Tagesdosis 7.7.2018 – Die Flüchtlingsfrage und das globale Finanzsystem

Was Medien und Politik verschweigen.

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Kein anderes Thema beherrscht Medien und Politik seit Wochen so sehr wie die Flüchtlingsfrage. Ob in Deutschland, den übrigen europäischen Ländern oder in den USA – es scheint, als drehe sich zurzeit alles um den „Schutz der Grenzen“ und die „Eindämmung der Zuwanderung“.

Wieso nimmt das Thema ausgerechnet jetzt so viel Raum ein, wo der Ansturm seit längerer Zeit abebbt und die Zahl der Asylsuchenden rückläufig ist? Warum werden gerade jetzt Gesetze erlassen und vorbereitende Maßnahmen getroffen, die ganz offenbar von einem wesentlich höheren Ansturm als dem gegenwärtigen ausgehen?

Die Antwort lautet: Weil ein gewaltiger Ansturm bevorsteht, die Öffentlichkeit aber sowohl von den Medien als auch von der Politik über seine Ursachen im Dunkeln gelassen wird.

Hier der Hintergrund: 2007/2008 stand das globale Finanzsystem kurz vor dem Zusammenbruch und wurde nur durch das Eingreifen zahlreicher Regierungen gerettet. Da diese Rettungsaktion mehr Geld kostete als den jeweiligen Staaten zur Verfügung stand, sprangen die Zentralbanken als Retter in der Not ein. Sie schöpften riesige Geldmengen aus dem Nichts, vergaben sie zu immer niedrigeren Zinsen und begannen, in immer größerem Ausmaß Anleihen von problembelasteten Staaten zu kaufen und die Märkte bei Bedarf durch den Ankauf von Konzern-Anleihen und Aktien zu stabilisieren.

Das aber hatte fatale Konsequenzen, denn das System wurde schnell vom „billigen Geld“ abhängig und gleicht heute einem Süchtigen, der auf immer höhere Dosen seiner Droge angewiesen ist, dessen Gesundheit aber mit jeder Gabe weiter untergraben wird. Und so wie man einem Drogenabhängigen nicht zeitlich unbegrenzt Suchtmittel verabreichen kann, ohne ihn letztendlich umzubringen, so lässt sich auch das Finanzsystem nicht durch permanente Geldinjektion unbegrenzt am Leben erhalten. Irgendwann endet die Geldschöpfung durch die Zentralbanken in einer Hyperinflation, d.h.: das Geld verliert seinen Wert und das System kollabiert.

Auch die Finanzelite ist sich dieser Gefahr bewusst. Da sie das System, von dem sie in den letzten zehn Jahren in nie dagewesener Weise profitiert hat, aber unbedingt vor dem Untergang retten will, versucht sie seit einiger Zeit, das Ruder herumzureißen. Hierzu lässt sie die Zentralbanken nach und nach aus der lockeren Geldpolitik aussteigen: Die US-Zentralbank FED hat ihren Leitzins seit 2015 in sieben kleinen Schritten auf 1,75 bis 2 Prozent erhöht und den Geldfluss vermindert, die Europäische Zentralbank EZB hat ihr Anleihen-Kaufprogramm von anfangs 80 Mrd. Euro pro Monat erst auf 60, dann auf 30 Mrd. Euro reduziert und vor kurzem angekündigt, es bis zum Januar 2019 ganz einzustellen.

Diese Maßnahmen haben allerdings Nebenwirkungen, denn durch die lockere Geldpolitik hat die Welt einen Schuldenberg von historischen Dimensionen angehäuft, der ständig durch Zinszahlungen bedient werden muss. Das bedeutet: Schuldner geraten durch die Zinsanhebungen unter immer stärkeren Druck und werden zu Einsparungen gezwungen. Für Konzerne in Entwicklungs- und Schwellenländern heißt das: Weniger investieren, härter kalkulieren und vor allem: den wichtigsten Kostenfaktor – die Lohnkosten – weiter senken. Für Regierungen heißt das: Noch mehr Austerität, noch weniger Sozialleistungen.

