Tagesdosis 8.2.2018 – Letale Demokratie?

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Die Letalität (von lateinisch letum – Tod, bzw. letalis – tödlich) bezeichnet die Sterblichkeit bei einer Erkrankung oder Vergiftung, berechnet also das Verhältnis der Todesfälle zur Anzahl der Erkrankten bzw. Vergifteten. Die Letalitätsrate ist das Verhältnis der Anzahl der an einer bestimmten Krankheit Verstorbenen zur Anzahl neuer Fälle.

Der Begriff letal ist Bestandteil des aktuellen Koalitionsvertrags. Er bezieht sich auf das herausragende Ereignis von Wolfsvorkommen in unseren Gefilden. Ein essentielles Problem für Deutschland, für unser Land. Der Focus informiert: Emotionaler Auftritt, SPD-Ministerin Hendricks versucht  GroKo-Sitzung zum Thema Wölfe in Deutschland zu stürmen. Wie die Bild-Zeitung berichtet, ging es bei kaum einem Thema so emotional unter den Politikern zu, wie bei der Frage, ob der Wolf hierzulande zum Abschuss freigegeben werden soll oder nicht. Mehr als eine Stunde diskutierten demnach Fachpolitiker und Parteispitzen[1]. Rührend nicht wahr? Es wurde schlussendlich die letale Entnahme als Lösung in den Koalitionsvertrag diktiert, bestehend aus 13 Kapiteln und 177 Seiten[2].

Es läuft vieles falsch in diesem Land. Unsere Demokratie krankt, ist vergiftet. Verursacher dieser vergifteten Atmosphäre sind die gewählten Volksvertreter aus den dazu gehörigen Volksparteien. Deren Erfüllungsgehilfen sind dann die sog. Staatsdiener. Der entscheidende Unterschied, die Staatsdiener buckeln vor dem Arbeitgeber. Die Volksvertreter treten jedoch den Auftraggeber, den Wähler, den Bürger.

Fassen wir noch einmal die letzten Wochen kurz zusammen. Die Bundestagswahl war für die etablierte Politik ein Desaster. Bei 75,6% Wahlbeteiligung bekam die alte Groko 47,3% der Stimmen, bei einem gemeinsamen Verlust von 12,5% gegenüber dem Jahr 2013. Dann gibt es die Kleinparteien, die bezogen auf das eigene bescheidene Wahlergebnis, sich etwas zurück halten sollten, aber sofort große Politik spielen wollten.

Auch zur Erinnerung noch einmal das Wahlergebnis ausgehend von 100% Wahlbeteiligung, also mit Einbeziehung der Nichtwähler in der Darstellung: CDU 24,9%, Nichtwähler 24,4%, SPD 15,7%, AFD 9,9%, FDP 7,9%, Grüne 7,1% und Linke mit 6,7%[3]. Wochen zogen in das Land, bis zum gestrigen Tag.

Es gibt eine realistische Möglichkeit, dass es die Schwarz-Roten besser machen. Dafür spricht, dass jede Menge Regierungsprofis am Kabinettstisch sitzen werden. Das steht so gut wie fest, auch wenn die Koalitionäre aus Angst vor der SPD-Basis daraus noch ein Staatsgeheimnis machen. Die Genossen könnten ja denken, es ginge ihren Spitzenleuten nur um die Posten. Deshalb schweigt man lieber[4].

Dieser Kommentar ist aus dem Jahre 2013. Ein Kommentar des Spiegels zum damals frischen Koalitionsvertrags. Könnte auch heute so dastehen. Die Parteien machen einfach weiter, als hätte es kein Wahlergebnis gegeben. Als hätte es die Jahre davor nicht gegeben. Was wird den Menschen in diesem Land suggeriert? Angela Merkel formulierte das mal so: „The proof of the pudding is the eating“[5]. Vielen Menschen in diesem Land schmeckt aber schon seit Jahren diese Politik überhaupt nicht mehr.

