Tagesdosis Spezial 12.6.2018 – Betrifft: Klage Süddeutsche Zeitung gegen den freien Journalisten Ulrich Gellermann

Weiss-Blaue Beleidigung.

Ein Kommentar von Ken Jebsen.

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen dem Playboy und der Süddeutschen Zeitung? Der Playboy ist seiner Linie treu geblieben. Nackte Tatsachen werden vollkommen transparent, vor allem unretuschiert, präsentiert. Wer erst eine gute Figur macht, nachdem die Redaktion im Photoshop Sonderschichten fahren musste, wird es nie und nimmer in das Hochglanz-Magazin schaffen. Der Playboy biegt sich den gezeigten Kontent nicht zurecht. Er zeigt die Schönheiten wie Gott sie schuf und nicht wie die Chefredaktion sie gern gesehen hätte.

Deutlich legerer geht die Süddeutsche Zeitung mit den von ihr veröffentlichten Inhalte um. Das Blatt hat sich ähnlich verändert wie das ehemalige Nachrichtenmagazin der SPIEGEL, DIE ZEIT oder der Stern.

Sie alle haben gemeinsam, dass sie sich aufführen wie die letzte DDR-Regierung kurz vor Mauerfall. Fakten, seien sie noch so präsent und nicht mehr umzudeuten, werden nur dann 1 zu 1 abgedruckt, wenn die Inhalte dem eigenen Weltbild entsprechen und dieses Weltbild wird von der Atlantikbrücke und seinen zahllosen Think-Tanks und Stiftungen vorgegeben.

Wer den vorgekauten Pressebrei unhinterfragt ins Blatt packt macht als Alpha-Journalist oder dessen Daily-Depp Karriere. Soll heißen: er darf halbteure SUV´s fahren, bekommt exklusiven Zugang zum Wortmüll aus Washington und darf, wenn die NATO in München zur Un-Sicherheitskonferenz lädt, als erster die Reste am kalten Büffet in sich hineinschaufeln, nachdem die echten VIP´s schon auf dem Weg zum Heli sind. Dick im Geschäft und Hüftgold XXL treten in Zeiten, in denen alle irgendwie in den Medien arbeiten, gern im Kollektiv auf.

Es gab mal Zeiten da ging man morgens zum Kiosk, um sich z.B die Süddeutsche als intellektuellen Espresso für den Beginn des Tages zu kaufen. Manche gingen sogar soweit das Blatt, das inzwischen für simulierten Journalismus steht, zu abonnieren, um nur keine Ausgabe zu verpassen. Man begann mit dem Streiflicht und hatte schon morgens um Acht ein fettes Grinsen im Gesicht. Dann einmal die Woche das Süddeutsche-Magazin, eine Beilage, die jede Woche so intelligent gemacht war wie ein Album von Led Zeppelin.

Die Süddeutsche brachte als Blatt aus München auch immer wieder Storys über Typen aus Berlin, die erst im Anschluss von der Berliner Zeitung oder dem Tagesspiegel entdeckt wurden. Kurz, in München wurde einfach solide gearbeitet und die Macher damals wären nie auf die Idee gekommen ihre Leser im Wirtschafts- oder Politikteil zu bevormunden oder für dumm zu verkaufen. Hätte man es versucht wäre das sicher viel länger gut gegangen als heute, wo die Gegenrecherche zu einer „wasserdichten“ Story dank Internet nur Sekunden dauert.

Um so tragischer ist, dass sich die Süddeutsche Zeitung die Haltung von Madame Merkel zu eigen gemacht hat und das World Wide Web für Neuland hält, das nur wenige der eigenen Leser überhaupt kennen, geschweige denn autonom finden.

Dass dem nicht so ist müsste den Machern aus München spätestens dann aufgegangen sein, als sie die Abwärts-Kurve der eigenen Verkaufszahlen zu Gesicht bekamen. Die Süddeutsche Zeitung erlitt, wie der Rest der Mitbewerber, die letzen Jahre Verluste, die an die Wall-Street 1929 erinnerten.

