Tagesdosis 9.5.2019 – Wir haben (noch) die Wahl: Neo-Feudalismus oder Verfassungsdemokratie? (Podcast)

Ein Kommentar von Hermann Ploppa.

„Das einzig sichere Bollwerk für dauerhafte Freiheit besteht in einer Regierung, die stark genug ist, die Interessen der Bevölkerung zu schützen, und einer Bevölkerung, die stark genug und informiert genug ist, ihre souveräne Kontrolle über die Regierung auszuüben.“

(Franklin Delano Roosevelt, 32. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika)

Wir sind gewohnt, in einem Verfassungsstaat zu leben. Aber wenn ein Verfassungsstaat so geschwächt und entkernt ist wie der unsere, dann kann der geistig-mentale Zustand einer superreichen Person, nehmen wir mal rein zufällig Mister Bill Gates, das Leben von Millionen, ja sogar von Milliarden Menschen beeinflussen und beeinträchtigen. Und so schauen wir in ohnmächtiger Wut zu, wie die Regenten der Europäischen Union und unzählige Regenten von verarmten Nationalstaaten gerade acht Milliarden Dollar zusammenkratzen, damit der Kindertraum des Softwarekönigs Bill Gates von der Abspritzung – entschuldigen Sie: der Zwangsinjektion aller auf der Erde lebenden oder vegetierenden Menschen Wirklichkeit werden kann.
Wenn die Verfassung, unser Grundgesetz, auf der Müllhalde der Geschichte entsorgt wird, können durchgeknallte Individuen die Welt nach ihrem Bilde formen. Das ist, mit Verlaub gesagt, in den USA schon lange traurige Realität. Was gewisse marktradikale Stiftungs-Wanderprediger mit feuchten Augen uns andienen wollen, nämlich die öffentlich-private „Partnerschaft“, ist in den Vereinigten Staaten von Amerika schon lange verwirklicht. Nämlich dass weise superreiche Männer in informellen Zirkeln zusammensitzen und Pläne und Paradigmen aushecken für den Rest der eigenen Bevölkerung <1>.

Und dass dann von steuerbefreiten Stiftungen Richtlinien an Parteien, Gewerkschaften und pseudo-Bürgerkomitees heruntergereicht werden.

Im Kontrast dazu stehen traditionell die kontinentaleuropäischen Verfassungsstaaten. Den Konzernen, den Resten des Adels stand eine starke Arbeiterbewegung mit Genossenschaften und Parteien gegenüber, verbündet mit dem Bildungsbürgertum und der christlichen Soziallehre. Als Reichskanzler Bismarck 1890 mit einem brutalen Klassenkampf von oben die Oligarchenherrschaft einführen wollte, hatte der junge Kaiser Wilhelm II. den Mut, Bismarck zu entlassen und die verfassungsmäßigen Rechte aller Bevölkerungsgruppen zu garantieren. Der Ausbau des Verfassungsstaates ging bis 1933 konsequent weiter, und dann wieder seit 1945.

Das ist wichtig zu wissen. Denn wo Oligarchen wie Gates unbeschränkt schalten und walten können, vergreifen sie sich sogar an der körperlichen Unversehrtheit der Menschen.

Wo die Verfassung ausgesetzt ist wie bei uns jetzt gerade in der gefühlten Corona-Krise, da schmeißt allein die Bundesregierung dem Gates-Netzwerk für ihre irrwitzigen Impfpläne 560 Millionen Euro in den gierigen Rachen. 560 Millionen! Gerade die Corona-Kampagne hat erschreckende Defizite in unserem Gesundheitswesen offengelegt, die dringend behoben werden müssen. In beispielloser Devotheit apportiert Frau von der Leyen dem irren Milliardär Gates das mühsam erarbeitete Geld der europäischen Solidargemeinschaft der Steuerzahler. Das ist in dieser Nacktheit noch nicht dagewesen im verfassungsstaatlichen Europa. Hypnotisierte Schlafwandler in Spitzenpositionen.

Nicht so in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort gehörten die Körper der Bürger schon immer den superreichen Oligarchen und ihren Erfüllungsgehilfen. Betrachten wir nur allein den amerikanischen „Vater der Gynäkologie“, Doktor James Marion Sims

. An diesen Vater erinnern nach wie vor Denkmäler in den USA <2>. Sims führte chirurgische Experimente an afroamerikanischen Sklavinnen durch, die ihm von deren Besitzern in den 1840er Jahren zugeführt wurden. Die entkleideten Sklavinnen wurden im Hörsaal unter den voyeuristischen Blicken der Medizinstudenten in ihrem intimsten Bereich ohne Einsatz von Anästhesie chirurgischen Eingriffen ausgesetzt.

