Tagesdosis 7.8.2019 – Die Vereinnahmung

Den Klimawandel ausschließlich im Rahmen des herrschenden Systems zu bekämpfen, genügt nicht.

Ein Kommentar von Felix Feistel.

Die zunehmenden Proteste gegen die Untätigkeit der Regierungen angesichts des Klimawandels stoßen nicht nur auf Ablehnung. Oftmals werden sie gelobt, so lange sie sich auf Demonstrationen beschränken, und man gibt sich den Anschein, als habe man die Brisanz des Problems nun verstanden und ergreife effektive Maßnahmen. Diese sind aber, sofern überhaupt, lediglich systemkonforme Strategien der Profitmaximierung. Das Grundübel wird nicht angetastet.

Schon seit über einem halben Jahr gehen die Fridays For Future Protestler auf die Straße, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen: Effektive Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel zu ergreifen. Die Demonstranten haben begriffen, dass es so, wie bisher, nicht weitergehen kann, denn der Klimawandel bedroht unser aller Zukunft.

Zugegeben, die Forderung nach „Klimaschutz“ greift etwas zu kurz, denn das Klima zu schützen ist im Grunde überflüssig und auch nicht möglich. Das Klima ändert sich, seit der Gesteinsklumpen namens Erde eine Atmosphäre gebildet hat; solche Änderungen lassen sich daher auch nicht aufhalten. Doch der gegenwärtige Klimawandel läuft mit einer Geschwindigkeit ab, die jede Anpassung der Erdbewohner unmöglich macht. Schon in der Vergangenheit hat der Mensch klimatische Veränderungen erlebt, und sie haben immer wieder dazu geführt, dass Reiche und Imperien in sich zusammengefallen sind.
Letztlich wurde das Leben der Menschen stets mühsamer und entbehrungsreicher. Der aktuelle Klimawandel droht schwerwiegender zu sein als alle vorangegangenen.

Er bedroht die fragile, da weltumspannende Infrastruktur, die der Mensch zur Sicherung seiner Lebensgrundlage — zumindest in den westlichen Industrieländern — geschaffen hat. Damit ist das Überleben der Spezies Mensch aber als Ganzes gefährdet. Treffender müsste es also „Menschheitsschutz“ heißen, da der Mensch vor den Auswirkungen seines eigenen Handelns geschützt werden müsste.

Denn diese von ihm geschaffene Infrastruktur ist die wesentliche Ursache dieses Klimawandels. Die Industrialisierung hat zu einer Lebensweise geführt, die ganz auf dem Verbrennen fossiler Brennstoffe beruht. Ohne Erdöl, Kohle und Erdgas läuft in der heutigen Zeit nichts mehr. Diese setzen jedoch gewaltige Mengen des für den Klimawandel relevanten CO2 frei. Hinzu kommt die industrielle Landwirtschaft sowie die Massentierhaltung, die gemeinsam nicht nur CO2, sondern auch Lachgas und Methan in riesigen Mengen in die Atmosphäre pusten. Der Klimawandel ist also menschengemacht, oder aber zumindest durch Menschen massiv beschleunigt worden.

Scheinlösungen

Dies haben Politiker und auch Unternehmer verstanden, nicht zuletzt durch die anhaltenden Proteste einer schon seit Jahrzehnten aktiven Klimagerechtigkeitsbewegung. Das Problem kann also nicht länger vertuscht und geleugnet werden, wie das lange Zeit geschehen ist. Von der Strategie des Leugnens schwenken sie nun also um auf Vereinnahmung und Scheinlösungen.

Unzählige Politiker, sogar die Bundeskanzlerin, ergingen sich im Lob für die protestierenden Schüler. Sie begrüßten die Initiative und versprachen Entgegenkommen und Verbesserungen, also eine Reform des Systems. Wenn es um Klimawandel geht, dreht sich die Debatte zumeist um zwei Dinge: Erneuerbare Energien in Form von Windrädern und Solarenergie sowie Elektromobilität. Damit wird jedoch an jeder Realität vorbei argumentiert.

Die wesentliche Ursache der ökologischen Zerstörungen, die der Mensch über den Planeten gebracht hat, ist der Zwang des ständigen Wachstums und der Profitmaximierung. Das „Immer mehr“ hat auch zu einer stetig steigenden Produktion von Waren geführt, die wiederum einen steigenden Verbrauch an Ressourcen notwendig machte. Die Logik des unendlichen Wachstums ist also das Grundübel unserer Gesellschaft und der Motor der Zerstörung. Dieser Zerstörung nun mit derselben Logik des Wachstums zu begegnen, offenbart den ganzen Wahn, in dem die Menschheit gefangen ist.

Statt weniger Produktion, weniger Verbrauch, weniger Konsum, weniger Emissionen, wird darauf gesetzt, die Mittel zur Energiegewinnung einfach auszutauschen. So suggeriert man uns, es könne einfach so weitergehen, wir könnten weiterhin dem Überfluss frönen, in dem wir es uns gemütlich gemacht haben.

So wird der Anschein erweckt, es gäbe einen grünen Kapitalismus, der all unsere Probleme lösen könnte. Dies kann jedoch nicht funktionieren. Ganz im Gegenteil: Durch die Fixierung auf erneuerbare Energien schaffen wir nur die nächsten Umweltkatastrophen. Die erneuerbaren Energien, insbesondere die Elektromobilität, erfordern viele Rohstoffe, deren Abbau massiv die Umwelt schädigt. Ein Beispiel dafür ist Lithium.

Nur, weil diese Umweltzerstörung nicht vor unserer Haustür, sondern zumeist in sogenannten Entwicklungsländern stattfindet, heißt das nicht, dass sie nicht dramatisch wäre. Sie zwingt Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen, und schafft somit neue Fluchtursachen, nur, damit wir hier im Westen gewissenlos an unserem Automobil und unserer Überproduktion festhalten können.

Doch die angebotenen Lösungen haben eines gemeinsam: Sie eröffnen einen ganz neuen Markt. Erneuerbare Energien und Elektromobilität muss zunächst hergestellt werden, und dies geschieht natürlich nicht durch, am Gemeinwohl interessierte Konzerne. Nein, im Gegenteil, dieselben Akteure, die uns die Klimakrise eingebrockt haben, wittern nun eine Chance, ihr Geschäftsfeld zu erweitern, um sich für die Zukunft wettbewerbsfähig zu machen. Die Probleme, die uns der Wachstumswahn eingebracht hat, werden also durch dasselbe Mittel, nämlich Wachstum, zu lösen versucht. Das ist ein Vorhaben, das von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist.

Einseitige Debatte

Darüber hinaus werden in der Debatte die wesentlichen Punkte ausgespart. Auf politischer Ebene wird das Thema der industriellen Landwirtschaft totgeschwiegen. Auch hier wird an der Überproduktion festgehalten. Wem tatsächlich an einer Abschwächung der Effekte des Klimawandels gelegen wäre, der müsste darüber hinaus die fortwährenden Kriege beenden und das Militär abschaffen. Denn allein das US-Militär verursacht mindestens 5 Prozent der Emissionen von Treibhausgasen. Hinzu kommt noch die Menge CO2, die bei jeder einzelnen, durch das Militär herbeigeführten Explosion freigesetzt wird, und die damit einhergehende Zerstörung der Natur. Vom dadurch verursachten Leid der Menschen muss an dieser Stelle gar nicht erst gesprochen werden.