Auch die Währungen von Schwellenländern sind betroffen: Investoren stoßen sie ab und gehen dorthin, wo die Zinsen angehoben werden, also hauptsächlich in den Dollarraum. Die Folge: Die Währungen wirtschaftlich ohnehin schwächerer Länder verlieren an Wert, ihre arbeitende Bevölkerung verliert an Kaufkraft und der Lebensstandard vor allem der unteren Schichten sinkt noch weiter – häufig bis unter das Existenzminimum.

Da nicht zu erwarten ist, dass die Finanzelite freiwillig vom einmal eingeschlagenen Kurs abweicht, liegt die weitere Entwicklung auf der Hand: Die Menschen aus Schwellen- und Entwicklungsländern werden in immer größeren Zahlen versuchen, den zunehmend unerträglicher werdenden Lebensbedingungen in ihrer Heimat zu entfliehen.

Im Klartext heißt das: Es ist die von der Finanzelite zur Erhaltung des Systems angeordnete Umkehr in der Geldpolitik, die der nächsten großen Flüchtlingswelle derzeit den Boden bereitet.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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29 Kommentare zu: “Tagesdosis 7.7.2018 – Die Flüchtlingsfrage und das globale Finanzsystem

  1. Die „Flüchtlingsfrage“ geht weit über die von Ernst Wolff angesprochenen Punkte hinaus .
    „Flüchtling“ ist nur das mediale und politische Gefäss, mit dem die z.B von der UNO und der EU
    geforderte Politik der resettlement migration durchgesetzt wird .
    Ziel ist die Schaffung einer Einheitskultur (multikulti) und einer Einheitsrasse .
    Einheitskultur und Einheitsrasse sind Voraussetzung für Normierung (Integration) .
    Das Ziel dieser Integration ist die Reduzierung von Mensch auf Humankapital — die Trimmung des Menschen auf Produktion und Konsumation bei gleichzeitiger Entmündigung (Entzug der Selbstbestimmung)

    • Wenn man Hintergrundmächte/deep state/global oder social engeneering ernst nimmt, dann ist das auch der konsequent zu Ende gedachte Weg für die Errichtung immer besserer Beherrschungsstrukturen.

      Der Weltstaat ist ohne ein Welt-Volk nicht machbar, das ist wohl die Erkenntnis der Eliten. also muss man zuerst die Völker der Erde kulrurell und scheinbar auch genetisch zusammenzwingen. Damit sinkt das Potential von Widerstand und am Ende ruft diese Masse auch noch nach dem Weltstaat.

      Früher war mal alles Normierende ein Anzeichen für Faschismus und Vielfalt ein Ziel.
      Wer heute die Vielfalt erhalten will, wird zum Rechten gemacht und dem Vorwurf ausgesetzt, man wolle nur den aktuellen (Neo-)Kolonialismus oder Finanzfaschismus rechtfertigen.
      Dem ist aber nicht der Fall.

      Nicht einmal in der SU war ein Völkerbrei zu erschaffen, der neue Sowjetmensch, den hat es nie gegeben, wenn man damit nicht die dünne Ober-Schicht des Apparates meint.

      Es gab Sowjetrepubliken, in denen der oberste Parteifuzzi gleichzeitig der oberste Imam war. So wenig konnte Moskau durchregieren, man musste, um den Anschein von All-Macht aufrecht zu erhalten, sich mit ultra-religiösen einigen. (Die Info stammt von Scholl-Latour, kann jeder selbst recherchieren.) Und Aufstände gab es dennoch, wenn auch kleine.

      Es mutet dumm anti-deutsch an, wenn man unterschwellig davon ausgeht, dass der Mensch keine Idendität braucht. Und diese ist immer mehrschichtig, konzentrisch um angelegt: Familie, Freunde, Arbeit, Wohngegend etc. und am Ende kommt auch die kulturelle Einheit Deutshland, Europa was auch immer.

      In diesem Sinne bin ich AUCH deutsch und dies will ich im Unterschied zu Franzosen und jedem anderen auch bleiben. Und wenn ich sehe, dass dies unter Druck gerät, weil es schäbigen Zielen im Weg ist, warum nochmal gleich sollte ich jetzt dann dafür sein?