Die Stiftungen der Superreichen wie Harriman, Rockefeller und Carnegie entdeckten die Eugenik. Da man im ausgehenden 19. Jahrhundert noch keine Möglichkeiten hatte, die genetische Ausstattung von Menschen zu manipulieren, beschränkte man sich auf die Selektion. Die Wissenschaft in den USA war davon besessen, die Bevölkerung dadurch zu „veredeln“, dass man die als „minderwertig“ (inferior) wahrgenommen Mitmenschen kastrierte, sterilisierte oder in speziellen Lagern lebenslang einschloss. Das wurde schon damals in Gesetze für einzelne US-Bundesstaaten gegossen und umgesetzt. Das gipfelte schließlich 1914 in einem „Weltrassenaufartungsplan“, erarbeitet von den „philanthropischen“ Stiftungen von Rockefeller, Kellogg, Harriman, in Zusammenarbeit mit der US-Regierung und den Elite-Universitäten <3>.

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In diesem Plan wird minutiös Jahr für Jahr bis 1985 (!) festgelegt, wie viel Menschen aus der Reproduktion herausgenommen werden müssen durch Kastration, Sterilisation oder lebenslange Einsperrung. Auf diese Weise sollten bis 1985 45 Millionen Menschen „eliminiert“ werden. Und schon 1911 schlug ein Statistiker vor, die Gesundheitsdaten aller Menschen dieser Erde in elfstelligen Zahlenreihen zu erfassen. Nichts ist neu unter unserer Sonne.

Der Erste Weltkrieg ließ diese Pläne dann in den Hintergrund treten. Nichtsdestoweniger erlebte die selektive Eugenik in den 1920er Jahren ihre Blütezeit. Nun drangen Polizisten in die Wohnungen unbescholtener Bürger ein und verschleppten sie in ein Krankenhaus. Dort wurden sie ohne weitere Erklärungen chirurgischen Eingriffen unterzogen und dann nach Hause geschickt. Sie wunderten sich, dass sie keine Kinder mehr bekommen konnten.

Weil die Behörde diese Menschen als „minderwertig“ eingestuft hatte, wurden sie zwangsweise sterilisiert. Wir erinnern uns, dass ausgerechnet im ehemaligen Musterland Dänemark solche Übergriffe vor kurzem in Gesetze gegossen wurden.

Präsident Franklin Delano Roosevelt unternahm beachtliche Anstrengungen, dem Oligarchen-Spuk mit der Stärkung der Verfassung ein wenig Einhalt zu gebieten. Doch diese ehrenwerten Versuche scheiterten letztlich an der Zähigkeit der superreichen Oligarchen. Denn von 1933 bis 1973 konnte im Süden der USA, im Bundesstaat Alabama, das perfide und menschenverachtende Tuskegee-Experiment durchgeführt werden.

In dieser Langzeit-Kohortenstudie wurde von Medizinern akribisch dokumentiert, wie etwa fünfhundert afroamerikanische Baumwollpächter langsam an Syphilis versterben. Um die Studie nicht zu verderben, wurde den Probanden nicht gesagt, dass sie lebensgefährlich erkrankt waren und es wurde ihnen auch kein Penicillin verabreicht, als dieses bereits auf dem Markt war. Dafür wurden ihre Bestattungskosten bezuschusst und sie bekamen kostenlose medizinische Versorgung <4>. Das reichte den Forschern noch nicht aus. Die US-Regierung bestach die Regierung von Guatemala. Zwischen 1944 und 1946 wurden in Guatemala Gefängnisinsassen und Patienten von Nervenheilanstalten künstlich mit Syphilis-Erregern infiziert, um den tödlichen Verlauf der Syphilis besser studieren zu können <5>.

Die US-Regierung schreckte auch nicht davor zurück, eine ganze Trabantenstadt von St. Louis mit einer nuklear verstrahlten Substanz zu vergiften <6>. Es ging darum, die Folgen eines Nuklearangriffs der USA auf Städte in der Sowjetunion am lebenden Objekt zu studieren.

