Tagesdosis 8.3.2019 – Macron – Demokratie-Polizei soll EU retten

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

In einem „flammenden Appell“ an alle EU-Bürger unter dem Titel „Für einen Neubeginn in Europa“ will der französische Präsident den im Brüsseler Morast steckengebliebenen Prozess der fortschreitenden EU-Integration wiederbeleben. Der Appell, der in führenden Tageszeitungen der 28 EU-Mitgliedstaaten veröffentlicht wurde (1), betont bereits zu Beginn, dass noch „nie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs Europa so notwendig“ aber auch „noch nie so in Gefahr“ gewesen sei.

Anlehnend an die in Frankreich bis heute geltende Parole der Französischen Revolution, nämlich „Liberté, Egalité, Fraternité“ – „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ präsentierte Emmanuel Macron seine „tief greifenden Reformvorschläge“, die in dem neuen, neoliberalen Schlachtruf für seine Vision eines postdemokratischen Europas gipfeln, nämlich „Freiheit, Schutz, Fortschritt“. Die beiden letzten der drei Säulen der Französischen Revolution, nämlich die Gleichheit, (bzw. Gerechtigkeit) und die Brüderlichkeit (bzw. der soziale Ausgleich) sind in Macrons Europa-Appell als Schlüsselelemente unter den Tisch gefallen.

Die „Gleichheit“, also die Gleichbehandlung aller Bürger vor dem Gesetz als Grundvoraussetzung für Gerechtigkeit, hat Macron mit dem Begriff „Schutz“ ersetzt. Dabei scheint Macron allerdings nicht den Schutz der Bevölkerung vor den zunehmend willkürlich herrschenden Eliten und ihrer Polizei zu meinen, als deren Teil der Präsident regiert. Vielmehr geht es um den Schutz der herrschenden Geldaristokratie vor dem gemeinen Volk, vor dem „ungewaschenen Plebs“, vor den „gelben Westen“, die seit 3 Monaten seine Regierung erschüttern und das Prestige des Präsidenten sowohl nach innen als auch nach außen kräftig ausgehöhlt haben.

Wenn es um „Schutz“ geht, dann meint Macron es ernst. Ganze 17 Mal geht es in seinem Pamphlet um diesen Begriff, denn er will uns Europäer in der Tat vor sehr vielen „Gefahren“ schützen. Leider gehört dazu nicht der Schutz vor Erpressungen und Drohungen der US-Amerikaner, die uns Europäern, wie im Fall der Sanktionen gegen Iran oder Russland ihre US-Gesetze diktieren und drohen, dass bei Nichtbefolgung europäische Firmen Strafen in Milliarden-Höhe zahlen müssen.

Natürlich kann man es Macron nicht verdenken, dass er als Teil der globalen Elite keine Gefahren für Europa sieht, die von jenseits des Atlantiks ausgehen. Drohende Gefahren sieht er nur in der entgegengesetzten Himmelsrichtung, ohne jedoch Russland beim Namen zu nennen. Das macht er in seinem Appell mit den folgenden Worten deutlich: „Wir (Europäer) müssen unsere unentbehrlichen Verpflichtungen in einem Vertrag über Sicherheit und Verteidigung festlegen, im Einklang mit der NATO und unseren europäischen Verbündeten: Erhöhung der Militärausgaben und Anwendungsfähigkeit der Klausel über die gegenseitige Verteidigung“.

„Einklang mit der NATO“ heißt im Klartext Einklang mit den US-Amerikanern, die in der NATO das Sagen haben. Und wenn es nach Macron geht, dann sollen wir Europäer in Abstimmung mit den USA und ihrer Nord Atlantischen Terror Organisation gegen Russland rüsten. Aber Russland versucht weder uns Europäern irgendwas zu diktieren, noch belegt es uns mit Sanktionen und erst Recht bedroht es uns nicht mit einem Handelskrieg, wie das allerdings unsere US-Verbündeten tun. Da trifft der Satz zu: Wer Freunde wie die USA hat, der braucht keine Feinde mehr.

