Tagesdosis 6.9.2018 – Ach du grüne Neune. Aufstehen mit Ludger Volmer?

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Das heutige Bild zur Tagesdosis zeigt das Brandenburger Tor in Berlin im Jahre 1998. Auf dem zugehörigen Pariser Platz demonstrieren Kriegsgegner gegen den damaligen Jugoslawien Krieg. Das großformatige Transparent stellte folgende Frage:

Wurde diese Grenze aufgehoben, damit wir zusammen gegen andere Völker in den Krieg ziehen? Eine schlichte Frage, die aktuell nach 30 Jahren so auch noch gestellt werden könnte.

Im Oktober 1990 wurden zwei deutsche Staaten politisch zusammen geführt. Nichtmal ein Jahr später trat das vergrößerte Land erstmalig außenpolitisch in Aktion. Es erfolgte die überraschende diplomatische Anerkennung Sloweniens und Kroatiens und damit die unterstützende Zerstörung Jugoslawiens(1). Mit dem Regierungswechsel im Oktober 1998 erhofften sich damals viele Deutsche einen Kurswechsel der Bundesrepublikanischen Gesamtpolitik nach 16 Jahren unter Helmut Kohl (CDU). Es folgte die erste Rot – Grüne Regierung mit Gerhard Schröder von der SPD als Kanzler und Joschka Fischer von den Grünen als Außenminister. Sein zuarbeitender Staatssekretär im Auswärtigen Amt hieß Ludger Volmer von den Grünen.

Die damalige Hoffnung der Wähler. Bürgernahe humanistische, pazifistische, soziale, wirtschaftskritische, umweltfreundliche Politik. Eben Wahlversprechen der SPD und der Grünen. Es kam bekannter Weise vollkommen anders. Kriegsbeteiligungen und Sozialabbau als gravierende Pfeiler dieser Periode einer vermeintlich linken Alternative. Die Folgen dieser verfehlten Politik bis zur Abwahl im Jahre 2005 haben ihre Wirkungen bis in die Gegenwart.

Deutschland 2018. Ein unzufriedenes Land. Ungleichland(2). Und immer wieder zu Erinnerung. Verantwortlich seit Oktober 1990 in wechselnden Cliquen auf Bundes – und Länderebene: CDU, SPD, FDP, Grüne und die Linkspartei. Nun soll es eine neue linke Sammlungsbewegung richten, bzw. möchte es zumindest versuchen.

Aufstehen(3) nennt sie sich und am Dienstag dieser Woche stellte sie sich erstmalig der Hauptstadtpresse(4). Die Wochen zuvor präsentierte sich die Bewegung als Sammlung der normalen, einfachen Bürger. Bodenständigkeit war angesagt. Die Internetpräsenz zeigte Videos von besorgten, kritischen bis verärgerten Sympathisanten, die ihre Vorstellung einer Politik, unter anderen Politikern, für und nicht gegen die Bürger formulierten. Und wer saß dann bei der Präsentation neben u.a. Sara Wagenknecht von der Linkspartei und Simone Lange von der SPD: Ludger Volmer.

Wikipedia läßt erinnern(5): Ende 2002 wurde er außenpolitischer Sprecher der Grünen. Volmer wandte sich in dieser Funktion von seinen früheren pazifistischen Positionen ab und befürwortete die deutsche Kriegsbeteiligung in Kosovo und Afghanistan im Rahmen des Nato-Militärbündnisses, für dessen Abschaffung er und seine Partei noch bis 1994 eingetreten waren.

