Tagesdosis 8.8.2018 – Der Drops ist gelutscht, Freunde (Podcast)

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Wie kann es sein, dass der Untergang der Menschheit so wenig Interesse erweckt und die Titelseiten sich in dieser Woche, wie in den Wochen und Jahren zuvor, eher mit der Partymetropole Berlin oder dem Elend der Patchwork-Familie beschäftigen als mit der im Grunde einzigen und überwölbenden und schrecklichen Realität unserer Zerstörung des Planeten? Wie kann es sein, dass mit magnetischer Intensität über Abschiebung und Asyl, über BAMF und drei bayerische Grenzübergänge diskutiert wird, während jeder Tag einer zu spät ist?, schreibt Georg Diez in seiner Kolumne auf Spiegel-Online, vom 5. August 2018.

Der menschengemachte Klimawandel ist eine schon seit Jahrzehnten von unserer Spezies in Gang gesetzte planetare Katastrophe, die eines ganz sicher in vielen von uns festgeschrieben hat: Sie wird passieren! Vielleicht überleben einige von uns, was ich für absolut unwahrscheinlich halte, vielleicht 0,0001 Prozent, was optimistisch klingt. Albert Einstein sagte einmal sinngemäß, er wüsste, wie der dritte Weltkrieg geführt würde, aber danach wären wir wieder beim Faustkeil angelangt und müssten alles wieder neu erfinden. Die Überlebenden wären wieder Indios.

Der menschengemachte Klimawandel ist der Champions League-Gewinner der mit Angst besetzten Themen – weltweit. Letztes Jahr stand ab Mai 2017 bis April 2018, also fast ein ganzes Jahr lang Deutschland unter Wasser. Es regnete und regnete. Keine sieben Tage in Folge ohne Regen, der tagelang anhielt. Wo kam dieser viele Regen her? Und der Sommer 2017? Wo hatte der sich versteckt? Wettermäßig betrachtet war das kein schönes Jahr, das Jahr 2017. War daran der menschengemachte Klimawandel schuld? Niemand brachte das so in den Zusammenhang und wenn doch, so habe ich davon nichts gehört. Bei diesem Sommer ist das schon anders. Sobald es wärmer wird als gewohnt, ist der Klimawandel Thema.

„Der Drops ist gelutscht.“

Gibt es einen menschengemachten Klimawandel überhaupt? Da streiten sich viele drüber. Auch sehr viele Klimawissenschaftler streiten sich darüber. Die einen sagen Ja, es gibt einen menschengemachten Klimawandel und die anderen sagen Nein, den gibt es nicht. Das Klima schwankt immer und an einen menschengemachten Klimawandel zu glauben sei reine Hysterie. Dann gibt es noch die Klimawissenschaftler, die sagen, ja, es gibt den menschengemachten Klimawandel, aber der ist nicht so schlimm, wie man ursprünglich behauptet hatte und andere wiederum, die sagen Ja, es gibt den menschengemachten Klimawandel, aber der ist noch viel schlimmer als ursprünglich gedacht. Dazwischen gibt es dann noch jede Menge Spekulation. Und wo der Mensch Spekulation vorfindet, da treffen sich ruckzuck auch die Spekulanten. Und diese kommen dann zumeist aus der Industrie und wollen Waren an den Mann bringen oder sie kommen aus der Politik und wollen ihre Politik damit aufheizen. Angst ist seit jeher, nicht nur im Krieg, ein Bombengeschäft. Angstvergrößerung und Dauerbefeuerung ist das lukrativste Geschäft überhaupt. Für die Politik und die Industrie.

