Tagesdosis 7.9.2019 – Kindesmissbrauch – Massenmedial vermarktet oder verantwortungsvoll veröffentlicht?

An einem einzigen Tag füllen drei herausstechende Kindesmissbrauchsfälle die massenmedialen Blätter. Die grundsätzlichen Fragen werden jedoch nicht gestellt.

Ein Kommentar von Christiane Borowy.

Am 5.9.2019 wurde ein Urteil im Fall von Kindesmissbrauch in Lügde gesprochen, am 3.9.2019 wurde das erste Mal berichtet, dass der Fußballprofi Christoph Metzelder kinderpornografische Bilder verbreitet haben soll und in Berlin steht seit dem 5.9.2019 ein Ex-Feuerwehrmann wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht. Seitdem wird in den Massenmedien minütlich bis täglich über Kindesmissbrauch geredet – ohne allerdings dabei etwas Wesentliches zu sagen.

Lügde – Berlin – Metzelder

Das Urteil des Landgerichtes Detmold (1) im Falle des Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde (3)(2,4,5,6) scheint ein Vorstoß auf dem Gebiet der Pädokriminalität zu sein, in dem die Opfer des hundertfachen Kindesmissbrauchs in mindestens 32 Fällen scheinbar Gerechtigkeit erfahren. Zwei der Hauptangeklagten sind zu hohen Haftstrafen und anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt worden. Doch es bleibt ein fader Nachgeschmack. Viele der Opfer können zu ihrem Recht gar nicht kommen, weil der Fall verjährt ist. (7) Polizei und Jugendämter stehen in der Kritik. Sie sollen Hinweisen auf die Hauptverdächtigen zunächst nicht nachgegangen sein, Beweismittel sollen verschwunden, beziehungsweise nachträglich geändert worden sein (8).

In den Mainstream-Medien war am 3.9.2019 ein prominenter Fall von möglicher Pädokriminalität in den Blickpunkt gerückt: Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Fußballspieler Christoph Metzelder (9), weil er kinderpornographische Bilder verbreitet haben soll (10). Am 5.9.2019 findet ein Prozess wegen jahrelangen Kindesmissbrauchs durch einen Ex-Feuerwehrmann große mediale Beachtung. Kindesmissbrauch, wohin das mediale Auge blickt. (15) Was ist da los? Ist das eine Entwicklung, die eine Krise aufzeigt oder ist es vielmehr Ausdruck eines gesellschaftlichen Wandels in eine ungute Richtung? Kann man das noch in Ordnung bringen? Wenn ja, wie? Das sind allerdings Fragen, die in den Medien nicht gestellt werden, die dort aber übergreifend thematisiert gehören.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Kindesmissbrauch ist ein ernstes und sehr emotionales Thema. Es ist wichtig, dass möglichst viele Medien darüber informieren. Doch wie es medial aufbereitet wird, oder eben auch nicht, wird diesem Thema meist nicht gerecht und schürt hauptsächlich Emotionen wie Wut, Hass und Angst, denn jeder, der Kinder hat oder mal eines war, kann sich sofort das unermessliche Leid vorstellen, das den Kindern selbst und den betroffenen Eltern widerfahren ist. Wenn Medien massenhaft diese Gefühle schüren, stellt sich jedoch die Frage, was sie damit erreichen wollen. Werden die Opfer geschützt? Wird weiter aufgeklärt? Wer wird zur Rechenschaft gezogen? Sind es „nur“ Einzeltäter, die psychisch gestört sind oder entspricht die mediale Präsenz des Themas einem sich rasch ausbreitenden Massenphänomen?

Auffällig ist dabei, dass das Thema Kindesmissbrauch zwar beinahe gleichzeitig in den Massenmedien auftaucht, jedoch völlig getrennt voneinander behandelt wird. Es werden kaum Querverweise gegeben, oder übergreifende Analysen erstellt, obwohl es dasselbe Thema ist. Das ist ungewöhnlich, besonders da sich die Veröffentlichungsweise sehr stark ähnelt, was besonders bei der Berichterstattung über Metzelder auffällt.

Die Bild-Zeitung, die zuerst berichtet hat und seit dem 03.09.2019 täglich über ihn berichtet, bringt um 22:19 Uhr (9) einen Bericht, der nur auf die Vita von Metzelder eingeht und darauf, dass er als Kandidat für das Amt des DFB-Präsidenten galt, nachdem sein Vorgänger Grindel zurückgetreten war, dass er als Schalke-Vorstand im Gespräch war, aus beiden Positionen aber nichts wurde und er stattdessen seinen Trainerschein macht und als Experte in der ARD auftritt. Um 22:20 Uhr, also nur eine Minute später, titelt Bild: „Kinderpornografie-Verdacht. Die Fahnder holen Metzelder aus der Sportschule“ (10).

Interessant ist das vor allem deshalb, weil andere Medien das ähnlich gemacht haben. Die Zeitung „Der Westen“ beispielsweise: Erst titelt sie am 4.09.2019: „Christoph Metzelder: Das macht der Ex-Nationalspieler heute“ (12). Hier geht es ebenfalls um Erfolge, vor allem aber um die Darstellung der Stiftungen, für die sich Metzelder engagiert hat: Allesamt zeugen von großem Engagement im Bereich Jugend. Das ist natürlich pikant, wenn dann nur einen Tag später am 5.9.2019 die Zeitung titelt: „Christoph Metzelder: Jetzt spricht ein früherer Weggefährte“. Gemeint ist Reiner Calmund, der sich geschockt zeigt (13). Ein zentraler Gesichtspunkt in der Berichterstattung ist das Aufzeigen, dass Metzelder aufgrund des Verdachtes bereits jetzt schwere Konsequenzen zu tragen hat. Obwohl er die Berichterstattung der Bild-Zeitung in der Sendung „Maischberger“ kritisiert, gibt auch der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki zu Bedenken, welche starken Konsequenzen allein der Verdacht der Verbreitung kinderpornografischer Bilder für das berufliche und private Leben von Metzelder hat. (14)

Die Verantwortung der Medien

Der massenmediale Tenor lautet: Es ist schwer, Pädokriminalität aufzudecken, es kann Jahre dauern, doch wenn es ans Licht kommt, dann wird Gerechtigkeit hergestellt und mit allen Mitteln durchgegriffen, also Sonderkommissionen eingerichtet, Opferschutz gewährleistet und jedem geringen Verdacht nachgegangen.