    • Es ist schon eigenartig, wenn Deutschland Probleme hat, kommen man auf den Trichter, dass (z.B. deutsche) Identität unterentwickelt ist. Und das soll Teil der Lösung sein ! ?
      Dahinter versteckt man dann, dass Empathie und Solidarität unterentwickelt ist.
      Das jemand auf etwas stolz ist, für das man selbst nichts kann, ist mir persönlich fremd.
      Genau so wenig kann ich was mit Anti-deutsch anfangen.
      „Von kultureller Identität spricht man, wenn der Einzelne sich selbst aufgrund kultureller Eigenschaften als einer Gruppe zugehörig empfindet.“
      Das ist doch ein sehr subjektives Ding.

  2. Christoph Pfluger sagt wir sollten einfach aus der „Geldkirche“ austreten,weil es Krebs fuer den Planeten ist,
    das vernuenftige gemeinschaftliche denken aushoehlt und letzlich nur zur Tyrannei oder zum Reset fuehrt.
    Schoene Aussichten.

    https://youtu.be/zenuq5n6bP8

    Machen wir einfach spielerisch das weiter was wir gestern taten, erst einmal ohne Geld und spaeter mit Vollgeld,
    dann koennen wir sehr elegant aus diesem teuflischen Spiel aussteigen.

    Wir werden mathematisch mit weniger als die Haelfte unserer Arbeit den gleichen Lebensstandart
    halten koennen.

    Hoeren wir auf vor dem „Geld aus dem Nichts“ und unserem inneren Affen=Ego zu kienen
    und wenden uns dem inneren Licht der Vernunft zu.
    Es weisst den guten Weg aus dem Dilemma.

    https://youtu.be/d1Ye5pfz6R0

  3. Tja, keine Frage, die Ausbeutung der Schöpfung, der Menschen, der Natur, unserer Erde erzeugt nun in ansteigender Geschwindigkeit die von Beginn an klar anzusehenden Konsequenzen. Klar ist auch, unser Geld/Wirtschafts/Finanzsystem hat schön längst seinen Zyklus überschritten. Die letzten male gab es dann immer Krieg…
    Es ist ja die zwangsläufige Konsequenz unseres Systemes, dass das Geld ab einen gewissen Punkt sich immer mehr auf nur wenige „Brennpunkte“ (Finanzsammelbecken) konzentriert. Ich meine, jeder der 1 & 1 zusammenzählen kann, sollte doch schon vor Jahrzehnten zu erkennen fähig gewesen sein, dass dies so kommen muss.
    Das Geld wird aus der Gemeinschaft abgesaugt um sich auf wenigen Punkten als obszönen Reichtum zu sammeln. Die Gemeinschaft lebt in der immer schneller voranschreitenden Verknappung. Und das obwohl es keinerlei Mangel gibt. Dieses System ist allein dazu geschaffen worde um künstlich Mangel zu erzeugen. Das „Problem“ dabei ist die Exponetialfunktion nach dessen Prinzipien das ganze Teil (wie in dem Beispiel mit dem Luft gekühlten Motor) sich irgendwann „totlaufen“ muss. Und das noch größere Problem ist die Zeit in dem dieses System in seine Endphase eintritt. Diese Endphase wird nun auch noch seit Jahren künstlich verlängert. Und in dieser Zeit werden die Verteilungskämpfe immer gnadenloser. Die Verknappung erwischt zuerst die die ohnehin einen schlechten „Start“ hatten und frisst sich dann erst langsam, aber immer schneller werdend nach oben…
    Wer schon mal Monopoly gespielt hat, hat ja ein wunderbar klares Beispiel. Viele Menschen haben das gespielt, Nachdenken und erkennen, dass wir selbt mitten drin sind ist schon eine andere Hausnummer. Da fehlt es dann am Durchblick und die Menschen stellen sich sogar gegen eine Initiative die zumindest in der Richtiung etwas gerechter sein könnte (Schweiz – Vollgeldinitiative)…
    Das fatale ist, dass die meißten Menschen nach diesem Null-Duchblick-Prinzip leben und so erst die (eigene) Ausbeutung ermöglichen. Hier bei uns beutet ja jeder jeden aus. Das ist doch das Prinzip. Jeder „geiert“ damit er sich möglichst viel, selbst unter den Nagel reißen kann…
    Es gibt aber auch Menschen die sehr durchdachte Konzepte entwickelt haben. KOnzepte die dem Gemeinwohl und dem Erhalt der Schöpfung dienen. Und mit Gemeinwohl meine ich alle Menschen, man könnte dieses Konzept auf alle Länder anwenden. Das Vernichten der Grenzen usw… dient doch auch wieder nur der Ausbeutung und auch das erkennt die große Mehrheit nicht…
    Ein sehr beeindruckendes Konzept hat ZB Peter Haisenko und Hubert von Brunn entwickelt. „Die humane Marktwirtschaft“. Ein wundervoll durchdachtes Konzept das unsere Welt zu einer besseren, humaneren machen könnte.
    Aber dont mind… sie werden wieder Merkel wählen… oder eben ein anderes Gesicht, neue Verpackung, gleicher Inhalt…
    Es ist zum verzweifeln!
    Link zum Buch: https://www.anderweltonline.com/wirtschaft/wirtschaft-2015/die-humane-marktwirtschaft-leben-ohne-lohnsteuer/?L=0

