Tagesdosis 8.7.2019 – Christine Lagarde: Technokratin im Dienst der Ultrareichen

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Der Europäische Rat, die Runde der Staats- und Regierungschefs der EU, hat vergangene Woche beschlossen, die Französin Christine Lagarde zur Nachfolgerin des seit November 2011 amtierenden EZB-Präsidenten Mario Draghi zu machen. 

Die Entscheidung ist richtungsweisend und enthüllend zugleich. Wann immer die EZB, die seit der Eurokrise mehr als 2 Billionen Euro zu immer niedrigeren Zinsen an ultrareiche Investoren vergeben hat, kritisiert wurde, haben Politiker auf ihre „neutrale“ und „unpolitische“ Rolle verwiesen.

Dieser Anschein wird nun fallen gelassen. Christine Lagarde ist keine Ökonomin, sondern Juristin und Politikerin und hat darüber hinaus acht Jahre lang als Chefin des IWF gezeigt, welche politische Agenda sie verfolgt.

Sie hat mitgeholfen, abgewirtschaftete Regierungen und insolvente Banken über Wasser zu halten und den arbeitenden Menschen die Kosten für die Rettungsaktionen aufzubürden. Sie hat dazu beigetragen, ganze Länder wie Griechenland dem Ausverkauf an zahlungskräftige Investoren preiszugeben. Ihre Politik ist dafür mitverantwortlich, dass Gesundheits- und Ausbildungssysteme zerstört und die Arbeitslosigkeit – insbesondere unter Jugendlichen in Südeuropa – in die Höhe getrieben wurden. 

Während sie selbst ein steuerfreies Jahresgehalt von 467.940 US-Dollar und eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 83.760 Dollar erhält, hat sie nie die geringste Hemmung gezeigt, wenn es darum ging, Sozialleistungen für Bedürftige zu kürzen, Renten zu senken oder Jugendlichen das Recht auf Ausbildung und Arbeit zu verwehren.

Ganz anders dagegen hat sie sich den Ultrareichen und den Mächtigen gegenüber verhalten. In einem von der französischen Zeitung Le Monde veröffentlichten Brief hat sie sich 2007 beim damaligen französischen Präsidenten Sarkozy in folgenden Worten um den Posten als Finanzministerin beworben: 

„Benutz mich so lange, wie es dir passt … Wenn du mich brauchst, benötige ich deine Führung und Unterstützung: Ohne Führung wäre ich ineffizient, ohne Unterstützung wäre ich nicht sehr glaubwürdig. Mit meiner immensen Bewunderung, Christine L.“

Nachdem Sarkozy ihre Unterwürfigkeit tatsächlich mit dem Finanzministerposten belohnte, revanchierte Lagarde sich auf ihre Weise: Sie sorgte dafür, dass einem seiner Wahlkampf-Finanziers nach einem Prozess um entgangenen Gewinn eine „Entschädigung“ von mehr als 400 Millionen Euro aus Steuergeldern gezahlt wurde. 

Das großzügige Geschenk wurde ihr allerdings fast zum Verhängnis, denn ein französisches Gericht kippte den Deal und sprach Lagarde der Begünstigung für schuldig, verzichtete aber – offensichtlich unter politischem Druck – auf eine Bestrafung. 

Es ist kein Zufall, dass der EU-Rat in unseren Tagen jemandem vom Zuschnitt einer Christine Lagarde das Steuer der EZB übergibt. Schließlich hält die EZB das europäische Finanzsystem seit der Krise von 2007/08 und der darauffolgenden Eurokrise durch Maßnahmen am Leben, die der Finanzelite riesige Gewinne eingebracht, den sozialen Graben zwischen ihr und der arbeitenden Bevölkerung immer weiter vertieft und die Risiken im System gewaltig erhöht haben.

Obwohl diese Politik den Menschen immer als eine „vorübergehenden Notlösung“ präsentiert wurde, ist mittlerweile klar, dass es aus ihr keinen Ausweg mehr gibt. Im Gegenteil: Angesichts der sich anbahnenden Rezession und der in den vergangenen zehn Jahren entstandenen Rekordverschuldung von Staaten, Unternehmen und Privathaushalten wird die EZB unter Lagarde gezwungen sein, ihren Kurs fortzusetzen und zu verschärfen. 

