Tagesdosis 6.9.2019 – AfD bürgerlich – oder was? Eine erregende Moderatorin oder: Scheinheiligkeit ohne Grenzen

Ein Kommentar von Klaus Hartmann.

Die eigentliche Sensation des Wahlabends am 01.09.2019 schien für manche weniger die Wahlergebnisse der Landtagswahl in Brandenburg und Sachsen, als vielmehr die Wahlberichterstattung gewesen zu sein. Für die Sensation hatte die MDR-Moderatorin Wiebke Binder gesorgt, als sie im ARD-Wahlstudio ihren Interview-Gast, den sächsische Abgeordneten Marco Wanderwitz (CDU) zu einer Koalitionsaussage verleiten wollte: „Eine stabile Zweierkoalition, eine bürgerliche, wäre ja theoretisch mit der AfD möglich.“ „Eine Koalition mit der AfD wäre keine bürgerliche Koalition“, so die wanderwitzige Antwort.

Wie von unsichtbarer Hand gesteuert, sprangen sofort die Empörungsautomaten an, zuerst mittels „Wirbel im Netz“ über das „Debakel“, dann bettelte der MDR um mildernde Umstände, wegen „Stress“, „Missverständnissen“, „Unschärfen“. Schließlich meinte MDR-Chefredakteur Torsten Peuker, es sei ein „Versprecher“ gewesen, „für den wir uns entschuldigen“.

Die CDU mit der AfD sei „eine bürgerliche Koalition“? Gott-sei-bei-uns! Das ist ja ein Verstoß gegen die von der CDU-Zentrale verordnete Sprachregelung, dass es rechts von der Union keine bürgerliche Kraft mehr geben darf oder soll. Aber ist die Moderatorin arbeitsvertraglich auf den CDU-Sprech verpflichtet? Möglicherweise hat sie aber das ARD-„Wording“ nicht korrekt befolgt, auf das Herr Dr. Gniffke (bis August Tagesschau-Chef) bekanntermaßen größten Wert legt, und damit ggf. zugleich das Framing-Manual nicht hinreichend beachtet, für das die Anstalt ja viel Zuschauer-Geld zum Fenster rausgeschmissen hat.

Welche Gründe wurden für die Aufregung geltend gemacht? Verblüffend – keine! Der Herr ist angeblich Dein Hirte (wenn Du ein Schaf bist), aber der Hirte, Christian ist Ostbeauftragter der Bundesregierung und CDU-Mitglied. Er sprach von einer „ungeschickten und total unpassenden Bemerkung“. Der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil wusste sicher: „Das geht auf gar keinen Fall“, meinte damit aber nicht das Wahlergebnis seiner Partei, sondern besagte Moderatorin. Damit hatten sie ihr Pulver verschossen, Argumente hatten sie beide nicht, Große Koalition auch hier.

Solch eine Erregungs-Inszenierung – das ist der Stoff, aus dem die Träume sind. Zumindest die Träume der AfD-Wahlkämpfer. Denn einziger Nutznießer ist die AfD. Sie kann wieder die verfolgte Unschuld spielen, Sympathiepunkte sammeln, und ihre Rolle als „Funktionspartei“ bekommt sie nochmals beglaubigt: Mit der Stimme für die AfD kann man die anderen maximal ärgern. Zweck der Übung erfüllt, man könnte meinen, die AfD selbst habe die Aufregung über die Moderation von Wiebke Binder höchst selbst lanciert, von langer Hand verdeckt vorbereitet.

Frei Haus wird ihnen das Beispiel geliefert, wie eng der Meinungsfreiheits-Korridor in den Staatsmedien ist und wie die geringste Überschreitung hysterisch angeprangert wird. Angeprangert –kommt vom Pranger des Mittelalters, als die Übeltäter auf dem Marktplatz öffentlich zur Schau gestellt wurden. Der moderne Medienpranger ist dem voraus, er kommt in alle Haushalte, und die zur Schau gestellten können von Glück sagen, wenn sie danach vergessen, und nicht aus der Stadt bzw. heute aus dem Sender gejagt werden, wie weiland Ken Jebsen beim RBB.

Was soll also „bürgerlich“ sein? Knigges Benimmregeln verinnerlicht, Tanzschule besucht, mit Messer und Gabel essen, Abitur? Eine ARD-Korrespondentin wusste in diesem Sinne zu ergänzen, „nicht jeder, der sich ein Jackett anzieht, ist bürgerlich“. Womit wir bei der Stilberatung angekommen sind, und unwillkürlich an den Parteivorsitzenden Gauland denken müssen, der in seinem ewigkarierten Sakko aber doch geradezu den Inbegriff von Spießbürgerlichkeit repräsentiert.

Doch dieser Gauland ist nicht nur wegen seiner Garderobe lehrreich. Auch seine Vergangenheit hat es in sich. Er entstammt der CDU, und zwar nicht irgendeiner, sondern dem strammrechten Flügel der hessischen Partei, die dafür den Namen Stahlhelm-Fraktion bekam: Die CDU Alfred Dreggers, für den Hitlers Überfall auf die Sowjetunion „nicht grundsätzlich falsch“ gewesen sei, sowie Roland Kochs, der mit einer Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft eine Landtagswahl gewann. Bei dieser CDU kamen die medialen Sprachpolizisten nie auf die Idee, ihr das „Bürgerliche“ abzusprechen. Mit liberal im Sinne bürgerlicher Freiheitsrechte hatte dieser Verein noch nie was am Hut, aber will man uns etwa weismachen, dass es nicht auch diese strikt autoritäre Ausgabe von Bürgerlichkeit gibt?

Was „bürgerlich“ tatsächlich ist, das haben die Bürgerlichen anscheinend vergessen. Im Spiegel wird orakelt, dass „Mäßigung kennzeichnend“ sei, aber nicht verraten, ob beim Alkohol, Sex oder bei der intellektuellen Leistung. Die ARD verspürt Unbehagen und lässt ihren „Faktenfinder“ Gensing ausschwärmen, um zu klären: „was soll das eigentlich genau bedeuten?“ Erst aufregen, dann die Erklärung dafür suchen? Leider findet der Faktenfinder: „Eine eindeutige Definitionen findet sich dafür nicht.“ Er gräbt bei der Bundeszentrale für Politische Bildung nach, stößt auf den Bürger des Mittelalters, und dass „heute oft von einer Bürger- oder Zivilgesellschaft die Rede“ sei. Die Rede – aha.

Dann geht es zu politisch-gefühligen Zuschreibungen über, zu „bürgerlichen Werten“ wie „Selbständigkeit, Kritik, Leistungsorientierung“, und zum Schluss verkündet ein Soziologe (im Deutschlandfunk), „die Grünen seien heute die wahre bürgerliche Partei“ – Begründung: die „gute berufliche Position“, „ein gewisses Bildungsniveau“ etc., die Kriegsbefürwortung wird nicht erwähnt. Wo die konsistente Definition fehlt, beginnt die Willkür und die Beliebigkeit, „ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“.

Früher war nicht alles besser, aber vieles klarer. Freidenker waren jene, die nicht an religiöse Dogmen glaubten, heute kann sich jeder Abweichler von einer x-beliebigen Parteilinie mit dem Titel schmücken. Bürgerliche gehörten nicht zum Adel oder zum Klerus, sie waren aber auch keine Arbeiter oder Bauern.

Sie wurden auch „der 3. Stand“ genannt. Sie waren die aufstrebende Klasse, in ihren Händen befanden sich die wichtiger werdenden, produktivsten Produktionsmittel, die beginnende Industrialisierung mehrte ihren Reichtum. Deshalb strebten sie auch nach der politisch führenden Rolle, es begann die Zeit der bürgerlichen Revolutionen, in Frankreich unter der Losung „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ erfolgreich. Doch kaum an die Macht gekommen, musste das Bürgertum (= die Bourgeoisie) ihre Herrschaft und ihr Eigentum gegen andere Unterprivilegierte verteidigen: die anstürmende Arbeiterklasse (damals stürmte sie noch). Dazu musste die Bourgeoisie ideologisch umschalten, den Rückwärtsgang einlegen, das Gleichheitsversprechen als Illusion beerdigen, sie wurde von einer revolutionären zu einer reaktionären Klasse. Das ihren Bedürfnissen gemäße philosophische Denken nennt man „spätbürgerliches Denken“, die Ungleichheit musste theoretisch begründet werden, aus dem Darwinismus wurde der Sozialdarwinismus entwickelt, die Lehre vom Herrenmenschen, vom Weltuntergang (heute Club of Rome) oder vom Ende der Geschichte. Die Literatur dazu füllt Bibliotheken.

Im Alltagsgebrauch aber herrscht die Rede von Großbürgern, Besitzbürgern, Bildungsbürgern, Kleinbürgern, Spießbürgern – aber eher nicht vom Bourgeois, vielleicht weil es französisch ist, wahrscheinlich, weil es so marxistisch klingt. Die Franzosen haben (sprachlich) den Vorteil, dass sie außer dem Bourgeois als Angehörigem der besitzenden Klasse noch einen anderen Typ Bürger kennen: den Citoyen – das ist der Staatsbürger, der Träger von Bürgerrechten. Da diese scharfe Scheidung in der deutschen Sprache nicht existiert, öffnet es der Manipulation die Tür – wie gerade aktuell zu besichtigen.

Nach dem Kurzausflug in die Geschichte zurück in die deutsche Gegenwart: Das Kapital in Deutschland, besonders das große, das seine Profite mit der sogenannten „Exportorientierung“ macht, braucht im Konkurrenzkampf auf dem Weltmarkt günstige Wettbewerbsbedingungen. Das unschuldige Wort steht für Kapitalverwertungsbedingungen, die die Kosten für Arbeitskräfte und Soziales weiter drücken. Diese gegen die Bevölkerungsmehrheit gerichteten Interessen sind am einfachsten politisch durchzusetzen, wenn man die Mehrheit dazu bringen kann, diesem Kurs zuzustimmen. Dafür werden zwar nicht Himmel und Hölle, aber Zeitungen und Fernsehen in Bewegung gesetzt.

Die Auswahl an Parteien, die für die Absicherung der Kapitalinteressen stehen, ist groß: Grüne und FDP, CDU/CSU – und die AfD: sie bilden den bürgerlichen Parteienblock. Und alle diese Rechten wollen „Mitte“ sein, keiner mehr rechts oder links. Deshalb wird inzwischen „Mitte“ und „bürgerlich“ medial oft synonym gebraucht – aber nicht erklärt. Nicht als rechts oder links gelten zu wollen ist für die Anwälte des Großkapitals ein verständliches Verlangen. Wenn „die 99%“ das sagen, ist es eher Ergebnis der medialen Gehirnwäsche und des damit verbundenen Verlusts von historischem und Klassenbewusstsein.