    • Wenn wir den Weg vom Kapitalismus in eine „Die humane Marktwirtschaft“ (meiner Meinung nach, besser Kreislauf- oder Gemeinwohl-Wirtschaft) gehen wollen, brauchen wir eine „Brücke“.
      Wie kommen wir ohne Gewalt und allzu große Verwerfungen, da hin?
      Der der Kapitalismus enden muss, rein schon logisch, (immer mehr Wachstum in einer endlichen Welt) ist klar.
      Ulrike Herrmann (von der TAZ) sagte einmal in einem Vortrag, dass es in Deutschland ca. 15000 Wirtschaftswissenschaftler gibt und keiner beschäftigt sich mit dieser „Brückenwirtschaft“.
      Es wird also nicht einmal darüber nachgedacht!

  4. Ich halte die beschriebene Entwicklung nicht für zwangsläufig. Selbst wenn die Währungen auf dem internationalen Geldmarkt an Wert verlieren, hat das nicht automatisch Auswirkungen auf die Kaufkraft im Inneren. Siehe DDR-Mark.

  5. als ob hr. sinn hier schreiben würde und seine abstruse „sinn“these jeden samstag hinterlässt.
    eine geschichte von schulden und der Hyperinflation. die Lernfähigkeit eines hr. wolff ist gleich null!

    • Ich weis auch nicht, woher Herr Wolff sein Wissen hat.
      Im Internet steht dazu fast nichts.
      Mit Makroökonomie scheint er sich jedoch nicht wirklich befasst zu haben.
      Es sind wohl eher Ansichten der Neoklassik, die Herr Wolf gelesen hat.

    • Die Finanzmärkte zerstören den Euro – und die Politik schaut zu (Dr. Dirk Ehnts) –> YouTube

      Mal ne andere Sichtweise – die, so glaube ich, eher an der Wahrheit ist.

  6. „Hier der Hintergrund: 2007/2008 stand das globale Finanzsystem kurz vor dem Zusammenbruch und wurde nur durch das Eingreifen zahlreicher Regierungen gerettet.“

    Falsch. Das Finanzsystem hatte nie ein Problem. Es wird nämlich nicht nach seiner Funktionalität für die Massen bewertet – nicht mal von diesen selbst 😉 – sondern nach seiner Funktionalität für die Reichen & Herrschenden.
    Da die Beherrschten aber die Sicht der Herrschenden teilen, können sie ihre eigene Misere nicht mal wahrnehmen.

    Sie lernen die Geschichte aus der Perspektive des Staates, obwohl der Staat nur eine Organisation der Herrschenden Oberschicht ist und das, seit es ihn gibt und solange es ihn geben wird.
    Sie gehen arbeiten mit Leistungszielen, die sie von den Profiteuren ihrer Arbeit abschauen und erlernen. Sie erziehen nicht ihre Kinder, sondern lassen Staat und Reiche die Kinder in extra dafür vorgesehenen Institutionen gleichschalten.

