Tagesdosis 9.10.2017 – Die dunkle Seite des Systems

Ein Kommentar von Susan Bonath.

Der Herbst ist da, die Nächte werden kalt. Die Obdachlosen rücken in den Fokus. Ihre Zahl in Deutschland wächst. Verbände schätzen sie inzwischen auf eine halbe Million. Das sind in etwa so viele Menschen, wie insgesamt in Hannover leben. In jeder größeren Stadt kampieren sie – unter Brücken, in Bahnhofshallen, in Parks. Sie stören die gesittete Gesellschaft. Zum Beispiel in Berlin-Mitte, im Tiergarten.

Die Zustände in der Parkanlage werden schlimmer. So schlimm, dass der grüne Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel am Wochenende Alarm schlug. Wohl 60 Obdachlose kampierten inzwischen dort. Andere sagen, es seien mehr. Alkohol, Drogen, Prostitution – nicht nur das Grünflächenamt, auch die Polizei sei überfordert, klagte von Dassel.

Zu schaffen machten den Beamten vor allem wachsende Aggressionen. Deutsche Obdachlose pöbelten sie an, sie wollten mit dem »Scheiß Jobcenter-System« nichts zu tun haben. Osteuropäische Obdachlose – die Mehrheit – reagierten »aggressiv auf alles, was in ihre Nähe kommt«. Letztere haben keinen Anspruch auf Sozialhilfe. Vor einem Jahr erwischten Mitarbeiter des Ordnungsamtes sie beim Verzehr wilder Schwäne.

Von Dassel plädiert – entgegen der Leitlinie seiner Partei – für schnelles Abschieben. Denn Platzverweise wirkten nicht. »Dann sind sie in zwei Stunden wieder da«, monierte der Politiker. Genau, wo sollen sie auch hin? Zurück nach Bulgarien oder Rumänien, wo es ihnen nicht besser gehen wird? Sollen sie Selbstmord begehen?

Es gibt zu wenig Notschlafstätten. Nicht nur in Berlin. Viele Unterkünfte nehmen keine EU-Ausländer auf. Denn das Sozialamt zahlt die Unterbringung für sie nicht. Menschen, die nicht krankenversichert sind, erhalten weder ärztliche noch therapeutische Hilfe. Dabei seien viele Obdachlose nicht nur überfordert, sondern krank, körperlich wie psychisch, sagte Dieter Puhl von der Bahnhofsmission der Berliner Zeitung. »Campen im Tiergarten ist ja nicht Ausdruck von Freiheit, sondern Synonym von Hilflosigkeit.«

Viele könnten gar nicht mehr arbeiten, so Puhl. Ohne Arbeit haben sie kein Geld. Ohne Geld kein Essen, keine Kleidung. Sie werden notgedrungen kriminell. Aggressive Bettelbanden, Diebstähle, Raubüberfälle sind die Folge. Ausgrenzung macht aggressiv. Eine endlose Spirale.

Natürlich: Man kann die wohnungslosen Osteuropäer einfach abschieben, gewaltsam, wenn es sein muss – für Ruhe, Ordnung, Sicherheit. Den Anwohnern wäre geholfen. Die sozialen Verwerfungen indes werden verlagert – eine Strategie auf Zeit. Denn viele werden wiederkommen. Wer nur durch Betteln oder Stehlen überleben kann, geht dorthin, wo es am meisten zu holen gibt: Ins EU-Wirtschaftswunderland BRD.

Es ist der Kapitalismus, der soziales Elend produziert. Das tat er schon immer. Doch mit fortschreitender Krise des Systems dringt das Elend immer tiefer in die imperialistischen Zentren ein. Das ist die andere Seite des sich stets in wenigen Händen akkumulierenden Reichtums. Wo die Wirtschaft global agiert, kann die nicht dauerhaft ausgegrenzt werden.

Die Obdachlosencamps, Bettelbanden und Flüchtlinge in Berlin, München, Frankfurt, Dresden und überall in Deutschland konfrontieren uns mit dieser dunklen Seite unseres Systems. Die lässt sich nicht ausschließen, nicht einsperren, nicht abschieben. Und sie lässt sich mit kapitalistischen Mitteln nicht aus der Welt schaffen. Es wird sie geben, solange niemand dafür sorgt, dass die Wirtschaft zum Gemeingut wird und kein einzelner sich daran dumm und dämlich verdienen kann.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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40 Kommentare zu: “Tagesdosis 9.10.2017 – Die dunkle Seite des Systems

  1. Zu dem Titelbild möchte ich noch sagen, dass es mich immer wieder auch früher schon unangenehm berührt hat, wie die spießige Mehrheit bei Obdachlosen die Nase rümpft und versucht, diesen Menschen ihre „Runtergekommenheit“ und ihren Alkoholmissbrauch und ihre mangelnde Hygiene als eigene Schuld anzulasten. So machen die meisten es sich mit allem einfach: Bloss nicht mitfühlen! Bloss nicht gedanklich in die Problematik einsteigen. Dann lieber abwerten.
    So im Sinne: das sind doch keine Menschen mehr, das sind doch Tiere. Und die Tiere, als nächst untere Stufe in diesem Gewaltsystem sind dann einfach nur noch Dreck oder am besten gar nichts mehr. Aber man verleibt sich diesen „Dreck“ trotzdem immer noch täglich genüsslich ein! Und diese Mehrheit soll ich als „gut“ bezeichnen? Das ist nicht nur Doppelmoral, das ist pervers!

  2. Hier in den Kommentaren schwingt für mich eine leichte Portion Doppelmoral mit.

    Ich sehe diese Menschheit als degenerativ erkrankt an.

    oder

    Ich sehe den Kapitalismus nicht als Ursache sondern als Symptom einer durch und durch kranken Gesellschaft.

    Wir sind alle allerdings teil dieser Gesellschaft und halten diese Gesellschaft durchaus mit am Leben in dem wir darin mitwirken. Nun will ich nicht negativ über die beiden Kommentare und die Antriebe dahinter urteilen, denn ich kann mit diesen Aussagen durchaus etwas anfangen, denn diese Art Frust steckt auch in mir. Bei solchen Aussagen stelle ich mir selbst allerdings immer wieder die Frage nach der Doppelmoral. Warum sehe ich nur die anderen so und zähle mich selbst nicht mit dazu. Vielleicht, weil ich versuche mich eben nicht so zu verhalten. Könnte sein…

    Allerdings ist es damit auch so, dass wir die Verantwortung bei den anderen sehen und in eine Art Resignation darüber verfallen könnten, die es verhindert, dass wir uns diese Verantwortung eben einfach wieder zurückholen.

    Und das ist eine Entscheidung, die wir nur zu treffen brauchen.

    Wenn wir so allgemein über eine Gruppe von Menschen urteilen, sehen wir also die anderen. Sind es nicht immer die anderen, die den Mist verbrochen haben? Sind es nicht die Trumps oder wie sie alle heißen, die sich für Kriege entscheiden? Sind es nicht die Banken, die diese ganze Finanzzockerei betreiben? Sind es nicht die Regelmacher, die dafür sorgen, dass bestimmte Bereiche der Gesellschaft vermeindlich Vorteile erhalten? Sind es nicht die anderen, die egoistisch handeln. Subjektiv betrachtet, stimmt das irgendwie schon. Allerdings ist doch die Frage, welche Rolle wir dann in dieser anderen Gruppe von Menschen spielen, die eben nicht zu der Gruppe gehört, die den ganzen bösen Unsinn betreibt? Es muss also doch zwangsläufig eine Gruppe geben, und wenn sie nur aus uns selbst besteht, die anders ist als diese degenerierte Gesellschaft.

    Wir suchen alle eine Ursache des ganzen Übels.
    Pauschal zu sagen, die Gesellschaft sei verkommen und das wäre die Ursache ist für mich nach längerem Überlegen nicht schlüssig genug. Es muss doch Ursachen geben, die dazu führen, dass wir uns so entwickelt haben. Die Erkenntnis der Informationsgewinnung über das Internet ist, dass viele Menschen viele unterschiedliche Ursachen sehen.