Ein Sonderfall ist die SPD, aus historischen Gründen: Sie zählt traditionell nicht zu den „Bürgerlichen“. Als Arbeiterpartei gegründet, stand sie zunächst gegen die Kapitalinteressen, doch schon mit der Zustimmung zu den Kriegskrediten 1914 entfernte sie sich von ihren Ursprüngen, bis sie mit dem Godesberger Programm 1959 endgültig dem Klassenkampf abschwor, und nicht mehr Arbeiter- sondern Volkspartei sein wollte. Das brachte die Schröder-SPD mit ihrer Agenda 2010 konsequent zu Ende, verbunden mit der Proklamation „Wir sind die Neue Mitte“. Im Verbund mit der Ruinierung der britischen Labour Party durch Tony Blairs „New Labour“ markiert diese Entwicklung den endgültigen Sieg der „neoliberal“ genannten Ideologie.

Die darauf basierende Wirtschaftspolitik nennt sich „angebotsorientiert“, weil die Kapitalisten günstiger anbieten können, um ihre Profite zu erhöhen, während sie ihre Kosten (dazu zählen in ihrem Weltbild auch Arbeitskräfte) senken. Die darauf unvermeidlich folgende verschärfte soziale Ungleichheit gefährdet freilich den „sozialen Konsens“, wie die Zustimmung der Deklassierten zu einer Politik gegen ihre Interessen genannt wird. Der wachsenden Zahl der Unzufriedenen muss nun einerseits ein Ventil angeboten werden, zugleich dürfen sie das System nicht in Frage stellen, sie müssen auf die Kapitalinteressen festgenagelt bleiben.

Damit schlägt die Stunde einer systemkonformen Oppositionspartei, die zwar Aufmüpfigkeit markiert, aber die Grundlagen der Profitmaximierung nicht in Frage stellt. Die AfD ist durch und durch eine neoliberale Partei, wie die CDU/CSU, aber auch die Grünen und die FDP, und die Agenda 2010-SPD nicht minder. Und die Liebich-Lederer-Linke ist auch schon auf dem Weg. Die wirtschafts- und sozialpolitische Programmatik der AfD ist gegen die große Mehrheit ihrer Wähler gerichtet. Sie war gegen gesetzliche Mindestlöhne. Prof. Meuthen will die von Arbeitnehmern wie Unternehmen paritätisch finanzierte gesetzliche Rente abschaffen; die soll durch eine steuerfinanzierte Minirente auf Grundsicherungsniveau ersetzt werden, ergänzt um – jetzt kommt’s, sensationell: „private Vorsorge“. Ein Bereicherungsprogramm für die Finanzindustrie, von einer lupenreinen Partei der Besserverdienenden.

„Alternativ“ bei der AfD ist bloß: man merkt es ihr nicht an, niemand will es wissen, sie pflegt den Ruf der „Anti-Establishment-Partei“. Als Partei der Eliten lebt sie vom Gerücht, „anti-elitär“ zu sein– eine reife Leistung. Das ist nicht ihre Leistung allein, denn dabei hat sie Helfer, die künstlich Erregten nach dem Spruch der Moderatorin Wiebke Binder über die bürgerliche AfD gehören dazu. Ein Blick ins Wahlprogramm hingegen, was wohl die Mehrheit der AfD-Wähler auch noch nicht gesehen hat, würde zeigen: mit dieser „Alternative“ kommt man vom Regen in die Gülle.

Was aber tun unsere „Qualitätsmedien“? Sie pflegen den Nimbus der AfD, „anders“ zu sein, und treiben ihr damit nur noch mehr Wähler zu. Man fragt sich: Aus Dummheit oder aus Berechnung?

Immer wieder wird die Nazi-Keule geschwungen, was nachgewiesener Weise ihre Wähler nicht beeindruckt. „Gegen rechts“ wird argumentfrei schwadroniert, aber mit leeren Worthülsen richtet man nichts aus, insbesondere wird nichts geklärt. Aufklärung würde erfordern, die Inhalte rechter Politik offenzulegen und beim Namen zu nennen. Das wäre freilich sehr riskant: dann würde sichtbar, für welche rechten Positionen die anderen bürgerlichen Parteien stehen. Z. B. für einen Kurs auf noch festere Verankerung in der NATO, auf stärkere Aufrüstung – welche Partei ist dagegen, bitte melden! Die AfD wird sich nicht melden, NATO stärken und aufrüsten hat sie im Programm.

Aber Abrüsten und armutsfeste Löhne und Renten – da könnte man noch zugreifen. Daran kann die AfD nicht interessiert sein, weil sie sich damit ihre Wählerbasis abgraben würde, und auch keine der anderen bürgerlichen Blockparteien, in welcher bourgeoisen Koalition auch immer.

Bildhinweis:   Paul Velasco/shutterstock

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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50 Kommentare zu: “Tagesdosis 6.9.2019 – AfD bürgerlich – oder was? Eine erregende Moderatorin oder: Scheinheiligkeit ohne Grenzen

  1. Der neoliberale Friedrich August von Hayek schrieb „The Road to Serfdom“ (Der Weg zur Knechtschaft); der Philosoph Bertrand Russel schrieb „Wege zur Freiheit. Sozialismus, Anarchismus, Syndikalismus.

    https://larouchepub.com/eiw/public/1995/eirv22n08-19950217/eirv22n08-19950217_046-the_legacy_of_friedrich_von_haye.pdf

    Auszug:
    The legacy of Friedrich von Hayek:
    Fascism didn’t die with Hitler
    by Richard Freeman and Jeffrey Steinberg
    In the summer 1994 edition of the Heritage Foundation’s
    Policy Review, a group of leading American conservatives,
    including Sen. Phil Gramm (R-Tex.), Rep. Dick Armey (RTex.),
    and free-market economist Milton Friedman, were
    asked to contribute essays commemorating the 50th anniversary
    of Friedrich von Hayek’s book The Road to Serfdom.
    That 1944 book,w ritten before the guns of World War II had
    been silenced, could very well be described as the Mein
    Kampf of the postwar revival of the „Conservative Revolution.“
    Representative Armey, among the „Hayekians “ invited
    to comment, was the most fanatical about the jacobin nature
    of their efforts:
    „Liberation is at hand. For all the gloom of the Clinton
    term, we must remember that a paradigm-shattering revolution
    has just taken place. In the signal events of the 1980sfrom
    the collapse of communism to the Reagan economic
    boom to the rise of the computer-the idea of economic
    freedom has been overwhelmingly vindicated. The intellectual
    foundation of statism has turned to dust.T his revolution
    has been so sudden and sweeping that few in Washington
    have yet grasped its full meaning …. But when the true
    significance of the 1980s freedom revolution sinks in, politics,
    culture-indeed, the entire human outlook-will
    change …. Once this shift takes place-by 1996, I predict-
    we will be able to advance a true Hayekian agenda,
    including a flat tax, radical spending cuts, the end of the
    public school monopoly, a free market health-care system,
    and the elimination of the family-destroying welfare dole.
    Unlike 1944, history is now on the side of freedom.“
    Also during the summer of 1994, another, more secretive,
    commemorative event for von Hayek’s Road to Serfdom
    took place in Cannes, France. This was the annual
    gathering of the Mont Pelerin Society, the institution founded
    by von Hayek in 1947 to advance his particular brand
    of Conservative Revolution and launch the radical insurgency
    that has now overrun the corridors of power in Washington
    and a number of other capitals around the globe.
    Writing The Road to Serfdom in London in 1944 (he
    held the Tooke Chair in economics at the British Fabian
    Society-founded London School of Economics), von Hayek
    46 Special Report
    could hardly have penned an apologia for Adolf Hitler and
    National Socialism. Instead, he t􀅩ok a sophisticated detour
    to arrive at the same end. Von H􀅪yek denounced National
    Socialism as a classic expression i of statist, totalitarian socialism,
    and then advanced the phony argument that any
    form of dirigist government invqlvement in the economy
    strangled freedom, crushed the freie market, and led inevitably
    to Hitlerian totalitarianism.
    Von Hayek counted Friedricp List, Germany’s great
    „American System “ economist,a n􀀝 the Weimar-era German
    political figure Walter Rathenau a, part of the same „socialist
    “ camp as Hitler. He pilloried Uist as the principal author
    of the „German thesis “ that „free 􀀜ade was a policy dictated
    solely by, and appropriate only to, the special interests of
    England in the nineteenth century.“
    He wrote about Rathenau, wh􀅫se assassination in 1923
    was an essential step toward the I Nazi Party accession to
    power: „Ideas very similar to thesel[anti-individualism] were
    current in the offices of the Genqan raw-material dictator,
    Walter Rathenau, who, although he would have shuddered
    had he realized the consequences 􀅬f his totalitarian economics,
    yet deserves a considerable 􀅭lace in any fuller history
    of the growth of Nazi ideas.“
    Moreover, the radical alte􀀛atives that von Hayek
    posed-strict monetarism,n ear-tofal deregulation,a nd PanEuropean
    federalism-were all ex􀀚ressions of the same feudalist
    outlook that produced Hitler’s National Socialism and
    the thousand other varieties of Conservative Revolutionism
    after World War I.
    The Road to Serfdom, while ostensibly a polemic against
    statist totalitarianism, proposed a !feudal model for society
    that would mean a return to feu􀅮al serfdom for the vast
    majority of human beings: „We sh“l not rebuild civilization
    on the large scale,“ von Hayek wr􀅯te. „It is no accident that
    on the whole there was more beauty and decency to be found
    in the life of the small peoples, and that among the large
    ones there was more happiness an􀅰 content in proportion as
    they had avoided the deadly blig􀀙 of centralization.“
    Many of the earliest and most 􀅱evoted followers of von
    Hayek’s new „anti-socialist “ crus􀅲e were themselves leading
    sponsors and players in the Conservative Revolution in
    􀀘IR February 17, 1995

    Hayek zitiert:

    „Es mag hart klingen, aber es ist wahrscheinlich im Interesse aller, daß in einem freiheitlichen System die voll Erwerbstätigen oft schnell von einer vorübergehenden und nicht gefährlichen Erkrankung geheilt werden um den Preis einer gewissen Vernachlässigung der Alten und Sterbenskranken.“ – Die Verfassung der Freiheit, Tübingen, 1983, S.397

    „Und der vorherrschende Glaube an »soziale Gerechtigkeit« ist gegenwärtig wahrscheinlich die schwerste Bedrohung der meisten anderen Werte einer freien Zivilisation.“ – Recht, Gesetzgebung und Freiheit, Bd. 2: Die Illusion der sozialen Gerechtigkeit. Landsberg am Lech 1981, S. 98

    „Ungleichheit ist nötig. […] Wenn wir garantieren, dass jedermann am Leben gehalten wird, der erst einmal geboren ist, werden wir sehr bald nicht mehr in der Lage sein, dieses Versprechen zu erfüllen.“ – Interview mit der Wirtschaftswoche, 1981

    „Gegen die Überbevölkerung gibt es nur die eine Bremse, nämlich, dass sich nur die Völker erhalten und vermehren, die sich auch selbst ernähren können.”

    „So muss ich offen zugeben, dass ich, wenn Demokratie heißen soll: Herrschaft des unbeschränkten Willens der Mehrheit, kein Demokrat bin und eine solche Regierung sogar für schädlich und auf die Dauer für funktionsunfähig halte.”