Stimmt das? Wie sicher können wir uns sein, dass das Thema Kindesmissbrauch in der Politik und im Rechtsstaat geächtet ist? Oder handelt es sich um ein für die Massenmedien sensationelles, emotional aufrührendes und damit gut zu vermarktendes Thema?

Das Medienforschungsprojekt „Swiss Propaganda Research“ hat im Januar 2019 einen Beitrag mit Arbeitsmaterialien zum Thema „Geopolitik und Pädokriminalität“ veröffentlicht (16). Darin heißt es:

„Geostrategische Machtstrukturen erfordern effektive Führungsinstrumente. Eines der wirkungsvollsten Führungsinstrumente ist seit jeher die Erpressung, und die ultimative Form der Erpressung beruht insbesondere in westlichen Ländern auf der Involvierung in Pädokriminalität.
Tatsächlich deuten verschiedene Untersuchungsverfahren und Opferaussagen, aber auch sabotierte Ermittlungen und ermordete Zeugen auf eine potentiell einflussreiche Rolle pädokrimineller machtpolitischer Elitennetzwerke in Europa und den USA hin. […]
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwiefern pädokriminelle Elitennetzwerke eine zentrale transatlantische Führungsstruktur seit dem Zweiten Weltkrieg gebildet haben, zumal inzwischen diverse personelle Berührungspunkte zu Politik, Militär und Geheimdiensten belegt sind.
[…]
Etablierte transatlantische Medien berichten – von Ausnahmefällen abgesehen (s.u.) – kaum zeitnah und investigativ über diese Thematik. Dabei ist zu bedenken, dass diese Medien zumeist in dieselben geopolitischen Machtstrukturen eingebunden sind wie die fraglichen Akteure selbst.
[…]
In vielen Fällen waren Kinderheime oder Kinderhilfswerke direkt oder indirekt in die pädokriminellen Netzwerke eingebunden; in anderen Fällen wurden die Kinder aus Problemfamilien rekrutiert oder durch Entführungen beschafft.“

Das wirft natürlich ein ganz anderes Licht auf das Thema Kindesmissbrauch und wirft Fragen auf. Wie konnte es beispielsweise passieren, dass die Polizei und das Jugendamt in Lügde über Jahre die Ermittlungen behindert haben? Sind diejenigen, die wir wählen und bewundern, die Vermögenden und die Mächtigen vielleicht doch nicht so toll? Ist der Film „The Wolf of Wall Street“ doch realer als man denkt und eine Schau der Dekadenz einer Macht- und Führungselite anstatt Einzelfälle von psychisch gestörten Menschen?

Anstatt minütlich und täglich über Kindesmissbrauch zu berichten, sollten Medien beginnen, investigativ zu forschen, ob es sich um eine Krise von Einzelpersonen handelt oder um ein strukturelles Problem.
Ich sage es gleich: Das macht keinen Spaß und ich rate jeder privaten Einzelperson davon ab, sich in dieses Thema zu vertiefen. Die Bilder sind schrecklich, die Zusammenhänge und die Täter größtenteils unfassbar. 
Die Aufgabe der Aufgabe und der Kontrolle der herrschenden Meinung liegt hier bei den Medien. Sie haben die Aufgabe, Politik und Gesellschaft zu hinterfragen und über das zu berichten, was nicht gesagt werden darf.

Die Verantwortung des Einzelnen

Was der einzelne Mensch, also die Privatperson allerdings angesichts solcher Gewalt sehr wohl tun könnte, ist zum einen, Mainstream-Medien zu hinterfragen. Doch es gibt noch eine andere, grundlegendere Möglichkeit und die lautet Eigenverantwortung. Der Konflikt- und Gewaltexperte Rüdiger Lenz (17) weist darauf hin, dass der einzelne dadurch Gewalt verhindern kann, dass er auf den Feind im Inneren achtet. Das klingt unbequem, ist es auch. Es geht darum, nicht dabei zu bleiben einen Feind im Äußeren zu bekämpfen, zum Beispiel den Vergewaltiger, den Kinderschänder, den Mörder, sondern sich auf die Kämpfe zu konzentrieren, die im Inneren stattfinden. Bitte nicht verwechseln: Übertragen auf Kindesmissbrauch ist nicht gemeint, dass man nicht rechtlich gegen Pädokriminalität vorgehen sollte. Doch vielleicht kann man selbst auch einen Beitrag dazu leisten, Pornoindustrie zu einem Verlustkonzept zu machen, indem man sich selbst fragt:

Wie viele Pornos habe ich in meinem Leben schon gesehen? Finde ich Kinder als Topmodels nicht auch sexy? Das ist etwas anderes? Sicher? Wenn man in Bezug auf seine eigene Erotik zum reinen Konsumenten von pornoindustriellen Produkten wird, hat man eine Entscheidung getroffen. Wenn man zur Prostituierten geht, hat man ebenfalls eine Konsumentscheidung getroffen. Klar, man hat sich damit noch nicht an Kindern vergangen. Vielleicht gefällt einem auch insgeheim, dass mal die reichen Fußballbonzen einen draufkriegen und man weidet sich heimlich an dem Horror der schrecklichen Nachrichten. Es gibt viele menschliche Abgründe. Es ist unbequem, diese zu integrieren, aber es könnte sich lohnen.

