Tagesdosis 7.3.2019 – Die DDR hat’s nie gegeben

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Das heutige Bild der Tagesdosis zeigt den Tag des Jahres 2009, als auf diesem Platz im Herzen Berlins der Palast der Republik endgültig verschwunden war. Ein unbekannter Bürger brachte es durch ein Graffiti brilliant auf den Punkt. Die DDR hat’s nie gegeben.

Im Jahre 2006 startete der sogenannte Rückbau. Es war in Wahrheit ein politisch motivierter Abriss. Er sollte das letzte Symbol der Existenz der DDR in der ehemaligen Hauptstadt dieses Landes tilgen. Der Palast der Republik beinhaltete nicht nur eine der modernsten und weltweit bewunderten Musikhebebühnen. Er war Treffpunkt für die Bürger. Vier Restaurants, Bars, Theater und – Konzertsäle, eine Bowling Bahn, Ausstellungen, eine Post.

Schon im Wiedervereinigungsjahr 1990 wurde der Palast auf immer verschlossen. Vorgeschoben wurde eine vermeintlich zu hohe Asbestbelastung, die sich später als nicht höher als im Westberliner ICC herausstellte. Der wahre Anlass für den Abriss bestand aus zwei Gründen.

Grund Nr. 1: zu den o.g. Einrichtungen gehörte auch die Volkskammer der DDR, die ebenso ihren Platz in diesem Hause hatte und diese Tatsache entsprechend an der Palast Fassade durch einen Schriftzug ersichtlich war. Der Hauptgrund bestand in der späten Rache für die 1950 erfolgte Sprengung jenes Gebäudes, welches vor dem Palast der Republik am gleichen Platze stand. Dem Berliner Stadtschloss, Sitz der Hohenzollern. Nun erwiderte man den Abrissgegnern das Argument der Wiederherstellung der historischen Mitte Berlins, durch den Bau des Humboldt – Forums. Diese schlechte Kopie ist der Bundesregierung bis dato knappe 600 Millionen Euro wert (1).

Am Dienstag dieser Woche wurde der Tod des ehemaligen Büroleiters von Hans-Dietrich Genscher und langjährigem FDP Mitglieds Klaus Kinkel bekannt gegeben. Kinkel war ab 1979 für vier Jahre Präsident des Bundesnachrichtendienstes der BRD. Er erhielt durchgehend lobende Worte, bezüglich seines Wesens und seiner politischen Laufbahn.

Christian Lindner von der FDP ließ wissen, Zitat: Er war ein aufrechter und bescheidener Mann mit Charakter (2). Heiko Maas resümierte, Zitat: Unser Land verliert einen großen Liberalen und Kämpfer für Rechtsstaat & Demokratie. Er trug viel dazu bei, dass das wiedervereinigte Deutschland seinen Platz in der Welt fand und in Frieden und Respekt mit seinen Nachbarn lebt (3). Seine Nachfolgerin im Justizministerium Leutheusser-Schnarrenberger erläutert, Zitat: Die FDP-Politikerin erinnerte an Kinkels Rolle bei der Deutschen Einheit, als er die unterschiedlichen Rechtssysteme vereinigen half. „Als überzeugtem Liberalen stand für Kinkel dabei immer fest, dass der Schutz der Grundrechte handlungsleitend sein sollte“(…)(4) Die Zeitung Die Zeit erinnert, Zitat: Nach dem Machtwechsel zu Schwarz-Gelb im Jahr 1982 wechselte er ins Justizministerium, zunächst als Staatssekretär, dann als Minister. In dieser Funktion war er nach dem Fall der Mauer auch am deutsch-deutschen Einigungsvertrag beteiligt (2).

Nun werden einige Leser und Hörer sich fragen, wen interessiert das? Wir erleben in diesem Jahr im Monat November das dreißigjährige Jubiläum des sog. Mauerfalls. Ob sie dann gefallen ist, gestürmt oder geöffnet wurde möge in einer anderen Tagesdosis erläutert werden. Gehen wir bei Herrn Kinkels Tätigkeiten, seinen Leistungen zur Deutschen Einheit etwas ins Detail. Kein Nachruf zitierte einen wesentlichen Baustein, den Fahrplan, das Regelbuch aus dem Ministerium Kinkel. Er ist u.a. auch dafür mit verantwortlich, dass es weiterhin die berühmte Mauer in den Köpfen der wiedervereinten Deutschen gibt. Individuell von westlicher, oder entsprechend östlicher Seite beleuchtet und betrachtet.

