des Vermögens und der Macht der Vermögenden, oft durchmischt mit einem religiösen, völkischen, ja antisemitischen Grundton.“
      https://www.nachdenkseiten.de/?p=10530

    • @ Box
      Danke für die Zitate!
      Zu 1: Offenbar keine Ironie. Aber Sarkasmus. Die NDS und dabei auch Jens Berger haben vehement gegen die Querfront-Vorwürfe und Unterstellungen angeschrieben als sie in diversen Studien seit 2014 verbreitet wurden. Beispielhaft kann man das nachlesen bei der Otto Brenner-Stiftung, wo die „Studie“ erschienen ist:
      https://www.otto-brenner-stiftung.de/wissenschaftsportal/publikationen/titel/querfront/aktion/show/obspaec/Publication/
      Die wurde dann landauf- und landab in den Medienhäußern zitiert und besprochen. Auch in der alternativen KONTEXT in Stuttgart. Das hat unter Lesern Empörung und Debaten hervorgerufen; damals nahmen auch die NachDenkSeiten engagiert gegen die „Studie“ Stellung. Hier ist eine Einschätzung der Studie durch Sabine Schiffer: http://www.medienverantwortung.de/wp-content/uploads/2009/11/20150821_IMV-Schiffer_Querfront-Studie-ohne-Querfront.pdf
      Kurz: es kam zu einem Streit zwischen der Chefredaktion der KONTEXT und der NDS. Hier findet man Texte zu diesem Fall bei den NDS: https://www.nachdenkseiten.de/?s=Querfront+KONTEXT&Submit.x=0&Submit.y=0
      Dort haben sie immer den Begriff Querfront mit einer Feuerzange angefasst.

      Zu 2: „…meist keine ökonomische Kritik, sondern … oft durchmischt mit einem religiösen, völkischen, ja antisemitischen Grundton.“ Also „oft“ dann foglt eine Aufzählung und u.a. „antisemitischen Grundton“ Und dass bei den Nazis Kapitalismuskritik auch antisemitisch gefärbt war, ist bekannt. Aber es gab andere Zeiten und anders „gefärbte“ Kritik. Wenn Berger das so beschreibt, kann man daraus nicht machen: „Berger wirft Kapitalismuskritikern vor sie seinen Antisemiten“. Ich halte das nicht für seriös.
      D.h.

    • Es geht mir gar nicht so sehr um Herrn Berger und die Interpretation seiner Aussagen, auch wenn ich ihn schon seltsam fand, als er noch allein mit Spiegeln focht. Viel wesentlicher ist, daß der Milliardärsclub, hier namentlich Springer/Mohn + Anhang, einmal mehr, beide Seiten kontrolliert und in seichte Gewässer geleitet.

  13. Eigentlich lese ich keine Texte von Frau Bonath mehr, aber der Artikel von Jens Berger in den NDS hat mich neugierig gemacht (interessanterweise sind viele Kommentare hier nach dem Erscheinen Jens Bergers Artikel geschrieben worden).
    Schade, dass der Bonath-Artikel schon von der Hauptseite verschwunden ist, denn das Thema #Aufstehen lohnt eine Debatte.

    Dass Frau Wagenknecht mit der Sammlungsbewegung den Kapitalismus nicht abschaffen will (vielleicht auch NOCH nicht?), spricht doch nicht gegen die Bewegung. Eine komplette Systemänderung dauert lange und ist kompliziert. Die meisten heutigen Hartz IV Empfänger sind längst verstorben, die Niedriglöhner verhungert, die Schulen privatisiert, der Krieg gegen Russland liegt schon wieder hinter uns … ehe wir dann in die Puschen kommen und wenigstens mal da anfangen, wo viele Menschen sich außerhalb von Parteien einigen können. Z.B. bei der Wiederherstellung des Sozialstaats, beim Schutz von Gemeineigentum, bei der friedlichen Außenpolitik. Es gibt Themen, für die gibt es große Mehrheiten außerhalb, aber nicht innerhalb der Parteien. Deswegen wird neoliberal durchregiert. Dagegen tritt die Sammlungsbewegung an. Ihr also jetzt schon, vor dem Start vorzuwerfen, dass sie erst mal wenige, aber wichtige Ziele erreichen will, finde ich merkwürdig. „Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung“ sagt Ulrike Herrmann mit Recht.
    Bei manchen Kritikern habe ich den Verdacht, dass gerade das Warten auf den St.Nimmerleinstag ihr Ziel ist.

    • Apropos Herr Berger, welcher sich über die Vorwürfe zur „ja/nein/vielleicht Bewegung“ beschwert, Gegenargumente hatte er keine, aber schimpfen konnte er ganz gut.

      Bei der Gelegenheit bildete er auch gleich eine Querfront aus links und rechts, passend zu seinem etwas älteren Vorwurf, Kapitalismuskritiker seien Antisemiten.

      So was aber auch … ein recht bekanntes Repertoir.

    • Bisherige Epochenbrüche gingen immer sehr schnell von statten – immer von jetzt auf gleich und sofort verstand eins nicht mehr, was vor kurzem noch galt.
      Um dies zu erkennen, ist leider die Universalgeschichte als Leitideologie zumeist nicht hinterfragt. Stattdessen finden sich die Heutigen bereits in Steinzeit-„Industrien“ oder auch in zukünftigen Kämpfen um die universelle Herrschaft im Universum wieder. Wichtig und tröstlich ist vielmehr, dass alles schon mehrmals ganz anders war und die Leute über jeweils tausende Jahre reproduzierte, und das auch wieder so sein kann. Eine, vielleicht die einzig wirklich besondere Fähigkeit von menschlichen Wesen ist, dass sie ihr Sozialgefüge bestimmen können und dies bisher in allen Epochen getan haben.

  14. Vulgärmarxismus vom Feinsten Frau Bonath, ihre Maske ist gefallen.
    Selten so viel hasserfülltes gelesen, aggressiv, psychopathisch, rassistisch und unbelehrbar.
    Meinungsvielfalt ist ok aber ein Artikel wie Ihrer ist mediale Treibjagd.

    • Will Kenfm nicht „medialer Mülltrenner“ sein? Keine „Aneinanderreihung verkürzter Statements“ lautet ein Motto.
      „Fragmente werden beleuchtet, um auch die umliegenden Puzzleteile eines Gesamtzusammenhangs offenzulegen.“
      Dann trennt Euch doch endlich von dem Müll!

      Oder zumindest ran an die umliegenden Puzzlteile. Nachdem nun hier allmontaglich Fragmente hingerotzt werden, würde mich fortan eine Gegenposition interessieren oder ist das hier Verbreitete doch die finale Meinung von Redaktion und Betreiber? Wäre auch ok, würde man dann aber nur gerne wissen damit man weiß, mit wem man es eigentlich zu tun hat. Alles anderes wäre Etikettenschwindel von wegen „freies Presseportal“ und überparteiisch.

      Die Sendung heißt doch Positionen? Dann lasst doch mal unterschiedliche ökonomische Anätze miteinander reden. Aber ein selbstreferentieller Katastrophismus-Talk unter Linken ist wirklich kein Ruhmesblatt. Dann nennt doch die Sendung einfach nur noch Position! Wäre ehrlicher.

      Aber das immergleiche Lamento ohne Widerrede interssiert mich nicht die Bonath. Es ist nicht relevant und trägt null zum Verständnis der Welt bei. Und schon gar nicht dazu, einen breiten Widerstand zu bilden. Es ist Spalterei.

      Oder ist es für Kenfm in Stein gemeiselt, dass es so und nur so ist und immer sein wird? Nur Marx kann uns retten?
      Dann stellt Euch hin wie aufrechte Menschen und erklärt, dass ihr ein marxistischer Verein seid. Das wäre mutig und man könnte eine inhaltliche Auseinandersetzung beginnen. So bleibt es eine verdruckste Ideologiemassage, die aber allmählich jede Tarnung verloren hat.

    • „Medialer Mülltrenner“? –> wenn ich sehe was die Menschen so alles in den Müll schmeißen?
      Also trennen muss schon jeder selbst, was er gebrauchen kann und was nicht.
      KenFm gibt da nur eine Vorauswahl.
      Ich finde es z.B. schon wichtig, wenn von Frau Bonath darauf hingewiesen wurde, das die Bewegung „Aufstehen“ nicht an die Wurzel des Systems geht.
      Und das stimmt ja auch!
      Das nehme ich daraus mit.
      Den Rest können Sie meinetwegen unter Polemik abheften.

    • Hallo Herr Jacob,

      auch wenn ich nicht der gleichen Meinung wie Fr. Bonath bin, muss ich Ihnen hier widersprechen.

      Ich finde es einen mehr als fragwürdigen Diskussionsstil, jemanden in einer Auseinandersetzung als „hasserfüllt …, aggressiv, psychopathisch, rassistisch und unbelehrbar“ zu kennzeichnen. Das bringt die Diskussion nicht weiter. Frau Bonath hat hier in Ansicht zum Thema „Aufstehen“ geäußert – mit der kann man übereinstimmen oder nicht.

      Wenn man nicht übereinstimmt (wie ich z.B. und Sie ja offensichtlich auch nicht) kann man das sachlich begründen.

    • Es sind Leute in der Welt unterwegs , deren Ziel es ist, immer mehr Profit aus dem Elend der Vielen zu machen,
      die rücksichtslos die Umwelt ausbeuten, Kriege führen und unseren Lebensraum zerstören.
      Wenn daran nichts geändert wird, ist es ganz egal wer am Ende die Meinungshoheit gewonnen hat und wer nicht.

  15. „KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.“

    Ich hoffe sehr, dass das oben zitierte auf diese Tagesdosis zutrifft.

    Als regelmäßiger Leser von Kenfm möchte ich mich ausdrücklich von solchen schlagseitigen, Hass- und Neid erfüllten Artikeln wie diesen von Frau Bonath, distanzieren. (auf ihrer FCB-Seite gez ja noch schlimmer, richtig gruselig das).

    Empfehle eigentlich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, so oft und gerne es geht das KENFM-Portal. Seit dieser Tagesdosis, wird es nur noch mit Einschränkung sein (Motto: Be carefull: Es gibt nicht nur manchmal heftige Kommentare, sondern auch heftige Artikel, . . . )

    In der Bildzeitung, ist bekannt, dass da ein rechter Vollpfosten von „Nationalsozialistischer“ Bewegung schreibt aber das hier ähnliche Minder-)Qualität abgeliefert wird!!

    Whow . . .

    • Dem kann ich nur zustimmen. Es gibt nichts Schlimmeres, als diese Pseudolinken, mit ihrem vermeintlichen Kritikbewusstsein, die meinen, sie gehörten zu den Aufrechten, wenn sie nur eloquent genug faseln und Gegenposition stoisch und stolz vor sich herschieben. Sehr schön, dass die Millionärsaussage schon verfängt, die im übertragenen Sinne aussagt, dass man nur als Schwarzer über Sklaverei sprechen darf oder als Hartz4 Empfänger über Armut. Mit dieser intellektuellen Minderleistung wird auch schnell klar, wo der Text einzusortieren ist. Darüber hinaus bietet die Wagenknecht ja schon alleine durch ihre Erscheinung ein breites Angriffsfeld für optisch weniger Bevorteilte. Das kommt in dem Text auch so richtig schön zur Geltung, finde ich.

      Natürlich entlarven sich diese Dittfurtkopien mit ihren Phrasen selbst, aber das können sie ja auch über ihre eigenen Kommunikationsebenen. Wozu also KenFM?

    • Genau, was Frau Bonath bei FB schreibt, ist eigentlich unfassbar, nur Beleidigungen und Unterstellungen, die ich hier gar nicht wiedergeben möchte. Daß sie dann für Sahra Wagenknecht als nicht satisfaktionsfähig gilt, sollte klar sein. Das scheint den Bonathschen Furor aber noch mehr zu triggern.

    • Genau so sehe ich das auch, lieber Ken Jebsen.

      Das kann doch nicht wahr sein, dass kenFM.de spalten hilft, statt zusammen zu führen.

      Und wenn man dann noch Frau Bonath’s Facebook-Eintrag liest, verliert für mich Frau Bonath das Recht auf diese Plattform. Für derlei hetzende, Gift und Galle spuckende Selbstdarsteller darf es bei kenFM keinen Platz geben.

      Auch ich werde kenFM jetzt erst mal nur mit Zusätzen weiterempfehlen.

  16. Frau Bonath schreibt:
    „Wer Leuten zudem suggeriert, am sozialen Fiasko wären irgendwie Flüchtlinge aus Ländern schuld, ohne deren brachiale Ausplünderung kein einziges deutsches »Wirtschaftswunder« möglich gewesen wäre, lügt. Der fantasiert nichts anderes herbei, als zum Beispiel auch die AfD und ihr außerparlamentarischer Arm namens Pegida. Und je bewusster jemand diese Lüge beschwört, desto verwerflicher ist es.“

    Sahra Wagenknecht schreibt:
    „Wer wirklich für mehr Sicherheit sorgen will, muss aufhören, sich an Öl- und Gaskriegen im Nahen und Mittleren Osten mit unzähligen zivilen Opfern zu beteiligen, muss die logistische Unterstützung der US-Drohnenmorde einstellen und Waffenexporte in Krisengebiete sofort stoppen. Auch die Unterstützung von Diktatoren wie Erdogan, dessen Verfolgung viele Oppositionelle und kritische Journalisten zum Verlassen ihrer Heimat zwingen wird, darf nicht fortgesetzt werden. Wer die Zahl der Flüchtlinge wirklich verringern will, muss auch aufhören, armen Ländern Freihandelsabkommen aufzuzwingen, die ihre lokale Landwirtschaft vernichten und ihnen jede Chance auf eine Industrialisierung nehmen. Außerdem muss die soziale Integration in Deutschland durch die Schaffung von Wohnraum und Arbeitsplätzen vorangetrieben werden.“ https://www.sahra-wagenknecht.de/de/article/2404.mehr-sicherheit-durch-eine-friedliche-au%C3%9Fenpolitik-und-die-wiederherstellung-der-sozialen-infrastruktur.html

    Was hat Frau Bonaths Darstellung des Originals mit dem Original zu tun ? Gar nichts.

    Das ist nur ein weiters Beispiel für die von Frau Bonath frei und völlig unanständig erfundenen Fake News in diesem Kommentar.

    Ein Jammer, dass solche Fake News auf Ken FM erscheinen.

    • Sind keine fake news, wenn Sie den Standpunkt von Frau Wagenknecht zur Migration betrachten, wo es ihr darum geht, dass es keine unbeschränkte Arbeitsmigration geben darf und soll. Obwohl einst Vorsitzende der Kommunisten Plattform ihrer Partei, verbleibt Frau Wagenknecht völlig im Spektrum der Bürgerlichen Gesellschaft, stellt die Systemfrage nicht, sondern suggeriert, dass man mit geeigneten national-staatlichen Maßnahmen, den Sozialstandard für deutsche Staatsbürger aufrecht erhalten können wird.

      In dem von Ihnen dargestellten Zitat, wird dann auch folgerichtig darüber phantasiert, dass man den armen Ländern derzeit jede Chance auf Industrialisierung nehme. Abgesehen davon, dass ihr als Volkswirtin eigentlich klar und bewusst sein müsste, dass seit den 1920-er Jahren kein Land, dass auf Grund der Beraubung der eigenen Zivilisation durch Krieg und nachfolgender sogenannter westlicher Entwicklungspolitik, sich der westlichen Form der Vergesellschaftung unterwerfen musste, jemals mehr in der Lage gewesen ist, die entsprechenden Vorauskosten einer Industrialisierung aufzubringen bzw. am Kreditdienst hierfür scheiterte, wird aus dem verlautbarten Lösungsansatz „Industrialisierung“ deutlich, dass sie das Modell westlich universalistisch-abstrakter in keiner Weise hinterfragt oder überwinden möchte, sondern dies affirmativ vertritt.

    • Ihrem Beitrag ( Joga T. ) stimme ich zu !! Es scheint mir so, als ob dieser Typ Frau ( Wagenknecht ) einen andern Typ Frau ( S. Bonath, Petra , siehe Ihren Kommentar, auch Kipping ) gefühlsmäßig sehr aufregt und eine grundsätzliche ( weibliche ?) Abneigung gegenüber Frau Wagenknecht besteht. Mit Sachlichkeit haben weder der Beitrag von Frau Bonath, noch von Petra, etwas zu tun. Es ist pures Gift was da versprüht wird.
      Es mag auch einen taktischen Grund geben, nicht sofort die prinzipielle Systemfrage zu stellen, um den Kreis der Mitmacher beim “ Aufstehen “ so groß wie möglich zu halten – denn das ist unbedingt erforderlich, damit etwas erreicht wird mit der Bewegung. Die Initiative von Wagenknecht finde ich gut. Sie verdient eine Chance.
      Die These von Frau Bonath, das man doch vom Millionärspaar Wagenknecht-Lafontaine nichts erwarten könne, ist steil, frech, und würde bei konsequenter Anwendung bedeutet, dass wir praktisch jedem Politiker, jedem Parteimitglied in der Führungsriege einer Partei, jedem Gewerkschaftsvorstand, jedem Prominenten der “ genügend Geld “ , also Millionär ist, absprechen, edle Ziel zu verfolgen, sich für andere einzusetzen und sich solidarisch zu zeigen. Wir müssten praktisch jeden politischen Disput mit diesen Leuten beenden! Super Idee. Nur das diese Leute meist an entscheidenden Stellen sitzen, agieren und in der r Regel nicht die Dümmsten sind.
      Aber der Kommentar von Frau Bonath…ist unterirdisch …schlecht !
      Eberhard Stopp

    • „, verbleibt Frau Wagenknecht völlig im Spektrum der Bürgerlichen Gesellschaft, stellt die Systemfrage nicht, sondern suggeriert, dass man mit geeigneten national-staatlichen Maßnahmen, den Sozialstandard für deutsche Staatsbürger aufrecht erhalten können wird.“
      Das stellen Systemfrage würde zum jetzigen Zeitpunkt wohl viele Leute abschrecken mitzumachen.
      Es fehlt die Vorstellung, das mit Überwindung des Kapitalismus vieles besser werden kann.
      Die meisten Leute würden sich in ihrem Selbstverständnis zum bürgerlichen Lager zugehörig fühlen.
      Das Wirtschaftssystem und seine Akteure werden kaum hinterfragt.
      Die Vorstellung, „Jeder ist seines Glückes Schmied“ ist doch sehr verbreitet um nicht zu sagen, sie ist Konsens.
      Schon den Sozialstandard für deutsche Staatsbürger aufrecht zu erhalten, wird von den MSM immer wieder in Frage gestellt.

