Tagesdosis 8.6.2018 – US-Geheimdienstwitz des Tages

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

US-Regierung hat bei Einmischungen in die Wahlen anderer Länder und entsprechenden Regimewechseln immer nur „die besten Interessen der Bevölkerung“ im Auge. 

Der ehemalige Director of National Intelligence, oberster Chef der 16 US-Geheimdienste, James Clapper, rechtfertigt in einem letzten Samstag von Bloomberg veröffentlichten Interview mit Tobin Harshaw, dass die vielfache Einmischung der US-Regierung in die demokratischen Wahlen anderer Länder und die damit oft verbundenen Regierungswechsel stets in den „besten Interessen der Bevölkerung“ der jeweiligen Staaten geschah. Es sei den Vereinigten Staaten „immer nur um das Wohl der Bürger“ der jeweiligen Länder gegangen, „wenn wir versuchten, Wahlen zu manipulieren oder zu beeinflussen oder sogar Regierungen zu kippen“. Damit steht Clappers Aussage in starkem Kontrast zu denen der Washingtoner Großmeister der Scheinheiligkeit, die in moralischen Heiligenschein gehüllt, mit lautstark vorgetragener Empörung die angebliche „russische Einmischung“ in die US-Präsidentschaftswahlen 2016 zugunsten des ungewünschten Donald Trump verurteilen.

Dabei hat es die landauf, landab beklagte „russische Einmischung“ gar nicht gegeben. Die inzwischen zwei Jahre dauernde massive Suche mit allen den USA zur Verfügung stehenden materiellen und technologischen Mitteln hat nichts zu Tage gebracht. Es war eine Suche nach der berühmten schwarzen Katze in einem stockdunklen Raum, in dem es keine schwarze Katze gibt. Geradezu verzweifelt greifen daher die Propagandisten der „russischen Einmischung“ nach jedem Strohhalm. Ein Beispiel dafür sind die zigmilliarden von Twitterbotschaften, die das Unternehmen gezwungen war, auf russische Einmischung zu durchforsten. Dabei kamen knapp über tausend Botschaften mit anti-Clinton Inhalt mit Absendern aus Russland zusammen. Daraus russische Einmischung zu konstruieren, wäre mehr als lächerlich. Dennoch bastelten die US- und befreundeten deutschen Medien daraus eine fiktive schwarze Katze, indem sie die tausend plus Twitter Kurznachrichten aus Russland tagelang in Artikeln, Radiosendungen und Fernsehen verbreiteten, als Beweis für russische Einmischung.

Vor diesem Hintergrund ist es regelrecht erfrischend, wenn der ehemalige oberste US-Geheimdienstchef Clapper, bei der Vorstellung seines neuen Buchs „Facts and Fears“ (Fakten und Ängste) sich unumwunden zu den vielfachen US-Wahleinmischungen schlimmster Art, bis hin zu Umstürzen bekennt, wenn auch mit der lächerlichen Rechtfertigung, immer nur „den besten Interessen der Menschen in diesen Ländern gedient“ zu haben, wobei er unterstrich, dass die USA ja bekannter Weise immer auf der Seite der Engel stehen und gar nicht fähig sind, etwas Böses zu tun. Wörtlich erinnerte Clapper daran, dass die USA in all ihrem Tun immer „von einer traditionellen Ehrfurcht vor den Menschenrechten geleitet“ würden.

Laut eines Berichts des Politikwissenschaftlers Dr. Dov Levin von der US-Carnegie Mellon University vom Februar 2016 haben die Vereinigten Staaten zwischen 1946 und 2000 in mehr als 80 Fällen sich in Wahlen in anderen Ländern eingemischt oder dort sogar Regimewechsel betrieben. Und selbst die russophobe New York Times schrieb im Februar dieses Jahres in den Artikel „Russia Isn’t the Only One Meddling in Elections. We Do It, Too“ (Die Russen sind nicht die Einzigen, die sich in Wahlen einmischen. Wir tun das auch.)

Text aus der NYT:  „Wenn Sie einen Geheimdienstoffizier fragen, ob die Russen die Regeln gebrochen haben oder etwas Bizarres getan haben, ist die Antwort nein, ganz und gar nicht“, sagte Steven L. Hall, der 2015 nach 30 Jahren die CIA, wo er Chef der russischen Operationen war, verlassen hatte. Die USA hätten „absolut“ solche Wahlbeeinflussungen historisch betrieben, sagte er, „und ich hoffe, wir machen das weiter.“ Ende Text NYT.

