Teaser: KenFM im Gespräch mit: Erwin Thoma – DIE MACHER (1)

Kapieren, Kopieren, Kooperieren.

Erwin Thoma ist ein Pionier in Sachen Holz. Er baut in 33 Ländern Häuser, die zu 100 % aus Holz gefertigt werden. Seine Konstruktionen sind erdbebensicher. Sie erfüllen deutlich höhere Brandschutzklassen als Häuser aus Stahl und Beton und hinterlassen, weder bei der Produktion, noch bei theoretischem Abriss, das, was man Müll nennt.

Häuser von Erwin Thoma orientieren sich an einer Kreislaufwirtschaft, die den Wald kopiert. Der Wald ist ein komplexer Lebensraum, der sämtliche Materialien selber erzeugt und zu 100 % recycelt. Kann der Mensch dieses System übernehmen?

Ja, das kann er, wenn er das System verstanden hat. Wenn er bereit ist, es zu kopieren und wenn er die Idee dahinter erkennt: Kooperation statt Konfrontation.

Enkelkompatible Wirtschaft und Nachhaltigkeit sind die Zukunft, will der Mensch als Spezies überleben. Ressourcenkriege wie in Middle East wären unnötig, würde man beginnen, komplett auf regenerative Energie umzustellen, würde man vor allem beginnen, Energie zu sparen.

Thoma baut Häuser auch in der Alpenregion mit ihren klirrenden Wintern. Trotzdem kommen seine Gebäude OHNE Heizung aus. Die Vollholzgebäude kopieren mit ihrer Klimatechnik die Idee von Ameisenhaufen. Strom wird über ein Solardach erzeugt – 100 % autark.

Diese Häuser sind weit mehr als Wohnorte. Sie sind gelebte Friedensbewegung, denn sie machen NATO-Beutezüge nach Gas und Öl unnötig. Aber Thoma ist mehr als ein Volkswirt, der das Jahrhunderte alte Wissen der Holzarbeiter von einst anwendet, um ganze Städte aus Holz zu bauen. Thoma war der jüngste Förster Österreichs. Er lebte zusammen mit seiner Frau im Karwendel-Tal und lernte dort nicht nur, das Wesen der Natur zu erkennen. Er lernte auch, als er regelmäßig eingeschneit über Wochen von der Außenwelt abgeschnitten war, sich selbst zu dechiffrieren – als Mensch.

Sei selber der Wandel, den du sehen willst. Thoma setzt um. Er ist ein Macher und startet damit die KenFM-Serie „Die Macher“, die wir am 1.10.2016 vor dem Kanzleramt angekündigt haben.

Das gesamte Gespräch ist ab dem 11. Dezember 2016 zu sehen. Hier der Link zum Interview: https://kenfm.de/erwin-thoma/

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30 Kommentare zu: “Teaser: KenFM im Gespräch mit: Erwin Thoma – DIE MACHER (1)

    • Jedenfalls ist dies das einzige Vernünftige, was wir noch tun können – und dann wird man sehen…:)

  1. KenfmFan sagt hier:

    „Von den Bäumen können wir viel lernen.“

    Ich denke, das ist hier doch die entscheidende Botschaft.
    Ich finde es recht Schade und wenig zielführend, dass einige Kommentatoren hier diesen Beitrag herunterbrechen und reduzieren wollen auf Fragen der Eigentumsverhältnisse oder die akute Relevanz dieses Beitrags für die aktuell brennenden Fragen von Krieg und Frieden.
    Es ist ja gut und richtig, die bestehenden Verhältnisse zu kritisieren und den Finger in die Wunde zu legen. Das mache ich selbst auch unentwegt. Mindestens genauso wichtig ist es aber die Grundlage für ein neues Denken und Handeln an konkreten Beispielen aufzuzeigen. Nur mit einer konkreten Vorstellung davon, wie etwas verändert werden kann und was die KERNPRINZIPIEN dieser Veränderungen sein sollen, kann man überhaupt einen vernünftigen Kampf führen, der am Ende nicht wieder nur dazu führt, dass man Altes zerschlagen hat aber das vermeidlich Neue sich nach den gleichen falschen Grundlagen entwickelt.

    Ein Kernprinzip, welches in diesem Beitrag am Beispiel der Bäume zum tragen kommt, ist jenes der Kooperation, des freiwilligen, unberechneten Gebens zum Wohle alles Lebendigen in der Umwelt. Geben erzeugt Wachstum!