    Manche sehen den Kapitalismus als Ursache, manch andere die Finanzmärkte , manche die Politik, manche die Gier der Menschen, manche die Flüchtlinge, manche die Kriege um Ressourcen und wieder andere sehen eben die gesamte Gesellschaft an sich als Ursache, weil Ihnen der letzte Funken Hoffnung auf gutes in den Menschen verloren gegangen ist.

    Alles Sehen ist perspektivisches Sehen. Also ist es vielleicht sinnvoll öfters zu versuchen, die Perspektive zu wechseln.

    Ursachen scheint es viele zu geben. Nach langem Überlegen sehe ich allerdings die Ursache noch weiter vorne angesiedelt. Denn all die genannten Dinge sind Symptome einer einzigen Ursache. Und das ist das Geld.

    Warum empfinden wir denn unser miteinander als egoistisch oder degeneriert? Wir alle halten das System doch mit am Laufen in dem wir meinen mit Geld ist alles zu regeln und Geld macht alles möglich. Wenn der Nachbar eine Schramme ins Auto fährt, dann soll er gefälligst dafür bezahlen. Ist ja auch normal, denn sonst bleiben wir ja auf den Kosten sitzen… Jeder versucht irgendwie, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Also wird es, solange wir es betreiben, auch nicht aufhören.

    Es ist aber nicht das Geld, was die Dinge ermöglicht, sondern es sind die Menschen, die die Dinge ermöglichen und tun.

    Was nicht bedacht ist, fällt den Menschen immer erst auf, wenn der eigene Job plötzlich mal in Gefahr ist.

    Egal welches Symptom man sich herausnimmt. Wenn man sich nur lange genug in Ruhe damit beschäftigt, landet man irgendwann beim Geld. Mitarbeiter zu entlassen ist eine Folge der Gewinnoptimierung, also des Strebens nach Geld. Zusätzlich ist entweder ist zu wenig davon da, es wurde ungerecht verteilt oder für Dinge ausgegeben, die von den meisten garnicht gewollt sind. Und dann plötzlich, wenn es irgendjemandem in den Kram passt, dann ist es auf magische Weise plötzlich da. Aber dann doch wieder nicht für die Themen, für die man es sich erhofft hat, sondern für Banken o.ä.. Zusätzlich sorgt es dafür, dass Menschen Entscheidungen treffen, die sie ohne Geldanreiz garnicht getroffen hätten. Nun mag man meinen, dass dies auch notwendig ist, damit die unbequemen Dinge getan werden. Allerdings sehe ich das so, dass ohne Geld, nahezu alles eine Frage der Sinnhaftigkeit wird. Und, ohne Geld heißt nicht ohne Regeln.

    Zentral ist auf der ganzen Welt das Kapital. Wir haben diese Art miteiander umzugehen über den ganzen Globus verteilt und meinen, dass es eine gute Art ist arbeitsteilig miteinander auszukommen. Nehmen wir mal an, wir würden den sog. Kapitalismus nun überwinden und wären ihn los, würde dann auch die Egoistengesellschaft verschwinden? Diese degenerierte Gesellschaft, die auf jeden und alles scheißt, weil sich jeder nur um sich selbst kümmert. Ich behaupte mal nein, denn das Geld würde bleiben und alle darauf basierenden Arten miteinander umzugehen ebenfalls.

    Alles wird gezählt und bewertet (Sogar ein Menschenleben wird in Geld bewertet). Daraus resultiert eine Möglichkeit sog. Werte vergleichen zu können. Wie sinnlos das allerdings ist zeigt sich alleine darin, dass die Dinge, die uns in unserer Gesellschaft weiter bringen, meist völlig beschissen bewertet werden. Für die elementarsten Dinge wollen wir irgendwie nicht viel bezahlen. Wasser, Nahrung oder Wohnraum sollen möglichst wenig kosten. Da stellst sich vorab sowieso die Frage, warum man für etwas bezahlen soll, was vom Planeten einfach so zr Verfügung gestellt wird (Außer Wohnraum). Hygiene hat uns dazu verholfen unsere Lebenserwartung zu erhöhen. Warum werden dann aber die Menschen, die sich eben genau darum kümmern, so schlecht bezahlt? Kloputzen kann ja jeder. Früher oder später werden viele von uns auf Pflege angewiesen sein. Warum aber organisieren wir diese Dinge dann nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen, sodass ein/e Pfleger/in an mancher Stelle für so viele Menschen da sein soll, dass er/sie das garnicht schaffen kann?

    Wenn man Geld in Frage stellt, kommen alle sofort mit der komplizierten Tauschmatrix. Das bedeutet aber doch, dass niemand verstanden hat, was Geld ist. Es ist ein neutrales Tauschmittel. Wenn man also das Geld in Frage stellt, stellt man den Tausch in Frage. Hinter dem Geld steckt also ein Glaube an etwas, dass die Menschen seit tausenden von Jahren tun, nämlich tauschen. Warum allerdings haben wir heute (noch) die Notwendigkeit zu tauschen? Etwa weil wir arbeitsteilig sind? Dieser Zusammenhang hat sich mir nicht ein einziges Mal erschlossen. Das scheint aber die notwendige Bedingung für den Einsatz von Geld zu sein. Geld soll ein neutraler Unterstützer zur Durchführung unseres Handels sein. Wenn diese Unterstützung allerdings darin endet, dass wir es uns gegenseitig möglichst schwer machen, sollte man die unterstützende Funktion doch mal in Frage stellen dürfen.

    Es ist meines Erachtens nach eine Frage des Vertrauens. Vertrauen in die Menschen statt in Geld. Und das erziehen wir uns gegenseitig im Laufe unseres Lebens ab. Das fängt schon in der Schule an. Dort wird der Konkurrenzgedanke, der uns später auf dem sog. Arbeitsmarkt hilft, uns gegen die anderen durchzusetzen, schon ordentlich gepflegt.

    Um welchen Kreis Menschen wir unseren Vertrauenskreis ziehen, spielt für unser Miteinander eine große Rolle. Derzeit ist dieser Vertrauenskreis bei den meisten auf Familie und Freunde, vielleicht noch Nachbarn, begrenzt. Was wäre, wenn wir diesen Kreis mal um alle Menschen ziehen würden? Dann bräuchten wir nicht mehr auf ein Erpressungsmittel vertrauen, dass uns allen irgendwie das Leben schwer macht und ständig zu Problemen führt.

    Es ist nicht der Kapitalismus…
    Es ist auch nicht die degenerierte Gesellschaft

    Diese beiden sorgen nur dafür, dass es immer schwerer wird, Vertrauen zurückzugewinnen.
    Es ist das Geld, welches am Anfang bescheuerten Handelns steht.

    Wir sollten uns das Vertrauen zurückerobern und das geht eben nur durch vorleben. Um dies zu bewerkstelligen braucht es Mut. Den Mut auch in dieser degenerierten Gesellschaft Nähe herzustellen. Nähe, durch das Vorleben von glaubwürdiger und verlässlicher Intimität und dabei möglichst wenig Egoismus an den Tag zu legen. Ihr habt jeden Tag unzählige Möglichkeiten dazu, eben nicht egoistisch zu handeln. Z.B. jetzt, während ihr hoffentlich meinen Zeilen bis hierher gefolgt seid. Genau jetzt könnt ihr offen sein für andere Sichten wie meine, offen sein für ein gutes Miteinander, offen sein dafür, den Stein durch Euer Handeln ins Rollen zu bringen. Konkurrenz war gestern, Teilen und Kooperation sollten die Zukunft bilden.

    Wir sind der Wandel dieser Zeit, denn wir machen uns die Gedanken um ein gutes Miteinander.
    Ich wünsche uns allen viel Kraft und den Mut das Vertrauen in uns als Menschen zurückzugewinnen.

    Die meisten von uns sind gut. Wir erhalten nur nicht genug Nährboden, um es zu zeigen.

