Teatime in meiner Horrorbibliothek

Von Dirk C. Fleck.

Ein Tag im November, nachmittags 14 Uhr. In den Wohnzimmern gegenüber brennt Licht. Die Stadt zieht die Schultern ein im Regenstaub. Novembertage sind wie Ertrinkende: kaum dass sie sich ans Licht erheben, versagen ihre Kräfte. Sie tauchen aus Nacht und Dämmerung, tropfend, besudelt und klamm. Legen sich auf die Gesichter der Menschen. Stumpfe Masken in gezähmter Hysterie. Sie schlurfen durch den Gestank, den der Nebel bindet. Man muss in die Offensive gehen, um ihre schreckliche Macht zu brechen, von der sie keine Ahnung haben. Jemand nach der Uhrzeit fragen, zum Beispiel. Oder mit einer heißen Tasse Tee in der Hand wieder einmal seine Bücher aufsuchen, ein wenig herum stöbern.

Der Zyklus der Stunden. Die Lemuren jammern in mitternächtlicher Klage. Ein Uhr früh: Zorn wird Elend. Zwei Uhr früh: Elend wird Panik. Ebbe und Nadir der Hoffnung (Fußpunkt gegenüber dem Zenit) ungefähr von zwei bis vier Uhr früh. Magische Euphorie steigt in den Stunden von vier bis sechs Uhr früh auf – das fruchtbringende „Alles Klar“: Friede und Sicherheit kommen aus der Verzweiflung“.

Die Passage stammt aus dem Buch „Das Grab ohne Frieden“ von Palinurus. In der griechischen Mythologie ist Palinurus der umsichtige Steuermann des Aeneas auf dessen Irrfahrt vom zerstörten Troja nach Italien. Palinurus steht aber auch für Cyril Vernon Connolly (1903 – 1974), einem englischen Literaturkritiker der ganz scharfen Zunge. Connolly war Herausgeber der maßgeblichen Literaturzeitschrift Horizon und wurde von den Sprachverdrehern, die sich Schriftsteller nennen, extrem gefürchtet.

Der Text, den ich zitiert habe, beschreibt einen Zustand, der uns allen mehr oder weniger vertraut ist und den ich selbst vor ein paar Tagen auf ähnliche Weise zu ertragen hatte. Denn was sich zur Zeit vor unser aller Augen so unverblümt abspielt, von der Vorbereitung eines Atomkrieges bis hin zum nahenden Ökozid, kann einen schon zur Verzweiflung treiben. Dann muss man sich fallen lassen, sich den Depressionsschüben hingeben, in der Hoffnung, dass die leichte Woge der Lebensfreude einen wieder einmal ans rettende Ufer spült. Palinurus kennt da einen Trick: „Durch künstliche Stimulation des Gehirns (was meint er wohl damit?) können die Gedanken veranlasst werden, sich Freiheiten herauszunehmen. Die Hirnrinde ist eine Gedankenmaschine. Sie kann aufgeputscht, verlangsamt, gehemmt werden, man kann ihr verschiedene Arten Brennstoff zuführen, je nach den Ideen, die sie hervorbringen soll“.

Während ich im Geiste sofort sämtliche mir bekannten Stimulanzen bis hin zu den klassischen Psychedelika wie Mescalin oder Ayuhuasca durchchecke, entdecke ich eine Stelle in dem Buch, in der Cyril Connolly ganz andere „Werkzeuge“ auflistet, mit denen er seine Gedankenmaschine in Bewegung zu setzen pflegte. Stimulierende Berghöhen zum Beispiel, nasses Wasser (!) die Südwest-Stürme, Fenster, die auf Häfen hinausgehen, Schnee, Frost, die elektrische Glocke nachts vor einem Kino.  Ich mag den Mann, dessen messerscharfer Verstand immer vom Herzen gesteuert wurde und der so fürchterlich unter seinen Fettsucht gelitten hat, was seinen Zynismus teilweise erklärt. Wobei man eigentlich noch viel härter formulieren sollte. Es sind immerhin vierzig Jahre auf dem Irrweg vergangen, den die Menschheit so blind beschreitet. Hier einige Sätze von Palinurus, die den Zyklus der Stunden, in dem Cyril Connolly gefangen war, verständlich macht:

Das Elend der Menschheit ist vielfältig und brütet überall Verzweiflung, Furcht, Hass und Zerstörung aus; so wird unser Frieden vom Krebs befallen. Die Natur hat keinen Platz in unserer Kultur, der Rhythmus der Jahreszeiten ist gestört, die Früchte der Erde verloren ihren Duft, die Tiere, Miterben unseres Planeten, wurden mutwillig ausgerottet. Wir haben den Gott in uns und in der Welt verleugnet. Weisheit und Gelassenheit werden Schätze, die man verbergen muss, und Glück ist eine verloren gegangene Kunst. Das Ressentiment triumphiert. Man kann schon die nahende Weltneurose erkennen, die Neurose einer Welt, in der absterbende Instinkte (mit Ausnahme des Instinkts für Massengemetzel), Missbrauch des Intellekts und Perversion des Herzens unsere Kenntnis vom Lebensziel zerstören werden: die Menschheit wird an ihrer eigenen Galle ersticken“.