    Natürlich kann man die Frage stellen: Wer profitiert von der Holzbauweise, wer kann sich ein solches Haus leisten? Aber, wer das Prinzip richtig verstanden hat, wird auch diese Frage angehen. Wenn nicht Herr Thoma, dann andere. Dazu gibt es, wie hier auch schon angesprochen, bereits seit längerer Zeit Alternativen, die billiger und in Kooperation mit einigen Helfern ebenfalls zum Ziel führen (Lehm, Stroh,etc).

    Also, wir sollten hier nicht anfangen uns und den Prozess der Bewusstwerdung selbst zu zerlegen in dem wir Beiträge als nicht genügend in die ein oder andere Richtung gehend betrachten. Ich meine damit nicht, dass man etwas nicht kritisch be-oder hinterfragen sollte. Es geht darum einen wertvollen Beitrag nicht als irrelevant darzustellen, nur weil mit ihm nicht jedwede Konsequenz oder Aktualität gänzlich abgedeckt ist.
    Das Positive herausnehmen und weiterdenken!

  2. Sehr geehrter Herr Jebsen und sehr geehrte Leser,

    Ich freue mich sehr, dass Sie eine p o s t i v e V i s i o n in Ihre Gesprächsreihen aufgenommen haben!

    weitere positive Beispiele (Macher):
    – Kreislauf-Architektur zur Ressourcen-Erhaltung, http://www.turntoo.com (Thomas RAU) 5 min Video (Deutsch): https://www.youtube.com/watch?v=LHd4-vKl2PI
    – Circular Economy: https://www.ellenmacarthurfoundation.org/ (Englisch)

    Dieser bewußte Ressourcen-Erhalt durch kooperatives Kreislauf-Wirtschaften, ist nicht nur eine bloße Ressourcen-Schonung (aka Nachhaltigkeit, Sustainability), denn die bloßen Umsetzungen von Nachhaltigkeiten könnten nie mit den globalen Steigerungen des Ressourcen-Verbrauches Schritthalten.

    In anderen Worten, im jetzigen sich selbst zerstörenden (d.h. Ressourcen unwiederbringlich verbrauchenden) Wirtschaftssystem würde eine bloße Nachhaltigkeit (Sustainability) nur eine Verlangsamung des unwiederbringlichen Ressourcen-Verbrauches bedeuten. Die „Nachhaltigkeit“ ist „nur“ eine effizientere Vernutzung/Verbrauch, sie ist noch kein langfristiger Erhalt und ändert nichts am Wirtschaftssystem! Es brauch eine neue Architektur des Wirtschaftens = ein kooperatives Kreislauf-Wirtschaften (aka Gemeinwohl-Ökonomie) um die „BASIS für ALLES“, DIE RESSOURCEN immer zu erhalten. Auch die Nutzung der immer zur Verfügung stehenden solaren Energie braucht Ressourcen, wenn die mal unwiederbringlich verbraucht sind, reicht sie unseren Kindern und Enkeln nur noch für den Sonnenbrand 😉 …

    Wir sind nur Gäste auf dieser Erde, die nachfolgenden Gäste brauchen die gleichen Ressourcen nochmals und deren Nachfolger auch wieder usw….

    Das ist für mich der „einfache“ und sichtbare „rote Faden“ („enkel-taugliche“ Ressourcen-Erhaltung) hinter den oft vernebelnden/hochtrabenden Worten von vielen Akteuren, an dem ich mich versuche selbst entlangzuhangeln.

    Viele Grüße

    Detlef

    Solare Kreislauf-Ökonomie/Circular Economy: Gesellschaftlicher, ökologischer und wirtschaftlicher Gewinn stehen nicht im Gegensatz zueinander, sondern ergänzen sich zu einem Prinzip, dass diesen Prinzipien, isoliert gesehen, bei weitem überlegen ist.

    • Nachtrag/Simplifizierung:

      Durch einen gewollten Ressourcen-Erhalt, „braucht“ es auch keine Ressourcen-Kriege mehr, oder umgekehrt Ressourcen-Kriege erhalten keine materiellen Ressourcen, diese Kriege verlängern nur das momentane Dasein der kleinen Gruppe von momentanen Kriegsgewinnern (große Teile der Europäer (Wir!!!) und USA), auch die (Wir) sind nur temporäre Gäste auf dieser Welt.