Schauen wir uns nun die dritte Säule der Französischen Revolution an, nämlich „Brüderlichkeit“, bzw. der soziale Ausgleich in der Gesellschaft. Die „Brüderlichkeit“ hat Macron mit dem vagen Begriff „Fortschritt“ ersetzt, der ganze acht Mal in seinem Text vorkommt. Über Fortschritt lässt sich allerdings trefflich schwafeln und darin ist Macron bekanntlich ein Großmeister. Nur an einer Stelle hat Macrons Fortschrittsgedanke etwas mit sozialem Ausgleich zu tun. Allerdings hat das dann nichts mehr mit den realen Verhältnissen in Frankreich oder im Rest Europas zu tun. Vielmehr bewegt sich Macron mit seinen Vorstellungen in der Phantasie-Welt von Wolkenkuckucksheim, wenn er schreibt:

„In Europa, wo die Sozialversicherung erfunden wurde, muss für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, von Ost nach West und von Nord nach Süd, eine soziale Grundsicherung eingeführt werden, die ihnen gleiche Bezahlung am gleichen Arbeitsplatz und einen an jedes Land angepassten und jedes Jahr gemeinsam neu verhandelten europaweiten Mindestlohn gewährleistet.“

Das ist purer Hohn. Man braucht sich nur die prekäre Lebenslage des Großteils der arbeitenden Menschen in Frankreich vor Augen zu halten, um zu begreifen, dass Macrons Äußerungen zum sozialen Fortschritt nicht ernst gemeint sein können sondern reine Demagogie sind. Wenn es anders wäre, hätte Macron es längst in der Hand gehabt, substantiell auf die dringendsten, sozialen Forderungen der „Gelben Westen“ einzugehen. Stattdessen will er eine EU-weite Demokratie-Polizei schaffen, um Gedanken und Aktivitäten zur Überwindung der in der EU verankerten neoliberalen Ordnung aus den Medien zu verbannen oder sie notfalls zu kriminalisieren. Zu diesem Zweck hat Macron in seinem Appell an alle Bürger Europas die erste Säule der Französischen Revolution, nämlich den Begriff der „Freiheit“ entkernt und auf den Kopf gestellt.

Die revolutionäre „Liberté“, die bis heute als die Freiheit des Individuums vom Diktat der Kirche und dem aristokratischen Absolutismus der damaligen Zeit verstanden wird, wurde von Macron mit neuen, freiheitsfeindlichen Inhalten gefüllt, wie z.B. mit seiner konkreten Forderung nach einer „europäischen Agentur zum Schutz der Demokratien“. Dafür sollen alle Länder Experten zur Verfügung stellen, die während der Wahlen nicht nur „vor Cyberattacken und Manipulationen“ (natürlich durch Russland) schützen sollen, sondern auch vor „Lügen“, die wir angeblich verbreiten, wenn wir die Wahrheit sagen über Lobbys und korrupte Politiker, über Sozialabbau und Kriegstreiber.

Wie die Faust aufs Auge passt in dieses Muster auch, dass Macron die breite Zustimmung der britischen Arbeiterklasse für den Brexit nicht etwa in den katastrophalen Folgen der neoliberalen EU-Wirtschaftspolitik sieht, sondern den alternativen Medien die Schuld gibt, weil sie verantwortungslosen Lügnern eine Plattform bieten, um die geliebte EU zu diffamieren.

Wie bei Merkel gibt es auch bei Macron keine Alternative zur Markt-konformen Demokratur der EU-Eliten. Alles andere führt laut Macron in die „nationalistische Abschottung“, in eine „Falle … die ganz Europa“ bedrohe. Deshalb appelliert er an alle EU-Bürger: „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Nationalisten, die keine Lösungen anzubieten haben, die Wut der Völker ausnutzen.“ Man kann ob solcher offensichtlichen Abgehobenheit des Gott gleichen Präsidenten, der zur Zielscheibe der Wut der breiten Masse des französischen Volkes geworden ist, nur noch verständnislos den Kopf schütteln.

Es ist eine unglaubliche Realsatire, dass Macron die Völker Europas, die die Nase voll haben von der neo-liberalen EU-Verarmungs- und Chaospolitik ihrer Eliten, retten will und ihnen dazu anbietet, das Prinzip der revolutionären Freiheit, wozu auch die Freiheit des Denkens gehört, gegen mehr Schutz vor angeblichen Populisten zu tauschen, die dem Volk angeblich böse Gedanken einflüstern.