    „Wahr ist, daß eine soziale Marktwirtschaft keine Marktwirtschaft, ein sozialer Rechtsstaat kein Rechtsstaat, ein soziales Gewissen kein Gewissen, soziale Gerechtigkeit keine Gerechtigkeit – und ich fürchte auch, soziale Demokratie keine Demokratie ist.“
    (Friedrich August von Hayek: Wissenschaft und Sozialismus. In: Gesammelte Schriften in deutscher Sprache. Abt. A, Aufsätze; Bd. 7. Mohr Siebeck, 2004, ISBN 3-16-148062-7, S. 61 f.)

    „Eine wirksame Verteidigung der Freiheit muss daher notwendig unbeugsam, dogmatisch und doktrinär sein und darf keine Zugeständnisse an Zweckmäßigkeitserwägungen machen.“
    (Friedrich Hayek: Grundsätze einer liberalen Gesellschaftsordnung: Aufsätze zur Politischen Philosophie und Theorie. Teil 1, Band 5. Mohr Siebeck, Tübingen 2002, S. 65.)

    „Politische Freiheit im Sinne von Demokratie, ‚innere‘ Freiheit, Freiheit im Sinne des Fehlens von Hindernissen für die Verwirklichung unserer Wünsche oder gar ‚Freiheit von‘ Furcht und Mangel haben wenig mit individueller Freiheit zu tun und stehen oft in Konflikt mit ihr … Die Freiheit, um die es sich hier handelt, die allein als allgemeines Prinzip der Politik dienen kann und die auch das ursprüngliche Ziel aller freiheitlichen Bewegungen war, besteht ausschließlich in der Abwesenheit von willkürlichem Zwang.“
    (Friedrich August von Hayek: ORDO – Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft, Band 1960/61)

    Bertrand Russel zitiert (Kapitel: Wie die Welt gemacht werden könnte):

    „Wenn der zivilisierte Teil der Menschheit sich dazu aufraffen könnte, mehr auf sein eigenes Glück bedacht zu sein als darauf, anderen Pein zu bereiten, wenn er sich darauf verstehen würde, konstruktive Ideen für eine Verbesserung der Lebensbedingungen zu verwirklichen, die ihm dann gemeinsam mit allen übrigen zugute kämen, anstatt in destruktiver Manier andere Klassen oder Nationen daran zu hindern, ihm zuvorzukommen, dann ließe sich in der ganzen Welt das Arbeitssystem innerhalb einer Generation von Grund auf neu gestalten.
    Welches Arbeitssystem würde nun wohl das beste sein? …
    Ich zweifle nicht, daß das beste System sich nicht wesentlich von dem durch Kropotkin vorgeschlagenen unterscheiden, aber durch Übernahme der Grundsätze des Gildensozialismus sich besser realisieren lassen wird…
    Wenn wir uns der überwiegenden Mehrheit derjenigen zuwenden, die sich nicht mit Müßiggang zufriedengeben, is ziemlich sicher anzunehmen, daß mit Unterstützung der Wissenschaft und durch Ausschaltung der großen Masse unproduktiver, durch interne und internationale Konkurrenz bedingter Arbeit die Gesellschaft bei täglich vier Stunden Arbeitsleistung gut existieren könnte. Es ist bereits von erfahrenen Unternehmern mit Nachdruck darauf hingewiesen worden, daß ihre Lohnabhängigen tatsächlich in sechs Tagesstunden genausoviel leisten können wie an einem Achtstundentag. In einer Welt mit einem weit höheren Niveau an technischer Ausbildung als heute wird sich diese Tendenz noch verstärken.“

    • Sehr geehrter Herr Tony, wäre es wohl möglich sich an die Regeln der Netiquette hier bei Kenfm zu halten?!

      „Haltet eure Kommentare bitte in Deutsch, damit sich jeder am Austausch beteiligen kann.“

    • @ Hog 1951

      Sorry!
      Ich dachte, es wäre möglich, sich tolerant über diesen Punkt der Netiquettte hinwegzusetzen, alldieweil es jedem möglich ist, per Google-Übersetzer die Übersetzung zu holen. Mich hat das jetzt gerade max. 1 Minute „gekostet“.

      Aber OK, ich werde in Zukunft diese Arbeit übernehmen. Warum englische Quellen m.E. wichtig sind, das habe ich an anderer Stelle hier erwähnt. Ich glaube, dass sie erforderlich sind für einen „informierten“ Journalisten. Vielleicht ist dieser Punkt der Netiquette entbehrlich, falls sich KenFM dazu entscheiden könnte. Denn, wie gesagt: ein Google-Instant- Übersetzung hat doch jeder zur Verfügung. Oder?

      Hier die Übersetzung:

      Das Erbe Friedrich von Hayeks:
      Der Faschismus ist nicht mit Hitler gestorben
      von Richard Freeman und Jeffrey Steinberg
      In der Sommerausgabe 1994 der Heritage Foundation
      Policy Review, eine Gruppe führender amerikanischer Konservativer,
      einschließlich Senator Phil Gramm (R-Tex.), Abgeordneter Dick Armey (RTex.),
      und der freie Marktökonom Milton Friedman waren
      gebeten, Essays zum 50. Jahrestag beizutragen
      aus Friedrich von Hayeks Buch The Road to Serfdom.
      Das Buch von 1944, geschrieben vor den Waffen des Zweiten Weltkriegs
      zum Schweigen gebracht worden, könnte sehr gut als das Mein bezeichnet werden
      Kampf um die Wiederbelebung der „Konservativen Revolution“ nach dem Krieg.
      Vertreter Armey, unter den „Hayekianern“ eingeladen
      zu kommentieren, war das fanatischste an der jacobin natur
      ihrer Bemühungen:
      „Befreiung ist nahe. Für die ganze Finsternis des Clinton
      Begriff, müssen wir uns daran erinnern, dass eine paradigmenschädigende Revolution
      hat gerade stattgefunden. In den Signalereignissen der 1980er Jahre ab
      der Zusammenbruch des Kommunismus zum wirtschaftlichen Reagan
      Boom zum Aufstieg des Computers – die Idee der Wirtschaft
      Die Freiheit wurde mit überwältigender Mehrheit bestätigt. Der Intellektuelle
      Grundlage des Statismus hat sich in Staub verwandelt. Seine Revolution
      war so plötzlich und pauschal, dass nur wenige in Washington
      haben ihre volle Bedeutung noch begriffen…. Aber wenn das stimmt
      Bedeutung der Freiheit Revolution der 1980er Jahre sinkt in, Politik,
      Kultur – in der Tat die gesamte menschliche Sichtweise – wird
      Veränderung …. Sobald diese Verschiebung 1996 stattgefunden hat, sage ich voraus,
      wir werden in der Lage sein, eine echte Hayekianische Agenda voranzutreiben,
      einschließlich einer Pauschalsteuer, radikale Ausgabenkürzungen, das Ende der
      das öffentliche Schulmonopol, ein marktwirtschaftliches Gesundheitssystem,
      und die Beseitigung der familienzerstörenden Sozialhilfe.
      Im Gegensatz zu 1944 steht die Geschichte nun auf der Seite der Freiheit. “
      Auch während des Sommers 1994, eine andere, geheimnisvollere,
      Gedenkveranstaltung für von Hayeks Weg zur Leibeigenschaft
      fand in Cannes, Frankreich statt. Dies war die jährliche
      Versammlung der Mont Pelerin Society, die Institution gegründet
      von Hayek im Jahr 1947, um seine besondere Marke voranzutreiben
      der konservativen Revolution und starten Sie den radikalen Aufstand
      das hat jetzt die Korridore der Macht in Washington überrannt
      und eine Reihe anderer Hauptstädte auf der ganzen Welt.
      1944 schrieb er in London den Weg zur Leibeigenschaft
      hielt den Tooke-Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften am britischen Fabian
      Von Hayek (von der Gesellschaft gegründete London School of Economics)
      46 Sonderbericht
      Ich hätte kaum eine Entschuldigung für Adolf und Hitler schreiben können
      Nationalsozialismus. Stattdessen machte er einen raffinierten Umweg
      am selben Ende ankommen. Von H􀅪yek denunzierte National
      Der Sozialismus als klassischer Ausdruck des statistischen, totalitären
      und dann das falsche Argument vorgebracht, dass jeder
      Form des Eingreifens der dirigistischen Regierung in die Wirtschaft
      erdrosselte die Freiheit, zermalmte den freien Markt und führte unweigerlich
      zum Hitler-Totalitarismus.
      Von Hayek zählte Friedricp List, Deutschlands
      „American System“ -Ökonom, ein Deutscher aus der Weimarer Ära
      politische Figur Walter Rathenau a, Teil desselben „Sozialisten
      „Lager als Hitler. Er prangerte Uist als Hauptautor an
      der „deutschen These“, dass „freie freeade eine diktierte Politik sei
      ausschließlich durch und nur entsprechend den besonderen Interessen von
      England im neunzehnten Jahrhundert. “
      Er schrieb über Rathenau, das 1923 ermordet wurde
      war ein wesentlicher Schritt in Richtung des Beitritts der NSDAP
      macht: „Ideen, die diesen sehr ähnlich waren
      Strom in den Büros des Genqan Rohstoff-Diktators,
      Walter Rathenau, der, obwohl er gezittert hätte
      Hatte er die Konsequenzen seiner totalitären Ökonomie erkannt,
      Dennoch verdient es einen beachtlichen Platz in jeder umfassenderen Geschichte
      des Wachstums der nationalsozialistischen Ideen. “
      Darüber hinaus sind die radikalen alten􀀛atives von Hayek
      posenstrenger Monetarismus, N-Deregulierung und europaweite
      Föderalismus – das waren alles Ausdrücke desselben Feudalisten
      Perspektiven, die Hitlers Nationalsozialismus hervorbrachten und
      die tausend anderen Arten des konservativen Revolutionismus
      nach dem Ersten Weltkrieg
      Der Weg zur Leibeigenschaft, während angeblich eine Polemik dagegen
      Der statistische Totalitarismus schlug ein Feudalmodell für die Gesellschaft vor
      das würde eine Rückkehr zur Leibeigenschaft für die Weiten bedeuten
      Mehrheit der Menschen: „Wir werden“ Ich werde die Zivilisation nicht wieder aufbauen
      im großen Maßstab “, schrieb von Hayek. „Das ist kein Zufall
      Im Großen und Ganzen gab es mehr Schönheit und Anstand zu finden
      im Leben der kleinen Völker, und das unter den großen
      Diejenigen, die es gab, waren glücklicher und zufriedener als
      sie hatten den tödlichen Glücksfall der Zentralisierung vermieden. “
      Viele der frühesten und engagiertesten Anhänger von
      Hayeks neues „antisozialistisches“ Kreuz führte sie an
      Sponsoren und Spieler der konservativen Revolution in
      IR 17. Februar 1995