    • Wir sollten uns von der Vorstellung entfernen,
      jede Wortmeldung bei Linken Frauen als „Stufenbissigkeit“ oder „Gift verspritzen“ zu titulieren.
      Das ist nicht fair und kommt meist von Männern.
      Frau Bonath hat sich hier noch nicht geäußert, was Sie bislang immer getan hat.
      Vielleicht ist Sie ja im Urlaub.

    • Petra
      Hallo, hallo !

      Offenbar ist Lesen und Verstehen für Sie wunderbar von einander zu trennen.
      Ich hätt mich gefreut, wenn Sie meinen Text gelesen hätten um das, was da geschrieben stand, zu verstehen.
      Ihre Assoziationen zu meinem Text gehen an ihm vorbei.

      Sie können sogar schreiben ohne das eigene Schreiben zu verstehen.

      So schreiben Sie:
      „In dem von Ihnen dargestellten Zitat, wird dann auch folgerichtig darüber phantasiert, dass man den armen Ländern derzeit jede Chance auf Industrialisierung nehme.“
      Und schon im nächsten Satz schreiben Sie
      „… dass ihr als Volkswirtin eigentlich klar und bewusst sein müsste, dass seit den 1920-er Jahren kein Land, dass auf Grund der Beraubung der eigenen Zivilisation durch Krieg und nachfolgender sogenannter westlicher Entwicklungspolitik, sich der westlichen Form der Vergesellschaftung unterwerfen musste, jemals mehr in der Lage gewesen ist, die entsprechenden Vorauskosten einer Industrialisierung aufzubringen …“

      Dass man den armen Ländern derzeit jede Chance auf Industrialisierung nimmt – ist das nun ‚Phantasie‘ oder ist es Realität ?

      Bei Ihnen sieht das so aus:
      Wenn Sahra Wagenknecht das schreibt, dann ‚phantasiert‘ sie.
      Wenn Sie das schreiben, dann muss es einem „eigentlich klar und bewusst sein“, dass das Realität ist.

      Entscheiden Sie sich, Petra: „phantasieren“ auch Sie – oder beschreibt auch Sahra Wagenknecht die Situation realistisch ?

      Hallo , hallo.

    • Moin, Petra,
      “ (…) den Standpunkt von Frau Wagenknecht zur Migration betrachten, wo es ihr darum geht, dass es keine unbeschränkte Arbeitsmigration geben darf und soll. Obwohl einst Vorsitzende der Kommunisten Plattform ihrer Partei, verbleibt Frau Wagenknecht völlig im Spektrum der Bürgerlichen Gesellschaft, stellt die Systemfrage nicht, sondern suggeriert, dass man mit geeigneten national-staatlichen Maßnahmen, den Sozialstandard für deutsche Staatsbürger aufrecht erhalten können wird. geben darf und soll.“
      Was hat das Eine (keine Arbeitsmigration) mit dem Anderen (Vorsitzende der Kommunistenplattform) zu tun? Ich wuerde schon gerne wissen, was da nicht zusammengeht?
      Warum bleibt Wagenknecht “ völlig im Spektrum der Bürgerlichen Gesellschaft, stellt die Systemfrage nicht“ ?
      Dass mit der Sammlungsbewegung keine Revolution vorangebracht werden soll ist doch völlig klar, wenn man sieht aus welchen Gruppen sich die Sympatisanten rekrutieren. Das ist kein Punkt, den man immer wieder beschreien muss!
      Etwas mehr Gelassenheit täte auch Ihnen gut bei der Betrachtung der Sammlungsbewegung und ersteinmal abwarten, was die nähere Zukunft diesbezueglich bringen wird.

    • @Twickel
      Es gibt innerhalb der Dynamik des Kapitals seit nun wohl 100 Jahren keine Möglichkeit der dieser Welterklärung unterworfenen und zwangsweise in National-Staaten verwandelten ehemaligen Zivilisationen, die notwendigen Vorauskosten in Konkurrenz zu den arrivierten westlichen Kernstaaten aufzubringen. Dies wird meist verschwiegen, vor allem von sozialdemokratischen Revisionisten. Es gibt keine Möglichkeit solcher Nationalstaaten, gelingende Wertverwertung in Gang zu setzen. Nebenbei: dies gelingt noch nicht einmal mehr den ursprünglichen Zentren, die das auch nur noch an der Börse und in Wetten (Derivaten) simulieren.
      Weiter: Die Industrialisierung zielt auf die Produktion abstrakten Reichtums, nämlich Wert. Wert kann niemand essen, kann sich daraus keine Kleider machen, nicht behausen usw. usf. Andere Zivilisationen schufen stofflichen Reichtum, also verzehrbare oder auch beständige Dinge, die auf Leben und Sukzession bezogen waren. Da das Bürgerliche Ensemble abstrakt und universell gleich für die ganze Welt spricht (auch als es noch aus wenigen abgerissenen und hungrigen Eiferern nur dank sogenannter Wilder die ersten Jahre überstand), muss es alle anderen Zivilisationen wahlweise als „geschichtlos“, „im Naturzustande“, jedenfalls als minder“wertig“ charakterisieren und, wollen diese Idioten, den nicht hören, solche berechtigt eliminieren oder pädagogisch zwangsbeglücken. Kurz und gut oder vielmehr schlecht: Nestlé tötet Babys und Industrialisierung die Lebensgrundlage von Leuten.
      Es ist immer wieder erstaunlich, wie Leute in den Westlichen Zentren es nach wie vor so ausnehmend wundervoll finden, dass sie selbst von jeder Lebensgrundlage und substantiellen gesellschaftlichen Bindung „frei“ sind. Dies nur als Stockholm-Syndrom zu fassen, wäre zu kurz gesprungen.

    • @Hog1951
      Ich freue mich wirklich und ohne Unterton über Ihren Zuspruch. Ohne Gelassenheit und geübtes Überwintern unter diesen Bedingungen, könnte ich mich ja nicht mehr einmischen.
      Um Revolution geht es mir nicht. Das ist die übliche Verlaufsform unserer eigenen Formation, die, wie der Begriff es schon sagt, sich einmal um sich selbst dreht und dann doch da Gleiche wieder hervorbringt. Das ist ein müßig Geschäft und verbleibt in der Annäherung an eine vermeintlich unüberschreitbare Grenze.
      Sobald das Glücksversprechen einer Epoche brüchig wird, das Leben und Überleben nicht mehr funktionabel macht, geschieht etwas ganz anders. Es kommt zum Bruch, die bis dato gültige Erklärung wird obsolet und kurz darauf (wie heute Religion) schon gar nicht mehr verstanden. Da wird es dann spannend und „un-erhört“ in der doppelten Bedeutung des Ausdrucks.
      Diese Sammlungsbewegung aber zielt auf die „große Zahl“ anstelle von „Qualitäten der vielen“. Wer sich, wie Frau Wagenknecht, Kommunismus mal auf die Fahne schrieb, ist jetzt nur noch Bauernfänger und entpuppt sich als Herold Bürgerlicher Ungesellschaftlichkeit.

    • Petra
      Hallo, hallo ! Kann mich nur wiederholen.

      Offenbar ist Lesen und Verstehen für Sie wunderbar von einander zu trennen.
      Ich hätt mich gefreut, wenn Sie meinen Text gelesen hätten um das, was da geschrieben stand, zu verstehen.
      Ihre Assoziationen zu meinem Text gehen an ihm vorbei.

    • Moin, Petra,
      „Diese Sammlungsbewegung aber zielt auf die „große Zahl“ anstelle von „Qualitäten der vielen“. “

      Wie soll/kann sich Qualität entwickeln? Es ist doch recht simpel: S. Bonath hat uns in der vorigen Woche ein Beispiel geliefert: kämpfen lernen durch Kampf.
      Nur so geht die Qualifizierung. Davor steht allerdings, dass sich Menschen bewegen muessen, von ihren angestammten Meinungen bereit sind abzugehen. Das erreicht man, indem man Massen anspricht und sie politisiert.
      Die Begrenzungen des Parlamentarismus aufzeigen, das sind z.B. Dinge, die vor uns liegen.
      Zu meinen, dass man mit einer Sammlungsbewegung und einem guten Programm die Qualifizierung der Massen erreicht, ist schiere Utopie. Das beharrliche Diskutieren ist von Nöten.
      „Um Revolution geht es mir nicht. Das ist die übliche Verlaufsform unserer eigenen Formation, die, wie der Begriff es schon sagt, sich einmal um sich selbst dreht und dann doch da Gleiche wieder hervorbringt. Das ist ein müßig Geschäft und verbleibt in der Annäherung an eine vermeintlich unüberschreitbare Grenze.“
      Warum soll es nicht um Revolution gehen? Nur eine Revolution, d. h. eine gewaltsame Ablösung der Herrschaftsverhältnisse schafft den Zugung zu wirklicher Demokratie, zu richtigem Verteilen der gesellschaftlichen Reichtuemer.
      Sie scheinen ja eine ganz Schlaue zu sein, wenn sie die Ergebnisse einer Revolution schon von vornherein erkennen?
      Wenn Sie auf die russische Revolution anspielen? OK. Aber gibt es auch andere Indizien fuer Ihren Pessimismus?
      Die Kommentatoren, die hier die Sammlungsbewegung zerhackstuecken, sollten ehrlicherweise sich zu erkennen geben von welchem Standpunkt sie argumentieren und nicht so tun, als läge ihnen die Linke in DE so sehr am Herzen. Das gilt nach dem Lesen Ihrer Texte auch fuer Sie, Petra!

  17. „AUFSTEHEN“ – etwas Neues soll gebaut werden. Gegenwärtig wird die Baustelle vorbereitet. Wie zu erwarten gibt es Beobachter, die sich über dieses Bauvorhaben echauffieren und jetzt schon wissen, dass es bestenfalls eine jämmerliche Kopie des Schiefen Turms von Pisa werden kann. Sie schlagen die Hände über den Kopf zusammen und machen ihrem Entsetzen Luft: Der Untergrund ist zu kapitalistisch, zu imperialistisch, das herbeigeschaffte Baumaterial ist für die Einen ein jämmerliches Blassrot, für die Anderen ein provozierendes Dunkelrot und wieder andere meinen, das Bauvorhaben sei völlig überflüssig, und wenn es schon nicht zu verhindern ist, soll es wenigstens bald einstürzen. Festzustellen ist also, die Architekten haben mit vielen Widerwärtigkeiten der untätigen, missgünstigen Kiebitze zu rechnen. Erfreulicherweise werden diese Zuschauer von immer mehr Werktätigen beiseite geschoben, denn sie wollen bei diesem Bauvorhaben Hand anlegen. Sie wissen, es gibt keinen besseren Untergrund, und es muss mit den vorhandenen Materialien gebaut werden. Es gehört viel Mut dazu, mit einem Projekt zu beginnen, von dem man weiß, dass es nicht lotgerecht in den Himmel ragen wird. Doch dieser vorbildliche Mut wird belohnt werden, weil von den untätigen Kiebitzen, die von einem kerzengeraden Bauwerk träumen, letztlich nur die missgünstigen übrig bleiben. Die Grundsteinlegung für den Glockenturm in Pisa erfolgte im Sommer 1173. Trotz der auftretenden Schwierigkeiten wurde das Bauprojekt fortgesetzt. Schieflagen wurden ausgeglichen und der Turm konnte stabilisiert werden. Wir wissen nicht, mit welchen Schwierigkeiten, welchen Schieflagen das Bauprojekt „Aufstehen“ zu kämpfen haben wird. Wir wissen aber, dass es begonnen werden muss, dass wir Schwierigkeiten überwinden und Schieflagen ausgleichen können. Wir dürfen uns bei dieser Arbeit auch von der Vision leiten lassen, dass dieses Bauwerk von einem Glockenraum gekrönt wird, aus dem Glockentöne erschallen, die den Klassikern des historischen und dialektischen Materialismus gefallen würden.

    • Sprachlich, so finde ich, sehr schön beschrieben. Es verbleibt allerdings die Frage „was“ denn eigentlich gebaut werden soll?

  18. Ich finde die Aussagen des Artikels und die Folgen des Artikels nicht gut gewählt. Ich bin schon immer für freie Meinung und wünsche mir eine qualitativ hochwertige und konstruktive Diskussionskultur für unsere Gesellschaft. Aber man muss sich auch über die Folgen und die Tragweite seiner Aussagen bewusst sein. Mir kommt es vor als ob mit dem Artikel zwar eine Diskussion angestoßen werden soll, zum Nachdenken angeregt werden soll. Aber ich finde den Zeitpunkt und der kritsierende Teil unpassend. Es wird in einer Form des „SchwarzWeiß“ argumentiert, Aussagen getätigt die interpretationsoffen sind, aber mit einem negativen Beigeschmack somit eine fertige Meinung vorgegeben. Wie z.B. die behauptete Tatsache „von oben“. Wer sagt das so ist? Warum wird das nicht sachlich erklärt und es so propagiert, dass es nur ein Blickwinkel ist? Damit wird ja nur dieses spaltende Denken zwischen Arm und Reich, Oben und unten angeschoben. Die Sammlungsbewegung wird kritisiert für Dinge, die noch gar noch veröffentlicht sind, wie ein „fehlendes“ Programm. Deswegen ist der Zeitpunkt völlig falsch. Dieses Schwarz/Weiß geht mir persönlich gegen den Strich, dieses Schubladen denken, entweder oder, dies oder das. Entweder Kapitalismus oder Sozialismus, entweder Revolution oder Systemtreue. Ganz oder gar nicht. Aber vielleicht hat Wagenknecht ja ganz andere Strategien? z.B. das Volk langsam mitnehmen, statt direkt radikale Meinungen zu vertreten und komplett gegen das System, stattdessen das System nach und nach zu verändern?!?! Wer sagt, dass der Kapitalismus per se unrettbar ist? Statt immer mehr, könnte man von heute auf morgen, einfach ein Gesetz der 100%igen Reinvestion vorgeben, und Schuldenerlasse aussprechen um den Zinseszins zu streichen oder eine neue Spekulationswährung einführen für Banken, die nicht mehr mit Wirtschaftsgütern gedeckt sind und auch nur in den Wirtschaftsraum eingeführt werden kann, wenn das verwendete Geld gedeckt wird? und den Euro dann zu Vollgeld machen? Und der Gewinnsteigernde Anteil der Arbeiter- und Naturausbeutung zurückfließen lassen ins System und soziale Bereiche damit finanzieren? Dann wird aus Gewinn/Ausbeutung zu Mehrwert für die Gesellschaft. und vorallem statt Gewinnmaxmimierung ähnlich der Gemeinwohlökonomie umweltökonomische Verantwortung als Leitziele ausgeben. Wer Wagenknechts Bücher liest, der weiß, dass Wagenknecht über Anpassung, Verbesserung und Finanzmarktdeckelung das System nach und nach verändern möchte. Sie ist keine Anhängerin von putschartigen Regierungsstürze. und sie ist alles andere als (wie die Bild behauptet) nationalist+sozialist = nationalsozialist. Eine Bewegung schon diffamieren bevor er überhaupt groß werden könnte?!? Ich finde es jedenfalls gut, dass damit was angeboten wird was das Volk nicht spaltet, soziale ist und versucht zu einen. Ihr von KenFM wollt doch auch eine Verbesserung bis hin zu Veränderung, dann lässt diese kritischen Töne die den „einfachen“ Bürger nur verwirren. Wie gesagt ich bin selbst für tiefgreifende, gewinnbringende Diskussionen, aber man muss auch die Tragweite, Folgen und der gewählte Zeitpunkt einsschätzen können. Eine Diskussion anregen das kann man auch anders ausgedrückt!!

    • Hallo ML1987,
      seit Stunden ringe ich mit dem Gedanken, Susan Bonath zu widersprechen. Darum habe ich mich sehr über deinen Kommentar hier gefreut, der genau das aussdrückt, was ich sagen wollte. Solche Texte wie die von Susan Bonath sind kontraproduktiv. In diesem Fall auch voller Neid gegenüber Sahra Wagenknecht, die sich echt bemüht. Ich habe von ihr einen ähnlichen Eindruck, wie du ihn schilderst. Sahra ist keine Millionärin! Absurde Behauptung. Sie hat den Großrentner Lafonaine geheiratet, der übrigens kein Dummkopf ist und deshalb nicht mehr in der SPD.

      Der Fehler, den Wagenknecht und Bülow jetzt zu machen scheinen, ist, dass sie nur von oben an die Sache heran gehen. Aber sie sind ja oben als Parlamentarier. Susan Bonath stellt sich noch darüber mit ihrer Ideologie. Wenn man die Probleme mit marxistischer Ideologie lösen könnte, gäbe es sie gar nicht mehr.