    Die Kinder stopfen sie dann als Dankeschön für „Kindergarten“ und „Schule“ ins „Altersheim“ – da die Kinder in der aufgezwungenen Vermassung schon seelisch litten, empfinden sie nichts schlimmes dabei, dass die Alten dann noch mal zum Abschluss durch eine ebensolche Vermassung, aus dem eigenen Leben gerissen, interniert werden. Das ist die Frucht all der glorreichen Erziehung – doch die meisten befinden sich im freien Fall und denken: „Bis hier hin ging’s gut!“ Leute, wie hier oder anderen Stellen, die ihnen sagen: Nein, das ist alles Mist! sind die Feinde der „Sicherheit“. Diese „Sicherheit“ ist natürlich ein auswendig gelernter Begriff, der nichts mit der Realität gemein hat, aber das Denken der Leute in Bahnen lenkt, die den Reichen und Herrschenden genehm sind.

  7. “ Die Menschen aus Schwellen- und Entwicklungsländern werden in immer größeren Zahlen versuchen, den zunehmend unerträglicher werdenden Lebensbedingungen in ihrer Heimat zu entfliehen. “

    Kann jemand erklären was die Finanz Elite zu tun hat mit Hunger in Venezuela ?
    Ebenso, will die Finanz Elite der Zusammenbruch von Süd Afrika ?
    Noch schlimmer, will die Finanz Elite das Ende von Deutschland durch Migration ?
    Wenn Putin Elektrizität Turbines benötigt für die Krimm kan er die nur in Deutschland kaufen.

  8. Meiner Ansicht nach, kann es nur zu einen Systemcrash kommen.
    Die eine Lösung, sämtliche Schulden zu tilgen, wird genauso fruchtbar verlaufen, wie damals zu den Hochkolonialzeiten sämtlichen Sklavenhälter dazu zubringen alle Sklaven in die Freiheit zu entlassen.
    Wir haben Heute eine unvorstellbare Dimension des Sklavenhaltungssystem was noch nie da gewesen ist.
    Diese Vorstellung man möge die Sklavenhalter darum bitten von ihren Lebensweisen zu trennen ist wie der Brief an den Weihnachtsmann.
    Dann wäre noch die Worte von Rainer Mausfeld (so in der Art): Die Sklaven selber wollen überhaupt gar nicht in Freiheit leben, sondern viel lieber als Sklavenaufseher aufsteigen.

  9. Hallo!
    Grenzen dicht, Kriege beenden und faire Verträge mit Rohstofflieferanten (den Schurkenstaaten), vernünftige Hilfen vor Ort für die wahren Flüchtlinge, andere Personen zum gesellschaftlichen Beitrag zwingen (schreckt ab) und vergleichsweise luxuriöse Rundumversorgung abschaffen, Hilfsschlepper und Pseudoretter-NGOs verbieten und bestrafen.
    Dann könnte man nochmal von vorn beginnen. Und machen wir uns nichts vor: Die Welt verachtet uns. Geld und Waren werden gern genommen, da ist es egal, welcher Gott gerade in ist! Insofern haben wir nichts zu verlieren, außer dem Land (Schutthaufen), was wir unseren Nachkommen zu hinterlassen wünschen! Grüße!

    • Grenzen dicht und nen Deckel oben drauf.
      Gilt die Grenze dann nur für die von außen oder auch von innen.
      Gilt Sie auch für Geld, Wahren und Dienstleistungen?
      „Pseudoretter-NGOs“ erfüllen ja nur diese Aufgabe, weil z.b. die EU versagt. (Seenotrettung)
      Mann o Mann noch so ein Menschenfreund.
      Komisch „Fluchthelfer“ war zu DDR-Zeiten mal ein positiver Begriff.
      Ich weis auch nicht, was für ein Land Sie ihren Kindern u. Enkeln hinterlassen wollen?
      Ein Land , das sich einmauert?