Als damaliger Justizminister sprach Kinkel vor dem 15. Deutschen Richtertag am 23.09.1991 in Köln folgende Worte, Zitat:

„Sie, meine Damen und Herren, haben als Richter und Staatsanwälte bei dem, was noch auf uns zukommt, eine ganz besondere Aufgabe … einen wesentlichen Teil müssen Sie leisten, alternativlos. Ich baue auf die deutsche Justiz. Es muß gelingen, das SED-Regime zu delegitimieren.“(5)

Gut vier Wochen vorher log er noch folgendes in das Mikro vom Spiegel Journalisten, Zitat:

SPIEGEL: Herr Kinkel, die Nazi-Vergangenheit haben die Deutschen lieber verdrängt als aufgearbeitet. Sollen nun die Verantwortlichen des SED-Regimes um so unnachsichtiger verfolgt werden?
KINKEL: In der Tat: Noch sind wir mit der höchst unvollkommenen Aufarbeitung des Dritten Reiches gar nicht fertig (…) und schon haben wir uns einer zweiten traurigen Vergangenheit zu stellen. 40 Jahre SED-Unrecht müssen jetzt aufgearbeitet werden; aber nicht etwa besonders rigoros, nur weil wir damals versagt haben.
SPIEGEL: „Spielt euch jetzt nicht auf wie Sieger, ihr Westdeutschen“, warnt SPD-Vize Wolfgang Thierse.
KINKEL: Wir müssen in der Tat vermeiden, jetzt eine Art Siegerjustiz durchzuführen, und darum bemühen wir uns. Ich weiß auch aus Erfahrung, daß die Menschen in den neuen Ländern ungeheuer starke Vorbehalte haben gegen ihre frühere Justiz. (…) Wir dürfen nicht ganze Bevölkerungskreise ins Abseits drängen, aber auch nicht eine vorauseilende Vergebung in breitem Umfang praktizieren. Die würde keinen Frieden bringen. (6)

Wir erinnern uns: Er war ein aufrechter und bescheidener Mann mit Charakter.

Die Sätze vom Richtertag besiegelten, die Aufarbeitung der DDR Geschichte musste eindeutig verlaufen, nämlich zugunsten des Systemsiegers. Dies war der Startschuss der Zerstörung tausendfacher Biografien auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Ich möchte einige Zeilen aus dem Buch SIEGERjustiz aus dem Jahre 2003 benutzen, um die Tragweite dieses Auftrags von Klaus Kinkel zu vermitteln.

Zitat: Als per Einigungsvertrag am 3.Oktober 1990 die DDR aufhörte zu existieren, weil sie der Bundesrepublik beigetreten war, sollte endlich „zusammenwachsen was zusammengehört“. Gleichzeitig wurde eine Verfolgungsmaschinerie in Gang gesetzt, die in der jüngeren Geschichte ohne Beispiel ist, es wurde dämonisiert, kriminalisiert und denunziert.

Tausende „belastete“ (also betroffene) Mitarbeiter aus öffentlichen Verwaltungen, Schulen, Medien und Staatsorganen wurden entfernt, die Möglichkeit einer demokratischen Alternative zur Bundesrepublik sollte ein für allemal delegetimiert werden. Über 50.000 Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet. Zitat Ende (6)

Dieser Auftrag nimmt nun langsam aus gegebenem Anlass wieder an Lauf auf. Erfüllungsgehilfen diesmal –  aus der Medienwelt.

Es herrscht Unzufriedenheit in diesem Land. Das darf nicht sein, in dem Land, in dem man gut und gerne lebt. Es müssen Schuldige, Undankbare gesucht und benannt werden. Artikelüberschriften aus diesem noch jungen Jahr: Die Welt, 02.01: Forscher sieht Ostdeutschland weiter zurückfallen, Die Welt 20.01: Jeder Neunte Ostdeutsche will die DDR zurück…Lediglich 22 Prozent fühlen sich nach eigenen Angaben als „richtige Bundesbürger“, Spiegel Online 23.01: Merkel über die ostdeutsche Wut: „Das Land war vielleicht nie so versöhnt, wie man dachte“, Zeit Online 23.01: Ostdeutsche vertrauen der Demokratie weniger als Westdeutsche, Spiegel Online, 09.02: 30 Jahre ohne Mauer. Mit Wessis redet man nicht.

Ist dem so? Wenn ja, warum? Es gibt inzwischen genug Literatur, die es mit einer ehrlichen, vor allem respekt- und niveauvollen Aufarbeitung der DDR ernst nimmt. Für heute sollen Zahlen genannt werden, die für sich sprechen, Zitat: Von den erfaßten mehr als 7000 Hochschullehrern an den akademischen Einrichtungen der DDR des Jahres 1989 wurden nahezu 5500 entlassen, d.h. knapp 75 Prozent. In der Medizin waren es 47 Prozent. Bei den Juristen 93% (7)

Ostdeutschland, also das Gebiet der ehemaligen DDR, wurde nach 1990 bewußt und größtenteils kriminell deindustrialisiert. Es galt Parallelindustrien, schlichte Konkurrenz zu zerstören, d.h., mit den Gesetzen des Kapitalismus und entsprechenden Spielregeln des Siegersystems auf westdeutscher Seite , sich neue Märkte auf ostdeutscher Seite einzuverleiben. Stichwort Treuhandgesellschaft. Auch hier seien Zahlen genannt.