Dieser Volmer sitzt da nun und formuliert folgende Worte: Vor dreizehn Jahren haben ich meine aktive Laufbahn als Politiker beendet, hatte ein wunderbares Privatleben. Warum mische ich mich heute wieder ein? Volmer läßt seine Beweggründe in zwei Abschnitten folgen. Der erste handelt von der seiner Sicht liberal – konservativen Entwicklung der Partei Die Grünen und dem aktuellen Rechtsruck in diesem Land. Der zweite lautet im Originalzitat: Die Grünen haben zwei ihrer wesentlichen Gründungsmotive weitestgehend aufgegeben. Nämlich den Pazifismus und die soziale Orientierung. Zitat Ende(4). Skurriler Weise hat keiner der Anwesenden gelacht.

Die FAZ vom 04.09 informiert: Wagenknecht und „Aufstehen“-Mitgründer Oskar Lafontaine konnten auch den früheren Grünen-Vorsitzenden Ludger Volmer für das Bündnis gewinnen(6). Die Frage die sich stellt, worin definiert sich dieser Gewinn? Wagenknecht wird im gleichen Artikel wie folgt zitiert: Als Ziel von „Aufstehen“ hatte Wagenknecht bereits früher ausgegeben, mit der Bewegung linke Kräfte bündeln zu wollen, um damit mittelfristig die Weichen für eine linksgerichtete Bundesregierung zu stellen. Dass SPD, Grüne und Linkspartei es in der vergangenen Legislaturperiode unterlassen hatten, eine Regierung zu bilden, obwohl sie zusammen eine Mehrheit der Mandate hatten, bezeichnete Wagenknecht als vertane Chance. Es habe dazu geführt, dass die große Koalition die sozialen Gegensätze weiter verschärft, Löhne gekürzt und Renten gesenkt habe(6).

Im gleichen Bezirk wie das Bundespresseamt steht das Rote Rathaus. Der aktuelle Berliner Senat besteht aus Rot – Rot – Grün. Bis dato, ein Volldesaster. Wie soll das funktionieren, was soll anders funktionieren, bei dem anvisierten Wechsel?

Wäre es nicht ein starkes schlüssiges Zeichen gewesen zur Pressekonferenz den Normalbürger, also bodenständige Sympathisanten sprechen zu lassen? Wenn Volmer einen Gewinn darstellen soll, stellt sich die Glaubwürdigkeitsfrage. Wenn dieser aus Steuergeldern finanzierte Wohlstandsbürger bei der Pressekonferenz Hohlblasen abläßt wie, was wir brauchen ist eine politische Kultur in der zugehört wird, stellt sich die Glaubwürdigkeitsfrage.

Viele Menschen setzten Erwartungen, haben Hoffnungen und dürsten nach motivierenden Veränderungen. Nach dieser enttäuschenden Pressekonferenz würde es nicht verwundern, wenn Sympathisanten sich wieder hinsetzen. Interessierte nicht aufstehen. Es geht jetzt schon und die kommenden Wochen nur um eine Frage. Die Glaubwürdigkeit dieser Sammlungsbewegung.

Quellen:

  1. https://www.zeit.de/1996/11/Keiner_sagt_mehr_Danke_Deutschland
  2. https://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Ungleichland-Wie-aus-Reichtum-Macht-wi/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=52230614
  3. https://www.aufstehen.de/
  4. https://www.youtube.com/watch?v=FVp8aUp6aGI
  5. https://de.wikipedia.org/wiki/Ludger_Volmer
  6. http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/sahra-wagenknecht-beklagt-handfeste-krise-der-demokratie-15770724-p2.html

Bildquelle: privat/B.Leyon©1998

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29 Kommentare zu: “Tagesdosis 6.9.2018 – Ach du grüne Neune. Aufstehen mit Ludger Volmer?

  1. @Benjamin Reloaded

    Ludger hat ja nichts falsch gemacht…er tat das, was die Masse in dieser Riege an solcher Porition halt eben so macht: Befehle ausführen ohne jegliches Bewusstsein, dass damals wie heute Tausend sterben und die jeweilige Gegend mit Uranmunition verseucht wird. Schönen Urlaub im ehemaligen Jugoslawien! Diese Mittäterschaft als „Fehler“ zu bezeichnen und damit aus Allem raus zu sein ist eine Verhöhnung der Toten! Bestimmt geht Herr Ludger zur Weihnacht in die Kirche. Ekelhaft.