    Belibt friedlich…

    Ich

    • Ich glaube Dir ja, dass Du es gut meinst. Aber das ist alles zu oberflächlich und harmlos gesehen, trifft nicht den Kern. Für Doppelmoral ist jeder Mensch begabt, auch Du und ich. Du vielleicht, weil Du selbst nicht grausam sein willst, Dich aber täglich essend und bedenkenlos geniessend an den Höllenqualen der Tiere beteiligst. Und ich vielleicht, weil ich meine, dass wir zu viele sind und die Welt zur Hölle machen, aber selber bis jetzt immer noch hier bin und noch nicht den Rat von „Hannes Zappes“ befolgt habe, mich aus dieser Welt zu befördern. Ich sehe allerdings keine Hilfe oder Heilung für die Welt, indem ich einfach Selbstmord begehe. Eine Gewalthandlung hat nie gute Auswirkungen. Und es gibt immer noch Wesen, die mich hier brauchen und traurig und vielleicht sogar verzweifelt wären, ohne mich.
      Wenn die meisten von uns gut sind , wie Du sagst, warum hat dann die Menschheit unisono eine so niederträchtige Richtung eingeschlagen?
      Du siehst, dass wir mit solchen Wunsch-Defititionen auch nicht weiter kommen. Ich denke möglichst nicht in solchen Kategorien, es bringt nichts. Was ist gut? Was ist schlecht? Darauf gibt es so viele Antworten, wie es Menschen gibt.
      Ich sage Dir mal meine Definition von SCHLECHT. SCHLECHT ist alles, was mit Gewalt zu tun hat. So einfach ist meine Moral.

    • Ich nehme mich aus der Doppelmoral ja garnicht raus.
      Ich versuche mir selbst nur ein Menschenbild zu erhalten, das eben nicht von dem geprägt ist, was mir von außen permament versucht wird in den Schädel zu hämmern.

      Egal wo ich mit den Menschen ins Gespräch komme, wird früher oder später der ruhige Punkt erreicht, an dem alle zugeben, dass die Art zu wirtschaften Schrott ist, dass es Kriege gibt, die gar keiner will und die sog. Regierenden gefühlt wenig an den wichtigen Themen drehen.

      Ich verstehe und teile Deinen Frust über die Gesinnungslage. Die meisten scheißen sich eben einfach in die Hose und sagen sich selbst, „Was kann ich schon ausrichten!“.

      Und genau da setzt mein Versuch eben an, dazu anzuregen zu versuchen was auf die Beine zu stellen und selbst ins Machen zu kommen. Die Menschen sind solange träge, bis sie sehen und erfahren können, dass etwas gut funktioniert.

      Ich versuche hier auch nicht gegen Dich oder jemand anderen zu schreiben. Eben so, wie Du die anderen ein wenig kitzeln willst in Ihren Ansichten, so möchte ich das eben auch. Immerhin haben wir hier doch einen regen Ideenaustausch darüber, was wir alle so von dem Ganzen halten. Und irgendwo zwischen allem wird die Realität zu finden sein.

      Du hast recht, wir sind verdammt viele. Und unter den verdammt vielen sind verdammt viele, die nicht mal für einen Cent weiter denken können oder wollen, sondern sich eben einfach in alles hineinbegeben. Es ist eben angenehmer und bequemer, wenn man sich selbst nicht eingestehen muss, dass man den Mist irgendwie mitbetreibt. Solange man eben noch täglich auf dem Smartphone rumwischen kann und jeden Tag was zu fressen auf dem Tisch ist und man immer noch jemanden hat, auf den man runterschauen kann (siehe Deine Ausführungen über den Umgang der Menschen mit Obdachlosen), solange braucht man ja den Hintern nicht hochbekommen. SIch selbst so manches eingestehen, tut eben anfänglich ein wenig weh und das wollen viele eben nicht. Es hilft aber ungemein, um aus der Regungslosigkeit herauszukommen.

      Ich sehe allerdings in vielen Menschen, denen ich begegne und in vielen Projekten im Netz die Ansätze, dass die Menschen etwas ändern wollen und im kleinen auch schon teilweise begonnen haben dies zu tun.

      Und das macht mir Mut und spendet Hoffnung.

      Deine Moral ist schon ok. Aber um das zu wissen, brauchst Du sicher nicht meinen Zuspruch ;O)

      Wenn die meisten von uns gut sind , wie Du sagst, warum hat dann die Menschheit unisono eine so niederträchtige Richtung eingeschlagen?

      Na, diejenigen, die die Richtung vorgeben gehören meiner Ansicht nach zu den ganz wenigen. Und die anderen sehen sich selbst eben nicht in der Lage, daran etwas zu ändern. Weil sie alle den angebotenen Prinzipien nachgehen und manches als unumstößlich hinnehmen.

      Zusätzlich ist durch die vielen alternativen Ansichten im Internet sehr viel Verwirrung entstanden. Da beschäftigen sich die Leute damit aufzudecken, ob die Erde eine Scheibe ist oder nicht und begreifen dabei nicht, dass dies keinerlei Beitrag zu einer besseren Gesellschaft leisten wird.

      Wir glauben heute so unglaublich aufgeklärt zu sein und wenden immer noch Gewalt an, wenn irgendwo was nicht passt. Gewalt kann mit übrigens mit Geld auf manigfaltigste Weise ausüben. Die Abhängigkeit davon und der Fokus auf Konsum und Status sorgt dafür, dass alle voll sind von Angst. Deshalb ist unsere Gesellschaft so degeneriert, wie du schreibst.

      Naja, ich hoffe, Du gewinnst irgendwann die Hoffnung zurück, sodass wir nicht darauf angewiesen sind, dass irgendein Hannes darüber entscheiden will, wer denn nun weg soll oder nicht.

      Wir sind eben nunmal einfach alle hier und sollten versuchen das beste daraus zu machen – Was auch immer das sein mag. Aber, sofern es ohne die Ausübung von Gewalt auskommt ist es doch schonmal ein Anfang.

      Bleibt friedlich…

      Ich

    • Natürlich kann man mit allem Gewalt ausüben. Was wir an Weltpolitik erleben, hat alles nur mit Gewalt zu tun.
      Und Lug und Trug ist ja nur einen Verkleidung der blutigen Gewalt.
      Aber wenn wir in unserem Konsumverhalten und in unseren Gewohnheiten blutige Gewalt unterstützten, tun wir damit eben auch nichts Gutes. Uns selbst auch nicht.
      Deshalb möchte ich ja schon lange eine Diskussion über Gewalt an sich, denn sehr vielen Menschen scheint nicht klar zu sein, was das in Wirklichkeit alles umfasst und wie diese vielen Formen von Gewalt die Welt zerstören, womöglich letztendlich noch den Planeten selbst. Aber so weit wollen die meisten eben gar nicht erst denken. Das wäre aber dringend notwendig, denn nur echtes Bewusstsein, das allumfassend ist, kann neue Realitäten schaffen. Man spricht von wirtschaftlichem Kannibalismus, aber der Kannibalismus der blutigen Ernährung wird immer noch von den meisten als grundsätzlich notwendig und gut angesehen und diejenigen, die darauf hinweisen, bekämpft oder im besten Fall arrogant ignoriert. Das sind aber die selben Leute, die den Wirtschaftskannibalismus angeblich erkennen und anprangern. Sie sehen alle die Zusammenhänge nicht. Das ist der große Fehler. Es gibt außer dem Internet das unsichtbare und immer noch unerkannte Netz aller menschlichen Gedanken und Gefühle. Wenn wir aufmerksam und achtsam leben und in uns hinein horchen, dann können wir es alle wahrnehmen. Wir senden mit unseren Gedanken und Taten genauso Impulse aus wie mit dem tippenden Finger im Internet, aber noch viel mächtigere. Und ich glaube, dass dieses „Netz der Wahrhaftigkeit“, das Täuschung von sich aus gar nicht zulässt, das Wirksamste von allem ist.
      Die Naturgesetze können nicht verbogen werden, wie die Satanisten glauben. Sie werden deshalb auch ihr angebliches Ziel der „neuen Welt“ nicht erreichen. Ein ganzer Planet als (geistiges)Gefängnis kann nicht mehr funktionieren. Aber vielleicht kann er zerbrechen.