      Du hast auch richtig erkannt, dass solche Artikel nur die Diskussion anfachen, wobei nichts heraus kommt. Das war dann auch der Grund, warum ich bisher nichts darauf geschrieben habe, obwohl es mir sehr gegen den Strich geht. Man sollte das Wort Kapitalismus aus der ganzen Debatte streichen! Der Kapitalismus ist einfach das Betriebssystem, unter dem die Wirtschaft läuft. Was wir brauchen sind neue Programme, neue Apps und neue Diskussionsmedien oder -Foren wozu ich hier kürzlich konkrete Ideen geäußert habe:

      https://kenfm.de/demokrit-ein-internetforum-fuer-demokratie-und-kritik-teil-1/

      https://kenfm.de/demokrit-ein-internetforum-fuer-demokratie-und-kritik-teil-2/

    • Hallo Rob,
      Ich habe mir gerade deine Idee mit der digitalen Demokratie angeschaut. Ist ein toller, unterstützenswerter Gedanke. Man bekäme bei einer Endabstimmung schnelle viele Bürger zusammen. Ich komme aus der Pfalz und wenn man im Landtag RLP ein Gesetzesantrag stellen möchte, so müsste man als Nicht-MdLandtages mindestens 300.000 Unterschriften von RLP’lern sammeln (bei 3,4Mio Einwohner) um sozusagen politisch beachtet zu werden. Steht so in unserer Verfassung. Eine positive Abstimmung ist das ja lange noch nicht. Man müsste also 9% der Bevölkerung mobilisieren. Eine gut organosierte Großdemo in Bayern kürzlich hatte um die 40.000 Teilnehmer. Dieser Artikel ik Grundgesetz RLP hat doch nichts mehr mit Demokratie zu tun. Eine Stimme alle Landtagswahlen is ja wirklich nicht viel Wert, wenn Partei Wahlprogramme vorgeben und sie nichts Wert sind, wenn Lobbyismus vorgezogen wird oder die Bundesregierung oder die EU rein regiert. Ich suche lange schon nach Lösungen um gehört zu werden. Man wird ja schon bei kleinster kritischer Stimme in unserer Gesellschaft ausgegrenzt. Letztens war ich auf der Demo „Stopp Ramstein“. Einige Alternativmedien haben auch darüber berichtet. Aber als ich das im Bekanntenkreis erzählte, stieß ich kaum auf reges Interesse. LEIDER is unsere gesellschaft kaum noch in der Lage konstruktiv zu diskutieren ohne dabei persönlich zu werden oder sich emotional aufzuregen und sich damit gedanklich zu beschränken. Umso mehr freut es mich wenn Menschen wie du auf meine Worte reagieren. Ich lerne immer wieder positive Leute kennen. Ich oder wir sind nicht allein. WIDERSTAND gg die Aushebelung unserer Demokratie ist vorhanden!!! Und ich werde niemals nachgeben um für unsere Rechte einzugestehen.

    • Danke für den Kommentar lieber ml1987. Genau deshalb lese ich die Kommentare von Frau Bonath nicht mehr. Es bringt einfach nichts konstruktives wenn man sich ihre Tiraden die immer gleich in ihren Kommentaren sind anzuhören.

  19. Irgendwie widerspricht sich der Artikel zB mit einem Artikel auf RT Deutsch. Dort liest man ich zitiere:


    Sahra Wagenknechts Bewegung „Aufstehen“ ist noch nicht gegründet und zieht dennoch bereits massive Kritik aus Politik und Medien auf sich. Besonders dick trägt wieder einmal die Bild auf: Der Historiker Michael Wolffsohn zieht Vergleiche zur NSDAP.

    Ja und sonst hat uns Frau Bonath nicht viel mitgeteilt.
    Also was ist so schlecht an einer Bewegung mit Sahra Wagenknecht ? Das sie kein Programm auf ihrer Webseite hat die ja nicht nicht mal richtig online ist ? Glaubt Frau Bonath wirklich das Sahra Wagenknecht nicht weiß was sie möchte ? Aber vielleicht liegt es ja daran das eben nicht Sahra Wagenknecht das Programm schreiben soll sondern die Bewegung als Ganzes. Obwohl Frau Bonath immer wieder hier auf KenFM ihre Artikel veröffentlicht hat sie schon mehrfach in ihren Artikel gezeigt dass sie eben keine Ahnung hat wie zB das Geldsystem funktioniert und dass obwohl hier auf KenFM intensiv und genauestens darüber informiert wird.
    Was müsste denn Sahra Wagenknecht tun damit Frau Bonath nicht als Spaltpilz auftaucht. Müsste sie und ihre Bewegung bereits bevor diese gegründet ist als Bundeskanzlerin und in der Regierung tätig sein und ein festgelegtes Regierungsprogramm anbieten?
    Oder ist es eben so das diese Bewegung zB Teilen der Linken oder SPD oder bei den Grünen nicht passt, und zwar denen die gar kein Interesse haben wirklich etwas zu verändern. Vielleicht sind eben die verärgert die nichts anderes in ihrem Programm haben wie unkontrollierte und unbegrenzte Massenmigration nach Deutschland und da wird von 60 Millionen Menschen gesprochen und das ist eben die Veränderung die sich diese Teile der Linken wünschen und auf die sie sich freuen.
    Nur ist bekannt dass das Ziel dieser Migration eben nicht Hilfe ist sondern ganz im Gegenteil ist das Ziel die Versklavung der Menschen in Europa und speziell in Deutschland. Die Aufrechterhaltung der Staatsschulden für viele weitere Generationen und die Abschöpfung des Gewinnes der aus den Zinszahlungen resultiert.
    Deutschland braucht exponentielles Wachstum und da muss eben die Bevölkerung exponentiell mehr arbeiten oder eben exponentiell wachsen und das ist die Politik die betrieben wird und noch für viele Jahre betrieben werden soll.

    Und gehört eine Frau Wagenknecht nicht zum Volk ? Oder was bedeutet unten und oben? Würde es nicht Sinn machen das sich die Basis der SPD und Teile der Linken und Grünen zusammentun um eben den Regeirunsparteien die sich von der Basis ja völlig entfernt haben etwas entgegenzusetzen. Das hier nicht ein sofortiger Systemwechsel angestrebt wird erscheint mit plausibel. Wie stellt sich Frau Bonath denn diesen Systemwechsel vor ?
    Verstaatlichung des Geldsystems ? Wäre das ein Punkt auf Frau Bonaths Liste?
    Verstaatlichung aller Konzerne ? wie wäre es damit ?
    Besitzsteuer ?
    Mein Eindruck ist das die Bewegung von Frau Wagenkencht eben doch zu einen Systemwechsel beitragen kann. Die Linke, SPD und Grünen so wie sie jetzt Politik betreiben und betrieben haben aber nicht.

  20. Meine verehrte Susan Bonath trifft den Nagel auf den Kopf. Nicht per Wattebäuschchen, Hammer, Vorschlaghammer, sondern einfach genial per Dampframme. An dieser AUFSTEHEN Sammelbewegung links stimmt nichts, aber auch rein gar nichts. Auch zeugt außer dem angesprochenen Nichtvorliegen eines ausgefeilten Programms Ähnliches gleichermaßen das Nichtvorhandensein:
    eines Fünfjahres-Plans,
    einer sorgfältigen Gesellschaftsanalyse Deutschlands von 1848 bis übermorgen,
    einer exakten Revolutionsstrategie,
    eines gesonderten Wahlprogramm für den kommenden Bundestag und
    eines wenigstens einbändigen Manifests linker Sammlungsbewegungen in Europa
    von einer gewissen Lieblosigkeit der Frau Wagenknecht gegenüber dem Projekt bereits in der Vorbereitung.

    Nicht mal angedeutet wird, in exakt welche Hochsicherheits-Anstalten die bisherig Regierenden während der Dauer ihrer Untersuchungshaft kommen müssen und ob bei der Frau Dr. Erika Merkel als Sonderform der Todesstrafe gar dröhnendes Totschweigen angebracht wäre.

    Dass da einem derart unprofessionellen Millionärsehepaar überhaupt keine negative Presse-, Fernsehen- und Rundfunk-Gegenwehr zuteil wird, ist noch verdächtiger, als diese lächerlich unprofessionelle Vorbereitung.

    Danke Frau Bonath, für Ihre treffliche Analyse der offensichtlichen Untauglichkeit von Miilionären in Revolutionen,
    Danke Frau Bonath. dass Sie so trefflich aufdecken, dass die Frau Wagenknecht sich mit der LINKEN SAMMELBEWEGUNG gerad eben ein untaugliches Vehikel konstruiert, um endlich mal ein Steuer in die Hand zu bekommen.
    Danke Frau Bonath, dass Sie der Frau Wagenknecht die geschickt verborgene Fremdenfeindlichkeit nicht nachsehen und deren Millionärsgatten seine früheren Sinti- und Roma-Exzesse.

    Ich gehe da Ihnen zur Seite:
    Die lediglich fünf Milliarden armen Menschen auf der Erde, die mit weniger als 2 Dollar täglich leben müssen, die können und dürfen wir hier in Deutschland nun nicht mal so einfach aussperren.
    Wir schaffen das!

    • Lieber Herr Kostag. Mal sehen was Sie sagen werden wenn alle diese armen Menschen auf dieser Erde die mit weniger als 2 Dollar leben müssen an Ihre Haustüre Türe klopfen? 🙂

  21. Frau Bonath glaubt an eine Revolution die Deutschland nach dem Bilde von Marx umändert. Und alle die nicht ihrer Meinung sind werden angegriffen. Hatte selbst mal das Vergnügen mit ihr bei FB zu diskutieren. Zumindest glaubt sie ernsthaft sie wäre im Besitz der aleinigen Wahrheit. Daher spare ich mir diesen Erguss von ihr hier zu lesen. Es bringt einen nicht weiter. Nicht umsonst schreibt KenFM: Dieser Artikel spiegelt nicht unbedingt die Einstellung der Redaktion wieder.
    Also lassen wir die Dame fröhlich vor sich hin blubbern. Etwas wird schon dran sein was sie so von sich gibt? 🙂

    • Lieber fleißiger Bernsteinschleifer,

      Sie sind ein Schatz mit Ihrer köstlichen Antwort auf meinen Beitrag! Toll, wenn einer so richtig aufmerksam liest und mitdenkt, Danke für Ihren Hinweis. Aber jetzt zu Ihrer schlimmen Erfahrung mit dem ahlainigen Besitz der Wahrheit, an den die Frau Bonath Ihrer Meinung nach glaubt. Die soll nicht so enttäuscht sein, wenn die Revolution in Deutschland noch auf sich warten lässt. Gut Ding will Weile haben. Und:
      Da bisher alle alle großen Imperien an ihren eigenen Fehlern zugrunde gehen mussten, ist das auch mit dem Kapitalismus so vorherzusehen. Zuerst macht er den Planeten salamischeibchenweise per friedlicher Umweltzerstörung unbewohnbar und dann setzt er nuklear noch eins drauf. Anders weiß er sich nicht zuhelfen, dem Weltkommunismus in China beizukommen. Und auf diese Art isser hin, der Kapitalismus. Weltweit. Für ewig und drei Tage. Es sei denn, dass der einzig übrigbleibende Welt-Ameisenstaat es auch mal damit versucht.

  22. Ausflug bin den Zoo ;-))

    Es gibt ja unterschiedliche Motivationen einen Leserbrief zu schreiben. Ich schreibe Leserbriefe einerseits um meine Gedanken zu ordnen und anderseits Fragen zu provozieren, die ein erweitertes Denken ermöglichen sollen. Ob mir das immer gelingt, das müssen andere entscheiden. Ich stelle fest, dass oft ein ganzer Zoo von „inneren Tieren“ sich angesprochen fühlen.

    Wölfe, Schafe, Füchse, Ratten, Mäuse, Fische, Spinnen, Mücken, Schlangen usw.bevölkern nicht nur Land-Wasser-Luft, sondern sind auch Ausdrucksformen von energetischen Kräften, die nach Gestaltung verlangen um ein gemeinsames Leben zu ermöglichen.

  23. Bin mit der Kritik einverstanden,..betrachtet man den Bundestag für sich allein, mag Sarah Wagenknecht ja links sein, aber was wir eben brauchen, ist ein neues System. Ich komme aus dem Westen, dem südwesten Deutschlands, durfte Abitur machen , eine Ausbildung, ein Ing.-Studium abschließen. Und heute bin ich überflüssig. Prekär oder Hartz oder frei oder Minijob… die linke Millionärssammlung wird mir nicht helfen und nur den wenigen nützlich sein, die darin wieder eine Anstellung ergattern, um die Bewegung „zu professionalisieren“. So war es bisher immer. Heiner Geisler beim Kapitalismus-Kongress auf dem attac-Podium 2008…
    Neeee, Susan Bonath, ich danke Ihnen! 1000 mal, auch für wiederholte Aussagen über die nie verbesserten, gescheige denn behobenen sozialen Missstände. So geraten sie nicht in Vergessenheit.

  24. Die Agitatorin schreibt über die neue Bewegung, dass man auf deren Seite vergeblich ein Progamm sucht.
    Naja, das gilt in erster Linie auch für sie selbst. Seit Monaten wäre wahrlich Zeit gewesen, in der Richtung etwas abzuliefern.

    Der Sozialismus wollte auch nur die Industrieproduktion managen und die Herren im Politbüro den Westen dadurch abschrägen, in dem man versuchte mehr Waschmaschien als die da drüber zu bauen, um sie dann bei Onkel Otto oder Neckermann im Katalog zu verramschen. Oder das berühmte Porzellan. Wie doof ist das denn?

    Mein Schwiegervater war Leiter in einem Kombinat (Stahlwerk). Erzähle mir niemand, man hätte ein Arbeiterparadies gehabt. Und dass es keine Manager gab, die hießen nur anders.
    Wie vernagelt hat man versucht für einen Weltmarkt zu produzieren, weil dort Devisen zu holen waren.
    Was daran ist jetzt so ganz anders gewesen?
    Weil die Fabrik allen zusammen gehört hat, aber dennoch die Vorgaben von oben kamen?
    Oben, das war dort auch nur der ultimative Monopolist/Kapitaleigner, der hießt dort halt Staat.

    Was an dem Monopol-Sozialismus ist eigentlich erstrebenswert?

    • Ohne die Menschen geht es nicht

      Nein, es gibt keinen Weg um die Menschen herum. Entweder Demokratie und eine Wendung zum Besseren geschieht nicht für sie oder mit ihnen, sondern durch sie. Oder es wird nie eine Demokratie sein.

      Wer Mechanismen schafft, den Konsens aus sozialwissenschaftlicher Redlichkeit heraus zu arrangieren, legt auch die Grundlage für ein System der Machtausübung, in dem der Konsens zu sehr unredlichen, oft barbarischen Zwecken arrangiert wird.

      Es ist immer dasselbe Spiel. Das eigentliche Credo des Marxismus lautete ebenfalls: „Die Befreiung der Arbeiterklasse kann nur das Werk der Arbeiterklasse sein.“ Das Projekt Arbeiterbewegung kam dann in falsche Geleise, als eine „spezialisierte Schicht“ vermeinte, dem mangelnden Bewusstseinsstand der Arbeiter als „organisierte Intelligenz“ kräftig nachhelfen zu müssen, etwa durch eine „Partei von Berufsrevolutionären“ oder durch Parlamentsfraktionen in eigener Macht und Herrlichkeit.

      Aus:

      Samstag, 04. August 2018, 09:00 Uhr
      ~15 Minuten Lesezeit
      Handbuch der Konsensarrangeure
      Demokratieskepsis dient als Rechtfertigung zur Manipulation der Massen.
      von Florian Ernst Kirner
      https://www.rubikon.news/artikel/handbuch-der-konsensarrangeure

      Heißt, wenn sie eine Pyramidenstruktur, einen zentralisierten Machtapparat, selbst mit ursprünglich wohlmeinender Motivation, begründen, kann der Apparat, bei Personalwechsel, ebenso mißbraucht werden.

    • Also keine Revolution ohne das entsprechende Bewusstsein, was im Augenblick bedeutet: keine Revolution, denn mit wem will man etwas aufbauen, mit 5,6,7% der Bevölkerung? Der Rets ist gleichgültig oder ablehnend, abwartend skeptisch.
      Irgendwie kommt mir im Nachgang jede Revolution wie ein gesteuerter Bockmist zur Verschlimmerung vor, eine Perpetuierung des Immergleichen in leicht verändertem Gewand.

      Wenn die Menschen nicht reif sind, muss keine Avantgarde sich anmaßen, die Proleten herrlichen Zeiten entgegen zu führen. Ohne Pyramide kann es besser werden, aber wo endet denn unsere momenane Pyramidenstruktur?

      Das wäre mal zu ergründen. Ich sage Ihnen, dass es ein Unfug war, die Romanovs zu beseitigen, denn diese waren Teil einer Elite, aber noch nicht die Spitze.

      Wo aber sitzt heute die Spitze der Pyramide? Das ist für mich noch lange nicht Brüssel, IWF oder andere Front- und Tarnorganisationen. Auch nicht Soros oder andere Angestellte des Empires.

      Was ist heute das Empire?

  25. Moin, Susan Bonath,
    Man muss sicherlich nicht die ‚Sammlungsbewegung‘ gutfinden, aber man MUSS sich ehrlich und fair damit auseinendersetzen!
    Sie schreiben u.a., dass Wagenknecht zurueck will zu Brandt’s Entspannungspolitik. Doch zu diesem Aspekt liest man dann im Weiteren gar nichts, sondern nur, die richtig erkannten anderen Aspekte seiner Politik:
    „Unter Brandt verhängte die damalige Bundesregierung massenhaft Berufsverbote gegen Kommunisten und andere Linke. Noch unter Brandt bewegte sich die Arbeitslosigkeit in der alten BRD rasant auf die Eine-Million-Marke zu und begann die Debatte, ob Arbeitslose erwerbslos sind, weil sie keinen Bock auf Arbeit haben – eine gute Vorbereitung für Brandts Nachfolger Helmut Schmidt, um erste Sozialkürzungen nach den »Wirtschaftswunderjahren« einzuleiten. Auch unter Brandt florierte die Polizeigewalt, die schleichende Aufrüstung und – wenngleich nach außen hin ein wenig milder – der »Kalte Krieg«.“
    Das ist, gelinde gesagt, unlauter, Frau Bonath. Ich erwarte schon, dass Sie sich sauber auseinandersetzen mit dem Problem! Ansonsten nennt man soetwas ‚Hetze‘, und davon hat wirklich keiner etwas.
    Ich denke es ist muessig all die anderen Punkte (Pegida, AFD, Millionärsehepaar) en Detail zu verhackstuecken, es reicht aus, die Tatsache festzuhalten, dass Engels ein Unternehmer war (vielleicht kein Millionär) und trotzdem richtige Dinge nicht nur benannt, sondern auch angestossen hat. So, also wo liegt das Problem?
    Einfach mal abwarten, was der 4. September bringt, und vielleicht der Sammlungsbewegung ein paar Monate Zeit geben und nicht schon jetzt, wie „die kluge Else“ (Gebr. Grimm) das Unheil in die Luft malen!