    • Moin, Tony, vielen Dank fuer Ihre Bemuehungen! Haben Sie die Google Uebersetzug gelesen? Eine einzige Zumutung!
      Aber sei’s drum! Ich persönlich halte die Diskussion in deutscher Sprache hier in diesesm Foum fuer unumgänglich. Ein Ausweichen auf andere Sprachen schafft doch nur Verärgerung bei den Menschen, die diese Sprachen nicht verstehen!
      Wenn es Ihnen nicht möglich ist diese Texte selbst zu uebersetzen, lassen Sie es einfach und begnuegen sich mit deutschen Texten. Nicht alle, die hier schreiben sind Journalisten, bei denen man die Kenntnis der englischen Sprache voraussetzen kann.
      Im Uebrigen besteht auch eine Ablehnung (zumindest bei mir) sich mit der Sprache des Hegemon zu beschäftigen, der auch versucht mit seiner Sprache die Welt zu regieren.

      mfG

    • @ Hog1951

      Die Diskussion in deutscher Sprache soll nicht durch „Ausweichen“ auf andere Sprachen ersetzt werden, was auch hier nicht der Fall war. Sie wurde ERGÄNZT durch einen Beitrag in englischer Sprache.
      Es gibt übrigens konkurrierende Übersetzer zum Google-Übersetzer, die gute Ergebnisse liefern. Auch kostenlos.
      Ihr Argument, die englische Sprache abzulehnen, weil sie die hegemoniale Sprache ist, das ist – höflich gesagt – nicht gerade klug. Denken Sie auch daran, wenn Sie Ihr „T-shirt“, das eine englischsprachigen Werbung auf der Brust zeigt, aus Ihrem Schrank nehmen, anziehen und damit auf der Strasse Werbung machen? Sie lehnen es auch ab, sich mit einem Mitmenschen zu verständigen, wenn er die englische Sprache spricht? Der englischsprachige Mitmensch ist also Ihr Feind? Dazu sage ich dies: Wenn Sie Ihren Feind kennen wollen, dann müssen Sie seine Sprache sprechen können; wenn Sie Ihren Feind besiegen wollen, dann müssen Sie ihn kennen. Aber vor allem müssen Sie sich selbst kennen.

      Was die Frage betrifft, ob die Netiquette in diesem Punkt „tolerant“ gehandhabt werden kann, so denke ich, dass das nicht allein an Ihnen liegt, dies zu bestimmen.

    • @Tony
      Sie haben ja recht, wie will man seinen Feind verstehen, wenn man seine Sprache nicht spricht? Und da besteht im Zeitalter der Globalisierung, besonders für die kommenden Generationen, noch sehr viel Lernbedarf, weil sie nicht umhin können werden zu versuchen, einander zu verstehen, wenn auf diesem Planeten ein gedeihliches Zusammenleben möglich sein soll. Und ich war ja auch schon gelegentlich hier bei KenFM versucht, meine Fremdsprachenkenntnisse zum Besten zu geben, zügle aber inzwischen meine Eitelkeit. Denn ich schätze die Chance, Meinungen hier auszutauschen, und davon sollte keiner ausgeschlossen sein, nur weil er eine Fremdsprache nicht spricht. Schon gar nicht Hog1951, der doch nur sein Interesse zum Ausdruck bringt, wenn er Ihren Kommentar verstehen möchte. Schmeichelt Ihnen das denn nicht? Die noch immer kümmerlichen Ergebnisse der Übersetzungsroboter können wir doch nun wirklich vergessen.

    • @ Citoyen invisible

      „…zügle aber inzwischen meine Eitelkeit…“

      Soll insinuieren, dass Eitelkeit im Spiel ist. Rhetorik ist eine Kunst. Nein, gewiss nicht: Mir geht es um Kommunikation. Dazu ist notwendig, dass Sender und Empfänger sich verstehen – und „Interesse“. Ich denke das im Blick zu haben, wenn ich zum Thema dem Empfänger SOWOHL englische ALS AUCH deutsche Kommunikation anbiete. Damit wird keiner „ausgeschlossen, nur weil er eine Fremdsprache nicht versteht“. Die Verständlichkeit des Kommentars sehe ich nicht eingeschränkt, jedenfalls nicht im Kern der Aussage; wer meinen Kommentar in diesem Sinne verstehen wollte, der konnte das. Auch ohne Kenntnisse der englischen Sprache. Übrigens sähe ich bei mangelnden Englischkenntnissen dieses zweisprachige Angebot als Möglichkeit, meine Englischkenntnisse zu verbessern. NB: Interesse: inter esse. Also das Gegenteil von Ausschluss, auch wenn man sich selbst ausschließt, weil man die Sprache ablehnt.
      Nochmal: „Die Diskussion in deutscher Sprache soll nicht durch „Ausweichen“ auf andere Sprachen ersetzt werden, was auch hier nicht der Fall war. Sie wurde ERGÄNZT durch einen Beitrag in englischer Sprache.“

    • Lieber Tony,
      auch ich verstehe Ihren Kommentar nicht. Was sagen denn nun Sie?

      auf zusätzliches Material zu verweisen reicht ein link, sehr gern mit eigenem teaser zusammengefasst…

      Bei dem Artikel von Hayek hast du einfach die erste Seite einkopiert, der Auszug endet mitten im Satz – was soll ich daraus entnehmen?
      Bei den Zitaten hast du dir sehr viel Arbeit gemacht mit den kompletten Quellen, natürlich habe ich eine eigene Assoziation – die repräsentative Demokratie war nie auf eine wirklich Beteiligung der Bevölkerung angelegt, aber was sagen mir dann die Zitate zur Freiheit? Und welche Assoziation verbindest du damit?

      Vielleicht ist es noch einmal möglich zu benennen, wo nun der Schwerpunkt liegt.
      VG

    • Moin, Teilchen, vielen Dank, dass Du mir zur Seite gesprungen bist! Ich hatte schon gedacht, ich sei der einzige, der Schwierigkeiten mit der Fremdsprache hätte.

      mfG

    • Teilchen & Hog

      „…der Auszug endet mitten im Satz – was soll ich daraus entnehmen?“

      1. Dass der über dem deutschen Wort AUSZUG stehende Link die Möglichkeit bietet, den ganzen englischsprachigen Artikel aufzurufen und – wenn Interesse durch den Auszug geweckt und entsprechende Englischkenntnisse vorhanden sind – zu lesen.
      2. Bei fehlendem Interesse dafür: nur den deutschen Teil des Kommentars lesen.
      3. Bei fehlendem Interesse auch am deutschen Teil: den ganzen Kommentar ignorieren.

      Punkte 1 bis 3 sind Angebote.

      „…aber was sagen mir dann die Zitate zur Freiheit? Und welche Assoziation verbindest du damit?

      Vielleicht ist es noch einmal möglich zu benennen, wo nun der Schwerpunkt liegt.“

      Freiheit wird mit liberal assoziiert; die AfD wird als liberale bzw. neoliberale Partei gesehen. Ob das korrekt ist, und ob die AfD sich selbst als liberal oder neoliberal betrachtet ist irrelevant. Relevant sind nicht die Worte über….sondern die Worte von… Mit den Zitaten von Hayek, der als Neoliberaler gilt (sich übrigens selbst nicht als neoliberal definiert) sollte neoliberales Denken zitiert werden.
      Der Freiheitsbegriff der Liberalen ist marktwirtschaftlich definiert und basiert auf dem Denken von Hayek; ( und Hayeks Denken basiert auf dem Denken von Jeremy Bentham, der die natürlichen Menschenrechte eines jeden
      Menschen bei der Geburt ablehnt und wie Hayek nur dem Homo Oeconomicus Rechte zugesteht.)

      Gegensätzlicher Freiheitsbegriff ist der von Rousseau: Zwischen dem Starken und dem Schwachen ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Recht, das befreit.

      Wenn Recht nur im Wirtschaftraum gilt: das nennt sich liberal / neoliberal.

    • @ Tony
      aha ob sie die klassiker kennen bzw sich darauf beziehen..
      mein english ist ganz passabel, aber mein deutsch ist besser.
      der sprachkurs ist vis a vis in angenehmer umgebung viel besser

      Einen schönen Abend noch!

    • Moin, Tony (8.9. at 17.58), indem verschiedene Ideologien nebeneinandergestellt werden, dem Leser ueberlassen wird, was er daraus fuer Erkenntnisse zieht, drueckt man sich selbst um einen Standpunkt herum. Das klingt dann wunderbar gelehrt, mit so vielen Zitaten auch noch in fremder Sprache.
      Nur, es sagt nichts aus, von dem was Sie dazu denken. Wozu dann die ganze Copy und Paste Arbeit, wenn es doch die Debatte nicht ein Stueck voranbringt?
      Ein Hinweis z.B.auf die ganze Freihandelsvertragspolitik, die dem Starken das Recht einräumt, seine „Partner“ zu ruinieren, das wäre ein Standpunkt, mit dem man etwas anfangen könnte. Auch ein Hinweis :
      „Ich (Tony) finde Hayek und seine Ideologie fuer die beste aller Ideologien!“
      Könnte zu spannenden Diskussionen fuehren!

      mfG

  2. Jörg Meuthen war unter anderem auch Professor für Volkswirtschaftslehre. Daher könnte man es denken, dass er kompetent ist. Allerdings basiert dieses Studienfach auf der Neoklassik, die völlig irrig von der Existenz von Märkten ausgeht.

    Ich bewerte es positiv, dass die AfD sich gegen die Sanktions- und Ausgrenzungspolitik gegen Russland ausspricht.

    Hier gibt es jedoch die Logikfehler, dass der Handel wie jetzt gar nicht funktioniert, weil er auf Bankenbetrug basiert, und eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland würde zum jetzigen Zeitpunkt nur der dortigen Milliardärskaste nützen.

    Dann behauptet es Beatrix von Storch, dass Berlins regierender SPD-Bürgermeister Müller den Bürgermeister von Teheran empfangen hat, der nach Angaben der regimetreuen iranischen Nachrichtenagentur ISNA Mitglied der terroristischen Revolutionsgarde IRGC war.

    Jedenfalls behaupten es in erster Linie die USA, dass die IRGC eine terroristische Vereinigung ist, aber die USA sind doch ausgerechnet der Staat, der ständig mit irgendwelchen Lügen Kriege beginnt.

    Diese Art der Außenpolitik der AfD halte ich für bedenklich.

    Alice Weidel sagt:
    Trotz dieses verhängnisvollen Kurses gelingt es der Bundesregierung nicht einmal, mit der Energiewende die selbst gesetzten Ziele zur CO2-Reduzierung zu erreichen.
    Hier gibt es etwa den Fehler, dass unser Problem vermutlich nicht das CO2 ist, sondern die fehlerhafte Schuldschein-Logik unseres Geldes.

    Dann spricht sie sich zudem für Versorgungssicherheit bei der Energie aus.
    Wir ahnen es, dass die AfD damit ihr Ja zur Atomkraft meint.
    Jedenfalls scheint es beim Atommüll Korruptions-Weltrekorde des Deutschen Bundestages zu geben und wir fragen uns, was ein AKW-Rückbau kostet. Es scheint der Fall zu sein, dass dieser fast gar nicht durchführbar, unglaublich teuer und extrem zeitaufwändig ist.

    Die AfD kocht insgesamt mit veralteten Rezepten und sie folgt der gedanklichen Einbahnstraße des Mainstreams. Sie will etwa den Soli abschaffen.

    Dabei ist die Problemlösung doch sehr einfach. Das Problem sind die Banken, mit denen doch nur das fehlerhafte Prinzip „Gewinne privatisieren – Verluste sozialisieren“ möglich ist.