  3. Wenn Herr Thoma für im Vergleich zu mir „betuchte“ Leute ökologische Häuser baut, die Mensch und Natur schützen und nicht vergiften und zerstören, wie der übliche Massen-Hausbau, dann freut mich das sehr, mich, die ich mir niemals im Leben noch einen Hausbau je leisten kann!
    Wer jetzt da schon wieder den Haken herauskehrt hat sich für mich als wenig idealistisch geoutet, viel mehr als materialistisch und egozentrisch. Sorry!

  4. Da ist mir ein böser gedanklicher Irrtum unterlaufen, denn wenn man zurück denkt ab wann die Rubrik „Macher“ ins Leben gerufen wurde, da hatte ich mich auf Bürger eingestellt, die gerade seit der Berlin Demo ihre Ideen umgesetzt hatten!
    Nun wird es elitär..Da muss ich passen, denn uns brennen ganz andere Probleme unter den Nägeln, außer Holzhäuser sind auch bombenfest!
    Aber das Leben auf der Überholspur, vermindert die Bodenhaftung, bei fast jedem!

    • Macher die von Berlin inspiriert wurden wird es auch geben. Nur wollen wir die Serie jetzt anschieben. Man kann von Machern auch dazu gebracht werden Mit-Macher zu werden. Erste Schritte in neues Denken und Handeln.

    • Die Relation muss stimmen!
      Anfechtungen, auch auf liebliche , intrigante Art, sind sicherlich nicht weiter führend, sondern unehrlich!!

    • Ken Jebsen ,
      herzlichen Dank für Ihren Rat, hinsichtlich des Denkens und Handelns, darauf wäre ich nie gekommen!

  5. ortadirek — Rolexhäuser für Eliten

    leider sind auf den Seiten von Herrn Thoma keinerlei Preisinformationen zu finden. Die einzigen Stellen, an welchen die pekuniäre Gestaltung aufblitzt, sind Kommentare in Bauforen; sehr viel teurer als andere Baufirmen!

    Wenn Wohnraum nicht bezahlbar ist, dann kann er noch so ökologisch sein, es wird ein Nischenprodukt für wenige Eliten bleiben.
    Z.B. ein Haus für 5 Personen 140 qm kostet schlüsselfertig 250.000 bis 300.000 Euro (Holzrahmenbau oder auch Massiv; Einstiegspreise, nach oben offen). Und dies OHNE Grundstück.
    Werden dann noch 100k, 200k oder was weiß ich drauf gepackt, weils so schön zertifiziert, auditiert, gelabelt und sowieso unvergleichlich vollökologisch patentiert ist, dann wird dort drin wer wohnen?

    Was KenFmFan ansprach, nämlich Häuser aus Strohballen, Lehm oder gerammte Erde macht für uns 99% eigentlich mehr Sinn.
    Jedoch braucht man dazu einen großen Helferkreis (da die Errichtung arbeitsintensiv ist) und man muss schon behördendicht sein (so einfach ist es nicht, eine Baugenehmigung zu bekommen).
    Ja, es gibt hierzu inspirierende Videos, aber das Transpirieren fängt nach dem ersten Spatenstich an.

    • was genau findest du an 250.000 bis 300.000 euro für 140 m² so viel teurer als bei anderen fertighausanbietern, auch das nach oben offen, ist bei anderen nicht anders.
      ich kenne im eigenen bekanntenkreis viele menschen die mehr bezahlt haben ohne das sie ein größeres, oder gesundes haus hätten.
      selbstverständlich ist es möglich günstiger zu bauen, und für die meisten von uns auch sinnvoller, insbesondere mit eigenleistung, entscheidend ist aber die Frage, ob wir für unser eigenes Projekt, etwas mitnehmen können von dem was herr Thoma sagt, wenn dies der fall ist, dann kann er meinentwegen gerne teure häuser bauen, wenn seine Infos mir gute Ideen für den Bau meines billigen liefern, dann höre ich mir trotzdem gerne an was er sagt.