    • Warum wurde der Kommentar, auf den ich meine Unterstützung gab, gelöscht? Ich konnte darin keine Beleidigung oder sonst was schlechtes finden. Der Kommentar von Susan Bonath war jedenfalls sicher nicht gemeint.

    • Also nochmal, ich finde es ein starkes Stück, wenn hier einfach Beiträge gelöscht werden. Wenn ihr auch schon mit Zensur anfangt, wo soll das hinführen? Susan hast du das gelöscht? Weiss der Chef davon? Gehörst du auch zu den Linksfaschisten?

  26. Sehr geehrte Frau Bonath,
    ich kann Ihrem Kommentar nur zustimmen und ich finde es bedenklich, wie Sie hier, selbst bei Kem FM, dafür angegriffen werden.
    Die „Leute“ hier pissen lieber Sie von der Seite an, als mal darüber nachzudenken, was der Kapitalismus in seiner gierigen Reinform mit uns anstellt und wie auch eine komplett korrumpierte Linke dazu gehört.
    No Paseran!

    • Ich schließe mich Ihnen an.
      Nur das „komplett“ im letzten Satz würde ich mit dem Wort „viele“ ersetzen wollen.
      Es sind bestimmt einige der Meinung, dass Frau Bonath hier nicht mehr schreiben sollte.
      Ich nicht!
      Schon die verschiedenen zahlreichen Reaktionen auf Ihren Kommentar zeigen, dass Sie ein Thema angesprochen haben, das polarisiert.
      Es regt zum Nachdenken an und trägt gegebenen Falls zur politischen Meinungsbildung bei.
      Und darum geht es ja.
      Also, machen Sie weiter. Auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind, müssen (sollten) wir das aushalten.

  27. Es scheint wieder Zeit für das all-monatliche Wagenknecht-Lammentieren.
    Wieso lammentieren Sie nicht in der gleichen Weise jeden Monat gegen Frau Merkel? Da würde ich Ihnen voll recht geben.

    Genau wegen Leuten wie Ihnen wird die Sozial-und Friedensbewegung gespalten.
    Was ist es genau, dass Frau Wagenknecht so ein rotes Tuch ist für Sie? Lassen Sie mich raten: Neid?

    Immerhin stellt SW etwas auf die Beine und zwar in die richtige Richtung, wenn auch nicht in der präzisen Ideologie, wie Sie sie gerne hätten.

    • Gut erkannt, Stefan Brenken. Frau Bonath lamentiert nur herum. Zählt alles auf was in ihren Augen das Böse ist und glaubt eine Revolution ginge ohne Gewalt ab. Man muss Marx und Engels nicht unbedingt gelesen haben um zu verstehen, eine Revolution bedeutet Bürgerkrieg und die Eliten haben sich bestens dafür ausgerüstet. Frau Wagenknecht ist auf dem richtigen Weg.

    • Genau darum gehts; wenn „man“ will, dann es nicht sicher dem Willen des Menschen dienlich sein. Es kann doch auch darum gehen, wass ich und DU wollen, dann sind die Voraussetzungen für ein gutes Sein des Menschen gegeben.

  28. Die Linken sind so Gestern, wie ihre Vorbilder. Die Rechten sind so Gestern, wie ihre Vorbilder.
    Die Anarchisten sind so Zukunft, wie ihre Vorbilder, die man gewaltsam zum Schweigen bringen musste, damit man das Gestern der Linken und Rechten hinausschieben konnte.
    Es wurde nun schon ~ 82 Jahre hinausgeschoben. Geistige Kindergreise spielen „Regieren“ und ebensolche betrogenen Betrüger werfen mit Spielgeld um sich und tun so, als ob das Leben sei.

    Ohne Soziale Revolution und ohne eine anarcho-syndikalistische Gesellschaft wird das nichts. Wir stecken so lange in dieser Zeitschleife fest, wie die Massen das nicht kapieren.

    Ob Marx oder Spengler, Lenin oder Goebbels – Von solchen Klerikern des Zentralismus und der staatlichen Macht muss man sich sofort frei machen. Sonst kehrt man lediglich intellektuell aufgewertet in die selbe Falle zurück.
    Man betrachte einfach den Werdegang des „nationalen Sozialismus“, der „Sozialpartnerschaft“ oder des „Bolschewismus“ und man sieht schon alle Wege die die Angelegenheit Staat und Kapital nehmen können. Seit der Industrialisierung erleben wir ständig nur Neuauflagen dieser drei und ihrer Mischungen.
    Wir kennen alles schon. Diktatur, kennen wir schon. Massenmord, kennen wir schon. Demokratische Wahlen, kennen wir schon. Alles Dreck.
    Die Menschheit hat sich in einer Art Vakuum, einem organisatorischen Stagnation gefangen. Diese Stagnation ist eine Art willensgesteuertes Staats-Parkinson.

    Wer für Kultur, Freiheit und Selbstbestimmung ist, der muss gegen den Staat und seine Befürworter in Allen Lagern sein, sonst dreht er / sie sich im Kreis.
    Ich habe neulich Konstantin Wecker live gesehen, weil ich dazu eingeladen wurde. Ich hätte mir das Konzert zweimal nie angetan, weil ich a) ohne Einladung mir das Eintrittsgeld nicht leisten könnte und b) in meiner sozialen Zugehörigkeit Prolet bin. Als ich neben den ganzen Akademikern und Gebildeten aus besserem Hause zur Bühne ging, sagte ein rotbesockter 60 Jähriger zu einem Security Mann „Drecksack“. Daraufhin kam der Schichtleiter des Sicherheitsmannes zu dem Besserverdiener und wies ihn zurecht, natürlich gab der Lappen klein bei.
    Und da war schon bevor es überhaupt losging der erste Widerspruch: Ich als Prolet soll mir so ein Konzert geben, wo ich augenscheinlich nicht erwünscht bin, denn bevor ich meinen jetzigen Beruf ergriff war ich auch nur so ein „Drecksack“. Das nur mal zu den Linken, die angeblich die Klassengesellschaft auflösen wollen.
    Ich weiß nicht wieso Frau Bonath immernoch, nach alle den Geschichte in der Geschichte, felsenfest behauptet, es bräuchte Linke, um die Klassengesellschaft aufzulösen…. ich meine teilweise entlarvt sie ihre „GenossInnen“ doch selbst….
    Über Rechte brauchen wir nicht reden, die suchen den Klassengesellschaft national oder rassistisch zu begründen, das wissen ist genauso krank – und die Kapitalisten machen es per Eigentum und „Recht“ darauf. Wir kennen auch die Klassengesellschaft die die Religion schafft: Predigende und Zuhörer. Wer hat wohl den besseren Stand!? Und ist es wichtig, dass diese Klassengrenze dafür irgendwo im Büchlein stehen muss? Nein, sie stellt sich automatisch ein. Nichtsdestotrotz ist Gott die ultimative Begründung für eine ausbeuterische und kriegerische Klassengesellschaft.
    All das sind Erscheinungen des Gestern. Das Christentum, der Islam und der Streit dazwischen. Konstantin Wecker. Dieser ganze Politzirkus um diese Kleriker des „Sozialstaates“ und auch die Bolschewiken, diese roten Kapitalisten. Egal wo wir hinblicken, uns blickt eine greise Welt zurück!
    Und woran liegt das?
    Es ist so, weil das Wirkprinzip dahinter verkommen ist.
    Macht und Zwang hat Jahrtausende funktioniert, für die Herrschenden UND die Sklaven, die daran GLAUBTEN. Zentralismus und Hierarchie waren die eigentliche Religion, nur die verschiedenen Orte auf der Welt bauten andere Götter und Kulte drum herum, aber im Grunde ist Religion nur das geistige Manifest politischer und wirtschaftlicher Macht der Obrigkeit – ja, alleine die Existenz einer Obrigkeit. Sie ist die geistige Grundlage für die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Heute aber, nach einigen Vorstößen in Sachen Aufklärung, begreifen wir schon einiges mehr, als die dummen Naivchen, die freudestrahlend in den Zweiten Weltkrieg gezogen sind. Für fette, perverse Mafiosi wie Göring.
    Aber wir kapieren noch nicht ganz so viel… wir kennen zum Beispiel die Geschichte der Spanischen Revolution nicht und was die Anarcho-Syndikalisten in ihr vollbrachten: Eine Umkehr vom alles beherrschenden Machtprinzip… Ja, nicht die großen Akademiker wie Marx und die ganze Bolschewiken Bande schaffte das, sondern eine Hand voll Bauern aus der Einöde! Dort, auf den umtobten Feldern der Sozialen Revolution und der Kollektivierungen nahm etwas seinen Anfang, das uns zum Schicksal werden wird. Alles andere ist alt und beendet. Man kann es nur noch aufwärmen, aber wir wissen wohin die Reise führt – SPD, AFD, Linke, CDU – Gähn – ich kenn das Ende schon 🙁
    Die föderalistische Gesellschaft aber wurde im Keim erstickt. Ihre Saat geht erst noch auf – anders als die verkommene rote Diktatur oder der Faschismus und der heute uns drangsalierende Kapitalismus… ihre Zeit und ihre Formen sind ein Knast, den wir schon von Grund auf kennen, aus dem Gestern, wo sie herkommen.
    Gehen wir den euen Weg.

    • Jean Heffner
      Verzeih, Jean, aber ich kam zunächst aus dem Lachen nicht raus beim Lesen Deiner Zeilen ! Allmählich bleibt es mir aber im Hals stecken.

      Dass so etwas heute noch möglich ist, wie Dein Festhalten an der Fata Morgana von den Massen, die endlich kapieren müssen: „Ohne Soziale Revolution und ohne eine anarcho-syndikalistische Gesellschaft wird das nichts.“ Diese Ideologiepredigt will außer Leuten wie Dir niemand mehr hören. Ideologen sind versklavt von ihren Gedanken, die keinen Platz, keine Neugier und keine Freundlichkeit für die Wirklichkeit lassen, und wollen andere versklaven. Wir hatten genug Sklaverei in der Geschichte.

      Du machst Dich doch selbst nur fertig mit dieser Fata Morgana. Oder nährt Dich das, dass Du der einzige Durchblicker unter lauter Blinden bist, die Deinen Neuen Weg nicht sehen ?

      Und dann das Bekenntnis, Du seist Prolet und hättest als solcher auch mal als Security Mann Dein Geld verdient.

      Wie kriegst Du den anarcho-syndikalistischen Prolet zusammen mit dem Security Mann, der durchweg doch die Privilegien Privilegierter schützt ?

      „aufstehen“ kann, wenn wir – die eine freie, von uns, Dir und mir und all den anderen, her organisierte mitmenschliche Politik und Gesellschaft wollen – da das Ihre einbringen ein echter Wandel in unsere Richtung werden.

  29. Prima! Ihr Kommentar, Frau Bonath, stimmt mich positiv, dass die Sammlungsbewegung vielleicht zum fliegen kommt. Die weltfremden Rede-nicht-mit-Pegida-Linken bleiben offenbar gerne draussen und es könnte ein vernünftiges, mehrheitsfähiges politisches Konzept für die BRD entstehen.

    • Bäh, diese schwammige linke „Sammlungsbewegung“ ohne Konzept und Zielvorstellung hat sich doch schon vor 30 Jahren tot gelabert. Wer fällt darauf noch rein?!

    • Jean Heffner

      Gerade sind die Anfänge von ein paar zwar gestandenen aber alles Andere als mainstream- Politikern – Oskar Lafontaine, Sahra Wagenknecht, Antje Vollmer, Sevim Dagdelen und Marco Bülow – nach ihren Vorstellungen skizziert worden, sind kleine Interviews mit den Vorstellungen nicht prominenter Bürger ins Netz gestellt worden, da bist Du schon angewidert und fertig mit der Bewegung. Packst Deine Vorstellung von früheren versandeten Versuchen darüber.
      Fertig.

      Die Bewegung hat durchaus ein Ziel: sie will links sein. Und das fülle ich so: Aufklärung, Redlichkeit, wirklich offener gesellschaftlicher Debattenraum, Gleichberechtigung aller Bürger/Innen, Mitmenschlichkeit, Zeit für Entscheidungsfindungen, die von möglichst Vielen getragen werden, Neuaufbau der gesellschaftlichen und politischen Strukturen der Gesellschaft von unten nach oben. Das bringe ich ein.

      Sie hat ein Konzept: sie bricht mit den hergebrachten Strukturen, wie bei uns Politik gemacht wird, indem sie alle, alle, die sich ‚links‘ sehen, einlädt, dies links-Sein hier und jetzt neu zu erfinden, zu schaffen. Sie lädt alle, alle ein, dies links-Sein mit ihrer alltäglichen Arbeit in den nächsten Jahren mit aufzubauen, zu machen, zu leben. So seh ich das und bring das ein.

      Die Einladung an Dich persönlich, Deine Vorstellungen, Deine Arbeit, Deinen Mut, Deinen Enthusiasmus für eine anarchisch-syndikalistische Gesellschaft dort einzubringen in die Dialoge, die Auseinandersetzungen, die konsensorientierten Entscheidungen, die überhörst Du, ignorierst Du komplett – noch ehe Du einen ersten Schritt in die Richtung getan hast.

      Warum ?

  30. Hallo! Frau Wagenknecht ist auf der falschen Seite. Was sie zur Debatte stellt, lässt ihre Parteizombies regelmäßig geifern und sich in hysterischem Gekeife ergießen! Aber was sie ist und was sie will ist ebenso unklar, wie die Mission der Mutti der Untoten! Wer es bis dahin geschafft hat, ist in meinen Augen immer suspekt! Sie ist mittlerweile obsolet, da nicht radikal genug. Das machen andere besser!
    Liebe Frau Bonath! Ihre wissenschaftlich sicher wertvollen Einlassungen und die Erwähnung der üblichen „wissenschaftlich“ betünchten Aussagen alter Männer von damals und deren Schlüsse aus deren Sicht und uns heute nicht recht offensichtlicher Zielsetzung vom damaligen Horizont aus gesehen sind toll anzuhören oder zu lesen. Doch heute sollte jeder, der offenen Auges hier umherlebt erkennen, dass er es in seinem Rahmen in der Hand hat, etwas, zumindest für das eigene Gewissen dagegen zu tun. Verzicht und Verweigerung…
    Dazu gehört es auch, diesem unseligen Sezieren schnöder gesellschaftlicher Zusammenhänge einen Sinn abzugewinnen wollen zu ignorieren! Was Marx plapperte oder sonst wo wer hingeschmierte oder in die Welt rülpste, wird muss sich an seinem eigentlichen Wert messen lassen – einem Nutzen für die Menschen – nicht für die Auftraggeber oder für den Genießer! Es wird nur etwas anders, wenn wir uns ändern. Egal wer mal was dazu gesagt oder geschrieben haben will! Diese Art Niederknien vor dem Altar der Philodoofen lässt jeden halbwegs nichtblinden Bürger hier immer wie einen Idioten erscheinen, weil er die ach so hochwissenschafltichen Theorien nicht versteht und deshalb in deren rethorisch wertlose Falle tappt! Diese Theorien und deren Erhebung zu Götzen, die wir anzubeten haben, haben einen Zweck: In Ehrfucht vor einem Wissen zu erstarren, dass nur um seiner selbst Willen in der Welt ist – bei einer Flasche Rotwein am Kamin des studierten Grünen, Linken oder Studienabbrechern mit Dünkel! Tut was und labbert nicht!

    • Herr Axel,
      Sie wollen uns jetzt nicht weiß machen, dass die jeweils herrschenden Gesellschaftsordnungen nicht auch nur – im Sinne von ausschließlich – die ihnen zugehörigen Arten gesellschaftlichen Handelns/Tuns zulassen?
      Wer jetzt so einfach statt labern mal was „tut“, verbleibt im Bürgerlichen Dunstkreis von Theorie und Praxis, auch wenn sie oder er das nicht zu merken scheint. Interessant wird die Sache, wenn die Leute anfangen, ganz anders zu tun als je zuvor. Dafür, da haben Sie Recht, braucht es keine Philosophen, die die Verhältnisse lediglich legitimieren und ein wenig Stellschrauben drehen. Aber Leute, die über den Tellerrand hinausschauen und hinausschauten, also entgegen dem Bürgerlichen Transzendenz-Verbot, bereits ex-zentrisch waren oder sind, gleich mit zu verunglimpfen, könnte das angestrebte und selbst postulierte TUN auf recht immanente Tätigkeiten samt heftigem Blutzoll reduzieren.
      Noch etwas: Anders zu sein, die alte Erklärung der Welt in Frage zu stellen, von fernen Gestaden auch nur ansatzweise episch oder lyrisch zu erzählen, hat zwingend zur Voraussetzung, sich weg bewegt zu haben. Es ist nicht nützlich, diese Leute zu diffamieren, wenn etwas geändert werden soll. Und es wäre verwunderlich, solche im ersten Anlauf auch nur ansatzweise zu verstehen. Wer bereits aus der sattsam-widerlichen „Mitte unserer Gesellschaft“ ein wenig heraus gewandert ist, spricht notwendig schon eine andere Sprache.
      Ansonsten: Kritik ist ihrem Gegenstand verhaftet und kann ihn nicht übersteigen. Einfach einmal ehrlich sein und nicht in Kritik verkleiden, was man selbst nicht missen möchte: „Ich will so bleiben, wie ich bin“ und denke „ignorance is bliss“. Das ist statthaft, verständlich, sollte aber so gesagt werden und nicht aggressiv gegen Leute oder Autoren gewendet werden, die dem eigenen Beharrungswunsch und der Anverwandlung an Bestehendes nicht entsprechen.

    • Bahnhof…höre ich da heraus! Aber das liegt sicher an meinem Intellekt, der sich unstudiert der Praxis bedient und nicht Theorien von annodazumal den Vorzug gibt! Liebe Petra, ich verstehe nicht, was sie wollen! Ich versuche es auf den Punkt zu bringen: Das Gelabber und Scheinaktivitäten jedweder Politdarsteller wird uns nichts nützen. Denen schon, da sie wieder mal in aller Munde sind. Wir können etwas tun, damit dieses Kasperltheater in Berlin und jedem Landtag ein Ende hat. Oder noch simpler: Stell die vor es ist BRD und keiner macht mit!