  3. Daß alle gesellschaftlichen und sozialen Verwerfungen immer und ausschließlich von den BÖSEN GROßKAPITALISTEN ausgehen ist ein ewiggestriges soviet-bolschewistisches FEIND-BILD, daß jeglichem Realismus entbehrt. Was diese Verwerfungen verursacht ist der TIEFE STAAT, der KORPORATISMUS, der ETATISMUS, der NEO-LIBERALISMUS und nicht zuletzt alle anderen faschistoiden Staat$$icherheits-IDEOLOGIEN!!!

    SCHWARZ+ROT+GELB+GRÜN+BLAU=BRAUN!!!

    Siehe: Prof. Rainer Mausfeld über die Sichtbarmachung des unsichtbaren Feindes

    https://www.youtube.com/watch?v=es9BUfdQCqk

    Der unsichtbare Feind – Prof. Rainer Mausfeld

    Das Interview von Ken Jebsen mit Prof. Rainer Mausfeld ist ein ganz großer Beitrag um die Zusammenhänge des politischen Systems, die Arbeit der Eliten, den Neoliberalismus und die Arbeit der Medien zu verstehen. Die Zusammenhänge über den für uns unsichtbaren Feind ganz klar erklärt. Es wird über den Neoliberalismus, die Demokratie als Herrschaftsinstrument der Eliten, das folgenlose Aufaddieren von Empörungsfällen um Widerstandspotential zu schwächen, der Bargeldabschaffung und vieles mehr gesprochen.

    >>Seit dem römischen Prinzip „Teile und Herrsche“ haben sich die Werkzeuge der Gehirnwäsche extrem verfeinert. Ein großer Teil der sogenannten Sozialforschung wurde im Auftrag der Eliten finanziert, um den Menschen als Wesen, das nur im Kollektiv überleben kann, im Anschluss in seine Bestandteile zerlegen zu können – ihn gefügig zu machen.

    Der Grad der Manipulation ist viel größer, als die meisten von uns auch nur ahnen. Aber gerade darin liegt die Macht dieser Elitentechnik. Massenmedien sind dabei eines der wichtigsten Werkzeuge, um die Realität zu verschleiern und unsichtbar zu machen. Wer darauf aufmerksam macht, wird vom System gnadenlos attackiert, lächerlich gemacht und ausgegrenzt. Das finale Ziel ist immer die Vernichtung derer, die die Tarnung der Eliten auffliegen lassen.

    Der Soziologe Prof. Rainer Mausfeld hat sich intensiv mit den Techniken der Verschleierung und des Gefügigmachens auseinandergesetzt. Seine auch im Netz veröffentlichen Vorträge, u. a. mit dem Titel „Warum schweigen die Lämmer“, wurden zu Blockbustern im Netz.

    KenFM sprach mit Rainer Mausfeld über den Status Quo einer auf den neoliberalen Kurs eingeschworenen Gesellschaft, die sich in gegenseitigen Lagerkämpfen an die Gurgel geht, während die Geldeliten weiter die Strippen ziehen. Die Manipulation ist extrem perfide, denn sie beleidigt den Menschen an sich, der nicht wahrhaben will, dass er wie Vieh zur Schlachtbank geführt werden kann und wird, indem man ihn mit den pervertierten Techniken der Demokratie davon abhält zu sehen, in welcher Situation er sich tatsächlich befindet.

    Die Zeit des Erwachens steht unmittelbar bevor. Sie wird nicht ohne Schmerzen zu haben sein. Die Medienrevolution ist wie eine Geburt. Wir müssen da durch, um ein autarkes Leben wirklich beginnen zu können.<< (Quelle: KenFM Youtube)

    • Diese Diskussion ist wenig ergiebig für meinen Geschmack, Herr Zappes.

      Was Sie offenbar noch nicht durchdrungen haben:
      Tiefer Staat, Korporatismus, Neo-Liberalismus, das Geldsystem usw. sind nur Mittel zum Zweck der Großkapitalisten, um ihre Macht zu sichern und immer weiter auszudehnen.

      Insofern fände ich es begrüßenswert, wenn Sie Ihren persönlichen Erkenntnisprozess weiter vertiefen – ohne mir oder anderen hier Bildzeitungsniveau zu unterstellen.

  4. Ich bin ähnlich pessimistisch wie die meisten von Ihnen bzgl. einer (gutartigen) Revolution hierzulande. Allerdings bin ich da schon eher optimistisch in vielen anderen Ländern.

    Außerdem glaube ich nicht (wie Frau Bonath) daran, dass eine globale Revolution direkt notwendig wäre – und das ist ja wohl wirklich völlig aussichtslos. Sondern es würde genügen, wenn ein Land – vorzugsweise ein bisher westlich geprägtes Land – eine sozialistische Revolution erfolgreich hinbekommen würde. Das hätte eine große Strahlkraft und könnte einen Dominoeffekt auslösen! Wenn man die Fehler des 20. Jahrhunderts vermeidet (zu viel Repression, zu viel Zentralismus, zu viel Machtkonzentration). Auch wenn keine Luxusgüter wie im Kapitalismus produziert werden – weil die ja für die kleinen Leute sowieso nicht mehr erschwinglich sind.

    Selbstverständlich würde das Imperium wohl auf die eine oder andere Art mit Krieg antworten. Deswegen wäre es ungeheuer wichtig, sich der Unterstützung einer großen Militärmacht (vorzugsweise Atommacht) zu versichern… So viele kommen da ja nicht in Frage.

    • Bisher hat jede „neue Welterklärung“ irgendwo ganz unvermittelt begonnen und binnen kurzer Zeit sich global wirksam gemacht. Vom Wildbeuter (magische Epoche) zum Verwandten mit Alimentation (bis hin zu Gott und Göttern) und damit der „Religion“ und schließlich zum konkurrenten bürgerlichen Subjekt (proto-bürgerlich Reformation) passierte alles immer von „jetzt auf gleich“.
      Die grundlegende Legitimationsideolgie der Bürgerlichen Moderne ist Universalgeschichte, wo man sich an den Überbleibseln und verrottenden Knochen unserer Altvorderen immerhin noch insoweit gütlich tut, als man sie – ungefragt – zum Vorläufer unserer selbst macht und ad ultimo in die Zukunft verlängert. So kommt es dann zu „Feuersteinindustrien“ mit weiblichen „Arbeitnehmern“ in der neueren Steinzeit – eins kann sich nur an den Kopf fassen in Hinblick auf all diese Hybris, die sich dann – umgekehrt – auch in Zukunftsarcheologie Bahn bricht.
      Krieg hat mit „kriegen“ zu tun und damit mit einer vergangenen Epoche. Versichere ich mich des Machtmonopols heutiger Verhältnisse, bin ich schon wieder in ihnen gefangen.
      Sich der „Öffentlichkeit“ zu entziehen und sich selbst zu ermächtigen, wäre ein Anfang.

    • Wenn sie nicht vorher in nordafrikanischen Flüchtlings-KZ’s sterben, im Mittelmeer ersaufen oder im LKW ersticken, wenn sie zusätzlich einen echten Asylgrund (und nicht nur ihre Armut) vorweisen können, nicht aus einem „sicheren Herkunftsland“ wie Afghanistan stammen – dann ergeht es ihnen möglicherweise besser als den armen Seelen, von denen Frau Bonaths Artikel handelt.

      -> Was schlagen Sie also vor – alle gleich hart zu bekämpfen?

      -> Oder könnte man seine Wut evtl. auch gemeinsam gegen die Großkapitalisten richten, die das alles zu verantworten haben…?