    • Hallo Johannes,

      die 300.000 Euro beziehen sich nicht die Preise von Erwin Thoma Holz GmbH. Dessen Seite ist diesbezüglich aussagelos. Dagegen finden sich in Kommentaren von Bauforen Aussagen, dass diese Firma sehr teuer ist.
      Natürlich gibt es Personen, die leisten sich einen Phaeton, aber die meisten Menschen können (und wahrscheinlich wollen auch nicht) dies nicht und fahren mit dem Mittelklassewagen in die Arbeit.

      Ideen und Inspirationen sind wunderbar, aber am Ende des Abends steht dann halt die Frage, ob es bezahlbar ist.

    • Keine Preislagenorientierung, macht nichts.
      .Jedoch hätte ich gern gewusst wie es bei den Löhne aussieht, denn man kämpft ja auch gern für das Überleben von Maulwürfen, während gleichzeitig Menschen im Mittelmeer ertrinken, denn rettet die Natur, schließt ja oft den Menschen aus!

  6. Ich freue mich auf dieses Gespräch.

    Die Arbeiterkammer Vorarlberg hat in „Wissen fürs Leben“ zwei Videomitschnitte von Vorträgen von Erwin Thoma
    auf Youtube eingestellt:

    1. Die geheime Sprache der Bäume (Erwin Thoma spricht ab 00:06:20 zuerst eine Einführung)

    https://www.youtube.com/watch?v=eJhO-AHRS-I

    Beschrieb:
    Sie sind einfach da, begleiten uns und leben mit uns: Bäume — im Garten, am Wegrand, im Wald, in der Wiese, im Park. Bäume sind bemerkenswerte Wesen. Räume aus Holz stärken unser Herz und das Immunsystem, sie senken den Pulsschlag im Schlaf. Gleichzeitig verschwinden Ängste und Worte, wie Mangel, Müll und Zukunftssorgen, aus unserem Leben. Erwin Thoma ist Förster und Gründer einer Holzbaufirma, die Häuser aus 100 Prozent Holz errichtet — ein Weltpatent. In seinem Vortrag nimmt er uns mit auf eine bemerkenswerte Reise in das Innere der Bäume und präsentiert dabei fantastische Fakten und amüsante Anekdoten.

    2. Intelligenz, Schönheit und Heilkraft der Bäume (Erwin Thoma spricht ab 00:10:00 zuerst eine Einführung)

    https://www.youtube.com/watch?v=IZAjtS4MypI

    Beschrieb:
    Erwin Thoma liebt Bäume und weiß um deren Intelligenz und Heilkraft. Seine Überzeugung beruht auf Erfahrung mit Bäumen, dem Umgang und der Erforschung von Holz von klein auf bis heute. Er kennt das uralte und das neue Wissen über Bäume, ihre Kräfte, ihre Intelligenz und ihren Zauber. Für ihn sind Bäume eine Schatztruhe, die wir öffnen müssen. Der „Charakter“ eines Baumes, die im Holz gespeicherte Wachstumserfahrung und Energie übertragen sich auf die Menschen, wirken wohltuend auf Körper und Seele.

  7. Eine klasse Idee von KenFM, Erwin Thoma und seine gute, vernünftige Idee hier vorzustellen. Kannte ihn vorher nicht. Freue mich sehr auf das komplette Gespräch. Von dem Mann kann man einiges lernen.
    Die Denkanregung an sich war es schon wert, den vor die Kamera zu holen. Danke Ken!
    Euer Portal gewinnt immer mehr an Vielfalt, Flexibilität und Qualität. Fast jedes Interview (mal abgesehen von BLVD, das ich für verzichtbar halte, aber ihr werdet eure Motive dafür haben) zeigt, dass sich der Monatsbeitrag lohnt.

    Schade nur, dass es auch hier bei KenFM nicht an Usern mangelt, denen es nicht genügt, Freude oder Kritik zu einem konkreten Beitrag zu artikulieren. Nein sie haben den selbsgefälligen Drang, anderen usern in (sorry) Kluscheißerattitüde die Welt zu erklären. Und das mit 40 Zeilen plus X. Wer liest solche Ergüsse und Meckereien? Einfach nur lästig.

  8. Von den Bäumen können wir viel lernen.

    Mit dem Konzept von Erwin Thoma habe ich mich vor Jahren beschäftigt, das Buch gelesen, als ich mir auch ein Holzhaus wünschte. Mittlerweile möchte ich es weniger industriell gefertigt, selbstgebaut und günstiger. Lehm und Stroh sind immer in der Nähe, lassen die organischsten Bauformen zu und sind 100% kompostierbar. Holz ist auch nötig, aber nciht in den Mengen. Solche Häuser können von Nicht-Fachleuten in Gemeinschaftsprojekten gebaut werden. Inspirierende Videos gibt es unter dem Stichwort: Natural building, cob house.