Hat noch jemand etwas hinzuzufügen? Nein? Dann lasse ich den russischen Schriftsteller Alexander Kuprin (1870 – 1938) sprechen, dessen „Sündiges Viertel“ mir eben in die Hände fiel. Bitte sehr: „Mir wird übel von diesen Lügnern, Feiglingen und Fresssäcken! Diese Elenden! Der Mensch ist für große Freude geboren, für ständiges Schöpfertum, in dem er sich als Gott beweist, für freie, durch nichts eingeengte Liebe zu allem: zu Baum und Strauch, zum Himmel, zum Menschen, zum Hund, zur lieben, wundermilden, herrlichen Erde, ja, besonders zur Erde mit ihrer gesegneten Mütterlichkeit, mit ihren Morgen und Nächten, mit ihren tagtäglichen Wundern. Und der Mensch hat sich so erniedrigt. Sich selbst so verdorben durch Lügen und Bettelei. Ach, es ist so traurig!“

Wenn ich mich hier schon fleißig bei anderen bediene, so sollte ich mich zumindest einmal selbst zitieren. Der folgende Abschnitt stammt aus Maevas Rede (enthalten in dem Roman „Das Südsee-Virus“, dem zweiten Band meiner Maeva Trilogie). Sie hält diese Rede anlässlich ihrer Wahl zur Vorsitzenden der URP (United Regions of the Planet). In dieser Rede sagt sie:

„Von allen Gefahren, die uns heute drohen, ist keine so groß, wie die weltweite Verdrängung. Ich verstehe dieses Bedürfnis. Einzeln fühlen wir uns angesichts der Wahrheiten, die es heute zu konfrontieren gilt, so klein und zerbrechlich, dass wir glauben, es würde uns in Stücke reißen, sobald wir uns erlaubten, unsere Gefühle über den Zustand der Welt zuzulassen. Wir befürchten eine tiefe Depression oder Lähmung. Aber das Gegenteil ist der Fall. Wenn wir den Schmerz, den wir für die Welt empfinden, unterdrücken, dann isoliert uns das. Wenn wir ihn jedoch akzeptieren, anerkennen und darüber sprechen, dann merken wir, dass er weit hinaus geht über unser kleines Ego, dann erfahren wir durch ihn eine größere Identität, dann wird er zum lebendigen Beweis unserer Verbundenheit mit allem Lebendigen. Unser Schmerz um den Zustand der Welt und unsere Liebe für die Welt sind untrennbar miteinander verbunden, sie sind zwei Seiten derselben Medaille.“

Als Schriftsteller hat man es einfach, da kann man sich gelegentlich am Schopfe seiner eigenen  Romanhelden aus dem Sumpf ziehen. Dabei werfen wir natürlich weiterhin schaudernd einen schüchternen Blick auf die Zeichen, welche seit langer Zeit an der Wand prangen (Its written on the wall!). Aldous Huxley (1894 – 1963) sticht mir in die Augen. Zufall? „Bereits in der nächsten Generation werden die Herrschenden der Welt feststellen, dass frühkindliche Konditionierung und Narkohypnose als Herrschaftsinstrumente sehr viel effizienter sind als Schlagstöcke und Gefängnisse, und dass Machthunger sich nicht nur dann befriedigen lässt, wenn man die Leute zum Gehorsam prügelt, sondern ebenso gut, wenn man sie mittels Suggestion dazu bringt, ihr Sklavendasein zu lieben”.

Oh,oh,oh … hab ich denn nichts positives im Regal? Ach doch, Carl Amery (1922 – 2005), schrieb „Die ökologische Chance“, klingt doch gut. Was ist sein Fazit?  „Wenn wir zum Abschluss unserer schmerzlichen Bilanz eine neue ethische Orientierung der Menschheit, zumindest ihres aktivsten und aggressivsten Teils, fordern, dann haben wir von der Tatsache auszugehen, dass noch nie die moralischen und ethischen Werte der Zeitgenossen so weit von den objektiven Anforderungen ihrer Epoche entfernt waren wie heute.“

Nö, ich mag nicht mehr. Aber bevor ich nicht einen von Grund auf beseelten und positiven Text gefunden habe, gehe ich nicht raus aus dieser Horrorbibliothek.  Mal sehen, was haben wir denn da? Eine Frau vielleicht. Ingeborg Bachmann (1926 – 1973) ist nie verkehrt:  “Wer, wenn nicht diejenigen unter Ihnen, die ein schweres Los getroffen hat, könnte besser bezeugen, dass unsere Kraft weiter reicht als unser Unglück. Ich glaube, dass dem Menschen eine Art des Stolzes erlaubt ist – der Stolz dessen, der in der Dunkelheit der Welt nicht aufgibt und nicht aufhört, nach dem Rechten zu sehen”. 