    Die AfD wirbt zudem für einen Ausbau der Verteidigungsfähigkeit und sie verkennt es, dass letztlich die weltweiten Schulden der Grund für den Zweiten Weltkrieg waren.

    Es ist letztlich das Finanzkartell, das die ständigen Kriege benötigt.
    Ich würde jedenfalls nicht einer Partei wie der AfD vertrauen, weil sie dermaßen viele Spenden etwa auch vom Finanzsektor annimmt und für mich sieht das eher nach einer Politik für fremde Interessen aus.

    Bei einigen Punkten ist die AfD jedoch besser als andere Parteien. Sie sagt es korrekt, dass die weitere Mitgliedschaft Deutschlands in der Eurozone unbezahlbar ist. Außerdem kritisiert sie zu recht die Enteignungspolitik der EZB.

    Insgesamt scheint aber bei der AfD weitestgehend das Verständnis zu fehlen, dass unser Geld mit einer fehlerhaften Schuldscheinlogik funktioniert.

    Bei unserem Geld- und Bankensystem kann der Staat doch ständig über den Umweg von Schulden sehr bequem neues Geld entstehen lassen, aber der Schuldenabbau funktioniert doch nicht, weil nur wenige Superreiche das viele Geld einnehmen.

    Sobald wir diesen Fehler einmal verstanden hätten, wäre doch der Grund für die Migration und für den Klimawandel etc. längst gefunden.

    Die Themenarbeit der anderen Parteien ist jedoch meistens noch katastrophaler.
    Etwa die FDP befürwortet die Schuldenbremse, während SPD und Linke dieselbe meistens lösen wollen.

    Dann betreibt Axel Troost von der Linken die Arbeitsgruppe „Alternative Wirtschaftspolitik“. Aber auch diese schafft Arbeit und sollte diese doch abschaffen. Vokabeln wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind auch ganz sicher Falschwörter und ich weiß es nicht so richtig, wer eigentlich wem Arbeit geben will und warum.

    Bei unserer Politik sollte sich die Erkenntnis verbessern, dass Wahlen mit Inhalten und eben gerade nicht mit Parteispenden gewonnen werden sollten.

  3. Die AfD, opportunistisch genug, sieht jetzt schlicht ihre Zeit gekommen. Ob bürgerlich oder nicht, dürfte ihr ziemlich egal sein. Ihr Erstarken und vor allem das der Nichtwählerschaft zeigt die Abwendung von einer ursprünglich einmal sozial motivierten, linken Bewegung, die im Verlauf von nunmehr 230 Jahren den Sozialgedanken mehr und mehr umfunktionierte in einen Kampf gegen rechts, wobei ihr die eigentlichen Feinde des Sozialen aus dem Blick gerieten.

    So sozial gerechtfertigt der Sturm auf die Bastille 1789 war, so schnell entglitt damals schon die Französische Revolution durch Gewalt ins Chaos und fraß schließlich ihre Kinder. Gewalt forderte die Gegengewalt wie einen Reflex heraus, und Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit blieben auf der Strecke. Dass mehr als 200 Jahre später die soziale Entwicklung in Kanzler Schröders Sozialreformen einen Tiefpunkt fand und die Friedensbewegung in der Bombardierung des Kosovo, kann eigentlich nicht verwundern. Denn zu lange schon hatte man sich daran gewöhnt zu kämpfen und vor allem zu bekämpfen, und da machte man nicht einmal mehr vor den eigenen Leuten halt. Rücksichtslos, weil der Zweck die Mittel heiligte und Ethik in dem großen Kampf nur lästig war.

    Wen es zu bekämpfen galt, fand man immer schnell heraus. Es waren vor allem jene, von denen man glaubte, es ginge ihnen zu gut. Und da es viele gab, die materiell schlechter gestellt waren als die besser gestellten Minderheiten, war es nicht besonders schwer, sich zusammen zu tun, um letztere zu bekämpfen. Schnell entdeckte man als Zielscheibe der Aggressionen das Bildungsbürgertum, das man in seiner tatsächlichen oder vermeintlichen Abgehobenheit sowieso nicht verstand. Da es gewohnt war, in seiner Geistigkeit zu schwelgen, bemerkte es die Gefahr, die sich draußen auf der Straße formierte, viel zu spät. Damit hatte es verspielt. Aber was war gewonnen für die, die links darüber triumphierten? Eine Klasse, eine Gesellschaftsschicht war weggebrochen, hurra. Aber bald folgten – Freiheit? Gleichheit? Brüderlichkeit? – weitere gesellschaftliche Gruppierungen. Vor lauter Gleichmacherei hatte man keine Hemmungen mehr, andere herabzustufen. Und so wurde der Meistertitel obsolet, auch der Diplomingenieur wurde abgeschafft, die Kompetenz der Hebamme in Zweifel gezogen. Und ein Arbeiter brauchte plötzlich die Berufstätigkeit seiner Frau, um sie beide und die Kinder zu ernähren, was immer schwieriger wurde, weil der Arbeitgeber erkannte, dass für beide nun eigentlich das halbe Gehalt auch genügte, denn sie hatten ja jetzt zwei Gehälter. Keiner der vielen Wohlmeinenden hat offenbar gemerkt, dass heimlicher Nutznießer des linken, sozialen Kampfes letztlich das Großkapital war, unter dessen Fittiche ängstlich einige versprengte Reste des abgehalfterten Bürgertums schlüpften, um ihre Pfründe zu retten, während die große Masse immer größer wurde, immer ärmer und immer schwächer. Zugunsten weniger, die immer noch stärker wurden, hatte sich der große Rest der Gesellschaft im Klassenkampf erfolgreich gegenseitig bekämpft – teile und herrsche.

    Und schließlich hat man sich so an das Bekämpfen gewöhnt, dass Konkurrenzkampf, Geschlechterkampf, Mainstream, Krieg und sonstige Formen von Aggression oft nicht einmal mehr als Abweichung von der Normalität wahrgenommen werden. Ja, man ist stolz darauf, dass man Normalität erst gar nicht mehr definieren muss. Man ist eben frei und gleich. Und brüderlich, auch wenn man schon lange vergessen hat, was Familie eigentlich ist.

    • Moin, citoyen invisible, obwohl ich gerne möchte kann ich leider die allgemeinen Beschreibungen nicht richtig einordnen.
      „Wen es zu bekämpfen galt, fand man immer schnell heraus.“
      Wer war es, der hier bekämpfte? Und vor allen Dingen in welcher Situation fand das statt?
      Ich möchte gerne teilhaben an Deinen Gedanken, allein es fällt mir schwer sie nachzuvollziehen!

      mfG

    • Moin, Hog1951
      Danke für Dein Interesse und Deine Kritik und sorry, wenn ich mich unklar ausgedrückt haben sollte. Aber die Frustration ist einfach mit mir durchgegangen, dass sich so viele kluge Köpfe seit Jahrhunderten und Jahrtausenden Gedanken gemacht und so viele mutige Leute weiß Gott was alles riskiert haben, und dass am Ende doch nur weiterhin das ewige Großkapital regiert, das über alle Kriege, Inflationen und sonstigen Katastrophen hinweg seinen Reichtum ins schier unermessliche steigert, zum massiven Schaden der weitaus zahlreicheren übrigen Menschen. Irgendwas ist doch da total schief gelaufen, wenn wir heute alle Mühe haben, die immer kleiner werdenden Reste unserer Freiheit zu verteidigen.

      Ich frage mich, woran das liegt. Warum haben sich die Klassen, die Gesellschaftsschichten untereinander bekämpft, sich durchaus legitim gegenseitig Rechte abgerungen, aber doch irgendwie die Zielrichtung verfehlt? Weil sie dem eigentlichen Gegner, den mächtigsten Unterdrückern, nichts anhaben konnten. Auch hier bei KenFM mühen wir uns redlich, kluge Ideen zu entwickeln und auszutauschen und, wenn wir es für nötig halten, treten wir energisch dafür ein. Aber dieser Austausch, der so fruchtbar sein könnte, findet immer nur unter denen statt, die nicht wirklich was zu sagen haben. Die „Bestimmer“ sind wie eh und je nie daran beteiligt, sondern zeigen uns, wann immer sie wollen und an uns vorbei, wo es lang geht. War es Übereifer, der uns so wenig glaubwürdig machte, dass sich die Mächtigen leicht darüber hinwegsetzen und sich auch noch gut dabei fühlen konnten? Sind wir die dummen kleinen Kinder, die sich auf der Straße balgen, während oben vom Balkon herab die Eltern ihnen dabei amüsiert zusehen?

      Ich glaube, es liegt daran, dass man bei der Durchsetzung seiner Rechte jedes Mal irgendwann, das Augenmaß verlor und mit Rücksichtslosigkeit und gar Gewalt weit über das Ziel hinaus schoss und dabei nur wieder Gegengewalt erzeugte. Wenn man ein Ziel erreicht hatte, wollte man unersättlich immer noch mehr, ob es nun die Rechte der Arbeiterklasse waren, die Frauenrechte, die Schwulenrechte, oder was auch immer. Wahrscheinlich liegt es in der Natur des Menschen, nie zufrieden zu sein und immer noch mehr zu wollen. Da bräuchte es irgendeine Form von ethischer Erdung, die einen auf dem Boden der Realität hält und die einen auch dem rücksichtslosesten Herrscher gegenüber wenigstes glaubwürdig erscheinen ließe, so dass er sich nicht ohne weiteres respektlos über die berechtigten Anliegen hinwegsetzen könnte. Dann gäbe es irgendwann wieder eine große, überzeugende Idee, deren Zeit gekommen wäre. Und dann brächten wir auch leichter eine gemeinsame Bewegung zustande, weil es keine alten Rechnungen (aus dem Klassenkampf oder aus welchen Kämpfen auch immer) mehr gäbe, die wir dauernd begleichen müssten. Wir müssen uns deshalb wenigstens jetzt mit Respekt und Augenmaß begegnen, damit wir für voll genommen werden und einander jederzeit in die Augen sehen können. Das meinte ich.

      mfG und schönen Abend

    • Moin, Teilchen, vielen Dank, dass Du mir zur Seite gesprungen bist! Ich hatte schon gedacht, ich sei der einzige, der Schwierigkeiten mit der Fremdsprache hätte.

      mfG

    • Moin, citoyen invisible, vielen Dank fuer Deine Erläuterungen!