  2. Danke Herr Loyen! In Thüringen „regiert“ auch so etwas wie Rot oder so. Aber man merkt nichts von Rot und so…
    Ich würde mich endlich von dem Gedanken verabschieden, zu Glauben, weil wissen „tun“ wir ja eh nichts wollen und können, dass irgendein Lump von früher oder eine Versammlung von Schlaumeiern aus dem alten Politiksumpf unter dem Namen „Aufbruch“ etwas im Sinn haben könnte, was allen Bürgern und nicht nur den „normalen“ zugute käme! Ich nenne es eine besonders perfide Art von Rassismus, die Bürger, die doch alle auf dem Personalausweis welche sind, in würdig und bekämpfenswert einzuteilen, wie es gerade in Chemnitz beispielhaft zelebriert wird. Die, die nach Toleranzen brüllen, sind die ersten, die Autos brennen lassen, anderes Eigentum zerstören, Menschen bedrohen, bestalkten und diffamieren, nur weil diese mal eben nicht Flüchtlinge sind! Feine Bürger haben wir hier!
    Dieser „Grüne“ Herr Ludger und die damalige wie aktuelle Regierung gehören vor den Kadi! Gibt es eigentlich staatliche Zuschüsse für die Gründung einer Bewegung wie der von Genossin Sarah.
    Danke!

  3. Es ist ganz klar, dass man einem Menschen verzeihen soll, wenn er sich ändert. Möglicherweise sogar bei Verantwortung für Krieg, was aber schon ein absolutes Höchstmaß an Vergebungsbereitschaft erfordert…

    Aber – wie das z.B. Son_Snow richtig schreibt: Hier muss zuerst einmal eine ganz klare, unmissverständliche und glaubwürdige Entschuldigung erfolgen. Das waren ja keine Kleinigkeiten, die er da falsch gemacht hat.

    Dies zu fordern ist doch wohl nicht zu viel verlangt.

  4. Ich halte es für einen falschen Weg, sich gegenseitig öffentlich zu zerlegen. Man muss mit Vollmer reden, wie er zu seinen damaligen Entscheidungen steht. Letztlich kann es sein, dass er reingelegt wurde und tatsächlich nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat. Diese Auseinandersetzung steht den Grünen noch bevor und sie sollten sie sobald als möglich in Angriff nehmen.

    • Moin, Reinhard Melz, der Mensch war 4 Jahre lang (von ’98 bis 2002) Staatsminister im AA. Es ist schon sehr naiv, anzunehmen er könnte reingelegt worden sein.
      Ich hatte an anderer stelle erwähnt, dass er im Entstehungsprozess der damaligen Gruenen eine mehr als zweifelhafte Rolle gespielt hat beim Ausschluss (bzw. beim Nichtzulassen von verschiedenen Stömungen/Fraktionen innerhalb der Gruenen) der damaligen Linken/Bunten aus den Gruenen.

  5. Auch der Gründungsaufruf von aufstehen ist sehr enttäuschend. Als ob dieser aus der Feder eines Neoliberalen stammt. Zu allgemein, ohne konkrete Vorstellungen/Argumentationsketten. Besser als Flassbeck in seinem Kommentar: „Aufstehen vielleicht, aber noch lange kein Aufbruch“, hätte man es nicht zusammenfassen können.

    • leute ihr glaubt doch nicht im ernst das die wagen knecht das alles wolte leute sie ist ebenso ein mittel zum zweck letztens habe ich von medien, den ich nicht traue aber naja wer Weiss vieleicht ist was dran, das wagen knecht nicht mal erwartet hatte des so ein zulauf geben würde. das sagt ja dann viel aus…. zufall wohl kaum obs war ist keine ahnung. aber was wichtiger ist das alles eine fass ist und dient einzig nur um uns wieder einmal in bewegung zu halten so das man nicht wo anders hin gehen kann.