So ist es, Ingeborg, aber wahrhaft tröstlich ist das nicht. Aber da wäre ja noch der fabelhafte US-amerikanische Schriftsteller  Henry David Thoreau (1817 – 1862), der in den Wäldern bei Concord einer alternativen Lebensgemeinschaft angehörte, in der man sich frei wähnte vom verhassten System. Er hat mich bisher nie enttäuscht.  “Wir wollen uns die Ärmel aufkrempeln,” lese ich, “und unseren Weg bahnen durch den Dreck und Schlamm von Meinung, Vorurteil, Tradition, Blendung und Schein, die den Erdball überschwemmen, durch Paris und New York, durch Kirche und Staat, durch Dichtung, Philosophie und Religion, bis wir auf festen Grund und solide Felsen stoßen. Diesen Ort können wir Wirklichkeit nennen und sagen: Das IST, einen Irrtum gibt es nicht. Und dann beginne ein Realometer einzurammen, damit künftige Zeiten erfahren, wie hoch die Wellen von Trug und Schein zeitweilig schlugen”.  

Großartig, nicht wahr? Aber das ist es nicht, wonach ich suche. Ich suche, wie soll ich sagen, nach etwas, das außerhalb der Analyse liegt, die ja doch nur schrecklich ausfallen kann. Nach einem wahren Mutmacher. Hermann Hesse (1877 – 1962)! Hesse ist immer gut: „Die Welt zu durchschauen, sie zu verachten, mag großer Denker Sache sein. Mir aber liegt einzig daran, die Welt lieben zu können, sie und mich und alle Wesen mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können“.

Na bitte. Der Tee ist kalt. Licht aus. Alles wieder in Balance in meiner Bibliothek, wäre ja auch gelacht …

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

29 Kommentare zu: “Teatime in meiner Horrorbibliothek

  1. Der Hund sagt:

    7. November 2016 at 11:05
    Nun, um dem Ganzen auch noch etwas hinzuzufügen, frage ich, welchen Gott hat sich der Mensch aus Angst erschaffen?
    Und gebe auf diese Frage auch gleich eine Antwort: Der Mensch schuf sich nicht einen Gott, sondern viele Götter!
    Und diese vielen Götter sind die Götzen, vor denen er sich fürchtet und denen er opfernd dient!
    Schaut Euch doch mal das System an:
    Da sind die Priester und Schriftgelehrten in ihren langen Gewändern und begehren die ersten Plätze in Versammlungen und Prachtbauten – gerade auch bei ARD und ZDF ist das jetzt zur 500.Reformationsfeier schön zu beobachten – und predigen uns: Wir sind nichts, Gott ist Alles! Wir sind die Sünder, und Gott ist Heilig!
    Sie predigen: „Wer sich selbst erhöht, wird tief fallen!“, steigen aber jeden Sonntag hoch auf die Kanzel!
    Der, auf den Sie sich berufen, war niemals „Christ“, und das „Christentum“, ist eine Erfindung der Personen, welche die Nachfolger der Lehre Jesu in Antiochia zuerst „Christen“ nannten (Apg.11,26)! Folglich kann in Jerusalem (Apg. 6,1)zuvor niemals die erste Christliche Kirche entstanden sein!
    Jesus sagte einmal auf die Frage wer er sei: „Ich bin der, der ich bin“! – Sind wir das nicht alle? Oder sind wir etwas anderes?
    Die meisten sind doch das, was sie darstellen! Personen!
    Sie sind das, was man aus ihnen gemacht hat, oder das, was aus ihnen geworden ist!

    Und was ist aus dem Gott geworden, der doch „Gott“ ist? – Ein Götze, dem das PERSONAL dient!
    Wir sind NICHTS – DU bist Alles! Wir sind Sünder – Du bist Heilig! Wir sind dein Personal – Und Schuldig!

    Schuldig, weil Ihr nicht Gott dient, sondern einem Götzen, den Ihr euch selbst gemacht habt!

    Gott schuf uns Menschen nach seinem Bilde! Das heißt das wir in jedem Menschen ein Abbild Gottes erkennen könnten, wenn wir denn wollten! Und Jesus sagte genau das: Ich bin der, der ich bin! – Sagen wir das auch von uns?

    Die meisten sagen von sich: Ich bin ……, – Ich habe dies und das erreicht ……!, Ich habe dies und das aus meinem Leben gemacht und besitze dies und das …..! Sie sind Personen und stellen etwas dar, was sie nicht sind! – Menschen!

    Sie wurden durch das System, das Sie verehren, von einem Menschen zu einer Person, dann zu einer juristischen Person und schließlich zum Personal des Systems, das Gott als Schöpfer ausklammert, aber das geschaffene Geschöpf anbetet, – sich selbst! – und sie haben eine panische Angst etwas zu verlieren, obwohl Sie nichts mitnehmen können! –
    Deshalb haben Sie das durch Sie geschaffene Geschöpf zum Stellvertreter Gottes erklärt und beten es an – einen Götzen!