      „Wir müssen uns deshalb wenigstens jetzt mit Respekt und Augenmaß begegnen, damit wir für voll genommen werden und einander jederzeit in die Augen sehen können.“

      Das ist schön gesagt, und ich halte das auch fuer ein Essential.
      Was das respektvolle miteinander Umgehen angeht, so haben wir hier schon allerhand erlebt in diesem Forum. Gewisse Uebertreibungen oder eine im Rahmen gehaltene Schärfe sind fuer mich OK, wenn ansonsten der Respekt vor den anderen Foristen (oder ueberhaubt Gesprächsbeteiligten) vorhanden ist.
      Der andere Temenkomplex:
      „Ich frage mich, woran das liegt. Warum haben sich die Klassen, die Gesellschaftsschichten untereinander bekämpft, sich durchaus legitim gegenseitig Rechte abgerungen, aber doch irgendwie die Zielrichtung verfehlt? Weil sie dem eigentlichen Gegner, den mächtigsten Unterdrückern, nichts anhaben konnten.“
      MMn hat die ‚konstruktive Diskussion‘ arg gelitten unter den Jahren. Ich kenne noch Diskussionen aus der Zeit der Entstehung der Gruenen Partei, und davor, wo wir diskutiert haben untereinander, als wenn man mit dem ärgsten Unterdruecker zu tun gehabt hätte. Ich halte das fuer eine inhaltliche Schwäche, die ueberwunden werden muss! Entweder durch lesen oder der Zufuehrung anderer Medien. Oder aber auch durch Zuhören.
      Wenn es allerdings um das Durchsetzen der Rechte geht, die den Herrschenden abgerungen werden sollen, so denke ich, dass es nicht reibungslos vonstatten geht.
      Selbst einfache Forderungen nach Ruecknahme einer veranlassten Benzinsteuer, wird mit Polizeigewalt beantwortet, wie wir das in Frankreich bei den Gelbwesten-Protesten sehen können. Das ist mMn darauf zurueckzufuehren, dass sich die Herrschenden ihre Pfruende nicht so ohne weiteres wegnehmen lassen.

      mfG

    • Moin, Hog1951.
      Ich bin völlig deiner Meinung, dass Verhältnisse sich nicht im Schmusekurs ändern lassen und dass man deshalb dem aggressiven Großkapital und seinen willfährigen Helfern mindestens ebenso energisch gegenübertreten muss, um etwas zu erreichen. Aber nicht, indem man untereinander heillos, weil unversöhnlich zerstritten ist. Da sind wir uns einig.
      mfG

  4. Moin, JFK (7. 9. at 8.37),
    “ (…) bin ich an einer Symbiose aus deutschem Kapitalismus und Sozialismus interessiert.“
    Welch eine romantische Vorstellung! Wir haben uns ja alle so lieb!

    Wenn Sie in der eh. DDR elebt haben, dann haben Sie vielleicht auch etwas von den Eigentumsverhältnissen der Produktivmittel gelesen. Wie stellen Sie sich vor, dass die Besitzer der Produktionsmittel, seien es Privateigner oder Aktienbesitzer Freiwillig ihr Privileg der Wertschöpfung durch Profite abgeben? Denken Sie, dass die AFD (uebrigens dem Neoliberalismus aufs Tiefste verbunden) per Gesetzesvorschlag soetwas verwirklichen wollte? Da muss man schon ganz schön naiv sein!
    Nein, das Problem der angebotsorientierten Wirtschaftsweise (Kapitalismus) lässt sich nicht mit einem Wink beseitigen. Es steht dem Im Wege auch der gesamte Repressionsapparat (Polizei und co.) ausserdem der Suggestionsapparat (schreibende Zunft, Glotze etc.). Wer hier glaubt, einen Kompromiss zimmern zu können, hat wenig von der Realität verstanden!

    mfG

    • … und wer hier glaubt diesen Kompromiss von vornherein ausschließen zu müssen und dies ohne Argumentation, verweigert sich der Möglichkeit eines Disputs.
      JFK hat lediglich sein Interesse an solch einer Symbiose bekundet. Romantische Vorstellungen gehören zum Mensch sein dazu und ja, wieso sollten sich zur Abwechslung mal nicht alle lieb haben.

    • Ich ziehe mal meinen britischen Kolonialrock über und betrachte folgendes:

      Mein Ziel, Deutschland als Konkurrenten auszuschalten, habe ich irgendwie nie so richtig dauerhaft erreicht.

      Der Vertrag von Versailles hat Deutschland vielleicht 15-20 Jahre unten gehalten.
      Nach dem zweiten WK hat man ebenfalls nur diese Zeit bis zum Wirtschaftswunder gehabt.
      Dann waren die lästigen mit ihrem Fleiß wieder auf der Matte.

      Nur mit dem Kommunismus hat man erreicht, dass es 40 Jahre lang abwärts ging.

      Also was ist nun am besten geeignet, um ein Land zu zerstören?

      Aus kolonialer Sicht gibt es nichts besseres, als dem Gegner Kommunismus zu verordnen. Am besten weltweit via UNO. Und genau dorthin bewegen wir uns.

    • Kein Diskussionsbeitrag – nur ein anstrengender Vorschlag ; )
      Wir sollten mal eine zeitlang die Literatur der „Unmöglichkeit“ lesen, also das Narrativ der Gegenseite und anschließend dazu eine Diskussion halten (natürlich offline) Vielleicht wird eine einigende Position dann leichter.

      Speziell zu revived:
      Solche Verknüpfungen sind nicht zielführend – ein kommunistisches System ist nicht an ein Ein-Welt-System gebunden. Im Gegenteil, um Erfahrungen zu sammeln und ausdifferenzieren zu können sind nicht zu große Einheiten erforderlich.

    • Bei der Größe einer Einheit denke ich auch max. an eine Genossenschaft. Wenn es weitaus größer wird, sinkt gleich wieder die Verbindlichkeit, das Verantwortungsbewusstsein. Vielleicht auch Moral und Arbeitsmoral.

    • Welch ein Geschwurbel! Ich hatte darauf hingewiesen, dass es wohl im Reich der Märchen liegt, wenn man glaubt, dass die jetzigen Machthaber und Profiteure des Mehrwerts , ob Konzerne oder kleinere Betriebe, die sich Regierungen als ihre Statthalter halten, die nichts anderes vorhaben, als das Volk zu verdummen (Bologna lässt gruessen) die die geringsten Proteste (Gelbwesten) zusammenpruegeln lassen, die peinlichst darauf achten, dass nur die Parteien zur Wahl zugelassen werden, die Ihnen genehm sind (KPD-Verbot); dass dieses System, dass wir gemeinhin Kapitalismus nennen, nicht einen Deut davon abgeben wird, damit es dem Volk besser ginge (Sozialismus).
      Da hat die Nato und die sie stuetzenden Imperien ganze Arbeit geleistet, dass man sich solch einen Schmarren zutraut zu schreiben!

      mfG

    • Hallo Hog,

      ich beziehe das mal auf mich. Wie willst du zum Kommunismus gelangen? Wir warten schon sehr lange, soll alles bleiben wie es ist?
      Die reine Theorie von Marx ist schon eine Weile alt und tatsächlich bin ich der Meinunng, daß es einen erheblichen Unterschied zwischen Privatunternehmen und Konzernen gibt und sich erstere in ein sozialistisches System einbinden lassen.

    • Jeden zum Miteigentümer von allem zu machen, das löst doch nur formal die Unterschiede auf.
      Es gibt nach dann noch den erheblichen Unterschied durch Macht, nämlich zu entscheiden, was mit einer Ressource gemacht wird.

    • Moin, Teilchen, nein in erster Linie hatte ich nicht auf Deinen Post geantwortet; aber …
      Zum Kommunismus zu kommen ist der letzte Schritt! Zuerst muss ich doch einmal eine Analyse erstellen, der mich umgebenden Realität, die Bestand hat. Und dagegen habe ich argumentiert. Mein Anliegen war/ist es die falschen Vorstellungen, die in unseren Köpfen herumschwirren zu hinterfragen.
      “ Wir warten schon sehr lange, soll alles bleiben wie es ist?“ Ja, damit hat Du wirklich einen wunden Punkt getroffen bei der Analyse von Marx und Engels! Sie waren viel zu optimistisch und haben die Situation zumindest in den meisten Ländern falsch eingeschätzt. Und es ist allemal nicht erbaulich mit dieser Fehleinschätzung leben zu muessen!
      Doch wie wir an vielen anderen Debatten erkennen muessen, geht es so nicht weiter. M. Bröckers, der eine harsche Kritik an R. Rupps letzten Tagesdosis geschrieben hat, konstatiert:“ Ohne ein Reset, kommen wir nicht voran!“ Gemeint ist , dass der Kapitalismus abgeschafft werden muss, bevor wir zu Ergebnissen gelangen können, die uns (in welcher Frage auch immer) nach vorne bringen.
      Solange es aber noch Illusionen gibt, dass die Herrschenden freiwillig von ihren Pfruenden abgeben, solange trampeln wir wohl weiter auf der Stelle herum.

      mfG

    • Moin, noein,
      „Jeden zum Miteigentümer von allem zu machen, das löst doch nur formal die Unterschiede auf.“
      Nun ja, das wäre schon mal die halbe Miete! Es ist natuerlich schwierig in wenigen Zeilen genau das zu beschreiben, was ich denke, was passieren muesste. Doch in einer Situation, wie z.B. damals in Frankreich (1789), oder in Russland (1917) oder heute in Frankreich (Gelbwesten) kommen die Menschen ueber den gemeinsamen Kampf auch inhatlich zusammen, bzw. ueber die Auseinandersetzungen ueber den richtigen Weg werden Inhalte entwickelt, die sich ergänzen werden zu dem formalen Umbruch in der Gesellschaft.
      Ich stelle mir vor, dass es in einer Räterepublik gerade um die Diskussionen geht, die wir auch heute mit Verve fuehren.

      mfG

  5. Niemand würde die AfD wählen, wenn sie nicht die einzigsten wären, die sich gegen die verordnete Migration wenden.
    EX-MUSLIM – Was kommt auf Deutschland zu
    https://www.youtube.com/watch?time_continue=179&v=SWRAexkCrQg

    Dieses Thema sollte sich die Linke annehmen

    • Das ist wie Stürzenberger und seine Einpeitscher.
      Ich hoffe, dass Leute wie Gedeon in der AFD stärker werden.
      http://www.wolfgang-gedeon.de/2017/01/afd-eine-zionistische-partei/
      Beste Aussage von ihm:
      „Nur wer die US-amerikanische Außenpolitik boykottiert und sich auch vom israelischen Zionismus distanziert, ist moralisch legitimiert, radikal gegen den Islamismus in Europa vorzugehen.“

      Und das sehe ich bei den Islamhassverbreitern in der AFD nicht.
      Überlege mal wer die Kopfab-Islamisten ermöglicht hat.
      Es gibt genug Staaten in denen alle drei abrahamitischen Religionsgruppen ohne
      Probleme zusammenleben. Wer zündelt dort? Lasst Euch nicht aufhetzen!

    • Ist es nicht so, dass die lauten Stimmen deshalb erfolgreich sind, weil alle anderen jegliche Thematisierung verweigern?
      Das Verschweigenskartell ruft doch diese exponierten Figuren erst auf den Plan.

      Für Menschen, die die Zuwanderung ablehnen, gibt es keinerlei politisches Gesprächsangebot. Alles hat pro Migration zu sein. Diskussion beendet.

      Und dann hören die Menschen eben JEDEM zu, der darüber redet. Einfach jedem. Da könnten sie auch einen Hydranten hinstellen. Jedem, wenn das Kartell der Einheitspartei jedem Widerspruch kriminalisiert.