Das die gegenwärtige Politik für viele Menschen immer surrealer wird, lässt sich an der kommenden Ressortverteilung simpel darstellen. Die SPD fährt das schlechteste Ergebnis ihrer Parteigeschichte ein und erhält trotzdem mehr Ministerposten, als der eigentliche Gewinner dieser Wahl, die CDU (obwohl auch erheblich verloren, also Stimmen) . Sechs Posten ( Arbeit, Auswärtiges Amt, Finanzen, Familie, Justiz und Umwelt), gegenüber fünf Posten (Verteidigung, Wirtschaft, Gesundheit, Bildung, Landwirtschaft). Die dritten im Bunde, eine regionale Kleinpartei verliert auch deutlich, wird aber mit drei Ministerien entlohnt (Innenministerium, Verkehr, Entwicklung).

Millionen Menschen werden in diesem Land durch unverschuldete Arbeitslosigkeit, daraus resultierender Perspektivlosigkeit, drohender Altersarmut gedemütigt und abgestraft. Politiker leben in einer Parallelwelt, für die anscheinend andere Gesetze gelten, als die für das Fussvolk. Wieviele Puddingtütchen Angela Merkel noch aus dem Kanzleramt zaubert, ist vielen Menschen inzwischen völlig egal. Für viele Menschen, ist er schlicht nur noch ungenießbar.

Die Letalitätsrate ist das Verhältnis der Anzahl der an einer bestimmten Krankheit Verstorbenen zur Anzahl neuer Fälle. Dieses gesellschaftliche Krankheitsbild heißt Demokratieabbau durch eine fatale Politik, die diesem Land mutwillig schadet. Stagnierende, bis sinkende Löhne, bei stetig wachsenden Lebenshaltungskosten bescheren Millionen Bürgern, jung wie alt, eine ungewisse Zukunft. Dieses politische System macht Menschen sprachlos, krank. Ja, es tötet auch. Solange jedoch die Mehrheit schweigt, stillschweigend den Pudding löffelt, oder aktuell millionenfach sich nur zum vernebelten Schunkeln auf die Straße begibt, wird sich an der aktuellen Entwicklung schlicht nichts ändern.

Quellen

[1] – https://www.focus.de/politik/deutschland/emotionaler-auftritt-spd-ministerin-versucht-groko-sitzung-zum-thema-woelfe-in-deutschland-zu-stuermen_id_8416735.html

[2] –  http://www.spiegel.de/media/media-42517.pdf

[3] – https://www.welt.de/politik/deutschland/article168983338/Das-ehrliche-Wahlergebnis-der-Bundestagswahl.html

[4] – http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kommentar-koalitionsvertrag-von-cdu-csu-und-spd-wird-teuer-a-935857.html

[5] – https://www.youtube.com/watch?v=reGfR6qk1oA

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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6 Kommentare zu: “Tagesdosis 8.2.2018 – Letale Demokratie?

  1. Solange jedoch die Mehrheit schweigt, stillschweigend den Pudding löffelt, oder aktuell millionenfach sich nur zum vernebelten Schunkeln auf die Straße begibt, wird sich an der aktuellen Entwicklung schlicht nichts ändern.

    Ja eben.
    Die beschämenden Bestandsaufnahmen des IST-Zustandes werden ja ins Endlose fortgeführt und TROTZDEM passiert nichts!?
    DAS ist doch die Kernfrage zur Lösung der beanstandeten Situation? _ WARUM passiert TROTZ DEM nichts?
    Antwort: WEIL ES NOCH NICHT GENUG SCHMERZT !!!

    In der Trainingshalle des SEK in St.Augustin hängt der berühmte Spruch:
    „Lernen durch Schmerz.“
    Da haben sich schon etliche darüber aufgeregt, aber nur deshalb, weil sie die profunde Wahrheit nicht verstanden haben oder sich nicht eingestehen mochten.
    Jegliches Nervensystem zur Verarbeitung von Informationen ist von dem ersten eigenbeweglichen Vielzeller an von ‚Schmerz‘ bzw. ‚Nicht-Schmerz‘ geleitet worden.
    ‚Schmerz‘ ist nichts anderes als eine negative Bilanzierung eingehender Nervensignale.
    Die ‚Pein‘ sagt es noch deutlicher: von lat. poena abgeleitet, also ‚Strafe, Rache, Sühne‘!
    Schmerz ist also das Resultat einer nicht-adäquaten Reaktion auf eine Einwirkung von Bedingungen.