  31. Passt doch wunderbar: die Mainstreampresse überlässt das Beißen den Apparatschiks aus der SPD und den regenbogen-rosarot-olivgrünen Neocons um Kipping, Lederer und die junge Welt. Das Ziel ist das gleiche: Jeden Ansatz einer mehrheitsfähigen linken Opposition mit dem Vorwurf, die reine Lehre zu verraten oder der Kontaktschuld, zu denunzieren und auseinanderzutreiben. Besonders perfide ist nur der Stil, Wagenknecht als Systemprofiteur, Lafontaine als irgendwie rechten Rassisten und das Projekt einer linken Sammlungsbewegung als elitäre Kopfgeburt in einen Topf mit AFD und Pegida zu werfen. Akzeptieren wir, dass es eine Grasswurzelbewegung absehbar nicht in die Parlamente schaffen wird, ist die Idee einer demokratisch-sozialistischen Volksfront aus im Parlament vertretenen Fraktionen, Gruppen und Abgeordneten zu begrüßen. Allerdings hätte ich mir auch gewünscht, dass der klassenkämpferische Ansatz etwas mutiger formuliert worden wäre. Die Alternative, die Systemparteien aus den Parlamenten und Ämtern zu jagen, kann man von Wagenknecht, Bülow und Vollmer nicht ernsthaft verlangen. Dass ein NATO-Uboot wie Susan Bonath Gewehr bei Fuß steht, um die herrschenden Verhältnisse gewaltsam zu überwinden, ist noch viel weniger zu erwarten.

    • Lieber Jan, das ist heftig. „Nato-Uboot“, das passt natuerlich ueberhaupt nicht zu Susan. Wobei dein hinweis auf die Querfront der Eliten, Reichen, Rechten und sogenannten „Linken“ natuerlich richtig ist. Das gemeinsame interesse vereint, bis das objekt der begierde zerbroeckelt. Dann geht der kampf untereinander beruhigt weiter,

    • Lieber Willi, habe mit das Wirken von Susan Bonath endlich eingehender angeschaut und muss Dir zugeben, dass der Vorwurf der NATO Nähe ihr nicht gerecht wird. Auch eine Nähe zur rosarot olivgrünen Fraktion der pseudo Linken und links liberalen Neocons wird man ihr nicht ernsthaft nachsagen können. Doch bei allem Respekt vor ihrer sozialpolitischen Kritik: Was reitet die Dame, linkes Sektierertum derart auf die Spitze zu treiben, dass alle, die nicht als Objekt ihres armutspolitischen Engagements taugen, als Bündnisgenossen ausscheiden? Und mit Ihrer Vorstellung, dass jeder Versuch eines reformerischen Ansatzes geradewegs in Krieg und Totalitarismus führt und weder Ochs noch Esel die neoliberale Globalisierung in ihrem Lauf aufhalten, findet sie sich tatsächlich in erschreckendem Einklang mit den krassesten Profiteuren einer weiteren Zuspitzung asozial-feudaler Produktions- und Lebensverhältnisse. Dabei noch wild mit der Nazu Keule um sich zu schlagen, macht die Sache nicht besser, zumal wenn Sie sich gegen jene wendet, die auf dem Boden des Grundgesetzes, das heißt ohne den „bewaffneten Aufstand der Werktätigen“ oder Bürgerkrieg, die System- und Eigentumsfrage stellen, die die viel zitierten „Väter“ und Mütter des GG bewusst offen halten wollten, und die monetaristisch neoliberale Agenda der EU in Frage stellen, ohne sich auf die dämliche Frage, bist Du für oder gegen Europa, einzulassen. So gesehen setze ich deutlich mehr Hoffnung in den ökonomischen Sachverstand eines Heiner Flassbeck oder Yanis Varoufakis, als in den historischen Determinismus von Susan Bonath, den sie mit der romantischen Reminiscence an Occupy Wallstreet zusätzlich verklärt. Geht man wie offenbar Frau Bonath und zutreffend davon aus, dass auch der Moderne Kapitalismus über Leichen geht, erscheint ihre Vorstellung eines friedlichen Aufstands reichlich (sträflich) naiv.

  32. Die Beiträge von Frau Bonath sind in letzter Zeit nicht mehr zu ertragen. Ich lese sämtliche Tagesdosen und mag diese Seite.
    Was Susan Bonath jedoch derzeit absondert ist unterirdisch. Ich habe bei der letzten Wahl Angela Merkel gewählt, weil ich Schulz verhindern wollte. Auch bei den letzten Wahlen habe ich nie aus Überzeugung gehandelt, sondern weil ich die CDU als kleineres Übel ansah. Im Moment würde ich die AfD wählen. Ich habe noch die die Linkspartei gewählt. Dennoch habe mich auf der Aufstehen.de-Seite eingetragen, weil ich mir anhören will, was diese Bewegung vorhat. Bevor Susan Bonath hier dem großen Knüppel rausholt, empfehle ich erst mal abzuwarten, was hier passiert.

  33. @ bonath`s Wahrnehmung scheint ernsthaft gestört zu sein! Den Kapitalismus immer mit dem Finanzmarktkapitalismus in Verbindung zu bringen und eine Wohlstandsperiode mit einer Vorkriegsperiode gleichzusetzen ist schon eine sehr monotone Sichtweise. Schon mal was von Keynes oder Schumpeter gehört? Sie und ihr Verständnis von Ökonomik und historischen Prozessen.

    Erstaunt mich wirklich, dass sie und ihre Antifa-leute es schaffen, selbständig bei grün über die Straße zu laufen.

    • Warum entlarven sich manche Beiträge so wunderbar selbst? Sie zitieren mit Schumpeter und Keynes lauter Leute, die die aktuelle Welterklärung affirmativ am Laufen halten wollten. Sicher doch, sinnlose Tätigkeiten wie das Ausgraben von Löchern und das Errichten von modernen Pyramiden zu fördern und fordern (an was erinnert mich das noch mal …), will die Verausgabung abstrakter Arbeit verewigen – mit ein wenig rosa Sozialtapete. Und die „langen Wellen“ trösten das betroffene Individuum recht eigentlich nicht. Aber warum auch, soll doch der untergehen, der mit seiner Unternehmung (seiner selbst – also nicht nur ökonomisch) in der Zirkulation unterliegt.
      Und der Theorie-Analphabetismus geht weiter: Selbstverständlich ist in der Bürgerlichen Welt im Gegensatz zur Epoche der Religion, die in West-Europa und gleichzeitig in Japan im 16. Jahrhundert unterging, die Form des Reichtums abstrakt und nicht mehr substantiell; das eine ist der Wert, das andere der Schatz (gegen den die Zentralbank des abstrakten Reichtums mit Inflation alle Geschütze auffährt). Der Wert ist mittlerweile längst Vorgriff auf zukünftige Arbeitskraft in einem Ausmaß, dass nur noch in Äonen erwirtschaftet werden könnte, aber durch Austausch lebendiger Arbeit durch tote Arbeit (4. industrielle Revolution der Robotik) nicht mehr erreicht werden kann. Diesen Vorgriff auf Wert, der gleichzeitig Grundlage der irrsinnigen Bürgerlichen Vergesellschaftung auch jenseits der Ökonomie ist, findet ausschließlich und in noch immer steigenden Ausmaß am Finanzmarkt statt. Anders gesagt: Realwirtschaft ist nur noch Anhängsel und Schaufenster des Finanzkapitals, dass im Vorgriff auf die Zukunft, die nicht mehr eintreten kann, Wert simuliert. Realwirtschaft produziert seit den frühen 1970-er keinen absoluten Mehrwert mehr – wenn überhaupt geht um Hauen und Stechen um relativen Mehrwert.
      Bei Grün über die Straße gehen, kann fast jeder. An das „magische Viereck“ wirklich zu glauben, gelingt nur hartgesottenen wenigen.

    • @ Petra natürlich kann man Logik und Empirie ignorieren und durch ideologisch aufgeladene kurz Formeln ersetzen. Sicher gehören sie und bonath zu einer Gruppe besonderer Auslese, die es schaffen mit verbundene Augen einen Nagel in ein Stück Holz zu schlagen, ohne den Daumen/Finger zu verletzen.
      man kann auch glauben, dass das Rad der Geschichte für immer stehen geblieben ist.

  34. Was Sahra Wagenknecht mit ihrer Bewegung erreichen will, welche gesellschaftlichen Veränderungen sie anstrebt, auch welche Eigentumsverhältnisse sie konkret für eine gerechtere Ordnung will, hätte Frau Bonath längst aus ihrem auf den Nachdenkseiten und bei Youtube veröffentlichten Gespräch mit Albrecht Müller herausfinden können. Zudem ist dies auch spätestens seit ihrem Buch *Freiheit statt Kapitalismus* offensichtlich.

    Unklar ist allerdings, wie ihre orthodoxen linken Gegner angesichts des Kräfteverhältnisses zwischen progressiven Kräften einerseits und dem *Kapital* andererseits in der Bundesrepublik und weltweit überhaupt Veränderungen erreichen wollen. Glauben sie tatsächlich, es käme in Bälde zur Weltrevolution? Schlimmer fände ich noch, wenn Sie dazu die Verhältnisse noch mehr zum tanzen bringen wollten, als sie es ohnehin schon tun.

    Genau das – *die Verhältnisse zum tanzen bringen* – ist aber derzeit die Strategie des global agierenden Kapitals, es wird zerstört, *kreatives Chaos* angerichtet, um danach die bestehende Ordnung zu verschärfen oder gleich eine Diktatur zu errichten. Nach derartigen Umwälzungen gucken sich die beteiligten instrumentalisierten Revolutionäre dann darüber wundernd, wo sie gelandet sind, um und können nur noch feststellen: „Das haben wir nicht gewollt.“ Das läuft immer so ab.

    Nach meinem Empfinden gehen die Medien aktuell zum Thema linke Bewegung nicht nur fair mit Frau Wagenknecht um, Kritikern wird bspw. viel mehr Raum eingeräumt.

    Unfair und fast perfide finde ich es allerdings, wenn im Kommenter der Journalistin Bonath Frau Wagenknecht auch noch beruflicher Erfolg vorgeworfen (sie und ihr Mann – die Millionäre), wiederholt eine Nähe zu rechten Positionen konstruiert und sie in einen Topf mit allen anderen Politikern geworfen wird, die ohnehin nur an die Macht wollten. Das könnte sie wahrlich einfacher haben.

    Frau Bonath indes muß sich fragen lassen, wohin sie gesellschaftlich eigentlich will, mit welchen Mitteln und in welchen Bündnissen vor allem sie ihre Ziele heutzutage zu erreichen gedenkt und wie viele Opfer sie dazu in Kauf zu nehmen bereit ist. Menschen, für die sich Sahra Wagenknecht und ihre neue Bewegung einsetzen.

    • Kai Ammon,

      ja, ein Faktum kann schon ziemlich „unfair“ und „perfide“ sein. Wie wird man Milliardär bzw. Millionär? Durch Ausbeutung. Entweder direkt oder indirekt, durch einen Anteil an der Ausbeutung die andere betreiben. Also faktisch ist an Frau Bonaths Bemerkung nichts auszusetzen.

    • @ Box: Also ich kann Ihnen nur stammelnd versichern, daß ich mich beim Kauf Wagenknechtscher Bücher nicht ausgebeutet fühle. Über die imho immer wieder von Bonath vorgetragene Behauptung Marxens, nur Menschen könnten Werte schaffen, müßte man sich später unterhalten, wenn die Automatisierung weiter fortgeschritten ist. Da gibt’s ja einen Zusammenhang mit Ausbeutung.

    • Ja, sie werden durch den Kauf eines Buches nicht ausgebeutet, obwohl sie schon die Zinsen, welche erbracht werden müssen, mitbezahlen, aber die Angestellten des Verlages und die Angestellten diverser Zulieferer und wer sonst noch vorher dabei ist, diese werden ausgebeutet.
      So kommt dann das Sümmchen zusammen, aus dem Inhaber und Autoren bedient werden. Wobei sie nur als Erfolgsautor auf ein erkleckliches Sümmchen hoffen dürfen.

      Automatisierung, ja das ist ein Thema für sich, eines das kaum vorkommt, obwohl es die Verwerfungen massiv verschärft. Da kommt dann das Eigentum an den Produktionsmitteln auf’s Tablett.

  35. Frau Bonath gibt Hinweise, merkt an achtsam und wachsam zu bleiben.

    Anbei noch ein Gespräch von Herrn Wernicke mit Herrn Mies, zum Stand der Dinge:

    Samstag, 04. August 2018, 15:59 Uhr
    ~16 Minuten Lesezeit
    Der Wahnsinn der Normalität
    Wir leben in einer Demokratieillusion, die durch propagandistische Lügen am Leben gehalten wird.
    von Jens Wernicke

    Die Machteliten treiben uns scheinbar unaufhaltsam in die Katastrophe — durch Ökozid, Freiheits-Abbau und eine profitgetriebene, unverantwortliche Kriegspolitik. Es hat keinen Sinn, die Augen davor zu verschließen, wie weit wir schon auf der abschüssigen Bahn in Richtung Abgrund vorangekommen sind. Dennoch ist das schlimmste anzunehmende Szenario nicht unausweichlich, wenn wir alle dem Wahnsinn die Kooperation verweigern. Rubikon-Herausgeber Jens Wernicke interviewte den Politikwissenschaftler und Mitherausgeber von „Fassadendemokratie und Tiefer Staat: Auf dem Weg in ein autoritäres Zeitalter“ Ullrich Mies.

    Herr Mies, Sie publizieren viel zu Krieg und dem sogenannten Tiefen Staat. Wie würden Sie die aktuelle Weltlage skizzieren und warum ist Aufklärung über den Tiefen Staat Ihrer Ansicht nach notwendig?

    Zunächst will ich mich ganz kurz auf die aktuelle Weltlage beziehen. Da sehe ich Chaos auf der ganzen Linie, Herr Wernicke. Chaos als die letzte Vorstufe zur Dystopie! Es geht realiter um das Endspiel des Planeten, bevor er sich der Spezies Mensch entledigt.

    Dieses Chaos ist nicht vom Himmel gefallen, sondern Menschen gemachtes Resultat der ökonomischen, politischen und technologischen Prozesse, die Jahrhunderte zurückliegen und aufeinander aufbauen (1).

    Die Spitze dieser Prozesse währt nunmehr knapp 30 Jahre. Ich meine damit konkret den Kollaps der UdSSR und den Aufstieg des US-amerikanischen und EU-Brutalkapitalismus als Formation, die ich als „neoliberalen Faschismus in Lauerstellung“ (2) bezeichne.

    Die „Demokratie, wie wir sie kannten“, also die parteienbasierte parlamentarische Demokratie unter den Bedingungen des Marktradikalismus und der Herrschaft der Finanzindustrie, halte ich für ein völliges Fehlkonstrukt zur Lösung unserer Probleme. Wir leben in Scheindemokratien, die aus puren Klasseninteressen propagandistisch am Leben gehalten werden.

    Das alles hört sich nicht besonders ermutigend an und reizt auch nicht zum Widerstand, wenn man sagt: Die Dystopie ist unausweichlich.

    Nein, das ist sicher nicht ermutigend, aber das ist die Wirklichkeit und die Augen zu verschließen, hilft zum einen nicht weiter, zum anderen ist eine solche Haltung für denkende Menschen unwürdig. Die Dystopie ist aber nicht zwingend unabwendbar.

    Sie tritt jedoch zwingend ein, wenn die Menschheit so weiter macht wie bisher. Sie tritt auch nur dann ein, wenn „die Lämmer weiter schweigen“, um den Begriff Rainer Mausfelds zu verwenden. Aktuell sieht es aber nicht danach aus, dass „die Lämmer“ sich gegen die Wölfe erheben werden. Vielleicht werden „die Lämmer“ ja durch bislang unvorhergesehene Ereignisse aus dem Schlaf gerissen, um in der Begrifflichkeit zu bleiben.

    Die andere und sehr viel entscheidendere Frage ist aus meiner Sicht, ob man für fundamentale Umorientierungen in einer Gesellschaft die „schlafenden Schafe“ überhaupt aufwecken muss, oder ob nicht vielmehr eine intelligente Minderheit — „die kritische Masse“, das sind ja unter anderem auch die Leser, an die sich RUBIKON wendet — ausreicht, um das pseudo-demokratische Schmierentheater zum Einsturz zu bringen, zum Beispiel diese unsägliche große Ignoranten-Koalition in Deutschland. Denn zu keiner der überlebenswichtigen Fragen liefern die führenden Politchargen und deren Medienkomparsen irgendwelche Lösungen.

    Wir erleben seit gut 30 Jahren schleichende Verschlechterungen, Verschlimmbesserungen, dümmliches Reformgelaber in Endlosschleife, Pseudo-Reparaturen des selbst verursachten Chaos’ und vor allem den Privilegien- und Machterhalt, besser gesagt, die Macht- und Reichtumserweiterung zu Gunsten einer verschwindend kleinen Oligarchie.
    (…)
    Statt zur Vernunft zu gelangen, treiben unsere Entscheidungseliten alles auf den Höhepunkt: den Ressourcenverbrauch, die Konflikteskalation durch Sanktionen, Aufrüstung an allen Fronten, neue Kriege und als deren Folge Flüchtingsströme. Aber auch die sogenannte Zivilgesellschaft ist an den dystopischen Entwicklungen massiv beteiligt: Monsterevents, Massentourismus, exzessiver Freizeitverkehr, Naturvernutzung, Fleischkonsum aus Massentierhaltung, Komasaufen und so weiter. Das sind Zeichen kollektiver Verblödung großer Gesellschaftssegmente.
    (…)
    Die Bundeswehr wirbt in Schulen, um die Unbedarften einzufangen. Was mich immer mehr erschüttert, ist diese interessengeleitete Ignoranz und Niedertracht der Eliten in Finanz- und Großindustrie, in Politik und Medien, die die Treiber der dystopischen Entwicklungen sind. Wie sehr zum Beispiel der BDI neben der Spur läuft, zeigt sich an seinen Forderungen. Ich zitiere aus german-foreign policy:

    „Führende deutsche Wirtschaftsvertreter fordern die Schaffung gesetzlicher Grundlagen für die Ausbeutung des Weltraums durch deutsche Privatunternehmen. Die Bundesregierung müsse umgehend ein „Weltraumgesetz“ verabschieden und darin auch den Abbau von Rohstoffen im All regeln, heißt es in einem aktuellen Positionspapier des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI)“ (4).