    Aber den, der ist, – den, der sagt, das er ist was er ist; – denjenigen, der offen bekennt: Ich bin der, der ich bin! den verachten sie! – Sie verachten den Menschen und bringen Ihn um!
    Das haben die Langgewandeten damals getan und tun es heute immer noch, – die Götzenpriester der Religion!
    In ihrem Namen werden Kriege für das System geführt und im Namen Ihres Gottes werden ihre Waffen gesegnet, – obwohl der, der sagte das er ist, was er ist und der sei, der er sei, sagte, das seine Knechte nicht mit der Waffe auf dieser Erde kämpfen, weil sein Königreich nicht von dieser Welt sei!

    Warum haben die meisten Menschen ein Problem damit, sich als Abbild vor dem Spiegel ihrem Spiegelbild zu stellen?
    Können sie der Wahrheit nicht in die Augen schauen?
    Sind sie alt und hässlich geworden?
    Oder erkennen sie darin einen Priester Gottes?

    Gott schuf uns nach seinem Bilde – betrachten wir das – Dann bringen wir auch keine Menschen mehr um und haben Achtung vor dem Leben!
    Jagt die Götzenpriester des Systems zum Teufel!

    Viele Grüße
    Der Autor der Bücher: „Scheiße – Voll angepisst!“ veröffentlicht Leipzig 2016
    „Scheiße – Voll beschissen!“ veröffentlicht Frankfurt 2016
    „Der Hund“ , im Pseudonym

    • „Sie sind das, was man aus ihnen gemacht hat, oder das, was aus ihnen geworden ist!
      denjenigen, der offen bekennt: Ich bin der, der ich bin! den verachten sie!“

      Leider ist man in dieser Gesellschaft nicht der der man ist, sondern der für den die Anderen einen halten, respektive zugestehen zu sein.

      Wollte man sein wer man ist, müßte masich von der Gesellschaft lossagen. Wobei man dann wieder nicht der wäre der man sein wollte… – ein echtes Dilemma

  2. Hi Kenfm, hi Dirk,

    die BayernLB finanziert wohl auch die Dakota Access Pipeline mit 120 Mio Euro. Dies wurde im Hintergrund eines RT Videos gezeigt. Die Mainstream Medien verschweigen, dass die Indianer des Stan ding Rock Sio ux-Tri bes gewaltsam von Ihrem Land vertrieben werden von Polizei in Militärausrüstung.
    Über die friedlichen Proteste wird nur von Democracy Now, The Young Turks und RT berichtet.
    Nach Telesur unterstützen die Maya inzwischen diese Proteste.
    Ich denke man sollte mal bei der BayernLB nachfragen, ob die sich an dem Projekt beteiligen, und ob dass im Interesse des Freistaates ist, dass Ureinwohner von Ihrem Land vertrieben werden sollen, damit wir hier schön abkassieren können.

    Wie macht man so was eigentlich? Gibt es da ein Journalistisches How-To Berufsfremde?

    @Dirk C. Fleck nutz dachmal Deine Popularität und rück die Nummer in die Weltöffentlichkeit anstatt nur hier rumzuheulen 🙂 .

    Gruss,

    • „…nutz dachmal Deine Popularität und rück die Nummer in die Weltöffentlichkeit anstatt nur hier rumzuheulen“

      Lieber Dirk C.

      Ich würde mir wünschen, dass solche Auswürfe vorzeitig abgebrochener Sozialisierung, Sie nicht zum Rückzug ermuntern. Das wäre ein enormer Verlust für sehr Viele hier und anderswo.

      Grüsse
      Andi

  3. Beeskow Andreas sagt: 4. November 2016 at 09:49

    Das muß an prominenter-er Stelle stehen, deshalb – ab nach oben.

    „Also stellt sich auch die Frage nicht ob ein bestimmter Mensch erleuchtet ist oder nicht. Ich schere mich keinen Deut um einen Budda aus dem sechsten Jahrhundert, geschweige den um all die anderen Prätendenten , die wir in unserer Mitte haben. Sie sind ein Haufen Ausbeuter, die von der Leichtgläubigkeit der Menschen profitieren.“

    Ich habe mir gerade den äußerst interessanten Bericht – Faktor Menschlichkeit Was macht Unternehmern erfolgreich? – auf 3sat angesehen.

    Aus meiner Sicht als sehr erfolgreicher Unternehmer seit über 3 Jahrzehnten, ist dieser Bericht ein Beweis der künstlichen Verkomplizierung, in Verbindung – oder teilweise Alleinstellungsmerkmal – von extremer Inkompetenz der Macher, der Chefs, der Manager, der Firmeninhaber.

    Wir erleben genau das in der Politik. Schaffen irgend einer (Ihrer) Realität die mit den Fakten oder der faktischen Realität nichts zu tun hat. Schaffen irgend welcher Fakten, die mit der Realität nichts zu tun haben.

    Aber immer mit dem Hintergrund, das die falsche Fakten und falsche Realitätschaffenden NICHT selbst von ihrem Handeln betroffen sind oder werden, respektive sich diesem selbst nicht beugen müssen.

