Tagesdosis 9.3.2020 – Finanz-Tsunami: Jetzt kommt das Derivate-Beben

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

In der vergangenen Woche schien es, als ob die Finanzmärkte verrückt spielten. An den Aktienbörsen gab es trotz gewaltiger Kursverluste Rekordsprünge nach oben, an den Anleihenmärkten kam es trotz immer geringerer Renditen zu einer riesigen Kaufwelle und der Goldpreis erlebte einen gewaltigen Aufschwung, obwohl er mehrmals von Großinvestoren attackiert wurde.

Was bei oberflächlicher Betrachtung wie ein unerklärliches Chaos wirkte, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als logische Folge einer historisch einmaligen Situation: Noch nie in der gesamten Geschichte der Menschheit hat ein einzelnes Ereignis die Weltwirtschaft so stark in Mitleidenschaft gezogen wie die Corona-Pandemie.

Die rasante Verbreitung des Virus sorgt dafür, dass in immer mehr Ländern Produktionsstätten stillgelegt und Lieferketten unterbrochen werden. Da gleichzeitig auch Absatzmärkte wegfallen, ist sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite betroffen – ein Phänomen, das es in diesem Ausmaß bisher nicht gegeben hat. 

Trotzdem haben die Finanzmärkte das Problem zunächst ignoriert – in der Hoffnung, dass die Pandemie gestoppt werden und die Welt zur Normalität zurückkehren könnte. In der vergangenen Woche aber haben sie offenbar eingesehen, dass ihr Hoffen vergebens war und plötzlich sehr heftig reagiert. Den Verantwortlichen in den Zentralbanken, der Politik und den Vorstandsetagen der Finanzinstitute dürfte daraufhin ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen sein, und das aus zwei Gründen: 

Zum einen, weil die Turbulenzen die für sie äußerst ernüchternde Erkenntnis brachten, dass die Mittel, mit denen das globale Finanzsystem seit 2007/08 am Leben erhalten worden ist, nicht mehr wirken. 

So hat die US-Zentralbank Federal Reserve am Mittwoch in einer überhasteten Notaktion den Leitzins um 0,5 Prozent gesenkt – um doppelt so viel Basispunkte wie bei den letzten Zinssenkungen im vergangenen Jahr. Zugleich wurden am Repo-Markt allein am Dienstag  und am Mittwoch 200 Milliarden Dollar an frischem Geld an die Wall Street vergeben.

Doch obwohl damit die seit langem schärfsten Geschütze der FED aufgefahren wurden, blieb der Effekt aus: Die Aktienkurse fielen weiter, Investoren flohen in Anleihen und Gold. 

Warum? 

Weil Zinssenkungen und Geldinjektionen nichts daran ändern, dass das Corona-Virus die ohnehin einsetzende weltweite Rezession in nie dagewesener Weise verschärft. Der Ölpreis fällt immer schneller, die Container-Schifffahrt und die Logistik zu Lande erleben gewaltige Einbrüche, mittelständische Unternehmen taumeln zu Hunderttausenden, die Zahl der Kreditausfälle wächst stündlich. 

Und das ist noch nicht alles. Das Corona-Virus hat auch die Lebensgewohnheiten der Mehrheit der Menschen drastisch verändert. Hotellerie, Gastronomie und Touristik erleben nie gekannte Ausfälle, erste Fluglinien und Reedereien gehen in Konkurs. Und die Aussichten sind düster, denn die zunehmende Zahl an Infektionsfällen wird alle bereits bestehenden Probleme in den kommenden Wochen weiter verschärfen. 

Zum anderen aber gibt es noch einen zusätzlichen Brandherd, der von seinem Ausmaß her alle anderen Probleme in den Schatten stellt: Den Derivate-Sektor des globalen Finanzsystems. 

Dieser mit Abstand größte Bereich hat das System bereits zweimal, nämlich 1998 und 2007/08, an den Rand des Zusammenbruchs gebracht, ist aber trotzdem nicht eingegrenzt oder reguliert worden, weil es sich bei ihm um eine der Haupteinnahmequelle von Banken und Hedgefonds handelt. 