Zudem wird das Militär dazu eingesetzt, Erdölreserven in aller Welt und damit den Nachschub für die Produktion zu sichern. Der Klimawandel liefert darüber hinaus auch Gründe für den Krieg. Der Kampf um Wasser und fruchtbares Land ist in anderen Regionen der Welt schon ganz real. Bei fortschreitendem Klimawandel und den damit einhergehenden Dürren und der Desertifikation von fruchtbarem Land ist es nur eine Frage der Zeit, bis er zu zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen führt. Wenn die Bekämpfung des Klimawandels tatsächlich bei allen Menschen oberste Priorität hätte, und die notwendigen Maßnahmen der Deindustrialisierung und Regionalisierung der Produktion ergriffen würden, wäre unsere Welt auch friedlicher.

Umweltschutz ist Klimaschutz

Doch nicht nur der hohe Ausstoß von Treibhausgasen ist die Ursache für den Klimawandel. Auf der anderen Seite der Rechnung steht der Verlust der Speicher für diese Gase. So wurden große Teile der weltweiten Regenwälder gerodet, um Platz zu schaffen für industrielle Landwirtschaft. Wälder und die Waldböden speichern jedoch große Mengen an Kohlenstoffdioxid, die durch die Entwaldung freigesetzt werden. Das Gleiche gilt für gesunden Boden, der im Laufe der Industrialisierung der Landwirtschaft in zum großen Teil totes Substrat umgewandelt wurde. Pflügen, spritzen und düngen zerstört das natürliche Gleichgewicht des Bodens und tötet die in ihm lebenden Mikroorganismen.

Das hat zur Folge, dass der einstmals lebendige Boden sich in eine tote Masse verwandelt, auf der nur noch etwas wächst, weil er mit Kunstdüngern getränkt ist. Diese Dünger wiederum werden aus Erdgas und Erdöl gewonnen, oder aber es werden große Güllemengen aus der Massentierhaltung auf die Äcker ausgebracht. Beides sorgt für hohe Treibhausgasemissionen. Treibhausgase, die von gesunden Böden absorbiert werden könnten. 2000 Gigatonnen Kohlenstoffdioxid können die noch vorhandenen, gesunden Böden speichern (1). Kaum vorstellbar wäre der Effekt auf das Klima, wenn man beginnen würde, gesunde Böden aufzubauen.

Auch die Meere sind wichtige CO2-Speicher. Man schätzt, dass in den Meeren bis zu 38.000 Gigatonnen Kohlenstoffdioxid gespeichert sind (1). Doch auch das Ökosystem der Ozeane ist längst aus dem Gleichgewicht geraten. Das anschaulichste Beispiel dafür ist wohl die Korallenbleiche: Die über Jahrtausende gewachsenen Korallenriffe sterben momentan innerhalb weniger Jahre ab. Grund dafür ist die durch den Klimawandel verursachte phasenweise Erwärmung der Meere (2). Hinzu kommt die massive Überfischung der Meere, das Aussterben von Walen und Haien sowie die Vergiftung der Ozeane mit Abwässern, Abfällen und Plastikmüll. All dies bringt das empfindliche Gleichgewicht in Gefahr, und sorgt dafür, dass der Ozean als CO2-Speicher verloren geht. Noch funktioniert er zwar, jedoch zum Preis der Übersäuerung, welche die Gefahr größerer Rückkopplungen mit dem Klimasystem in sich birgt.

Der Ausbreitung des Menschen, und damit einhergehend der Landwirtschaft, fielen im Laufe der Jahrhunderte Sümpfe und Moorlandschaften zum Opfer. Sie wurden trockengelegt, um die Flächen für die Landwirtschaft nutzen zu können. Torf wurde und wird noch immer abgebaut und als Brennmaterial verwendet. Doch auch Sümpfe und Moore speichern Treibhausgase, und durch die Trockenlegung und Verbrennung werden diese wieder freigesetzt. Und der Wegfall dieser Biotope geht weiter.
Durch seine Eingriffe in die weltweiten Ökosysteme hat der Mensch das Gleichgewicht der Erde empfindlich gestört, und nicht nur den Klimawandel, sondern auch das sechste Artensterben verursacht.

Obwohl einige Menschen behaupten, man müsse Klimaschutz und Umweltschutz streng trennen, weil es sich um ganz unterschiedliche Dinge handelt, zeigt sich hier, dass das nicht stimmt. Effektiver Umweltschutz, also der Erhalt von Ozeanen, Wäldern, Mooren und Sümpfen sowie gesunder Böden, bedeutet auch effektiven Klimaschutz. Diesen Zusammenhang bestätigt eine aktuelle Studie der ETH Zürich.

Danach wäre es möglich, den Klimawandel durch Aufforstung zu bekämpfen. Möglich wäre es, etwas weniger als eine Milliarde Hektar Wald verteilt über die ganze Welt, zu pflanzen. Damit müsste jedoch schnell begonnen werden, da es Jahrzehnte dauert, bis die positiven Effekte zum Tragen kommen.

Doch die Gleichung funktioniert auch umgekehrt. Der Klimawandel setzt die ohnehin schon geschädigten Ökosysteme weiter unter Druck, und trägt so zum Artensterben bei. So führt effektiver Klimaschutz auch zu einem effektiven Artenschutz. Man sieht, dass Klimaschutz und Umweltschutz sich nicht trennen lassen.
Was wirklich notwendig wäre

Doch Aufforstung alleine kann nicht genügen. Denn hierbei handelt es sich lediglich um eine Symptombekämpfung. Klimawandel und steigende CO2-Emissionen sind Folgen der Konsum- und Wegwerfgesellschaft, des Zwangs zum Wachstum und der Gier nach immer mehr und immer Neuem. Die Art und Weise, wie wir leben, muss sich von Grund auf ändern. Das betrifft die Art und Weise, was wir wie essen, wie wir wohnen, uns kleiden, uns fortbewegen, was wir produzieren, vor allem wo und in welchen Mengen.

Ohne eine umfassende Deindustrialisierung, eine Regionalisierung von Wertstoff- und Versorgungskreisläufen, die Abschaffung aller Kunststoffe und synthetischer Mittel, eine Orientierung hin zu einer Gesellschaft, die nicht von Gier und Konsum angetrieben wird, bleibt jede Maßnahme nichts als eine Scheinlösung.

Der Wandel müsste so tief greifend sein, dass an seinem Ende eine Gesellschaft steht, die sich komplett von unserer heutigen unterscheidet.

Dieser Wandel bietet jedoch eine Menge Chancen. Leben die Menschen heutzutage entfremdet nebeneinander und im ständigen Konkurrenzkampf, in einer Welt des beständigen Mangels und des Zwanges zu einer, oft sinnlos erscheinenden, Lohnarbeit, so könnte sich dies vollkommen ändern. Der Wandel hat das Potenzial, eine Gesellschaft entstehen zu lassen, in der die Menschen wieder miteinander leben, in der soziale Interaktion nicht zur reinen Notwendigkeit verkommt.

Auch wäre die oftmals sinnlose Arbeit nicht mehr notwendig, stattdessen werden sinnvolle Tätigkeiten ausgeübt, die der Versorgung der Menschen dienen, die sich auf das Wesentliche beschränkt. Damit einhergehen würde auch eine deutliche Verringerung der Arbeitszeiten, sodass mehr Zeit bleibt, eine menschliche Gesellschaft zu gestalten. Ständiges Hetzen durch die Welt, weil man von einer Tätigkeit zur nächsten springen muss, weil man, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, pendeln muss, und dabei mehr im Stau steht, als sich fortbewegt, all das kann der Vergangenheit angehören, wenn wir es nur wollen, und den Wandel selbst in die Hand nehmen.

Alles das sind notwendige Begleiterscheinungen eines Wandels hin zu einer ökologischen Gesellschaft. Doch die Politik ignoriert diese Vorschläge. Stattdessen fokussiert sie sich auf Elektromobilität und alternative Energien, die nur eine Fortsetzung des Status Quo mit anderen Mitteln bedeuten. Die Logik des Immer mehr, des Wachstums und des Profites blendet jede wirkliche Ursachenbekämpfung aus und reduziert Gestaltungsmöglichkeiten auf deren Rendite.