Zitat: Im Augenblick ihrer Schließung, Ende 1994, weist die Bilanz der Treuhand ein Minus von 256 Milliarden Mark auf. Der damalige Präsident der Treuhand Detlev Rohwedder hatte noch im Oktober 1990 (seine Ermordung erfolgte im Jahre 1991) vor der Handelskammer von Wien den zur Privatisierung anstehenden Wert Komplex auf ca. 600 Milliarden Mark geschätzt. Das bedeutet, die Treuhand hat binnen vier Jahren Werte von fast 900 Milliarden Mark zerstört (8)

All diese Fakten werden sehr gerne bei der heutigen Betrachtung, teils aus Unwissenheit, teils aus bewußtem Verschweigen, ausser aus Acht gelassen. Alle diese Zahlen und daraus resultierende Folgen für hunderttausende individuelle Familienbiografien haben entsprechende Auswirkungen auf Nachfolgegenerationen in Ostdeutschland, bis in die Gegenwart. Wir werden bis Ende des Jahres beobachten können, wie sehr das alte Framing, der Rahmen neu gesetzt wird:

BRD gut – DDR böse.

Zufall?

Deutschland diskutiert aktuell über Michael Jackson, den Fall Rebecca, den Skandal in Lügde. Am gestrigen Abend bringt Spiegel Online folgende Überschrift, Zitat: Sexueller Missbrauch in der DDR. „Wir wurden gebrochen“.

Herr Kinkel würde gewiss schmunzeln.

Quellen:

  1. https://www.berliner-zeitung.de/kultur/berliner-stadtschloss-humboldt-forum-soll-im-november-oeffnen-31957772
  2. https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-03/ex-aussenminister-klaus-kinkel-ist-tot#
  3. https://twitter.com/HeikoMaas?ref_src=twsrc%5Egoogle%7Ctwcamp%5Eserp%7Ctwgr%5Eauthor
  4. https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11287352-politiker-leutheusser-schnarrenberger-wuerdigt-kinkel-vorbild
  5. Aus der Begrüßungsansprache des damaligen Bundesministers der Justiz, Klaus Kinkel, vor dem 15. Deutsche Richtertag am 23.09.1991 in Köln. Veröffentlicht in: Deutsche Richter Zeitung, Heft 1/1992, S.5. Zitiert aus: „Die Sicherheit“, S. 56/217
  6. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13507257.html
  7. Erich Buchholz – Siegerjustiz, Homilius Verlag 2003, Klappentext
  8. Arno Hecht, Enttäuschte Hoffnungen, Verlag am Park 2008, S.12
  9. Vladimiro Giache, Anschluss Die Deutsche Vereinigung, Laika Verlag 2014
  10. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/sexueller-missbrauch-in-der-ddr-wir-wurden-gebrochen-und-kaputtgespielt-a-1256594.html

Bildquelle: privat/B.Loyen©2019

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28 Kommentare zu: “Tagesdosis 7.3.2019 – Die DDR hat’s nie gegeben

  1. Moin, Bernhard Loyen, vielen Dank fuer diesen hervorragenden Kommentar! Damit haben Sie aber auch in einen Wespennest gestossen!
    Selbst hier im Forum gibt es Foristen, die sich nicht entblöden das widerzukäuen, was man ihnen seit dem Ende des 2. WK zur DDR und seit der Annexion zur ehemaligen DDR eingebimst hat.
    Nun muss man nicht en detail die schwachen Seiten der ehemaligen DDR herauspopeln, aber alleine der Umstand, dass Der westl. Nachbar ein gesponserter Ableger des US-Imperialismus war/ist und mit dieser Wirtschaftsmacht im Ruecken die Lage der arbeitenden Bevölkerung in der DDR zu unterminieren versuchte und auch schaffte sollte diesen Foristen zu denken geben und sie sollten sich anschauen, was aus der kapitalistischen BRD heute geworden ist (Stichwort Hartz4) und wo die bluehenden Landschaften geblieben sind, die man den DDR Bewohnern vorgelogen hat.

    • Natürlich war die Ostzone nicht Pleite, kein Staat war damals wirklich blank, jedenfalls im Vergleich zum heutigen Idiotismus.
      Schulden im Westen und Guthaben im Ostblockn sollen annähernd gleich gewesen sein.

      Aber wie eben Klaus Blessing fragt:

      „Was war das für ein sozialistisches Wirtschaftssystem in der DDR, in welchem neben der offiziellen Planwirtschaft eine bedeutende Marktwirtschaft existierte? Was war das für ein „sozialistisches Wirtschaften“, in welchem der marktwirtschaftliche Sektor aus der staatlich geplanten Wirtschaft Milliarden über Milliarden „herausquetschte“ und dabei höchst Kapitalismus-typische Methoden anwandte – Betrug, Erpressung, Falschbuchungen etc., wie der Bericht der Bundesbank entlarvt?“

      siehe: klaus-blessing.de/media/ddr_falsch_geschminkt.pdf

      Wer hat da eigentlich wen verarscht?

    • Den Ausführungen Blessings könnte man antnehmen, dass es die Partei selbst war, die die eigene Pleite herbeiquatschte. Stichwort Schürer-Bericht.
      Warum? War das der Abwrack-Befehl aus Moskau? Weil die Ostzone genauso unsouverän war wie die im Westen? Besetztes Gebiet, Spielball?

      Und war Moskau vielleicht auch nicht pleite?