Derivate sind nichts anderes als Wetten auf zukünftige Preise, Kurse oder Zinssätze. Sie werden aber nicht nur zur Spekulation eingesetzt, sondern dienen auch der Absicherung von Risiken. Diese Risiken verschwinden allerdings nicht, sondern werden nur gegen Zahlung eines bestimmten Betrages von einer Partei auf eine andere Partei übertragen. 

Unter normalen Marktbedingungen wäre das kein Problem. Seitdem Regierungen und Zentralbanken die großen Finanzinstitute aber 2007/08 für „too big to fail“ erklärt haben, hat sich die Situation grundlegend geändert: Seitdem gehen die Parteien nämlich immer höhere Risiken ein, weil sie ja davon ausgehen, dass sie im Notfall als „too big to fail“ vom Staat gerettet werden. 

Da die Mehrheit der Derivate nicht in den Büchern der Unternehmen auftauchen muss, kann ihr Umfang heute nur annähernd geschätzt werden. Insider gehen von einem derzeitigen Volumen von ca. 1,25 Billiarden US-Dollar aus. 

Da bei dieser kaum vorstellbaren Summe jeder größere Einbruch fatale Folgen hätte, muss von Seiten der Zentralbanken absolut alles getan werden, um die Finanzmärkte einigermaßen stabil zu halten. Aus genau diesem Grund haben sie in den vergangenen 12 Jahren immer wieder Geld ins System gespeist und die Zinsen ein ums andere Mal gesenkt – und das sogar mit Erfolg: Wir haben von 2008 bis Anfang 2020 mit kleinen Unterbrechungen einen durchgehenden Aufwärtstrend an den Finanzmärkten erlebt.

Damit aber ist es nun vorbei. Die Erschütterungen der Märkte durch das Corona-Virus sind bereits jetzt so heftig, dass das Wasser einigen großen Finanzinstituten wegen fälliger Zahlungen im Derivate-Bereich bis zum Hals steht.  

Die kräftigen Kurseinbrüche der Aktien der großen Wall Street Banken, die in der vergangenen Woche weit über die Verluste anderer Branchen hinausgingen, zeigen, dass diese Probleme den großen Investoren nicht entgangen sind. Die fallenden Aktienkurse aber bedeuten für die betroffenen Institute nichts anderes, als dass ihre Situation sich wegen des schwindenden Vertrauens noch weiter verschlimmert.  

Wir stehen also vor folgender Situation: Zentralbanken und Regierungen werden in den kommenden Tagen jedes erdenkliche Mittel einsetzen müssen, um die Situation zu stabilisieren. Zunächst dürfte es in den USA zu einer weiteren Zinssenkung der FED (möglicherweise bis in den Minus-Bereich) und zu weiteren, noch größeren Geldinjektionen über den Repo-Markt kommen. 

Beides aber wird bei den Investoren höchstens kurzfristige Strohfeuer auslösen, der Effekt wird wie beim letzten Mal rasch verpuffen. Dann aber bleiben nur noch zwei Optionen: Die von den Derivate-Schäden betroffenen Institute per Bail-in oder Bail-out zu retten. 

Das heißt: Entweder die Anteilseigner, Anleger und Sparer von Banken werden teilenteignet oder die notleidenden Institute werden mit Steuergeldern gerettet. Das bedeutet: Auch diesmal wird man wie in der Vergangenheit versuchen, die Schäden im Finanzsektor auf die steuerzahlende Bevölkerung abzuwälzen. 

Das aber müsste bei den Summen, um die es diesmal geht, in einem nie dagewesenen Umfang geschehen, so dass man jetzt schon sagen kann: Eine Rettung des Systems durch Bail-ins und Bail-outs wie 2007/08 ist 2020 überaus fraglich, wir stehen möglicherweise schon in den kommenden Tagen vor dem Kollaps des Systems. 