    • Erfolg ist, erfolgreich dafür zu sorgen das andere Erfolg haben.

      Anlagenerater – mit anderer Leute Geld Gassi gehen. (Volker Pispers) 🙂

  4. Mich rührt am meisten der Text von Ingeborg Bachmann und ich mache mir einmal mehr den Vorwurf, kein Buch von ihr zu besitzen, nie eines gelesen zu haben. Das muss jetzt noch kommen.

    Was Depressionen angeht, hätte ich da noch einen Text meines geliebten Nietzsche, der an seine heldenhaften Mut zur Gewissenhaftigkeit zerbrochen ist:

    “ Er wagt sich in ein Labyrinth. Er vertausendfacht die Gefahren, die das Leben an sich schon mit sich bringt; und nicht die geringste dieser Gefahren besteht darin, dass niemand sehen kann, wie oder wo er sich verirrt, von anderen abgeschnitten wird, von irgendeinem Höhlen- Minotauros des Gewissens Glied um Glied in Stücke gerissen wird. Wenn ein solcher Mann vernichtet wird, dann findet es so weit vom Verständnis der menschen statt, dass sie es weder spüren, noch Mitleid haben. Und er kann nicht zurückgehen! Er kann nicht einmal mehr ans Mitleid der Menschen appellieren!“

  5. ╰დ╮ૐ╭დ╯
    Schöner Einstieg in den November,
    so nimmt man der Depression den
    Wind aus den Segeln, lässt es gut
    beraten der großen Denkers Sache
    sein, die Welt zu verstehen, sie zu
    verachten und übt sich derweil darin,
    sich selbst, die Welt und alle Wesen
    mit Liebe, Bewunderung und Ehrfurcht
    betrachten zu können.
    Denn das bleibt uns unbenommen
    in dieser nicht so heilen Welt, zu
    üben was wir noch nicht können!

  6. „Dann wird es mit dem Himmelreich sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit. Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht. Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal und die Tür wurde zugeschlossen. Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.“

    – Matthäus 25,1–13

    • Hallo Bert Tom, Ist Dir in diesem Text schon einmal aufgefallen, das dies Mitten in der Nacht geschieht, weil der Bräutigam lange nicht kam und alle 10 Jungfrauen müde wurden und einschliefen? Aber plötzlich hörte man laute Rufe in der Nacht: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!
      Frage: Wer hat da wohl in der Nacht gerufen, wenn der gute Hirte als Bräutigam zu seinen Schafen kommt?
      Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht.
      Die törichten Jungfrauen nahmen ihre Lampen, hatten aber kein Öl, und sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus, denn sie hatten sich nicht darauf vorbereitet.
      Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht, denn die Klugen nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit, weil Sie sich vorbereitet hatten.
      Während die törichten noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal und die Tür wurde zugeschlossen.
      Später kamen auch die anderen törichten Jungfrauen hinzu und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.“
      BertTom, – Du wirst in der Bibel keine einzige Stelle finden, in der sich die Nachfolger Jesu selbst „Christen“ nannten!
      Du wirst höchstens feststellen, das die Menschen, die der Lehre Jesu folgten, vielmehr von den dieser Gemeinschaft Außenstehenden so genannt wurden (Apg.11,26).
      Wenn Du dir Apostelgeschichte 6,1 durchließt und über den Sachverhalt nachdenkst, wirst Du feststellen, das in Jerusalem niemals die erste christliche Gemeinde entstanden sein kann, wie es die Kirchenlehre behauptet!
      Denn wenn Sie hinterher erst Christen genannt wurden, können Sie es vorher keine gewesen sein, da ein Ereignis erst geschehen muss, bevor darüber berichtet wird (WTC 7 / 9/11 – Da ist dem BBC ein Fehler unterlaufen)
      Die Personen, welche die Menschen im römischen System „Christen“ nannten, weil sie der Lehre Jesu nachfolgten, dass waren ja auch die, welche Sie verfolgten um Sie in den Arenen bei Brot und Spielen den Löwen zum Fraß vor zu werfen.
      Der Oberste dieser Personen, war der Maximus Pontifex, der als Kaiser über das römische Reich residierte. Dieser gab seinen Vasalen den Befehl, in seinem Größenwahn Rom anzuzünden, und schob es den „Christen“ in die Schuhe, die nun aufs schärfste verfolgt wurden. – Aber waren es die Christen, die hier verfolgt wurden?
      Den letzten Brief, den Paulus schrieb, den schrieb er an die „Hebräer“, bevor er von den Römern umgebracht wurde!
      Später wurde ein Nachfolger des Kaisers als Maximus Pontifex Christ, nachdem die meisten Nachfolger Jesu umgebracht waren. Dieser Maximus Pontifex erklärte das Christentum als Neue Staatsreligion und wurde Ihr Pontifex Maximus – Das ist die selbe Scheiße in Purpur, nur anders herum verpackt!
      Wurden die Überlebenden Nachfolger Jesu jetzt „Christen“ oder übernahmen sie den römischen Way of Life?
      Und beansprucht diese römische Religion nicht die einzig selig machende Kathode im Orbit zu sein, die einen Anspruch auf die Welt erhebt?
      Nun, der amerikanische Präsident JFC sprach einst, nachdem einer seiner Vorgänger die Deutschen besiegte, den bekannten Satz: „Ich bin ein Berliner!“ – wurden die Überlebenden nun aus Sympathie alles Berliner oder übernahmen sie den „Amerikan Way of Life“?
      Und wer schob es wem in die Schuhe, als in New York durch zwei auf Zelluloid montierte Flugzeuge drei Türme fielen um auf Teufel komm raus am Ground Zero eine Neue Welt zu schaffen, wenn es sein muss mit Gewalt?