      Und wer hat dann entschieden, das Experiment zu beenden? Diejenigen, die es auch in die Spur gebracht hatten?

  2. Oder hier, auch da Land Grabbing oder Landraub in der aktuellen MMM-Ausgabe Erwähnung findet:

    Ackerland im Ausverkauf
    08. März 2019 Susanne Aigner

    In Ostdeutschland kaufen Investoren große landwirtschaftliche Flächen. Wie kann eine gerechte Verteilung von Ackerböden aussehen?

    Rund 70 Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland gehören nicht mehr den Bauern, die sie bewirtschaften. Wie weit der Ausverkauf bereits fortgeschritten ist, zeigt eine im November 2017 veröffentlichte Studie am Thünen-Forschungsinstitut.

    Der Wissenschaftler Andreas Tietz untersuchte 853 Unternehmen in fünf ostdeutschen Bundesländern daraufhin, wie sich deren Eigentümer-Struktur seit 2007 verändert hat. So waren Anfang 2017 bei jedem dritten Agrarbetrieb ortsfremde, überregional aktive Investoren die Mehrheitseigentümer.

    Am höchsten war die Quote mit 41 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern, am zweithöchsten in Brandenburg mit 36 Prozent. Im betrachteten Zeitraum sind in 155 Fällen die Kapitalmehrheiten auf neue Eigentümer übergegangen, wobei zu knapp drei Viertel aller Fälle die Käufer überregional aktive Investoren waren. Jeweils die Hälfte der Fläche entfiel auf landwirtschaftsnahe Investoren, die andere Hälfte auf Investoren aus anderen Wirtschaftsbereichen.

    Während sich die Bodenpreise im Westen in den letzten Jahren verdoppelten, haben sie sich im Osten seit 2007 sogar verdreifacht. In Brandenburg zum Beispiel sind die Böden zumeist sandig und wenig ertragreich. Dennoch liegen die Hektar-Preise zwischen 15.000 und 18.000 Euro. Das rechnet sich vor allem für riesige Agrargesellschaften mit tausenden Hektar Land.
    (…)
    Gefährden Agrargiganten die Demokratie?

    Wenn es nur noch wenige Großbetriebe gibt, die jeweils über 5.000 Hektar Land verfügen, dann haben die einen gewaltigen Einfluss, nicht nur bei kommunalen Entscheidungen, sondern auch auf Landesebene, klagt Jörg Gerke von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) im Interview mit dem Deutschlandfunk. Die Entscheidungsbefugnis der Agrarkonzerne sei derartig groß, dass sie ein ganzes Land mit grüner Gentechnik überfluten könnten, wenn sie wollten.
    (…)
    Dabei hätte eine breite Streuung von Eigentum landwirtschaftlicher Flächen die Konzentration an Eigentum verhindern können. Dies aber war politisch nicht gewollt.

    Stattdessen habe man den Ausverkauf ostdeutscher Böden an externe Investoren gefördert. Für kleinere, ortsansässige Bauern ist demnach immer weniger Land verfügbar. Unterdessen lässt die agrarindustrielle Bewirtschaftung Dörfer und Natur gleichermaßen veröden.

    Hoher Artenverlust durch Monokulturen

    Vor einigen Jahren war es die KTG Agrar, die mit agrarindustriellen Bewirtschaftungsformen gewachsene ländliche Strukturen zerstörte. Rund 30.000 Hektar Ackerland gehörten dem Konzern an mehr als 30 Standorten im Osten. Als das Unternehmen insolvent ging, übernahm die 2016 gegründete Deutschen Agrar Holding (DAH), ein Tochterunternehmen der Gustav Zech Stiftung, 94 Prozent der Flächen sowie 23 Biogasanlagen.

    Das Geschäftsmodell ist dasselbe: Neben den Biogasanlagen werden 20.000 Hektar Agrarland mit 14 Standorten in einem Umkreis von rund 200 Kilometern rund um Berlin bewirtschaftet. Auf tausenden Hektar Land wachsen vor allem Mais und Getreide, so genannte Ganzpflanzensilage für Biogasanlagen.

    Auf den totgespritzten Äckern voller Monokulturen findet sich kein Kräutlein, das hier nicht hingehört. Weil es hier keine Blühpflanzen gibt, sind alle Maisäcker garantiert frei von bestäubenden Insekten. So trägt auch die DAH durch industrielle Landbewirtschaftung zum Artensterben bei.
    (…)
    Landgrabbing hat System

    Großanleger und Finanzspekulanten aus EU und Drittstaaten erhoffen sich über steigende Bodenpreise hohe Renditen von bis zu zehn Prozent. Sie greifen sich große Ländereien und ziehen die Gewinne aus der Region ab. Steuern zahlen sie nicht. Dafür werden Kleinbauern von ihrem Land verdrängt.

    Indem Unternehmen mit Landbesitz oder Pachtverträgen aufgekauft werden, werde auch die Kontrolle über die Anbauflächen übernommen, heißt es in einer 2015 veröffentlichten Stellungnahme der EU. Dies führt dazu, dass sich der Besitz von Land auf eine immer kleinere Zahl von Großbetrieben konzentriert.