Das alles klingt erschreckend und deutet darauf hin, dass vor uns eine der unruhigsten Perioden in der jüngeren Geschichte liegt. Doch so düster dieses Szenario auch wirkt, es birgt auch eine historische Chance: Ein Zusammenbruch würde Millionen von Menschen in einen direkten Konflikt mit diesem System führen, sie seine Auswirkungen am eigenen Leib spüren lassen und sie daher für eine Aufklärung über seinen zerstörerischen Charakter empfänglich machen. 

Der Kollaps könnte somit die Grundlage für eine seit langem überfällige breite Diskussion über die Abschaffung des globalen Finanzcasinos und seine Ersetzung durch ein demokratisches Geldsystem schaffen – vorausgesetzt, dass möglichst viele Menschen, die das System bereits durchschauen oder zumindest in Ansätzen verstehen, sich an einer dringend notwendigen Aufklärungs-Offensive beteiligen.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: bluebay / Shutterstock

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15 Kommentare zu: “Tagesdosis 9.3.2020 – Finanz-Tsunami: Jetzt kommt das Derivate-Beben

  1. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist also angesagt einfach immer kurz vor dem Crash einen Break zu machen, um dann per per interner Weisung das Blatt noch einmal zu wenden, bis der nächste freie Fall droht.
    Dazu werden die Wall Street Operatoren wohl ins Weiße House einziehen und Trump ist natürlich IHR PRESIDENT. im weiteren geht es eigentlich nur noch darum, wie man einen Zombie davor bewahrt zu verdunsten.
    All die selbst gezüchteten schwarzen Schwäne schön im Zaum halten. Wenn alles schief geht, war es halt der Corona, der dem Elend die Krone aufgesetzt hat.

  2. Lieber Ernst Wolff

    wieder Danke auch für diesen Artikel!

    Und ich möchte sehr gerne auf den letzten Absatz fokusieren:
    "…die Grundlage für eine seit langem überfällige breite Diskussion
    über die Abschaffung des globalen Finanzcasinos
    und seine Ersetzung durch ein
    demokratisches* Geldsystem
    vorausgesetzt, dass möglichst viele Menschen,
    die das System bereits durchschauen oder
    zumindest in Ansätzen verstehen,
    sich an einer dringend notwendigen Aufklärungs-Offensive beteiligen."
    (*my2cents: humanes!)

    !!! Auf gehts !!!

    Inhaltlich habe ich dieses Brainstorming schon öfter fromuliert
    (zb …LINK…https://kenfm.de/tagesdosis-11-10-2019-goldene-zeiten-in-der-aera-des-wirtschaftskomas/#comment-172312)

    … als Gedankenspiel versuche ich mal folgende „Übertragungen“ von der

    . a) Kreditvergabe (entsprechend dem aktuellen Status Quo)
    . als These zur ! Bilanzierung ! eines
    . b) Bedingungsloses Grundeinkommen

    a) Kreditvergabe bedeutet:

    – nach der Unterzeichnung eines Kreditvertrag wird Buchgeld erzeugt
    – diese Buchgeld war vorher nicht dem `Geber` eigen, es wird jedoch nicht! aus dem `Nichts` geschöpft
    – das Finanzinstitut nutzt ein gesetzlich UNgeregeltes Privileg, bzw erfüllt die vom Recht vorausgesetzte `Fähigkeit`, die im Kreditvertag durch den `Kreditnehmer` (mit dinglicher Sicherheitsgarantie) zugesicherten Zahlung in Höhe von … über eine Zeit von … als Wert zu bilanzieren und schreibt daraus einen Anteil dem `Nehmer` ; ) auf einem Konto o.ä. gut

    – Grundlage für diesen Geldschöpfungsprozess ist nur der Vertragsabschluss zwischen 2 `Parteien`.

    – im Kreditvertrag einigen sich die Vertragspartner auf eine Leistung und die entsprechende Gegenleistung.