Das System wird dadurch zwar nicht gerettet werden, aber sein finaler Zusammenbruch kann weiter hinausgezögert und der Elite damit die Gelegenheit gegeben werden, es noch weiter zu den eigenen Gunsten zu melken.

Die hierzu notwendigen Maßnahmen – billiges Geld für die Finanzelite, Enteignung der Sparer durch Negativzinsen und drastische staatliche Sparmaßnahmen – werden von den Verantwortlichen vor allem zwei Eigenschaften erfordern: Auf der einen Seite bedingungslose Unterwerfung unter die Interessen der Ultrareichen, auf der anderen Seite menschliche Kälte und soziale Gewissenlosigkeit gegenüber der arbeitenden Bevölkerung, insbesondere den unteren Einkommensschichten.

Mit der Entscheidung für Christine Lagarde als EZB-Chefin setzt der EU-Rat auf jemanden, der seit Jahren immer wieder beweist, dass er diese Eigenschaften im Überfluss besitzt.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Alexandros Michailidis/ Shutterstock

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12 Kommentare zu: “Tagesdosis 8.7.2019 – Christine Lagarde: Technokratin im Dienst der Ultrareichen

  1. Es wäre durchaus möglich, sich in die Funktionsweise unseres Geldes hineinzudenken.

    Der Webseitenauftritt etwa des BMWi lässt jedoch sehr stark daran zweifeln, dass man sich dort an irgendeiner gedanklichen Zukunftsarbeit beteiligt.

    Ich lese dort etwa Sätze wie: „Regionale Förderung erfolgt künftig nicht nach Himmelsrichtung, sondern nach Bedarf“

    Anstatt aber den Staat als starken Helfer zu betrachten, der doch stets für alle in die Bresche springen kann, könnten unsere Staatsdiener einfach mal nachdenken.

    Wenn etwa der Staat Subventionen bezahlt, dann ist da doch nicht ein übernatürliches Wesen, wie etwa ein Gott, der an uns alle Geld bezahlt.

    Vielmehr bekommen wir alle infolge der Staatsausgaben jeweils eine Schuldeneinheit angelastet, aber die Möglichkeit zur Tilgung dieser beim Sozialisieren von Schulden entstandenen Schuld, die hat doch jeweils nur der Geldbesitzer.

    Wir erkennen es jedenfalls, dass wir mit Schulden nur so um uns herumschleudern, weil der starke Staat wegen der Allianz zwischen Politik und Banken dies doch durchaus vermag, aber die Möglichkeit zur Entschuldung bekommt doch jeweils nur der Geldbesitzer.

    Schließlich wollen Banken irgendwo verdienen und wenn das gesellschaftliche Miteinander mit dem Verstand funktionieren würde, dann könnten Banken doch gar nicht mehr auf betrügerische Weise Geld aus dem Nichts verleihen.

    Beim Geld gibt es also das Missverhältnis, dass wir infolge des fehlenden Nachdenkens unserer Politik für die Aufgaben des Staates ständig alle zusammen eine Schuld angelastet bekommen, für deren Abbau aber die notwendige Geldmenge fehlt.

    Vielmehr sind es doch immer jeweils nur einzelne Personen, die es doch mit dem etwas sonderbaren Ereignis ihres eigenen privaten Konsums allen anderen Personen überhaupt ermöglichen, von einer völlig unbekannten und vor allem rasant ansteigenden Schuldenmenge überhaupt eine Schuldeneinheit wieder abzutragen.

    Alle anderen Personen bleiben aber doch auf immer schneller sozialisierten Schulden dauerhaft sitzen und müssen für diese Schulden auch Zinsen bezahlen.

    Diese vielen Zinsen werden meistens in die Einkaufspreise einkalkuliert. Bei den Zinsen für die Staatsschulden werden diese mit der Besteuerung erhoben.
    Aber werden sie das wirklich?
    Schließlich können doch bei uns Konzerne mit entsprechenden steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten eine Besteuerung fast völlig vermeiden.