Dies ist der Grund, warum Politik und Wirtschaft auch auf die Protestierenden zugehen können. Die von ihnen vorgeschlagenen Lösungen bewegen sich innerhalb der Logik des Systems. Sie müssen keinen Verlust ihrer Machtposition hinnehmen, sondern wittern ein neues Geschäft, und damit die Möglichkeit, in einer Welt noch Wachstum zu generieren, in der jeder Markt bereits gesättigt ist. An den grundlegenden Abhängigkeitsverhältnissen, der Unterdrückung der Masse durch das Diktat der Lohnarbeit und auch an der Zerstörung der Natur ändert sich dadurch nichts.

Das gegenwärtige System liefert uns keine tragfähigen Lösungen für die großen Probleme unserer Zeit. Dadurch, dass es jede Handlungsoption auf den reinen ökonomischen Nutzen reduziert, ist es blind für die tatsächlichen Notwendigkeiten. Es reformieren zu wollen bedeutet nur eine Verschwendung kostbarer Zeit. Der notwendige Wandel kann nicht innerhalb dieses Systems stattfinden.

Das bedeutet, dass der Wandel in der Hand von jedem von uns liegt. Wenn von Politik und Wirtschaft nichts mehr zu erwarten ist, müssen wir der Wandel sein, den wir in der Welt sehen wollen. Fangen wir also gleich damit an, denn wir sind eigentlich schon zu spät dran.

Quellen:

  1. Schwinn, Florian: Rettet den Boden, S. 45, Westend Verlag, 2019.
  2. Terry P. Hughes et al.: Global warming and recurrent mass bleaching of corals. In: Nature. Band 543, 2017, S. 373–377, doi:10.1038/nature21707

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Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

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Dieser Beitrag erschien am 31.07.2019 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Timon Goertz / Shutterstock,

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31 Kommentare zu: “Tagesdosis 7.8.2019 – Die Vereinnahmung

  1. Der Artikel beschreibt die Grundproblematik sehr gut. Die Lösung kann nur in einer Abkehr vom jetzigen Wirtschaftsmodell bestehen. Der Kapitalismus in seiner jetzigen Form ist nicht das Ende der Geschichte der Menschheit, sondern nur ein schmutziger Zwischenschritt zu einer hoffentlich besseren Welt. Und wenn das nicht gelingt, ist es wirklich eines Tages das Ende der Geschichte unserer Zivilisation. Das haben viele junge Leute möglicherweise erkannt. Sie wollen auch noch ihren Kindern eine lebenswerte intakte Welt zeigen können. Von den Alten ist nichts zu erwarten. Die sind so sehr gefangen im gegenwärtigen Hamsterrad, und im Käfig liegt ja noch genug Futter.

    • Von den meisten Alten darf man das getrost sagen, aber nicht von allen! Es gibt etliche, die Wegweiser sein können, – einige wurden (und werden hoffentlich weiterhin) dankenswerterweise hier im Format „Die Macher“ vorgestellt. Aber nicht alle Alten mit guten Gedanken sind „Macher“, haben aber trotzdem die richtige Lebenseinstellung, die sie den Jungen vermitteln können. Die Jungen dagegen haben nicht nur das Problem, ihren Kindern eine bessere Welt zu hinterlassen (was „besser“ genau heißt, ist allerdings nicht eindeutig klar), sondern, so fürchte ich, das noch größere, zunächst mal ihren eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, die das jetzige Wirtschaftsmodell langsam, aber immer schneller um unsere Hälse zusammenzieht. Die Alten werden noch rechtzeitig ins Jenseits entkommen, aber auf die Jungen könnte ein karges Leben unter der Brücke warten, … falls es dann noch Brücken gibt.

  2. Wenn der eine Pol unseres Umgangs mit unseren Lebensgrundlagen der unedliche Wachstumszwang ist, wäre der Gegenpol die Rückkehr in die Savanne als nackte Jäger und Sammler. Beides ist nicht möglich, aber irgendwo dazwischen sollte die Lösung liegen … deutlicher ausgesprochen: unser (westlicher) Wohlstand ist zuviel – wir müßten anfangen, uns an deutlich weniger Wohlstand zu gewöhnen. Weniger materiellen, versteht sich – es spricht aber nichts dagegen, den geistigen Wohlstand weiter (oder endlich?) wachsen zu lassen.

    • An weniger Wohlstand gewöhnen? Was ist denn „Wohlstand“? Wenn man alles im Überfluss hat? Oder wenn man hat, was die eigenen Bedürfnisse optimal erfüllt?

      Es ist die Gier. die diesen Planeten ruiniert, die Unfähigkeit, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und ihnen entsprechend zu handeln, sich selbst bewusst zu beschränken, weil zu viel genauso schädlich ist wie zu wenig.
      Erst das diese Fähigkeit macht den Menschen wirklich zu einem bewussten und intelligenten Wesen. Die meisten Zeitgenossen sind wohl eher Affen im Frack mit SUV. Oder im Jogginganzug mit 2m-TV-Glotze, je nachdem.

      Geistig kann der Mensch unendlich wachsen, aber hier passiert gerade genau das Gegenteil. Viele verwandeln sich in ein Smartphone-Appendix, versinken im Edelschlamm und bemerken es nicht einmal. WOHL-Stand ist das bestimmt nicht. Eher eine fast hoffnungslose Form innerer Armseligkeit, die durch äußere Ersatzhandlungen entgleist ist.

      Man kann seine Unbewusstheit nun mal nicht mit Fressen überwinden, egal wie viel man in sich hinein stopft.

  3. Fridays for Future – Saturdays im Europark und Summers in New York

    Eine gute Marketing Agentur ist einfach ihr Geld wert. Super Show auf den ersten Blick. Was fehlt ist die Authentizität, sorry Greta. Wäre wichtig gewesen, weil diese in unseren Tagen zu oft fehlt.

    Jetzt, wo wir (fast) alle für den Artenschutz sind und Fridays für die Zukunft demonstrieren müsste die Welt sich doch verbessern, oder?

    Was wir heute tun können, damit Greta und die anderen Kinder Freitag in 50 Jahren immer noch eine Zukunft haben frage ich mich oft. Über Klima und dessen Entwicklung zu diskutieren in einer Gesellschaft, wo wir den Wetterbericht nicht einmal auf eine Woche passend vorhersagen können, ist für mich Zeitverschwendung.
    Die richtigen Bäume zu pflanzen, um eine gute Bodenbeschaffenheit zu fördern. Das ist unser Beitrag fürs kleine Klima bei uns.
    Umweltgifte, da bin ich dabei. Umweltgifte reduzieren. Abstrakt?
    Kleiner Leitfaden: Keine chemisch synthetischen Dünge- und Spritzmittel in unserem Garten!
    Unbehandelte Lebensmittel kaufen.
    Hoffnung: Andere handhaben das genauso

    Plastik: Wie ging das nur ohne Plastik vor 100 Jahren? Keine Ahnung. Selbst wenn ich weiß, dass Plastik, besonders Einwegplastik, vermieden werden sollte, schaffe ich es kaum, davon wegzukommen. Weniger ist mehr! Dran arbeiten.

    Regional einkaufen. Da bin ich dabei.
    Da möchte ich Bruce Willis zitieren: „Iss nichts, was Du nicht selber gekocht hast!“ (R.E.D. II) Auf den Mann sollten wir mehr hören;-). Wir haben im vergangenen Jahr einen Lavanttaler Bananenapfelbaum (alte Sorte, weiterer Name: Mutterapfel) gepflanzt. Unsere Tochter meinte dazu: „Schau Mama, dann brauchen wir nicht einmal mehr Bananen zu kaufen.“ Auf gutes Gedeihen!