    Simply said:
    Es tut den meisten noch nicht genug weh, sie müssen noch nicht schmerzhaft sühnen für ihre Ignoranz.

    Deshalb ja auch diepolitischen Trostpflästerchen und das Wegpusten vom ‚Auh!‘ mit den Placebo-Worten:

    Heile, heile Kätzchen,
    ’s Kätzchen hat vier Tätzchen,
    ’s Kätzchen hat ’nen langen Schwanz,
    bald ist alles wieder ganz.
    oder
    Heile, heile Segen,
    morgen gibt es Regen,
    übermorgen Schnee,
    ’s tut schon nicht mehr weh!
    oder
    Heile, heile, Segen,
    morgen gibt es Regen,
    heile, heile, Leukoplast,
    in 100 Jahr’n du nix mehr hast!

    Huuuiiiii!Da fliegt der Au und kommt nicht wieder, gell!?

    Und der brave daumenlutschende Bürger gluckst glücklich und wackelt lustig im Strampler, weil die ‚Mutti‘ ja so beruhigend dabei lächelt…

  2. Mh…Frage: Warum reden alle über etwas, was es hier nicht gibt? Demokratie! Repräsentativ im günstigsten Fall. Was repräsentiert sie? Warum verschwenden wir Zeit und Energie, die Phrasen dieser Politkasper zu kommentieren und zu hofieren? Warum lassen wir uns in Rechts-Links spalten und entsprechend rassistisch verunglimpfen? Oder Volksverhetzen, da wir ewig schuldig and der Siegergeschichtsschreibung und der Pflicht gegenüber den Nutznießern verkettet sind, huldigen und deren Gier und Hass nähren? Jede Wahl in der BRD (besetztes rotzdummes Deuschtmenschvolk) stirbt an den eigenen Gesetzen, jede „Regierung“ aus den ungültigen Wahlen war nie legitim! Wir leben Lügen und finden es diskutierenswert? Wie doof muss man sein oder wie gewissenlos den Nachkommen gegenüber, diesen Egel – namens BRD -Vasall der Alliierten und Reparationszahler der Berufsopfer- weiter zu füttern?!

  3. „Letal“ ist wohl das treffende Stichwort.
    Diesen Kellertreppenwitz von Kasperletheater als Demokratie zu bezeichnen.. [öhm] .. erfordert IMHO ein großes Maß an Kreativität. ;o)
    Oder Indoktrination, die ich Herrn Loyen hier nicht unterstellen möchte (sowas muss man im Schreiberspace ja immer explizit dazuschreiben, weil man mein selbstgefällig-sarkastisches Grinsen ja nicht sehen kann).
    Die Ursache der Krankheit fängt mit dem Bildungssystem an. Sehr gut erläutert und in Kontext gesetzt in diesem Video:

    „Birgit Assel und Rüdiger Lenz im Gespräch mit Dr. Daniele Ganser“
    Am 11.01.2018 veröffentlicht
    https://www.youtube.com/watch?v=AI8AysaZtGI

    Und ein weiteres Video, das IMHO viel zu wenige Klicks hat, und die Rolle der Medien in diesem Schauspiel beleuchtet:
    „Eva Herman & Marko Jošilo: Wie die Mainstream-Medien Krieg machen“
    Was könnte letaler sein als die Folgen dieser Endzeit-Politik, als Krieg? Denn leider bleibt es, wie zutreffend beschrieben, nicht nur beim Theater. Das Video ist aus April 2016, aber aktueller denn je.
    https://www.youtube.com/watch?v=gbdyafrJUWI

    Tagesüberdosis..