Wie ist der geschlossene Niedergang der Branche zu erklären? Nun, ähnlich wie das DDR-Politbüro Monate vor Mauerfall, will man nicht wahrhaben, was nicht wahr sein darf. Die Menschen haben längst rübergemacht und sind ins Internet ausgereist. Der Leser heute hat, wie der DDR-Bürger damals, schlicht keinen Bock mehr sich das Versagen des eigenen Systems immer als optische Täuschung, sprich als nicht existent, erklären zu lassen. In der DDR wurde die längste Betonpraline der Welt, die Mauer, immer mit dem Klassenfeind gerechtfertigt. Für die Süddeutsche und ihre Hauptredaktion, die NATO-Pressestelle, ist, wie unter Adolf H., der Russe an allem Schuld. Russland besteht für die Münchner Marionetten dann aber vor allem aus dem Vielvölkerstaat Putin. Putin ist doof ab Werk und darum kann und muss man ihm alles anhängen, was einem so einfällt, will man bei der Süddeutschen in der Redaktionskonferenz wieder ein Leckerli von ganz oben bekommen.

Fakten spielen bei dieser Art Presse zu machen keine Rolle. Im Gegenteil. Recherche wird bei Fragen zu Putin als Sabotage verstanden. Putin hat Trump ins Amt gemogelt, Syrien destabilisiert, Europa gespalten, die AfD gegründet, Novischok geschickt, die MH17 tiefer gelegt und steckt wohl auch hinter dem Diesel-Skandal.

Wer heute die Süddeutsche Zeitung kauft oder sich vertippt und auf ihren Online-Seiten landet wird chronisch beleidigt. In München scheint man davon auszugehen die eigenen Kunden seien wie man selber. Dement auf Befehl oder mit politischen Scheuklappen unterwegs. Sie würden treudoof fressen, was man ihnen in Weißwurst-City an Presse-Ersatzstoffen zusammengerührt hätte.

Nö!

Ich persönlich kenne keinen Menschen mehr, der die Süddeutsche wirklich ließt. Ich kenne Personen, die die Süddeutsche seit Jahrzehnten abonniert haben und es bisher einfach nicht geschafft haben dem Spuk ein Ende zu machen, weil sie vor Netflix kleben. Bei den meisten dieser alten Fans stapeln sich die Ausgaben ungelesener Süddeutscher Zeitungen auf der Kommode im Flur. Wer eine Katze hat nutz den täglichen Kot und Urin des Tieres, um den ideologischen Gestank, der von diesem Presseerzeugnis inzwischen ausgeht, zu überdecken.

Menschen ohne Whiskas greifen dann zu Whiskey oder aber zum Laptop und versuchen der plumpen CIA-Propaganda im blau-weissen Layout etwas entgegenzusetzen. Sie wenden aus purer Verzweiflung die plumpen Unterstellungs-Techniken des Münchner Medienunternehmens auf die Macher selber an. Wer hart austeilt muss auch hart einstecken können, sollte man meinen. Doch die NATO-Jünger verstehen absolut keinen Spass, wenn man ihnen mit denselben Methoden, und sei es als Glosse, den Spiegel vorhält.

So muss sich jetzt der Berliner Journalist Uli Gellermann mit einer Klage der Süddeutschen Zeitung herumschlagen, nachdem er es gewagt hatte den Autor einer „Putin und Russland ist an allem Schuld Story“ mit denselben stilistischen Mitteln zu kommen, die er im als Tatsachenbericht getarnten Machwerk vorfand.

Gellermann beleidigte den Erfinder des Beitrages mit dem journalistischen Florett einfach zurück. Das saß. Und so klagt das Blatt jetzt tatsächlich wegen Beleidigung des Autors gegen Gellermann. Die Taktik ist klar: Der Münchner Pressekonzern ist finanziell gesehen ein Flugzeugträger, der gegen Gellermann antritt wohlwissend, dass dieser eher mit Pfeil und Bogen antreten wird. Wäre da nicht die öffentliche Meinung, sprich all jene Journalisten, die sich ausserhalb der Mainstream-Diktatur befinden und den Fall Gellermann maximal publizieren.