    1) Leistung des `Kreditgebers`:

    – das Erzeugen bzw. zur Verfügungstellen des (Buch-)Geldbetrages auf dem Konto des Kreditnehmers,
    dies kann im wesentlichen keine Leistung darstellen, denn diese (Buch-)Geldmenge hat es vorher nicht gegeben

    – die Nutzung eines `normativ faktischen`, jedoch nicht auf einer gesetzlichen Grundlage stehenden `Privilegs`,
    die Rückzahlungsverpflichtung des Kreditnehmers in ein Wertpapier umzuwandeln

    2) Gegenleistung des `Kreditnehmers`:

    – Verpflichtung zu Rückzahlungsraten mit Zugriffsrecht auf dingliche Sicherheiten im Nichtrückzahlungsfalle

    b) Übertragung in den Kontext Bedingungsloses Grundeinkommen:

    – unter a) besteht die Leistung des `Kreditgebers` darin, die Rückzahlungsverpflichtung des Kreditnehmers in ein Wertpapier umzuwandeln, welches jedoch ohne gesetzliche Grundlage Anwendung findet

    – daher eine These zu einer tatsächlich gleichwertigen ! Bilanzierung ! eines BGE:

    Eine `Leistungsverpflichtung` des Einzelnen kann in einer Art `Eigenvertrag`
    (nicht InSichGeschäft sondern FürAlleGeschäft 😉 )
    auf Grundlage einer gesetzlichen Regelung
    als `Wertpapier` für Alle bilanziert werden
    und als BGE den Einzelnen gutgeschrieben werden.

    (… diese Konten zu führen wäre eine wirklich sinnvolle Tätigkeit für Banken/Finanzdienstleister ; ) )

    – Teil der gesetzlichen Grundlage ist eine `lebenslange` Laufzeit und die vollständige Nichtübertragbarkeit auf andere.

    – die Lebensleistung des Einzelnen wird als ausreichender Ausgleich für die erhaltene `bedingunslose Geldleistung` angenommen/bilanziert

    Damit würde `Etwas wie Geld` nicht mehr
    durch Schuld (im Rahmen von `Tausch`) sondern
    durch Leben (im Rahmen von Kooperation)
    dem Wesen des menschlichen Zusammenlebens tatsächlich `gerecht` werden ; ) …

    … als Ergänzung ein Ausschnitt eines Interviews mit Fanz Hörmann:
    (Idealism Prevails `Die Grundlagen des Schuldgeldsystems`)

    Zitat:
    "Ein ethisches System*, in dem ich die Menschen dafür motiviere,
    dass sie sich an Verträge halten, kann kein `NullsummenSpiel` sein,
    weil der worst case ist, das alle ehrlich sind und sich alle an die Verträge halten.
    Und dann kann ich Niemandem das wegnehmen, was ich für die Belohnung brauche.
    Und man achte auch auf folgenden Unterschied:
    im `PlussummenSpiel` entsteht die Belohnung einfach durch aufschreiben,
    also durch bewerten der Leistung **.

    D.h. wenn wir menschliche Leistungen*** definieren, denen einen Wert geben
    und es wird die Leistung *** erbracht,
    dann kann ich durch Gutbuchung auch den Wert entstehen lassen."

    (…LINK… https://www.youtube.com/watch?v=DvXAsTs4snk&t=30m04s)
    * HUMANes Geldsystem ?!
    ** Bilanzierung ?!
    *** das Leben an sich ?! bedingungslos … 😉

    dito!

    `Von Jedem für alle`
    … ein bedingungsloses Lebenseinkommen
    … on Earth

    … `nur`! eine Frage der tatsächlich gleichwertigen Bilanzierung 😉

    `Core` on … aah

    Viele Grüße in die Runde

    .~*

    (ps: finde ein Interview mit Hans Scharpf auf KenFM als sehr passend!)

  3. Um was geht es eigentlich, in derzeit unruhigen Zeiten.

    Die "Weltgesellschaft" kommt an ihre Grenzen. Das Finanzsystem spielt verrückt, d.h. "Gestaltungs-Mächtige-Eliten" versuchen den unvermeidlichen "Crash" zu ihren Gunsten zu gestalten. Die Nervösität ist groß und jede Maus wird zum Elefanten per medialer Unterstützung erklärt.