  6. Menschen dürfen sich weiter_entwickeln und Fehler machen; wenn dies abgesprochen würde, wer wäre dann überhaupt noch….
    Ich breche keine Lanze für Ludger Volmer, aber perspektivisch ist es erstmal zu begrüßen, dass er offensichtlich einsichtig ist.

    • Danke DWSchade, das spricht mir aus der Seele. Es gab und gibt so viele Biografien, die einen Irrtum korrigiert haben. Wenn Herr Vollmer jetzt nicht mehr da unterwegs ist, wo er vor Jahren war, braucht er sich doch nicht entschuldigen, ehe wir ihm abnehmen, dass er jetzt nicht mehr da ist, wo er einst war. Martin Niemöller war lange Jahre Unterstützer der NSdAP, ehe er zu einem der berühmtesten Gegner wurde, Richard Scheringer ging sogar noch weiter und wurde KPD-Mitglied, nachdem er in Haft gekommen war, weil er eine nationalsozialistische Zelle in der Reichswehr bildete, wie man ihm vorwarf. Edward Snowden arbeitet vor seiner mutigen Tat für die CIA- und die NSA, u.a. in einer Japanischen Basis der US-Armee,… Es gibt viele solche Biografien. Die Linke, die Alternativen, die Friedensbewegten, die UmweltaktivistInnen, … sie könnten viel mehr bewegen, wenn sie sich nicht gegenseitig bekriegen. Ich rate allen zu verbaler Abrüstung, der Gegner ist woanders, und er reibt sich die Hände, wenn wir ein ander zerreiben.

    • Ich werfe einfach mal ein Paar Wörter in die Runde.
      Verantwortung, Rechenschaft, Aufrichtigkeit, Wiedergutmachung, Vertrauen.

      „An seinen Taten sollst du ihn messen und nicht an die seines Geschwätzes!“
      Hat der Mann Verantwortung für seine Fehler getragen?
      Hatte er Rechenschaft abgelegt?
      War sein Handeln im nachhinein aufrichtig?
      Gab es Wiedergutmachung für seine Fehler?
      Welche seiner Taten rechtfertigen das wiedererlangte Vertrauen?

      Vertrauen im Vorausschuss sowie anhand leeren Geschwätzes ist grob naiv und fahrlässig.

    • Moin, Bernhard Trautvetter, ja, es gibt viele Biografien, die einen Irrtum korrigiert haben. Doch hier geht es im Kern doch um Glaubwuerdigkeit und zwar um die Glaubwuerdigkeit einer sich im Entstehen befindlichen Bewegung, die auch als pazifistisch und Nato-kritisch verstanden werden möchte.
      Worin besteht ansonsten der Unterschied zu all den Politikern in der Republik, die nach der Devise verfahren :“Was schert mich mein Geschwätz von gestern!“, wenn wir diese Luegen mitmachten?
      Dieser Gruene stand seinerzeit nicht etwa im Hintergrund, sondern hat aktiv den Natokrieg im Kosovo und in Afghanistan als Staatsminister im AA mitvorbereitet. Ein Mitläufertum kann ich ihm nicht zugute halten.
      M.M.n. muss es hier ein Aufbegehren geben, weil die Reputation der gesamten Bewegung auf dem Spiel steht.
      Also entweder er erklärt sich und seine vielmaligen Sinneswandel oder er sollte zumindest in die 2. oder 3. Reihe zuruecktreten, aber unter keinen Umständen als Aushängeschild der Aufsteh-Bewegung.