    Jedenfalls hat die Deutsche Börse in einem ihrer Artikel doch die für uns maßgeschneiderten Lösungen durchaus parat:
    Wachstum fördern!
    Mit maßgeschneiderten Finanzierungsmodellen
    neue, zukunftssichere Arbeitsplätze schaffen

    Das Informationsamt der Bundesregierung hat auf ihrer Webseite ähnliche Überschriften:
    Freiheit für mehr Wachstum

    Dann sehe ich bei der Zeitung Die Welt folgende Überschrift:
    „Wachstum schafft Arbeit“, behauptet die Koalition – dabei ist es genau andersherum

    Anstatt aber darüber nachzudenken, ob Arbeit oder Wachstum wichtiger ist, müssen wir uns vielmehr mit der Logik von Geld und Schulden in der Gesellschaft gedanklich auseinandersetzen.

    Jedenfalls ist es fatal, wenn wir infolge des permanenten Nicht-Nachdenkens der Politik ständig sozialisierte Schulden angelastet bekommen, für die auch noch die Zinslasten mit der Zeit immer schneller ansteigen.

    Aber die Möglichkeit sich zu entschulden hat dann doch jedes Mal nur der Geldbesitzer.

    Unabhängig von der Frage, ob man mit unserem Geld die immer schneller explodierenden Schulden überhaupt jemals zurückzahlen könnten, könnten wir uns etwa mit der Frage beschäftigen, ob der private Konsum einzelner Personen darüber entscheiden sollte, ob alle anderen Personen quasi ein „Einkommen“ erzielen können.
    Aber das Einkommen ist doch nicht ein Wert schlechthin, sondern irgendwo eine abstrakte Möglichkeit von der gesamten Menge an Schulden eben gerade Schulden in Höhe des eigenen nominalen Geldbesitzes zu tilgen.

    Schließlich gibt es doch auch den Nicht-Konsum einzelner Personen und dieser lässt doch die Schulden aller anderen Personen regelrecht explodieren.

    Hier gibt es zudem noch das Problem, dass wir es wegen der Geldillusion doch gar nicht wissen, wie viele Schulden es auf der Welt gibt und daher wissen wir es auch gar nicht, wie hoch überhaupt unser Einkommen sein müsste.

    Bei Reuters war am 4. FEBRUAR 2016 zu lesen
    Draghi – EZB muss Mini-Inflation entschlossen bekämpfen

    Aber Herr Draghi bekämpft doch keine Inflation. Vielmehr sorgt er mit seinem „Gelddrucken“ dafür, dass sich für uns die Möglichkeiten ein Einkommen zu erzielen insofern verbreitern.

    Allerdings ahnen wir es, dass seine Geldpolitik so nicht funktionieren kann.

    Die Geldexpansion der EZB funktioniert doch auf fehlerhafte Weise deshalb, weil Banken Geld aus dem Nichts, aber eben doch ausgerechnet an reiche Bankkunden, verleihen.

    Wir können einerseits darüber nachdenken, wie wir den Fehler der Unmöglichkeit des Schuldenabbaus von sozialisierten Schulden beseitigen.

    Ebenso könnten wir darüber nachdenken, ob eine Marktwirtschaft überhaupt funktioniert, weil diese in Wirklichkeit keine Tauschwirtschaft ist, sondern ein kaum nachzuvollziehender Debitismus ist.

    J. M. Keynes hat die Ökonomie maßgeblich mitgestaltet. Sein Standardwerk ist:
    „Zur Allgemeinen Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes“

    Ich lese im Online-Lexikon Sätze wie:
    Nach Keynes tendiert der freie Markt zu einem Gleichgewicht bei Unterbeschäftigung und keinesfalls zur Vollbeschäftigung

    Allerdings gibt es doch beim Geld keinen Tausch. Vielmehr ist Geld ein abstraktes Enschuldungsmittel und beim Geld ist es doch vor allem für den Einzelnen völlig unbekannt, für welche Schulden dem Grunde nach und vor allem auch der Höhe nach der eigene Geldbesitz überhaupt gut sein könnte.

    Wir kommen also zu dem Ergebnis, dass Geld sich eben gerade nicht als Allokationsmittel eignet.