    Die "Finanz-Vampire" und "stofflich gebundenen Freiheits-Leugner" wissen genau, dass heute ins Bewusstsein der Menschen investiert werden muss. Das geschieht auf sehr unterschiedlicher Art und Weise und frührt in eine künstlich kontrollierten Welt.

    Der "Angriff" auf unsere Persönlichkeits- und Freiheitrechte geschieht in "freiwilliger" Art, d.h. durch die Erfahrung von Machtlosigkeit. Die Menschheit will nicht aufwachen und ist schnell bereit durch "neue Gesetze und Kontrollen", im Sinne einer übergeordneten, beherrschbaren und scheinbar neurtalen Macht, "Lebensenergie" abzugeben. Ein Großteil der Menschen glaubt, dass diese Krise nur so zu beherrschen ist.

    Wie kann eine Krise von Interessengruppen beherrscht werden?

    Einerseits durch das Beschwören von Ängsten (z.B. Corona-Virus) und anderseits durch Verharmlosung echter Gefahren (z.B. alles im Griff) und die Vermeidung individueller Erkenntniskraft (z.B. Sozialismus gleich Demokratie). Es ist die technische Trennung von Gefühl und Verstand. Der zukünftige Mensch soll seine Gefühle nicht mehr selbst durch den eigenen Verstand kontrollieren können, sondern über den "Nutzwert" von Außen bestimmt werden. Gefühl und Verstand werden auf langer Sicht vom individuellen Herz-Bewusstsein des Menschen getrennt.

  4. Das Rätsel um das Corona-Virus ist sehr wahrscheinlich schon seit Ende Januar gelöst.

    Chinesische Forscher hatten zwei Schlangenarten identifiziert, die die derzeitige Infektionsverbreitung ausgelöst haben. Es sind die Chinesische Kobra und der Vielgebänderte Krait.

    Was unsere Wirtschaft nach dem "Ende des Geldes" betrifft, müssen wir es vor allem verstanden haben, dass Geld wie in der heutigen Form gar nicht funktioniert, weil es alle Bürger sind, denen die Politik ständig Schulden anlastet, zumal es ohne Schulden auch kein Geld gibt und dass es dann immer nur einzelne Personen sind, mit deren Geldbesitz der spätere (u.a. Staats-) Schuldenabbau allenfalls möglich sein könnte.

    Jedenfalls will doch Linken-Chef Bernd Riexinger radikal an die Sache rangehen.
    In der Neuen Züricher Zeitung behauptet er:
    "Deshalb wollen wir Reichtum besser verteilen. Besonders reiche Leute, da geht’s um Millionäre und Milliardäre, wollen wir stärker besteuern, damit der Staat mehr Geld hat für Investitionen ins Gemeinwohl."

    Unsere Linkspartei stellte doch jüngst im Zusammenhang mit den Superreichen die Erschießungsfrage und die Medien schien dies kaum zu interessieren.
    Dabei dürfen wir es nicht vergessen, dass die Linke nach wie vor die Nachfolgepartei von SED/ PDS ist.
    In der ehemaligen DDR wurde die Todesstrafe auch erst in 1987 abgeschafft. Ebenso gab es den Todesstreifen, der die politische Handschrift der ehemaligen DDR erkennen ließ.

    Die Linke würde ich allein schon deshalb niemals wählen, weil sie eben auch ihr undurchsichtiges Firmenvermögen einem Ex-Stasi-Netzwerk anvertraut hat.

    Trotzdem beteilige ich in zurzeit bei einer "Aufstehen"-Gruppe bei Facebook. Die derzeit unzureichende Themenarbeit von Bernd Riexinger wird dort aber durchaus bemerkt.

    Was den US-Vorwahlkampf betrifft, beschreibt Bernie Sanders es jetzt mehr und mehr, was wir in unserer fehlerhaften Gesellschaft als normal empfinden und welchen Zustand wir tatsächlich haben.

    Er geißelt etwa Handelsverträge und eine weltweite Arbeitsteilung.
    Aber ansonsten würde er allenfalls dem Kevin-Kühnert-Flügel der SPD angehören, weil er etwa eine
    Krankenversicherung für alle Bürger, die Abschaffung der teils irrwitzigen Schul- und Studiengebühren, mehr Geld für Umweltschutz, Infrastruktur und Bildung, einen besseren Sozialstaat, einen staatlich bezahlten Mutterschutz, Hilfen für Arbeitslose und etwa auch höhere Steuern für Superreiche fordert.