    Früher kaufte man sich im Jahr 1 bis 2 T-Shirts, heute kauft man sich für eine Party 2 Outfits aus Bangladesh, weil man sich beim Shoppen noch nicht festlegen kann, was man am Abend anzieht. Es braucht ja keiner nackt zu laufen, aber etwas Reflektion wäre angebracht.

    Bewegung an der frischen Luft würde viele Probleme lösen. Aber Vorsicht, das bringt Sauerstoff ins Hirn. Mehr als Tabletten, die dafür patentiert sind, Sauerstoff ins Hirn zu bringen.

    Dann stellt sich mir häufig die Frage: Muss es jedes Jahr ein neues Mobiltelefon sein? Aber heute ist ja nicht Friday for Future, sondern Mediamarkt Mittwoch, also, was solls?

    In diesem Zusammenhang möchte ich auch einmal in die Runde fragen: Wem nutzt das vorweihnachtliche Schuhkartons und Bananenkisten packen? In unserem Gemeindeblatt der Pfarrei wurde die Zahl der Sattelschlepper abgedruckt, die alleine aus den Nachbargemeinden mit vollen Schachteln in die Region geschickt wurden. Gruselig!
    Stell Dir vor Du bist Einzelhändler im Kosovo und versuchst, Schulzeug zu verkaufen.
    Stell Dir vor Du bist Landwirt und bewirtschaftest Felder mit Weizen für die regionale Mehlversorgung.
    Richtig, denen nicht!
    In der Hauptstadt der Provinz Kosovo gibt es ein SOS Kinderdorf mit ca. 50 Kindern. Das Kriegsende jährt sich heuer zum 20. Mal. Kriegswaisen sind heute erwachsen.
    Es nutzt dem deutschen Einzelhandel und den hiesigen Lebensmittel und Kurzwarenherstellern.
    Und vielleicht noch den Spendern, weil sie eine vermeintlich gute Tat vollbracht haben.
    Auf diesem Wege verhindern wir, dass sich die Region auf eigene Füße stellt und unabhängig wird und machen dort nebenbei die Kleinbäuerliche Landwirtschaft kaputt.

    Und zum guten Schluss: Die Probleme des 21. Jahrhunderts dürfen nur friedlich gelöst werden.
    Im Frieden mit uns selbst!

  4. Satire Anfang +++++++
    Heute muss es raus, unbedingt … ich gebe es ganz offen zu … ICH KÄMPFE GEGEN DIE SONNENFLECKEN … und rufe hiermit die Bewegung „Tuesdays for sunspots“ in Leben.
    Satire Ende +++++++
    Ja, wer es noch nicht weiß, … unsere Lebensweise zerstört unsere Mitwelt und das CO2 kann sich einfach nicht wehren … aber irgendwas muss ja „Schuld“ sein.
    Wenn sachliche Argumente einer Diskussion nicht mehr nützlich sind und die vorher festgelegten Ziele nicht erreicht werden können, wird die Diskussion emotinalisiert … die Klimadiskussion ist dafür ein sehr gutes Lehrbeispiel … viel Spaß weiterhin damit.

    • Tuesdays for sunspots? 😉 Da bin ich dabei und erhöhe um „Thursdays for Präzession“. Ich kämpfe gegen den Taumel der Erde.

  5. Danke, KenFM – es geht also doch noch! Endlich mal ein herausragender Artikel, der die Thematik gut zusammenfasst und wichtige Zusammenhänge darstellt.

    Nur mit dem Schluss bin ich nicht einverstanden: Es reicht natürlich nicht, wenn jeder Einzelne sein Verhalten zu verbessern versucht. Wir benötigen eine Revolution! Auch wenn es noch so unwahrscheinlich erscheint, und bisher noch fast jede Revolution große Folgeprobleme mit sich gebracht hat. Dann muss es eben dieses Mal besser gemacht werden! Es gibt ja genug Fallstudien aus der Vergangenheit, aus denen die richtigen Schlüsse zu ziehen sind bzgl. radikaler Machtbegrenzung, ab dem ersten Tag und auf allen Ebenen.

  6. Hervorragender, gut begründeter und für mich daher nachvollziehbarer Artikel, gut ergänzt auch durch Freischwimmer und Kari, danke.

    Ich bin zwar optimistisch genug zu glauben, „dass der Wandel in der Hand von jedem von uns liegt“, aber eben auch nur dort. Angesichts der weltweiten Machtverhältnisse und der daraus folgenden Unfähigkeit der Politik ist dies die einzig verbleibende, aber eben leider auch äußerst bescheidene Hoffnung. Denn auf allzu viele dürfte zutreffen, wie Huhu sagt: es „funktioniert leider nicht mit den Menschen auf der jetzigen Evolutionsstufe“.

    Wie bescheiden nimmt sich die Zahl der wenigen Einsichtigen unter den 83 Millionen Einwohnern Deutschlands aus im Verhältnis zu einer Überzahl, die weiterhin fasziniert ist von den Errungenschaften materiellen „Wohlstands“? Global gesehen sind wir aber noch viel unbedeutender angesichts der vielen Menschen in bevölkerungsreichen Ländern (v.a. in China und Indien), die endlich auch einmal all diese Errungenschaften erfahren wollen. Macht und Einfluss hin oder her, jene aufstrebenden Gesellschaften mit ihren Milliarden Menschen schaffen einfach Fakten und werden sie weiterhin schaffen. Diesen Menschen muss man die „Vorteile“ dieser Errungenschaften gar nicht durch aufwändige Werbekampagnen schmackhaft machen. Denn durch das Internet erfahren sie sowieso, wie gut wir hier angeblich leben.

    Welch eine Augenwischerei, Anmaßung und Selbstüberschätzung ist es da angesichts der schieren Zahlenverhältnisse, wenn Politiker wie die Bundeskanzlerin Entgegenkommen und Verbesserungen, gar eine Reform des Systems versprechen. Ein System kann ohnehin nicht von innen heraus reformiert werden. Denn die einem System innewohnenden Regeln schaffen und stabilisieren genau dieses System, aber eben kein anderes. Ein System kann daher nur aufgegeben und durch ein anderes ersetzt werden.

    Wahrscheinlich ist es eine Frage von großen Zeiträumen, bis die gegenwärtigen Systeme durch neue und hoffentlich intelligentere Systeme ersetzt werden. Dass die verschiedenen Regionen der Welt mit ihren höchst unterschiedlichen Kulturen und Gewohnheiten plötzlich durch die Globalisierung so rasch und so schnell einander näher gerückt sind, ist ein atemberaubendes Tempo, das die Menschen schlicht überfordert. Denn normalerweise gehen die Evolutionsfortschritte auf der Erde wesentlich langsamer vor sich. Gemessen daran dürfte es sogar ziemlich unbedeutend sein, wie wichtig sich die gegenwärtig Handelnden fühlen und wie einflussreich die Mächtigen. Wenn sie nicht gleich alles verwüsten und in die Luft sprengen, dürfte es mindestens Jahrhunderte dauern, bis man von so etwas wie einem weltweiten Konsens auch nur in Teilbereichen, die für den Fortbestand der Menschheit wichtig sind, sprechen kann.

    • Kein Mensch wird konkret behaupten können wie die Zukunft aussehen wird …. auch nicht die Wissenschaft !!!!! Es sind Vermutungen, die auf Annahmen aufbauen. Ob China, USA oder andere Konstruktionen die kommende Weltmacht sein wird, hängt nicht nur von Militär- Finanzmacht, sondern auch von der Wahrnehmung ab.

      Ich bin der Überzeugung, dass der Mensch „das Böse“ anschauen muss, damit er versteht und nicht in Angst gebracht oder gehalten werden kann. „Das Böse“ muss im Verborgenen arbeiten, ansonsten wäre es erkannt und wirkungslos.