    Daher könnten youTube-Videos wie folgendes möglicherweise weiterhelfen:
    „Wer bestimmt, WAS, WIE & WO produziert wird?“ – Dr. Friederike Habermann & Prof. Niko Paech

  2. Die Frage ist ja auch, was treibt diese Leute dazu an, so weiterzumachen?

    Die Ultrareichen sind so reich, den kann es nicht mehr direkt um Geld gehen.
    Die unteren Schichten der Handlanger, sind da noch eher gerne bereit mehr Kohle zu machen, bekommen sie zwar im Vergleich zur breiten Masse weit mehr, aber auch nicht soviel, um noch mehr zu wollen. Sie bleiben also Speichellecker.

    Das System hat ja auch einen Punkt eingebaut, der irgendwann aus dem Rebell den Beführworter macht.
    Das macht dieses System so stark und führt immer wieder dazu, dass es überlebt und getragen wird.
    Denn in diese Posten der Entscheidung, werden ja keine finanziell kleinen Leute gesetzt, die dann so entscheiden werden, dass ihnen selbst und somit allen besser geht. Sondern es kommen ja nur die Leute dahin, die den Reichtum ja auf Kosten der breiten Masse haben und das bewahren wollen.

    Dieser Fehler im System führt immer wieder dazu, dass aus einem Menschen der zu den 90% Ausgebeuteten gehört, dann einer von den 10% wird, die das eigentliche tiefe System der 0.01% dahinter bewahrt und selbst verteidigt, denn seine dann bestehende Freiheit durch Geld basiert ja auf dem aktuellen Stand.
    Diese Falle ist der Grund warum sich nie etwas ändert.

    Der Systemkern müsste dazu grundlegend verändert werden, aber dazu haben wir nur dann die Chance, wenn wir geschlossen auftreten. Und das wissen ja diese Machtkonstrukte aus der Vergangenheit, wo die meisten aus der breiten Masse, immer wieder „dumm“ in ihr beschauliches Leben geboren werden, indoktirniert werden, fehlinformiert und aufeinandergehetzt sind.
    Der Reichenapparat arbeitet also stetig am Erhalt und versucht es gleichzeitig unsichtbar zu machen.

    Es besteht also stets ein Interessenkonflikt. Der der wie auch immer die Seiten wechselt hat, jetzt also auf der anderen Seite des Zaunes steht, seine jetzige Stellung, Reichtum, Macht ja nur deswegen vorhanden ist, weil das System ganau so ist wie es ist, wird ganz zwangsläufig dies schützen.

    Die Logik die sich daraus ergibt macht also deutlich, dass alle diese Politiker und sonstige 10% den Erhalt wünschen. Auch der kleine Lottogewinner, der sich nun 2,3 oder um 4 Millionen reicher sieht, wird Angst haben, dass dieses System bricht, er seine gewisse Freiheit verliert und die Seiten soweit wechseln, dass System zu bewahren.
    Er wählt dann lieber CDU als das System abzulehnen. Er steht auf der anderen Seite des Zaunes und nimmt automatisch die Haltung ein das es so bleibt.

    Das heisst das wir am Ende immer auf die vertrauen in diesen Posten, die nicht nur kein Interesse haben das es sich ändert, basiert ja ihre Stellung darauf, sondern aktiv für den Erhalt und gegen die Änderung arbeiten. Somit also stetig Lügen, Illusionen und Propaganda verbreiten, Gesetze brechen und neue gegen den Menschen gerichtete erschaffen, Menschen ausplündern usw.

    Daher ändert sich auch nie etwas, sondern es geht schleichend, systembedingt, immer weiter bergab. Man kann wählen wen man will, es wird nur getrickst, gemogelt, geschützt etc. Schaut man sich nur die letzten 40 Jahre an, ist es unverkennbarer denn je für uns, die gerade die Zeit durchleben (müssen).
    Wie viele Versprechen, wieviele Politker hat es gegeben. Welche Möglichkeiten und Chancen bietet der heutige Fortschritt und wie wurde es am Ende umgesetzt und wohin entwickelt sich das System?

    Wer also glaubt mit dieser Systemgrundlage wird sich etwas wandeln, man müsste nur den richtigen wählen, wird sich am Ende als entrechteter Sklave wiederfinden. Es ist ja jetzt schon teils so, man siehe ALG 2 und die verdeckte Sklaverei und illegale, gesetzeswidrige Entrechtung, die als eigentliches Ziel ja über Angst und Druck den Dumping bei der arbeitenden Bevölkerung hat. Und es klappt wunderbar wie man sieht.. Die Propaganda, die nichts weiter ist als eine Werbung für diese Zustände, funktioniert ebenfalls ziemlich gut, da viele Menschen das H4-System als nötig und ok und richtig ansehen, ohne zu merken, dass es ihre eigene Falle ist in die sie da getappt sind.

