Technik und Krise – Teil 1 | Von Ulrich Teusch

Ein Standpunkt von Ulrich Teusch.

Man hat dem Kommunismus und anderen politischen Großideologien vorgeworfen, sie hätten ihre Bevölkerungen in Geiselhaft genommen und in gigantische, opferreiche und am Ende gescheiterte Sozialexperimente hineingepresst. Das ist wahr.

Aber die extremen politischen Ideologien stehen in dieser Hinsicht nicht allein. Auch andere haben sich – wenngleich nicht derart rigoros – immer wieder angemaßt, die Menschen zu ihrem Glück zu zwingen. So haben sich zum Beispiel auch die Apologeten des technischen Fortschritts des Öfteren darin gefallen, „Einzelschicksale einer höheren Berufung unterzuordnen“ (Dirk van Laak). Sie tun dies auch gegenwärtig wieder.

Unter dem Schlagwort „Great Reset“ (Großer Neustart) haben sie eine Rettungsaktion für den globalen Kapitalismus auf den Weg gebracht. Sie wissen nämlich, dass ein stupides „weiter so“ über kurz oder lang auf ein politisches, soziales und ökologisches Desaster zulaufen würde. Und damit wäre nicht nur das Überleben derer, die die Arbeit tun, gefährdet, sondern auch und insbesondere das der global agierenden Oligarchen.

Um die große Krise abzuwenden, kommen den Reset-Strategen kleinere Krisen jederzeit zupass. Denn Krisen – seien sie genuin, seien sie inszeniert – wirken wie Geburtshelfer oder Katalysatoren: sie ebnen den für erforderlich gehaltenen Transformationsprozessen die Bahn.

Auch wenn die aktuelle Rettungsaktion dem globalen Kapitalismus, und also einem ökonomischen System gilt, ist die Art und Weise, wie die Rettung ins Werk gesetzt wird, offensichtlich technischer Natur. Modernster Technik wird die Rolle einer universellen Problemlöserin zugedacht. Und die hinter dem „Great Reset“ sich verbergende Dystopie (von der wir aktuell im Rahmen der Coronakrise einen kleinen Vorgeschmack bekommen) ist die eines global ausgreifenden technokratischen Autoritarismus.

Es geht nicht länger um Freiheit und Demokratie, nicht länger um westliche Werte, auch nicht um das wie auch immer geartete gute Leben – es geht vielmehr um das Überleben eines Systems, das sich grundlegend ändern muss, damit alles so bleiben kann, wie es ist. Und es geht – vor allem – um das Überleben derer, die sich an den Schalthebeln des Systems wähnen.

Ja, die Apologeten des „Great Reset“ wähnen sich bloß an den Schalthebeln. Sie gehen von falschen Voraussetzungen aus. Weil sie im globalen System fraglos einen höchst komfortablen Platz einnehmen, sind sie der Illusion verfallen, sie könnten das System als solches steuern. Doch das können sie nicht.

Schon Ende der 1980er Jahre hat der renommierte Kernphysiker und Sozialphilosoph Hans-Peter Dürr (1929-2014, seinerzeit auch Wortführer technikkritischer sozialer Bewegungen) eine nüchterne Analyse der Bedingungen vorgetragen, mit denen gestalterisches politisches Handeln in hoch entwickelten Gesellschaften konfrontiert ist. Er bezog sich primär auf die Verhältnisse in Deutschland; was er sagte, trifft jedoch ebenso und in noch weit stärkerem Maß auf die globalen Handlungsbedingungen zu:

„Bei allen Fragen gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen sollten wir uns davor hüten, die Probleme statisch zu betrachten. Es reicht nicht aus (…), sich abstrakt eine Ideallösung zu überlegen, und dann lauthals danach zu rufen, daß irgend jemand einen verborgenen Schalter betätigen soll, der die vorgegebene mangelhafte Situation in die gewünschte Idealsituation verwandelt. Solche Globalschalter gibt es nicht, und schon gar nicht die Personen oder Instanzen, so mächtig sie manchmal erscheinen, die sie bedienen könnten.