Wie wird das Gefecht wohl ausgehen?

Fakt ist, dass man schon jetzt in München vollkommen das Gesicht verloren hat. Die Süddeutsche ist kleinkariert und steht noch nicht einmal zu den eigenen Mitarbeitern. Stichwort Dieter Hanitzsch. Der Mann, der Jahrzehnte für das Blatt die Karikaturen erfand, wurde nach Protest von Aussen fristlos gefeuert. Man unterstellte ihm Antisemitismus, da er es gewagt hatte den israelischen Friedensengel Benjamin Netanjahu zu zeichnen wie dieser nun mal aussieht. Aber zurück zu Luke Gellermann gegen den Todestern SD.

Die Herren dort sind schlicht zu schlicht, um die Gesetze modernen Marketings zu verstehen. Abperlen lassen wäre besser gewesen als die Pferde scheu zu machen. Jetzt schauen erst Recht alle hin, die die Hofberichterstatter-Presse nur noch verachten und das sind immer mehr. „Gellermann gegen die Süddeutsche Zeitung“ lässt das Blatt endgültig als Humorbefreite Zone dastehen. Wer bis dato noch nicht gekündigt hatte, sollte das jetzt nachholen, denn die Damen und Herren aus Bayerns Hauptstadt sind längst ein intellektueller Pflegefall.

Sie gehen unter wie die Titanic und schlagen beim Absaufen noch auf all jene ein, die versuchen ihnen klar zu machen, dass das Eis, das im abgestandenen Champagner vor sich hindümpelt, direkt von dem Eisberg stammt, der unterhalb der Wasserlinie den symbolischen Redaktionsschluss formulierte. Kreiiiiiiiiischhhhhh.

SOS Süddeutsche, ihr wahrt mal ein Luxusliner mit reichlich Niveau. Jetzt sauft ihr im trüben Wasser der eigenen Arroganz ab und entwickelt einen Sog, der der ganzen Branche den Rest geben wird.

Fazit:
Die Presse befindet sich seit dem 11. September in einer Dauerkrise. Sie hält dem Geldadel in den Schein-Demokratien nicht den Spiegel vor, sondern deren Steigbügel. Seit mit dem Zusammenbruch der UDSSR der Erzfeind abhanden gekommen ist, geht es der NATO und den angeschlossenen Nationalstaaten, Westen genannt, wie einem Kapitän, der ohne Kompass navigieren muss und Sterne nur kennt, wenn er bei Orkan gegen den Hauptmast gedonnert ist. Es herrscht Chaos und das wird nicht besser, schon gar nicht seit es mit Donald T. die erste männliche Blondine ins Weiße Haus geschafft hat.

Und jetzt?
Wirklich freier unabhängiger Journalismus kommt ohne Anzeigen der Industrie aus, ist damit ökonomisch nicht erpressbar und lässt sich auch nicht von den Lobbyisten des Militärtisch-Industriellen Komplexes am Nasenring durch die Manege ziehen.

Freie Presse ist heute ohne Netz kaum noch möglich, denn das, was man Pressefreiheit nennt, ist ohne innere Pressefreiheit gar nicht möglich und diese wurde längst flächendeckend durch das ersetzt, was man Blattlinie nennt.

Wer wie jetzt Uli Gellermann von der Süddeutschen Zeitung wegen Beleidigung verklagt wird, hat daher einen Volltreffer gelandet. Er hat die Zeitung mit etwas konfrontiert, was dieser Gazette auf Befehl abhanden gekommen ist. Aufrichtigkeit.

Dazu muss man aufrecht gehen und nicht den Leuchtstreifen der eigene Angepasstheit folgen, denn diese führt auf lange Sicht immer an die Front.

Das ist der eigentliche Vorwurf auch von Uli Gellermann an die Süddeutsche Zeitung. Das sich liberal gebende Medium hat längst begonnen wieder aktiv FÜR den Krieg zu schreiben. So eröffnet München mit dem Prozess gegen Gellermann jetzt symbolisch das Feuer auf all jene, die beim Krieg-ist-geil-Journalismus nicht mitmarschieren wollen. Z.B weil ihnen das Leben heilig ist.