Laut Macron gehört zu diesem Komplex der „Freiheit“ auch das Verbot der Finanzierung von Parteien, das angeblich „durch ausländische Mächte“ geschieht Aber auch das ist wieder reine Demagogie. Erstens sind es keine Wahlbeeinflussungen durch russische Internet-Texte, die den so genannten „Populisten“ EU-weit die Wähler in die Arme treibt, sondern es ist die miserable Politik der Eliten der EU-Länder. Und zweitens sollten die Regierungen der EU-Staaten und auch die EU selbst erst einmal den Balken im eigenen Auge entfernen, denn sie mischen sich selbst ganz massiv mit Finanz- und Politikhilfen in die Wahlen anderer Länder ein, sogar bis hin zum blutigen Umsturz demokratisch gewählter Regierungen, wie das Beispiel Ukraine sehr deutlich zeigt.

Nicht zuletzt gehört zu Macrons Freiheitsrechten auch, dass auf der Grundlage gemeinsamer EU-Regeln angebliche „Hasstiraden und Aufrufe zur Gewalt“ aus dem Internet verbannt werden. Erschreckende Zensurbeispiele aus jüngster Vergangenheit führen uns allerdings vor Augen, wie weit die Definition von „Hasstiraden“ gefasst und wie extensiv sie ausgelegt wird. Dennoch versichert Macron allen Bürgern der EU: „Die Achtung der Rechte des Individuums ist die Grundlage unserer Zivilisation“. Und damit das in Zukunft auch alle glauben, will Macron unbedingt auch noch die Meinungsfreiheit in dem einzigen noch nicht staatlich kontrollierten Medium Internet zensieren. Denn er weiß genau, ohne Internet wäre der in seiner Breite und Dauer einzigartige Aufstand der „Gelben Westen“ nicht zustande gekommen.

Zum Glück ist die EU mittlerweile derart untereinander zerstritten (zwischen Ost-West und Nord-Süd und Untergruppen daraus), dass der hochtrabende Plan des Monsieur Macron keine Chance hat.

Quelle:

  1. https://www.elysee.fr/emmanuel-macron/2019/03/04/fur-einen-neubeginn-in-europa.de

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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14 Kommentare zu: “Tagesdosis 8.3.2019 – Macron – Demokratie-Polizei soll EU retten

  1. Wen´s interessiert, der schaue sich mal meine beiden Auseinandersetzungen mit Macrons und AKKs Ausführungen an:

    Mich würde interessieren, ob der/die eine oder andere von Euch von den Perspektiven, um die es mir dabei geht, etwas hält ?!

    Merci für Eire eventuelle Aufmerksamkeit !

    https://diskursblickwechsel.wordpress.com/2019/03/10/es-ist-zeit-fuer-neu-substantielles-denken-monsieur-macron/

    https://diskursblickwechsel.wordpress.com/2019/03/13/die-eu-richtig-angepackt-da-waere-ganz-anderes-erforderich-frau-kramp-karrenbauer/

  2. Die FAZ am 10.09.2012 „Frankreich – Steuern rauf, Wachstum runter“.

    Durch die von Frankreichs Präsident Francois Hollande angekündigten Steuererhöhungen würde die Wachstumsprognose sinken.

    Die FAZ übersieht es dabei jedoch, dass ewiges Wachstum nicht funktionieren kann. Eine Wirtschaft ohne Wachstum könnte vielmehr mit einer wesentlich niedrigeren Einkommensungleichheit möglich sein.

    Das Handelsblatt bemängelt es am 27.01.2015, dass die Arbeitslosigkeit in Frankreich eine Rekordhöhe erreicht hätte.

    Allerdings frage ich mich, ob es der Sinn einer Wirtschaft sein sollte, dass das Kapital den Profitzwecken der Banken und eben gerade nicht der Abschaffung von Arbeit dient.

    Dann die schweizer Zeitung Work über Frankreichs Linkspolitiker Mélenchon.
    Es ginge ihm darum, «Oligarchen» einzufangen, etwa den Chef des Arbeitgeberverbandes, einen Waffenhändler, oder einen der 9 Milliardäre, die 90 Prozent der französischen Medien kontrollieren.

    Hier sieht man es, welche Art von Medien die Meinung in Frankreich beherrschen und womit die Wirtschaft in Frankreich ihr Geld verdient.