      Eine einseitige grausige Wahrnehmung wäre folgendes Bewußtsein:

      Nehmen wir mal an, dass der Mensch im Leben durchschnittlich 100 Einheiten Schafffenskraft (SK) hat. In den ersten und letzten Jahren seines Lebens liegt die SK bei Null. Die SK in den Lebensjahren 25-50 sind deshalb besonders wertvoll. Der Wert einer Bevölkerung wird daran bemessen und in Kennziffern bewertet und als Wertpapier (z.B. Staatsanleihen) gehandelt. Natürlich nicht offiziell, aber in der Länderbewertung fließen diese Dinge in die Kreditbewertung (AAA bis Ramsch) ein. Aus dieser Logik ergibt sich eine Arbeitsteilung weltweit bezüglich des „Wertstoffes Mensch“. Welche Länder sind besonders Fruchtbar, welche Länder haben das am meisten ökonomisch angepasste Erziehungssystem und welche Länder besitzen die beste digitale Infrastruktur, intakte Umwelt, Bodenschätze usw….
      Wenn diese Welt nach diesen Aspekten wahrgenommen wird, dann wird die Menschheit für wenige auserwählte Menschen zum „Rohstoff“ und im Laufe der Zeit verfeinert, verbessert, angepasst und kostengünstig „produziert“. Aufkeimender Widerstand wird durch Frühwarnsysteme auf Grundlage empierischer Datenerhebung im biologisch-chemischen Bereich kontrolliert.

      Diese Form und Art „bösartiger Strukturen“ dürfen natürlich nicht erkannt werden …. dafür wird viel unternommen. Die „KLIMAWANDELPOLITIK“ steht symptomatisch dafür und ist bestens geeignet für Verwirrung auf allen Ebenen zu stiften.

      Wenn die Menschheit aber hinter der physischen (Untergangs)Welt eine geistigen (Schöpfer)Welt nicht nur erahnen, sondern erleben und diese in richtiger Weise einordnen kann, d.h. das Geistige als Tatsache sieht, dann ist schon der erste Schritt getan. Ich möchte hier auf AXEL BURKART verweisen, der hier eine Menge zu berichten hat.

    • Gute Beschreibung, Freischwimmer, des Bösen und seines Schattendaseins, das eben durchaus keines ist. Das Böse erkennen, egal wo und wie es sich versteckt, das war ja zu allen Zeiten das Anliegen kluger Menschen, die auf der Suche nach der Wahrheit erst einmal die Realität erkennen müssen, ohne sich etwas vorzumachen. Und so, wie Sie es beschreiben, funktioniert es auch, ohne dass man in hoffnungslose Depression verfallen muss: So wie man dem Bösen ständig neue perfide Einfälle zutrauen kann, wie Sie sie sich ausmalen, so kann man auch sich selbst und anderen zutrauen, dass man neue, positive Wege findet. Dazu muss man sich neue Möglichkeiten der Wahrnehmung sowohl des Negativen als auch des Positiven erschließen, die jeder für sich finden kann, davon bin ich überzeugt. Es kann ja auch gar nicht anders sein. Denn trotz aller Katastrophen, Gewalt und Unterdrückung, die es in der Menschheitsgeschichte gab, ist diese Welt bislang nicht untergegangen, sondern auch nach schrecklichsten Zeiten ging es immer irgendwie wieder weiter. Und deshalb, ich wiederhole mich, glaube ich auch nicht daran, dass es denen, die uns heute so mächtig und bedrohlich erscheinen, wirklich gelingt, uns anderen alle (ALLE, das muss man sich mal vorstellen, 7.500.000.000 Menschen!) in die völlige Bedeutungslosigkeit zu verdrängen, wenn nicht zu vernichten. Und es ist ja dafür gesorgt, dass sie sich das mit dem Vernichten gründlich überlegen müssen, wollen sie sich nicht selbst ihre immer gute Laune vermiesen. Denn wie lebt es sich denn, wenn man die anderen atomar ausgelöscht hat, in der dann verseuchten Welt? Wie chic shoppt es sich in einem verseuchten Paris? Wie chillig kann man abhängen auf einer verwüsteten Südseeinsel in einem vermüllten Meer? Und wo nimmt man die vielen, vielen willigen Arbeitskräfte her, die man doch braucht, um nicht selbst arbeiten zu müssen, wenn man alles, alles an sich gerafft hat, so dass für die nichts mehr übrig bleibt, was man ihnen zur Belohnung bieten könnte?
      Ja, Herr Felix Feistel: „Das bedeutet, dass der Wandel in der Hand von jedem von uns liegt.“ Und je weiter man sich unabhängig macht von den Machtstrukturen der Politik und der Wirtschaft, desto weniger muss man sich ihnen unterordnen und kann eigene Wege finden, die für einen gangbar sind. Man bewahrt sich die dazu nötige Phantasie, zu der man hingegen im Zustand der Unterordnung und Unterdrückung nicht mehr fähig ist.

    • Es gefällt mir, das Gesprächsfeld mehrdimensional zu erleben, um an die eigentlichen Gefühle zu kommen, sprich an das Bewußtwerden der menschlichen Existenz. Jede Art von Ängsten haben einen erheblichen Anteil von Irrationalität. Alles hat seine zwei Seiten und der Mensch ist der Domteur dieser Kräfte. Das zu erkennen ist inneres Wachstum.

  7. In den 1960/70er Jahren war eine klassische Umweltschutzbewegung in den USA aktiv. Diese soziale Bewegung war dominiert von weissen Aktivist*innen aus der Mittelschicht. Die Themen Gleichheit und Soziale Gerechtigkeit wurden selten thematisiert. Ebenso war die Tatsache, dass arme Menschen und People of Color erheblich größeren Umweltrisiken ausgesetzt waren und sind, kein Thema der Bewegung. Die afroamerikanische Civil Rights Movement war währenddessen noch vor allem mit den Kämpfen um Grundrechte vollauf beschäftigt.
    Die deutsche Klimagerechtigkeitsbewegung entstand aus Debatten in der globalisierungskritischen Bewegung nach dem G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm.

    Im gleichen Jahr wurde Schellnhuber während der G8- und EU-Ratspräsidentschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum wissenschaftlichen Chefberater der Bundesregierung in Fragen des Klimawandels und der internationalen Klimapolitik ernannt, nachdem Schellnhuber mit nicht weniger einverstanden war, als Klimaberater der Kanzlerin zu werden. Seit 1992 ist er eines der neun Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) und steht seit 1994 dem WBGU als Vorsitzender oder stellvertretender Vorsitzender vor. Er ist Direktor des von ihm 1992 gegründeten Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und langjähriges Mitglied des Weltklimarats (IPCC).

    Was für ein seltsamer Zufall.

    Wenn man den Klimawandel nicht nur im Rahmen des herrschenden Systems bekämpfen will, dann sollte man sich sicher sein, dass es nicht die Zentren der Macht waren die diese Warnungen und Drohungen propagandistisch vorbereitet und begleitet haben, dazu noch mit einer fadenscheinigen CO2 Begründung. Die geht so: die bösen CO2 Moleküle lassen fast alle Sonnenstrahlung durch aber werfen dann wie kleine Spiegel einen großen Teil der von der Erde emittierten Wärmestrahlung punktgenau wieder zur Erde zurück. Dabei heizen sie sich auf, aber ihre eigene Wärmestrahlung verstrahlen sie nicht rundum, sondern schicken diese genau in Richtung Erde und sonst nirgendwohin. So raffiniert sind noch nicht einmal Laserpointer.

    Es ist natürlich richtig an die Ursachen der Umweltzerstörung zu gehen und die absolute Fixierung der Wirtschaft auf kurzfristige Gewinnmaximierung und stetiges Wachstum anzuprangern. Mit einer CO2 Steuer wird allerdings nicht auf die Konzerne gezielt, sondern auf die besitzlosen Klassen.

