Tagesdosis 7.3.2020 – Mutige Frauen braucht das Land

Alle Jahre wieder wird versucht, mit dem internationalen Frauentag am 8. März die Unterdrückungsmechanismen gegenüber Frauen zu verschleiern und damit zu verstetigen.

Ein Kommentar von Christiane Borowy.

Der längste Krieg ist der zwischen den Geschlechtern. Vielleicht wurde deshalb der internationale Frauentag von den Vereinten Nationen als Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden ernannt. Die Taz schreibt am 4.März 2020 in einem Artikel zum diesjährigen internationalen Frauentag: „Geld hat ein Geschlecht“ (1). Die amerikanische Schriftstellerin und Historikerin Rebecca Solnit bringt es präziser auf den Punkt: „Gewalt hat ein Geschlecht“ (2). Die Trennung der Geschlechter ist wie jede Trennung eine Illusion, ein gedankliches Konstrukt. Wir alle sind Menschen, die eine Menschheitsfamilie bilden. Doch an der Trennungs-Illusion wird kräftig mitgearbeitet, auch von Frauen – und das ist ein Problem, das gerade am internationalen Frauentag Beachtung finden kann.

Das Bild der Frau

Zu Zeiten von Simone de Beauvoir, von der ich sicher bin, dass sie sich im Grabe rumdreht, schien ja alles ganz klar. Da gab es die Trennung zwischen Mann und Frau. Der Mann durfte studieren, die Frau eher nicht. Der Mann durfte wählen, die Frau nicht. In der Erziehung hatte der Mann das letzte Wort. Da wusste man als Frau noch, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Im Vergleich dazu hat sich viel geändert. Also ist doch alles tutto bene, oder? Wozu brauchen wir jetzt noch einen Frauentag?
Genau diese Frage stellt sich die Welt in einem aktuellen Artikel scheinbar auch.

In dem Artikel: „Warum der 8. März als Frauentag eine schlechte Wahl ist“ (3) findet der Autor vor allem zentral, ein anderes Datum zu wählen, und zwar wegen der ehemaligen DDR, in welcher der 8. März seiner Einschätzung nach ein „gleichermaßen verklemmtes wie bemühtes Ritual“ war, obendrein noch von der Kommunistin und „Säulenheiligen der SED“ Clara Zetkin initiiert. Aber sonst gibt es keine Probleme? Angeblich nicht. In 100 Jahren Frauentag hat man schließlich viel erreicht. Als Beispiel wird angeführt: „Fridays for future sind in der Außendarstellung zu 100 Prozent feminin. Die Botschaft: Macht braucht keine Männer. Damit liegen die Klimaaktivistinnen voll im Trend.“

Interessant. Welcher Trend?

Welche Macht haben denn die Klimaaktivistinnen? Das sind Mädchen und keine Frauen. Der gesunde Menschenverstand des Welt-Redakteurs hüllt sich vornehm in Schweigen. Dann führt er auch noch die Kanzlerin, Annegret Kramp-Karrenbauer und Ursula von der Leyen an, die er als repräsentativ für den Vormarsch von Frauen in politischen Ämtern ansieht. Die Anzahl der Frauen in hohen politischen Ämtern ist allerdings eher gesunken. Das weiß immerhin der Tagesspiegel und titelt „Warum sind Frauen eine Minderheit in den Parlamenten“ (4).

Als Gründe für die geringe Anzahl an Frauen in der Politik werden genannt, dass die Familien- und Sorgearbeit mit der politischen Arbeit schwer vereinbar ist, außerdem „Grabenkämpfe“ und „Profilierungssucht“ abschreckend wirken würden und dass Frauen außerdem vermehrt Abwertungen erleben, häufiger unterbrochen werden, sowie dass sie nach ihrem Äußeren, ihrem persönlichen Lebenswandel und ihrem Auftreten nach beurteilt werden. Des Weiteren hätten Frauen oft das Gefühl, härter sein zu müssen und sich mehr anstrengen zu müssen als ihre männlichen Kollegen, um überhaupt etwas zu erreichen.