Das eigene Konsumverhalten in Sachen Erotik zu überdenken kann dann ja vielleicht dazu führen, dass man die Erfahrung von erfüllter Sexualität oder wahrer Liebe macht. Vielleicht stellt sich sogar ein Gefühl von echter Freiheit ein, wenn man keinen Sex hat, der hauptsächlich den Vorschriften eines kompletten Industriezweiges folgt und der so langweilig und unlebendig ist, dass er immer wieder eine Steigerung braucht, einen weiteren Kick. Da ist der Weg zur Kinderpornographie nicht mehr so weit wie es eigentlich dem Selbstbild entspricht.

Wir tragen durch unser Konsumverhalten zu einer besseren Welt bei. Das hilft auch unseren Kindern.

Quellen:

  1. http://www.lg-detmold.nrw.de/behoerde/presse/Luegde-Prozess/index.php
  2. https://www.tagesschau.de/inland/urteil-luegde-101.html
  3. https://www.spiegel.de/panorama/justiz/luegde-lange-haftstrafen-fuer-missbrauch-auf-campingplatz-a-1285343.html
  4. https://www.zeit.de/gesellschaft/2019-09/luegde-prozess-hohe-haftstrafen-und-sicherungsverwahrung
  5. https://de.wikipedia.org/wiki/Missbrauchsfall_L%C3%BCgde
  6. https://www.radiolippe.de/nachrichten/missbrauchsfall-in-luegde.html
  7. https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/aktuelle-stunde/video-missbrauchsprozess-luegde-nicht-alle-opfer-wurden-beruecksichtigt-100.html
  8. https://www.spiegel.de/plus/luegde-behoerdenversagen-bei-kindesmissbrauch-was-muss-sich-aendern-a-00000000-0002-0001-0000-000165695574
  9. https://www.bild.de/sport/fussball/fussball/christoph-metzelder-vize-weltmeister-vater-und-stiftungsgruender-64404438.bild.html
  10. https://m.bild.de/bild-plus/sport/fussball/fussball/kinderpornografie-verdacht-razzia-bei-christoph-metzelder-64402176,view=conversionToLogin.bildMobile.html
  11. https://www.spiegel.de/panorama/justiz/christoph-metzelder-die-vorwuerfe-die-ermittlungen-die-reaktionen-a-1285217.html
  12. https://www.derwesten.de/sport/fussball/christoph-metzelder-das-macht-der-ex-nationalspieler-heute-id226984533.html
  13. https://www.derwesten.de/sport/fussball/christoph-metzelder-kinderpornografie-das-ist-der-aktuelle-stand-id226982793.html
  14. https://www.daserste.de/information/talk/maischberger/videos/maischberger-die-woche-video-136.html
  15. https://www.morgenpost.de/berlin/article226998255/Feuerwehrmann-aus-Berlin-gesteht-Kindesmissbrauch-Sexueller-Missbrauch-eingeraeumt.html
  16. https://swprs.org/geopolitik-und-paedokriminalitaet/
  17. http://nichtkampf-prinzip.de/infos/ruediger-lenz/index.html

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: ESB Professional/ Shutterstock

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26 Kommentare zu: “Tagesdosis 7.9.2019 – Kindesmissbrauch – Massenmedial vermarktet oder verantwortungsvoll veröffentlicht?

  1. "Anstatt minütlich und täglich über Kindesmissbrauch zu berichten, sollten Medien beginnen, investigativ zu forschen, ob es sich um eine Krise von Einzelpersonen handelt oder um ein strukturelles Problem."
    Diese Monopolmedien, sind doch Teil des Problems! Die werden den Teufel tun und investigativ werden… nicht bei Kindesmissbrauch, auch nicht bei 9/11, Klima, Flüchtlingen, Kriegen, DU-Munition, Geldsystem usw.usf…
    Im Klartext: der transatlantische Wertewesten ist verrottet und verkommen bis in die letzte Faser. Seine Protagonisten sind kriminell, korrupt, verdorben, Macht- und Geldgeil ohne Ende. Es ist nur noch eine Giftbrühe und um das zu ändern, müsste schon sehr viel passieren…
    Klar, jeder fängt bei sich selbst an. Das lasse ich mir auch nicht nehmen, auch wenn der Trend zu noch mehr Konsum geht, zu noch größeren Autos (SUV-Verkaufszahlen so hoch wie nie), jeder muss in die Ferien fliegen weil Nord- oder Ostsee ist ja nicht hipp, nicht mal Italien reicht mehr, wenn dann muss es schon…. nur noch krank das alles.
    Pädophile, hochkriminelle, zutiefst kranken Menschen lenken die Geschicke der (westl.) Welt und völlig gehirngewaschene, verblödete Völker lassen das zu und betteln die Pädophilen um noch mehr von der vergifteten Brühe.
    Es ist zum verrückt werden!

  2. Die These, dass Pornokonsum zwangsläufig zur menschenverachtend- egomenen Pädophilie führen müsse, ist weitestgehend barer Unsinn.
    Es ist eine alte, von sexualfeindlich christlich- konservativen Kreisen schon seit ewigen Zeiten in propagandistische Absicht verbreitete Verschwörungstheorie ähnlich der von der sexuellen Verführungskrat des „Leibhaftigen“ auf die für dessen Erotik empfänglichen „Weiber“.

    Das (folgende) Gleichnis trifft die Sache ev. nur teilweise: Aber….
    Wer sehr gerne im Garten arbeitet, wird deswegen noch lange nicht zum sadistischen „Karotten-Folterer“, der andere mit Karotten quält und seine egomanen Triebe nur aufgrund seiner deshalb „gefährlichen“ (und deshalb zu reduzierenden) Gartenarbeit ausleben kann.

    • Nachtrag:
      Vorsicht: Es ist eine uralte kirchlich (!) -christlich – reaktionäre Psychostrategie, die menschliche Sexualität wo es irgend geht, in Verbindung zu bringen zu inhuman kriminellem oder sadistischem Verhalten. (Auf die Gründe dafür gehe ich der Kürze halber jetzt nicht ein).
      Sicher gibt es unmenschlich egoman – psychopatisches Verhalten. Und wegen des Triebcharakters mag es bei der Sexualität auch etwas häufiger vorkommen. Aber ich behaupte mal , es töten und misshandeln Menschen auch noch aus einer Reihe anderer Motive. Vielleicht genauso häufig aus „Macht- pornografischen“ oder „Geld- pornografischen“ Gründen.
      Aber das wird doch alles schon seit (gefühlten) Jahrhunderten diskutiert.