    • @Benjamin, zwischen Afghanistan und der BRD-GmbH gibt es noch ca 15 sichere Durchgangs-Länder, für die die internationalen UN-Flüchtlingsrechte und Konventionen gelten und wo traumatisierte moslemische Kriegsflüchtlinge in ihren moslemischen Brüderländern sicher untergebracht wären. Niemand will „ALLE GLEICH HART BEKÄMPFEN“! Das wollen offensichtlich Deutschfeindliche Hass&Hetzer-Horden. Es geht um eine friedliche politische und humane Lösung der Zustände.
      Nicht um KNÜPELL-TERROR und STEINEWERFER-BRANDSTIFTER-Agitation.
      Diese wird von den ANTIFA-Hetzer-Horden und dem Hass-Glatzen-Mob schon zur Genüge betrieben. Daß alle gesellschaftlichen und sozialen Verwerfungen immer und ausschließlich von den BÖSEN GROßKAPITALISTEN ausgehen ist ein ewiggestriges soviet-bolschewistisches FEIND-BILD, daß jeglichem Realismus entbehrt. Was diese Verwerfungen verursacht ist der TIEFE STAAT, der KORPORATISMUS, der ETATISMUS, der NEO-LIBERALISMUS und nicht zuletzt alle anderen faschistoiden Staat$$icherheits-IDEOLOGIEN!!!

      SCHWARZ+ROT+GELB+GRÜN+BLAU=BRAUN!!!

      Also erspar uns hier bitte diese BILD&BLITZ-ILLU-Polemik.

  5. Na klar ist es der Kapitalismus. Aber was ist der Kapitalismus? Materialismus plus Egoismus plus Speziesismus.
    Der Durchschnittsmensch, der ganz selbstverständlich sein Leben unvergleichlich höher einschätzt als das aller anderen Spezies, bildet sich bei dem Zustand der Welt, den er selbst verursacht hat, immer noch ein, vernunftbegabter wie alle anderen zu sein. Aber da hat er total etwas verwechselt. Vernunft ist nicht nur Rationalität für die eigene Spezis. Wenn die Güter der Erde in diesem Sinne „vernünftig“ verteilt worden wäre, hätte die Menschheit die Erde genauso kahl gefressen und vergiftet. Die Schuld der Menschheit besteht darin, dass sie es hätte anders machen können. Sie hätte den geistigen Weg gehen können und ihre Umgebung hegen und pflegen können in Dankbarkeit für das Leben und die natürliche Nahrung, die die Erde ihr geschenkt hat. Stattdessen ist sie nur brandschatzend, mordend und vergiftend durch die Welt gezogen.
    Alle anderen Spezies richten sich nach den Gesetzen der Erde, nur der Mensch bildet sich ein, seine eigenen Gesetze setzen zu können gegen die ganze übrige Welt. Das war der Irrtum und ist es immer noch.

    • Ich Teile Ihre Abneigung gegen die Spezies nicht in Bausch und Bogen. Eigentlich teile ich sie nicht einmal ansatzweise, denn sonst müsste man der Selbstauslöschung das Wort reden und mit Verlaub, das wäre mir eine Nummer zu groß.
      Wer den Boden für Freundlichkeit bereiten möchte sollte sich überlegen, ob das mit Unfreundlichkeit, Wut und Hass so gut gelingen kann, was jedoch nicht heißt, man solle den Destruktiven nicht mächtig auf die Tatze schlagen. Oder sie zumindest als das behandeln, was sie sind, nämlich in aller Regel Psychopathen.
      Wer es mit dem Menschen aber an sich nicht gut meint, kann das Weltverbessern gleich bleiben lassen.

    • Ich glaube, das Wissen darüber, dass es verkehrt ist, ist schon lange vorhanden.
      Es ist allerdings das Verstehen darüber, was man mit diesem Wissen anfangen soll, welches sich nicht ausreichend entwickelt.

      Und, wenn wir dann die Obdachlosen sehen müssen, dann wird uns auf schaurige Weise wieder einmal klar, dass wir Teil und Antreiber der Egoistenmaschine sind.

      Es ist meiner Ansicht nach nicht der Kapitalismus, sondern das Kapital, und die darauf aufgesetzten Regeln, die zu den Verwerfungen führen.

      Tausch, den man nicht braucht und Regeln, die man einfach ändern könnte.

      Wir alle glauben, dass wir alleine nichts ausrichten können.
      Die Menschen in Deutschland sind so sehr damit beschäftigt, Ihr Auskommen zu sichern, damit sie nicht irgendwann selbst in den Parks schlafen müssen, dass sie selbst zu wenig Zeit haben über das was sie da tun nachzudenken und zu erkennen, dass man Dinge einfach ändern kann.

      Wir sollten uns das Vertrauen in UNS zurückerobern. Ein Vertrauen darin, dass die meisten Menschen gut sind. Ein Vertrauen darauf, dass es eben auch die Menschen sind, die alles machen und nicht das Geld. Ein Vertrauen darauf, dass wir nicht tauschen müssen.

      Lebensumstände können sich ändern.
      Schlaganfall und halbseitig gelähmt – was dann? Dann kann ich plötzlich bestimmte Dinge eben nicht mehr leisten und bin dennoch von diesem behinderten Mittel abhängig.

      Solange wir alles in Geld bewerten und messen (sogar ein Menschenleben bekommt einen Geldwert), solange wir alles überprüfen wollen, was mit uns Menschen und unserer Arbeit zu tun hat und solange das hier ein jeder gegen jeden im Kampf ums immer mangelnde Geld bleibt, solange werden wir auch nicht davon loskommen den Planeten und unser Zusammengehörigkeitsgefühl weiter zugrunde zu richten.

      Dennoch glaube ich daran, dass wir am Anfang einer Kehrtwende stehen.
      Die Digitalisierung in Zusammenarbeit mit der weiter voranschreitenden Automatisierung wird irgendwann unweigerlich die Frage auf den Tisch bringen müssen, ob wir weiter vom Kapital abhängig sein sollten.

      Bleibt friedlich…

      Ich

    • @Je m’en vais: ich verstehe ihre Wut, und doch, es ist der Kapitalismus.
      Es ist das Schuldgeldsystem, die Zinsen, die Gesetze und Regeln die irgendwann aufgestellt wurden und die Konzernen Persönlichkeistrechte zusprechen.
      Dieses System sorgt für Verknappung, dieses System verhindert Weiterentwicklung da es Patente und Copyrights unterstützt, da es Abgaben unterstützt deren Nutznießer immer nur die jenigen sind die ohnehin schon Geld ohne Ende (geraubt) haben, siehe Mieten, Pachten usw…
      Erdölbasierte Technologien werden nicht abgelößt von Nachhaltigen weil Menschen damit sehr viel Geld machen, ein Wandel ist unerwünscht. Kriege bescheren Milliardengewinne, eine Änderung? Nicht erwünscht.
      All das kann man, ja muss man unseren Kapitalistischen System zuschreiben.
      Wir könnten es ändern.

    • Natürlich ist es oberflächlich gesehen der Kapitalismus. Aber was liegt denn dem Kapitalismus zugrunde? Das materialistische Denken und die Missachtung des Lebendigen und die Akzeptanz von Gewalt. Es ist doch der MENSCH, die ganze MENSCHHEIT, die sich ändern muss, sodass so ein System des Missbrauchs gar nicht erst Fuß fassen kann. Ich glaube nämlich durchaus an eine gute Anlage im Menschen. Aber ich finde, die Menschheit hat ihre guten Fähigkeiten missbraucht. Es ist bisher der Weg der Gewalt von der Menschheit gegangen worden und das war der falsche. Der Glaube an Gewalt ist eine menschliche Geisteskrankheit. Ich sehe diese Menschheit als degenerativ erkrankt an.

    • @unaussprechlich
      Dem Kapitalismus liegt das Kapital zugrunde. Und darauf baut alles andere auf. Ohne Kapital kein Kapitalismus. Ohne Kapital keine Bereicherung damit. Ohne Kapital

      Ich sehe diese Menschheit als degenerativ erkrankt an.

      Zu dieser Menschheit gehören wir beide allerdings auch. Und ob wir beide nun zu den degenerativ erkrankten gehören, darüber ließe sich sicher auch schon ausreichend Pro und Kontrak aufführen.

      Das degenerativ erkrankte ist meiner Ansicht nach die Lähmung, die Veränderung in Gang zu bringen.

      Wir reiten ein totes Pferd und wissen es, halten es aber (noch) nicht für notwendig abzusteigen und es anzuerkennen. Wir wissen scheinbar nicht, was wir sonst reiten sollten. Das wir vielleicht garnicht mehr reiten müssten, sondern zu Fuß gehen könnten, kommt uns irgendwie auch nicht in den Sinn.