Alles an den Haaren herbeigezogen, denken Sie? Dann erinnert sich vielleicht jemand an den Trigema-Chef Wolfgang Gupp, der gerade über die andernorts als Rollenmodell des Feminismus hervorgehobenen Frauen Merkel, Kramp-Karrenbauer und von der Leyen nach der Wahl in Thüringen abfällig geäußert hat, Friedrich Merz müsse jetzt die CDU anführen, denn er, Gupp, hätte nun schon mehrmals deutlich gesagt, dass er den Kurs der „Damenriege“ (5) nicht mehr mittragen könne.

Wie tief jedoch Frauenverachtung in der Macht- und Geldelite verankert scheint, hat Gesundheitsminister Jens Spahn am vergangenen Montag, passgenau vor dem Weltfrauentag, deutlich gemacht. Er wolle eine Planstelle für einen Soldaten, einen Generalarzt, einrichten, um damit wegen der Angst vor dem Coronavirus eine neue Abteilung einzurichten, und zwar „Gesundheitssicherung, Gesundheitsschutz, Nachhaltigkeit“, wie die junge Welt berichtet (6). Wir lassen jetzt mal den Irrsinn mit dem Militär in einem zivilen Amt außen vor und gehen gleich weiter zu seiner mit Verve vorgetragenen Äußerung „Ich habe großes Vertrauen in unsere Experten, Ärzte und Pfleger“ (7).

Klingt doch eigentlich ganz gut? Hat das etwas mit Frauenverachtung oder besser gesagt Frauen-Nichtbeachtung zu tun? Ja, hat es. Überspitzt könnte man sagen, dass Spahn lieber einem Militärarzt eine Stelle einräumt, bevor er der Gruppe Personal zukommen lässt, die es gerade im Gesundheitssystem besonders schwer hat: Das Pflegepersonal. Spahn könnte es besser wissen, denn laut Bundesgesundheitsministerium sind in Pflegeberufen zu über 85 Prozent Frauen beschäftigt, Krankenschwestern erhalten ein vergleichsweise niedriges Gehalt für ihre Arbeit, und im Pflegebereich gibt es einen Fachkräftemangel (8).

Die Interessenlagen einer Gruppe, die den größten Anteil in einem Bereich ausmacht, wird also komplett ignoriert. Das kann Zufall sein, muss es aber nicht. Die Politikerin Katharina Schwabedissen, ehemalige Landessprecherin von Die Linke Nordrhein-Westfalen, empört sich über Spahn in einem Facebook-Beitrag:

„Vor seiner Rede hatte Spahn auf Twitter bereits angekündigt, dass die Vorgaben zur Mindestbesetzung mit Pflegekräften in Krankenhäusern vorerst aufgeweicht werden. Um die Kliniken zu entlasten, würden die festen Personaluntergrenzen für bestimmte Stationen bis auf weiteres außer Kraft gesetzt. Das ist eine Unverschämtheit gegenüber Pflegenden und gegenüber Patient*innen und ihren Angehörigen! Die Untergrenzen heißen Untergrenzen, weil darunter nichts mehr geht. Hygiene und Gesundheitsschutz im Namen einer möglichen Epidemie mit Füßen zu treten, zeigt erneut, wie krank dieses System ist. Gerade jetzt käme es darauf an, für mehr Personal und deutlich bessere Arbeitsbedingungen zu streiten. Spahn macht genau das Gegenteil.“

In einem Wort: Die schlechten Arbeitsbedingungen von über 85 Prozent des Pflegepersonals interessieren keinen Menschen. Sie werden als die schwächsten Glieder angesehen, denen man mehr und mehr zumuten kann. Läuft doch.

Aber: Wo hört man von einem Protest durch die Frauen selbst? Wo ist der Aufschrei der Frauen in Pflegeberufen? Die Diskriminierung von Frauen kommt einem so normal vor, dass es kaum jemandem auffällt, am wenigsten den Frauen selbst, wie es scheint. Bourdieu nannte das „inkorporierte Herrschaft“.

Viele Medien greifen zwar einmal jährlich das Thema der Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern auf und versuchen, dem ganzen einen neuen Anstrich zu geben. Doch dieser ist meist nur Makulatur. So kommt eher der Verdacht auf, dass durch einen Tag wie den internationalen Frauentag Frauen ein Appetithappen zur Besänftigung sozialen Sprengstoffes hingeworfen wird. Denn wehe, wenn Frauen es nicht mehr hinnehmen würden, von einer Macht-Elite beherrscht zu werden, welche durch Manipulationstechniken die Gewalt zwischen den Geschlechtern eher schürt, anstatt die Illusion der angeblichen Trennung der Geschlechter aufzuheben.