  7. Ja ich sehe das inzwischen auch so. Ob die Grünen, SPD, Linke aufstehen oder sitzenbleiben wird für den Menschen in Deutschland nicht wirklich einen großen Unterschied machen. Erstens sind mir all diese Menschen nicht kritisch genug und und von wo soll dann eine Veränderung herkommen wenn die Analyse schon nicht stimmt. Wie soll das auch gehen, soll die Menschen dann trotzdem Grüne und SPD wählen ? Weil neue Partei gibt es ja keine. Da ist die reinste NATO Propaganda wieder vereint. Die Hoffnung beruht auf Menschen die über den Tellerrand sehen wie Daniele Ganser und vielen anderen Menschen die zB auch hier auf KenFM interviewt wurden. Mir wäre nicht bekannt das sich Sara Wagenknecht auch nur mit einem getroffen hätte, das sie mal einen Geldsystemkritiker eingeladen hätte oder Frieder Wagner über DU Munition sprechen hätte lassen. Wenn ich mir vorstelle wie die Grünen und die SPD über Russland hetzen und sie die NAZIs in der Ukraine unterstützen dann war der Kosovokrieg ja nicht das letzte Verbrechen sondern deren transatlantische Politik geht ja fröhlich weiter. Und die SPD die Harz IV eingeführt hat will daran ja auch nichts ändern, sie versteht noch nicht einmal das dies ein Problem ist, nur Russland, Putin und Trump sind die Probleme. Und mit diesen Politikern will Wagenknecht gemeinsam eine Bewegung gründen die „Links“ sein soll. Da muss man sich ehrlich auf den Kopf greifen, das ist eigentlich von vornherein zum Scheitern verurteilt oder ich habe Wagenknecht bis jetzt immer falsch eingeordnet, möglicherweise passt sie ja ganz gut zu den grünen Kriegstreibern und den Roten Harz IV Transatlantikern.

  8. Eine Meinung, die ich akzeptiere, aber nicht teile.

    Menschen ändern sich in ihrem Leben. Das hat mit Erfahrung zu tun. Man denke an Jürgen Todenhöfer oder Peter Gauweiler, die sich positiv entwickelt haben. Ein Jürgen Elsässer hat sich vom Linken zum Rechten, ich meine negativ, entwickelt.

    Eine positive Entwicklung würde ich jedem Menschen zugestehen. Wie soll die politische Landschaft in Deutschland verändert werden? Sicher nicht, indem jeder Versuch die Gesellschaft nachhaltig zu verändern von vorn herein verurteilt und verdammt wird.

    • Ihr Statement ist erst einmal richtig….. aaaaber, da dieser Mann eine eher unrühmliche Vergangenheit hat, so ist es das mindeste das er sich zu eben dieser Vergangenheit erklärt….

      Ansonsten könnte man auch einfach nur Wendehals zu ihm sagen.

  9. Hallo Meinenstein,

    Warte bitte nicht auf geheuchelte Worte „DAS“ von Leuten am Futtertrog.

    Lange Personaldiskussionen um Herrn L. VOLMER, statt sich über Inhalte auseinanderzusetzen sind m.E. das gewollte „U-Boot“ (Falle). Menschen machen Fehler weil es Menschen sind…

    Zitat: Heinz D.Altmüller sagt: 6. September 2018 at 14:38
    „…Na ja, vielleicht hat Ludger Vollmer den Mut sich den kritischen Fragen von Ken im Gespräch zu stellen. Ich würde dies begrüßen.“

    Ich hoffe auch das KenFM mit Fingerspitzengefühl so oder so und schnell reagieren wird.

    Schönen Abend

  10. Hier könnte ich mich fragen ob Bernhard Loyen all die Beiträge der lezten Jahre auf KenFM nicht beachtet, reflektiert hat…
    Tipp; wenn man sich mit einem der Verantwortlichen der damaligen Kriegs & Hartz Regierung unterhält, stellt man rasch fest; dass nur wenige der damals handelnden Politiker hinter diesen Entscheidungen wirklich standen. Die meisten taten dies durch „Sachzwänge“…

    Die Tatsachen, dass sich Ludger Volmer aus der Politik verabschiedet hatte, nicht den priv.-Wirtschaftsweg wie Fischer eingeschlagen hat/konnte & seine Worte an der Pressekonferenz deuten darauf hin; dass auch er damals seiner eigentlichen Haltung zuwieder handeln musste.