Gesellschaft und Wirtschaft sind große, hochkomplexe Systeme, die aufgrund ihrer inneren Verhaltensmuster und Mechanismen eine enorme Eigensteuerung entwickelt haben. Die vermeintlich Agierenden sind durch die vielfältigen Sachzwänge des Systems weitgehend zu Reagierenden geworden. (…) Das Problem in einer solchen Situation ist also nicht: Wer steuert wen oder was wohin? Das Problem ist zunächst, das System überhaupt steuerbar zu machen.“

Absehbares Scheitern

Vielen Menschen gilt „The Great Reset“ als bedrohliche, beängstigende Entwicklung. Aus gutem Grund. Jedoch: Die Aktivitäten der Reset-Strategen sind nicht etwa deshalb furchteinflößend, weil die Aussicht bestünde, dass sie ihre hochgesteckten Ziele tatsächlich erreichen. Im Gegenteil, der Neustart ist zum Scheitern verurteilt. Doch das ist – leider – nur ein schwacher Trost.

Denn man muss davon ausgehen, dass seine Promotoren trotz des absehbaren Fiaskos entschlossen sind, das große Wagnis einzugehen, also die in Aussicht genommenen globalen Transformationsprozesse tatsächlich zu realisieren. Falls es nicht gelingt, diesem Unterfangen rechtzeitig Einhalt zu gebieten, wird der „Great Reset“ auf diesem Planeten eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Warum glaube ich, dass das große Projekt scheitern wird? Es wird scheitern, weil es zwar auf die forcierte technische Zurichtung der Welt setzt, aber einem inadäquaten Technikverständnis folgt. Die Technik wird die ihr zugedachte Rolle nicht spielen und nicht spielen können. Die Protagonisten des „Great Reset“ erinnern in ihrer Naivität an Zukunftspropheten vom Schlage Herman Kahns und anderer („Ihr werdet es erleben“), die in den 1960er und 1970er Jahren mit frappierender Selbstsicherheit erklärten, wie „die Welt von morgen“ aussehen werde.

Sie taten es, indem sie technische Entwicklungen, manchmal auch nur bloße technische Möglichkeiten, schlichtweg in die Zukunft projizierten. Sie erweckten den Eindruck, technische Innovationen ließen sich bruchlos, ohne überraschende Nebenwirkungen, eins zu eins in die Realität umsetzen.

Das hat nie funktioniert – und es wird nie funktionieren. Was nicht heißen soll, dass die Technik etwa keine weltverändernde Kraft wäre. Sie ist es zweifellos – aber sie ist es nur selten im Sinne ihrer Erfinder. Wer an einer realistischen Einschätzung interessiert ist, wird daher etwas tiefer graben müssen:

Er wird sich (1) mit dem komplexen Verhältnis von Technik, Gesellschaft und Natur beschäftigen, (2) die inzwischen erreichte systemische Qualität von Technik näher analysieren, (3) sich der fundamentalen Ambivalenz von Technik bewusst werden sowie (4) die Eigendynamik des Technisierungsprozesses in Rechnung stellen.

In diesem und im nachfolgenden Beitrag werde ich die gerade genannten Aspekte näher beleuchten. Meine These lautet: Die moderne Technik ist nicht die große Problemlöserin, als die sie derzeit vielfach gehandelt wird, sondern ebenso sehr und vermutlich in stärkerem Maße eine Problemerzeugerin. Sie wird niemanden aus der Krise herausführen, sondern uns alle tiefer in die Krise hinein.

Weiter Technikbegriff

Man wird moderne Technik (also jene Technik, die sich seit der ersten Industriellen Revolution beschleunigt entwickelt hat) nur adäquat erfassen können, wenn man einen weiten Technikbegriff präferiert. Ein weites Technikverständnis umfasst nicht lediglich „Realtechnik“ (also materielle Technik, Artefakte), sondern immer auch immaterielle Technik. Am Beispiel: Nicht nur die Produktionsanlage einer Fabrik ist eine Technik, sondern auch die Organisation des Produktionsprozesses, nicht nur die Hardware eines Computers, sondern auch seine Software.

Das übergreifende Merkmal oder Prinzip, das materielle und immaterielle Dimensionen von Technik zusammenfließen lässt, ist das der Effizienzsteigerung. Hatten in vormodernen Zeiten viele Faktoren Beachtung gefunden, wenn die Frage nach der sozialen Akzeptanz von Technik anstand, ist in unserer Zeit das Kriterium der Effizienzsteigerung ausschlaggebend geworden.