    Das heißt, die Erd-Ressourcen sind endlich und darum müssen wir das hirnrissige Eroberungs-Regime des Kapitalismus nun ins All ausdehnen? Das ist doch einfach nur noch krank. Eigentlich zeigen sie, dass sie mit ihrem nekrophilen Kapitalismus am Ende der Fahnenstange angekommen sind und nicht mehr weiter wissen.
    (…)
    etc.
    (…)
    Was kann jeder Einzelne von uns tun, um die Welt zum Besseren zu gestalten?

    Jeder kann aus dem System zumindest teilweise aussteigen und sich dem ganzen Irrsinn individuell entziehen. Dazu zählt, den Herrschaftscliquen die Gefolgschaft zu verweigern, Wahlen fernbleiben oder Anti-Systemparteien wählen, das Konsumverhalten komplett ändern, Details erspare ich mir, sich dem Massentourismus verweigern, sich bilden und intelligent vernetzen, Mainstreammedien meiden beziehungsweise untersuchen, was sie alles weglassen und wie sie manipulieren, auf den eigenen Körper und die Psychohygiene achten, zum Beispiel bei der Frage, mit wem ich Kontakt pflege.

    Soweit es die ökonomische Lage zulässt, dem Billig-Dreck entsagen: Billig ist immer teuer für irgend jemanden. Dummschwätzern nicht auf den Leim gehen, immer alle ihre Aussagen und Behauptungen überprüfen, soweit möglich. Sich politisch vernetzen und den Widerstand organisieren.

    Das sind ja nur einige, aber wichtige Schritte, die der Einzelne unternehmen kann, um in diesem Wahnsinns-System einigermaßen unbeschadet zu überleben, was sehr, sehr wichtig ist.
    https://www.rubikon.news/artikel/der-wahnsinn-der-normalitat

  36. Frau Bonath schreibt sich ihr Ressentiment gegen „die Ikone der Linkspartei“, die „wieder ganz oben in den Schlagzeilen ist“ frisch von der Leber.

    Sie meint „die Ambitionen eines politisch bereits aufgestiegenen und eingefriedeten Millionärsehepaares“ genau zu kennen. Und unterstellt: „Wagenknecht und ihr Mann Oskar Lafontaine…wollen genauso mitmachen in diesem zerstörerischen System, wie alle Parteien, die derzeit im Bundestag vertreten sind – ohne Ausnahme. Wagenknecht will also nicht, dass sich die Menschen vom System abwenden. Sie will selbst ans Ruder. Sie will regieren, vielleicht ein wenig sozialer für die angestammte Bevölkerung entscheiden. Ein bisschen mehr Sozialdemokratie, den Mindestlohn ein wenig erhöhen, etwas mehr Grundsicherung mit weniger Repressionen, eine Untergrenze für die Rente, und so weiter. Sahra Wagenknecht will eine neue deutsche Regierung inmitten unseres global immer brutaler wütenden Kapitalismus. Sie will ihn managen, genauso wie es alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien wollen.“

    Das ist Frau Bonaths Meinung über Sahra Wagenknecht und ihren Mann.
    Nun ja. So ist die eben.
    Und ?
    Ich steck sie in den Papierkorb. Sie ist völlig überflüssig, weil sie null Sachlichkeit, null Redlichkeit, null Verständnis, null Solidarität hat.

    Da lob ich mir den Gastbeitrag von Antje Vollmer, Sevim Dagdelen und Marco Bülow zu ‚aufstehen‘ , der ein inhaltlicher eigener und solidarischer Beitrag zu dem ist, was da als Sammlungsbewegung – und nicht als Partei – entsteht. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/linke-sammlungsbewegung-raus-aus-der-wagenburg-gastkommentar-a-1221568.html .

    Ein Abschnitt daraus:

    “ …Aufbruch aus dem Elfenbeinturm in die Wirklichkeit

    Helfen wird dabei eine Distanz zum üblichen Parteien- und Politikbetrieb. Die Sammlungsbewegung ist keine neue Partei. Sie will auch keine neue Partei gründen. Raus aus den Wagenburgen der Parteien – das ist ihr Motiv und ihre Methode, um wieder in die gesellschaftliche Offensive zu kommen. Sie versteht sich vorrangig als außerparlamentarische Bewegung, bei erwünschter Vernetzung mit all denen in den Parteien, die sich für diese Ziele und eine größere, lagerübergreifende Kooperation öffnen. Wir wissen, dass neben und zwischen den drei Parteien ein großes Potential von Menschen und Initiativen aktiv ist, die verändern wollen.

    Ein Hauptanliegen einer Sammlungsbewegung sollte sein, andere Themen und Positionen in die öffentliche Debatte und auch in die Medien zu bringen als die neoliberale Hauptagenda der letzten Jahre. Aufbruch aus dem Elfenbeinturm in die Wirklichkeit – das ist das Gebot der Stunde! Weg von der so beliebten heuchlerischen Wertedebatte mit ihrer Doppelmoral hin zur genauen Lageanalyse und zur Entwicklung von praktikablen Gegenkonzepten!…“

    • Die Autorin hat alles zum Feind, was keinen Sozialismus anstrebt. Viel Feind, viel Ehr – so die Hoffnung.
      Im Prinzip hält sie wohl alle für fürchterlich dumm, die nicht genau ihre Meinung haben. All diese anderen sind brandgefährlich, wenn man nur wüsste, wie man die loswerden könnte…
      Irgendwie kommt mir das bekannt vor, habs nur gerade vergessen.

    • Joga Twickel,

      wie wird man Milliardär bzw. Millionär? Durch Ausbeutung. Entweder direkt oder indirekt, durch einen Anteil an der Ausbeutung die andere betreiben. Also faktisch ist an Frau Bonaths Bemerkung nichts auszusetzen.

      Und wenn Bertelsmann, bzw. Frau Mohn, das Ganze derzeit transportieren, kann man wohl davon ausgehen, daß das Projekt zumindest wohlwollend von den „Eliten“ beäugt wird und nicht als Gefahr für ihren Status in Betracht kommt.
      Ergo ist es auch keine Gefahr für das selbstzerstörerische System.

    • Box

      1. Warum schleusen Sie die Milliardäre ein ? Woher wissen Sie, weiß Frau Bonath, über die Finanzen der beiden Bescheid ? Woher ihr Geld stammt ? Was sie damit machen ?

      2. „Wagenknecht und ihr Mann Oskar Lafontaine…wollen genauso mitmachen in diesem zerstörerischen System, wie alle Parteien, die derzeit im Bundestag vertreten sind – ohne Ausnahme. Wagenknecht will also nicht, dass sich die Menschen vom System abwenden. Sie will selbst ans Ruder. Sie will regieren, vielleicht ein wenig sozialer für die angestammte Bevölkerung entscheiden. Ein bisschen mehr Sozialdemokratie, den Mindestlohn ein wenig erhöhen, etwas mehr Grundsicherung mit weniger Repressionen, eine Untergrenze für die Rente, und so weiter. Sahra Wagenknecht will eine neue deutsche Regierung inmitten unseres global immer brutaler wütenden Kapitalismus. Sie will ihn managen, genauso wie es alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien wollen.“

      Faktisch ? Nee – aber Aufbrezeln, Vermutung, Pauschal“weisheit“, Unterstellung.

    • 1. Die Milliardäre sind die maßgeblichsten Entscheider, an denen der Rest in Abstufung anhängt.

      2. Eine wohlplatzierte Warnung kann nicht schaden und zur Abkehr vom eingeschlagenen Weg anregen.

    • Box
      Sie hatten erklärt, Frau Bonath hätte Fakten genannt. Und hatten dabei das angebliche Faktum Millionär zum Milliardär aufgebrezelt. Ich habe gefragt: woher hat sie, haben Sie diese angeblichen Fakten ? Was wissen Sie über den Umgang der beiden mit diesen angeblichen Fakten ?

      Nix kommt von Ihnen als Antwort.

      Anscheinend setzen Sie jetzt noch einen drauf mit Ihrer Weisheit: “ Die Milliardäre sind die maßgeblichsten Entscheider, an denen der Rest in Abstufung anhängt.“

      Wollen Sie damit nahe legen, dass die beiden zu den Anhängern der Milliardäre zählen ?

  37. Vielleicht einfach mal Frau Wagenknecht die Chance geben, Frau Bonath.
    Kritik zu üben, bevor irgendetwas in Bewegung geraten ist und der wahre Kurs feststeht, halte ich nicht für sehr sachlich und schon gar nicht hilfreich.

    Occupy & Co. waren unglaublich tolle Aktionen…..Tja, eben, Aktionen. So schön und richtig sie gewesen sind, so blieben sie „nur“ Aktionen. Scheinbar fehlte irgendetwas, dass dieses phantastische Feuer am Leben erhält.

    Bei „Aufstehen“ sehe ich den Versuch, die zu vereinigen, die in der politischen Landschaft ziemlich verstreut sind. Ein Willy Wimmer hat mit Dieter Dehm mehr gemeinsam als Sahra Wagenknecht mit Katja Kipping.
    Natürlich sehen wir zunächst „nur“ eine Absichtserklärung von Sahra Wagenknecht. Aber irgendwie muss eine Umkehr von diesem unmenschlichen System ja beginnen.
    Vielleicht ist es tatsächlich eine Chance. Warum sie dann im Keim ersticken?

    • Man könnte auch mal genauer hinsehen, warum die Mahnwachen so verendet sind?
      Warum ist diese Volks-Bewegung von unten zerfleddert im links-rechts Unsinn? Wer hat sich vor Pedida geekelt und lieber gespalten statt Brücken gebaut?
      Wer hat die Mahnwachen gespalten? Ich würde es begrüßen, wenn damals Beteiligte hier mal ihre Sicht der Dinge ausplaudern würden. Und zwar Verterter beider Lager, nicht nur die Linken.

      Kein Wort steht im Raum, keine Idee ist bekannt, nichts, aber die Spaltpilze mit der Giftspritze sind schon am Werk und fällen Urteile, ohne die so jäh Beschuldigte zu hören. Ist das erbärmlich.

    • Die Anliegen von PEGIDA waren nie mein Ding.
      Warum sollte ich Brücken bauen zu einem Verein, dem ich nichts abgewinnen kann.
      Außerdem schienen mir die „Montagsspaziergänge“ inszeniert – vom wem auch immer.
      Zu den Mahnwachen wäre ich sicher gegangen, hat sich aber in der Provinz nicht ergeben.
      Ich fand es damals eigenartig, das die Mahnwachen von den Medien größtenteils totgeschwiegen wurden.
      Von PEGIDA wurde fast jede Woche berichtet, auch als die Veranstaltungen noch eher klein waren.

      Mit dem Rechts-Links Unsinn sehe ich etwas anders.
      Man ist nich Links oder Rechts, weil man sich so bezeichnet, sondern weil man so oder so, denkt, argumentiert und handelt. Natürlich hängt es vom eigenen Standpunkt ab, wie man den anderen einordnet.
      Für viele ist ja Frau Merkel schon links. Wie weit rechts muss man stehen, wenn man dieser Meinung ist?

    • Adam,

      Occupy und die Mahnwachen sind nicht aus sich selbst gestorben, weil etwas gefehlt hätte, sie wurden gestorben.
      Hmm … nun, nicht ganz korrekt, … es hat doch etwas gefehlt, nämlich die Möglichkeit sich effektiv zur Wehr zu setzen, gegen Unterwanderung, direkte Repression und Repression, was Frau Bonath auch erwähnt, in den Medien.

      GLOUCESTER,

      folgend beschreibt Herr Mausfeld den links-rechts Unsinn:

      Die Links-Rechts-Demagogie. Ein Interview mit Rainer Mausfeld.
      Datum: 5. August 2016 um 9:55 Uhr
      Verantwortlich: Albrecht Müller

      Die Links-Rechts-Demagogie. Ein Interview mit Rainer Mausfeld. – Jens Wernicke im Gespräch
      mit Prof. Rainer Mausfeld

      (…)
      Worum geht es bei dieser Demagogie? Welche Ziele verfolgt und Interessen bedient sie? Hierüber sowie über die
      Mechanismen der diesbezüglichen Gegenaufklärung und Manipulation sprach Jens Wernicke mit dem
      Kognitionsforscher Rainer Mausfeld, der klar analysiert und benennt, worum es bei all den Nebelkerzen und der damit intendierten Verwirrung tatsächlich geht: unseren Geist zu vernebeln und Kritik am immer grausamer betriebenen „Klassenkrieg“ von Reich gegen Arm, den inzwischen selbst der Milliardär und Starinvestor Warren Buffet als solchen benennt, unmöglich zu machen.
      (…)
      Folglich gehen politische Kämpfe zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Interessengruppen stets mit Bemühungen einher, Zugriff auf die Medien zu gewinnen. Da jedoch die Einstiegs- und Betreiberkosten im Bereich der Massenmedien sehr hoch sind, ist es nicht überraschend, dass sie sich überwiegend im Besitz von Konzernen oder Multimillionären befinden und somit deren politische Weltsicht und Interessen zu vermitteln suchen. Dieser Tatsache muß man sich täglich beim Lesen von „Nachrichten“ bewusst sein, um nicht der naiven Vorstellung zu verfallen, dass Medien uns über die gesellschaftliche Realität unterrichten würden. Die Leitmedien ebenso wie die Massenmedien sind Geschäftsmodelle und dienen so wenig der Vermittlung von „Wahrheit“, wie die Pharmaindustrie der Förderung der Volksgesundheit dient.Indoktrination gehört zum Wesenskern von Medien.
      (…)
      Wie kann man sich vor solchen Manipulationen und vor Indoktrination schützen?

      Das war gerade eine der zentralen Fragen der Aufklärung. Diese hat hierzu einen reichen Werkzeugkasten zur Denkmethodologie und zu Instrumenten der Ideologiekritik bereitgestellt. Hierzu gehört, politische und gesellschaftliche Fragen, mit denen man konfrontiert ist, zunächst daraufhin zu untersuchen, woher die Frage eigentlich kommt, welche Interessengruppen sie formuliert haben und welche ideologischen Prämissen bereits in der Formulierung der Frage enthalten sind. Denn schon die Begriffe, in denen Fragen formuliert sind, enthalten ein ganzes Bündel von unausgesprochenen Vorannahmen, Prämissen und Konsequenzen, die es sorgfältig
      aufzuschnüren gilt, bevor man prüft, wie eine Antwort aussehen könnte. Die Förderung dieser Anleitung zum „Selberdenken“ und „Richtigdenken“ lag im Zentrum der Bemühungen der Aufklärung, aus „vernunftbegabten vernünftige Menschen“, also mündige Bürger zu machen. Dieser mühsam gewonnene Werkzeugkasten des kritischen Denkens wird jedoch in den wesentlichen politischen Sozialisationsinstanzen unserer Gesellschaft, also in Schulen und Universitäten, nicht tradiert. Das ist wenig überraschend. Denn ein solches Denken läuft stets auf
      eine Machtkritik hinaus und könnte damit den Status der jeweiligen Machteliten gefährden. Folglich sind nicht nur Medien, sondern zunehmend auch das gesamte Erziehungs- und Ausbildungswesen zu zentralen Indoktrinationsinstanzen geworden, in denen vor allem Konformität gefördert und belohnt wird.

      (…)
      Der gesamte Bereich der Wirtschafts- und Sozialpolitik ist im Gefolge des Neoliberalismus dermaßen verseucht durch eine Orwellsche Umdeutung nahezu aller relevanten Begriffe, dass man ein ganzes „Falschwörterbuch“ benötigte, um die sich darin verbergenden ideologischen Vorannahmen aufzuschlüsseln. Im Neoliberalismus haben sich die Falschwörter zu einem so dichtgesponnenen Gewebe eines ganzen Weltbildes verwoben, dass es nicht leicht ist, die Realität hinter dieser Ideologie zu erkennen.
      (…)
      Links und rechts sind ja nicht lediglich – in ihrem Bezug auf die Sitzordnung in der verfassunggebenden französischen Nationalversammlung von 1789 – historische Einteilungen entlang einer eindimensionalen Eigenschaft. Als solche wären sie in der Tat nicht nur historisch überholt, sondern auch hoffnungslos unterkomplex. Links steht vielmehr für die normativen moralischen und politischen Leitvorstellungen, die über den Menschen und über die Möglichkeiten seiner gesellschaftlichen Organisation in einem langen und mühsamen historischen Prozeß gewonnen wurden und die in der Aufklärung besonders prägnant formuliert wurden. Den Kern dieser Leitvorstellungen bildet ein universeller Humanismus, also die Anerkennung einer prinzipiellen Gleichwertigkeit aller Menschen.
      Bereits aus dieser Leitvorstellung ergeben sich schwerwiegende und weitreichende Folgerungen.
      Beispielsweise schließt ein universeller Humanismus Positionen aus, die auf der Überzeugung einer
      prinzipiellen Vorrangstellung der eigenen biologischen, sozialen, kulturellen, religiösen oder
      nationalen Gruppe beruhen; er schließt also Rassismus, Chauvinismus, Nationalismus oder
      Exzeptionalismus aus. Zudem beinhaltet er, dass alle Machtstrukturen ihre Existenzberechtigung
      nachzuweisen und sich der Öffentlichkeit gegenüber zu rechtfertigen haben, sonst sind sie illegitim
      und somit zu beseitigen.