    Etwa drei Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe in Europa kontrollieren rund 50 Prozent aller Anbauflächen. Das größte deutsche Agrarunternehmen zum Beispiel verfügt über 38.000 Hektar. Auf der anderen Seite kontrollieren 80 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe nur 14,5 Prozent des Agrarlands.
    (…)
    Ackerböden sind weder Ware noch Spekulationsobjekt, sondern unsere Ernährungsgrundlage. Wenn sich auch künftige Generationen davon ernähren sollen, müsste das Land, anstatt im Besitz einer Agrar-Elite zu bleiben, in die Hände vieler Menschen übergehen – selbstredend unter der Voraussetzung, dass die Böden ökologisch und nachhaltig bewirtschaftet werden.
    https://www.heise.de/tp/features/Ackerland-im-Ausverkauf-4325859.html?seite=all

    Womit wir, wer hätt’s gedacht, wieder bei den Eigentumsverhältnissen sind.

  3. Vergass meine Einschaetzung zur Nomenklatura des DDR-Verbrecherstaates mit kund zu tun:
    die ist verheerend. Diese kaltschnaeuzige Volksverachtung der regimetragenden Nomenklatura in der DDR war so eklatant und viel, viel ausgepraegter als bei den gleichen Leuten in der BRD.
    Das dort waren durchweg die schlimmsten Charakterschweine, von den Vopo-Offizieren bis Honnecker und alles, alles dazwischen. Also auch von Buergerverraeterin Kahane bis FDJ-Sekretaerin Merkel, Wortverdreher Gysi und furchtbar-Apparatschik de Maizere. Die uebertrafen an gelernter Perfidie noch die „Kollegen“ aus der BRD. Weshalb die hier den ohnehin schon ueblen Integritaetsstandard hiesiger Funktionare noch weit unterbieten konnten.
    Genau so sind wir hier im jetzigen Organisationswesen auf einen Luegen- und Heuchelstandard unterhalb Schildaniveau abgesunken. Ein uebler DDR-Verschnitt jetzt.

    • Ja, auch der Staat DDR hat gewiss eine Menge Leute nach oben gespült, mit deren Charakter es nicht allzuweit her war.
      Allerdings darf man auch nicht außer acht lassen, dass es oft einfach aus dem Wald herausschallt, so wie man hineingerufen hat.
      Manchmal trifft man dann auf sehr unangenehme, aber offensichtlich notwendige Seiten sehr vernünftiger Menschen.

    • Auf Ihre Einschätzung hat die Menschheit gewartet:

      Nomenklatura
      DDR-Verbrecherstaat
      kaltschnaeuzige Volksverachtung
      regimetragenden Nomenklatura
      Charakterschweine
      Vopo-Offiziere
      Buergerverraeterin
      FDJ-Sekretaerin Merkel
      Wortverdreher Gysi
      furchtbar-Apparatschik de Maizere
      gelernter Perfidie

      Aus welcher Jauchegrube haben Sie denn das alles heruagezogen, heisst die vielleicht Der Spiegel ?

    • Dann auf jeden Fall die Realität im ursprünglichen Kopf: Die stinkt, ist unfähig, die Welt anders kleingeistig, engstirnig und hasserfüllt wahrzunehmen, uninteressiert an diesen Menschheitszielen: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

    • Weil es das Besagte nicht auch gegeben hat neben all den anderen positiven Aspekten?
      Alles Fiktion von Dunkeldeutschen?

    • Es ist vielleicht keine Fiktion, aber Nabelschau: den eigenen Nabel für den Mittelpunkt der Welt halten. Manchmal ist das sogar nachvollziehbar: wer in der DDR im Gefängnis sass wie z.B. Walter Janka, wird kaum die nötige Distanz haben, sie anschliessend als einen der ersten Versuche, eine Gesellschaft ohne Privateigentum an Banken, Fabriken, Boden, aufzubauen, welthistorisch richtig einzuordnen. Es gibt auch da Ausnahmen wie etwa Sergeij Lochthofen.
      Das gilt auch umgekehrt: wenn es jemandem gut ging, bedeutet es noch nicht, dass die ganze Gesellschaft gut war.
      Der eigene Nabel ist nicht der Nabel der Welt!

  4. Bin beruflich mit Auto jahrelang durchgefahren, nach Polen. Ein Unfall mit Totalschaden. DDR-Touristen in Polen: Parias, verhasst. Kontakt mit DDR Vopos: Alptraum-Menschen.
    Kontakt mit DDR-Normalbuergern: fast unmoeglich.
    Nur einmal, bei besagtem Unfall, total ueberraschend freundlich, positiv, hilfsbereit, aber Leute deutlich veraengstigt.
    Das System kassierte komplett das Versicherungswestgeld ab und betrog die eigenen Buerger komplett. Konnte etwas noch privat ausgleichen, Angst war aber weiter gestiegen.
    Fazit: ein verbrecherisches Regime, traumatisierte Bevoelkerung, desinteressierte, hoffaehrtige Wessies, teils egoistische Vollidioten wurden auf die Traumageschaedigten losgelassen.
    Das konnte nie gut gehen und wird noch weitere Generationen epigenetisch nachwirken.