Doch es blieb nicht bei den USA selber. Die Birth Control League, deren Begründerin Margaret Sanger eine entschiedene Propagandistin von Eugenik und Euthanasie war, benannte sich nach dem Schrecken des Holocaust in Planned Parenthood um und hatte wesentlichen Anteil an der Ein-kind-Politik in der Volksrepublik China. Ständig wurde vor der „Bevölkerungsexplosion“ gewarnt. In Propagandafilmen der 1960er Jahre sah der Zuschauer in diesem Zusammenhang immer wieder Massen von Asiaten oder Afrikanern. Die „Gelbe Gefahr“ wurde beschworen. So nimmt es nicht Wunder, dass in Indien in den 1970er Jahren die damalige Präsidentin Indira Gandhi Programme zur Zwangssterilisierung von jungen Männern auflegen ließ. In späteren Jahrzehnten konnten sich indische Frauen „freiwillig“, also gegen einen geringen Obulus, sterilisieren lassen. Und Indien will auch um jeden Preis zu einer Hochburg der pharmazeutischen Industrie werden.

Und der Preis ist hoch. 2005 wurde die Verwendung von Indern als Versuchsobjekte der internationalen Pharmaindustrie per Gesetzesänderung erleichtert <7>. In einer Klinik in Bhopal, die extra für die Opfer der Giftgaskatastrophe erbaut worden war, wurden neue Pharmazeutika ausprobiert, die nichts mit den Vergiftungen zu tun hatten. Die Menschen wurden einfach für Versuche missbraucht. Dabei starben vierzehn Personen.

Im Bundesstaat Andhra Pradesh und Gujarat wurden im Juli 2009 24.000 Mädchen im Alter zwischen zehn und vierzehn Jahren gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft, ohne dass die Eltern auch nur informiert waren. Infolge der Versuche sind mindestens sieben Mädchen verstorben. Die Versuche führte die Organisation Path, ein Ableger der Bill and Melinda Gates-Stiftung, durch. In der Universitätsklinik Delhi wurde an Säuglingen das Bluthochdruckmittel Valsartan von Novartis getestet. 49 Babies starben an den Folgen dieser Experimente.

Voraussetzung für ein ethisch einwandfreies Testverfahren von neuen Medikamenten ist immer der informed consent, was meistens übersetzt wird mit informierter Einwilligungserklärung. Davon kann aber in den Ländern der Dritten Welt keine Rede sein. Die ausführenden Versuchspersonen der philanthropischen Stiftungen und Pharmakonzerne belügen die Testpersonen oder locken sie mit geringwertigen Annehmlichkeiten. Besonders schlimm ist es in Afrika. Der Traum, ein Afrika ohne Afrikaner zu schaffen geht schon auf den Urvater der amerikanischen Eugenik und Hitler-Inspirator Madison Grant zurück. Nachdem Grant seine Genugtuung darüber zum Ausdruck brachte, dass die indianische Urbevölkerung durch europäische Infektionen ausgelöscht wurde, führte er in seinem Buch „Der Untergang der großen Rasse“ von 1916 aus: „Nachdem die natürlichen Hindernisse aus dem Weg geräumt sind, vermehren sich die Neger derart schnell, dass es keinen Lebensraum auf dem Kontinent mehr für weiße Menschen geben wird. Es sei denn, die tödliche Schlafkrankheit, die für Schwarze wesentlich todbringender ist als für Weiße, sollte zufälligerweise ungehindert ihren Verlauf nehmen.“ <8>

Immer wieder wurde der Versuch unternommen, die Afrikaner auf hinterhältige Weise zu sterilisieren:
In Südafrika und Namibia wird die Not AIDS-infizierter Frauen ausgenutzt, um ihnen im Austausch für medizinische Behandlung Sterilisationen zuzufügen <9>;

Das infame Navrongo-Experiment. Die Navrongo in Ghana sind ein abgeschirmtes Naturvolk. Trotzdem wurden zwischen 1996 und 2006 unter Leitung von USAID, der Bill and Melinda Gates-Stiftung und dem von der Rockefeller-Stiftung geförderte Population Council und der Andrew Mellon Stiftung Pharmazeutika getestet, die Frauen unfruchtbar machen. Befand Steven Mosher, der dem Population Research Institute vorsteht: „Die Bevölkerungskontrolleure schrecken vor nichts zurück, um afrikanische Frauen daran zu hindern, Kinder zu bekommen.“ <10>

Hunderttausende junger Frauen aus unteren Schichten mit afroamerikanischem Hintergrund sowie afrikanische Frauen wurden nicht informiert über die gefährlichen Nebenwirkungen von Depo Vera. Dabei handelt es sich um ein Impfpräparat, das Frauen für drei Monate vor Schwangerschaft bewahrt. Allerdings sind die Nebenwirkungen gravierend.