    Das soll keinesfalls die Holzbauweise in den Schatten stellen, nur als noch ökologischere Alternative…

  9. In Deutschland haben wir auch einen Wissenschaftler, den deutschen Chemiker Michael Braungart, der zusammen mit dem US-amerikanischen Architekten William McDonough bereits 2002 in einem Buch ihr Konzept einer Ökoeffektivität namens CRADLE TO CRADLE der breiten Öffentlichkeit vorstellten. Intention des Cradle to Cradle-Prinzips ist es, von Anfang an in kompletten Produktkreisläufen zu denken, d.h. am Ende des Produktlebenszyklus fällt kein Müll im herkömmlichen Sinne an. Es werden zwei Arten von Produkten unterschieden, solche deren verwendete Materialien nach der Nutzungszeit getrennt und wiederverwendet werden oder solche, die ohne umweltschädliche Rückstände kompostiert werden.

    Das aktuell von unserer Regierung vorangetriebene Konzept des Recycling (from cradle to grave) ist ein reines Geschäftsmodell (Duales System, Müllverbrennungsanlagen, etc.), genau wie die meisten Umweltlabels und Nachhaltigkeitszertifikate ebenfalls. Letztlich schreitet der Ressourcenverbrauch unaufhörlich voran, ein downgrade der recyclebaren Rohstoffe findet statt und die Müllberge wachsen dennoch stetig weiter an. Unsere Regierung unterstützt mal wieder die Konzerne, die jegliche Rohstoffe und Giftstoffe in ihre Produkte einfließen lassen und Waren in Umlauf bringen für deren Entsorgung sie später keine Verantwortung mehr tragen müssen (wie beim Atomstrom/-müll) – das Müllproblem und die Entsorgungskosten trägt die Allgemeinheit, der Steuerzahler und/oder unsere nächsten Generationen.

    Das im Interview präsentierte Hauskonzept verfolgt, nach erster Einschätzung des Teasers, ein vergleichbares Konzept wie das von mir angesprochene „cradle to cradle“-Konzept von Braungart & McDonough.

    • Ja, Braungart hat bei der genialen Natur abgeschaut und in ein wirtschaftliches Konzept gefasst. Wenn wir alle Materialkreisläufe in die Kreisläufe der Natur einpassen, gibt es Wachstum ohne Zerstörung der Lebensgrundlagen. Dann ist alles Verwandlung, keine Zerstörung, kein Wachstum, gleichzeitig Wachstum. Metamorphosen. Kein Müll, alles ist Nahrung für die nächste Form.

  10. Schöne Analogie, klasse!
    Ich denke auch, dass man sich nur das Leben anzuschauen braucht und sehr schnell alles widerlegen kann, was einem von den Herrschenden so aufgetischt wird.
    Man beginne mit dem einfachen Prinzip des Gehorsams. ADLER und GRUEN haben es bereits in ihren Werken dargelegt: Der Gehorsam ist die Abwesenheit vom Ich.
    Ich kann es aus meiner Lebenspraxis auch sagen: Immer wenn ich wie ein Roboter funktionieren sollte, habe ich mir selbst den größten Seelenschaden angetan, mit nachher aufflammender Wut, die keine „unmittelbar erkennbaren“ Auslöser hatte usw. Einfach nur, weil dieses ekelhafte System von mir das Funktionieren im Sinne anderer verlangte. Ausbeutung. Trennung von meinen Bedürfnissen, Trennung von meinen Emotionen. Absterben meiner Persönlichkeit auf Zeit.