  5. Seit dreißig Jahren ringen wir wortreich um Erklärungen, wer von uns es wie gemeint haben könnte. Damals genügten 4 einfache Worte, ein Satz, der keine Teilung, keine Zuordnung, keine Zuweisung brauchte oder zuließ: „Wir sind das Volk!“
    Niemand rief: „Wir sind Ostdeutsche!“ Niemand rief: „Nazis raus!“ Niemand rief: „Wir haben alles falsch gemacht!“ oder: „Wir wollen beitreten!“ oder gar „Amerika rette uns!“.
    Und schon gar nicht: „Bringt uns Dichten und Denken neu bei!“.
    Nein, nur ein knapper, vollständiger und unmissverständlicher Hinweis, in dem sich jeder Einzelne auf seine ganz eigene Weise wiederfand: „Wir sind das Volk!“.
    Danach sind wir Dichter und Denker wieder über die eigenen Füße gestolpert. Man könnte meinen, wir haben uns wieder zu Rechthabern, Duckmäußern, Nazis, Kolonialisten, Sektierern, Kapitalisten, Beamten, Glücksrittern, Schlaumeiern, Inquisitoren, Konsumenten, Gewinnern und manchem mehr machen lassen. Und wir sind verwirrt und wähnen uns hilflos und ausgeliefert.
    Vor dreißig Jahren haben wir die Tür zur Zukunft einen kleinen Spalt breit öffnen können. Die Informationstechnologie lässt jeden Einzelnen zum ganz besonderen und einzigartigen Teilnehmer werden. Und wir können es heute ins Netz schreiben: „Wir sind das Volk!“
    In diesem Sinn: Die DDR hat es sehr wohl gegeben. Und in dieser DDR waren wir das Volk.

  6. Der beste Beweis dafür das die DDR eines der friedliebendsten Staatengebilde in der Menschheitsgeschichte war, ist ihr Untergang. Trotz voller Arsenale üppiger Bewaffung blieben diese in den Waffenkammern. Wurden dem Feind übergeben. Einfach so. Ohne einen Schuß. Umgekehrt hätte dies niemals so stattgefunden. Bester Beweis dafür: Kaum war Deutschland „wiedervereint“ ging es auch schon in die ersten Kriege. Und heute steht die Bundeswehr weltweit in Kriegen und im Bundestag gibt es regelmäßig die Debatte ob die Bundeswehr im innern eigesetzt werden kann. Das wäre der Volkskammer niemals eingefallen.

    Was uns DDR-Bürgern gefehlt hat, war der Hass auf das System Bundesrepublik. Umgekehrt wurde er, institutionalisiert im nazidurchseuchten Westdeutschland, ständig geschürt. Wir haben die „Bürgerrechtler“ und „Pfaffen“ die von der DDR, verlogen „Schwerter zu Pflugscharen“ forderten und sich heute in egoistischer Selbsbefriedigung laben, einfach nicht gehasst.

    So habe ich meine Heimat verloren und den Hass gewonnen.

    • An Frowe Hulda: Das können Sie gerne so halten. Alledings handelt es sich bei meiner Aussage um Fakten. Ich kenne kein vergleichsweises Vorgehen eines dermaßen hoch bewaffneten Staates wie es die DDR war, die beim Kampf gegen die Opposition nicht diese Waffen auch eingesetzt hätte. Sie brauchen sich ja nur mal an zu schauen was in der Demokratie BRD abgeht: Hambacher Forst, G20 Gipfel Hamburg, Proteste gegen Nukleartransporte usw. usw.

      Und was die Bürgerrechtler angeht: Wo sind sie denn hin, die Eppelmanns, Bohleys, Wollenbergers (die ganze Liste der Oppositionellen) und wo waren sie als Deutschland Jugoslawien auseinader gebombt hat. Verschwunden in ihre privaten Besitztümer die sie ergattert hatten. Nichts mehr, vonwegen „Schertern zu Pflugscharen.“

      Da ist nichts „idealisiert“.

    • Ja, die DDR-Buerger waren friedliebend, sehe ich auch so, mehr als die US kondiionierten Wessies.
      Dass aber kein Schuss fiel bei der Annexion lag nicht an der Friedensliebe des Volkes, sondern an dem Bereicherungsalkuel der Nomenklatura. Die wollten nicht von US-Panzern abgeraeumt werden, sondern das westliche Koloniasierungssystem mit Hilfe der eigenen Perfidie, welche die durchaus korrekt skalierten, zu eigenem und persoenlichem Vorteil unterwandern. Und so taten sie es. Siehe in die derzeitige Nomenklatura dieses gesamtdeutschen Regimegebildes.

    • Auch an Frouwe Hilda: Sie meinten sicherlich die Aussage: friedliebendste Staatengebilde der Menschheitsgeschichte?
      Den Frieden lieben heisst nicht, sich den Angriffen des Gegners widerstandslos ergeben. Auch eine Atombombe kann dem Frieden dienen, wenn man durch ihren Besitz einen Angriff abwehren kann. Es gab in der DDR die Armee, die Kampftruppen, die GTZ. Alles zur Verteidigung. Kriege werden begonnen, wenn die Chance, sie zu gewinnen, bei kalkulierten Verlusten gross ist.