    Wir brauchen also eine echte Systemänderung im Kern. Dazu braucht es den Zusammenschluss, also das Gegenmittel, was aktuell stetig versucht wird zu verhindern, in dem man die ganzen Parteien spaltet und aufeinander hetzt.

    Wir müssen dabei keine Detailfragen klären. Wir müssen das Große und Ganze sehen und erstmal in eine Richtung schauen. Der Rest wird sich ergeben…

    • Das klingt mir aber sehr düster …. endzeitmäßig. Das ist nicht gut.

      These:
      Nichts ist von Dauer, denn alles hat sein Anfang und sein Ende.

      Jedes Leben und jedes Ding kennt seinen eigentümlichen Tod bzw. seine allmähliche Veränderung. Alles geht einem Wandel zu. Nichts bleibt wie es ist.

      Aber wenn das Alte nur durch das Neue ersetzt wird, dann findet nur ein Austausch statt, denn das Prinzip bleibt das Gleiche.

      Was ist mit dem dahinter stehendem Prinzip? Unterliegt es nicht auch einem Wandel? Warum soll es unverändert bleiben und eine Ausnahme bilden?

      Jedem Prinzip liegt eine Idee zu Grunde. Also woher kommen die Ideen? Aus den Rundfunkanstaltungen und Zeitungen? Nicht die echten und neuen Ideen …. nur das Nachgesprochene, die Papageienstimme, die ungelebten Ideen, die noch nicht durch den Tod gegangen sind.

      Was heißt eigentlich „Ideen, die noch nicht durch den Tod gegangen sind“.
      Jede Idee, die sich ver-wirk(t)-licht ist eben nur eine Idee, eine einseitige Ausprägung. Es spielt zunächst keine Rolle, ob die Idee eine Gute oder Schlechte ist. Die gute Idee wird immrer mehr verbessert und die Schlechte Idee muss als solche erkannt werden … und das kann sehr schmerzhaft werden. Mit der Konfrontation von verwirklichsten Ideen taucht der Mensch immer tiefer in die Geheimnisse der Gestaltung/ Schöpfung ein und wird mit seinen eigenen „Ungeheuer der Einseitigkeit“ konfrontiet, die sich nicht in die „Naturgesetze“ einordnen lassen.

      So … und wie wird es weiter gehn mit der alten knochigen Dame Christine Lagarde. Wer möchte mit ihr tauschen? Wer solche Sätze der Selbstaufgabe schreibt…. also sich aus der Verantwortung stiehlt und sexuelle Spiele als Politikgestaltung erhebt muss nach meiner Ansicht seine eigene Mitte verloren haben … oder besser „die hat doch ne´Macke“

      Christine Lagarde: „Benutz mich so lange, wie es dir passt … Wenn du mich brauchst, benötige ich deine Führung und Unterstützung: Ohne Führung wäre ich ineffizient, ohne Unterstützung wäre ich nicht sehr glaubwürdig. Mit meiner immensen Bewunderung, Christine L.“

    • Ich denke Du hast das treffend zusammengefasst.
      Das Problem mit dem Zusammenschluss ist, dass wir dazu vermutlich zu viele sind. Jeder hat seine eigenen Prioritäten, jeder eine etwas abweichende Sicht, und jeder seine Gründe, von den verschiedenen Fraktionen der 90% mindestens die Hälfte zu verachten oder zu bekämpfen. Die Gemeinsamkeit geht dabei unter, und die Konzernmedien nutzen das nach Kräften und gießen noch Öl ins spalterische Feuer.
      Ich hab mir mal die Mühe gemacht, über solche Themen mit anderen Kulturkreisen aus der Nachbarschaft, der deutschen Sprache absolut mächtig, nur ansatzweise zu reden. Seitdem halten die mich für einen Neo-Nazi. Die großen Zusammenhänge interessieren sie nicht, aber für dieses Werturteil ist TV-seitig genug hängen geblieben, Verständnis für Russland – Nazi!
      Deutsche Bekannte hingegen halten mich mit meinen Themen für asozial, viel zu weit links als heute noch gut wäre.
      Nach anfänglicher Euphorie würde ich sogar sagen, dass es schwerer geworden ist im Laufe der Jahre, zu den Menschen durchzudringen, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Vergiftet ist alles.