      Ich teile also Ihre Ansicht, dass da etwas mächtig faul ist und verstehe Ihren Frust über die Lähmung der Gesellschaft. Manschmal braucht es allerdings nur ein auslösendes Element oder den Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Und ich glaube, dass die meisten wissen, dass das Pferd tot ist. Es traut sich nur noch keiner es wirklich offen anzunehmen.

      Das basiert eben alles auf Angst. Und deswegen traut sich auch keiner was anders zu machen. Das geht bei den kleinen Leuten los und endet nicht bei den sog. Obrigkeiten. Alles voll von Angst. Tutti kompletti. Von unten bis oben, von links nach rechts und von vorne nach hinten.

      Bleibt friedlich…

      Ich

    • Also, ich bin da ganz bei Je m’en vais…

      Ich sehe den Kapitalismus nicht als Ursache sondern als Symptom einer durch und durch kranken Gesellschaft. Wie ich es an anderer Stelle hier schrieb: Die meisten von uns haben doch überhaupt kein Problem mit einem auf Ausbeutung der Schwachen basierenden System – das einzige, was dabei zählt, ist, dass man in einem solchen System auf der richtigen Seite – also der der Ausbeuter – steht. Wer das nicht glaubt, möge mal versuchen, ihnen – und das auch nur für einen einzigen Tag in der Wochen – das Schnitzel wegzunehmen…

    • Klaus Borchert, das haben Sie gut auf den Punkt gebracht. Die Vielen haben es aber ganz offen sichtlich noch gar nicht realisiert, dass sie selbst gar kein Problem damit haben, sich unentwegt an einem auf Ausbeutung von Schwächeren basierenden System zu beteiligen. Nur eine geistige Revolution kann noch irgend etwas heilen.

    • Ein System des Zusammenlebens entsteht nicht einfach so unabhängig vom Charakter der beteiligten Menschen.
      In einer Gemeinschaft von altruistische Menschen würden nie ein System der Ausbeutung entstehen.
      In einer Gemeinschaft von Egoisten würde niemals System entstehen, in dem der einzelne bereit ist mehr zu geben (obwohl er evtl. leicht in der Lage dazu ist !!!) als er bekommt.
      In dieser Egoistengemeinschaft wären unentgeltliche Unterstützungen für den einzelnen durch die anderen auf ein gesetzlich geregeltes absolutes Minimum beschränkt. Ein Minimum, das sich jeder der Egoisten abringen kann, weil er es als Vorteil sieht, falls er selbst diese Unterstützung benötigen sollte. So ungefähr läuft das auch momentan in den USA.

  6. Ich bin soweit einverstanden, dass wir ein System haben, welches schon lange immer mehr menschen abhängt. Sie nennen es Kapitalismus.
    Aber was genau sind die Mechanismen, welches zu ändern wären?
    Denn einfach nur dagegen sein, das kann ich selber und zwar schon ziemlich lange.
    Aber wenn nur den Punkt in der Geschichte da wäre, ein anderes System zu bauen: Wie soll es aussehen?

    Und eines nur nebenbei, weil es gerne übersehen wird: Dieser Kapitalismus in seiner Monopolstruktur ist elementar abhängig vom Staat. Nun könnte man sagen, die Herren der Welt haben sich erst solche Staatsgebilde geschaffen, um ihre Macht zu vererechtlichen und ggfs. auch zu legitimieren, jedenfalls aber um sie vor Veränderung zu schützen.

    Diese Staaten ermöglichen Monopole erst und sichern ihren Fortbestand, flankieren ihre Transformation in neue Zeiten.
    Das scheint mit ihre wichtigste Funktion zu sein.
    So wie im übrigen im Ostblock der Staat eine Monopolveranstaltung war. Ohne nenneswerte Armut, da sind sich alle einig.

    Aber von heute aus gesehen braucht es m.E. neue Konzepte, um diesen Staatskapitalismus zu überwinden.

    • Genau, der Kapitalismus ist ein Wirtschaftssystem, das auf bürgerlichem Privateigentum an Produktionsmitteln beruht. Es löste den Feudalismus nach und nach ab, als einzelne Bürger reicher wurden, als Könige, Fürsten und sonstiger Adel, die quasi den herrschaftlichen Staat bildeten. Sie wurden also mehr und mehr von reichen Kapitalbesitzern abhängig. Das ist der Grund, warum sich Staaten heute darauf spezialisiert haben, selbigen bestmögliche Ausbeutungs -und Proftibeschaffungs-Bedingungen bereitzustellen. Das taten sie mit Diktaturen (auch faschistischen) und bürgerlichen Demokratien. Letztere ist effektiver, weil sie dem Volke Mitbestimmung suggerieren und es so ruhiger halten. Es sind weniger Aufstände zu erwarten und schließlich kosten mehr Gewaltmittel auch mehr Geld. Das führt dazu, dass die Staaten bürokratisch auswuchern, während sie zugleich mittels parlamentarischer Demokratie (Begünstigte an den Schalthebeln) wirkliche Demokratie verhindern.

      Was man tun kann? Ich denke, ich habe das selbst in diesem kurzen Kommentar ausgedrückt: Die gesamten Produktionsmittel in den Dienst der Gesellschaft stellen. Kurz: Kapitalbesitzer ohne Wenn und Aber enteignen. Eine andere dauerhaftere Lösung fällt auch mir – leider – nicht ein.

      Denn es ist ja so, dass alle Verwerfungen – seien es Kriege, Wirtschaftssanktionen, Arbeitslosigkeit, Hunger, Elend, etc… – primär durch Interessen der besitzenden Klasse verursacht werden, die ja der Staat managt.

      Wir wir gesellschaftliches Eigentum an PM managen können, ist halt zu überlegen. Ich denke schon, dass ein kleinteiliges Rätesystem funktionieren kann, auf der Basis von globaler Kooperation. Aber dahin zu kommen – und da sind wir uns einig – ist natürlich das Schwierigste. In einem einzigen Staat wird das nicht langfristig zu halten sein, da die Abhängigkeiten vom globalen kap. Markt bestehen bleiben werden.

      Viele halten immer dagegen, der Mensch sei von Natur aus gierig und wolle Eigentum anhäufen. Ich denke aber, dass die Verhältnisse bestimmen, wie der Mensch agiert. Heute ist es ja überlebenswichtig, Dinge anzuhäufen, Geld für Notfälle zu sparen, sein Einkommen zu sichern. Das ist dann keine Gier, sondern schlichter Überlebenskampf. Wären die Verhältnisse auf gleichem Zugang für alle beruhen – jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen – und von Kooperation statt Konkurrenz geprägt, würde sich ganz sicher auch der Mensch ändern. Außerdem glaube ich auch nicht, dass niemand mehr arbeiten würde, wenn Zwang und Druck weg wären. Der Mensch hat immer gearbeitet, erfunden, getüftelt, aufgebaut. Er will sich beweisen.

      Das kann natürlich nicht von heute auf morgen passieren. Klar ist aber, dass es uns bitterböse um die Ohren fliegen wird, wenn wir uns nicht beeilen.

      Ja, und ich sehe leider keine andere Möglichkeit, als die einer globalen Revolution mit dem Ziel, die PM-Besitzer zu enteignen und bspw. Rätestrukturen aufzubauen. Freilich muss man versuchen, als Zwischenschritt sozusagen, möglichst viele Rechte zu erkämpfen, überall auf der Welt. Dies geht momentan nur national, sollte aber von internationaler Solidarität begleitet sein.

      Problem ist, dass die meisten Lohnabhängigen sich heute ihrer Situation überhaupt nicht mehr bewusst sind. Es gibt, gerade in den imp. Zentren, viele unterschiedlich privilegierte Arbeiter und Angestellte – schon alleine durch den riesigen bürokratischen Apparat. Die fühlen sich noch sicher genug – und sind es ja meist auch. Das Bewusstsein ist also wohl das größte Problem.