    • @ schwarz ist weiß
      Das hat er nicht kapiert, weil er nicht seinen eigenen Standpunkt (eines Menschen unter Menschen) vertritt, sondern weil er den Standpunkt der reaktionären Herrschenden (Menschen, die glauben über anderen zu stehen) übernommen hat. Das bekommen alle hier so beigebracht. Das ist so einer, der für den Chef buckeln WILL und Kollegen ermahnt, doch etwas zügiger zu arbeiten, das muss noch unbedingt vor Schluss fertig werden!!!!
      Sich aber gegen die Herrschenden zu stellen und die eigenen Bedürfnisse und damit auch die anderer wahrzunehmen, so wie Sie, das ist schwierig. Man nennt das Empathie glaube ich.

    • @schwarz ist weiß: apropos: haben sie schon an die eu geschrieben und gefragt, bzw. angeregt, dass die doch auch gut mal einige Umfragen zu relevanten Themen machen soll?!
      Nicht dass ich an der Zeitumstellung hänge, weg damit! Aber wie gesagt: wollen wir die NATO?
      Wollen wir die gnadenlose Ausbeutung anderer Länder?
      Wollen wir ein schlechtes Verhältnis zu Russland?
      Wollen wir noch mehr Privatisierung?
      Wollen wir die immer noch größere Unterstützung und Subventionierung ausschließlich großer Megakonzerne oder wäre es nicht viel sinnvoller kleine, regionale Strukturen (Landwirtschaft, Tierzucht usw..) zu fördern?
      Wollen wir immer noch mehr Migration anstatt über faire Bedingungen dafür zu sorgen, dass das Leben in der eigenen Heimat lebenswert ist?!
      Wollen wir, dass jetzt, da die Billigpflegekräfte aus Polen usw. zu „Teuer“ werden dass eben welche aus Albanien / Kroatien (z.Zt. noch billiger weil durch NATO zerstört) eingeschleust werden und so die Löhne in der EU schön unten gehalten werden können? Und abgesehen davon: brauchen die Menschen in anderen Ländern keine Pflegekräfte?!
      Das ist alles so abgrundtief ekelhaft, es fehlen die Worte!

    • Jean Hefter,
      Danke, das „meine Denke“ verstanden wird.
      Die Empathie wird immer mehr zerstört und fast keiner merkt es.
      Viele reihen sich still ein und betreiben nur die eigene Nabelschau.
      Andere ignorieren es – weil Sie es sonst nicht aushalten würden.
      Da lass ich mich gerne als Gutmensch oder links-versifft beschimpfen.

      „Etablierte Politik bedeutet systematische Desensibilisierung. Man gewöhnt uns daran, dem Leiden bestimmter Bevölkerungsgruppen regungslos zuzusehen, solange es nur nicht die eigene Gruppe trifft. Wir gewöhnen uns an den Gedanken, dass es mitten unter uns – oder ganz in unserer Nähe – Zonen reduzierter Menschenwürde gibt. Wir haben unseren Frieden mit fast allem gemacht, selbst mit dem Krieg.“

      ( aus Geeint in die Barbarei , Roland Rottenfußer)

      „Derzeit können wir verfolgen, wie eine jeder Humanität entbehrende Politik die Folgen ihres Egoismus und ihrer Rücksichtslosigkeit auf die Opfer abwälzt. Denn die neoliberale Politik bewirkt krasse Ungleichheit in der Welt und führt zu barbarischen Kriegen gegen die ohnehin armen Länder und zu Katastrophen globalen Ausmaßes. Also zu Ausbeutung und Elend und schließlich zu Flucht von -zig Millionen Menschen. In immer größeren Teilen der Welt herrschen Zustände, die Menschen keine Chancen zum guten Leben, oft nicht einmal zum Überleben lassen.

      „Die Profiteure in Wirtschaft und Politik inszenieren sich als Opfer und hetzen: „Sie“ wollen uns alles wegnehmen, sie zerstören unsere Werte, einschließlich unserer christlich-abendländischen Kultur! Es herrscht eine totale Gleichgültigkeit gegenüber dem Elend und dem Sterben. Die Wüste übersät mit Toten, Zehntausende Ertrunkene im Mittelmeer. Die Reaktion der deutschen und der EU-Politik ist die systematische Verhinderung und Bestrafung jeder Hilfe. Keine Maßnahme ist pervers genug: Aufrüstung der Diktaturen, Einrichtung von Lagern zur Konzentration der Flüchtlinge, Versagen jeder Hilfe – zur Abschreckung. Zurücktreiben ins Elend, Kinder ihren Eltern wegreißen.“