    • @little Louis:
      Ich denke dahin will die Autorin dieser Zeilen gar nicht. Aber was ist denn Pornografie mehr als passiver Konsum mit "Kick"?! Es dockt an den Trieben an, sofort stellt sich ein biochemischer Prozess im Körper des Voyeurs ein und "man" ist zu / dicht / abgelenkt / … – Drogenartig – …
      Was hat Pornografie mit Liebe zu tun, mit Achtsamkeit, Zärtlichkeit, im Kontakt sein, mit Rücksicht, mit Einfühlungsvermögen?…
      Pornografie ist einfach Konsum.
      Darüber sollte man sich im Klaren sein.
      Genug Menschen sind auch hoffnungslos Porno- bzw. Sexsüchtig.
      So eine Sucht macht den Menschen zu einem armen Sklaven seiner eigenen Triebe.
      Nicht erstrebenswert.
      Da hilft auch alles Rechtfertigen nichts.

  3. Der für mich wichtigste Satz in Christiane Borowys Text ist das Schweizer Zitat: „Geostrategische Machtstrukturen erfordern effektive Führungsinstrumente. Eines der wirkungsvollsten Führungsinstrumente ist seit jeher die Erpressung, und die ultimative Form der Erpressung beruht insbesondere in westlichen Ländern auf der Involvierung in Pädokriminalität…“ Das Buch „Tranceformation of America“ (deutsch im Mosquito Verlag) deckt diese Zusammenhänge detailliert auf, und das in meinem Verlag erschienene Buch „Der Himmel bleibt offen – Heilung und Integration extremer Missbrauchserfahrungen“ schildert dieselbe Vernetzung. Die Unvorstellbarkeit des bestens vernetzten Geschehens für „Normalbürger“ ist dabei der beste Schutz der Täter. Wir sind diesbezüglich wie Schafe, die sich einfach nicht vorstellen können, dass es jemandem Spaß macht, Lämmer zu fressen. Ein weiteres hilfreiches Buch hierzu: „Was ist bloß mit ALex los“ von Pauline Frei und Sabine Marya.
    Gleichzeitig kann das perverse Geschehen sowohl im kommerziellen und rituellen Zusammenhang wie auch der ungemein häufige „private“, meist familiäre Missbrauch nur gestoppt werden, indem die Opfer, statt zu Tätern zu werden und die Linie weiterzuführen, ihre enormen Schädigungen heilen und so die Fortsetzung unterbrechen. Denn zu diesen Dingen sind nur Menschen fähig, die selbst stark traumatisiert sind, so wie ein „Kampfhund“ nicht natürlicherweise, sondern durch Traumatisierung entsteht. Daher das wichtige Buch der Betroffenen Sandra Rasch „Bevor du aufgibst – Heilung von rituellem Missbrauch und anderen schweren Traumatisierungen“, das im Oktober erscheint.
    Wir MÜSSEN uns diesem Thema stellen, denn dieses Täternetzwerk ist das mächtigste der Welt.

    • Ja, für mich auch. Und darin vor allem die Formulierung „seit jeher“. Alle Wege führen nach Rom.

    • Wir MÜSSEN uns diesem Thema stellen… Ja das müssTen wir doch schon seit Jahrzehnten. Der Fall Dutroux – der weiße Marsch – und nix hat sich geändert.

      In der ARD Doku „Höllenleben“ sagen die Opfer einen entscheidenden Satz „Ihr kennt die Täter alle aus Film und Fernsehen“. Diese Fälle wurden damals von der Kripo Bielefeld (oder Gütersloh?) ermittelt und Lügde ist da geographisch ziemlich dicht dran.

      Wer soll diesen Sumpf denn aufdecken, wenn die, die aufdecken müssten, darin verwickelt sind?

    • Sie haben so recht!
      Ich habe selbst Missbrauchserfahrungen und musste Jahrzehnte durch die Hölle gehen. Heute bin ich weitestgehend geheilt (soweit das möglich ist) ich weiß wovon sie sprechen, wenn sie sagen, die Linie muss unterbrochen werden. Ich habe sie unterbrochen, weil ich mich damit konfrontiert habe (starke Gewalterfahrungen die ganze Kindheit hindurch. Von einem Vater, der selbiges erlebte aber nie die Möglichkeit hatte, sich dem zu stellen, es anzuschauen, zu verstehen -soweit als möglich- zu heilen, zu verzeihen).
      Nun bin ich Vater einer 8jährigen Tochter. Ich gehe achtsam mit ihr und auch mit mir um und versuche insgesamt achtsam zu sein im Kontakt mit Menschen. Meine Tochter hat keine Gewalterfahrungen, weder körperlich noch seelisch. Zumindest nicht mit mir und ja, ich kann nicht perfekt und immer gerecht sein, ich bin kein Übervater.
      Die Pädophilie zu stoppen bedarf aber mehr. Der Westen insgesamt in verrottet und pervertiert. In jeder Beziehung. Dieses System marschiert mit jeden Schritt mehr in die Abartigkeit und Perversion. Wie kann man das stoppen? Die, die die Macht in den letzten 40 Jahren inne hatten müssen alle vor Gericht gestellt werden, auch die Richter und Gerichte, kriminell sind sie alle. Es ist allgemein bekannt was für schlimme Verletzungen sie auf der ganzen Welt verursacht haben. Allein sie bekommen keine Strafe, diese Strafe wäre überfällig!

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/dagmar/' rel='nofollow'>@Dagmar</a> Neubronner: meine Antwort war auf ihren Beitrag bezogen.