      In der Empfangshalle des Vatikans steht ein perverses Kunstwerk in dem Jesus mit vielen Dämonen als Reptil aus einem Atomkrater kommt, – dieses Kunstwerk wurde zu Beginn des „Jahres der Barmherzigkeit“ dem Publikum zugänglich gemacht. Was kommt danach, wenn das Jahr der Barmherzigkeit zu Ende ist?

      Momentan feiert die Christenheit den 500.Geburtstag der Reformation und man ist so etwas von glücklich, wieder als Protestant unter einer Decke mit dem Vatikan im Bett zu stecken – Aber keiner dieser törichten Jungfrauen merkt was Vati macht, wenn der amerikanische Vasale „Yes, we can!“ sagt und seine angetraute „Ja, wir schaffen das!“ meint! – „Legen wir die Welt in Schutt und Asche – Hauptsache die Kohle passt! – Wir können es uns das doch nicht gefallen lassen, wenn es in der islamischen Welt ein Finanzsystem gibt, das nicht auf Zins und Zinseszins basiert!
      Das römische System des Pax Romana muss durchgesetzt werden – ob nun vom Maximus Pontifex, oder vom Pontifex Maximus – es bedeutet auf jeden Fall „die Entrechtung des Menschen“!

      Wahrlich ich sage Euch: Da der tag des HERRN kommt wie ein Dieb in der Nacht; so schickt der HERR zuvor seinen Hund, um die Lüge zu stehlen und um seiner Braut die Wahrheit zu schenken, damit sie am tage bereit ist!
      Und wenn der HERR so kommt, wahrlich ich sage Euch, – dann war zuvor der Satan am Tage mit seinen Hunden da; wie ein Freund brachte er die Lüge und stahl die Wahrheit;- damit die Braut des HERRN am Tage nicht bereit ist!

      Viele Grüße
      Der Autor der Bücher: „Scheiße – Voll angepisst!“ veröffentlicht Leipzig 2016
      „Scheiße – Voll beschissen!“ veröffentlicht Frankfurt 2016
      „Der Hund“ , im Pseudonym

  7. Das sehen die Machthaber sicherlich auch ganz gerne: Menschen, denen etwas an der Welt liegt, ziehen sich in ihren Depressionen zurück. Es gibt schon einen Trend zu Depressionen. Woher kommt das? Empfehle den schon von Beeskow Andreas zitierten hochgeschätzten Jiddu Krishnamurti als Lösung. Wer liebt, ist im Fluss, da ist keine Blockade.

    • Der Trend zur Depression wird kräftig forciert, denn unser Himmel drückt auf das Gemüt.Wer weder Mond, Sterne, Sonne zu sehen bekommt, sondern nur noch Flugzeuge die alles regulieren,der bemerkt sehr schnell, sofern ihm diese fehlen, man kann nicht alles kaufen. Der Antidepressiva-Vitamin D-Umsatz ,steigt zur Freude der Pharmazie !

    • Was haben Sie gegen Vitamin D-3 bei Depressionen?
      Depressionen kenne ich an mir selbst.
      Besonders in der dunklen Jahreszeit.
      Aber vielleicht bilde ich mir nur ein, dass es hilft?!
      Aber auch gute Musik wirkt Wunder.

      P.S. Ein Requiem von Mozart bewirkt bei mir eher das Gegenteil.
      Das ist Trauermusik – auch wenn sie sehr gut ist.

    • Annette: Diese Art der Depression ist sehr einfach zu behandeln: mit einer Einführung in meteorologische Zusammenhänge und schon sind Illusion sowie Wolkenschleier verzogen. Bin resistent gegen Chemtrail-Missionierungsversuche.

      Frische Luft, Waldluft am Besten, ohne daß das Kronendach auf das Gemüt drückt, also am besten ein lichter Laubwald und zwei Stunden spazieren gehen. Im Ernst, Waldluft hilft nicht nur gegen Depressionen sondern aktiviert auch die Krebs-Killerzellen.

    • Annette, meine Kommentare können Sie verstehen wie Sie möchten. Ich reagiere allergisch auf das Thema, das Sie erwähnen, da es in meinem Verständnis eine von den Geheimdiensten geschaffene Theorie ist, um praktischerweise die alternativen Medien lächerlich zu machen, die sich in anderen Themen auf reale Fakten beziehen, mit denen sie von den Gegnern in einen Topf geschmissen werden.