  7. Es wird wohl nichts schaden, schonmal Eimer und Schüsseln bereitzustellen. Bis zum Herbst werden wir wohl noch so viel Unsinn und Unwahrheit über die DDR übergestülpt bekommen, dass wir aus dem Kotzen garnicht mehr rauskommen.
    Aber das werden ja nur die Nazis aus Dunkeldeutschland merken, die eh nur stören und einfach nicht mitmachen, was angesagt ist. Wenn die mal in Rente sind, dann wird keiner mehr wissen, was wirklich war.

    Der Gutbürger wird dem lieben Gott der Demokratie danken, dass all die armen Ossis errettet wurden und nun den Segnungen des Kapitalismus ausgeliefert sind

  8. „Es ist doch irgendwo logisch, dass eine Juristin, die über den Feind BRD referiert, dass dort im „politischen und ideologischen Arsenal der aggressivsten und reaktionärsten Kräfte des Monopolkapitals der Revanchismus einen gewichtigen Platz einnimmt“, kaum universitär zu halten gewesen sein dürfte.
    Ja, das geht mit der Herrschaftslogik gut einher. Was hält D1 von Meinungsfreiheit? Das was Sie hier betreiben ist eher Hetze als Meinungsfreiheit. Aber so ist die Siegermantalität. Erst werden grosszuegig Kredite eingefädelt von West nach Ost, und dann nach der Annexion, wurde das Ruder rumgeworfen. Und siehe Kommentar von Loyen tausende Staatsdiener entlassen. So hätte man mal lieber die Nazis entsorgen sollen, aber die wurden eher Ministerpräsident o.ä.

    • Zugegeben, der Westen hat dies und jenes, nur wer war denn DER Westen als besetztes Gebiet?
      Und nebenbei: in der SBZ haben keine Nazis Karriere gemacht? Vielleicht nur weniger oder besser kaschiert?
      Ich spare mir die Namen rauszusuchen. Alles ist nur ein Klick entfernt.

    • Die Mühe könnten Sie sich schon machen, bitte fangen Sie aber beim Führungspersonal an, also Präsident, Minister, usw. und immer schön mit den entsprechenden BRD Posteninhabern vergleichen. Was soll die Herumlügerei, D1?

  9. Auf 600 Milliarden D-Mark schätzte die Treuhand das Volksvermögen der DDR, als sie ihre Tätigkeit aufnahm. Nach nur fünf Jahren waren daraus 275 Milliarden D-Mark schulden geworden, ganz zu schweigen vom Verlust von 2,5 Millionen Arbeitsplätzen.
    Die Hintermänner dieses beispiellosen Bankrottunternehmens blieben bisher weitgehend im Dunkeln – zwei Schreibtischtäter im Bundesfinanzministerium entwickelten den Plan zur schnellen Wirtschafts- und Währungsunion: Horst Köhler und Thilo Sarrazin.

    Der Hamburger Publizist Otto Köhler, der mit „Die große Enteignung“ bereits 1994 ein Standardwerk zur Treuhandanstalt verfasste, hat sich nun auch den Beitrag der beiden Polit-Größen vorgenommen und liefert eine detaillierte Analyse der fatalen wirtschaftspolitischen Entscheidungen rund um die deutsche Einheit.
    (Otto Köhler, Die Grosse Enteignung-Wie die Treuhand eine Volkswirtschaft liquidierte, Einband/Rückseite)

    … und …

    Wenn Angela Merkel, so fragte ich, als mögliche Bundeskanzlerin so grundlegende Reformen anpacken solle wie Maggie Thatcher – solle sie sich dann auch an dem Reformprogramm orientieren, mit dem der IWF unter Horst Köhlers Führung Argentinien in die Krise gestürzt habe? Die Antwort des eben gewählten Bundespräsidenten war kurz und angemessen. „Diese Frage“, sagte Horst Köhler, „ist nicht zielführend“.
    Aber Horst Köhler sagte noch etwas, wonach ich nicht gefragt hatte. Er sagte: „Im Übrigen, Herr Köhler, wir sind weder verwandt noch verschwägert.“
    Darüber war ich froh.
    (Otto Köhler, Die Grosse Enteignung-Wie die Treuhand eine Volkswirtschaft liquidierte, Vorwort/ S. 10)

    Soviel zum dritten Kreis, der sich auch gerne international dienstbar macht (eindrücklich hervorgehoben im Auszug oben drüber). Dazu:

    Nach fast 30 Jahren stellt sich die Frage: Was haben die politischen Führungen der westlichen Demokratien aus dieser Friedensdividende des Jahres 1990 gemacht? Um zu verstehen, wie die Zeit nach 1990 ablief, wollen wir uns in aller Kürze den Macht- und Herrschaftszentren zuwenden, so wie Bernd Hamm sie in dem Vorgängerbuch „Fassadendemokratie und Tiefer Staat. Auf dem Weg in ein autoritäres Zeitalter“ beschrieb, das ihm gewidmet war.