      ( aus „Nicht in meinen Namen!“ – Hinter den Schlagzeilen)

    • Nee hab ich nicht -Zerberus.
      Ich hab da wenig Hoffnung.
      Ich fürchte, Ihre aufgezählten Punkte würden die Lebensadern dieser EU kappen.
      Diese Institution ist wahrscheinlich zu verkommen.
      Das träfe aber auf die Nationalstaaten (Mitgliedsstaaten) genau so zu!
      Wenn man verschiedene schlechte Zutaten in einen Topf wirft, wird da keine gute Mahlzeit draus.

  10. Hallo Herr Wolff,
    erst schimpfen Sie über die Billigzinspolitik der EZB und dann wenn die Zinsen erhöht werden, ist es auch wieder nicht richtig.
    Da sollten Sie mal etwas tiefer einsteigen.
    Beide Strategien der Zentralbanken haben der 3. Welt nicht geholfen.
    Das die Flüchtlingsströme ansteigen werden, ist eh klar.

    • Sehr wahrscheinlich will Herr Wolff sagen, dass dieses Geld- und Zinssystem ein grundlegenden Systemfehler beinhaltet.
      Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Flugzeug konstruiert, dessen Motoren auf Luftkühlung angewiesen ist. Ich denke die physikalischen Gegebenheiten muss ich Ihnen nicht näher erläutern. Sie können entweder immer schneller fliegen, um den Motor zu kühlen, oder Sie fliegen so langsam, dass der Motor nicht überhitzt, aber die Schubkraft reicht nicht aus, um die Maschine in der Luft zu halten. In beiden Fällen stürzen Sie früher oder später ab, spätesten, wenn der Sprit alle ist.
      Nun revidieren Sie die Machenschaften der Zentralbanken der letzten 12 Jahre. Ist es nicht so, dass die erst auf volles Turbo, Gas gaben und jetzt wo sie merken, dass der Sprit fast alle ist, gehen sie vom Gas runter?

    • Mann kann natürlich Fehler unseres Wirtschaftssystem nur aufs Geldsystem begrenzen und da die alleinige Schuld sehen.
      Wir müssen anders wirtschaften, dann haben wir auch eine Chance das Finanzsystem zu ändern.
      Beispiel Vollgeld – glauben Sie nicht auch, dass ein Vollgeldsystem, unter der heute wirkmächtigen Wirtschaft missbraucht würde?

    • Sehr gut, lässt sich einfach so schön sagen, wir müssen nur anders wirtschaften; ist richtig.
      Aber vergessen wir nicht da etwas wichtiges? Uns ist der Sprit ausgegangen und wir befinden uns im Sinkflug.
      Und diese Vollgeldinitiative hätte vor 10 Jahren stattfinden müssen. Kann man jetzt genau bei den Schweizern beobachten was daraus wurde.
      Ich bezweifle, dass wir weitere 10 Jahre Zeit haben werden.

    • Achja, das ist nur der Standpunkt aus der Perspektive des menschlichen Gesellschaftssystem, nicht mal dieser ist ansatzweise zu retten, wie soll man denn noch zusätzlich das ökölogische System vor dem Zusammenbruch bewahren, wenn das kleinere Übel schon nicht aufzuhalten ist?

    • Ist es nicht so, das der Sprit (Geld) da ist.
      Wer hat die Kohle in Deutschland? Die „privaten Haushalte“.
      Der Durchschnittsverdiener natürlich nicht.
      Mit dem anders Wirtschaften meine ich auch Ressourcen-schonung, Kreislaufwirtschaft – was Enkel- und Urenkel-tauglich ist.
      Aber da können wir reden und schreiben so lange wir wollen.
      Das kommt frühestens, wenn es gar nicht mehr anders geht.
      Na dann – viel Glück.

    • Wenn ihr das wollt, wieso gründet ihr dann keine Kollektivbetriebe und Gewerkschaften, die bereit sind, mit Solidaritätstreiks und Generalstreiks (übernationale) die Politik und die Wirtschaft des Kapitalismus lahmzulegen und aus der wachstums-Wirtschaft über eine kollektivierte, basis-demokratisierte Wirtschaft eine Bedarfswirtschaft zu entwickeln?