  4. Es ist interessant, dass sehr sehr oft die Prostitution mit anderen Unverhältnissen verglichen wird ( s. Bertrand Russel), die offenbar noch schlimmer, erniedrigender, menschenverachtender sind. Am Ende bleibt dann das Gefühl, „na ja, Prostitution ist nicht das Gelbe vom Ei, aber immer noch besser als…“

    Ich habe schon lange das Gefühl, dass es für die meisten Männer schlicht unvorstellbar ist, dass etwas, dass ihnen Geilheit, Spaß und Erleichterung bringt,die Seele des Gegenübers zutiefst schädigen kann. Ich habe immer wieder von Männern gehört, dass sie überzeugt davon sind, das das Gegenüber mindestens neutrale (weil alles ja „freiwillig“ ist), aber wahrscheinlich sogar ebenfalls genußvolle Gefühle hat während der Erfüllung des Kaufvertrages.

    Die ehrlichste Aussage eines Mannes zu diesem Thema habe ich von einem Therapeuten aus meinem Bekanntenkreis gehört, der gesagt hat: „Wenn die Männer, die diese Dienste in Anspruch nehmen, fühlen würden, welchen Schaden sie in der Seele der Frau anrichten – über dieses Leben hinaus, würden sie es nicht tun.“

    Das dürfte reichen, um zu verstehen, dass auch zwei Übel nebeneinander her existieren können und es keine Verharmlosung durch Vergleiche braucht.

    PS. Ich spreche hier bewußt von der weiblichen Prostitution, zu der jede Frau kollektive emotionale Zugänge hat.
    Mit der männlichen Prostitution geht es mir wohl wie den Männern, ich kann es nicht wirklich verstehen und nachfühlen.

    • Oh, dieser Kommentar hat mit der Tagesdosis nichts zu tun. Er sollte eigentlich als Anmerkung zu Tonys Beitrag ( ganz unten) erscheinen. Sorry!

    • Sie wollen Russell „Verharmlosung durch Vergleich“ unterstellen? Wenn der ganze zitierte Absatz so gelesen wird, wie er dasteht und er nicht uminterpretiert bzw. zerstückelt wird im Dienste eines Vorurteils, dann ist das kaum möglich.
      Es geht um den Vergleich der Auswirkungen durch wirtschaftliche Verhältnisse, den Hinweis auf die „Unverhältnisse“ – (wirtschaflicher Art) vor Ehe und Prostitution. Zum Verständnis dafür genügt allerdings nicht ein individualpsychologischer Blick. Ein soziologischer Vergleich zwischen Ehe und Prostitution muss außerdem feststellen, dass die Prostitution Teil der Subkultur ist, was man von der Ehe (noch) nicht sagen kann. Übrigens sind in der (kommerziellen) Ehe in der Regel nicht nur die Eltern sondern auch deren Kinder von den „Verhältnissen“ betroffen – im Gegensatz zur (kommerziellen) Prostitution.

    • Ergänzung:

      ….im Dienste eines Vorurteils oder einer Argumentationslinie, die man beabsichtigt….

    • @ Tony

      Ich finde den Text gut von Bertrand Russell, den Sie zitiert haben.
      Und er (und Sie) haben natürlich Recht mit der Kritik an der „Institution“ Ehe.
      Daß offenbar soviel Prostitution, Pornografie und ähnliches „gebraucht“ wird, hängt ja damit auch ganz eng zusammen.

      Aber es wäre mir schlüssiger gewesen, wenn er diese zwei Themenkomplexe in Beziehung gesetzt hätte, also dargelegt hätte, wie sich sich gegenseitig bedingen, anstatt sie zu vergleichen im Sinne einer Wertung von schlimm und noch schlimmer.
      Aber vermutlich ist das aus einem Buch und vielleicht spannt er da ja einen größeren Bogen??!

      Außerdem hat es mich auch an viele Verharmlosungen im Zusammenhang mit Prostitution erinnert, die ich immer für unangebracht halte.

      Man könnte sagen, dass mich im besten Fall die Phrasen, die vor allem Männer dreschen, um Prostitution zu verharmlosen, langweilen, im schlimmsten Fall machen sie mich sehr wütend. Denn wenn man genau hinhört, ist es meist nur eine Form der Selbst- Absolution, der keine ernsthafte Auseinandersetzung voraus gegangen ist.

      Jetzt sind wir aber weit abgekommen vom eigentlichen Inhalt der Tagesdosis.
      Bin gespannt, wann uns der ganze kranke Laden um die Ohren fliegt.

  5. Zuerst dachte ich der Fall Epstein wäre angesprochen. Dann aber wird eine hirnrissige Story daraus, welche suggerieren soll, Jeder der Pornos konsumiert ist auf dem besten Weg zum Kinderschänder. Stimmt, die Filme der Pornoindustrie sind meistens dämlich. Was ist aber mit den ganzen privaten Menschen, welche freiwillig und ohne finanzielle Interessen sich im Internet beim Sex präsentieren? Auch alles Menschen auf dem Weg zu Kinderschändern und welche die sich dies anschauen sowieso? Wenn ich solchen Blödsinn lese, bekomme Angst vor solch vermeintlich guten Menschen.

    • Komm ein bißchen runter, Muthbürger.
      Es gibt nicht immer nur schwarz/weiß. Im Text wird dazu angeregt, das eigene sexuelle Verhalten unter die Lupe zu nehmen und dadurch mehr Bewußtheit in diesen Lebensbereich zu bringen.
      Das kann man aus dem Text raushören, wenn man will.

      Es gibt einen Text von Barry Long, der nicht zu übertreffen ist in seiner Aktualität:

      „Das ist die größte Tragödie aller Zeiten: Ursache des meisten Unglücks auf der Welt ist, dass Männer und Frauen tatsächlich vergessen haben, wie man körperlich liebt.
      Dieses Vergessen hat sich über viele Jahrtausende so verschlimmert, dass es nun zu einer Tragödie für die gesamte Menschheit geworden ist.