Ob technische Innovationen ästhetisch zufriedenstellen, ob sie sich mit religiösen Überzeugungen oder kulturellen Überlieferungen vertragen, ob sie sich mit den gegebenen rechtlichen Normen oder politischen Rahmenbedingungen kompatibel erweisen – all dies mag in vormodernen Zeiten eine wichtige Rolle gespielt haben, erweist sich aber heutzutage als (meist ohne große Mühe) überwindbares Hindernis, wenn die überlegene technische Effizienz außer Zweifel steht.

Selbstverständlich bedarf jedes effizienzsteigernde Handeln eines Bezugspunkts. Es gibt keine „Steigerung der Effizienz an sich“. In jedem Handlungsfeld kann Effizienzsteigerung somit etwas anderes bedeuten. Entscheidend ist jedoch der Bezugspunkt nur dann, wenn er sich dem effizienzsteigernden Zugriff prinzipiell entzieht.

So wäre es beispielsweise abwegig, die Effizienz einer japanischen Teezeremonie oder eines religiösen Rituals steigern zu wollen. Wohl aber ist es sinnvoll, die Effizienz eines Produktionsvorgangs zu steigern oder die Effizienz der Bürokratie oder die Effizienz eines Lernvorgangs oder die Effizienz der Machtausübung. In jedem Fall ist das Ergebnis messbar, und in jedem Fall ist der Vorgang der Effizienzsteigerung das Wesentliche.

Es gibt inzwischen kaum noch einen gesellschaftlichen Handlungsbereich, der sich dem Prinzip der Effizienzsteigerung entzieht, entziehen kann oder (rückblickend) entzogen hat. Die Orientierung am Prinzip der Effizienzsteigerung hat sich verallgemeinert, das Prinzip hat sich verselbständigt. Da Effizienzsteigerung mit Technisierung gleichzusetzen ist, kann man folglich von einer Technisierung aller Lebensbereiche und einer Verselbständigung des Technisierungsprozesses sprechen.

Technik als System

Einzelne Techniken oder technische Systeme führen keine monadenhafte Existenz. Sie sind allesamt Teil größerer technischer Zusammenhänge. Nehmen wir ein unverdächtiges Beispiel: das Automobil. Auf den ersten Blick ist das Auto eine Einzeltechnik, ein vergleichsweise kleines, flexibles, unabhängiges technisches System. Doch es bedarf, um funktionsfähig zu sein, komplexer, global vernetzter Infrastrukturen:

Straßen, Parkplätze und -häuser, Tankstellen, Werkstätten, Händlerketten, Produktionsanlagen, Zulieferindustrien, Erdöltransporte, Raffinerien, Entsorgungseinrichtungen. Seine Nutzung ist auf rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen und deren Kontrolle angewiesen: Fahrschulen, Fahrprüfungen, Straßenverkehrsordnungen, auf Verkehrsrecht spezialisierte Juristen, Verkehrspolizei, Rettungsdienste, Unfallmedizin, Verkehrsnachrichten, Verkehrsplanung, Verkehrspsychologie, Versicherungen. Es schafft manifeste volkswirtschaftliche Abhängigkeiten, verändert sozialräumliche Strukturen und es belastet die Umwelt. Es gilt als Hauptverursacher eines bevorstehenden und stellenweise schon eingetretenen Verkehrsinfarkts. Es befördert die Entstehung eines Autokults oder von Autoideologien und -mythen, wie sie sich in Automobilausstellungen, Autozeitschriften, Automobilclubs, Autorennen oder der Autowerbung zu erkennen geben. Und schließlich ist das Auto selbst in eine übergreifende Verkehrsinfrastruktur mit weiteren Fortbewegungsformen integriert: Schienen-, Luft- und Wasserverkehr, Radfahrer und Fußgänger.

Das Verkehrssystem ist keineswegs das einzige technische Netzwerk dieser Art. Auch das System der Stromversorgung, oder umfassender: das System der Energieversorgung, gehört dazu, das militärische Sicherheitssystem, das Telekommunikationssystem, das System der Wasserversorgung, der Massenmedien. Auch hinter auf den ersten Blick unscheinbaren Techniken verbergen sich ausgeklügelte Systeme – man denke etwa an zeitgenössische Identitätspapiere. Systeme, die zunächst getrennt voneinander entstanden sind, können zusammenwachsen, konvergieren; dies gilt zum Beispiel für die Verschmelzung von Datenverarbeitung und Telekommunikationstechnik.