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27 Kommentare zu: “Tagesdosis Spezial 12.6.2018 – Betrifft: Klage Süddeutsche Zeitung gegen den freien Journalisten Ulrich Gellermann

  1. Grundsätzlich einverstanden; leider wird Ken dem Anspruch, den er bei den Kollegen der Zunft zu Recht immer mehr vermisst, selbst nicht gerecht, indem er plumpe Propaganda wiederkäut, indem er vom Versagen des (DDR-)Systems redet, als sei das allein auf die Unfähigkeit der Staatslenker und den Mangel an Demokratie und Meinungsfreiheit zurückzuführen. Dass das Scheitern eines Versuchs in einigen Ländern Europas, eine neue, sozialere Gesellschaftsordung aufzubauen, auf wesentlich mehr und komplexere Ursachen zurückzuführen ist, begreift er offenbar ebensowenig, wie die Tatsache, dass der wirtschaftliche und politische Gegensatz der Systeme Folgen wie die Mauer haben musste. Es gab nicht wenige DDR-Bürger – und ich gehöre dazu – die diese Zusammenhänge begriffen und verstanden haben, dass der Aufbau einer neuen Gesellschaftsordnung keine einfache Angelegenheit ist, besonders wenn das unter den historischen Bedingungen wie sie eben herrschten, stattfindet. Der „Klassenfeind“ hatte daran durchaus einen erheblichen Anteil, und zwar gar nicht in erster Linie durch Propaganda, sondern indem den Ländern des anderen Systems alle nur erdenklichen wirtschaftlichen Knüppel zwischen die Beine geworfen wurden.
    Es gibt noch reichlich Menschen, denen bei „DDR“ nicht als erstes „Unrechtsstaat“ oder dergleichen einfällt – einfach mal die fragen!

  2. Offengestanden finde ich diesen Artikel von Ken Jebsen, dem ich nahezu durchweg allerhöchsten Respekt für seinen Mut und sein Werk zolle, stellenweise daneben, und unter seinem sonstigen Niveau.

    Insbesondere Schreibfehler und sehr hakelige oder hinkende Metaphern machen sich in solch ambitionierten Konter-Artikeln gar nicht gut.

    • So gings mir beim Lesen auch. Bei der Rechtschreibung wollen wir nicht kleinlich sein. Es gibt beim Schreiben auch sowas wie Bombast, Barock-Kirchen fand ich selten schön. Auch bei Gellermann, ich schätze seine Haltung sehr, aber schon am Anfang, als ich die Rationalgalerie entdeckte, nervte mich zunehmend die Eitelkeit, die durch die ausgefeilten Texte blitzte. Er wurde, glaube ich, diesbezüglich auch mal kritisiert und ich hatte das Gefühl, dass er seine Kunst später sparsamer und damit wirkungsvoller einsetzte. Und auch aus Herrn Jebsens Texten strahlt die Eitelkeit. Leider hat er keine Zeit, nochmal drüber zu gehen und da und dort zu kürzen.

    • Da stimme ich ebenfalls zu – KenFM muss sich irgendwann wirklich entscheiden, ob es Artikel in dieser wütenden, etwas schmuddelig-beleidigenden Sprache weiterhin veröffentlichen will. Es häufen sich momentan die Wut-Artikel, die auf mich einfach keinen seriösen Eindruck machen. Ich kann nur raten, journalistisch etwas unaufgewühlter, etwas sachlicher zu schreiben – mit Sachlichkeit und Aufklärung würde KenFM viel mehr neue Leser erreichen als mit hasstriefenden Artikeln, die nur die eigene Filterblase befriedigen.

    • Das Niveau wurde doch von der Süddeutschen gesetzt!

      Und wenn man an die viele Arbeit denkt, die es jedesmal braucht diesen „Mist“ der da immer verzapft wird aufzudröseln, da darf man dann schon mal unmissverständlich Flagge zeigen, oder . .