Es werden viele Trennlinien durch die Gesellschaft gezogen. „Divide et impera“ ist eine aus der Antike stammende und immer noch wirksam praktizierte Herrschaftsstrategie. Sie dient dazu, Einheiten zu zerschlagen, die sich formieren könnten, um die Machteliten dazu zu bringen, sowohl Macht als auch Besitz gerecht zu verteilen.
Täter-Opfer Dynamiken

Jede Unterdrückung, die nicht mit äußerem Zwang arbeitet, muss mit der Zustimmung der Beteiligten arbeiten“, formulierte Frigga Haug, Soziologin und Herausgeberin des „Argument“-Verlages, schon vor beinahe 30 Jahren. Seitdem sind viele internationale Frauentage vergangen, doch hat sich seitdem kaum etwas geändert.

Der Lackmustest für Gendergerechtigkeit ist die Statistik für Partnerschafts-Gewalt: Frauen gehören zu über 80 Prozent zu den am häufigsten Betroffenen. Dazu gehört Mord und Totschlag, sexueller Übergriff, sexuelle Nötigung, Freiheitsberaubung, Zuhälterei und Zwangsprostitution. Die Zahlen sind von 2018 und das ist ein massives Ergebnis (9).

Nach dieser Statistik könnte man als Frau durchaus auf die Idee kommen, dass es eine Spitzenidee sein könnte, einfach Single zu bleiben, doch gleich vorneweg sei gesagt: Auch wenn die meisten Straftaten von Männern begangen werden, bedeutet das nicht, dass alle Männer zu Tätern an Frauen werden. Die meisten Männer sind es nicht. Die These, dass es kaum zu Protesten von Frauen kommt, weil ihnen ab und zu Appetithappen angeboten werden, um den Anschein von großem Fortschritt zu erwecken, lässt sich an einem weiteren Beispiel nachvollziehen, das momentan als großes Vorbild für Geschlechtergerechtigkeit dienen soll und das im Grunde nichts anderes ist als eine Herrschaftsstrategie.

Die Rede ist von Gender Mainstreaming. Gemeint ist damit, dass Männer und Frauen ein gleiches Anrecht auf ein selbstbestimmtes Leben haben sollen. Es ist ein Instrument der Geschlechterpolitik, mit dessen Hilfe dafür gesorgt werden soll, dass die Gleichberechtigung von Männern und Frauen institutionell verankert werden kann. 
Allerdings versucht man mit dem Thema Gleichstellung seit Jahren, einen wirklichen Wandel zu behindern.

Gender Mainstreaming ist vor allem eins: Mainstream

An der Brisanz der Ergebnisse, in dem Buch „Blockierte Karrieren – Frauen an der Hochschule“ (10), in dem die Kieler Soziologin Elke Geenen schon früh die strukturelle Diskriminierung von Frauen an Hochschulen untersuchte, hat sich nichts geändert.

Frauen sind an Hochschulen nachweislich diskriminiert und ihre Karrieren an deutschen Universitäten blockiert. Aus dem so genannten „Mittelbau“ steigen nur wenige Frauen auf und schaffen es, eine Professur zu erhalten. Es ist allerdings keine Frage der Geschlechterdifferenz, sondern eine Frage von verstetigten Machtstrukturen und Elitenbildung.

Da ihnen die wissenschaftliche Karriere versagt wird, wählen einige Wissenschaftlerinnen den außerwissenschaftlichen Weg über die höheren Verwaltungsebenen der Universität. Dabei ist vor allem das Amt der Gleichstellungsbeauftragten im Zuge von Gender Mainstreaming interessant geworden. So gibt es nicht nur wie in der Verwaltung üblich, eine größere Aussicht auf unbefristete Vertragsverhältnisse, sondern obendrein Macht durch Präsenz in allen universitären Gremien. Außerdem ist das Amt ein Sprungbrett in die höhere Beamtenlaufbahn, wenn man zum Beispiel Berufungsbeauftragte an einer Universität wird. Anstatt also die Frage nach Macht und Herrschaft zu stellen und zu protestieren, treten Frauen im Kampf um Ämter in Konkurrenz zueinander, anstatt miteinander zu kooperieren. So machen sie sich letztlich zu „Legitimationsagenten“ (11) wissenschaftlicher Elitenbildung und sind mehr Trennungsbeauftragte als Gleichstellungsbeauftragte. Sie bestätigen also eher die Verhältnisse, die sie in Wahrheit klein halten. Ein fauler Friede.