In demselben NYT-Artikel wird auch Prof. Loch K. Johnson von der US-University of Georgia zitiert, der seine Karriere in den 1970er Jahren begann und die CIA für den US-Senat untersucht hat. Laut Prof. Johnson haben die USA bei ausländischen Wahlen „Plakate, Flugblätter, Druckschriften, Mailer, Banner und was sonst immer noch verwendet. Wir haben falsche Informationen in ausländischen Zeitungen untergebracht. Wir haben das eingesetzt, was die Briten ‚King Georges Kavallerie‘ nennen: Koffer mit Bargeld.“

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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4 Kommentare zu: “Tagesdosis 8.6.2018 – US-Geheimdienstwitz des Tages

  1. Zwischendurch mal was aus der amerikanischen Romantik, Stichwort, der berühmte Buffallo Bill: Die damalige Büffeljagd in den USA gab es nicht, weil man Interesse an den Materialien hatte die ein Büffel so hergibt, nein, diese Büffeljagd und die Zahlungen der Regierung fanden einzig und allein statt, um den Indianern ihre Nahrungsgrundlage zu nehmen. Warum aussenpolitisch in die Ferne schweifen, wo das Kapital liegt so nah!

  2. Danke für die klaren Worte Herr Rupp!
    Jedem, der die Geschichte seit Gründung der USA interessiert verfolgt, sollte klar sein, dass die Machthaber mit ihren Regierungen seit jeher sich überall auf der Welt einmischten, ihr Volk belogen und in Kriege führten und spätestens seit dem ersten Weltkrieg Weltmachtansprüche formulierten. Die Politik der USA ist ein einziges Lügen-und Schmierentheater, getragen von Konzerninteressen und Phobien bezüglich Kommunismus (den es nie gab) und Nationen, recht fix wirtschaftlich aufstehen konnten, nachdem man sie gedemütigt hatte. Ihre Vertreter (der USA) sind allesamt Blender und Primaten. Auch schwarze Schafe als Präsidenten änderten daran nichts. Farben und Geschlechter wenden nichts zum Besseren. Das wissen wir seit der Erstwahl der bleiernen Kanzlerin! Wo Mord und Krieg aufflammt, haben die USA ihre Klauen im Spiel. Wo Kriegsverbrechen und Völkerrechtsbruch eine Heimat finden, dort agiert die USA. Wo anderen Völkern Schuld, Sühne, Ressourcenraub, Reparationssklaverei samt Besatzung aufgezwungen wird, sind die USA die Quelle des Verbrechens. Wer hier noch mehr Fakten benötigt, um aufzuwachen, dem ist nicht zu helfen. Allein der Umgang mit der eigenen Bevölkerung in den USA (Ureinwohner, Farbige, Latinos, Soldaten, Normalos) und der durch hauptsächlich jüdische Religionsangehörige geprägten Weltstrategieirrsinn sollte uns reichen, die Ketten zu sprengen und die wahren Feinde der Menschheit ins Visier zu nehmen. Ja, das böse verbotene Wort wieder! Doch lesen sie die Namen der „Eliten“ und deren Knechte in Position und Medien sowie Schauspielereliten. Alle aus einem Topf! Nicht der Russe von heute ist der Feind!

    • Was soll den Bürger den Irritieren.
      Wer sich die Tagesschau rein zieht, ist doch an keiner andern Meinung interessiert.
      Also will nicht IRRITIERT werden. ( Dann wäre ja nachdenken angesagt)
      Es liegt einfach am Desinteresse der Menschen, sich wirklich informieren zu wollen.
      Das ist das ganze Geheimnis. Das funktioniert jeden Tag.
      Da muß schon außergewöhnliches passieren. Z.B ein kleiner Herzinfarkt und anschließende Arbeitsunfähigkeit mit Frühverrentung.
      Nur dann stellt der Schlafmütz fest, dass sich kein Schwanz um seine Misere kümmert, da ja alle Tagesschau glotzen. Und gut informiert sind.
      Da erfährt man so einiges über die wirklichen Probleme dieser Welt. Und die bösen Buben werden auch beim Namen genannt.
      Was interessiert die Armutsschwelle, vor der der Nachbar gerade seht, und die über kurz oder lang jeden treffen kann.

      https://deutsch.rt.com/meinung/70180-rente-in-deutschland-nach-essen/

      Und deshalb geht es Deutschland gut.
      Oder ist jemand anderer Meinung.
      Dann sind sie wohl ein Verschwörungstheretiker und fallen auf Populisten rein.

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