      Aus dem universellen Humanismus ergibt sich also das spezifische Leitideal einer radikal-demokratischen Form einer Gesellschaft, in der ein jeder einen angemessenen Anteil an allen Entscheidungen hat, die die eigene ökonomische und gesellschaftliche Situation betreffen; er schließt also Gesellschaftsformen aus, die auf einer Elitenherrschaft oder auf einem Führerprinzip beruhen. Diese in der Aufklärung erstmals klar formulierten Leitideale sind seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und verfeinert worden und stellen den Identitätskern des linken Projektes dar.
      Da diese Leitideale gewaltige politische Konsequenzen haben, wurden sie seit je auf das schärfste bekämpft; historisch war das der Kern der sogenannten Gegenaufklärung, der es wesentlich um die Wahrung des jeweiligen Status quo ging. Die Behauptung, eine Links-Rechts-Unterscheidung hätte sich historisch überlebt, würde also letztlich beinhalten, dass sich die Leitideen einer prinzipiellen Gleichwertigkeit aller Menschen und einer ernsthaften demokratischen Gesellschaftsorganisation überholt hätten – eine These, die natürlich gerne von denen vertreten wird, deren Macht gerade auf rassistischen, chauvinistischen, nationalistischen oder exzeptionalistischen Ideologien basiert.
      (…)
      etc.
      http://www.uni-kiel.de/psychologie/mausfeld/pubs/Mausfeld_Die%20Links-Rechts-Demagogie_NachDenkSeiten.pdf

      Oder noch in Kürze:

      28. Pleisweiler Gespräch mit Professor Mausfeld – 22. Oktober 2017
      Wie sich die „verwirrte Herde“ auf Kurs halten lässt: Neue Wege der „Stabilitätssicherung“ im autoritären Neoliberalismus

      Und dazu gehört ein ganz wichtiges Mittel: „Die Mitte“. Die „Mitte“ ist etwas ganz Tolles, heute sind alle in der Mitte. Das gehört wieder zum neoliberalen Falschwörterbuch, weil hier ein Begriff neu besetzt worden ist, denn „Mitte“ ist für uns alle etwas ganz Tolles.
      ‚Mitte‘ suggeriert Harmonie, Ausgeglichenheit, vielleicht auch Geborgensein, ‚Mitte‘ ist ein ganz positives Gefühl, weil wir ungerne zu den Extremen gehören wollen. Der Neoliberalismus hat diesen Mittebegriff neu besetzt, indem jetzt eigentlich mit „Mitte“ eine extremistische Position bezeichnet wird. Nämlich die extremistische Position eines Kampfes gegen Demokratie. Und die „Mitte“ ist sogar eine extrem fundamentalistische Position, weil sie einen Ausschließlichkeitsanspruch hat: Es kann keine Alternativen mehr geben. Die „Mitte“ ist eine extrem fundamentalistische Position mit einem Ausschließlichkeitsanspruch, übt aber auf uns eine gewisse Faszination aus. Wir gehen diesem Wort immer wieder auf den
      Leim. Und Sie sehen, wie häufig dieses Wort als Attraktionsmittel in der politischen Rhetorik verwandt wird, und zwar immer im Kontext auch des neoliberalen Programmes.

      Tony Blair: „a radical centre in which you are able to take decisions fort he future of
      the country“

      Gerhard Schröder 1998: „Es gibt keine linke oder rechte Wirtschaftspolitik, sondern
      nur eine gute oder schlechte Wirtschaftspolitik.“

      Emmanuel Macron 2017: „ni droite, ni gauche“ (weder rechts, noch links)

      Faschismus: „weder links noch rechts“

      Die „radikale Mitte“ – auch eine interessante Wortschöpfung. – Es gibt gar keine Interessen-gegensätze mehr. Es gibt keine Interessengegensätze zwischen Unternehmer und Lohnabhängigem mehr. Es geht nur noch um ‚Vernunft‘, es geht nur noch darum, ‚rational‘ die besten Lösungsansätze zu finden. Es hat auch keinen Sinn mehr, gegen irgend etwas zu kämpfen, es geht nur darum, die ‚beste‘ Lösung zu finden, denn letztlich sitzen natürlich Unternehmer und Lohnabhängige im gleichen Boot, haben die gleichen Interessen, nämlich: die ‚besten‘ Lösungen zu finden. ‚Letztlich ziehen wir doch alle am selben Strang‘ – das ist die Ideologie, was ja irgendwie auch richtig ist, nur eben an unterschiedlichen Enden.
      http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/171022-Mausfeld_Transkript_Landau_NDS.pdf

      Sie sehen rechts und links sind fundamental gegensätzliche Anschauungen darüber, wie Menschen miteinander umgehen und wie eine Gesellschaft organisiert sein sollte.
      Oder wenn man das aktuelle Gespräch Herrn Jebsens mit Herrn Hüther zugrunde legt, links sind sie Mensch, rechts sind sie Objekt.

    • „Jeder einen angemessenen Anteil“ – klar, das hört sich gut, ist aber soweit eine Nullstelle, weil jeder Alles und Nichts darunter verstehen kann.
      Rechts ist man Objekt. OK, aber was ist dann ein Rechter?

      Und wenn die so durchgehend inhuman sind und denken, wie können wir dann mit denen nur weiter zusammen leben?

      Ich würde mich ja mit denen hinsetzen und erstmal reden, wenn das alles nicht so weit weg von der Provinz wäre. Ich würde mit den Anti-Deitschen Volldeppen reden. Im Gespräch ist es meist eine ganz andere Atmosphäre und viele können dann von ihren Parolen auch leichter runterkommen.

      Wenn man alle für (potentielle) Nazis hält, die nicht die eigene solzialistische Agenda intus haben, dann hat man ein beneidenswert klares Weltbild. So klar wie der Doppelkorn nur klar sein kann.

    • Herr Mausfeld läßt nicht unerwähnt, daß linke und rechte Positionen durchaus in ein und derselben Person vorkommen können. Aus dem zuerst verlinkten Text von Herrn Mausfeld:

      Wenn, wie Sie sagen, links und rechts gesellschaftliche und politische Gegenpole bilden,
      wie kann es dann eine Querfront geben und wie können Linke tatsächlich oder
      vermeintlich „rechts-offen“ sein? Oder stellen diese Begriffe auch nur Propaganda dar,
      um Linke zu diskreditieren? Wenn ja, was sind dann die Gründe hierfür?

      In der Sache sind links und rechts in der Tat Gegenpole und können daher in der Substanz so wenig
      Berührungspunkte miteinander haben wie Aufklärung und Gegenaufklärung oder wie Demokratie
      und Elitenherrschaft. Blickt man jedoch statt auf die Sache auf die Ebene einzelner Personen oder
      auf die Ebene konkreter politischer Gruppierungen, die sich als links bezeichnen, so lassen sich aus
      naheliegenden Gründen alle möglichen Konstellationen von Haltungen finden, die in der Sache völlig
      unvereinbar miteinander sind.

      Das war auch zur Zeit der Aufklärung nicht anders. Beispielsweise gilt der große schottische
      Philosoph David Hume als zur Aufklärung gehörig; gleichwohl sah er Schwarze „von Natur aus den
      Weißen unterlegen“ an, vertrat also rassistische Auffassungen. Auf der Ebene einzelner Personen
      können also Überzeugungen gleichzeitig nebeneinander bestehen, die in der Sache völlig
      unverträglich miteinander sind. Das ist eine Konsequenz unserer beschränkten Rationalität und
      anderer Eigenschaften unseres Geistes. Wir sind oft nicht in der Lage zu erkennen, dass einige
      unserer Überzeugungen in der Sache miteinander unverträglich sind. Beispielsweise können uns
      bestimmte Affekte daran hindern, derartige Unverträglichkeiten zu bemerken.

      So war Hume einerseits von den Leitidealen der Aufklärung fasziniert; zugleich vertrat er – weil er
      eine mögliche Gefährdung seiner eigenen privilegierten Lebensform fürchtete – ein gesellschaftliches
      Weltbild, das die damalige gesellschaftliche und kolonialistische Praxis rechtfertigte. Doch auch unter
      denjenigen, die sich aufrichtig und konsequent der radikalen Aufklärung und den genannten
      Leitidealen verpflichtet fühlten, fanden sich zahlreiche, die Bedenken hatten, das Volk über diese
      Leitdeale aufzuklären, weil sie fürchteten, durch den dadurch möglicherweise ausgelösten
      gesellschaftlichen Transformationsprozess Nachteile hinsichtlich ihres privilegierten Status quo zu
      erleiden. Erst kommt bei den Privilegierten eben die Sicherung des eigenen gesellschaftlichen Status
      quo, dann kommt die Moral.

      Wir müssen also die sachliche Ebene moralischer und politischer Leitideale klar von einer personellen
      Ebene trennen. Man wird dann auch innerhalb von Organisationsformen, die sich als links verstehen,
      Personen finden, die Überzeugungen vertreten, die den genannten Leitidealen widersprechen. Es
      gibt also Personen, die sich als links bezeichnen und gleichwohl chauvinistische, nationalistische oder
      kulturell-rassistische Positionen vertreten und ideologische Prämissen von Kapitalismus,
      Neoliberalismus, Neo-Imperialismus und ähnliches teilen. Das wird umso stärker der Fall sein, je
      stärker Personen in ihrem gesellschaftlichen Status und in ihren Privilegien von der jeweiligen
      gesellschaftlichen Ordnung profitieren. In solchen Fällen neigen dann auch sich als links verstehende
      Personen dazu, die jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse grundsätzlich zu akzeptieren und eine
      linke Perspektive auf moderate Reformen an den jeweiligen Verhältnissen zu beschränken.
      Noch einmal: In der Sache kann es im Kern keine Berührungspunkte zwischen links und rechts
      geben; auf der Ebene individueller Personen und Gruppierungen ist jedoch so ziemlich alles an
      Kombinationen politischer Einstellungen möglich. Auch hier bedarf es einer kontinuierlichen
      Aufklärungsarbeit, um die Unverträglichkeiten bestimmter politischer Überzeugungen mit den
      Leitidealen der Aufklärung und somit mit dem Kern des linken Projektes aufzuzeigen.

    • … sehr richtig. Als ich den Artikel hörte, dachte ich, ich bin im falschen Film. Ich stellte mir schon die Frage, ob Frau Bonath und Kahane vielleicht verwandt sind? Das war journalistisch ganz schwach und triefte vor Galle.

      Warten wir doch erst mal ab, wie sich das Projekt entwickelt. Änderungen in diesem Land herbeizuführen, heißt dicke Bretter Bohren. Warum nicht statt Systemwechsel Systemverbesserung? Hartz-Regime abschaffen, Bürgerversicherung, Steuergesetzgebung, Einkommensbegrenzung, … . In der bayerischen Verfassung steht z.B. der Sinn und Zweck der Erbschaftssteuer.

      Vorsicht geboten ist vor denen, die ein BGE fordern. Denn das sind in der Regel Neofeudalisten im sozialen Gewande.

      Man wird sehen, ob man sich bei #aufstehen auch als Nichtakademiker einbringen kann, oder ob das ein weiterer selbstherrlicher Elitenkreis aus „Kulturschaffenden“ wird. Das „Deutsch-Russische Forum e.V.“, in das man nur berufen werden kann, ist so ein Beispiel. Der Verein kassiert womöglich Steuergelder, von denen er zwei Dutzend Hochwohlgeborene ernährt.

  38. So verbreitet man Hass, keine Zukunftsvision; Frau Bonath.

    Leider eine bei Linken häufig anzutreffende Selbstzerfleischungszeremonie. Man bekämpft die eigenen Reihe am stärksten weil man vermeindlich im Besitz der absoluten Wahrheit ist. Haß ist aber ein schlechter Ratgeber.

    Dabei kann man utopische oder schrittweise Umgestaltungsprozesse so oder so sehen.

    Von Linken erwarte ich Zukunftskonzepte. Sturz des Kapitalismus und Kampf gegen den Neoliberalismus, sind mir zu wenig.

    Wohin soll es in Zukunft gehen? Wie will ich die zukünftige Gesellschaft gestalten und welchen Weg der Umgestaltung sollte man beschreiten? Wie realistisch und mehrheitsfähig ist mein Konzept? usw.

    • Hier trifft halt eine Vertreterin der Orthodoxie auf Pragmatismus.
      Die Autorin ist andererseits möglicherweise ein Medium, welches exklusiv Kontakt zu Seiner Heiligkeit, dem Pontifex Marximus, hat und Anweisungen von ganz oben besitzt. Stellvertreterin auf Erden und Inquisition in Personalunion?

      Theorie ist nun mal Theorie oder zumindest Theologie.

      Und wenn dann jemand kommt, der mal versuchsweise um die Ecke denken will, dann ist es Verrat am Allerhöchsten.
      Als Wächterin hat sie ja hier ganz prominent Raum, um ausführlich einen Gegenentwurf zu lancieren.
      Wie, den gibt es nicht?
      Ok, die congregatio pro doctrina fidei verteilt ja auch nur ihr nihil obstat und muss nicht selbst liefern.

    • „Von Linken erwarte ich Zukunftskonzepte.“ – und dann auch noch welche, die Ihrer Meinung nach tragen, von denen Sie nicht enttäuscht werden können und die am Ende noch mehrheitsfähig sind?
      Verlangen Sie da nicht etwas viel?
      Ihre Position beschränkt sich dann auf die des Prüfers?
      Wenn ihnen linke Zukunftskonzepte wichtig sind, warum arbeiten Sie dann nicht mit?

      Der „Sturz des Kapitalismus und Kampf gegen den Neoliberalismus, sind mir zu wenig.“

      Also ich wäre (erst einmal) schon mit dem „Wenigen“ zufrieden. Den Rest könnte man dann am nächsten Tag besprechen. 🙂

    • Zukunftskonzept? Z.B. hier:

      Dienstag, 26. Juni 2018, 16:00 Uhr
      ~12 Minuten Lesezeit
      Die Welt von Morgen
      Entwurf der Utopie für eine bessere Welt. Teil 1/7.
      von Rubikons Jugendredaktion

      Dass wir nicht in der besten aller Welten leben, scheint immer mehr Menschen klar zu werden. Angesichts steigender Armut großer Bevölkerungsschichten, der Ausbeutung armer, aber rohstoffreicher Länder, sozialer Verwerfungen und der rasant fortschreitenden Umweltzerstörung offenbart das System immer offensichtlicher seine Unzulänglichkeiten. Viele sind sich einig: Der Kapitalismus ist eine Hauptursache für diese Entwicklungen, er hat sich überlebt und daher kämpfen immer mehr Menschen für eine bessere, eine gerechtere, eine andere Welt. Wie eine solche Welt ganz konkret aussehen kann, ist dabei die große Frage. Wer allerdings keine Vorstellung davon hat, wohin die Reise gehen soll, tut sich schwer, sinnvoll für eine Veränderung einzutreten. In dieser Artikelreihe soll daher ein Vorschlag für eine alternative Gesellschaft skizziert werden. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit werden die Notwendigkeiten eines neuen Systems dargelegt sowie Gestaltungsmöglichkeiten präsentiert, wie ein solches aussehen könnte. Dabei wird auf alle wichtigen Bereiche gesellschaftlichen Zusammenlebens eingegangen.
      https://www.rubikon.news/artikel/die-welt-von-morgen

      Mittwoch, 11. Juli 2018, 13:00 Uhr
      ~21 Minuten Lesezeit
      Die Welt von Morgen
      Entwurf der Utopie für eine bessere Welt. Teil 2/7.
      von Rubikons Jugendredaktion

      (…)
      Die Aufteilung der Welt: Die drei Ebenen

      Die politische Verwaltung findet auf drei Ebenen statt, die jeweils durch Räte vertreten werden.

      1. Die unterste Ebene ist jene der Kommunen. Hier werden im entsprechenden Rat politische Entscheidungen der einzelnen Städte oder einer Gruppe von Kleinstädten oder Dörfern getroffen. Es sind dies Entscheidungen, welche die Kommune direkt betreffen.

      2. Angelegenheiten, die auf kommunaler Ebene nicht entschieden werden können, werden an die Regionalräte weitergegeben. Diese sind zuständig für Angelegenheiten, die eine ganze Region betreffen. Zur Aufteilung der Welt in Regionen kann die Orientierung an den ehemaligen Staatsgrenzen dienen oder eine alternative Aufteilung gefunden werden. Der Regionalrat wird jedoch nur aktiv, wenn mindestens ein Kommunalrat ihn dazu auffordert. Weiterhin beschäftigt er sich mit der Verteilung der Versorgungsgüter, die nicht in jeder Kommune vor Ort produziert werden können.

      3. Regionalräte können Angelegenheiten, die auf regionaler Ebene nicht entschieden werden können, an den Globalrat delegieren. Ähnlich wie der Regionalrat verhandelt dieser Angelegenheiten, die auf den darunterliegenden Ebenen nicht zufriedenstellend entschieden werden können und sorgt somit für einen Interessensausgleich. Weiterhin beschäftigt er sich mit der Verteilung notwendiger Güter, die nicht in jeder Region hergestellt werden können, aber zum Leben notwendig sind. Dieser Rat hat aufgrund der globalen Transportwege in besonderem Maße das Leitprinzip der Ökologie zu achten.

      Die Räte sind stets um einen Ausgleich widerstreitender Interessen mit den geringsten möglichen Einbußen für alle Parteien bemüht. Sie wenden dabei stets das Prinzip der Kooperation an, um Interessenskonflikte friedlich beizulegen, und streben nach Möglichkeit einen Gewinn aller Interessensgruppe an. Durch die Anerkennung der Unterschiedlichkeit gegenseitiger Bedürfnisse und ihrer kooperativen Erfüllung kann eine friedliche Welt geschaffen werden – ganz frei von den alten, in der Politikwissenschaft von den Realisten vertretenen Vorstellungen des puren Machtstrebens von Staaten und deren antagonistischer Unterwerfung.
      https://www.rubikon.news/artikel/1163-die-welt-von-morgen

      Samstag, 28. Juli 2018, 12:30 Uhr
      ~28 Minuten Lesezeit
      Die Welt von Morgen
      Entwurf der Utopie für eine bessere Welt. Teil 3/7.
      von Rubikons Jugendredaktion

      (…)
      Geld und die Fragen von Verteilung und Versorgung

      Im Kapitalismus hat sich Geld als wesentlicher Machtfaktor erwiesen. Da das kapitalistische System am Tropf des Kapitals hängt, sind die Kapitaleigner dazu in der Lage, demokratisch nicht legitimierte Macht auszuüben. Ihr Einfluss wirkt sich subtil und von den Meisten unbemerkt über die gewählten Vertreter auf die Gesellschaft aus, denn diese geben die Entscheidungen als ihre eigenen aus. Dies war jedoch stets einer propagierten Abhängigkeit aller vom Erfolg der Wirtschaft geschuldet sowie dem ökonomischen Zwang nach Wachstum und der Abhängigkeit jedes Einzelnen von einem bezahlten Arbeitsplatz, wodurch die Kapitaleigner eine unvorstellbare Macht und Einfluss auf das Handeln der Politiker erlangen konnten. Regierende handeln somit „im Interesse aller“, wenn sie die Vertreter der Wirtschaft in ihren Entscheidungen bevorzugen.