Stellt man die Frage, in welchem Verhältnis die Systeme zueinander stehen, reflektiert man insbesondere darüber, was geschieht, wenn eines dieser Systeme ausfällt, stellt man fest, dass sie in hohem Grade voneinander abhängig sind. Fällt die Stromversorgung für längere Zeit aus, helfen zwar zunächst Notstromaggregate, doch wenn deren Energievorrat erschöpft ist, droht der Zusammenbruch des Gesamtsystems: der Telekommunikation, der Eisenbahnen, der Wasserversorgung. Der längere Ausfall eines dieser Systeme hätte insbesondere in hoch technisierten Gesellschaften katastrophale Folgen. Diese Gesellschaften sind von funktionierender Technik, von funktionierenden und ineinander greifenden technischen Systemen existenziell abhängig.

Sämtliche bislang erörterten Techniken und technischen Systeme gehen in diesem alles übergreifenden technischen Zusammenhang auf, einem „System der Systeme“. Es hat inzwischen eine geradezu Schwindel erregende Komplexität erreicht, und obwohl es in den hoch technisierten Gesellschaften zweifellos enger gekoppelt und besser entwickelt ist als in anderen Teilen der Welt, breitet es sich immer stärker und mit einer gewissen Zwangsläufigkeit global aus – mit der Folge, dass die Abhängigkeit von funktionierender Technik überall wächst und die Folgen einer Systemstörung oder eines Systemausfalls überall schwerste Folgen hervorrufen würden.

Denkt man in Kategorien des technischen Systems, wird man kaum noch behaupten können, die Technik sei ein Mittel oder ein „bloßes Mittel“ zur Erreichung der vom Menschen autonom gesetzten Zwecke. Weit eher müsste man von der Autonomie, also dem selbstbezüglichen, eigengesetzlichen und eigendynamischen Fortschreiten des technischen Systems sprechen.

Teil 2 des Beitrags folgt in Kürze

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Danke an den Autoren für das Recht zur Veröffentlichung.

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 13. Januar auf dem Medienportal Multipolar

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Bildquelle:    EtiAmmos/ shutterstock

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9 Kommentare zu: “Technik und Krise – Teil 1 | Von Ulrich Teusch

  1. Alexej Sesterheim sagt:

    Auch von mir danke, Herr Teusch! Nichtsdestotrotz eine Kritik:
    Interessante Analyse – aber wie bei den meisten dieser Art wird die Grundlage der geistigen Verwirrung, die Grundlage und Ursache der Verkehrung und Perversion aller Werte, die Abkehr von jeder Menschlichkeit und von der Beachtung und Hochachtung menschlicher Bedürfnisse in der frühen Kindheit, gar nicht erst erwähnt. "Am Anfang…" allen Übels "…war Erziehung"!

  2. Dieter Hoffmann sagt:

    Unser Fiat Schuldgeldsystem dient nicht nur der Tauschwirtschaft, sondern es etabliert auch ein Schuldverhältnis zwischen den Menschen und führt, weil es die Akkumulation von Geldern Macht begünstigt, so zu den Verhältnissen, die wir augenblicklich haben. Eine mögliche Lösung wäre, ein demokratisches vollgeldsystem, bei dem die demokratische Zentralbank Geld über den Bau von gemeinschaftlich genutzter Infrastruktur, Straßen, Schulen, Krankenhäuser, Wasser, Abwasser, Datennetze, Stromnetze, staatliche Leistungen, etc. In den Wirtschaftskreislauf bringt. Dort wo sich das Geld sammelt, bei Reichen und Superreichen wird es durch Steuern wieder abgeschöpft. niedrige Einkommen müssten überhaupt nicht mit Steuern und Abgaben belegt werden. Also genau andersherum als heute.

  3. libertine999 sagt:

    Vielen Dank, auch für die Erinnerung an Hans-Peter Dürr.

  4. Ralf Becker sagt:

    Beim heutigen Fiatgeld gibt es eben auch keine funktionierenden Mechanismen, um immer wieder neues Geld in Umlauf zu bringen.
    Das Nachlegen von Geld ist jedenfalls im Schuldgeldsystem nur mit der Geldentstehung als Schuld möglich.

    Wir können derzeit nur mit einer ständigen, oft völlig sinnlosen Ausweitung der Staatsschulden oder mit dem Gelddrucken der Zentralbanken immer wieder Geld unter die Leute bringen, weil im Geldumlauf ganz einfach Geld fehlt.