      Das grundlegende Leiden der Frau, ihre beständige Unzufriedenheit, entsteht, weil der Mann sie nicht mehr körperlich erreichen kann. Ihre emotionale Maßlosigkeit, ihre Depression, ihre Frustration, sogar prämenstruale Spannungen und die Zustände, die zu Hysterektomie und anderen Gebärmutterproblemen führen, sind auf das sexuelle Versagen des Mannes zurückzuführen, der während des Liebesaktes ihre feinsten und tiefsten weiblichen Energien nicht zu sammeln oder freizusetzen vermag. Diese unglaublich schönen und göttlichen Energien sind intensiv und exquisit, und wenn sie in der Frau unerschlossen bleiben, entarten sie zu psychischen und emotionalen Störungen und verfestigen sich schließlich zu physischen Anomalien.
      Der Schoß gebiert alle Dinge.

      Das grundsätzliche Leiden des Mannes, seine ständige Rastlosigkeit, entsteht, weil er vergessen hat, wie man liebt, und dadurch seine ursprüngliche göttliche Autorität aufgegeben und die sexuelle Kontrolle über sich verloren hat. Seine emotionale oder psychische Degenerierung äußert sich in Sexbesessenheit, Jeder Mann, ohne Ausnahme, ist sexbesessen . Das bedeutet zwanghaftes sexuelles Phantasieren, chronisches Onanieren- auch wenn er mit einer Partnerin zusammenlebt- Unterdrückung der Sexualität, was zu Wut und Gewalt führt, und universelle Symptome wie Arbeitswut und die Jagd nach Geld. Arbeitswut und die Jagd nach Geld kompensieren , dass er ein untauglicher Liebhaber ist und sind bei beiden Geschlechtern Dckmäntelchen für die Unfähigkeit zu lieben oder dir Furcht vor der Liebe. Durch seine Vernachlässigung der Liebe leidet der Mann an vorzeitiger Ejakulation, Schuldgefühlen, Ängstlichkeit, Selbstzweifeln, Impotenz, sexueller Verkümmerung, die sich als sexuelles Desinteresse maskiert, sexueller Abstinenz aufgrund von unterdrückter Versagensangst, sexueller Angeberei und Mangel an wahrem Wissen. All das mutet er der Frau zu und verschlimmert damit ihre grundlegende Unzufriedenheit und seine eigen Unruhe“
      Aus “ Sexuelle Liebe auf göttliche Weise“ von Barry Long

      Nicht alles, aber vieles würde ich unterschreiben aus diesem Text.

      Die ganzen Wichsfilmchen und ähnliches Spielzeug (Menschen eingeschlossen), das ist in etwas so : Ich kann kein Lied spielen auf dem Klavier, dann drück ich halt nur eine Taste, dass ich wenigsten das Gefühl hab, ich habs versucht.
      Irgendwie immer eine Ausrede dafür, dass man keine Lust hat, das Wesen der Sexualität wirklich zu ergründen.

      So, Muthbürger, jetzt darfst du mich steinigen!

    • @ Daliah8

      „Das größte unterentwickelte Land der Welt liegt in der Psyche erfolgreicher Männer.“ Sam Keen. Feuer im Bauch. Über das Mann-Sein.

      Der Rat eines Freundes an Sam:
      „…zwei Fragen muß sich jeder Mann stellen: Die erste heißt: Wohin gehe ich? Und die zweite: Wer geht mit mir? Wenn du diese Reihenfolge durcheinander bringst, kommst du in Teufels Küche.

      Daliah8, welchen Mann wollen Sie? Denjenigen, der diese Reihenfolge durcheinander bringt, oder denjenigen, der sie befolgt?

      Ich nehme Sie beim Wort: „Der Schoß gebiert alle Dinge.“

      Sam Keen: “ Es ist kein Wunder, daß die Hindu-Philosophen DIE FRAU sowohl mit May-Illusion – als auch mit Hege und Pflege identifizieren. Ihr Körper ist unser erstes Informationssystem. Wenn die Mutter warm und sinnlich ist und uns gern an uns drückt, dann lernen wir, daß die Welt von verläßlichen Armen gehalten wird, die uns niemals fallenlassen. Wenn sie nervös und ängstlich ist, lernen wir, daß die Welt gefährlich ist…In ihrer Eigenschaft als Mutter übt DIE FRAU enorme Macht über uns aus, auch wenn wir längst erwachsen sind. Denn das Wesentliche vermittelt sie uns ganz ohne Worte. Da sie uns formt, bevor wir Sprache verstehen, bleibt ihr Einfluß unserem erwachsenen Bewußtsein verborgen. Ihre Lehren bleiben in unserem Inneren ähnlich wie Suggestionen, die man in Hypnose aufgenommen hat…Der dritte Aspekt der FRAU ist die unwiderstehliche erotisch-spirituelle Kraft. Sie ist der Magnet, und die Männer sind die Eisenspäne…Einst..waren Männer wie Frauen überzeugt, daß alles, was fließt, sich ausdehnt und wieder abebbt, in der Macht einer weiblichen Gottheit stand – der zu- und abnehmende Mond, der Gezeitenstrom mit Ebbe und Flut und der an- und abschwellende Penis. … Aber aus der Göttin wurde Gottvater…Seither wird bei uns der Mann als aktiv und DIE FRAU als reaktiv definiert. Dementsprechend haben wir nie eine Sprache entwickelt, die der erotisch-spirituellen Macht der FRAU gerecht wird. In der Mythologie des Ostens sind die Vorstellungen über die Eigenart der Geschlechter genau entgegengesetzt. Das weibliche Prinzip wird als aktiv angesehen und das männliche als reagierend, empfänglich. Bei Menschen, Löwen und anderen Mitgliedern des Tierreichs sendet das Weibchen seine Lockstoffe…aus…und bestimmt damit die Reaktion des Männchens. Der Mann mag vielleicht glauben, daß er es sei, der den Anstoß gibt, aber ihre sexuellen Düfte (die Pheromone) und ihr phantasienweckendes Äußeres bewirken, daß er handelt…Sie verkörpert den göttlichen Eros, dessen Macht ihn zu ihr hinzieht. Wie Joseph Campbell dargelegt hat*, bezeichnet das Wort Schakti in der Mythologie der Hindus die Energie oder aktive Kraft einer männlichen Gottheit, die sich in seiner Frau verkörpert. >>Jede Frau ist die Schakti ihres Mannes und jede Geliebte die ihres Liebhabers. Beatrice war Dantes…Das Wort bezeichnet ganz allgemein die weibliche spirituelle Stärke, wie sie sich z.B. im Glanz des Schönen manifestiert oder ganz elementar in der Macht des weiblichen Geschlechts, Reaktionen beim männlichen Geschlecht auszulösen.>>
      „…Wenn wir in Rechnung stellen, daß die meisten >zvilisierten> Männer ihre Erfahrung der Macht der FRAU als Göttin, Mutter und erotisch-spiritueller Reiz unterdrücken, lassen sich die Gründe, die in der Geschichte der männlichen Grausamkeit gegenüber Frauen eine Rolle spielen, besser verstehen.