    • @Ancastor.gardian
      Geht es denn um etwas anderes als immer nur um die gleiche Frage: wie käuflich ist man?
      Die „echte Systemänderung im Kern“ muss wohl zu allererst bei jedem von uns selbst beginnen, indem wir uns die Frage stellen: Wie frei will ich sein? Lasse ich mich kaufen oder nicht?
      Denn was will man uns anhaben, wenn das ganze Geld nichts nützt, weil man uns nicht kaufen kann, und wenn wir als selbstbewusste Individuen nicht empfänglich sind für all die süßen Verlockungen der Macht?

      @Freischwimmer
      „Nichts ist von Dauer, denn alles hat sein Anfang und sein Ende“. Ja, das ist nicht düster, sondern macht Mut. Mut, den man dringend braucht, will man Missstände ändern. Es ist eben nicht endzeitmäßig, sondern nur hoffnungsvoll. Es hat mit dem Glauben an etwas Positives zu tun, der leider vielen Nicht-Glaubenden abgeht, die sich auf ihre rein rationale Aufgeklärtheit etwas zugute halten.

  3. Ihrem Karriereweg zufolge ist Lagarde auch Transatlantikerin.
    Und Transatlantiker in der EU sind ja nun nichts neues, aber jetzt Lagarde als EZB-Chefin und Leyen als Kommissionspräsidentin erweckt den Eindruck, als ob die EU endgültig eine Filiale von USA/FED/IWF wird.

  4. Christine Lagarde ist sowohl als auch und deshalb immer auch weder noch.
    Sie soll durch den „Epic Split“ die Polaritaeten ueberbruecken und beruhigen helfen.
    Einer der besten Pferde von Goldman/Sachs zum eintueten der Menschheitsfamilie
    in die neue Eine- Geld-Weltordnung wird jetzt in das „Monopoly“der Reichen und Maechtigen geschickt.
    Und dann Mary Christmas fuer die ,die es geschafft haben.
    https://youtu.be/T-D1KVIuvjA

    • Ich muss schon lachen,,wenn ich“ Chamäleon“ Lagarde sehe.
      https://images.app.goo.gl/TnEhmPUs3RoE1Jfu8

      Das Krisen-Tagebuch des Peer Steinbrück*
      In einer der vielen internationalen Sitzungen, in denen wir über die Finanzmarktkrise und ihre Folgen brüteten, schob mir meine französische Kollegin Christine Lagarde einen Zettel zu. Darauf stand: „Der Unterschied zwischen Kapitalismus und Kommunismus: Im Kommunismus werden die Banken erst verstaatlicht, und dann gehen sie bankrott. Im Kapitalismus gehen die Banken bankrott, und dann werden sie verstaatlicht. Treffen Sie Ihre Wahl.“ Das war für mich einer der wenigen Momente der Erheiterung in der hochangespannten Zeit seit Ausbruch der Finanzkrise im Sommer 2007.

  5. The point of no return?!

    Ich frage mich was passiert, wenn man allen Reichtum hat und die totale Herrschaft besitzt. Ja, wenn die Gier, der Wahn und der Hunger immer noch nicht gesättigt ist und nach mehr verlangt. Wird man dann seine eigenen „Kinder“ fressen, das was den eigenen Reichtum und die eigene Herrschaft ausmacht?, oder folgt der totale Zusammenbruch, der Schmerz, die Besinnung und der endlose Leidensweg der Einsamkeit?
    Wenn jegliche Art der Beteubung bis hin zur Überdosis nicht mehr hilft, nicht einmal die Selbstzerstörung, werden dann die eigenen Sinne ungebremst zum Orchester blasen und Elend und Leid das Sein bestimmen? Oder wird der Tod dem alles ein Ende setzen? Gibt es eine Form der Gerechtigkeit oder ist das ein Opferweg, damit die Menschen endlich aufwachen und Verantwortung übernehmen? Verantwortung in welchem Sinne?