  8. Dass alles und jedes missbraucht wird, ist einsichtigen, selbstbestimmenden Menschen schon seit eh und je bekannt. Auch, dass es der Missbrauch, die Instrumentalisierung ist, das es zu erkennen und abzulehnen gilt und nicht das Gute, um das es geht, wie friedliches Zusammenleben der Menschen untereinander, Schutz der Umwelt vor schädigenden Einflüssen und anderes mehr. Dies ist für alle Menschen mit gesundem Menschenverstand, und diesen geht es auch um Gleichwertigkeit und Allgemeinwohl, eine Selbstverständlichkeit.

    Bei der ganzen Hysterie um die Umwelt/Klima-Thematik geht es ganz offensichtlich meist um Ablenkung von den Umweltproblemen wie auch von anderen wichtigen Problemen, um Rechtfertigung eigenen Fehlverhaltens und auch um eitle Selbstinszenierung und nicht um echte Sorge um die Umwelt. Diese ist in einem sehr schlechten Zustand und gilt es zu schützen ob man den Klimawandel nun als ganz, teilweise oder gar nicht menschengemacht betrachtet oder nicht.

    Wenn daraus unter anderem Notstandsgesetze konstruiert werden, so ist das genauso ein Missbrauch den es zu bekämpfen gilt wie den gängigen jedoch unbeachteten Missbrauch der etablierten Friedens-, Menschenrechts-, Umwelt- und ähnlicher Organisationen, Bewegungen, Stiftungen, PR-Agenturen und dergleichen mehr für machtpolitische Zwecke und zur Lenkung und Überwachung der Bevölkerung (Michel Foucault).

    Bekannt sind die Gegner, mit denen man es dabei zu tun hat. Es sind seit eh und je immer die gleichen: All jene welche sich vor Veränderungen, vor Schmälerung ihres Einflusses, ihrer Privilegien und Macht fürchten. Dies nicht nur in oben genannten Bereichen, sondern in allen Bereichen des Lebens. Weiter ist gewiss: Freiwillig werden sie ihre Macht nicht abgeben, denn Macht wird NIE freiwillig vermindert und schon gar nicht abgegeben. Für dessen Erhalt wird vor nichts zurückgeschreckt.

    Bisher wurden alle konstruktiven gesellschaftlichen Veränderungen «erfolgreich» verhindert. Ausbeutung, Zerstörung der Umwelt und anderem mehr konnte keinen Einhalt geboten werden. Heute, wo einiges in Bewegung gerät, bietet sich zumindest die Möglichkeit für konstruktive Veränderungen an. Und weil man solche Möglichkeiten nicht oder noch nicht kennt heisst dies noch lange nicht, dass es sie nicht, eventuell gar zu Hauf, gibt. Existiert nur das was ich kenne und nicht auch die Wege welche ich nie beschritten habe?

  9. Die leidbringende Finanz-Kriegs-Ökonomie überrollt im sogenannten höheren Auftrag alles was an Lebendigkeit noch vorhanden ist. Jeden Tätigen in der Finanz-Kriegs-Ökonomie wurden Hörner aufgesetzt, die sie selbst nicht sehen wollen oder einfach nur ignorieren. Jeder Griff nach dem berühmten Strohalm, um ihr Dasein und Lebenssinn zu rechtfertigen wird in großen Buchstaben und Tönen in die Welt posaunt.

    Liebe Mitbürger!

    Seht nur wie schick die digitale Welt sein kann und wie toll es ist als Kunde im Welt-Supermarkt einzukaufen. Alles hat seinen Preis, selbst die Liebe, das Vertrauen, die Treue und natürlich die eigene Gesundheit, Erziehung und Bildung müssen eingekauft werden. Nur wer bezahlen kann ist ein guter Mensch. Alte, Kinder, Schwache und Behinderte können ihre Zahlungsunfäigkeit durch Arbeitseinsatz gegen Kost und Logie einbringen. Das sie weniger komfortabel leben versteht sich von selbst, denn sie sind keine Leistungsträger. Sie sehen wir haben ein Herz für arme Menschen.

    Überall gibt es Experten, die Ihnen sagen in welche Richtung gedacht wird, wie ein jeder sich verhalten muss und das was nicht gesagt werden darf, denn die Zeiten sind schlecht. Unsere Experten-Scouts sind wirklich kluge Menschen, denn auf alles haben sie eine Antwort und komplizierte Sachzusammenhänge werden in hervorragender Weise auswendig und fehlerfrei ausgesprochen. Wenn alle das gleiche vortragen, dann muss es ja stimmen.

    Schuldig macht sich der, der widerspricht und nicht im Chor mitsingen möchte. Das ist unsozial. Für Menschen die unsere Sicherheit gefährden, kann und darf es keinen Platz geben. Sie sind der globalen Gemeinschaft unwürdig. Einsicht ist ihnen fremd und nur durch harte Maßnahmen zu regeln. Unsere Sicherheit, d.h. unser aller Wohl ist im Glauben auf unsere Experten gegründet, die von der Finanz-Kriegs-Wirtschaft hohe Auszeichnungen erhalten haben.

    Gegenüber dem normalen Menschenverstand gilt es größtes Misstrauen zu entwickeln, das ist dunkles Mittelalter und könnte schlafende Urgewalten wecken, denn das können wir uns nicht leisten und es ist ausgesprochen gefährlich.

    Präventive Eingriffe werden derzeit von einer Spitzen-Experten-Kommission besprochen. Wir denken über bargeldloses Bezahlen, über Schutzimpfungen, über digitale Vernetzung und Kontrolle, über Geschichtsveränderung, über Märchen für Erwachsene, über vertrauensbildene Maßnahmen, über Schuldsysteme, über elternlose Erziehung und individueller Betreuung nach.

    Auch wenn Angst und Krieg unser Geschäft ist, wollen wir dies nicht. Wir wollen nur, dass sie uns ihr kostbares Vertrauen schenken. Unser Krieg steht für Frieden und Sicherheit. Machen sie mit und seien sie ein wertvoller Mitbürger.

    Ihre Experten der FKÖ
    Finanz-Kriegs-Ökonomie

    • Der (mir sympathische) Kommentar ergibt gleich 3 Minus-punkte.
      Sie dürfen ab jetzt nicht mehr Bahnfahren und Flüge sind schon mal gar nicht drin.
      Das soziales Punktesystem lässt für Sie nur eines zu – sozialer Abstieg!

      Nach 1984 kommt 2024!

    • 🙂
      ….. wie kann ich meine Verfehlung ausgleichen?
      Was muss, nein ich meine natürlich was darf ich tun. Ich möchte ein wertvoller Mensch sein.

  10. Jene, die den Polsprung überlebt haben, also das was sich als Klimawandel ankündigt und im Polsprung seinen Orgasmus findet, werden in der Natur sitzen, kurz reflektieren und sich erzählen:
    „weißt du noch, als es immer heißer wurde, wir Fußballfelder große Wälder in Minuten gerodet, mordende Militärs in der Welt mit Rohstoffen versorgt, Konsum-Artikel und Rohstoffe Milliarden Male um die Erde mit Schiffen transportiert haben, aber eines und zwar das Wichtigste nicht erkannten?“
    „Ja“, wird der andere Mensch sagen,“ ich weiß es noch genau. Schade eigentlich, es hätte viel früher viel schöner, vor allem leichter sein können“ und manifestiert scheinbar aus dem Nichts zwei Attakama-Kakao für beide, einfach so.