Was wissen wir über Worte? Was richten sie an? Tiefenpsychologisch? “Politisches Framing”, wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht, ist im deutschsprachigen Raum das Standardwerk über Framing. Hervorragend geschrieben von Elisabeth Wehling. Wer sich auch nur annähernd mit dem menschengemachten Klimawandel auseinandersetzt, der wird schnell verstehen, dass da etwas sehr Handfestes dran ist. Unsere Zivilisationskultur verbraucht eine Riesenmenge an Energien. Ich will hier jetzt nicht mit Zahlen jonglieren. Auch nicht mit Wetterszenarien oder Meeresspiegelerhöhungen, Gletscherrückgängen und Polkappenschmelze. Wir Menschen sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen und das tun wir auf eine derart penetrante Art und Weise, dass man an der viel gepriesenen menschlichen Vernunft verzweifeln könnte. In dieser Unvernunft verbirgt sich der größte Wettbewerb aller Zeiten: Profitmaximierung um den Preis des Lebens auf diesem Planeten. Der Einsatz ist alles, was lebt, dem unterzuordnen.

Dirk C. Fleck, eine Koryphäe auf dem gesamten Gebiet der Natur- und Lebenszerstörung durch den homo sapiens sapiens sagt: Der Drops ist gelutscht. Holger Strohm, Pionier und Begründer der Anti-Atomkraft-Bewegung in Europa sagt ähnliches, wenn man ihn darauf anstupst. Ich nicke beiden zu, denn auch ich glaube, dass der Drops längst gelutscht ist. Und alle die jetzt entsetzt nach Hoffnung fragen, antworte ich: Hoffnung ist eine schlechte Strategie. Fakt ist, wir alle und unsere Nachkommen werden im Zeitalter der Katastrophenverdichtung leben, dem Anthropozän, wie man es ausserhalb der Wissenschaften nennt. Wir erleben die Verdichtung der Katastrophe derzeit, schleichend, nicht riechend und nicht schmeckend, fühlbar durch das Wetter, dass nur die Vorhut von dem darstellt, was als Auslöschung der Menschheit niemals in unseren Geschichtsbüchern Erwähnung finden wird. Denn unsere Geschichte ist dabei, zu enden. Niemand weiß wann, doch der Stein rollt. Es wird für die letzten Überlebenden, also die, die den Großteil der Welt noch als Wüste erleben werden, schlimmer werden als für die, die einen Fallout, also einen nuklearen Winter zu erleben hätten.

Bei einem Klimawandel solchen Ausmaßes, wie er uns laut Wissenschaften bevorsteht, werden die Pole ihren Kurs ändern. Kontinente werden sich bewegen, das Magnetfeld der Erde wird sehr stark schwanken, Waldbrände werden über Jahre brennen, bis das Magnetfeld der Erde gänzlich kippt. Und wenn das geschieht, dann erleben wir endlich live all die Hollywood-Szenarien aller großen Actionhelden der letzten 30 Jahre in einem Bruchteil eines Tages zusammengepresst und für die Dauer von Monaten, ohne Pause. Die Erde wird kein Ort mehr sein, auf dem der Mensch stolz seine Krone zu präsentieren wagt.

Die Sonne, unser oberster Souverän

Hätte das verhindert werden können? Diese Frage wird dann niemand mehr stellen, da sie niemand mehr stellen und das Problem lösen könnte. Ich weiß, stets machen die Klimaforscher ja halt beim Satz, dass beim Klimawandel die gesamten Küstenstädte unter Wasser stünden und Millionen von Klimaflüchtlingen unterwegs wären zu den höheren Stellen auf diesem Planeten. Der Klimawandel ist dann aber nicht zu Ende. Er ist dann erst am Ende seines ersten Drittels angekommen. Die Klimaforscher die vom menschengemachten Klimawandel sprechen und uns auf ihre Szenarien via Computerbilder und Computergrafiken aufmerksam machen, beziehen sich oft nur auf die Auswirkungen dieses ersten Drittels, das mit dem Wetter oder den Wetterzonen im Zusammenhang steht. Sie fixieren ihre Szenarien auf den Raum der Erde, der als Ökosphäre oder als Biosphäre bekannt ist. Alles was unsere Erde ganz direkt mit dem Kosmos verbindet, blendet sie fast komplett aus. Folglich fehlen diese erweiterten Klimawandel-Szenarien auch in vielen Köpfen.