1996 führte Pfizer Versuche an nicht informierten Menschen in Nigeria durch. Getestet wurde das Antibiotikum Trovan an wehrlosen Kindern. Auch hier gab es keine Befragung der Eltern. Auch hier verstarben Kinder an den Folgen der Tests oder erlitten dauerhaft Schäden. In einem Vergleich zahlte Pfizer an die Opfer 75 Millionen Dollar und baute ein Krankenhaus.
Kwame Fosu, der diese Machenschaften dokumentiert hat, resümiert: „Es handelt sich um eine uralte Kosten-Nutzen-Analyse und Bevölkerungskontrollen-Ideologie. Sie haben schwarze und arme Menschen abgewertet und entmenschlicht.“

In Kenia schließlich haben WHO und UNICEF im Jahre 2014 Frauen kostenlos gegen Tetanus geimpft. Die katholische Bischofskonferenz von Kenia schöpfte Verdacht und erzwang die chemische Analyse der Impf-Ampullen. Dabei ergab sich, dass den Ampullen in vielen Fällen auch Substanzen beigemischt wurden, die die geimpften Frauen dauerhaft unfruchtbar machen.

Bei all diesen Verbrechen gegen die Menschlichkeit waren die allbekannten Akteure aus den USA beteiligt, mal mehr, mal weniger: die Bill und Melinda Gates Stiftung; die Rockefeller Stiftungen; unzählige weitere „philanthropische“ Stiftungen der Superreichen aus den USA. Die global agierenden Pharmakonzerne, allen voran: Gilead Sciences, Pfizer, GlaxoSmithKline, Merck, aber auch Boehringer Ingelheim aus Deutschland. Sie können sich so ungehemmt austoben, weil der proaktive Staat als Akteur künstlich verarmt, entkernt und enteignet ist und dem neofeudalen Treiben der Konzerne und steuerflüchtigen Stiftungen nichts mehr entgegensetzen kann.

Und nun sind also alle sieben Milliarden Erdenbürger vorgesehen für genau solche ungeheuerlichen Übergriffigkeiten, wie sie unsere Schwestern und Brüder in der Dritten Welt schon seit Ewigkeiten über sich haben ergehen lassen müssen.

Ob es dazu kommt, liegt an uns selber. Der Vorteil an der augenblicklichen Corona-Misere besteht darin, dass jetzt das Treiben der Superreichen und ihrer Erfüllungsgehilfen unverhofft schnell einer großen Öffentlichkeit sichtbar geworden ist. In einem imposanten Kraftakt der Schwarmintelligenz vieler wacher Geister wird jetzt gerade kollektiv viel gelernt.

Unser Denken wird gerade im Crashkurs der geplanten Katastrophe von Covid-19 revolutionär erneuert. Wir wissen jetzt ganz genau, mit wem wir es zu tun haben. Das wird uns eine große Hilfe sein im Kampf um einen neu erstarkten Verfassungsstaat.

Fangen wir an!

Quellen und Anmerkungen:

<1> Ausführlich dargelegt in Hermann Ploppa: Die Macher hinter den Kulissen – Wie transatlantische Netzwerke heimlich die Demokratie unterwandern. Frankfurt/Main 2014
<2> New York Times, 18.8.2017, An Antebellum Hero, but to Whom?
https://www.nytimes.com/2017/08/18/nyregion/j-marion-sims-statue-removal.html
<3> Ausführlich dargelegt in Hermann Ploppa: Hitlers amerikanische Lehrer – Die Eliten der USA als Geburtshelfer des Nationalsozialismus. Marburg 2016
<4> Tuskegee https://en.wikipedia.org/wiki/Tuskegee_syphilis_experiment
<5> Die Welt, 7.11.2011, Die grausamen Menschenversuche der US-Amerikaner
https://www.welt.de/debatte/die-welt-in-worten/article13702846/Die-grausamen-Menschenversuche-der-US-Amerikaner.html
<6> Telepolis, 1.10.2012, Hermann Ploppa: Grüner Nebel, Rote Wolke, Schnelle Bräune
https://www.heise.de/tp/features/Gruener-Nebel-Rote-Wolke-Schnelle-Braeune-3395903.html
<7> Der Spiegel, 9.5.2012, Pharmaskandal: „Inder wollen keine Versuchskaninchen mehr sein“ https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/klinische-studien-in-indien-fordern-immer-wieder-todesopfer-a-806797.html
<8> Zitiert nach Ploppa, Hitlers, S. 180/181
<9> The Guardian, 22.6.2009, African Women with HIV ‚coerced into sterilisation‘
https://www.theguardian.com/world/2009/jun/22/africa-hiv-positive-women-sterilisation
<10> Rebecca Project, 26.12.2013. Alle folgenden Fakten ebenda.
http://rebeccaprojectjustice.org/resources/

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildquelle:   cineberg/ shutterstock

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