  4. Interessant und illusionär. Interessant, weil gutgeschrieben, der Verglich passend gewählt, illusionär, weil einer falschen Vorstellung von Demokratie gehuldigt wird. „Dieses gesellschaftliche Krankheitsbild heißt Demokratieabbau durch eine fatale Politik, die diesem Land mutwillig schadet.“ Dabei ist es wirklich möglich, dass demokratische Rechte abgebaut werden, oder einfach nur ignoriert, vielleicht auch manipuliert, aber Demokratie bleibt es trotzdem. Allerdings bürgerliche Demokratie und wer von diesem Instrument der Herrschaft etwas anderes erwartet, als das was gegenwärtig passiert, sollte über die oft mit Demokratie verbundenen Illusionen nachdenken. Übrigens handelt es sich hierbei nicht um eine Krankheit, eine Krankheit wäre unter Umständen heilbar, hierbei handelt es sich um Demokratie in ihrer Bewegungsform, so beschränkt sie auch sein mag, innerhalb dieser Schranken tobt sie sich allerdings kräftig aus.
    Im Zusammenhang mit Demokratie und Politik sollte die Frage nach dem Nutzen nicht vergessen werden. Letztlich kann Demokratie auch nichts anderes sein, als ein Mittel der Machausübung, welche dem Interessenausgleich innerhalb der herrschenden Klasse dient!

  5. Anbei vom Neuen Deutschland, zunächst verlinkt bei den Hinweisen des Tages der NachDenkSeiten.
    Annähernd komplett. So lang ist’s ja nicht:

    Jetzt wäre ein ökonomischer Antifaschismus gefragt
    Für Roberto De Lapuente wurde die Nazi-Herrschaft in den vergangenen Jahre immer mehr zu einem Unfall der Geschichte umgedeutet
    Von Roberto De Lapuente 07.02.2018 Lesedauer: 4 Min.

    Anfang des Jahres wird in der Bundesrepublik den Opfern des Faschismus gedacht. Im Fernsehen spricht man dann über Rassismus oder Antisemitismus – und Zeitungen erinnern an damals und lassen letzte Zeitzeugen berichten oder mahnen. Selbst der Bundestag hält eine Gedenkstunde ab, bei der die AfD dieses Jahr übrigens natürlich keinen warmen Applaus absonderte.
    (…)
    Dieses Wachhalten der Erinnerung, das ist die große Verantwortung, der sich die deutsche Öffentlichkeit in den vergangenen Jahrzehnten ja durchaus angenommen hat. Selbst die Konservativen sind auf diese staatstragende Weise … nun ja, nennen wir es: antifaschistisch. Natürlich auch, weil dieser staatlich geförderte Antifaschismus eine nicht zu unterschätzende Angelegenheit ist, um sein Image zu wienern und als aufgeklärter Zeitgenosse eingestuft zu werden. Besonders jetzt, wo dem Konservatismus im Lande ein ultrarechter Flügel gewachsen ist. Das offizielle Holocaust-Andenken ist so eine Art Distinktion der Neocons: Wenn sie da beseelt bei der Sache sind und eine ernste und gravitätische Miene aufsetzen, sehen sie prompt weltoffener aus als all die Gauleiter da draußen.

    Doch dieser offizielle Antifaschismus ist eine wohlfeile Sache. Er kostet nichts und so bleibt es recht billig, an das Vernichtungstreiben der Nazis zu erinnern. Diese zwölf Jahre unter Hitler werden so im Laufe der vergangenen Jahre immer mehr zu einem Unfall der Geschichte modifiziert. Zu einem plötzlich eingetretenen Szenario, das keiner erahnen oder vorhersehen konnte. Zu etwas dem deutschen Gemüt im eigentlichen Kern wesensfremden. Zu einer Erinnerung, die eben das ist: Ein Spot aus der Vergangenheit – aus und vorbei. Und unwiederholbar.

    Und wie könnte man daran rütteln. Geschichte wiederholt sich nicht. Nicht eins zu eins. Was aber an der fast rituellen Auslegung des Gedenkens auffällt: Sie kommt als Imperativ daher. Natürlich handelt es sich um eine moralische Thematik. Aber wenn die Erinnernden nur von den heutigen Zeitgenossen fordern, sie sollten offener sein, Verständnis haben, dem Rassismus, dem Antisemitismus und dem Hass abzuschwören, dann ist das zwar eine edle Aufforderung, substanziell ist eine solche reine Ethik hingegen nicht. Falls wir etwaige Ähnlichkeiten mit damals verhindern wollen, reicht nicht der Appell an hehres Benehmen.
    (…)
    Sonntagsreden halten an den Werktagen nicht lange her. Und an den Werktagen grassieren nun mal die ganzen Verwerfungen des neoliberalen Konzepts: Stagnierende Löhne, Arbeitslosigkeit, Befristungen und Abstiegsangst. Die soziale Partizipation wurde arg beschnitten, die Gesellschaft fahrlässig ihrer eigenen Zersetzung überlassen. Viele Menschen haben ganz richtig das Gefühl, dass vom erwirtschafteten Wohlstand kaum oder gar nichts bei ihnen ankommt. Und das, während gleichzeitig die Politik sich selbst ein gutes Zeugnis ausstellt, für dieses Land, in dem alle gut und gerne leben.