      Abgesehen davon gefällt mir auch das Gesamtbild in Kenjebsens Artikel, welches da in sehr lebendiger Sprache gezeichnet wird.

    • Nein, Waldbaer, einfach nur sachlich bleiben statt schmuddelig und beleidigend. Genau so wie Sie eben geschrieben haben, ist es eben aggressiv und persönlich – wenn KenFM in diesen Stil verfällt, kann man nicht von „Freien Medien“ oder von Journalismus sprechen, dann ist es eben eher leider nur Geschimpfe.

    • Herr Wolf, wenn Sie sowas meinen wie „kulturelle Entropie fängt beim Sprachgebrauch an“, da kann ich Ihnen nur beipflichten. Missverständnisse im Schreiberspace können vermieden werden, wenn man auf eine gepflegte Sprache achtet. Ja. Aber ;o)
      FREE SPEECH RULEZ!

  3. So eine Klage der SD gegen Ulli Gellermann trifft doch eigentlich auch uns alle Nutzer als überzeugte User der alternativen Medien, oder . . . . .? (Ich fühle mich da auf jeden Fall auch angesprochen)
    und dagegen finde ich sollten wir uns wehren und Unterstützung leisten!

    Vielleicht bekommen wir, neben finanzieller Unterstützung, auch eine Unterschriftenliste (sich betroffen fühlender User) hin, hier auf KENFM und auf youtube, die wir der Süddeutschen dann gerne überreichen, um zu zeigen mit wem sie es eigentlich zu tun haben.

    Vielleicht kann hier von der Redaktion oder sonst wer kompetentes einen geeigneten Satz vormulieren, den wir alle unterschreiben können?

    Ich wäre sofort dabei

    • Meinenstein.. :o/
      Das könnte möglicherweise etwas schwierig werden in diesem Fall. Ich versuche mal eine Problemanalyse und nehme mir jetzt gerade den fraglichen Artikel nochmal vor, was daran denn überhaupt justiziabel sein könnte.
      [nochmalles] .. ok [grübel]

      Der Artikel beginnt mit der Überschrift:
      „Ein postfaktisches Arschloch in der SÜDDEUTSCHEN
      Neue Hexenjagd: Donald Trump schlagen und Putin meinen“
      Der Artikel nennt Herrn Wetzel namentlich als Autor eines SD Artikels, von dem man meinen könnte, das mit dem Arschloch hat der Wetzel so über den Trump gemeint. Begründung kommt auch, logisch nachvollziehbar, also bis da alles OK. Herr Wetzel hat halt einen Artikel geschrieben, in dem er durch fiese rhetorische Tricks und spekulative Andeutungen den Trump erscheinen lässt wie ein postfaktisches Arschloch, denn dieser lüge ja sowieso immer. Und das erscheind in der Süddeutschen.

      Dann kommt der faux pas ganz am Ende: „(…) das normale SÜDDEUTSCHE-Arschloch (…)“. Da könnte jetzt der Wetzel sich den falschen Schuh anziehen und meinen, er sei der Adressat der Überschrift.
      Hat er wohl auch gemacht. [imbartkratz]
      Schwierig deshalb: Juristen sind keine Hobbits.. You can’t just put a ring to it.. ;o)
      Vielleicht hat Herr Gellermann den Wetzel etwas zu kurz gespiegelt, so für Juristen.
      Also für den Wetzel, und auch für die SD, war das wohl definitiv zu (intelligent) kurz. Denn..
      Was ich nicht verstehe: Was glaubt man mit einer solchen Klage zu gewinnen? Vielleicht hat Herr Jebsen das ja auch etwas zu „praktisch poetisch“ ;o) ausgedrückt.
      Ein solches Verhalten, also sowas zu verklagen, ergibt keinen Sinn. Weder für Verlag noch Autor. Ich finde sowas einfach nur bösartig und niederträchtig. Und noch viel schlimmer: Humorlos. (Um skyman zu ärgern eine schlechte Metapher: Sowas gibt Punkte in Flensburg – einen Schwerlaster fahren ohne Führerschein – aber nicht in München, und erst recht nicht beim Leser [eg])

      (Dieser Kommentar enthält postfaktische Ironie)

    • Ich möchte solche Fakenews-Stories, wie in der SD erschienen: „Hätte Putin Trump in der Hand – wegen eines heiklen Videos?“, Autor Hubert Wetzel, nicht mehr lesen müssen und empfinde solche Artikel als hetzerisch, weil -publikumswirksam und ausschließlich-darauf ausgerichtet, eine große Anzahl (ok wohl nicht mehr ganz so groß) von Lesern zu täuschen und Person der Politik ungerechtfertigt zu diskretisieren.