  6. Toller Artikel. Wäre hilfreich, wenn die AfD-Wähler ihn auch verstehen würden. Aber die lesen weder Wahlprogramme noch das neue Kriegstreiberblättchen. Das würde ja das Weltbild erschüttern.
    afdbundestag.de/wp-content/uploads/sites/156/2019/06/Endfassung-SK-Bundeswehr-26.06.pdf

    Mir wird ein bisschen bange, wenn ich mir vorstelle was passiert, wenn deren Wähler mitschneiden, dass sie verarscht wurden. Enttäuschte Erwartungen machen wütend. Da schlummert ein Gewaltpotential vom Feinsten.

    • Ja – verarscht werden alle Wähler, nicht nur die AFD-Wähler. Verstanden haben es auch die Wähler der anderen Parteien nicht. Die AFD ist offizieller Prügelknabe, damit eine Scheindemokratie aufrecht erhalten werden kann. Die AFD wird gebraucht, um Wähler zu binden und rechts-bashing zu ermöglichen. Wenn alles den Bach runter geht, braucht es einen Schuldigen. Die wirklich ernsthafte Frage müsste lauten: warum wählen so viele Menschen die AFD? Eine sachliche Auseinandersetzung findet natürlich nicht statt. Warum denn nur? Das wird von keiner Partei gewollt, aber emotionale Erregtheit verkleistert die Handlungsunfähigkeit aller Parteien. Im Schattenwurf der AFD gedeihen Nicht-Demokratische-Elemente, denn die „guten Parteien“ dürfen dann „schön böse“ sein.

    • Wenn alles den Bach runtergeht brauchts nen Schuldigen. JA, so seh ich das auch. Aus diesem Grund wurde auch Trump installiert. Hinterher wars dann wieder das dumme Volk, dass ja schließlich so gewählt hat und die Verursacher spielen wieder die Opfer.

    • Ich bin AFD-Wähler, ich bin KENFM Abonnent (mein freiwilliger monatlicher Obulus an KENFM ist seit 5 Jahren höher als die GEZ-Monatssteuer) und selbstverständlich lese ich das hier ! Der Artikel ist gut, obwohl ich die generelle Kapitalismuskritik in ihm NICHT teile. Mit der Weile lebe ich jetzt etwas länger im kapitalistisch funktionierenden Deutschland als ich bis ´89 im östlich sozialistischen geprägten D gelebt habe.
      Die DDR ist untergegangen, weil sie ökonomisch nicht funktioniert hat (meiner Meinung nach). Die soz. Ideologie wurde „nur“ deswegen gebraucht, um länger durchzuhalten. Ohne Ideologie wäre die Mauer schon früher gen Westen überrannt worden – die Menschen der DDR wollten halt Bananen (im Sinne von Konsum – Freiheit war ihnen mehr oder weniger egal – ist aber auch nur meine Meinung) . Dass billige Mieten, Nahrung, Gesundheit und Bildung auf dem Weltmarkt viel teurer angeboten wurden als in der DDR – interessierte Niemanden (i.S. von Mehrheit). Der Lohn für einen Fleißigen und auch der Lohn für einen faulen Sack waren in der DDR etwa GLEICH. Ich selbst habe erlebt, wie das mutwillige Zerstören von „Produktionsmitteln“ (im Soz. > Gemeinschaftseigentum) ohne Konsequenz für den Arbeiter blieb. Wir wissen Alle, das……wenn sich nicht anstrengen genau so hoch belohnt wird ,wie sich anstrengen, dann STRENGT (strengen) SICH IRGENDWANN KEINER MEHR (zu wenige) AN. Das Leistungsprinzip / Verantwortungsprinzip war im Sozialismus zunehmend ausser Kraft gesetzt.
      Das Leistungs- und Verantwortungsprinzip wird IN DIESER/DIESEM „kapitalistischen“ GESELLSCHAFT/DEUTSCHLAND SCHON WIEDER AUSSER KRAFT GESETZT und zwar gilt das Leistungsprinzip nicht für Banken (und Politiker > Schosshündchen der Banken). Gewinne absahnen/Verluste verstaatlichen und das Schöpfen fraktionalen „Falschgeldes“ (ein Betrugsprinzip, bei dem Banken EIN UND DEN SELBEN KUCHEN GLEICHZEITIG ESSEN UND VERKAUFEN KÖNNEN – kein Hersteller von Gütern kann so etwas – es sei denn ,er hat auch eine Bank).
      Wir wissen aus der Vergangenheit, dass überall dort wo das Leistungsprizip nicht mehr gilt, der Untergang/Abgang nahe ist.
      Bilanzverlängerung durch die exzeptionellen, inzestuösen Nullenschreiberdynastien wird nicht helfen.

      Unter einer bürgerlichen Partei verstehe ich eine weitestgehend ideologiefreie Partei,
      1) die das Leistungsprinzip respektiert (u.a. weil das Leistungsprinzip knappe Ressourcen besser verwertet als das „Bedürfnisprinzip“), also Leistungsunwilligkeit (nicht Leistungsunfähigkeit) bestraft
      2) die Basisbedürfnisse (Nahrung, Wohnen, Gesundheit, Bildung) erschwinglich für jedermann macht , ohne das Leistungsprinzip ausser Kraft zu setzten
      3) die sich darauf zurückbesinnt, dass die Bundeswehr eine reine Verteitigungsarmee ist (und nirgendwo sonst (auch nicht getarnt als Verantwortung) als auf dem BRD Territorium etwas zu suchen hat
      4) die sich der UN Charta verpflichtet fühlt – auch dann wenn es die NATO-Partner nicht tun
      5) die Doppelstandards aufgibt /nicht mit trägt – sowohl AUSSENPOLITISCH (z.B. die Gewalt auf Demos in China UND Frankreich anprangernd – in identischer medialer Sequenz und Lautstärke)
      wie auch innenpolitisch (z.B. gleiche Strafe für alle Mörder – egal ob Nazi, Muslim, Christ oder Jude)
      6) die durch Ihre sinkenden Rüstungskosten Ressourcen mobilisiert für eine nachhaltige, machbare und ökonomisch effektive Umweltpolitik ermöglicht.
      7) die den Frieden zu ALLEN Völkern SUCHT !
      8) die Wettbewerb von Geldarten/Zahlungsmitteln ermöglicht und nicht beschneidet

      ich bin unverändert FÜR eine breite Koalition der Vernünftigen und Denkenden von Rechts nach Links – auch dann wenn irgend eine Frau Slomka dies Querfront nennen sollte. Ich sehe mehr Gemeinsamkeiten bei Herrn Meuthen UND Frau Wagenknecht als BEIDE wohl selbst in der Lage sind zu sehen (oder sehen dürfen ?!)

      Wie heißt die Partei von Putin ??

      > EINIGES RUSSLAND !

      ob wir von diesem „bösen Diktator „da evtl. was lernen könnten ???????????????????????????????????

    • Krass, aus dem kleinen „Kapitalisten-Almanach – Kapitel Eins : Motivation durch persönliche Bereicherung“ und „Kapitel Zwei: Frei von der Last jeglicher Moral.“

      Und wie stets:

      Und dazu gehört ein ganz wichtiges Mittel: „Die Mitte“. Die „Mitte“ ist etwas ganz Tolles, heute sind alle in der Mitte. Das gehört wieder zum neoliberalen Falschwörterbuch, weil hier ein Begriff neu besetzt worden ist, denn „Mitte“ ist für uns alle etwas ganz Tolles.
      ‚Mitte‘ suggeriert Harmonie, Ausgeglichenheit, vielleicht auch Geborgensein, ‚Mitte‘ ist ein ganz positives Gefühl, weil wir ungerne zu den Extremen gehören wollen. Der Neoliberalismus hat diesen Mittebegriff neu besetzt, indem jetzt eigentlich mit „Mitte“ eine extremistische Position bezeichnet wird. Nämlich die extremistische Position eines Kampfes gegen Demokratie. Und die „Mitte“ ist sogar eine extrem fundamentalistische Position, weil sie einen Ausschließlichkeitsanspruch hat: Es kann keine Alternativen mehr geben. Die „Mitte“ ist eine extrem fundamentalistische Position mit einem Ausschließlichkeitsanspruch, übt aber auf uns eine gewisse Faszination aus. Wir gehen diesem Wort immer wieder auf den Leim. Und Sie sehen, wie häufig dieses Wort als Attraktionsmittel in der politischen Rhetorik verwandt wird, und zwar immer im Kontext auch des neoliberalen Programmes.

      Tony Blair: „a radical centre in which you are able to take decisions fort he future of
      the country“

      Gerhard Schröder 1998: „Es gibt keine linke oder rechte Wirtschaftspolitik, sondern
      nur eine gute oder schlechte Wirtschaftspolitik.“

      Emmanuel Macron 2017: „ni droite, ni gauche“ (weder rechts, noch links)
      Faschismus: „weder links noch rechts“

      Die „radikale Mitte“ – auch eine interessante Wortschöpfung. – Es gibt gar keine Interessen-gegensätze mehr. Es gibt keine Interessengegensätze zwischen Unternehmer und Lohnabhängigem mehr. Es geht nur noch um ‚Vernunft‘, es geht nur noch darum, ‚rational‘ die besten Lösungsansätze zu finden. Es hat auch keinen Sinn mehr, gegen irgend etwas zu kämpfen, es geht nur darum, die ‚beste‘ Lösung zu finden, denn letztlich sitzen natürlich Unternehmer und Lohnabhängige im gleichen Boot, haben die gleichen Interessen, nämlich: die ‚besten‘ Lösungen zu finden. ‚Letztlich ziehen wir doch alle am selben Strang‘ – das ist die Ideologie, was ja irgendwie auch richtig ist, nur eben an unterschiedlichen Enden.
      Interessanter ist hier noch der Punkt – das finden Sie heute ganz häufig -, dass jemand sagt: „ich bin weder rechts noch links“. „Links“, das heißt ja eigentlich für eine gerechte Verteilung und eine solidarische Gesellschaft – und „rechts“ heißt, nicht für eine gerechte Verteilung. Jemand, der weder rechts noch links ist, kann sich eigentlich nur damit noch retten, dass er sagt: „Naja, ich bin völlig apathisch!“

      Aus:
      28. Pleisweiler Gespräch mit Professor Mausfeld – 22. Oktober 2017
      Wie sich die „verwirrte Herde“ auf Kurs halten lässt: Neue Wege der „Stabilitätssicherung“ im autoritären Neoliberalismus
      https://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/171022-Mausfeld_Transkript_Landau_NDS.pdf

      Falls es eines Beweises bedurft hätte, daß Neoliberalismus und Faschismus Hand in Hand gehen …

    • Selbstverständlich ist es nur noch obszön, wenn ein Dieter Zetsche eine Tagesrente von 4500€ bezieht im Vgl. zu einer Frisöse mit einer Montsrente von 500€. Gege diese MIßverhältnisse bin auch ich als AfD Wähler.
      Ich zweifle jedoch stark daran, dass die (erneute) „Überführung“ der Produktionsmittel aus privater Hand in die „gesellschaftliche Hand“ (Kernproblem des marxschen Kapitalimus war ja das Privateigentum an den Produktionsmitteln) das Problem der ungerechten Verteilung lösen wird, weil es schon einmal im sog. real existierenden Sozialismus nicht funktioniert hat.