    Aber Oligarchen einzufangen ist vermutlich auch gar nicht so erfolgversprechend, weil die weltweiten Probleme global sind und selbst nicht einmal nur von der EU gelöst werden können.

    Dann gibt es auch noch die Macron Leaks mit angeblichen Vorwürfen von Waffenhandel bis Millionenkonten.

    Inzwischen hat Frankreich mit einem Fake News-Gesetz reagiert, bei dem aber viele eine Gefahr für die Meinungsfreiheit sehen.

    Der Boss des Software-Multi Capgemini, Paul Hermelin, gehörte jedenfalls zu den wichtigsten Geldgebern der Macron Bewegung und da ist es schon sehr offensichtlich, dass Macron Wahlkampfhilfen bekam, damit er „fremde“ Banken- und Wirtschaftsinteressen vertritt.

    Jedenfalls gibt es auch in Frankreich das Problem ständig sinkender Lohnkosten, aber Herr Macron will dennoch die Unternehmenssteuern senken.

    Dann will Herr Macron den französischen Wehretat drastisch steigern.

    Allerdings ist eine solche Maßnahme eindeutig vor allem im Interesse der Banken, zumal diese in Zeiten der Finanzkrise wegen des immer mehr einbrechenden Konsums vermutlich nur noch erfolgreich in Rüstung und Kriege investieren können.

    Schließlich gibt es auch die ständigen Inflationsgefahren, so dass andere Investitionen als für die Rüstung oft nicht möglich erscheinen.

    Frankreich würde sich gemäß eines Zeitungsartikels im Dezember 2018 über Rüstungsexporte in Höhe von ca. 12 Milliarden EUR nach Katar freuen.

    Etwas auffällig, dass Herr Macron einer der ersten war, die der Giftgas-Behauptung in Syrien ohne jede weitere Prüfung sehr bereitwillig glauben wollten.

    Er würde seinen Wahlkampf Henry Kravis, Chef einem der größten globalen Finanz-Unternehmen, und der NATO verdanken.

    Außerdem sei Macron durch Herrn Hollande nach einem Vorschlag von Jean-Pierre Jouyet für das Bilderberger Treffen vorgeschlagen worden und es zwingt sich daher ein wenig der Eindruck auf, dass er eine Marionette der Machteliten ist.

    Schließlich wissen wir es, dass auch die meisten deutschen Politiker in Spitzenpositionen auch dorthin eingeladen werden. Dies ist jedoch insofern problematisch, weil sich ständig der Eindruck aufdrängt, dass dies ein Casting für die Weltelite ist.

    Das Bilderberger Treffen scheint dann wohl doch etwas anderes als etwa ein Schützenverein zu sein, wo regelmäßig jedermann eingeladen ist.

    Herr Macron wird zudem von Hans Werner Sinn kritisiert.
    Herrn Macrons Ideen seien gefährlich.
    Die Forderungen des französischen Präsidenten liefen auf eine europäische Transfer- und Haftungsunion hinaus.

    Dann lese ich im Spiegel vom 19.04.2018:
    Vermögensverwalter Blackrock drängt auf europäische Bankenunion.
    Die mächtigste Fondsgesellschaft der Welt, Blackrock, stellt sich hinter Frankreichs Präsident Macron.

    Aber Olaf Scholz, ebenfalls ein ehermaliger Bilderberger-Teilnehmer, versucht es ebenfalls die Bankenunion voranzutreiben, obwohl diese Problemlösung doch vollkommen absurd ist, weil Banken eben auch Kriege und Umweltzerstörung verursachen.

  3. An Ross Dorn:
    Es kann keine „perfekten, wahren Repraesentanten“ von irgendwelchen Voelkern, besser: Gemeinschaften geben.
    Es ist eine Schimaere, besser ein falscher Frame, dass einzelne Individuen eine komplette Gesellschaft repraesentieren koennte.
    Genau dieser Falschframe wird sowohl in Diktaturen wie falschen „Demokratien“ wie z.B. den sogenannten „representativen“ zum Betrug an Gesellschaftsangehoerigen eingesetzt. Dieser Gedanke ist total unnatuerlich, kommt in der belebten Natur auch nirgends vor. Dieser „Fuehrer“-Gedanke ist ein humanverhaftetes Hirngespinst und war auch bereits rund 300 000 Jahre unbekannt. Das Hirngespinst taucht in Nordeuropa erst vor rund 8 T Jahren auf, in Mesepotamien vor 12 T Jahren Alles bei total gleicher anatomischer Hirnstruktur.
    Die Natur und Evoluion kennt nur zweierlei:
    1.
    unterschiedliche Individualentwuerfe mit unterschiedlichen Funktionsauspraegungen.
    2.
    Symbiose und Kooperation