      B E D A R F S D E C K U N G…. statt W a c h s t u m….

    • @ Jean Heffner
      Klingt auch so schön mit Kollektivbetrieb und Gewerkschaften, aber kann niemals funktionieren, wenn das bestehende verfaulte System noch im Bewusstsein vieler eingefressen ist. Wir haben auf der einen Seite ein hierachisches Pyramidensystem das sich in allen Lebensbereichen der Gesellschaft sich festgefangen hat. Auf der anderen Seite haben wir ein völliges vorkommenes Verständnis vom Geld das als Brandbeschleuniger für allen Negativen Eigenschaften des Pyramidensystem befeuert.
      Aus eigener Lebenserfahrung kann ich nur sagen, dass selbst in einen Dorfsportverein wo man sich eigentlich vertraut und die Strukturen übersichtlich sowie transparent sein sollen, diese Gemeinschaft verkommt, sobald hierachisches Machtbestreben und Geld im Spiel kommt. Da geht das Anliegen des Sportes zu Grunde und die junge Generation hat darunter zu leiden.
      Auch in einer überschaulichen Hochschule wo das höchste Anliegen darin bestünde die nächste Generation mit soviel Lebenserfahrung und Wissenswerkzeugen auszustatten, verkommen sämtliche Potenziale, weil das hierachische Prinzip sowie dieses Geld-Prestige-Bewusstsein sich wie ein Virus ausgebreitet hat.

      „… wenn du lange in den Abyss blickst, blickt der Abyss auch in dich hinein.“
      Es ist vollkommen egal wie tugendhaft und „guten Herzen“ man herantritt, sobald man sich in den Abgrund begibt, ist es sehr wahrscheinlich, dass man sich darin verfängt und noch tiefer hineingezogen wird.
      Die ganzen Studien über Netzwerke und die Veröffentlichungen über Informationskrieg der Gazetten bestätigen meine Aussage.

      Daher sage ich auch, dass es schlicht die Systemlogik bzw. der -fehler der das Denken und Handeln der Menschen im höheren Maße beeinflusst, als umgekehrt. Und von diesen möchte ich so weit wie möglich Abstand halten.

    • Ich will mich da Son_Snow gerne anschließen.
      Schon die Gründung kleiner Kollektivbetriebe sehe ich Schwierigkeiten. (von der Kohle mal abgesehen)
      Wenn ich so einen Betrieb gründe, muss er doch so konstruiert sein, das er eine Gewerkschaft nicht braucht –
      eine unabhängige Schlichtungsstelle – OK.
      Gewerkschaften wurden doch ursprünglich gegründet um eine Vertretung für die Interessen der Arbeiter zu haben.
      Im Kollektivbetrieb ziehen alle an einem Strick und in die gleiche Richtung.
      Das wir in in Hierarchien aufgewachsen sind, kann mann schon beobachten wenn 2 Leute an irgend einer Sache arbeiten.
      Z.B. ein junges Paar tapeziert oder malert ein Zimmer. (Das empfehle ich immer Kollegen, die sich unsicher sind ob Sie die richtige Freundin gefunden haben)
      Entweder gibt es Streit oder einer sagt, wo es lang geht. Meist geht es dann um den persönlichen Anspruch oder unterschiedliches Talent. Und da ist Geld noch nicht einmal im Spiel.
      Vorausgesetz es gibt dann diese Betriebe – warum sollten die dann streiken?
      Weil es in anderen Betrieben und Konzernen nicht rund läuft?
      Das scheint mir nicht praktikabel. Solidarität ist ja nicht, anderen die Probleme zu lösen, sondern anderen zu helfen ihre Probleme zu lösen.
      Ich bin mir auch nicht sicher, ob grundsätzlich Hierarchien schlecht sind.
      Darüber ließe sich trefflich streiten!

  11. Dass wir einer Menschheits- und Überlebenskrise nie dagewesenen Ausmaßes auch hier in Europa entgegensehen müssen, ist ja sowieso schon lange klar. Wir stecken ja auch schon lange drin in diesem Prozess.

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