      Andere Wege wüsste ich wirklich nicht. Ausklinken bringt überhaupt nichts. Das können ein paar praktizieren, aber nicht alle. Es lässt ja schon die Abhängigkeit eines jeden von diesem System nicht zu. Du musst erst einmal alles bezahlen, jedes Stück Land, jedes Stück Brot. Baust du dir einfach ´ne Hütte im Wald, hast du morgen die Polizei am Hals, wirst vertrieben, bestraft. Es funktioniert so nicht.

      Herzliche Grüße!

    • Eine solche Revolution, wie Sie sich gern vorstellen, Susan Bonath, kann ich mir nicht vorstellen. Eben weil es um das Bewusstsein geht und nicht ums Geld. Die Menschheit kann ihre Fähigkeiten dazu nutzen, Bewusstsein zu bilden, oder Fleisch. Bis jetzt hat sie sich fürs Fleisch entschieden.

    • Man könnte ins Machen kommen.

      Wir brauchen nicht erst Vordenker, die uns erlauben Ihre Ideen auch umzusetzen oder Politiker die uns erlauben überhaupt was zu tun. Wir können die Dinge selbst tun. Dadurch wird der Wandel kommen. Durchs Machen.

      Man könnte Angebote zum Treffen schaffen im eigenen Ort. Denn das sind die Menschen, die es betrifft und die man auch in echt treffen kann. Man könnte mit Nachbarn und Freunden anfangen, um mal erste Anregungen zu sammeln und ein Gefühl zu bekommen, was da gehen könnte. Und dann mal sehen, wer sich noch dazu aufraffen kann mitzumachen.

      Vielleicht einen Ort der Begegnung oder einen Ort des Teilens schaffen, an dem man einfach mal Ideen, Wissen und Können teilt. Teilen, ohne etwas dafür zu verlangen. Es sollte spürbar werden, was die Kraft der Gemeinschaft ausmacht.

      Es ist ein unbeschreiblicher Quell an Kraft, wenn man Menschen und deren Ideen trifft und feststellt, dass man nicht alleine ist.

      Also trefft Euch mit den Menschen in Euren Gemeinschaften und fangt gemeinsam an etwas zu bewegen hin zu Gemeinschaften, die ohne Tauschen auskommen. Dann wird auch keiner mehr abgehängt, weil er nicht genug Geld hat, um eine Bude zu haben.

      Bleibt friedlich…

      Ich

    • Bei uns handelt sich nicht um Staatskapitalismus. Der Staat ist gekapert worden und arbeitet im Interesse des Kapitals, dass sich in privater Hand befindet.
      Monopole entstanden um die Konkurrenz klein zu halten oder „weg zu beißen“.
      AG’s sind Kapitalsammelstellen die zu einer Konzentration des Kapitals führen und so die wirtschaftliche Überlegenheit sicher stellen sollen. Das Ziel ist Profitmaximierung.
      Von Staatskapitalismus kann man sprechen, wenn man sich die Wirtschaft in China anschaut.

      dazu: Nachdenkseiten vom 07.Oktober
      Werner Rügemer: Varianten des Kapitalismus – Ein Vergleich des westlichen mit dem chinesischen Kapitalismus

    • Nun ist der Kapitalismus keine Wirtschaftsform, sondern ein gesellschaftliches Verhältnis, entstanden aus der Kontingenz (Zufälligkeit) im Epochenbruch als die religiöse Formation an sich selbst endgültig scheiterte. Sie zeichnet sich durch eine neue Reflexionsebene aus, die immer doppelt daher kommt: als Subjektivität und Abspaltung, als Öffentlichkeit und Privatheit, als Staat und Nation usw. usf. Sie hat eine völlig andere Zeitvorstellung als andere Epochen zuvor (Fließzeit anstelle von qualitativer Zeit), eine neue Wahrheitsproduktion (Subsumption unter vorausgesetzte abstrakte Theorien) und einen völlig anderes Verständnis von Reichtum, der nämlich entkonkretisiert ist und in der Anhäufung von nun abstraktem Wert besteht, wobei letzterer wiederum die abstrakte Zeiteinheit als Grundlage hat. Anders gesagt: Die Wirtschaftsform fiel dem bürgerlichen Subjekt aus der Tasche, als es sich von den „Füßen auf den Kopf“ stellte, um Marx mal wieder zu bemühen.
      So sympathisch mir die Traditionslinke/n auch immer noch ist, so erschreckt bin ich doch immer wieder, wie sehr sie nach wie vor das Bürgerliche Ensemble stützt und bloß „zu sich selbst“ bringen will. Die erbittertsten Verfechter der Moderne sind nicht umsonst nicht die sogenannten Konservativen, sondern die Sozialdemokratie (seit Anbeginn) und ihre linken Abspaltungen bis hin zu den sich selbst so bezeichnenden Marxisten, die nach und seit Rosa Luxemburg bloß noch „Kritik“, also die ganz gewöhnliche Vollzugsform bürgerlicher Konkurrenz, pflegt, um jeglicher Transzendenz aus dem Wege gehen zu können. Es lebe der Klassenkampf – auch wenn die frisch Emanzipierten sich sogleich dort eingliedern, wo sie denn im Modernen Ensemble als gewordene Subjekte mit der „Unternehmung“ ihrer selbst auch rechtschaffen hingehören.
      Geredet wird von Revolution – ebenso eine ganz gewöhnliche Verlaufsform moderner Verhältnisse – … und eins wird beklommen, weil der Antagonismus und das Gewaltprinzip, das der modernen Staatlichkeit zu Grunde liegt, wiederum auf den Plan gerufen wird wie auch eben die vermaledeite Kritik, die nur Austrag konkurrenter Vorschläge zur stillschweigend vorausgesetzten (bürgerlichen) Vernunft ist, die Wahrheit abgeschafft hat und die einzige „menschliche“ Fähigkeit, nämlich soziale Beziehungen inhaltlich festzulegen als „dummes Teufelswerk“ in den Orkus verbannt hat.
      Ich mag nicht kritisieren, wo diese Kritik nichts nützt und Rechte und Linke sich gleichermaßen als bürgerliche Subjekte entpuppen, weil sie – Transzendenzverbot! – unsere heutigen, unerträglichen Verhältnisse um der Aufrechterhaltung der bürgerlichen Sichtweise willen beliebig nach „hinten“ verlängern und sich unter Missachtung der damaligen Leute ungeniert die Legitimation für ihr antagonistisches und konkurrentes Tun schlicht usurpatorisch einverleiben. Würde unsere Kritik an der Sklaverei beispielsweise irgendetwas am Schicksal der antiken Sklaven ändern? Sie würde doch nur der Legitimation der folgenden, der modernen Formation dienen, die mit der Sklaverei Schluss gemacht hat, um sie durch Lohnarbeit zu ersetzen, eine soziale Abhängigkeit und Unterordnung durch die andere auszutauschen und ihr eigenes Hohelied auf ihren gesellschaftlichen Fortschritt und ihre moralische Überlegenheit zu singen. Würde aber, übten wir sie denn, unsere Kritik beispielsweise an der Lohnarbeit etwas nützen? Wenn diese Kritik nichts anderes wäre als die Unterstützung, die politische oder wissenschaftliche Unterfütterung von Auseinandersetzungen mit Argumenten und Engagement in einem Interessenskonflikt, so könnte sie ein honoriges Anliegen darstellen, würde aber an der Tatsache der Lohnarbeit selbst nichts ändern, höchstens ihre Gewichte in die eine oder andere Richtung verschieben. Wenn aber unsere Stellung zur Lohnarbeit zum Ergebnis ihrer Abschaffung führen soll, müssen wir den Boden der Kritik verlassen. Dann kritisieren wir nicht die Lohnarbeit, sondern beschreiben sie als obsolet vom Standpunkt einer neuen Epoche und anderer sozialer Verhältnisse aus. Nur wenn wir diesen Standpunkt einer anderen Epoche einnehmen können, wird es möglich, auf einer Grundlage zu stehen, die nicht dieser Formation zugehörig ist, und darauf eine Logik zu entfalten, in der Lohnarbeit nicht vorkommen kann – nicht, weil sie aus Gründen sozialer Gerechtigkeit ersetzt wurde, sondern weil sie in diesen – vorweggenommenen – Verhältnissen gar nicht vorkommt. Es geht also um die Frage danach, was wir vorwegnehmen können und worauf wir uns bei dieser Vorwegnahme einer anderen, nicht bürgerlichen gesellschaftlichen Formation beziehen können.
      Danke!