      Da mich als AfD Wähler und als jemand mit „Sozialismus-Erfahrung“ UND „Kapitalismus-Erfahrung“ die beständige neoliberale Leier vom „Kapital als scheuem Reh, welchem man die besten Weidebedingungen schaffen muss, um es zu binden“ auch nervt, bin ich an einer Symbiose aus deutschem Kapitalismus und Sozialismus interessiert.

      Ich stelle mir also eine Gesellschaft vor mit der Fähigkeit zu einer sozial gerechten Verteilung (der von der Gesellschaft geschaffenen Güter und Ressourcen) OHNE das Leistungsprinzip ausser Kraft zu setzen.

      Kompromisse sind schwierig und langwierig – für beide Seiten !!

      Aber Kompromisse sind besser als Revolutionen (finde ich) – es gibt bei Revolutionen immer so viele Tote.

      Wie würde man eigentlich eine Revolution ohne Tote nennen wollen ?

    • Dass unsere Gesellschaft und diese Welt sich nicht „in der Mitte“ befinden, ist augenscheinlich. Die „Mitte“ wieder zu erlangen, ist allseitig gewünscht.
      Diese „Mitte“ zu finden ist ein immerwährender Prozess, da widerstrebende Interessen das Pendel immer wieder in die eine oder andere Richtung aus der Mitte „bringen“ werden.

      Alleine die Beanspruchung/Behauptung/Proklamation durch irgendjemanden , ein oder „der wahrhaftige Vertreter DER MITTE “ zu sein, ist verdächtig genug, die Ideologisierung des Begriffs
      der „Mitte“ anzunehmen.
      NIemand kann die Mitte dauerhaft vertreten, denn die Mitte (ein Interessenausgleich) zu finden ist ein beständiger Prozess !!

    • @ Hera

      Ich verstehe unter einem Leistungsunwilligen jemanden, dessen Anspruch auf Nahrung, Bildung, Gesundheit, Wohnen und Luxus (deutlich) größer ist , als die von Ihm erbrachte Leistung – also praktisch ein Lebensstil „auf Kosten anderer“.

      Diese Beschreibung passt aus meiner Sicht sowohl auf einen „kleinen“ Schmarotzer unserer Sozialsyteme als auch auf einen Dieter Zetsche oder Josef Ackermann.

    • @Box
      Danke – hatte nur so ein Gefühl, das mit der Mitte etwas nicht mehr stimmt, du hast es gut auf den Punkt gebracht.

      link lese ich später

      Ich bin auch der Meinung, das der wieder lauter werdende rechte Rand in der Gesellschaft (parteienübergreifend!) nur die Notfalllösung darstellt, um die Demokratie endgültig zu beseitigen. Als Ziel sehe ich eine Technokratie, die man sicher noch freundlicher benennen wird, um jede Mitsprache auszuhebeln.

      Jeder hat sich dem Sachzwang zu fügen, der -hübsch verklausuliert- von „Experten“ in unnötig kompliziert aufgeblähten Studien dargelegt werden wird. Wer sich dem Sachzwang dann nicht fügt, stellt sich schon von selbst ins Abseits. (Doch auch Wissenschaftler werden von der Gesellschaft ausgebildet, um ihr einen Dienst zu tun.
      Jeder wissenschaftliche Sachverhalt kann auch in allgemein verständlicher Sprache dargelegt werden und darauf sollte man immer bestehen, um solcher Entwicklung nicht Vorschub zu leisten.)

    • JFK:
      Auch in der DDR wurde hart gegen Arbeitsunwilligkeit vorgegangen. Allerdings gab es dort mMn auch weniger Anlaß die Arbeit zu verweigern. Offen ist ebenfalls die Frage, wie man Arbeit definiert.
      (Ein Problem sehe ich persönlich auch darin, daß man mit sinnentleerter Arbeit in diesem System bei gleicher Fähigkeit bequem doppelt so hohe Einnahmen erzielt. Sagt nicht der gesunde Menschenverstand – erkenne die Systemregeln und befolge sie um das Spiel zu machen? persönliche Freiheit ist heute zwingend mit Kapital verbunden, was ist man den eigenen Kindern schuldig)

      Konzerne/Monopole sind undemokratischer als jeder bisher erprobte Sozialismus. (Subventionen versus Steuersparmöglichkeiten, Transparenz und Mitsprache)

      zur Produktivität der DDR ein paar Stichpunkte:
      – UdSSR am Stärksten von Kriegsschäden betroffen –> demzufolge nahezu alle Produktionsanlagen aus BZ raus –> komplette Deindustrialisierung
      – Ausbildung der Leute –> Abwanderung gen Westen (zumindest bis 1953)
      – wg. mangelnde Rohstoffversorgung tlw. mit Devisen erkauft oder Ersatzprodukte entwickelt –> Prod.mittel teuer
      – viiel zu große Diversifikation –> Wirtschaftlichkeit entsprechend Manufakturbetrieb
      – keinerlei Preisvariation bei Produkten der Grundversorgung
      Ich bin wirklich der Meinung, schaut man sich die Bedingungen im Detail an, braucht man den Kopf als Ostdeutscher nicht einzuziehen.

      Die vollständige Abschaffung von Privatunternehmen halte ich auf längere Sicht auch nicht für machbar (obwohl ich mir eine andere Gesellschaft durchaus vorstellen könnte) Auch nicht für notwendig. Solange die Größe begrenzt wird auf ein Maß, in dem die Unternehmen tatsächlich Marktteilnehmer bleiben, begünstigt das Innovation. Nicht verhindert wird die Produktion eigentlich unnötiger Güter.
      Klar, was nicht gehen sollte – Produktion/Unterhalt durch Steuerzahler – Betrieb in Privathand (z. Bsp. Autobahnen, Bahn) Von to-Big-to-Fail brauchen wir erst gar nicht zu reden. Große Schwierigkeiten sehe ich in der Entflechtung, denn fast jeder ist mitbeteiligt.

    • Moin, JFK (7. 9. at 8.37),
      “ (…) bin ich an einer Symbiose aus deutschem Kapitalismus und Sozialismus interessiert.“
      Welch eine romantische Vorstellung! Wir haben uns ja alle so lieb!

      Wenn Sie in der eh. DDR elebt haben, dann haben Sie vielleicht auch etwas von den Eigentumsverhältnissen der Produktivmittel gelesen. Wie stellen Sie sich vor, dass die Besitzer der Produktionsmittel, seien es Privateigner oder Aktienbesitzer Freiwillig ihr Privileg der Wertschöpfung durch Profite abgeben? Denken Sie, dass die AFD (uebrigens dem Neoliberalismus aufs Tiefste verbunden) per Gesetzesvorschlag soetwas verwirklichen wollte? Da muss man schon ganz schön naiv sein!
      Nein, das Problem der angebotsorientierten Wirtschaftsweise (Kapitalismus) lässt sich nicht mit einem Wink beseitigen. Es steht dem Im Wege auch der gesamte Repressionsapparat (Polizei und co.) ausserdem der Suggestionsapparat (schreibende Zunft, Glotze etc.). Wer hier glaubt, einen Kompromiss zimmern zu können, hat wenig von der Realität verstanden!

      mfG

    • Vielen Dank @ Teilchen
      für Ihren sachlichen und anregenden Kommentar.
      Wenn ich Sie richtig verstehe postulieren Sie, dass vor allem „externe Gegebenheiten“ (Reparationszahlung , Deindustrialisierung) also „Unabwendbarkeiten“ den DDR-Sozialismus haben scheitern lassen.
      Daher meine Frage danach, wie es das mittelalterliche, deindustrialisierte, ressourcenarme durch Opiumkriege zerrüttete China den „externen Gegebenheiten“zuwider schaffen konnte, ökononisch wiederaufzuerstehen. Es war für die meisten Chinesen sicher ein langer entbehrungsreicher Weg – aber ist die dortige Symbiose aus Sozialismus und Kapitalismus nicht einer tieferen Betrachtung wert ?

      Ich finde z.B. auch solche Unternehmen (wie HUAWEI) , wo die Last der Verantwortung für das Unternehmen vom „Boss“ auf die gesamt Belegschaft (runter-)verteilt wird sehr interessant.

      Grüße JFK

    • @ Teilchen

      PS: Meiner Meinung nach wurde in der DDR nicht hart genug gegen die Arbeitsunwilligen „vorgegangen“ – oder besser formuliert …das Prinzip: „Wer NICHT arbeitet bekommt auch NICHTS“ , den gab es nicht……, denn es gab keine Arbeitslosigkeit.

      Ich halte eine Arbeitslosigkeit für jemanden, der nicht arbeiten will, für notwendig !, weil die Aufrechterhaltung auch des minimalen Lebens (Essen, TRinken, Wohnen) Ressourcen verbraucht, die erarbeitet werden „MÜSSEN“.
      Es bleibt natürlich dem „gesellschaftlichen Konsens“ überlassen, wie weit man Arbeitsunwille alimentieren möchte.

      (unter Arbeit verstehe ich: die Tätigkeit eines Menschen, die die Nachfrage eines oder mehrerer anderer Mitglieder (als mans selbst) einer Gesellschaft derart befriedigt, das es zu einem gegenseitigen Erfüllen von Nachfragen führt, Nachfragen = Nahrung, Wohnung, Bildung, Gesundheit Luxus)

      Grüße JFK

    • @JFK

      China:
      China war lange sich selbst überlassen und bringt etwas mit, was die Bereitschaft des anderen Gesellschaftssystems schafft, Handel zu treiben: einen riesigen Markt.

      Ich weiß nicht genau, wie ich zu dem chinesischen Modell stehe, es entwickelt sich. Auf jeden Fall mag ich das Menschenbild der Aufklärung, und ich mag auch ruhige, grüne + beschauliche Orte in der Stadt. Beides ist zumindest im Moment in China nicht (noch nicht?) zu haben,

      Arbeitsunwilligkeit:
      Ich bin der Meinung, daß nahezu jeder Mensch durch sinnvolle Tätigkeit Anerkennung erfahren will. Für die vielleicht doch vorhandenen Ausnahmen lohnt sich kein so massiver und teurer Repressionsapparat.

      Es sollte nicht vergessen werden, das der Kapitalismus ZWINGEND Arbeitslose braucht! Die „Bekämpfung der Arbeitslosigkeit“ ist vorgeschoben, es wird immer dafür gesorgt sein Arbeitslosigkeit zu haben und sei es durch Migration. Ich halte es daher für wenig sinnvoll, auf die Arbeitslosen runterzuschauen.

      Bei gesättigten Märkten und fortgeschrittener Technik benötigt man einen geringeren Anteil an menschlicher Arbeitskraft in der Produktion.
      Da bildet sich ein Dilemma: zurück ins 19Jh. und manuell produzieren? Überproduktion auf Kosten des Planeten?

    • @ JFK
      HUAWEI:
      habe ich ganz überlesen – ja, finde ich gut, aber durch das chinesische System ist eben auch sichergestellt, daß auch die Gewinne ordentlich verteilt werden. DDR auch.

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