      Ja, es gibt nicht nur schwarz/weiß, und ohne Betrachtung AUCH der gesellschaftlichen, sozialpsychologischen, historischen und kulturellen Hintergründe – allein nur mit einem individualpsychologischen Blick – kann eigentlich nur schwarz/weiß sehen.

      Der Schoß gebiert alle Dinge: Auch Paare wie Mao und seine Frau, die Frau des albanischen Diktators, die Frau des rumänischen Diktators, um nur ein paar Beispiele der jüngeren Geschichte zu erwähnen – Schaktis ihrer Männer.

    • @ Daliah8

      PS:

      „….und ähnliches Spielzeug..“ schreiben Sie.

      Die Verhältnisse in der Ehe (wie sie schon Kant beschrieb) und in der Prostitution reflektieren die gesellschaftlichen Verhältnisse. In einer Gesellschaft im Modus des Habens statt des Seins, des Besitzens und der Nutzenmaximierung von Totem wie Lebendigem ist nicht viel Spielraum für SEIN und LIEBE. Lebenspartner benutzen sich gegenseitig; Prostituierte und Freier benutzen sich gegenseitig. Spielzeug eben.

    • @ Tony

      Das Buch „Feuer im Bauch“ scheint mir eine lohnenswerte Lektüre zu sein :))

      Die Themen, die Sie „aufmachen“ , sind so umfangreich, dass es eigentlich keinen Anfang und kein Ende gibt.
      Aus der Textpassage, die ich vorhin von Barry Long zitiert habe, habe ich einen kleinen Passus weggelassen, den ich im vorigen Zusammenhang nicht als notwendig erachtet habe. Jetzt aber:

      „Dieses Vergessen hat sich über viele Jahrtausende so verschlimmert, daß es nun zu einer Tragödie für die gesamte Menschheit geworden ist. Das bedeutet, dass nur der einzelne Mann oder die einzelne Frau eine Chance haben, dies zu korrigieren. Es kann keine Massenlösung geben. Das Problem ist zu persönlich und zu tief. Jeder muss es alleine schaffen, oder es ist gar nicht zu schaffen.“

      Ich denke, bezüglich der Sexualität verhält es sich wie mit allem, was uns gerade herausfordert.
      Wer anfängt, sich mit Politik auseinanderzusetzen, muss alles vergessen, was er jemals darüber für wahr gehalten hat und tief einsteigen in die Recherche.
      Wer anfängt, die öffentlich rechtlichen Medien zu hinterfragen, kommt nicht umhin, dass sein ganzes bisheriges Verständnis über den Haufen geworfen wird.
      Wer anfängt, das Geld- /Bankensystem zu hinterfragen, wird erleben, dass alles, was er bislang geglaubt hat, zu einem Haufen Nichts wird.

      Den gleichen Aufwachprozess braucht es auch in der Sexualität, wenn wir zu unserem wahren sexuell-spirituellen Potential (meiner Meinung nach gehören diese zwei Themenbereiche untrennbar zusammen) zurückfinden wollen.
      Das heißt eigentlich alles über Bord werfen, was wir glauben, was Sexualität ist, was wir glauben, über sie zu wissen usw.

      Im Moment sind nur erst wenige dazu bereit.
      Viele Männer nicht, weil sie Angst haben, dass dann von ihrer Identität nichts übrig bleibt.
      Viele Frauen nicht, weil Sie meist unbewußt Angst haben vor der Kraft ihrer eigenen, ungelebten Sexualität.

      Das alte Lied: die Angst vor dem Leben pervertiert unser Leben.

  6. Ich weiß ich sollte mich aufregen. Ich sollte doch eigentlich vor Wut schäumen, meine Augen brennen und mir kochende Galle zum Hals raus schießen. Aber das tut es nicht. Ich glaube auch nicht das ich abgestumpft bin, denn sonst würde ich mich nicht schämen, dass ich eben nicht so wütend bin, wie ich es sein müsste – hoffe ich.

    Warum wundert ihr euch noch? Ich bin 30 und höre seit mindestens 20 Jahren immer wieder von Vergewaltigung und Missbrauch im TV. Was die Nachrichten nicht liefern machen Spielfilme und Serien. Selbst in einer Simpsons-Folge sagt Homer sinngemäß: ,,…und obwohl ich Bart würgte, ein Kind missbrauchte, wurde es zu einem running-gag.“ Es ist also wieder mal nichts neues.

    Geht man noch weiter in der Geschichte zurück so muss man eben auch feststellen, das es tatsächlich eine Trennung von Kirche und Staat gibt. Eben genau bei diesem Thema. Gibt es dafür eine gesetzliche Grundlage dem mutmaßlichen Täter selbst Beweise für seine Unschuld liefern zu lassen, über seine Aussagen und Zeugen auf die er sich beruft hinaus? Kinderhandel ist in Tahiti nach wie vor an der Tagesordnung. Sachsensumpf vergessen. Edathy vergessen. Ribery vergessen. Berlusconi vergessen. Der kleine Junge aus (Aachen war es glaube ich) der „vermietet“ wurde, vergessen. Kinder in Kriegsgebieten vergessen. Thailand usw usw usw vergessen.