Und so ist bei den meisten Menschen, die vom menschengemachten Klimawandel sprechen, dieses Szenario noch gar nicht angekommen. Der menschengemachte Klimawandel wird im  zweiten Drittel seines Wirkens die Erde aufreißen, den Meeren Tsunamis abringen, gegen die alle uns bekannten Tsunamis, wie Surferwellen erscheinen. Frank Schätzing’s Bestseller, „Der Schwarm“, ist dagegen eine echte Lachnummer.

Klima, das ist zuallererst einmal ein physikalisches Konstrukt innerhalb der Wissenschaften. Dazu zählt, quasi als Ausgangsgesetz unseres Klimas, der Abstand zur Sonne, und zwar der ganz genaue Abstand. Denn dieser verwandelt diesen Planeten, einmal nur minimal verrückt, in eine Eiswüste oder in einen brennenden riesigen Feuerball. Dann das Magnetfeld der Erde. Dieses schützt unseren Planeten jede Sekunde davor, sich augenblicklich in einen Wüstenplaneten zu verwandeln. Ohne ein Magnetfeld kein Klima auf der Erde. Der Mond. Er bewegt die Erde und ihre Meere nicht nur im Äußeren. Er bewegt die Erde auch im Inneren. Der Mond verformt die Erde ständig und ist damit auch für Bewegungen im Inneren und Äußeren der Erde mitverantwortlich. Ohne die Sonne, den obersten Souverän dieses Planeten, geht aber gar nichts. Und ohne den Magnetschild, den die Erde irgendwie selbst gebaut entwickelte, würde es kein Leben und auch keine Atmosphäre auf diesem Planeten geben. Es gäbe dann den Mars gleich zwei Mal. Das Magnetfeld ist damit der Stellvertreter des obersten Souveräns, also der Sonne. Bildlich gesagt hält uns das Magnetfeld die Hölle vom Leib. Auch wesentlich beteiligt an unserem Klima, aber kaum Erwähnung findend, ist die Gravitation. Genauer, die Gravitationskonstante, die laut allgemeiner Relativitätstheorie hier auf unserem Planeten vorherrscht. Auch sie bestimmt unsere Biosphäre maßgeblich mit.

Wenn man sich mit all den Einzelheiten und den Theorien beschäftigt, die diesen Planeten mit Leben gesegnet haben, dann stellt man fest, dass alles auf diesem Planeten wie ein feinmechanisches riesiges Superwerk angeordnet ist. Alles passt ganz genau, noch feiner als haarfein, zueinander. Verrückt sich etwas, so hat das wie in einer nuklearen Kettenreaktion eine Auswirkung auf alles andere. Und diese Auswirkungen können Jahrzehnte, Jahrhunderte oder gar Jahrtausende auf sich warten lassen, bis wir sie bemerken. Sie werden eintreten, das ist gewiss! Wie dann miteinander wechselgewirkt wird, steht in den Sternen. Kein Computer dieser Welt kann das alles berechnen. Vielleicht ein Quantencomputer, irgendwann. Die Klimawissenschaftler wissen das und haben ihre Wissenschaft gemäß der Theorie vom menschenverursachenden Klimawandel neu definiert. Und ihre Ergebnisse sind dadurch exakter geworden. Sie binden en gros in ihre Szenarien die Sonne und das Magnetfeld nicht mehr mit ein. Weil schlichtweg die Rechenleistungen dafür nicht ausreichen. Der menschengemachte Klimawandel ist ein Konstrukt von Rechnern. Und dass es ein Konstrukt ist, muss nicht zwangsläufig heißen, dass sein Ergebnis falsch ist. Wichtiger wäre, die Unbestimmtheit mit einzubeziehen oder sie möglichst klein zu halten. Das, was am Klimawandel vom Menschen verursacht ist, das ist die Ökosphäre und die Biosphäre. Ganz grob gesagt. Das aber betrifft nur einen Teil der Konstanten oder Naturgesetze, die für das gesamte Weltklima, verantwortlich sind.