      Deshalb auch gerne von mir ein „gellermansches“ Arschloch oben drauf, auch in Anerkennung des aufklärerischen Kommentars von Ulli Gellermann, der – allgemein und auch für das einfache Volk verständlich -gezeigt hat, wie und als Was der Artikel von Hubert Wetzel einzuordnen ist.

  4. Die „Beleidigungs“klage eines giganzischen Medienkonzerns gegen die treffliche Glosse eines begnadeten Spötters bedeutet für Eingeweihte etwas Gegensätzliches: Einen Ritterschlag! Unfreiwillig zwar aber einer des Sonderrangs Summa cum laude.
    Ulli Gellermanns Einmann-Kabarett „Rationalgalerie“ hat vor Gericht ganz gute Karten. Er hat sich nämlich mit künstlerischen Mitteln, nicht juristischen, gegen den Herrn Wetzel als üblen Volksverhetzer gem. § 130 StGB gerichtet. Und in der Kunst sind die Gedanken in unserer demokratischen Republik immer noch beeindruckend frei. Siehe DIE ANSTALT, siehe Herrn Böhmermann, der allerdings gegenüber dem Setzer von intellektuellen Florettstichen, Ulli Gellermann, doch mehr Säbelfechter ist. Die SÜDDEUTSCHE mit ihren intellektuellen Schwächeanfällen als d e n intellektuellen Ausfall der jüngsten Zeit, weg vom damals noch „intellektuellen Espresso“ hin zum Auflagenabsturz von heute zu bedauern, gelingt jedoch nur den jungen Leuten wie Ken die damals noch nicht bemerken konnten, wie die SÜDDEUTSCHE 1999 für den Jugoslawienkrieg getrommelt hatte. Einen Spitzenkommentar zur SÜDDEUTSCHEN anlässlich Kens heutiger Sonderemission-Tagesdosis scheint mir der Waldbaer mit seinem Faust/MAINSTREAM Gleichnis geboren zu haben. Fast genauso kurz ins Schwarze treffend wie die Ein-Satz-Kritik von “ . . . und täglich grüßt das Murmeltier“ Die war ein einziger Satz: „Ein meisterlicher Film der zeigt, wie durch Liebe aus einem Arschloch ein Mensch wird.“
    Ich habe selten einen so hinreißend herzlichen Beitrag über einen Künstler gelesen, wie den heute von Ken über Ulli Gellermann und insbesondere einen mit so viel feiner Argumentationsmunition wie „simulierter Journalismus“ und „so intelligent gemacht . . . wie ein Album von Led Zeppelin“. Tja, diese Steiner-Schüler, kreative Heuristiker halt.

    • „(…) den jungen Leuten wie Ken (…)“
      Hey, der ist älter als ich. Ok, 22 Tage, aber wenn ich den mal treffe, könnte er mir das Du anbieten, nicht umgekehrt.
      Und bei „Led Zeppelin“ hat er sich bestimmt vertan; er meinte wohl „Jethro Tull“.
      SCNR ;o)
      Zu dem Artikel aus der SD: Wenn man soviel übles, spekulatives Zeug über anderen auskippt, muss man sich auch Spekulationen gefallen lassen darüber, aus was für einer Öffnung das wohl ejakuliert wurde. Es fällt mir äußerst schwer, Respekt zu empfinden gegenüber Leuten, die nicht genug Humor haben, das Herausschallen aus dem Wald, in den sie hineinsch…reien, mit Fairness entgegenzutreten.