    Der eine kann schneller laufen als der andere. Der andere besser Weibchen begatten, der Dritte reagiert bei der Jagd besser, der vierte ist optimaler in Ruhigzeiten.
    Anders haette keine Population die Katastrophen der Erde ueberstanden.
    Einzelne koennen also bestenfalls in bestimmten Zeiten bessere Funktionsausueber sein als andere, doch niemals die Faehigkeiten aller haben oder auch nur „repraesentieren“.
    Deshalb ist der Ruf nach Fuehrung Quatsch. Fragen nach gerade passender Funktionsqualitaet angemessener. Die kann aber nicht ein Einzelner kraft mufti sich fuer andere waehnen (ausser Wahnkranke), sondern muss von allen ausgesucht und per Abstmmung untereinander jemandem angetragen werden. Der muss bereit und auch willig sein.. So suchen Wildgaense beim Zug ihr Spitzentier in der Einser-Flugformation, der aus aerodynymischen Gruenden vorausfliegen muss, und alle paar Stunden ausgewechselt wird. So sucht sich das Wolfsrudel ihr Jagdleittier, waehrend zu Hause eine Woelfin die Ordnung ueberwacht.
    Funktion, nicht Fuehrung ist der goldene Schnitt. Genau deshalb ist die „echte“ Demokratie eine Ueberlebenssicherung. Wie im Heringsschwarm, der nur demokratisch sein Loch um den fressenden Hai bilden kann, nicht per Fuehrungshering, dens nicht gibt.
    Vergleichbar mit uns heute in der Politscene: wenn wir weiter den Heuschrecken unser Terrain leerfressen lassen, werden wir alle sterben, auch die Heuschrecken selber. Weil dann nichts mehr zum leben aller uebrig bleibt.

  4. Ja, das, was wir bei diesen Funktionaeren des Teufels von Goering ueber Goering-Eckart bis Macron beobachten Koennen, wird immer abstruser.
    Die Abstrusitaet hat schon ein Aussmass erreicht, dass man nur noch lachen kann. Wer von den grotesk hirnamputuerten Nomenklaturawahnvermeintlichen kann noch ernsthaft darauf setzen, das das immer weiter so gehen wird?
    Welch eine irrlichternde Realityshow.

    • Welche perfekteren, wahreren Repräsentanten dieser europäischn Völker hätten sie denn anzubieten.
      Das passt schon alles, so wie auch Trump den normalen Amerikaner repräsentiert.

      Es gibt also nicht den geringsten Grund etwas würde nicht so weitergehen….

  5. Danke Herr Rupp!
    Was will uns der da verklickern? Stillhalten, Nichtstun und Glauben, es wird alles wieder gut! Ich bin hin und her gerissen zwischen Informationen zum Thema Deutschenverdummung und Ignoranz des Apparates! Wir wissen es alle, dass wir verarscht, belogen, vergiftet und wer jetzt noch nicht an einem Pharmaprodukt verstarb, psychologisch auf Sterbenslinie gebracht werden sollen. Für wen und für was, spielt für mich keine Rolle. Allein, dass wir fressen und/oder verrecken sollen ist für mich Grund genug, an diese Irren und ihre Bonzen keinerlei Gehör und Aufmerksamkeit zu verschwenden ist! Andererseits muß man diese Luschen eliminieren! Freiwillig geht da keiner…

    • Vergessen sie da nicht eine Kleinigkeit?

      „Wir wissen es alle, dass wir verarscht, belogen, vergiftet und wer jetzt noch nicht an einem Pharmaprodukt verstarb, psychologisch auf Sterbenslinie gebracht werden sollen.“

      Bei der letzten Bundestagswahl haben sich über drei Viertel der Wahlberechtigten beteiligt, eine der sieben neo-liberalen, transatlantiker Parteien gewählt und damit all jenes, das ihnen so missfällt legitimiert.