Vielleicht ist es Zeit, dass Frauen wieder Lust bekommen, aus diesem Klammerungsverhältnis mit der Macht auszusteigen. Dazu wäre nötig, dass sie sich nicht als reine Opfer sehen, oder selbst zu (Mit-)Tätern werden. Vielleicht lässt sich der Frauentag für Frauen so nutzen, dass sie mutiger werden, sich damit zu konfrontieren, dass sie sich eingerichtet haben in einem System, das sie unterdrückt. Ich wünsche allen Frauen, dass sie den Mut aufbringen, der Wahrheit ins Auge zu blicken und sie auszusprechen.

Ich wünsche allen Frauen auch die Empathie und Liebe zu sich selbst, den dieser Mut erfordert.

Quellen:

  1. https://taz.de/Frauentaz-zum-8-Maerz-2020/!170470/?goMobile2=1581120000000
  2. https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Wenn-Maenner-mir-die-Welt-erklaeren/Rebecca-Solnit/btb/e496536.rhd?gclid=EAIaIQobChMIu4mA6NOE6AIVElQYCh1a5gf7EAAYAyAAEgJYdfD_BwE
  3. https://www.welt.de/debatte/kommentare/article206195049/Internationaler-Frauentag-Es-gibt-weniger-versumpfte-Termine-als-den-8-Maerz.html
  4. https://www.tagesspiegel.de/politik/maennerwirtschaft-politik-warum-sind-frauen-eine-minderheit-in-den-parlamenten/24072744.html
  5. https://www.rnd.de/wirtschaft/keine-lust-mehr-auf-die-damenriege-trigema-chef-wunscht-sich-merz-an-cdu-spitze-7TK7ISCPDRCBTIIRVAQY4BGRNM.html
  6. https://www.jungewelt.de/artikel/373782.milit%C3%A4r-auch-gegen-viren-general-im-gesundheitsministerium.html?fbclid=IwAR345c8mdwKjkvl8Y8C73DylLAfSSNLHm1rxxM2DZKFmJfBNB9pOuIafUDc
  7. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/reden/regierungserklaerung-coronavirus.html
  8. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/pflegekraefte/beschaeftigte.html
  9. https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/presse/pressemitteilungen/gewalt-gegen-frauen—zahlen-weiterhin-hoch-ministerin-giffey-startet-initiative–staerker-als-gewalt-/141688
  10. https://www.buecher.de/shop/kinder-und-jugendsoziologie/blockierte-karrieren/geenen-elke-m-/products_products/detail/prod_id/05332441
  11. http://grilleau.blogspot.com/2019/06/befriedungsverbrechen-uber-die.html?m=1

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle:  nullplus / Shutterstock

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19 Kommentare zu: “Tagesdosis 7.3.2020 – Mutige Frauen braucht das Land

  1. Der 8. MRZ. Ist der Geburtstag meiner Mutter. Die dominierte bei uns die Familie in jeglicher Hinsicht.
    Dann war da noch meine ältere Schwester. Bei der hatte ich auch nichts gerade viel zu sagen.
    Denn war immer klipp und klar, die beiden würden mein Leben jederzeit unter Einsatz des ihrigen verteidigen.
    Jeder wird als Junge oder Mädel geboren.
    Dennoch ist in jedem sowohl YING als auch YANG.
    Wer das andere Geschlecht nicht akzeptiert versteht sich doch wohl selbst nicht, son
    dern folgt einer Wahnvorstellung.
    Gender ist eine kranke Reaktion auf etwas krankes, die nichts besser macht.
    Der Frauentag ist ein Krankheitssymptom unserer verkorksten Kultur.

  2. Mutige Frauen braucht das Land? Schon.

    Ich sehe um mich herum mutige und mutlose Männer und Frauen. Gleichermaßen.