    • @FloFrey

      Warum musste er seiner eigentlichen Haltung zu wieder handeln?

      Hätte man ihn getötet wenn er seine vermeintlich eigentliche Haltung beibehalten hätte?

      Was genau ist denn seine Haltung und Könnte die sich ggf. auch wieder ändern?

      Ich persönlich bin diese ganzen Karriere geilen Typen nur noch leid, die je nach Wetterlage ihr Fähnchen in den Wind halten und denen man bei jeder Luftblase die sie absondern deren vorherige Opportunitätsprüfung anmerkt.

  11. Ja, da kommt es mir schon gewaltig uebel hoch, bei diesem Namen, der nicht nur die Artikel angesprochenen Delikte begangen hat, sondern damals innerhalb des Formierungsprozesses der Gruenen einen mehr als rechten Part gespielt hat. Dieser Person ist alles zuzutrauen nur nicht eine linke Position.
    Ich kann mir denken, dass diese Unperson eher als U-Boot gestartet ist, um die Aufstehbewegung zu torpedieren. Ansonsten bin ich gespannt ob und wann er sich selbstkritisch äussert zu seinen Kriegsvergehen!?

  12. Ja, man kann es so sehen… ich bin selbst aufgestanden und beteilige mich an dieser Bewegung. Ich bin 25 Jahre Spd-mitglied gewesen, habe gegen die damalige Wahl von Scharping schon protestiert, weil es keine Stichwahl gab zwischen Ihm und Schröder, den ich zwar auch nicht mochte und mag. Habe Krieg und Hartzgesetze abgelehnt und habe gehofft, daß in der Partei die Chance auf Änderung bestünde, um dann 2005 nachdem der Müntefering diese Frau zur Kanzlerin gemacht hat, wütend mit einer entsprechenden Austrittserklärung aus dieser pseudosozialen Partei auszutreten.
    In dieser Bewegung sehe ich eine neue Chance für eine neue – progressive Politik zugunsten der Mehrheit unserer Bevölkerung. Und deshalb abwarten und aufpassen. Na ja, vielleicht hat Ludger Vollmer den Mut sich den kritischen Fragen von Ken im Gespräch zu stellen. Ich würde dies begrüßen.

    • Das würde ich auch sehr begrüßen!

      Allerdings stimmt mich dieser Artikel schon sehr, sehr bedenklich bzgl. der Personalie Ludger Volmer und dadurch auch der Organisation der Bewegung insgesamt. Ich hatte vergessen, was damals die Funktion dieses Mannes war. Man kann sich ja nicht alle von diesen Kaspern merken.

      Wenn er sich wirklich eindeutig entschuldigt für die schlimmen politischen Fehler der Vergangenheit, wäre ich evtl. bereit, ihm noch eine zweite Chance einzuräumen. Allerdings hätte er das dann doch bei der PK für „Aufstehen!“ gleich machen können! Was wäre eindrücklicher gewesen als ein ehemaliger Grünen-Vorsitzender, der erst einmal um Entschuldigung für seine schlimmen Taten der Vergangenheit bittet ?!? Und dafür, dass er damit für immer mitschuld sein wird am Tod von vielen Menschen. Und auch dafür, dass er damit die Hoffnungen von Millionen Menschen in Deutschland auf eine bessere Politik mit Füßen getreten hat.

    • „Wenn er sich wirklich eindeutig entschuldigt für die schlimmen politischen Fehler der Vergangenheit, wäre ich evtl. bereitwäre ich evtl. bereit, ihm noch eine zweite Chance einzuräumen.“

      Das finde ich ja wirklich ungemein großzügig von Ihnen, (das kann ich mir jetzt einfach nicht verkneifen.)