    • @Ross Dorn,
      stimmt – wir alle wissen, oder ahnen es zumindest, dass wir verarscht usw. werden.
      Nur leider ist trotzdem sehr vielen dieser drei Viertel der Wahlberechtigten nicht klar, dass sie bei Wahlen nicht wirklich eine Wahl haben. Allerdings sitzen auch die Nichtwähler im selben Boot.
      Also egal was wir wissen oder nicht – gearscht sind wir immer – keine schöne Aussicht.
      Ich geb zu, eine bequeme Lösung hab ich auch nicht, denn die besteht, meiner Ansicht, einzig im Widerstand – aktiv (Randale – die Parasiten entfernen) oder passiv (Boykott – hnen das Wasser abgraben). Egal wie, es werden sich momentan nicht genug Leute finden die bereit sind mitzumachen.

      Aber – Ihrer spätere Aussage: „Es gibt also nicht den geringsten Grund etwas würde nicht so weitergehen….“ kann ich nur widersprechen, denn – nichts währt ewig – das Leben an sich ist Veränderung, die Frage ist nur wohin verändert es sich und wer gestaltet die Veränderung?

  6. Die Demokratie-Polizei soll EU retten!…

    Warum schoß mir schon beim Lesen, bestätigt durch den späteren Text, das Wort „Gedanken-Polizei“ von Orwells „1984“ durch den Kopf?

    Hier soll doch nicht die Demokratie mit der Polizei geschützt werden. Vielmehr soll es so sein, daß die EU-Elitenpolizei vor der Demokratie geschützt werdn soll, damit sie die €litendiktatur durchsetzen kann.

  7. Ich geh jetzt gar nicht so genau auf Macron ein, er und seine Rede passen ins Gesamtbild und ich kann nur immer wieder feststellen, wir sind angekommen im vollkommenen Irrsinn der totalen Perversion.
    Faszinierend daran ist, nur wenige bemerken es wirklich. Klar, es gibt sehr viele die mitkriegen da stimmt was nicht – etliche davon informieren sich dann alternativ, sind kritisch.
    Und dann – die einen schimpfen über eine linksgrün versiffte Politik nebst selbigen Medien, andere nennen sich Linke, handeln allerdings wie Rechte und alle tanzen nach der neoliberalen Pfeife. Diese wird zwar immer mal wieder angeprangert, aber will man sie wirklich loswerden? Den Eindruck hab ich nicht!
    Denn – solange sich ein bisschen Rechtere mit ein bisschen weniger Rechten zanken (echte Linke gibt es genauso verschwindend wenige wie echte Nazis) und nicht gemeinsam versuchen die Fesseln des Diktats des Kapitals loszuwerden sind wir alle dazu verdammt auf dem Spielfeld und zum Amüsement der Machtelien den verblödeten Pöbel zu spielen, der sich selbst im Wege rumtanzt.
    Die Gelbwesten-Nummer ist hier nichts anderes und die prügelnden Polizisten sind Pöbel vom allerdümmsten – wären sie fähig zu erkennen was sie tun, sie alle würden auf der Stelle gelbe Westen anziehen und …

    • „,,,wir sind angekommen im vollkommenen Irrsinn der totalen Perversion.“

      Nein, sind wir nicht. Der jetzige Zustand ist genau der Zustand einer Demokratie wie sie ein zum grössten Teil völlig verblödeter Urnenpöbel ermöglicht, und daher auch verdient.

      Man sich dieser traurigen Realität stellen und sie akzeptieren, bevor man seine Zeit daran verschwendet sogenannte Wege zur Verbesserung vorzuschlagen. Wie das mit den nützlichen Idioten funktioniertt. kann man derzeit in Reinformat an jenem 16jährigenm Mädchen beobachten, das zur Heldin hochstilisiert wird, Denn sich mit ihr fotografieren zu lassen ist für Politiker wesentlich einfacher als tatsächlich etwas zu unternehmen….