    Nach seiner Darstellung steht an der Spitze die global herrschende ökonomische Klasse aus Reichen, Superreichen und Billionen-schweren Vermögensverwaltern (5). Zu ihrem Funktionsumfeld gehören die CEOs internationaler Konzerne, es folgen Regierungen, schließlich die sogenannten Funktionseliten. In Anlehnung an das „power-structure-Modell“ C. Wright Mills‘ beschreibt Hamm den Gesamtkomplex in Form konzentrischer Kreise:

    – Im innersten Kreis finden wir die globale Geldelite, die reichsten Individuen, Familien oder Clans mit einem Vermögen deutlich über einer Milliarde Euro.

    – Den zweiten Kreis bilden die CEOs großer transnationaler Konzerne und die größten internationalen Finanz-Magnaten. Sie beschäftigen sich vor allem damit, den Reichtum des innersten Kreises und somit auch ihren eigenen zu mehren.

    – Im dritten Kreis befinden sich die wichtigsten internationalen Politiker, einige in Regierungsfunktion, andere als Berater im Hintergrund und in internationalen Institutionen sowie die Spitzen des Militärs. Diese im engeren Sinn politische Klasse hat zwei Aufgaben: Sie muss die Verteilung des gesellschaftlichen Produkts so organisieren, dass so viel wie möglich hin zu den beiden inneren Kreisen transferiert wird; und sie muss den politischen Zirkus einer vermeintlich pluralistischen Demokratie mit der erforderlichen Legitimität absichern.

    – Im vierten Kreis finden wir die Spitzen der Wissenschaft, die Medienmogule, Rechtsanwälte, zuweilen auch prominente Schriftsteller, Stars aus Film und Musik, Künstler, wenige Vertreter von NGOs oder der Kirchen, ein paar Spitzenkriminelle – kurz: alles, was die Angehörigen der inneren Kreise für ihre Dekoration schätzen. Sie genießen den Zugang zu den Mächtigen, sind gut bezahlt und werden alles dafür tun, diese Privilegien nicht zu verlieren“ (6).

    Aus:

    Donnerstag, 07. März 2019, 16:00 Uhr
    ~22 Minuten Lesezeit
    Die heimlichen Herrscher
    Die Eliten provozieren Krisen und Kriege, denn sie profitieren davon. Exklusivabdruck aus „Der Tiefe Staat schlägt zu“.
    von Ullrich Mies
    https://www.rubikon.news/artikel/die-heimlichen-herrscher

  10. Mein Mitleid mit Juristen im Allgemeinen und Speziellen hält sich in überschaubaren Grenzen, wenn ich mir exemplarisch die Nachwende-Karriere von Frau Dr. jur. Karola Wille betrachte, unter deren Ägide das ARD-Manual zum Framing erstellt wurde.
    Sie und Ihre SED-Propagandakollegin Merkel sind zwar extrem weich gelandet, aber brauch man solche moralisch schwarzen Löcher an den Hochschulen? Man könnte jetzt sagen, dort, wo sie nun wirken, richten sie noch größeres Unheil an.
    Nicht jeder, der entfernt wurde, ist ein Opfer, das wäre doch zu pauschal.
    Es ist doch irgendwo logisch, dass eine Juristin, die über den Feind BRD referiert, dass dort im „politischen und ideologischen Arsenal der aggressivsten und reaktionärsten Kräfte des Monopolkapitals der Revanchismus einen gewichtigen Platz einnimmt“, kaum universitär zu halten gewesen sein dürfte. Nicht 1990 etc. und auch sonst kaum.

    Wer Wasser predigt, kriegt halt manchmal keinen Wein. Zumindest nicht in diesem Fall, da haben sich einige Karrieristen halt derb verspekuliert. Von mir aus gibt es da kein Bedauern.

    • Das Egoisten und Werndehälse wie Wille, Merkel und weitere auf dem dafür fruchtbaren Boden der BRD weich landeten folgt der statistischen Regel und bei näherer Betrachtung sind solche Typen eher unterrepräsentiert. Das es auch in der DDR Nazis zu Erfolgen gebracht haben, nun ja auch dies liegt nach meiner Kenntnis und Erfahrung im eher unteren statistischen Durchschnitt. Die Repräsentanz ehemaliger Nazis und Nazi-Größen im Politsystem der BRD dürfte dagegen mit mehr als überdurchschnittlich zu bewerten sein.

      Was nun Ihre „Opferthese“ angeht. Es gibt in jedem System Leute die bei einem 180° Systemchnage unter die Räder kommen. Das es bei der DDR aber um deren Liquidierung ging, zeigen die oben genannten Zahlen und, allem voran, auch die heutigen Zahlen zur Vertretung der Ex-DDR im gesellschaftlichen Leben der BRD, überdeutlich. Ein Enthauptungsschlag auf ganzer Linie.

    • Was verstehen Sie unter „Liquidierung“?
      Gerade in der Politik sind doch viele brauchbare Genossen zu Diensten, z.B. Anette Kahane. Sind dich viele prächtig im System integriert. Da ist doch etwas zusammengewachen.

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