  5. Ein Artikel über diesen Fall sollte nie vergessen, darauf hinzuweisen , dass Gellermann nun auch finanzielle Unterstützung braucht: Eine Überweisung von mir, von dir, von uns möglichst allen und so viel wie möglich. Auf seiner Webseite steht wie’s gemacht wird:

    „… spendet bitte solidarisch auf dieses Rechtsanwalts-Anderkonto:
    Rechtsanwalt Jan-César Woicke
    Postbank Leipzig,
    IBAN: DE05860100900603875903
    STICHWORT: SÜDDEUTSCHE “
    http://www.rationalgalerie.de/home/medien-konzern-verfolgt-blogger-strafrechtlich.html

  6. Ein erfreulich vielversprechender Solidaritätsbeweis.

    Eine Anmerkung zum sog. „Diesel-Skandal.“ Zunächst Herr Mausfeld um einzustimmern worum es geht:

    „Der gesamte Bereich der Wirtschafts- und Sozialpolitik ist im Gefolge des Neoliberalismus dermaßen
    verseucht durch eine Orwellsche Umdeutung nahezu aller relevanten Begriffe, dass man ein ganzes
    „Falschwörterbuch“ benötigte, um die sich darin verbergenden ideologischen Vorannahmen
    aufzuschlüsseln. Im Neoliberalismus haben sich die Falschwörter zu einem so dichtgesponnenen
    Gewebe eines ganzen Weltbildes verwoben, dass es nicht leicht ist, die Realität hinter dieser
    Ideologie zu erkennen.“

    Aus:

    Titel: Die Links-Rechts-Demagogie. Ein Interview mit Rainer Mausfeld.
    Datum: 5. August 2016 um 9:55 Uhr
    http://www.uni-kiel.de/psychologie/mausfeld/pubs/Mausfeld_Die%20Links-Rechts-Demagogie_NachDenkSeiten.pdf

    Wenn sie Einen betrügen, ist das ein Verbrechen, das der Wahrscheinlichkeit nach geahndet wird.
    Wenn sie Millionen betrügen, ist das ein Skandal, ohne weitere Konsequenzen, bestenfalls wäre es nett wenn sie Vertrauen zurückgewinnen.

    Geld-Macht Recht.

    • Nur eine kleine Anmerkung:
      Wer ist eigentlich „sie“ beim Zitat am Ende gemeint? Der VW-, oder jetzt auch Daimler-, BMW- und Audikonzern sind doch keine Meisterbetriebe, wo der Meister auch noch selbst Hand anlegt an die eigenen Produkte.
      Solche Riesenkonzerne haben Produktionsstrukturen aufgebaut, da sind somit ziemlich viele am Betrug oder Verbrechen beteiligt und nicht nur diese Chefe oben an der Spitze.
      Vielleicht die Montagearbeit am Fließband sind unwissend.
      Also im Studium hat man mir eingepleut, dass diese Konzerne die besten Qualitätssicherung sowie Kontrolling haben, daher gehören sie auch zu den Top Konzernen weltweit. Dann wäre noch die ganzen Pflichtenhefte sowie Dokumentation jedweglicher Entwicklungsschritte top ausgearbeitet, ergo kaum etwas kann schiefgehen oder anders gesagt, Fehlentwicklung oder Manipulation ist völlig ausgeschlossen!
      Es sei denn viele haben alle Richtlinien über den Haufen geworfen oder viele sind an der Manipulation beteiligt.
      Die logische Schlussfolgerung daraus, dem ganzen Konzern muss der Prozessgemacht werden, aber da werden wie ein Paar Bauernopfer dem Schauprozess vorgeführt, damit die öffentlichen Gemüter sich wieder besänftigen.

    • Im Zweifel meine ich mit „sie,“ den/die Verantwortungsträger des Betruges.

      Viele müssen da im Detail nicht Bescheid wissen, es genügt bereits stillschweigendes Übereinkommen oder Ignoranz. Das funktioniert hier ähnlich wie beim Terroranschlag, aus dem Angelsächsischen, auf einer „need to know“ Basis.