      Auch wird die Bereitschaft der Menschen, sich den Sachzwängen der Wirtschaft zu opfern, durch gezielte Einflussnahme gesteuert. So lassen sich Parlamentarier und Regierende durch die Verlockungen des Geldes zu Entscheidungen zugunsten der Kapitaleigner, aber entgegen der überwiegenden Mehrheit der Menschen hinreißen.

      Das alleinige Ziel der Kapitaleigner ist jedoch, ihre Macht zu festigen und ihre Gewinne zu erhöhen, sei es durch direkte Korruption oder durch die Aussicht auf einen gut bezahlten Posten in der Privatwirtschaft. Gang und gäbe sind auch von der Privatwirtschaft in Auftrag gegebene und bezahlte Studien oder „Expertengruppen“; oft stehen voreingenommene Instrumente wie diese hinter den Think Tanks und Sachverständigen, auf die sich Politiker bei der Frage nach der Legitimität ihres Handelns berufen.
      Handlungsmotor Geld

      Geld ist zum zentralen Handlungsmotiv aller Menschen geworden. Dies gilt im Kleinen wie auch im Großen. Bei der Gestaltung seines Lebens macht sich der überwiegende Teil der Menschen von den Aussichten auf Geld abhängig. So geben sie Träume zugunsten einer sicheren Bezahlung auf, Eltern vernachlässigen der Arbeit wegen ihre Kinder, manche allerdings auch nur, um dem Kontostand noch einige Nullen hinzuzufügen, während andere Familien kaum die nötigen Mittel besitzen, sich und ihre Kinder angemessen zu versorgen und daher gezwungen sind, bei ihrer Lebensplanung das Geld in den Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit zu stellen. Dies führt zu Verdruss und Unglück auf allen Seiten.

      Dabei hat Geld vor allem auch eine trennende Funktion. Durch die bereits erwähnten künstlich geschaffenen Gegensätze – beispielsweise von Verkäufer und Käufer, Vermieter und Mieter – sind die Menschen mit ihrem beständigen Kampf gegeneinander um den höheren Gewinn, den günstigeren Preis, die geringeren Ausgaben oder den höheren Lohn beschäftigt. Auf diese Weise richtet sich ihre Aufmerksamkeit statt auf die Machtverhältnisse, die ihr Leben ganz erheblich beeinflussen, auf Scheinkonkurrenzen, welche die Menschen untereinander spalten, sodass sie die Herrschaft der Kapitaleigner nicht gefährden, ja nicht einmal begreifen.
      (…)
      Gesellschaft ohne Geld

      In einer neuen Gesellschaft müssen daher das Geld und alle mit ihm verbundenen Dienstleistungen und Institute aufgrund ihrer zerstörerischen Auswirkungen abgeschafft werden. Erst wenn Geld nicht mehr der Antrieb menschlichen Handelns ist, kann der Mensch zu sich selbst finden und eine vernünftige Wirtschaft im Einklang mit Mensch und Natur beginnen. Auch den entfesselten Finanzmärkten wird somit ein Riegel vorgeschoben, versuchen diese doch, mithilfe von Geld noch mehr Geld zu schöpfen, agieren dabei entkoppelt von der Realwirtschaft, stürzen diese aber regelmäßig in tiefe Krisen, die das Elend vieler Menschen noch verschlimmert.
      https://www.rubikon.news/artikel/1164-die-welt-von-morgen

  39. An Susan Bonath’s Kritik ist schon etwas dran. Ich habe auch Zweifel, ob die Programmatik der neuen Bewegung radikal genug sein wird. Denn mit ein paar Korrekturen am bestehenden kapitalistischen System kommen wir nicht weit, und die Zeit rennt bekanntermaßen.

    Andererseits kann man ja auch nur langsam anfangen, um die Massen für wirklich alternative Ideen zu öffnen. Und die Zeit erscheint mir dafür auf jeden Fall reif, mehr und mehr auch hierzulande.

  40. Traurig solche schlagseitigen (Meinungs-)Artikel hier zu lesen . . . . .

    ein Einziges Vorverurteilen und Abkotzen (sorry für die Ausdrucksweise, aber mir fällt nix besseres ein), nur eben von der anderen Seite.

    Artikel zusammengefasst: “ . .is doch alles sche….! “

    Wer soll das ernst nehmen!?

  41. Hallo Frau Bonath,

    ich kann Ihnen schon in der Überschrift nicht zustimmen: Was soll das bedeuten: „Sammeln von oben“? Wieso ist Frau Wagenknecht „oben“? Und, was die Folgerung daraus wäre: Wieso bin ich – im Verhältnis zu Frau Wagenknecht – unten?

    Auch der übernächste Satzanfang ist falsch formuliert: „Als am Samstag ihre Webseite »#aufstehen« online ging, …“. Es ist nicht Sahra Wagenknechts Seite online gegangen (die lautet „www.sahra.wagenknecht.de“ und gibt es schon länger) sondern die Seite der Bewegung „Aufstehen“.

    Frau Wagenknecht nutzt sicher ihre Popularität um diese Bewegung bekannt zu machen (und das scheint ihr zu gelingen), aber was aus dieser Bewegung wird, muss am Ende diese Bewegung (so sie denn zustande kommt) selbst bestimmen. Und wir alle sollten erst mal abwarten, ob vielleicht mehr aus dieser Bewegung wird, als die von Ihnen genannten Occupy und Montagsmahnwachen.

    Allerdings sollten wir uns alle dazu einbringen und der Sache eine Chance geben. Wenn Ihnen da zu wenig prinzipielle Kapitalismuskritik drinsteckt, dann bringen Sie sich entsprechend ein.

    Was Sie aber auf alle Fälle unterlassen sollten, sind Unterstellungen wie: „Man erinnere sich dem entgegen an Occupy und die Montagsmahnwachen. Beide Male folgten einem großen Schweigen verbale Gülle-Kübel, die fast die gesamte Presse über jeden auskippte, der nur irgendwie damit zu tun hatte. Das macht stutzig.“ oder „Die Ambitionen eines politisch bereits aufgestiegenen und eingefriedeten Millionärsehepaares sind dagegen ebenso überschaubar, …“.

    Die Bewegung wurde von Frau Wagenknecht initiiert, aber was wir daraus machen, ist alleine unsere Entscheidung.

  42. Die Dinge, also das Leben, sind einerseits so einfach und gleichseitig so komplex. Die Komplexheit ist dadurch begründet, dass jede neue Bewegung von menschenfeindlichen übergeordneten Systemstrukturen sofort vereinnahmt werden können, wähend das Leben einfach geschieht.

    Zum Beispie würde ein bedingungsloses Grundeinkommen innerhalb der Systemstrukturen u.U. die Bodenpreise in die Höhe treiben … , d.h. das bestehende Bodenrecht müsste gleichzeitig reformiert werden. Auch hier gibt es sehr gute Ansätze, die ein Ausstieg aus Privateigentum, Kircheneigentum und Staatseigentum über Nutzungsrechte möglich macht. Eine sachliche Diskussion wird es in diesem Bereich jedoch kaum geben können, da das gesellschaftliche Bewusstsein schlicht und einfach fehlt. Unsere Bildung und Erziehung zum freien Menschen weist derzeit so viele Defizite auf, dass eine Betrachtung zum Leben und zum Menschensein hin als illusorisch betrachtet werden muss.

    Wer Vermögend ist, kann auch sozial sein, während Sozialschwache lediglich die Anpassung und der Widerstand bleibt. Hier tut sich ein riesiger Abgrund auf und spaltet die Gesellschaft. Die Politik, die einerseits enorme Anstrengungen unternimmt persönliche Verantwortung von sich zu weisen und anderseits im Verborgenen handelt ohne gesellschaftliche Teilnahme zu ermöglichen, hat in den letzten Jahren viel Glaubwürdigkeit verspielt. Das Gleiche gilt für die gesellschaftsrelevanten Medien, die das Vertrauen in den Mülleimer entsorgt haben.

    Diese toxische Mengengelage macht wenig Hoffnung und führt die Gesellschaft in eine Lähmung. Der Druck in den unteren Reihen einer Gesellschaft ist erheblich, weil die Achtung und Würde durch Handlungsdruck genommen wird. Hier liegt der Ansatz von Sarah Wagenknecht. Ein Ansatz, der situativ richtig ist aber perspektivisch wenig weiterhilft.

  43. Bin irgendwie enttäuscht. Endlich wird mal eine außerparlamentarische Opposition auf die Beine gestellt, die frei von Konfimitätsdruck der Parteien agieren kann um ordentlich Druck auf diese auszuüben, und Susan Bonath nimmt eine solch merkwürdige Haltung ein. Wir sind uns doch einig, dass der Neoliberalismus der letzten 2 Jahrzehnte wieder zurück gedreht werden muss, oder? Darüber hinaus stimmt es natürlich auch irgendwie, dass keiner so recht Antworten auf die Probleme der Zukunft zu haben scheint, aber das ist sicher nicht die Schuld von Wagenknecht oder sonst wem.

    Die Menschen lechzen derzeit nach Möglichkeiten zum Widerstand. Und die Wagenknecht bekommt von den Menschen offensichtlich einen Vertrauensvorschuss dafür. Wenn sie sich als Verlogen oder Unterwandert herausstellt, dann können wir immernoch reagieren. Aber bis dahin fühlt sich eine solche Kritik, die kaum auf die Sache selbst eingeht, sondern subtil diffamiert, eher wie ein Verriss an.

    Was ist los, KenFM? Und sehr schade, dass ich Susan Bonath nicht direkt fragen kann, denn offensichtlich mag sie meine Kritik nicht: Ich bin aus mir unerklärlichen Gründen von ihr geblockt worden.

    • Das gleiche wie sonst auch, beim Barte des Propheten.

      Ist ja auch ein dicker Hund, dass dieser hinterhältige Kapital Menschen entlässt, wo doch nur deren Arbeit abgeschöpft werden kann? Das weiß man doch seit Marx.

      Müssten demnach diese fiesen Pfeffersäcke nicht einfach nur einstellen ohne Ende und richtig dreckig und old school arbeitsintensiv produzieren lassen, um fett abschöpfen zu können?

    • Mir wäre es auch lieber, Frau Bonath hätte sich mit Frau Wagenknecht unterhalten, wie z.B. Herr Müller bei den NDS am 3. dieses Monats.

      Auszug:
      „Kann man in einigen wenigen Zeilen zusammenfassen, was die zentralen programmatischen Vorstellungen der Sammlungsbewegung sind?

      Es geht um den Mut zur Überwindung des neoliberalen Mainstreams, um eine soziale Politik im Interesse der Mehrheit. Und um ein Ende der Kriegspolitik und des gefährlichen Wettrüstens. Der Neoliberalismus tritt die sozialen Bedürfnisse der weniger Wohlhabenden mit Füßen und bringt viele dazu, sich von der Demokratie abzuwenden. Am Ende profitieren davon rechte Parteien. Inzwischen bestimmt die AfD in Deutschland die Themen der Politik und treibt die anderen vor sich her. Das wollen wir nicht länger akzeptieren. Die konzerngesteuerte Globalisierung, der Sozialabbau, immer neue Kriege, das alles ist keine Naturgewalt. Es gibt dazu Alternativen und wir wollen den Menschen die Hoffnung zurückgeben, dass sich die Politik verändern lässt.“

      Das ist doch ein Anfang. Ich hoffe das es gelingt.

    • Was soll dieser Unfug? Wir sehen und spüren doch alle am eigenen Leib die Zerstörungen und Verwüstungen die dieses System anrichtet. Parallel haben wir genug Wissen und Erfahrungen gesammelt, dass dieses System so niederträchtig ist, dass es zwar mit Kompromissen lockt, aber im Wesen überhaupt nicht daran interessiert ist.
      Nur einige Beispiele zu nennen: SPD, Grüne und jetzt auch die Linke oder schon vorher.

      Und was soll dieser ganzer Unsinn?
      Lasst uns auf ein Kompromiss eingehen: ein bisschen Frieden und zugleich ein bisschen Krieg, ein bisschen Oligarchie mit ein bisschen sozialer Gerechtigkeit, ein bisschen repräsentativer Demokratie und ein bisschen Basisdemokratie,
      ein bisschen fossiler Energieausbeutung mit ein bisschen regenerativer Energiegewinnung, ein bisschen Plastikmüll und ein bisschen umweltschonender Verpackungen usw.
      Es gibt bei gewissen Dingen kein Kompromiss, sondern ganz oder gar nicht. Man kann auch nicht ein bisschen Schwanger sein.

      Und was Frau Wagenknecht im Sinne schwebt, gehört genau in dieser komischen alternativlosen Kompromissbereitschaft.

    • „Lasst uns auf ein Kompromiss eingehen: ein bisschen Frieden und zugleich ein bisschen Krieg, ein bisschen Oligarchie mit ein bisschen sozialer Gerechtigkeit, ein bisschen repräsentativer Demokratie und ein bisschen Basisdemokratie,
      ein bisschen fossiler Energieausbeutung mit ein bisschen regenerativer Energiegewinnung, ein bisschen Plastikmüll und ein bisschen umweltschonender Verpackungen usw.“

      Ist denn nur Krieg, nur Oligarchie, soziale Ungerechtigkeit, nur fossile Energieausbeutung, nur Plastikmüll besser?
      Oder geben wir Alternativen, bei allem Widerstand eine Chance?

      Ich glaube, wir haben eine Wahl, jeder an seinem Ort.

    • schwarz ist weiß,
      Erstens Sie haben mich von Kontext her falsch zitiert.
      Zweitens, will Frau Wagenknecht eine Sammelbewegung als Widerstand oder als Kompromiss?
      Drittens, was ist die Alternative zum Kompromiss?

      Ich habe noch nie von irgendeinen deutschen Linkenpolitiker den Aufruf zum Generalstreik gehört. Warum geht das in anderen Ländern wie Spanien oder Frankreich, aber nicht in Deutschland?
      Das ist dann erst wirklicher Widerstand der richtig tief sitzt. Daher folgt logischerweise die Angst sich dem Widerstand zu widmen, wenn man schon Angst vor dem Generalstreik hat.
      Immer wieder die alte Laier von heißer Luft wie Solidarität. Was wirkliche Solidarität ist, sieht man erst beim Generalstreik und das beweisen uns die Nachbaren aus Spanien.

    • Ich weis nicht, wie Sie zum jetzigen Zeitpunkt auf einen Kompromiss kommen?

      Der Ausruf eines Generalstreiks macht ja nur Sinn, wenn die große Mehrheit dazu bereit ist.
      Jeder Politiker, der dazu aufruft, und dann fast alleine auf der Straße steht, macht sich lächerlich.

  44. Liebe Frau Bonath,
    im großen und ganzen stimme ich mit Ihren Ausführungen überein.
    Anderseits, wo sehen Sie in der momentanen Situation andere Möglichkeiten?
    Wenn von „unten“ nichts Organisiertes passiert, ist es sehr einfach, das zu kritisieren.
    “ Ein bisschen mehr Sozialdemokratie, den Mindestlohn ein wenig erhöhen, etwas mehr Grundsicherung mit weniger Repressionen, eine Untergrenze für die Rente, und so weiter.“
    Das sind minimale Forderungen, die ich aber für wichtig hallte.
    In Ihrem Beitrag vom letzten Montag schreiben Sie „Denn nur im Kampf lernt man kämpfen.“ Daumen hoch dafür!
    Vielleicht, und das ist meine Hoffnung, dem Neoliberalismus etwas entgegenzusetzen.
    Ist es denn in Stein gemeißelt, das dieses „Unternehmen“ zahnlos bleibt.
    Bewegungen leben vom Mitmachen und sich einbringen.
    Von außen meckern kann jeder.
    Sarah Wagenknecht, so glaub ich, geht es nicht darum, im Lande eine revolutionäre Situation zu schaffen, sondern einen Gegenentwurf (eine Alternative) zu wachsenden bürgerlich-rechten Angeboten aufzuzeigen.
    Das kann ich erst mal, bei aller Kritik, begrüßen.

    • Sehe ich auch so, denn die Geschichte hat gezeigt:

      Wenn eine Revolution zu schnell passiert, dann können gewisse Kräfte in Deutschland sehr schnell sehr repressiv werden (siehe Niederschlagung der Räteexperimente 1919, KPD-Verbot 1956).

      Evolution statt Revolution ist daher wohl die bessere Strategie für Deutschland.

      Und als Partei ist die Bewegung zwar derzeit nicht konzipiert… es könnte sich allerdings eine daraus entwickeln. Und das könnte das eigentliche Ziel sein. Zumindest wenn man sich die Spaltungsprozesse innerhalb der Linken vor Augen führt, könnte einem dies verständlich erscheinen. Vlt. schaut man auch rüber nach GB, wo Corbyn mit der Labour-Party eine ziemlich breite Bewegung anführt. Ich denke, das will man hier auch. Und die Zahl der enttäuschten Nichtwähler (ehemalig SPD, Linke, Grüne) möchte man hierzu abgreifen.

      „Machtpolitische Umstrukturierung“ nenne ich das.
      Ich bezweifle allerdings, dass diese Bewegung kein Ziel medialen Feuers werden wird. Sobald sie relevant ist, wird es losgehen.

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