    Für mich ist das alles ein Hinweis darauf, dass die Ungleichheit hüben wie drüben zwar bekannt ist, dass aber die von Herrn Wolff sehr gut analysierte Entgleisung unseres weltweiten Finanzsystem fast gar nicht thematisiert wird.

    • Viele Linke denken bei einer Veränderung daran, dass es hinterher allen so gut wie gleich gehen soll. Also Ergebnisgleichheit.
      Das aber erfordert einen Popanz an Apparat und Diktatur, mentale Zu- und Abrichtung.

      Wir sollten stattdessen das Geld- und Finanazsystem, Dineg wie das Patentrecht so ausrichten, dass wir wenigstens mal Chancengleichheit bekommen. Und das führt im Anschluss natürlich zur Ausdifferenzierung, weil ebennicht alle gleich sind und sein wollen.

      Wir haben ja keinen Wettbewerb der Ideen, weil alles alles ein Oligopol ist. Von der Frage der Währung bis zum Patent für Energie ist alles fest. Die beste Idee hat keine Chance.

      Und ich sehe nicht, wie das in einem anderen Zentralismus besser werden soll. Das Geld muss nicht verstaatlicht werden, sondern endlich in einen absolut freien Wettbewerb treten müssen. Dann wären die Bankenmonopole am Arsch.

    • Hier zur Abwechslung was mit Substanz zum Thema: Was heißt "links" ?
      (Wenn man den Begriff schon verwendet)

      Aus einem Leserbrief von Henning Köhler an Andreas Becker.
      Quelle: https://www.erziehungskunst.de/artikel/was-heisst-links/

      "Sehr geehrter Herr Becker,

      Ihr Versuch, auf den Punkt zu bringen, was »linke« und »rechte« Grundpositionen unterscheidet, lässt sehr zu wünschen übrig. Richtig ist, dass sich Linke traditionell für einen Umbau der Gesellschaft zu mehr sozialer Gerechtigkeit einsetzen. Dann aber packen Sie ein Bündel Klischees aus, die zwar für gewisse verflachte, pervertierte Formen linken Denkens gelten, nicht jedoch für den Kern des historischen Projekts der Linken. Sie behaupten, Linke zögen die gesellschaftliche Fürsorge der individuellen Verantwortung vor. So einfach ist das aber nicht. Wer die Geschichte der Linken kennt und aktuelle linke Debatten verfolgt, muss zu einer anderen Einschätzung gelangen. Der Themenkomplex Freiheit / Selbstverantwortung / Verantwortung für andere / Verantwortungsethik als Herzstück des Gesellschaftsvertrags wird nirgends so differenziert und so kontrovers diskutiert wie in linken Kreisen, teils auf einem beachtlichen philosophischen Niveau. Die Erkenntnis, dass Selbstverantwortung und soziale Verantwortung, Freiheit und Solidarität keine Gegensätze darstellen, sondern einander bedingen, wuchs historisch in der Linken. Wie übrigens auch die Leidenschaft für Freiheit als solche. Das Lamento, gesellschaftliche Fürsorge gehe auf Kosten der individuellen Freiheit und lähme die Selbstverantwortung, gehört zum rechtskonservativ-neoliberalen Standard-Repertoire, darüber belehrt uns jede TV-Talkshow. Unter »individueller Freiheit« verstehen diese Leute den Ego-Trip, der unsere Welt ins Verderben zu stürzen droht, und wenn sie »Selbstverantwortung« sagen, verbirgt sich dahinter meist das Urteil, Verlierer seien selber schuld…"

  5. Hier ein lesenswerter Link zu einem Artikel vom 28.02.20 im Flensburger Tageblatt, geschrieben von einem Lungenfacharzt und ehemaligen Gesundheitspolitiker.

    http://zeitung.shz.de/flensburgertageblatt/2332/article/1094358/29/1/render/?token=d21c25e0d9812d4a58df107989b641a2&fbclid=IwAR1ZgpTj0MbtnKb5D7J2lSTCP89FSmfgY-qT9sUy4DIhexnvscvUdKnjCjU

    • Genau, weiterhin voll lesenswert !