    Leider weiten sich aber bei der derzeitigen Praxis die später nie wieder abbaubaren Schulden der öffentlichen Haushalte immer weiter aus, was deshalb der Fall ist, weil ausgerechnet wenige Ultrareiche einen großen Teil des vielen Geldes ständig einnehmen, bei dem die öffentlichen Haushalte es doch dachten, dass sie damit den Banken ihre aus dem Nichts geschöpften Kredite irgendwann mal wieder zurückzahlen könnten.

    (die Wirklichkeit ist viel komplexer, aber ich habe mal unser Geld ein wenig vereinfacht)

    Unser Wirtschaftswissen muss also wieder bei Null anfangen.
    Vor kurzem hatte etwa das Exomagazin die Anfrage bekommen, dass es etwas zum Freigeld gemäß Gesell bzw. zu Gradido bringen könnte. Dort hat man diesen Wunsch ausdrücklich zur Kenntnis genommen.
    Was das Freigeld nach Gesell betrifft, kann man jedenfalls mit diesem die wundersamen Geldvermehrungen, wie auch immer diese erfolgen, beseitigen.
    Das Freigeld eignet sich jedoch nicht als Alleinlösung für ein neues Wirtschaftssystem, weil man bei diesem nicht (mehr) wie jetzt, ein System hat, wo die Allianz von Politik und Banken ständig im Namen aller Bürger kopflos immer neue, meistens sinnlose Schulden künstlich generiert und dann wenige große Akteure der Wirtschaft im Wettbewerb stehen, um mit immer mehr Marktmacht immer reicher und mächtiger zu werden, was auch deshalb so besonders gut funktioniert, weil die Bürger im versteckten Hintergrund immer mehr Schulden auftürmen, und insofern immer mehr für fremde Profite arbeiten (müssen).

    Beim neuen Wirtschaftssystem wäre es vermutlich sinnvoll, die Idee mit dem "Segen des Egoismus" mit etwas anderem als mit Geld umzusetzen.
    Auf bestimmten neoliberalen Webseiten liest man etwa folgendes: „eine der Hauptaufgaben des Wettbewerbs [ist], zu zeigen, welche Pläne falsch sind“ (Hayek 1979).
    Allerdings wird der derzeitige Wirtschaftswettbewerb weitestgehend nur mit Marktmacht gewonnen, so dass Geld immer mehr zum Zwang und zur Illusion wird. Es gibt immer weniger Zeitwohlstand. Es gibt etwa auch immer mehr Pendler, weil auch das Wohnen in den Städten immer unbezahlbarer wird.

    Wenn es aber doch nicht mehr das Geld wäre, das die Wirtschaft lenkt, dann müsste man doch irgendetwas anderes haben. So gibt es etwa die Pionierarbeit von Prof. Stafford-Beer und Prof. Fredmund Malik im Bereich der Kybernetik. Irgendwo will man also die Wirtschaft mit etwas anderem als mit Geld steuern.

    Dem Gradido-Geld liegt jedenfalls der Gedanke zu Grunde, dass sich dieses an Naturgesetzen orientieren könnte.
    Geld wird dann etwa auf Basis der Bevölkerungsentwicklung geschöpft.

    Ich halte es jedoch für fraglich, dass man allein mit Geldschöpfen schon ein funktionierendes Geldwesen hätte. Beim jetzigen Geld bezahlen wir jedenfalls mit einer Art Schuldschein und diese Form von Geld funktioniert gar nicht, weil eben auch das völlig beliebige Schulden machen der öffentlichen Haushalte wohl eher nicht auf Dauer gutgeht.

    Um ein neues Wirtschaftssystem zu erfinden, könnte man etwa die "Mind Map"-Technik anwenden, um sich auf diese Weise sehr langsam heranzuarbeiten, was das neue Wirtschaftssystem ausmachen könnte und welche Möglichkeiten man überhaupt hat.
    Die Wirtschaft sollte jedenfalls mehr dasjenige ansteuern, was wir alle benötigen.
    Eine vermeintliche Tauschwirtschaft, wie wir sie zurzeit haben, wird sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht von selbst in eine sinnvolle Richtung entwickeln.
    Was beim jetzigen Geld völlig automatisch funktioniert, müsste man dann irgendwie anders lösen.
    Beispiel:
    "Wer bestimmt, WAS, WIE und WO produziert wird?"