    • Schlicht ja! was Sie da schreiben. Wie kommen wir raus aus der Nr., das ist es, was mich umzutreiben beginnt.
      Jedenfalls nicht, indem sich ein paar, die meinen, was zu erkennen, sich gegenseitig miiteilen, wie recht der andere hat.
      Auch nicht, innerhalb des frames den frame zu aendern versuchen zu wollen. Um es mit einer Anmerkung Mausfelds zu sagen, wir brauchen eine neue Rahmenerzaehlung (die er selber offenbar auch nicht hat).
      Und das ist die Crux.
      Ich neige mittlerweile dazu, zu befuerchten, dass sich niemand, nicht mal eine Gruppe noch so guter und vermeintlicher Durchblicker, ueberhaupt eine neue Rahmenerzaehlung ausdenken koennte, die dann sozsagen ex cathedra Wirklichkeit werden koennte.
      Ein historischer Blick auf die Entstehung der bisherigen Rahmenerzaehlung (Homers Schafe/Hirter-Metapher) legt eher nahe, dass da erst ein ganz passabel ein in die Zeit passendes Bewirtschaftungssystem entstand, dies von einigen verinnerlicht und von welchen Profiteuren (Herdenbesitzern) als zutreffende Rahmenerzaehlung zementiert ud ins Geisige hinein ausgeweitet wurde.
      Ginge man nach diesem Modell erneut vor, muss erstmal eine anders basierte Oekonomieform entstehen, damit auf dieser neuen Basis eine neue Rahmenerzaehlung entstehen koennte.Wir alle suchen also womoeglich an den falschen Orten nach einer verbesserten Raemenerzaehlung.
      Moechten wir also die von 1789 endlich implementieren, und es sieht so aus, dass die immer noch „in“ ist (siehe UN-Charta und die meisten Verfassungswortlaute, wenn auch nirgends erreicht), muessten wir uns erstmal auf eine neue Economyvariante konzentrieren, die mit 1789 kompatibel ist. Die jetzige Economy jedenfalls ist es nicht. Hier scheint der Kern des heutigen Problems zu liegen.

    • Zu Ursprung, 09.03., 04:48

      Ein Blick auf die verblüffenden Befunde der archäologischen Ausgrabungen des Hügelbergs von Gobekli Tepe stellen das materialistische Motto *Die Ökonomie formiert das Gesellschaftliche, aber umgekehrt geht es nicht* zumindestens in seiner Allgültigkeit in Frage (so auch zum Beispiel lassen sich mathematische und physikalische Gleichungen in beide Richtungen lesen!). Schauen wir 14.000 Jahre und nach Gobekli Tepe zurück, erzeugte das Spirituelle das Gesellschaftliche, und das Gesellschaftliche erzeugte das Ökonomische. Demnach folgte das Ökonomische dem Gesellschaftlichen, und das Gesellschaftliche dem Spirituellen NACH! In unvorstellbar kurzer Zeit verwandelten sich steinzeitliche Jäger und Sammler in Bewohner einer etwa 20 Kilometer vom Hügelberg entfernt errichteten großen Stadt. Was diese kulturell quasi interplanetarische Rakete namens Gobekli Tepe gezündet hatte, war vermutlich schlichter materieller Überfluß in der Sammler- und Jägergesellschaft.

      Auf dem Hintergrund solcher Befunde stellt sich die heute unhinterfragte Denkfigur der grundsätzlichen Abhängigkeit des Gesellschaftlichen (Überbau) vom Ökonomischen (Basis) in Frage.

      Jene Denkfigur ist als ein Frame aus dem Repertoire des Geist-Materie-Dualismus darstellbar. Als ein Frame, der unser Denken und unsere Vorstellungskraft in die engen Grenzen einer fälschlich als unhintergehbar angenommenen Ursache-Wirkungs-Kette zwingt bzw. unsere Denkmöglichkeiten in den Rahmen dualer Gegensätze nötigt: Geist versus Materie; Materialismus versus Idealismus; Rationalität versus Spiritualität; Ökonomie versus Politik.

      Lösen wir uns aus diesen geist-materie-dualistischen Frames, sieht die Welt schlagartig offen, freundlich und wandelbar aus. What a wonderful world! Was für eine wundervolle Welt, die uns großzügig in ihre Freiheit einlädt, Welten nach unserem geistigen Bilde zu erschaffen in einem kreativen kollektiven Prozeß. Fürchtet euch nicht!Oder präzise: Fürchten wir uns nicht vor unserer Macht, die Fesseln unserer Frames abzustreifen.

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