Der Kaiser zeigt seinen Sonnenbrand

Jetzt kann man sich, wie ich es tat, die Frage stellen, ob denn der Begriff menschengemachter Klimawandel dann noch zutrifft? Exakt sollten wir schon sein, wenn wir angeben, selbst die Schuld für unseren Untergang zu tragen. Was zutrifft. Menschengemacht, ja, Klimawandel, ist für mich dann doch etwas mehr. Die Sonne, der Mond und das Magnetfeld der Erde gehören dazu. Worte erzeugen unbewusst Bilder, Frames in unseren Hirnen und damit auch Verhaltensanweisungen. Man könnte ja auch, was sicher nicht mehr geschieht, das Ganze vielleicht auch menschengemachter Biosphärenwandel nennen. Denn dieses Wortpaar trifft viel eher auf das, was man allgemein hin mit menschengemachter Klimawandel meint. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass dieses Begriffspaar nicht ganz zufällig in unseren Hirne Platz genommen hat. Eine wissenschaftliche Theorie ist keine Ideologie. Hier aber treffen wir auf ein stark ideologisiertes Begriffspaar.

Menschengemacht ja, Klimawandel als Wortbeschreibung, nein?? Wer das sagt, was ich seit ein paar Tagen öffentlich zur Diskussion bringe, der kann sich auf ein großes Unverständnis und ein perfektes Framing bei vielen gefasst machen. Zuhauf verstehen das die Hörer und Leser dann als: Der Rüdiger leugnet den Klimawandel. Was der Rüdiger mit keiner Silbe tut. Die Masse hat ihr Hirn nicht im Griff, das ist eine Tatsache und auch ich schließe mich manchmal davon nicht aus. Es verselbstständigt das vorgefasste Hassbild eines Klimaleugners und fertig ist der Beschuss. Auch der Frame eines Rüdiger als Reichsbürger und das Leugnen des Klimawandels gleichgestellt mit einem Holocaust-Leugner ist mir um den Latz geknallt worden. Nur weil ich ein Wort ändern will und dem gängigen Wort meine Zustimmung verweigere. Ein perfektes sozialpsychologisches Live-Experiment vom Feinsten. Hier empfehle ich einmal das neue Buch von Bernhard Pörksen, Die große Gereiztheit zu lesen. Es geht genau diesem Phänomen auf den Grund.

Jeder, der auf die Wissenschaften verweist, um über den menschengemachten Klimawandel im Netz zu referieren, muss sich die Frage gefallen lassen, welchen Drache er da eigentlich wirklich füttert. Nicht, ob die menschengemachte Superkatastrophe stimmt oder nicht stimmt. Sie stimmt! Haben wir alle hier nicht genau so penibel den elften September 2001 untersucht? Daniele Ganser macht ständig auf Gebäude 7 aufmerksam, auf die BBC-Sprecherin, die über den Einsturz von Gebäude sieben noch vor dem realen Einsturz im Fernsehen live berichtete. Es gibt ganz sicher Hunderte solcher Nebensächlichkeiten in Bezug auf die Türme und alles wurde gezeigt. Der Kaiser wurde derart nackt gezeigt, dass man seinen Sonnenbrand gleich auch sah! Und dieselben Leute, die sich das alles reinziehen, dieselben Leute kümmert es nicht, wenn man sie auf einen falschen Begriff aufmerksam macht. Nennen es Erbsenzählerei. Ich glaube, dass genau diese Erbsen die Wissenschaften ausmachen.

„Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte, achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen, achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten, achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter, achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal!“ Aus dem Talmud. 

Quelle

Den Begriff „menschengemachter Biosphärenwandel“ habe ich dem Friedensaktivisten Stefan Becker dankbar entliehen.
https://www.youtube.com/watch?v=e_-S0XdpfLU
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/klimawandel-die-katastrophe-haette-verhindert-werd en-koennen-a-1221528.html
https://www.youtube.com/watch?v=gEJdEaC_bZo
https://wiki.zum.de/wiki/Talmud
https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist
https://www.rubikon.news/artikel/es-gibt-nichts-mehr-zu-retten

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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