      Bauernopfer, sehr schön, das findet sich bei Bedarf immer.

      Ein Jammer, daß man die Hauptprofiteure des Betruges nicht belangen kann(?), die großen Anteilseigner. Nicht wahr?
      Ich weiß von nichts (plausible deniability), ich habe nur profitiert.

      Und rauscht die Aktie in den Keller, hat mir das ein Heer von Analysten zuvor gesteckt und ich bin bereits über alle Berge.
      Und vielleicht hab ich’s auch selbst herbeigeführt und darauf gewettet. Einerlei, sie sehen, in diesem System sind die Sieger stets die Gleichen.

  7. 1945 gab es die Kapitulation ohne Bedingungen.
    Faktisch wurde dat Land geleitet durch die Besätzer, die schnell auseinder Fielen, zuerst die USSR weg, die die DDR schöpfte, dan verloren auch Briten und Fransozen an Einfluss, bis nur die USA übrig blieb.
    Nach die Berlin Blokkade 1948 wurde deutlich das FDR’s Uncle Joe nur Propaganda war, oder ein Wunschtraum.

    1953 begriff die USA das ein Deutschland nötig war im Streit mit die USSR, Stalin lebte noch.
    Also schöpfte die USA ein Deutschland wie die USA es wollte, ein Deutschland was zum ewigen Tage Schuld trug über zwei Weltkriege, und die Ermordung von sechs Millionen Juden.
    Das musste die deutschen zum ewigen Tagen vorgehalten werden.

    Wenn ein AfD sprecher nur sagt das die Deutschen Tüchtige Soldaten waren, professionell, was mann in viele Bücher findet, auch Bücher nicht geschrieben durch Deutsche, dann ist er oder sie eine schreckliche Neonazi, Faszist, Razist, oder so Etwas.
    Vor einigen Tagen war im belgischen Fernsehen wieder der Film Das Boot.
    Die Besätzung streitete für sein Land.
    Die meisten in die U Boote starben eine schreckliche Tot.
    Deutsche Piloten die die Bomber versuchten nieder zu schiessen, nach meinem Ansicht tapfere Männer.

    Die deutsche Besätzung in den Niederlanden, ich alle zehn oder so Teile der Beschreibung des jüdischen Professor Lou de Jong.
    Es gibt dort fast nichts was Deutschen vorgeworfen werden kann.
    Natürlich, sie deportierten Juden, aber sie mussten das tun, und es geschah ohne Schiessereien usw bei uns.

    Nach meinem Ansicht hatte das heutige Deutschland nie eine freie Presse oder Medien, die Wahrheit der Gewinner muss wahr bleiben.

    Nach den ersten Weltkrieg gab es Revisonismus, die Kriegs Propaganda wurde kritisiert, so erfolgreich das die USA nie Versailles ratifizierte.
    Im Gegenteil, die USA Bürger wollten nicht mehr ihre Söhne verlieren für imperialistische Kriege, es kamen Neutralitäts Gesetze.

    Ich frage mich ob in ein Land wo es faktisch seit 1945 keine freie Medien gab, mann erwarten kann das die jetzt entstehen, jezt, wo die mehr nötig sind dann immer, weil, wie eben Merkel sagte bei Anne Will, mit Trump die unipoläre Welt vorbei ist, für immer, oder viele Jahre, und die Deutschen Fakten nötig haben um zu beurteilen was gut ist fur Deutschland.

    Es gibt bei mir Heiterkeit zu sehen und hören welche Verwirrung die politische Freundschaft Trump mit Kim verursacht.
    Niemand versteht, so scheint es, was es bedeutet wenn ein Imperium seine Kurs um 180 Grad ändert.

    Natürlich ist es so das so etwas in die Geschichte seltsam ist, wären die Briten so schlau gewesen wie Trump, dann hatte viel Elend verhindert werden können.
    Das heisst, wenn ich mit meine Ansichten und Analysen Recht habe.

    So weit ich sehen kann versteht Netanyahu noch immer nicht wie die Welt sich geändert hat.
    Er freut sich mit tote Mäuse, Botschaften in Jerusalem;

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