    Der offizielle Antifaschismus ist tatsächlich kostengünstig zu haben. Richtiger kostete Geld. Er käme, gerade in diesem Augenblick der Geschichte, als ökonomischer Antifaschismus besser in die Gänge. Wenn wir dieser Tage gedenken wollen, sollten wir den Schwerpunkt von den Vernichtungslagern hin zu jenen Tagen lotsen, da die Nazis Fuß fassten in der Weimarer Republik. Zu Brüning und dessen Sparpolitik, zur damaligen Beschäftigung der Politik mit sich selbst und der Verwahrlosung ganzer Bezirke, die nicht am kleinen Aufschwung der goldenen Weimarer Jahre beteiligt waren.

    An der Stelle fing es mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten an. Hier begann Hitler als Führer aller Deutschen; hier ist der Anfang vom Krieg und Vernichtung zu suchen. Sofern man das Augenmerk des Mainstream-Antifaschismus auf diese Zeitspanne lenkte, müsste man über eine Sache dringend sprechen: über die Verteilungsfrage, die soziale Gerechtigkeit und über Geld. Guter Antifaschismus kostet etwas. Keine Überwindung etwa, keine Imperative: Er kostet Ausgleichszahlungen, allgemeinverträgliche Steuerbeiträge, Lohnerhöhungen und gute Sozialgesetzgebung.
    (…)
    https://www.neues-deutschland.de/artikel/1078727.gedenken-an-den-holocaust-jetzt-waere-ein-oekonomischer-antifaschismus-gefragt.html

    Natürlich ist dies wie so oft, ein ungehörter Appell, da …

    https://images.spot.im/image/upload/f_auto,q_70,fl_lossy,dpr_3,c_limit/v200/4e4e900972422693503949a1d4cf0e1c

    Nun sie bekommen nichts geschenkt, nicht von diesen Leuten. Im Gegenteil, es wird ihnen geraubt was nicht niet- und nagelfest ist. Sogar, nicht zuletzt, der Verstand. Dazu Herr Mausfeld:

    Zweitens jedoch sind emanzipatorische, zivilisatorische Errungenschaften immer nur in oft langen und sehr mühsamen sozialen Kämpfen errungen worden. Das ist ein schwieriger Punkt für uns, denn wir mögen eigentlich Kämpfe nicht. Denn Kämpfe suggerieren Gefahr und Unsicherheit. Was wir aber eigentlich suchen, ist Harmonie und Sicherheit.

    Daher versuchen wir Konflikte mit anderen in der Regel durch Austausch, Dialog und Verständigung zu lösen. Es gut, dass wir dieses natürliche Bedürfnis und eine natürliche Aversion gegen Kämpfe haben.

    Das macht uns aber anfällig für einen sehr folgenschweren Kategorienfehler. Wir neigen nämlich dazu, interpersonale Kategorien der Konfliktlösung wie Dialog und Verständigung auch auf gesellschaftliche Antagonismen, also auf
    asymmetrische Machtverhältnisse, zu übertragen. Das ist ein sehr schwieriger Punkt. – Man kann ihn sich aber ganz einfach klarmachen – wieder durch einen Blick auf die Geschichte. Soziale Errungenschaften wurden den Mächtigen stets abgetrotzt, in sozialen Kämpfen. Sie können die gesamte Geschichte zurückgehen: Soziale Errungenschaften wurden immer in sozialen Kämpfen den Mächtigen abgetrotzt – und nicht etwa in einem empathischen Dialog errungen.
    http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/171022-Mausfeld_Transkript_Landau_NDS.pdf

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