    • Nicht neu, sondern alt-bekannt und schon seit 10 Jahren diskutiert:
      Ein neuer New Deal.

      Dieser muss global vollzogen werden, zumal die Finanzmärkte stark miteinander verpflochten sind.
      Und da rauszukommen ist nicht so einfach, also ist Abschotten (für ohnehin schon stark vernetzte Wirtschaftseinheiten wie Deutschland) wohl keine gute Idee.

      Also Reformen…
      Gewerkschaften stärken. Banken mehr regulieren.
      Insbesondere die Schattenbanken stärker beleuchten. (Am besten schließen.)

      Mitreformiert werden sollten auch: Welthandelsorganisation, IWF und Weltbank.
      Mehr Transparenz, Konzern-Einflüsse reduzieren, Umweltprobleme stärker fokussieren.

      Oberstes Kredo sollte sein: „Die Wirtschaft soll dem Menschen dienen, nicht umgekehrt.“
      Wenn sie einige wenige übervorteilt und der Großteil alt aussieht, dann ist das System falsch und muss geändert werden.

      Das Problem ist auch, dass jene, die im System benachteiligt sind, nicht gut genug gehört werden.
      Teils auch vom System „versteckt“ werden – denn das System ist auf Selbsterhalt aus.
      Also ist eine dieser systemisch-inherenten Krankheiten „Das System um des Systems Willen zu erhalten versuchen“ oder „Systemischer Selbstzweck“.

      Da bedarf es mehr Selbstreflektion und schärferer Analysen seitens der Politiker und Medien. Aber auch mehr Weitsicht.
      „Das Volk“ braucht mehr relevantes Wissen und Bewusstsein, um sich zusammen zu organisieren und Druck auf die Herren der Welt auszuüben.

      Der Marsch durch die Institutionen auf der anderen Seite würde erfordern: einen nicht abreißenden Strom von Idealisten in die Politik. Bestenfalls jene Form von Idealist, die gute, realisierbare und moralisch vertretbare Ideen in petto hat. Und genügend Standkraft gegenüber der Lobbykratie besitzt (und das in Zeiten einer von Wirtschaftskrisen gezeichneten Ich-Gesellschaft).

    • Petra:
      Ihr Text ist völlig sinnfrei.
      Oder versteht das jemand?
      Sie benutzen Wortbausteine, wo selbst Google versagt. Daraus noch einen Zusammenhang herzustellen ist mir unmöglich.
      Haben sie was geraucht – oder gibt es Computerprogramme, die so etwas erzeugen?
      Keine Ahnung.

    • @Je m’en vais „Die Menschheit“ wie du sie darstellst, gibt es so nicht. Das ist eine universalistische, fatalistische und fundamentalistische Sichtweise und global-sektiererische Ideologie.
      Nur ca 40 % aller menschen leben in modernen industialisierten urbanen Gesellschaften.
      Der Rest von 60% lebt immer noch wie 1900 in ländlichen und ursprünglichen dörflichen Gemeinschaften ohne Technik oder Kapital-Märkte. Fahr mal von hier aus ca. 8 000 km in Richtung Kamtschatka, oder die 12 000 Km Richtung Süd-Afrika und meide dabei die Städte, dann begreifst du schnell, was gemeint ist.
      Mal eben 7 000 000 000 Mitmenschen über einen groben Kamm zu scheren, das hatten wir schon mal.

    • @schwarz ist weiß sagt: Haben sie was geraucht – oder gibt es Computerprogramme, die so etwas erzeugen?

      Jemandem Drogenmissbrauch zu unterstellen, nur weil man des versandesmäßigen und verstänlichen Lesens nicht mächtig ist, während man selber Jahrzehntelang, alle erdenklichen LEGALEN DROGEN aus der Chemie-Giftmüll-Küche der Lebens&Konsum-Mittel-Industrie konsumiert hat, ist schon ein starkes Husaren-Stück.
      Geht’s noch polemischer?
      Die BILD soll da sehr hilfreich sein.

      „Ihr Text ist völlig sinnfrei. Oder versteht das jemand? Keine Ahnung.“

      Ja, das merkt man sehr deutlich!

    • @schwarz ist weiß Welche Buchstaben oder Wörter aus Petra’s Text haben sie nicht verstanden?

      Zitat von Ihnen: „Der Staat ist gekapert worden und arbeitet im Interesse des Kapitals, dass sich in privater Hand befindet.“
      Das nennt man: „KORPORATISMUS, ETATISMUS, NEO-LIBERALISMUS und DER TIEFE STAAT“.
      Das hat mit dem reinen Kapitalismus nicht das Geringste zu tun.

    • Werter Hannes Zappes,
      Wie ich etwas nenne, ob und im welchem Maße ich Fremdwörter benutze oder die eigene Wortwahl gebrauche, müssen Sie schon mir überlassen.
      „KORPORATISMUS, ETATISMUS, NEO-LIBERALISMUS und DER TIEFE STAAT“ – sagt mir schon was.
      Aber in der Blödzeitung werden Sie darüber nichts lesen.
      Wieso empfehlen Sie mir etwas, was Sie selbst verachten?

      Der Kapitalismus hat sich entwickelt und verändert. Er war am Anfang sogar fortschrittlicher als DAS, was davor war.
      Wollen Sie zurück in die Zukunft und wenn ja, wie weit?

      Zu den anderen Sachen schreibe ich später etwas.

    • Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich (oder andere) wiederhole,

      „Wir brauchen einen New New Deal!“

      Habe mir heute nochmal dazu das Gespräch von KenFM mit Jürgen Krysmanski angehört.
      Er erwähnte da auch eine gewisse „Chrystia Freeland“ und ihr Buch „Plutocrats“.
      Ich empfehle auch ihren Vortrag „Der Aufstieg der neuen, globalen Superreichen“.
      Am Ende dieses Vortrages fordert auch sie, wir brauchen einen „New New Deal“.

      Damit sind wir dann mindestens schon mal zwei (weltweit), die das fordern.
      Noch wer?

    • Hannes Zappes:
      Wie sie unschwer erkennen, hat der Satz: „Haben sie was geraucht – oder gibt es Computerprogramme, die so etwas erzeugen?“ am Ende ein Fragezeichen.
      Ich sprach nicht vom Drogenmissbrauch sondern von bewusstseinserweiternde Substanzen.
      Das mag für Sie das selbe sein – für mich nicht.
      Mit „Chemie-Giftmüll-Küche der Lebens&Konsum-Mittel-Industrie“ hat das nichts zu tun.
      “ versandesmäßige(n)s und verstänlichen Lesen(s)“ setzt voraus, das man die gleiche Sprache spricht.
      Ich gebe zu das mir der Beitrag von Petra echt Mühe (auch nach mehrmaligen lesen) bereitet.
      Das ist nicht meine Sprache. Einen Zugang konnte ich teilweise bekommen, durch einen anderen Beitrag (Tagesdosis vom 7.10. 2017) von Petra:
      Zitat:
      „Da sage ich mal mit den Worten meines verstorbenen Freundes Robert Kurz: „Wir haben ihn so geliebt – den Klassenkampf“ *smile.“
      Danach habe ich im Netz gesucht.
      Auch kein einfacher Text – aber ich denke, ich weis jetzt in welche Richtung Petra denkt.
      Falls Sie sich, Petra, auf den „Schlips getreten fühlt haben“, tut es mir leid. Sorry
      Sie, Hannes, haben das aber alles gleich richtig verstanden!?
      Wenn sie Lust haben, versuchen Sie einmal den besagten Text so zu übersetzen, so das es auch ein „Normalo“ versteht. Das kostet echt Zeit.
      z.B.das Wort „usurpatorisch“ und „Transzendenzverbot“ kannte ich nicht.
      Diese Wörter scheinen ihnen aber geläufig zu sein. Ich musste erst nachschauen, was mir auch gelang, weil ich erstaunlicher Weise alle Buchstaben kannte.

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