    • Depris sind In, sind Chick, sind gesellschaftsfähig (geworden).

      Ich möchte auf keinen Fall, das irgend jemand mich in meine Depris behindert, oder gar sie zerstört.
      Ich wünsche auch sonst keinerlei Störung in und während meiner Depris.

      Wenn ich meine Depris beenden will, schaue ich mir extrem fürchterliches an, oder lese extrem fürchterliches. Und dann frage ich mich – hast du irgend einen Grund Depris zu haben?

      Und dann komme ich in die richtige Depression…

    • Das klingt für mich nicht nach „Ich will da raus!“
      Das sind eher Stimmungsschwankungen als Depressionen.
      So lange man das selbst beeinflussen und damit noch spielen kann – der Übergang ist fließend und man landet schell im „schwarzen Loch“.

    • „Das klingt für mich nicht nach „Ich will da raus!““

      Ja is klar, da steht ja auch das genaue Gegenteil. 🙂

      Ehrlich gesagt kann ich gar nicht beurteilen ob ich schon mal Depressionen hatte. Klar gibt es auch Zeiten in denen ich schlecht drauf bin. Aber ob das Depressionen sind – ich weiß es nicht…
      Mir fehlt die Vergleichsmöglichkeit wie bei einer Grippe und keine Grippe. 🙂

  8. Auf der verzweifelten Suche nach etwas Positivem, Mut-Machendem in dieser Zeit, in der überall nur Krieg, Kampf, Gewalt vorherrschen und selbst Mutter Erde die Nase von uns voll zu haben scheint (irgendwie zurecht), wie u. a. die nicht enden wollenden Erdbeben in Mittelitalien vermuten lassen, hangele ich mich von einer deprimierenden Nachricht zur nächsten – manchmal würde ich gar zu gerne all das ausblenden, verdrängen, morgens die Decke über den Kopf ziehen und abtauchen, aber das geht auch nicht.

    Freunde in Italien berichten, dass Menschen plündernd und raubend durch die von den Erdbeben betroffenen Gebiete ziehen. Das entsetzt mich, macht mich unendlich traurig. Bin ich zu naiv? Vermutlich. Allein der Gedanke, von einer Sekunde zur nächsten buchstäblich ALLES zu verlieren, ist furchtbar … und dann DAS? Es macht mich wütend … und wieder dieses Gefühl, nichts daran ändern zu können. Ohnmacht!

    Wo immer ich hinschaue, nirgends etwas wirklich Positives und der lichtarme November mit seinem nebligen, nasskalten Wetter tut sein Übriges dazu. Hilft da ein heißer Tee gegen die sich durchsetzen wollende Depression? Wie kann man sich dieser überhaupt noch entziehen? Es ist so schwer geworden, sich selbst immer wieder nach oben zu ziehen… Wie recht Sie haben, Herr Fleck – „… wahrhaft tröstlich ist das nicht.“ Nein, ist es nicht, und manchmal habe ich das Gefühl, dass zumindest meine Kraft nicht weiter reicht als das Unglück, das uns in gewisser Weise alle umgibt, nämlich das Unglück, dass diese wundervolle Erde mit all ihren Bewohnern zugrunde geht wegen der Grausamkeit, der unerträglichen Dummheit, der bodenlosen Gier, der Uneinsichtigkeit und Borniertheit der Spezies Mensch. Es ist schwer, nicht zum Misanthropen zu werden, dabei wollen wir vermutlich genau das Gegenteil, wie Hesse es so klar beschreibt: „… die Welt lieben zu können, sie und mich und alle Wesen mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können“. Zum Weinen schön … und so wahr!

    Heike

  9. Spannende Zeiten in denen wir Leben. Überall grosse Spannungen. Ein Finanzsystem kurz vor dem Kollaps. Eine Bevölkerung die grösstenteils eingebettet in einer Propaganda Maschine ihr un inspiriertes Dasein fristet. George Orwell wurde sich wundern was alles möglich ist. Wie kann man da nicht verzweifeln, in Depressionen stürzen, den Mut verlieren. Und doch muss es so sein. Wir müssen den Übergang schaffen. Kollektives Erwachen. Erkennen das man nicht der Denker ist. Sondern das Bewusstsein hinter der Stimme. Erkennnen das es nicht Notwendig ist sich für Irgendetwas die Schuld zu geben.
    Jiddu Krishnamurti:
    Sehen Sie, die Erkenntnis, die Ihnen langsam dämmert, das Ihre Abhängigkeit vom ganzen Erbe der Menschheit falsch war und der Schock dieser Erkenntnis, das diese Abhängigkeit von der Kultur, sei sie nun Europäisch, Orientalisch, Asiatisch, Nördlich, Südlich, was auch immer sie wollen, für diese Situation verantwortlich war, trifft sie wie ein Blitz. Und das trifft ebenso auf das ganze zu, den die Nation ist die Erweiterung des Einzelnen, und die Welt ist die Erweiterung der Nationen.