    Blicke ich zurück auf das, was uns die Designer unsere Geschichte so aufzutischen sich anmaßen, dann erkenne ich auch dort immer wieder sehr mutige Frauen. Damit sind jetzt nicht wohhabende Suffragetten oder Powertussis wie Gertrude Margaret Lowthian Bell (CBE) gemeint, sondern die Lieschen Müllers dieser Welt. Trümmenfrauen.
    Oder Kriegswitwen, die 4 Kinder großgezogen haben. Eigentlich jede Frau.

    Sollen wir jetzt der Welt erklären, dass es früher so mutlos zuging unter den Weibsleuten?

    Manchmal möchte meinen, dass nur eine beruflich erfolgreiche Frau eine gute ist.
    Nur wer härter als die Alpha-Lachplatten daherkommt, ist überhaupt als moderne Frau ernst zu nehmen.

    Erst wenn der erste Militärseelsorger eine Frau sein wird, dann haben die Weiber verstanden, was eine Emanze zu sein hat!

    Was wurde klammheimlich beklatscht, dass endlich eine Frau Kanzler kann.

    Vielleicht sind Frauen von jeder mutig, weil sie sich diese Machtscheiße nicht ans Bein gebundne haben?

    Meinen fetten Dank und Respekt dafür!

    • "Manchmal möchte meinen, dass nur eine beruflich erfolgreiche Frau eine gute ist."

      So wird es auch sehr oft dargestellt. Zum letzten Frauentag gab es auf den Nachdenkseiten einen Artikel, in dem folgender Satz fiel:

      "Zeit z.B., die in Kinderbetreuung, Pflege und Ehrenamt investiert wird, kann nicht gleichzeitig in die Karriere investiert werden."
      https://www.nachdenkseiten.de/?p=49959

      Warum ist es keine Karriere, wenn man wohlgeratene Kinder aufgezogen hat? Für mich ist das so ziemlich das Größte, was ein Mensch leisten kann und wovor ich mich am Tiefsten verbeuge. Eine Frau in Führungsposition nötigt mir überhaupt keinen Respekt ab, ich halte das nichtmal für etwas Besonderes.

      Gestern Abend liefen auf Arte zwei Sendungen, mit denen etwas krampfhaft nachgewiesen werden sollte, dass es bei den Wikingern Kriegerinnen gab und dass schon in der Steinzeit Frauen sich an der Jagd beteiligt hätten. Das ist zwar nicht sicher, "gilt" aber so. Zu Wort kamen übrigens Archeologinnen, die das alles herausgefunden haben wollen. Die Absicht, die offensichtlich mit den Sendungen verbunden war, fand ich zum Fremdschämen. 😉

    • Es baut auch ein schlechtes Gewissen auf.

      So wie früher eine Frau zum Teil unter Druck gerat ohne Kinder. Oder Alleinstehend. Das ist mir sehr wohl klar.

      Heute das selbe miese Spiel, nur als Kehrwert.

      Ich betrachte mir Medien und Politik und frage provokant:

      Hat es das gebraucht? Hässliche Gestalten bei hässlichen Tätigkeiten?

      Diese Frauen sehen auch nicht wirklich erfüllter aus. Mal so richtig gar nicht. Genauso hässlich und zerfressen wie die Männer dieser Gattung. Und in der Wirtschaft? Ist es irgendwo so, dass Frauen mit Macht ein Gewinn sind?

    • "Hat es das gebraucht? Hässliche Gestalten bei hässlichen Tätigkeiten?"

      Zumindest braucht man offensichtlich für hässliche Tätigkeiten hässliche Gestalten. In der Regel kann man wohl vom Äußeren auf das Innere schließen, so jedenfalls mein Eindruck. Ist auch irgenwie logisch, wenn man bedenkt, dass die Attraktivität auch viel mit dem sozialen Status zu tun hat. Von frühen Jahren an nicht dazuzugehören frustriert sicher ungemein und wenn man dann die Gelegenheit bekommt, Jemand zu sein indem man sich für hässliche Tätigkeiten hergibt, ist die Versuchung groß, diese Gelegenheit zur Rache wahrzunehmen. Bis auf sehr wenige Ausnahmen finde ich unter unseren Politikern niemanden, mit dem oder der ich etwas gemein haben möchte. Die Vorstellung, mit einem Hofreiter oder einer Roth gemeinsam am Tisch zu sitzen und zu essen, ist absurd und erregt Übelkeit. Darüber hinaus kann ich auch keine Frau in Machtpositionen sehen, die ein Gewinn wären. Frauen, die Söhne und Töchter des Landes in den Krieg schicken; einfach widerlich.