    Ist es doch die pure, nackte und erbarmungslose Angst, die in jedem, wohl gemerkt jedem Menschen sitzt. Eine Angst der Verzweiflung ohne sich bewusst zu sein, woher sie stammt. Die Reaktion, das sogenannte Handling dieser unbarmherzigen Angst ist Gewalt. Und Gewalt hat so viele Formen wie es Farben gibt, unendlich viele.

    Dem sogenannten Klimawandel ist es völlig Jacke wie Hose, ob der Mensch die Natur vergiftet oder nicht. Alle Planeten in unserem Solarsystem sind von diesem Wandel betroffen und erwärmen sich. Nicht überall sind Scheuklappen-beschränkte Ho(r)mo Sapiens Sapiens vertreten und doch tut der Mensch noch immer so, als ob er die höchste Instanz wäre und alles beherrschen müsste.

    Der Wandel ist Veränderung und der Mensch, wozu alle Milliarden von Menschen zählen, will seinen eigenen Bewusstseinswandel nicht vollziehen. Da hilft kein „Los jetzt, Hintern hoch, auf geht’s“ animieren. Der Mensch wird, wie die letzten Male auch, rigoros zum Wandel gezwungen.

    Es braucht kein aufforsten von Wäldern, es genügte ein stoppen der Fußballfeld großen Waldflächen-Rodungen jede Minute. Nur wie soll das gehen und wozu soll es gut sein? Wir können nicht soviel nachforsten wie zerstört wird. Wirkungsvoller wäre das sofortige stoppen der Rodung. Und genau hier beginnt die Zwickmühle. Niemand kann den Bewusstseinswandel vollziehen, wenn er/sie die Knarre in die Hand nimmt und jeden terminiert, der aktiv Rodung betreibt. Es bleibt Gewalt. Mit Liebe konfrontiert steigt weder der Bäume rodende Arbeiter vom Truck, noch wird ein Vorstandsvorsitzender den Stop befehligen. Und wozu auch das Stoppen ohne Holz, ohne Strom, ohne all die vielfältige Technik ist der Mensch dem Untergang geweiht. Liebe züchtet der Mensch Affen-Embryos, wie in China aktuell, als zu erkennen, dass die DNA die Hardware, der Geist aber die Software ist.

    Den eigentlichen Bewusstseinswandel hat der Mensch noch gar nicht geistig erfasst. Die spirituelle Bewegung ergießt sich in wirkungsfreien Nebenspielplätzen, die Naturfreunde jaulen um jeden Grashalm und die Struktur orientierten ergeiffern sich gegen die Herrscher und dem ausbeutenden System. Die Friedensfreudigen einmal außen vorgelassen, denn Gewalt-frei gehört zum Bewusstseinswandel dazu.

    Der Kern des Bewusstseinswandels ist die Erkenntnis, dass wir einen Cargo-Kult ungeahnten Ausmaßes betrieben haben. Gepeitscht und getrieben von einem fast tödlichen Gefühl der Machtlosigkeit, sprang der Mensch in den Morast der Technologie. Und wer jetzt sich ertappt an den Gedanken von „Handy und Co.“ hat es noch immer nicht verstanden. Die erste Technologie die der Mensch aus Verzweiflung erschaffen hat, war die Sprache. Danach kam das Rad und dann der Rest.

    Wenn eine Spezies sich entwickelt, so durchläuft es alle Bewusstseinsstufen. Jedes Baby zeigt es uns eindringlich und unübersehbar. Wobei, wir haben es ja übersehen. Sogenannte Trauma-Experten sind so beschäftigt Traumata zu erforschen, um ihr eigenes Trauma zu „heilen“ und übersehen, dass hypnoide Phasen, genau jene Phasen sind, die jede Spezies durchläuft. Als Ausnahme-versessene Spezies übersehen wir gerne: oben wie unten, innen wie außen, ganz wichtig aber im Kleinen wie im Großen.

    Die Bewusstseinsstufen Delta, Theta, Alpha und Beta sind Entwicklungsstufen und die nächste Stufe steht seit einiger Zeit vor der Tür. Einmal durchgedacht (Beta) und es macht Sinn.

    Wenn geistige Wesen, geistig alles managen, erschaffen, regulieren, manifestieren … tun (Theta, nicht verwechseln mit Greta 🙂 ) und dann in ein Zeitalter der Materie getreten werden (letzter Polsprung), passiert genau was? Richtig, die Spezies erschafft sich künstliche Fähigkeiten, weil sie es geistig nicht mehr können. Der nächste Schritt ist dann? Die Verschmelzung von Beidem. Beispiel: Wer telepatisch kommuniziert braucht wie viele „Handys“ genau im Leben?

    Die künftige Welt wird eine andere sein, heute noch als utopisch verweigernd verteufelt, nach dem Polsprung aber Realität. Zumindest für jene, die mutig waren und sich darauf vorbereitet haben. Und damit sind nicht Prepper gemeint. Die Zukunft braucht andere Fähigkeiten.

    Wo liegt die Lösung? Möge jeder der wahrhaftig mehr „kann“ als das Weltbild erlaubt vortreten, sich öffentlich zeigen und es wird einen Ruck geben, ungeahnten Ausmaßes.

    • Wow!
      Aber „vortreten weil mehr können“ geht in der momentanen Welt nicht. Die sperren dich weg, du kriegst nen Psiram-Artikel und hast nichts bewirkt. Lieber still und leise die unmittelbare Umgebung verändern und warten, dass es automatisch wächst.

      Wie das Bewusstsein Wirklichkeit schaltet:
      youtube.com/watch?v=lVhFhR_lSdw&t=10s

  11. :::“Der Wandel müsste so tief greifend sein, dass an seinem Ende eine Gesellschaft steht, die sich komplett von unserer heutigen unterscheidet“:::

    Dazu ein Video: „Rettet den Boden! Florian Schwinn spricht über unsere wichtigste Lebensgrundlage“
    https://youtu.be/_NrDGMIs5TQ

    Es klingt wirklich wunderbar und es wäre absolut wichtig, sofort mit einem (Bewusstseins-) Wandel zu beginnen, bevor es zu spät ist. Es wird ja schon solange darüber geschrieben & darauf gewartet und es gibt Tausende von machbaren Methoden um einen lebenswerten Wandel weltweit zu bewirken.

    Ich befürchte nur sehr stark, dass es nicht möglich sein wird. Tut mir sehr Leid…

    Wo sollen – gerade derzeit – genug willige Menschen herkommen, die bereit sind, dabei mitzumachen, sich sehr einzuschänken, sehr viel zu arbeiten, vieles aufzugeben, Unbequemlichkeiten und Einbußen ertragen und so weiter und so fort?

    Ich sehe das nicht so wirklich, viel eher sehe ich, wie viele Menschendie Notwendigkeit eines Wandels nicht sehen UND ihn in ihrem privaten Bereich auch direkt hintertreiben, bzw. sabotieren. Fängt ganz klein schon beim Einkaufs- und Fahrverhalten an…

    Aber es ist noch viel schlimmer:
    Die entsetzliche Boshaftigkeit derer, die uns gerade 5G und Künstliche Intelligenzen aufzwingen wollen, ein wahnwitziges System, das sämtliches Leben auf dem Planeten, Mensch, Tier und Pflanzen derart schädigen kann, dass es das Wort Leben nicht mehr verdient.

    Dazu die Kontrolle des Weltraums und der Tiefsee, furchtbare Waffensystem keineswegs nur fürs Museum, sondern bereits für den unmittelbaren Gebrauch vor unser aller Augen und vielleicht bald auch direkt auf uns, um uns alle auszurotten.

    Menschengemachter Hunger, Krankmachende, menschenfeindliche Pharmakologie und widernatürliche Massenernährung, Wettermanipulation, Atom, überbordende Technologie, verantwortungslosester Umgang mit Finanz und Handel, Genmanipulation, dazu absolute Igoranz und Ausbeutung von Flora & Fauna…

    und was es jetzt noch so alles an absolut lebens-feindlichen uind lebens-ablehnenden Erscheinungen gibt, die in dieser extremen Form noch niemals so da gewesen sind.