    In Deutschland können finanzielle Schulden erst nach 30 Jahren verjähren, wenn man die nötigen Mittel ausschöpft. Das sagt doch eigentlich schon alles aus, was man über eine Gesellschaft wissen muss und erklärt mir jetzt direkt nochmal warum ich so „abgestumpft“ bin.

    Klar muss auch der Tatverdächtige geschützt werden, bis er eindeutig überführt ist, denn sonst wird er nie wieder wirklich Fuß fassen können. Kachelmann und Assange werden das auf ewig mit sich herumtragen müssen.

    Doch was will man von einem konsumgesteuerten, auf Ablasshandel basierenden Lebensraum erwarten. Menschen die zusehen wie andere Kinder f….. haben sowieso kein Problem damit ihr eigenes Gehirn f….. zu lassen. Ein Geldschein ist quasi auch nur noch ein Stent zum offen halten aller Kanäle, die medial so tagtäglich „gereinigt“ werden müssen. Hauptsache die Farbe des Stent darf man sich noch aussuchen und wer ihn einsetzt.

  7. Ja geil, da haben sie sich ja was vorgenommen.
    Gibt es denn etwas verklemmteres, als die von christlichen Werten hergeleitete militärisch disziplinierte Subkultur.
    Kein Wunder das es zu solchen Verirrungen kommt. Weiber soll man nicht begehren heißt es im Sexten Gebot.
    Auch wenn man es heute nicht mehr ganz so diskriminierend ausdrückt, entschuldigt hat man sich bisher nicht.
    Offenbar findet man mit Vagina nur Anerkennung, wenn man Maria heißt und vom heiligen Geist befallen wird.
    Andere fühlen sich sogar zu noch mehr Perversität veranlasst und schneiden an den Geschlechtsorganen von Kindern herum.
    Keine Teezeremonie, kein Kamasutra, keine Massage mit happy end..
    Sex ist in dieser Gesellschaft asozialisiert.
    Das gilt auch für die Beherrschung demonstrierenden Pornoerzeugnisse.
    Das es da wahrscheinlich nichts gibt, was gesellschaftliche tragfähig wäre, kommt nicht von ungefähr.

  8. Das Wichtigste wird gar nicht erwähnt.
    Wie kann man den missbrauchten Kindern – heute Erwachsene – sofort und vollumfänglich das Leben erleichtern, um es einigermaßen erträglich zu machen?
    Natürlich achten die kriminellen Seilschaften und ihre Unterstützer gern darauf, dass alle Straftaten auch verjährt sind.
    Sollte es aber tatsächlich einen Staat geben, dem das Wohl seiner Staatsbürger wichtig ist, wäre es diesem egal ob die Taten verjährt, die Täter unbekannt sind usw.
    Wiedergutmachen – sofort – so gut es geht.

  9. Was in den meisten Artikeln zum Thema relevant ist, das ist hier zitiert:

    „Geostrategische Machtstrukturen erfordern effektive Führungsinstrumente. Eines der wirkungsvollsten Führungsinstrumente ist seit jeher die Erpressung, und die ultimative Form der Erpressung beruht insbesondere in westlichen Ländern auf der Involvierung in Pädokriminalität.
    Tatsächlich deuten verschiedene Untersuchungsverfahren und Opferaussagen, aber auch sabotierte Ermittlungen und ermordete Zeugen auf eine potentiell einflussreiche Rolle pädokrimineller machtpolitischer Elitennetzwerke in Europa und den USA hin. […]
    Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwiefern pädokriminelle Elitennetzwerke eine zentrale transatlantische Führungsstruktur seit dem Zweiten Weltkrieg gebildet haben, zumal inzwischen diverse personelle Berührungspunkte zu Politik, Militär und Geheimdiensten belegt sind.“

    Interessanter als der Verweis auf die private Verantwortlichkeit und die kursorische individualpsychologische Referenz zum privaten Konsumverhalten bezüglich der Sexproblematik und der Pornoindustrie wäre eine Analyse des Satzes von Kant (sinngemäß) „Die Ehe ist eine Institution zur gegenseitigen Handhabung der Geschlechtsteile“ auf der einen Seite und der hier relevanten historischen Tradition von Staat und Kirche mit ihren „Berührungspunkten zu Politik, Militär und Geheimdiensten“ auf der anderen Seite (nicht erst seit dem zweiten Weltkrieg). Das wäre auf der politischen sowie sozialpsychologischen und sozialkritischen Ebene der zitierten Quelle und würde diese sinnvoll ergänzen.

    „Die einzig wertvollen menschlichen Beziehungen sind in gegenseitiger Freiheit verwurzelt, bei der es weder Herrschaft noch Sklaverei, keine Bindung außer Zuneigung und keine wirtschaftliche oder konventionelle Notwendigkeit gibt, das Gesicht zu wahren. Eines der schrecklichsten Dinge im Mammonismus ist seine Art, die Beziehungen zwischen Mann und Frau zu zerstören. Die Nachteile der Prostitution sind allgemein erkannt, aber so groß sie auch sein mögen, die Auswirkungen der wirtschaftlichen Verhältnisse auf die Ehe erscheinen mir noch schlimmer.“ (Bertrand Russell)

    • PS:
      Kinder werden im Westen nicht nur sexuell mißbraucht. Sie werden im Mammonimus von der Werbeindustrie ebenso mißbraucht und am Nasenring durch die Konsumtempel gezogen wie ihre Eltern. Der Westen empört sich nur über die Kinder, die in den armen Ländern mithelfen müssen, damit die Familie überleben kann. Das nennt man dann Kinderarbeit und verdeckt damit den kommerziellen Kindesmißbrauch im Westen.

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