      Der Größenwahn des denkenden Geistes läßt sich eigentlich kaum noch besser persiflieren.

    • @Benkamin Reloaded
      „Wenn er sich wirklich eindeutig entschuldigt für die schlimmen politischen Fehler der Vergangenheit . . .. .“

      Das würde ich auch so sehen und finde es einen guten Hinweis.

      Es könnte so einfach sein, dieser Bewegung „aufstehen“ Aufwind zu verschaffen, wenn nur irgendeiner von ehemls. SPD o. Grüne das Maul aufmachen und sagen würde, welcher Mist unter Rot-Grün verzapft wurde.

      Es scheint „DAS“ absolute Nogo und Tabu zusein, irgendetwas von den Irrfahrten der damal. Rot-Grünen-Regierung zuzugeben!

      Aus meiner Sicht wären das wirklich wichtige kleine Steinchen, die man/frau in´s rollen bringen könnte, um einen größeren „Erdrutsch“ zu bewirken.

    • Ich habe mehr beigetragen, B.R. als Sie glauben. Aber ich weiß ja, daß Sie davon überzeugt sind, man könne sinnstiftende Diskussionen führen, die dann auch produktive Ergebnisse zeitigen, obwohl der innere Dunkelmann noch nicht aufgelöst oder zumindest durch Einsicht entmachtet und zurückgelassen wurde. Bevor das jedoch geschehen ist, bevor das erkannt wurd, worauf ich deutete, vergibt hier nur ein Hochstapler dem anderen.

    • Rulai

      Ich glaube eher, dass Sie nicht mehr zu persiflieren sind. Denn Sie werfen mir zuerst vor, mich über andere zu stellen und zu richten – und tun dann dasselbe mit mir. Na dann! 🙂

    • Ach ja, wie sehr ist doch dem Ego in seinem mentalen Überlebenskampf die übergeordnete Bewußtseinsstruktur ein Dorn im Auge.
      Wohingegen ich mich freue, ich mich über jeden einzelnen Menschen freue, der diesen Gang durch die innere Hölle hinter sich gebracht hat, denn er war kein Zuckerschlecken und die meisten schrecken davor zurück – und jetzt von einer Position aus über das Leben sprechen kann, an die er sich nicht gestellt hat, sondern die er IST.

      Ein erste Schritt dorthin wäre es, sich einzugestehen, wie sehr man innerhalb der winzigen mentalen Blase des denkenden Geistes dazu neigt, sich ständig mit anderen zu vergleichen; wie sehr sein winziges Weltbild daraus besteht, andere über oder unter sich zu sehen, woanders, falsch oder richtig.

      Niemand außerhalb dieser Blase, muß sich über irgend jemanden stellen.
      Er ist frei und hat es nicht nötig, andere klein zu machen.
      Ganz im Gegenteil: er möchte jenen sogar dorthin aufhelfen, wo er sich befindet.

      Aber das ist hier nicht erwünscht.
      Sogar ich habe das allmählich kapiert.
      Ich brauche meistens zu so einer Einsicht etwas länger: Die Menschen wollen überhaupt gar nicht frei werden!

      (Dem Hinweis von Mamomi damals sind Sie ja wohl nicht nachgegangen. Und auch Byron Katie dürfte Sie nicht angesprochen haben. Was solls….)

    • Rulai

      Wieso fühlen Sie sich eigentlich berufen, mir UNGEFRAGT irgendwelche Psycho-Tipps zu geben? Wollen Sie mich also unbedingt verändern entgegen der Lehre von dieser Byron Katie? 🙂 Welche mich nicht weiter interessiert, im Übrigen.

      Das war überhaupt nicht das Thema dieses Artikels hier und auch nicht meiner Einlassungen.

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