    Oder wie ein Indianer zu Wolf Dieter Storl gesagt hat auf die Frage wie wir uns heilen können: Frag die Tiere, sie werden es euch sagen. Also husch und ab in den Wald, aber leise, damit ihr die Tiere auch hört.

    • „…das diese Abhängigkeit von der Kultur, sei sie nun Europäisch, Orientalisch, Asiatisch, Nördlich, Südlich, was auch immer sie wollen, für diese Situation verantwortlich war, trifft sie wie ein Blitz.“

      Au weiha – das schmerzt. Das was ich seit Jahrzehnten sage – etwas robuster ausgedrückt natürlich – und nie zu sagen mich getraue… trägt der Jiddu vor noch mehr Jahrzehnten einfach vor und/oder schreibt es nieder und verbreitet es.

    • Ja, in seinen Worten steckt eine unglaubliche Wucht. Genau so wie ich in den Worten von Herr Fleck immer Hoffnung sehe, oder bei Herr Jebsen, das ich meinen Arsch bewegen soll. Auch Eckart Tolle ist pure Inspiration. Der Weg wie wir alle eine andere Art zu denken pflegen mag unterschiedlich sein, aber am Ende verbindet uns mehr als uns unterscheidet. Wir sehen das wir alle eins sind. Die Antwort liegt in der Stille. In keinen Büchern oder Schriften. Worte sind wie gesagt nur Wegweiser. Und in der Stille gibt es kein Selbst. Man muss mit der Einsamkeit darin klar kommen, den dahinter verbirgt sich der wunderbarste Ort, der Frei ist von Angst, Vorurteil oder Gefühl oder Kultur. Man kann es nicht erlernen oder durch irgendein Programm oder einen Zwang erreichen. Ich wäre froh wenn KenFm mehr in diese Richtung gehen würde, wenn es nicht nur auf das zeigt was eine Gegenseite uns alles antut, sondern wie wir uns Verbinden und die Wut, Angst, Schuld ect. auflösen und somit heilend wirken auf andere.
      Ich möchte gerne noch einmal Krishnamurti zitieren:
      Gleichzeitig weise ich darauf hin, das es so etwas wie Erleuchtung gar nicht gibt. Ich sage das weil ich mein ganzes Leben danach gesucht habe. Also stellt sich auch die Frage nicht ob ein bestimmter Mensch erleuchtet ist oder nicht. Ich schere mich keinen Deut um einen Budda aus dem sechsten Jahrhundert, geschweige den um all die anderen Prätendenten , die wir in unserer Mitte haben. Sie sind ein Haufen Ausbeuter, die von der Leichtgläubigkeit der Menschen profitieren. Es gibt keine Macht ausserhalb des Menschen. Der Mensch hat Gott aus Angst geschaffen. Also ist das Problem die Angst.

    • Beeskov Andreas,
      Ja, Krishnamurti hat es in sich. Sein klares Denken faszinierte mich vor etlichen jahren und so habe ich mir viele seiner Reden angehört, die die Welt auf den Kopf stellen können, die Illusionen platzen lassen. Danke für die Zitierung, so haben Sie mich angestoßen, das mal wieder anzuhören.

    • „Der Mensch hat Gott aus Angst geschaffen. Also ist das Problem die Angst.“

      Als logischer Agnostiker ist es mir nicht möglich Gott als von Menschen – aus welchen Gründen auch immer – geschaffenes Konstrukt zu betrachten. Die Logik sagt mir, das ich an einen Gott „zu GLAUBEN habe“.

      Wenn aber Gott von Menschen geschaffen wurde, dann keineswegs aus Angst, sondern UM ANGST ZU ERZEUGEN. Aus dieser erzeugten Angst heraus – untrennbar verbunden mit Erzeugung der HOFFNUNG – ergibt sich DAS herrliche Herrschaftsinstrument überhaupt.

    • Der Souverän: Beides. Je nachdem auf welche Aspekte eines Gottes Sie sich beziehen ist Gott aus Angst erschaffen oder um Angst zu erschaffen. Wenn Sie Eigenschaften nehmen, die Gott als Beschützer, der die Gebete erhört etc. beschreiben (was er für die meisten Menschen darstellt), ist er erschaffen „aus Angst“. Wenn im Verständnis Gott zürnend und strafend ist, ist er von den Manipulateuren erschaffen „um Angst zu schaffen“.

    • „… die Gott als Beschützer, der die Gebete erhört etc. beschreiben (was er für die meisten Menschen darstellt), ist er erschaffen „aus Angst“.“

      Gerade für diese Gruppe ist Gott ja Real. Und für einen realen Gott steht immer noch die Tatsache, das er den Mensch erschaffen hat und nicht der Mensch ihn.

      Ich sehe keinen Aspekt meine Meinung zu ändern. Wenn der Mensch Gott erschaffen hat, dann nicht aus Angst, sondern um ein veritables Herrschaftsinstrument in der Hand zu haben.

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