    Es wäre zudem von Vorteil, wenn alle Staaten weltweit mitmachen, weil dies eine sinnvolle Aufteilung der Ressourcen ermöglichen würde. Ggf. könnte man auch der Frage nachgehen, ob es das Land Agartha im Inneren der Erde wirklich gibt. Möglicherweise ist dort ein funktionierendes Wirtschaftssystem längst bekannt.

  5. Ulli sagt:

    Man braucht gar nicht so weit zu gehen die Topologie und Dynamic der geschaffenen Systeme auf den jeweilen integrativen Ebenen auseinanderzunehmen.
    Wenn man Schwab und seinen Reset-Plänen folgt, erkennt man recht schnell, es ist keinesfalls eine wirkliche Expertise vorhanden .
    Die soll offensichtlich erst noch geschaffen werden.
    Viele angenommene Voraussetzungen sind tatsächlich nicht gegeben. Andere spektakuläre Annahmen sind einfach falsch.
    Systemwissenschaftliche Paradigmen werden bisher weiter gemieden,- wohl weil diese offenbaren würden, was hier tatsächlich gespielt wird..
    Immerhin fängt man aber an komplexer darzustellen.
    Damit ist ein Paradigmenwechsel am Horizont, der das ohnehin alles zerlegen wird.
    interactive GRAFIK einfach anklicken
    https://intelligence.weforum.org/topics/a1G0X000006OLciUAG?tab=publications

  6. wasserader sagt:

    Technologie als Fortschritt ist nur eine Sichtweise auf die Entwicklung der Menschheit.
    Wissenschaft ein spezifischer Blick auf die Welt .
    Dieser Blickwinkel hat (in Europa) die letzten 500 Jahre bestimmt und war hoch erfolgreich .
    Wissenschaft brachte großartige Erkenntnisse und zivilisatorischen Fortschritt .

    Sowohl die großartigen Erkenntnisse als auch der zivilisatorische Fortschritt bleiben nun aus .
    Wissenschaft und Fortschritt sind zunehmend von Ideologischen Interessen überlagert.
    Wissenschaft und Fortschritt richten sich in Tendenz gegen die Freiheit und den psychischen als auch physischen Wohlstand der Menschen .
    Mit Corona ist deutlich der Punkt überschritten, an dem Pharma und Politik Interesse an der Gesundheit der Menschen hatten . Corona ist Ideologie
    wie H2- oder Elektroautos kein Fortschritt sind sondern Ideologie .
    Die Internetindustrie zerstört Demokratie (z.B. Abschaltung des Accounts des gewählten US Präsidenten)
    und ist im Dienst totalitärer Herrschaftsansprüche.

    Aufklärung und wissenschaftliche Analyse sind in Politik und Öffentlichkeit verloren ,
    Dogmatismus (z.B. alternativlos) ist praktisch Gesetz, Inquisition wird über Zuteilungen wie Verschwörungstheoretiker durchgesetzt
    und religiöse Konnotation dazu ist der Sünder, der sich den dogmatischen Vorgaben nicht unterwirft .

    500 Jahre Aufklärung scheinen am Ende .
    Eine Technologiemaschine wie sie China repräsentiert kann eine Zeit lang erfolgreich sein,
    ein Weg, der totale Kontrolle als Substanz des Erfolges benötigt wird nicht die Zukunft sein, denn der Wille zur Freiheit
    wird die Verführungen der Macht übertrumpfen .

  7. pachamama sagt:

    Ich möchte auch nur mal darauf hinweisen dass 20-40 % der Einkommen von den arbeitenden Menschen als leistungslose Einkommen also Zinsen, Mieten, Dividenten an das 1% umverteilt werden. Daher ist das 1% auch schon über diesen Weg für 20 – 40 % der Umweltzerstörung, der Zerstörung von Natur und Leben verantwortlich. Hinzu kommen dann noch die globalen Kriege die auch ausschließlich den Interessen des 1en% geschuldet sind. De Fakto muss das 1% also für sicher mehr als 50-60% aller Probleme und Zerstörung weltweit verantwortlich gemacht werden und auch zur Verantwortung gezogen werden.

  8. jk sagt:

    Bravisimo Herr Teusch.

    Vor allen Dingen: Technik statt »Technologie«.
    Herr Schneider wäre begeistert.

  9. phlox sagt:

    Großen Dank Herr Teusch,
    inhaltlich, wie vom folgerichtigen Aufbau her, ein Text,
    der mit sehr viel aufgezeigt hat und dabei noch ein
    Lesegenuss war.

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