    • Wer will schon mit Ursula voller Leichen einen Kaffee trinken gehen?

      Oder können Sie sich vorstellen, mit Annalena den Baerbock zum Gärtner zu machen?

  3. Zitat:
    "MUT ist eine Charaktereigenschaft, die dazu befähigt, sich gegen Widerstand und Gefahren für eine als richtig und notwendig erkannte Sache einzusetzen.
    MUT erfordert die Entschlusskraft, nach sorgfältigem Abwägen etwas Unangenehmes oder Gefahrvolles zu tun oder zu verweigern. Beides kann mit Nachteilen und Opfern verbunden sein. Im Falle der Entscheidung zu aktivem Handeln kämpft der Mutige für die Durchsetzung eines Rechts, für das Meistern einer gefährlichen Situation oder für die Realisierung eines Wertes gegen Widerstände und Bedrohungen. Im Falle der Handlungsverweigerung besteht der MUT darin, einem als Unrecht erkannten Tun zu widerstehen. Beiden Ausdrucksformen von Mut kommt der gleiche Rang zu. Beide erfordern Wertbewusstsein, eigenständiges Denken, charakterliche Stärke und Durchsetzungsvermögen."
    Der Mutige scheint angstfrei zu sein oder zumindest weniger von Angstgefühlen belastet. Mut hat die Funktion des Antriebsfaktors. Dagegen hat Angst die Funktion des Bremsfaktors. Vielleicht braucht man deshalb Netzwerke, um solch Unfähige dauerhaft an der Spitze des Bundestages zu haben.
    Fehlt es an MUT, um z.B. im Pflegebereich für 200% mehr Lohn und mehr Personal einzutreten, dann ist man auch mit Mindestlohn zufrieden.
    Ideal für den, der das erkannt hat und ein Geschäft daraus macht. Kann man es dem vorwerfen?

  4. Zeit für einen Brandbrief an Nichtsmerkel, Knarrenbauer, von der Leichen et al. ?

    Falls ja — der wird dort eh verbrannt.

    Und derlei "Damen" bekommen solche Schreiben erst gar nicht vor ihre Augen.

    Also, weitermachen mit starrsinnigen Grabenkämpfen.

  5. „Unsere Herren, wer sie auch seien/sähen unsere Zwietracht gern/Denn solang sie uns entzweien/bleiben sie doch unsere Herrn!“

    Und gerade die Bruchlinie zwischen den Geschlechtern ist dieser Hinsicht besonders dankbar, zumal gerade die unteren Gruppen der Gesellschaft an dieser Stelle besonders angreifbar sind. Damit ist der ganze „Genderkrieg“ hinlänglich entlarvt: die Bruchlinie verläuft zwischen oben und unten und auch wenn die oben eher rechts sind, verläuft sie nicht zwischen den unten rechts und unten links und auch nicht zwischen Mann und Frau. All die von der Leichen, Knarrenbauer und Merkels sind trotzdem kein Beweis dafür, dass zwischen Mann und Frau Chancengleichheit besteht, sie sind ein schlagendes Beispiel für Karrieristentum und Opportunismus. Und das einige Frauen ausgerechnet hierin besser werden wollen und da feige sind wo Mut gebraucht würde ist schade.

    Damit hier gar nicht erste Missverständnis entsteht: ich bin aus dem Westen der Republik, auch wenn das Liedgut der Arbeiterkultur in der DDR mehr gepflegt wurde.

  6. "Der längste Krieg ist zwischen den Geschlechtern!" Geht's noch?

    Wie soll man denn auf so einen Unsinn antworten? Leider habt Ihr den Krieg verloren liebe Frauen, es gibt nur wenig Matriacharte auf der Welt! Soll das der Diskurs der Zukunft sein, angeregt durch den 8. März? Das ist nicht mein Weg.

    Gerade das Beispiel der Berufe im Gesundheitswesen zeigt deutlich, dass es eben dort nicht um die Geschlechterfrage geht, sondern um die Systemfrage. Ärzte, Pflegekräfte etc. sind im Kapitalismus nicht produktiv. Durch sie entstehen keine Werte, obwohl klar ist, dass wir sie alle dringendst benötigen.