    Formen, die allerdings keineswegs vom Himmel gefallen sind, sondern von bösartigsten Menschen-Feinden erdacht wurden, ganz real hier mitten zwischen uns….

    das man sich fragt, ob diese wahnwitzigen Menschheits-Feinde eigentlich ein Herz haben und noch zu Gefühlen fähig sind.

    Oder wie sie sich diese schlimmsten aller schlimmen Dinge nicht nur ausdenken, sondern auch ganz real umsetzen und ernsthaft befürworten können?

    Wie soll man denn mit diesen verrückten Wahn-Sinnigen – und es scheinen viele zu sein – einen Wandel bewirken???

    Kann man ersthaft davon ausgehen, dass ausgerechnet diese vielen, vielen Typen (soll man die Menschen nennen?), die uns hier offensichtlich alle vernichten wollen, einen derartigen Umschwung erleben, dass sie ihren entsetzlichen Wahnsinn vergessen und einem Wandel s.o. zustimmen? Wäre es möglich, sie zu irgendwie überzeugen und wie soll das gehen?

    Ich will nicht so negativ denken und auch nicht den guten Artikel oben zerschreddern, sorry.
    Mich treibt eher die Verzweiflung, Angst und Unsicherheit vor einer höchst vagen Zukunft und der große Wunsch, einen Ausweg aus dem Desaster zu finden, in dem wir uns jetzt schon befinden und das leider absolut noch steigerbar ist.
    Tut mir sehr Leid!

  12. Der Autor erkennt sehr richtig, dass der Kapitalismus mit seiner Mechanik des steten Wachstums (Profitmaximierung) das Uebel der Zerstörung des Paneten ist (ich gehe bewusst nicht auf seine Idee des menschengemachten Klimawandels ein, Foristen bei Kenfm kennen meinen Standpunkt dazu). Was ich vermisse ist eigentlich die Konzequenz zu ziehen aus seiner Analyse:
    Geburtenkontrolle!
    All das was den Planeten in seiner bzw. seiner Mitbewohner Zukunft zerstört, wird um das Mass reduziert, was die Menschen erreichen mit einer Reduzierung ihrer Nachkommenschaft.
    Fuer eine Geburtenkontrolle weltweit!
    Dass wir den Kapitalismus zerstören muessen und mit ihm die Blutsauger und Herrscher des Systems steht dabei ausser Frage. Wie das, was entstehen soll hernach genannt wird, ist eine andere Frage. Man erkennt leicht an versch. Kommentaren hier, dass der Begriff *Kommunismus* diskreditiert ist.

    • Ist ja alles schön und gut mit der vom System (Club of Rome) propagierten Geburtenkontrolle.

      Aber wie passt das zu Folgendem (auch vom System gewünscht)?
      Zitat: Die religiöse Debatte um Abtreibungen lenkt davon ab, dass Frauen in den USA als Reproduktionssklavinnen missbraucht werden sollen.
      rubikon.news/artikel/der-wahre-grund

    • Moin, Hera, mit dem Hinweis, dass Geburtenkontrolle vom System propagiert wird soll dieses Vorhaben erschlagen werden? Ich habe das leider nicht lesen können beim Club of Rome, meine Lektuere ist asbach uralt (Dennis Meadows).
      Aber das spielt auch keine Rolle bei der Betrachtung. Der Kapitalismus benötigt auf Grund seines immanenten Drucks der Profitmaximierung immer mehr und grössere Absätze/Absatzmärkte. Das geht nun einmal nur mit immer mehr Menschen. Das andere Element ist, dass mehr Menschen den Druck vermindern gegenueber dem Kapitalisten in Auseinandersetzungen z.B. um mehr Lohn oder bessere Arbeitsbedingungen; d.h. es steht immer eine Reserve bereit, um streikende Arbeiter zu ersetzen. Also so gesehen ist eine Bevölkerungsreduzierung ganz und gar nicht systemimmanent.
      Zu dem Zitat aus rubikon:
      “ Chris Hedges zeigt auf, was tatsächlich dahintersteckt: Ein kapitalistischer Unternehmerstaat, der Frauen mit allen Mitteln zur Reproduktion zwingen will.“ (aus dem Vorwort des rubikon Artikels)
      Da muss ich nichts hinzufuegen, das entspricht genau meiner Ansicht und ist ueberhaupt kein Widerspruch zu meinen Ausfuehrungen.

      mfG

    • Moin Hog 🙂

      Jetzt hab ich verstanden, was du die ganze Zeit meinst, von wegen Geburtenkontrolle. Und da geb ich dir auch völlig recht, SO hatte ich das nie gesehen! Hatte nur immer diesen gruseligen Club of Rome (Prinz Philip: „ich würde gern als Virus wiedergeboren werden, um die Weltbevölkerung zu reduzieren“) im Kopf.

      Hier istn WDR-Ausschnitt zu dem Thema Club of Rome+Überbevölkerung. Die machen voll die Panik.
      youtube.com/watch?v=k7pdVELRMuY
      Und diese Panik, obwohl wir mit Urzeitcode und freier Energie viele Probleme lösen könnten.

  13. Sehr schöne Utopie am Ende des Artikels. Die Idee vom uneigennützigen Individuum hatte schon jemand. Heißt Kommunismus. Hat nur einen Haken, den habe ich damals im Osten schon erkannt, funktioniert leider nicht mit den Menschen auf der jetzigen Evolutionsstufe.

    • hmmm … irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Kapitalsmus auch nicht mehr so richtig funktioniert … und jetzt?

    • Robert 🙂

      Überspringen wir einfach den Kommunismus, der ja nur eine Vorstufe sein sollte zu:
      Anarchie (altgr. ἀναρχία anarchía ‚Herrschaftslosigkeit‘, von ἀρχία archía ‚Herrschaft‘ mit verneinendem Alpha privativum) bezeichnet einen Zustand der Abwesenheit von Herrschaft. Er findet hauptsächlich in der politischen Philosophie Verwendung, wo der Anarchismus für eine solche soziale Ordnung wirbt.

      Das Kernproblem ist Macht!

    • Die Synthese aus Kapitalismus und Kapitalismus (China) funktioniert.
      Jetzt braucht sich nur noch die Kulmination Kapitalismus abschaffen,dann ist
      der Weg frei fuer die totale,weltweltweite Ueberwachung und Planwirtschaft aller Ressourcen.
      (A Stable Strategic Order (Anm. DWB: Da der Begriff NWO inzwischen schon zu “belastet” ist, hat man sich passenderweise einen neuen kreiert…)
      Hegel’sche Dialektik eben:
      Aus der These (Kommunismus) und Antithese (Kapitalismus) wird die Synthese kreiert ,bis die Widersprueche
      in der Synthese so gross werden,dass aus der Synthese wieder eine These wird .
      Jedes System war zu seiner Zeit das Beste .

      Das Krisen-Tagebuch des Peer Steinbrück*
      In einer der vielen internationalen Sitzungen, in denen wir über die Finanzmarktkrise und ihre Folgen brüteten, schob mir meine französische Kollegin Christine Lagarde einen Zettel zu. Darauf stand: „Der Unterschied zwischen Kapitalismus und Kommunismus: Im Kommunismus werden die Banken erst verstaatlicht, und dann gehen sie bankrott. Im Kapitalismus gehen die Banken bankrott, und dann werden sie verstaatlicht. Treffen Sie Ihre Wahl.“ Das war für mich einer der wenigen Momente der Erheiterung in der hochangespannten Zeit seit Ausbruch der Finanzkrise im Sommer 2007.

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