    Und auch den anderen abstrakten Begriffen, die die politische Religion unserer Tage ausmachen, beugen sich die Menschen.
    Sie faseln mit Inbrunst etwas von Nation, Deutschland oder Regierung, Chefs, Eigentümern usw – all das ist nichts anderes als ein ebensolches Phänomen der Besetzung von Begriffen, mit falschen, lebensfeindlichen Inhalten.
    „Arbeitnehmer“ – ist ein eben solches Beispiel. Komisch – du bist anscheinend jemand, der was „nimmt“, „Arbeit“ sollst du angeblich „nehmen“… und dann gibt es den „Arbeitgeber“…. der dir die „Arbeit gibt“…..
    Doch leider ist es alles anders.
    Die Arbeit kommt von alleine, durch das Leben und die Erhaltung des gesellschfatlichen Lebens, die auch ganz von alleine aus uns allen kommt. Ganz natürlich.
    Dazu brauchen wir keinen Boss, keinen „Arbeitgeber“.
    Aber für „Lohnarbeit“ braucht man einen Boss – der durch Geld und Markt die Chance am Schopf ergreift in seiner Machtposition als Eigentümer von Produktionsmitteln uns einen Lohn auszuzahlen – also das, was wir erwirtschaften minus seinen Anteil…. komisch… wo wir doch die sind, die angeblich was „nehmen“….. scheint in Wahrheit der „Geber“ etwas zu nehmen, nämlich unsere Arbeitskraft.Lohn ist nichts als Strafe, dafür, dass wir existieren. Unternehmerischer Lebenshass drückt sich darin bestens aus.
    Die Folgen sind genauso bizarr: Du fühlst dich, obwohl du ausgesaugt wirst von Chef, Staat, Kirche usw., noch als Bittsteller… weil wir alle an die politische Religion unserer Tage glauben, die eben, wie im Video schön kurz dargestellt, unser Denken mit bestimmten Begriffen prägt, vor denen wir uns in fatalistischer (Es gibt keine Alternativen blabla) Selbstaufgabe niederknien.

    Der Mann im Film ist deshalb bemerkenswert, weil er eben diese politische Religion durchbrochen hat. Teilweise zumindest, denn ich denke nicht, dass er eine umfassende Demokratiesierung in seinem Betrieb durchgezogen hat, gerade weil es ja „sein“ Betrieb zu sein scheint.

    Die Befreiung der Gesellschaft kann mit einer Art kleinem Test geprüft werden. Man muss sich im Kleinen, wie im Großen immer fragen, welchen Anteil der Einzelne am gesellschaftlichen Reichtum hat und an der Kultur die ihn umgibt.
    Bei Betrieben angewendet stellt sich die Frage, inwieweit die Arbeiter an den Entscheidungen mitwirken (dürfen) und inwiefern sich ihre Arbeitskraft für sie „bezahlt“ (muss kein Geld sein) macht.
    Natürlich muss man sich fragen, ob es einen Chef geben muss – oder ob es nicht ausreicht, wenn die Arbeiter sich selbst untereinander und mit anderen Betrieben und der Bevölkerung / resp. Börsen zur Verteilung absprechen… aber dass jemand an der Arbeit anderer verdient, weil er angeblich ein „Eigentümer“ ist… das ist ja nichts anderes als Betrug, denn es gibt ja keinen rationalen Beweis für eine Leistung…. „Eigentum“ ist keine Leistung, sondern eine Religion. Es gibt kein „Eigentum“ und deshalb darf es auch nicht sein, dass die Menschen weiterhin für Einzelne, die sich mit fremden Federn hervortun, schuften sollen.
    Lange Rede kurzer Sinn:
    Ich bin gespannt, ob der Mann mit den Holzhäusern nicht nur an die Natur, sondern auch an seine eigene Spezies gedacht hat. Inwieweit hat er den Fortschritt für den Menschen und seinen Alltag nach vorne bringen können? Wie ist so ein Betrieb aufgebaut, der so gutes produziert? Welche Betriebswirtschaftlichen (kapitalistischen) Dogmen wurden noch umgestoßen? Welche dieser Dogmen wurden beibehalten?
    Ich bin gespannt!

  11. Welch ein schönes Beispiel für die Natürlichkeit der Kooperation, des Flusses von Energie zum Wohle alles Lebendigen.

    Der Mensch von heute wird genötigt alles was er zu geben hat zu sortieren in das, was sich verkaufen lässt und das, was er aufbewahren bzw. verkümmern lassen muss, weil es zwar von Bedeutung sein kann aber keinen materiellen Gegenwert findet. So verenden wir wie die an sich wertvollen Lebensmittel in den Müllcontainern, weil sie sich nicht verkaufen lassen. Das, obwohl sie so viele Menschen noch satt machen könnten.
    Man kann dafür nur einen zutreffenden Begriff verwenden: Pervers

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