    Männer und Frauen sind nun mal nicht gleich und die Tatsache, dass die Mehrheit der Frauen in soziale Berufe strebt, während die Mehrheit der Männer in technische Berufe geht, wird natürlich ausgenutzt.

    Nötig wäre deshalb, dass Männer und Frauen sich zusammentun, um für eine bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen zu kämpfen. Schließlich ist Schichtdienst in diesen Berufen wesentlich häufiger als in den technischen Berufen und die Qualifikationen eines Pflegers im Krankenhauses entsprechen locker denen eines Facharbeiters bei VW. Jede Lohnerhöhung in der IG Metall müsste gleichzeitig für die Krankenhäuser, Kindergärten etc. gelten. Also: Männer und Frauen der lohnabhängigen Bevölkerung müssen gemeinsam kämpfen, nicht gegeneinander.

    Der Lackmustest für Gendergerechtigkeit sei die Statistik der Partnerschaftsgewalt, heißt es weiter im Artikel. Ich kenne die Statistik nicht, aber ich wette, es gibt mehr Gewaltdelikte gegen Männer als gegen Frauen und ich finde beide gleich verwerflich, dabei spielt es für mich keine wesentliche Rolle, ob die Opfer Partner des Täters sind oder nicht. Natürlich ist es eine Tatsache, dass die Mehrzahl der Gewalttäter männlich sind. Männer und Frauen sind nun mal nicht gleich. Bliebe ich im Denkmuster des Geschlechterkrieges müßte ich jetzt schreiben: Die Frau nörgelt so lange bis der Mann zuschlägt und wenn sie bei ihm bleibt, ist sie doch selber Schuld, wenn sie wieder geschlagen wird.

    Aber diesem Denkmuster verweigere ich mich. Eheberatungen für beide Partner im Konfliktfalle sowie psychologische Hilfen für gewalttätige Männer sind so nötig wie Frauenhäuser.

    Der ganze Artikel strotzt von unbewiesenen Unterstellungen, wie z.B. "Frauen sind an Hochschulen nachweislich diskriminiert", "ihnen wird die wissenschaftliche Karriere versagt" usw. Die Autorin gelangt dann zu dem Schluß, dass Frauen mutiger werden sollen sich "damit zu konfrontieren, dass sie sich eingerichtet haben in einem System, das sie unterdrückt." Mit System meint sie offensichtlich nicht, dass die Unterdrückung im wesentlichen Männer und Frauen heute gleich trifft. Dabei will ich nicht abstreiten, dass noch viel für die Frauen getan werden muß. Aber da hilft kein Krieg gegen die Männer, keine Gleichstellungsbeauftragen, die nicht männlich sein dürfen und erst recht keine sogenannten Professorinnen, die sich immer neue Varianten für die Verwendung von "*innen" einfallen lassen.

    Dabei hülfe es auch, ein wenig mehr auf die wesentlichen Tatsachen zu schauen. Als Kind in den 50ern erlebte ich noch, dass alle Väter, die ich kannte, ihre Familien alleine ernährten. Und das, obwohl Frauen in großen Teilen die Produktion im Krieg aufrecht erhielten, also "ihren Mann gestanden" haben. Welcher Mann, welche Frau kann heute noch die Familie alleine ernähren? Anders ausgedrückt, wer hat da welchen Krieg bei unserer Emanzipation gewonnen und gewinnt ihn noch? Da möchte ich den Multimilliardär Warren Buffett zitieren: „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen“

    Das Streben nach Kooperation von Männern und Frauen statt Krieg, Konfrontation oder auch nur Konkurrenz ist meines Erachtens hilfreicher und da haben beide Geschlechter auch im heutigen Europa trotz allem Erreichten noch viel zu tun. Da bin ich dabei.

    • Die Frauen sind nicht die besseren Menschen. Die körperliche Gewalt kann statistisch erfasst werden, die verbale Gewalt nicht. Und in diesem Sektor der verbalen Gewalt sind die Frauen führend, wer soll es ihnen verdenken, da sie ja körperlich dem Mann in der Regel unterlegen sind. Das führte in der Entwicklung des Miteinanders zu einer weiblichen Dominanz in der manipulativen Kommunikation und der Intrigen. Und die Männer tappen dann, wenn sie nicht mehr weiter wissen, in die Falle der körperlichen Gewaltanwendung. Das ist keine Rechtfertigung und verwerflich und sollte mit psychologischer Hilfe therapiert werden, wie Herr Jutzi sagt.
      Natürlich gibt es Gebiete wie die häusliche unbezahlte Arbeit, über die gesprochen werden muss, aber hier bin ich auch der Ansicht, das die Autorin mit ihren Kompetenzen doch besser zu einem ein Miteinander und konstruktiven Dialog von Frauen und Männern aufrufen und nicht polarisieren sollte.