  6. „Benutz mich so lange, wie es dir passt … Wenn du mich brauchst, benötige ich deine Führung und Unterstützung: Ohne Führung wäre ich ineffizient, ohne Unterstützung wäre ich nicht sehr glaubwürdig. Mit meiner immensen Bewunderung, Christine L.“
    Absolut widerwärtig und todtraurig, diese selbstzerstörerische Kriecherei, dieser Verkauf der eigenen Seele – um eine Zeit lang Geld und Schlagzeilen zu bekommen.

    Und der irre mainstream feiert Lagarde – genauso wie Merkel – genauso wie von der Leyen – als „Frauenpower“. Was ist an solch devoten, fühl- und seelenlos Funktionierenden Frauenpower ?

  7. Zunächst hier:

    Jonsdottirs Bilanz ist bitter: Parteien wären Teil einer Religion, die Gesetzgebung sei die neue Bibel. “Das System ist selbsterhaltend”, klagt sie. “Aber es löst nicht die wichtigen Probleme, die wir lösen müssen.”

    Aus:

    Missing Link: Kontrollverlust der liberalen Demokratien – Panik ist angebracht
    Klassischer Parlamentarismus westlicher Demokratien ist selbsterhaltend, löst aber keine wichtigen Probleme. Studien bestätigen den Machtverlust der Parlamente.
    (heise)

    Und dann hier:

    Es ist eine tragische Verschwendung von Volksenergie, den gleichen Kampf immer wieder zu führen. Deshalb erklären diejenigen von uns, die Radikale sind, den Menschen: Kämpfe nicht für die nächste Reform weiter. Dies ist ein System, das die Reform so schnell wieder rückgängig machen kann, wie wir sie geschaffen haben. Das Problem liegt im System selbst. Und deshalb ist die einzige wirkliche Lösung eine Änderung des Systems.

    Aus:

    Kapitalistische Unternehmen oder Arbeitergenossenschaften? | Interview mit Professor für Wirtschaft

    Richard D. Wolff über Arbeiterkooperativen, kapitalistische Unternehmen und die Geschichte der Arbeiterbewegung
    (acTVism, Transcript als pdf)

    Und zuletzt was ist und was weiter kommt, auch passend zu dieser Tagesdosis:

    Das Weltwirtschaftsforum und die Vereinten Nationen (UN) haben ein Memorandum of Understanding zur Intensivierung ihrer Zusammenarbeit unterzeichnet. Es ist der UN erkennbar peinlich – aus gutem Grund. Es ist ein weiterer Schritt der Selbstentmachtung der UN und ein weiterer Meilenstein für den Club der Multis auf dem Weg zu seinem erklärten Ziel – der Weltherrschaft. Zu starker Tobak? Lesen Sie selbst, was das Weltwirtschaftsforum zu dem Thema schreibt.
    (…)
    Beginnen wir mit der Feststellung, dass die Konzerne schon lange mächtiger sind als die UN. Das wollen die Konzerne anerkannt und in formelle Mitregierungsrechte transformiert sehen: Im O-Ton:

    „Im Fall der Multinationalen Konzerne hat ihre effektive Reichweite als de-facto Institutionen der globalen Governance schon lange die Tätigkeit des UN-Systems überflügelt. (…) Multinationale Konzerne und zivilgesellschaftliche Organisationen müssen als vollwertige Akteure im globalen Governance System anerkannt werden, nicht nur als Lobbyisten.“

    Das soll dann so aussehen, dass die Konzerne die Entscheidungen treffen und die UN und die Regierungen diese Entscheidungen dann den Völkern verkaufen und sie nachträglich legitimieren:

    Koalitionen der Willigen und Fähigen sollten die Führungsrolle bei der Bewältigung ungelöster globaler Probleme übernehmen.

    “Der Ansatz des Forums besteht darin, das Davos-Modell in den Status einer neuen expliziten Form der globalen Governance zu erheben. ‘Multi-Stakeholder-Gruppen’, ‘Öffentlich-Private-Partnerschaften’ oder ‘Koalitionen der Willigen und Fähigen’, wie sie im Report Everybody’s Business genannt werden, sollten die Führungsrolle bei der Bewältigung ungelöster globaler Probleme übernehmen.

    Aus:

    Der Griff der Großkonzerne nach der Weltherrschaft
    (norberthaering)

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