      Der gleiche Artikel erschien auch bei kenfm am 5.3. https://kenfm.de/loesung-des-corona-problems-panikmacher-isolieren/

    • @ Helmut Edelhäußer
      Meinten Sie "Um das Finanzsystem am Laufen zu halten" ?
      Wenn ja – wie hält die inszenierte Panik das Finanzsystem am laufen ?

  6. Zunächst: Danke für diese düstere Analyse und nahe Aussicht !
    (Ob wir die wohl unvermeidliche Mega-Krise für eine Wende ins Positive nutzen werden ?)

    Sodann, Herr Wolff, wer steckt denn hinter dem Corona-Hype ?

    Es ist ja offensichtlich ein ganz bewusstes weltweites Hoch-reden und -schreiben der Gesundheitsgefährdung. Wolfgang Wodarg schreibt "Dem Corona-Hype liegt keine außergewöhnliche medizinische Gefahr zugrunde. Er verursacht aber eine erhebliche Schädigung unserer Freiheits- und Persönlichkeitsrechte durch leichtfertige und unberechtigte Quarantänemaßnahmen und Verbotsregelungen……Es kann schon fassungslos machen, wenn man als routinierter Seuchenwächter sich das derzeitige Getümmel, die Panik und das dadurch erzeugte Leid anschaut…" https://kenfm.de/loesung-des-corona-problems-panikmacher-isolieren/

    Wem nützen diese Einschränkungen unserer Freiheits- und Persönlichkeitsrechte und all die unberechtigten Quarantänemaßnahmen, die die weltweite Ökonomie immer massiver ins Stocken bringen ?
    Wer will, dass gerade jetzt der große Crash des Weltfinanzsystems eintritt ?

    Sind es die weltweiten Grauen Eminenzen, die den Virus-Hype geplant haben und ihn finanzieren, um in dem so herbeigeführten Chaos die Weltbevölkerung weiter verringern, ausrauben, entmächtigen und noch sicherer unter ihre Kontrolle bringen wollen ?

    • ja Josef Gabriel Twickel, das ist doch wohl eindeutig, nach dem Abklingen der Hysterie sind die "Eliten" reicher und mächtiger als je zuvor, denn sie haben alle Mittel. Wir, das gemeine Volk, sind machtlos und uneins! Heulen wir mit den "Eliten", die uns dann ein aus ihrer Sicht "demokratisches Geldsystem" servieren werden!!!
      (ich finde leider kein knapperes und angemessen negativeres Wort für "Eliten", aber ich denke jeder weiß, wen ich meine)

    • Ich sehe das ähnlich:

      Die "wahnbesetzen Eliten" haben viel zu verlieren, ihre weltliche Macht und ihren weltlichen Reichtum. Ein ernsthaftes Problem, das unbedingt zu verhindern gilt.

      Da kommt so ein Corona-Virus gerade recht, denn Panik und Hysterie (kaum einer wird sich dem entziehen können) ermöglichen Maßnahmen, die voher nicht denkbar gewesen wären: Stillstand und Schwächung der physischen Wirtschaft.

      Das erlaubt die rechtliche und gesellschaftliche Übernahme von wertschaffenden Unternehmen, durch "Finanz-Vampire" mit ihren Kriegstreibern und Medienhelfern, weiter voran zu treiben.

      Aus Sicht der "wahnbesetzten Eliten" muss der "Crash" in ihrem Sinne kontrollierbar in kleinen Schritten vollzogen werden …..d.h. ihr eigener unverarbeiteter "Wahn" muss als zerstörende Kraft der Bevölkerung übertragen werden, das geschieht durch widersprüchliche Aussagen und durch Überforderung von Helfern und Akteuren. Man kann es auch als bewußte/unbewußte Schuldübertragung sehen.

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