  7. mh, was soll mir der Kommentar sagen bzw. was wollte die Kommentatorin mit dem Beitrag erreichen?
    Auch auf die Gefahr hin, einen Aufschrei und die Forderung nach Streichung meines Kontos möchte ich zwei Anmerkungen machen.
    1. Ich bin der festen Überzeugung, dass in der DDR die Frauen ein sehr viel höheres Maß an Gleichberechtigung, Ehrung, Förderung ihrer Talente und so weiter erfshren haben, als es in der rückständigen BRD je erreicht werden kann. Mich wundert immer seh, wie Leute die nicht in der DDR gelebt haben, sich ertreisten überhaupt eine Meinung haben zu wollen und die dann immer ausposaunen müssen…. und nein, jemand der 1989 erst 6 Jahre alt war, ist nicht "in der DDR aufgewachen", er wurde höchstens da geboren.
    2. Dieses Gendergequassel geht so ws von auf die Nerven… Ein ARZT ist eine Berufsbezeichnung, nicht mehr und nicht weniger, diesr Beruf kann sowohl von einer Frau als einem Mann ausgeübt werden. Und es reicht auch völlig zu, zu sagen "Frau Professor oder Herr Professor". Kein Mann hat je die Gleichstellung gefordert und wollte im Krankenhaus die Berufsbezeichnung "Krankenbruder" einführen, als Unterscheidung zur Krankenschwester…. ein Kind, das heute lesen lernt wird niemals richtig lesen lernen, bei dem Scheiß gedergerechtem Geschreibsel.
    Wir sollten mal alle wieder runter kommen… und ach ja, Frau von der Leyen, Frau Merkel, Kramp-Karrenbauer oder so sind für mich keine Frauen… auch sind Pahn und Maas keine Männer… das sind Politiker, eine hoffentlich aussterbende Spezies!

    • naja, das "Gendergequassel" nervt mich auch extrem bzw ich finde es eigentlich eher kleinlich und kontraproduktiv, trotzdem kann man da ja durchaus anderer Meinung sein.
      Mich stört aber, dass du damit den Rest des durchaus guten und wahren Kommentars quasi ausklammerst. Denn leider hat Christiane Borowny völlig recht mit dem was sie sagt-

    • Vielen Dank für die ordentliche Einordnung dieses Unsinns – Die Autorin tut genau das, was sie nicht möchte für Frauen….

      Selten so viel Unsinn auf einmal gelesen wie in diesem Artikel – getretener Quark macht breit aber nicht stark – möchte man da sagen…

  8. "Der längste Krieg ist der zwischen den Geschlechtern."

    Krieg? Welcher Krieg? Mir scheint, die Einzigen, die sich in einem Krieg wähnen sind die, die diesen, ihren, Krieg aus ihrem Hauptquartier führen. An der Front selbst ist kaum was los, zumindest nicht für einen großen, attraktiven Mann. 😉

    • Auch für Frauen, die kein Problem mit ihren Dasein als Frau haben und Männer nicht als Feind betrachten sondern als ergänzender Teil des Lebens kann man mitteilen, dass es an der tatsächlichen Front friedlich ist. ;o))

    • Ja, der ergänzende Teil des Lebens, das ist die eigentliche Ordnung. Es sind ja nicht nur Äußerlichkeiten, die bei der Partnerwahl eine Rolle spielen, sondern in erster Linie Eigenschaften, die einem selbst fehlen. Zusammen bildet man dann ein Ganzes, welches eben keine Unterschiede kennt. Es ist der erwähnte Krieg, den ein bestimmter Typ Frauen ausgerufen hat, der die Ordnung zerstört. Übrigens in der Regel sehr hässliche Frauen, was vielleicht eine Erklärung für den Krieg ist, den sie als Benachteiligte führen und nicht aus hehren Beweggründen.

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