Terroristen als britische Hilfstruppen – Die Mysterien hinter dem Manchester-Attentat (II)

Manchester-Attentäter Abedi und die mit ihm eng verbundene Libysch-Islamische Kampfgruppe (LIFG) brauchten sich in Großbritannien nicht zu verstecken. Als willkommene Terrorhelfer der Briten beim Regimewechsel in Libyen war Manchester für sie sicherer Hort. 

von Rainer Rupp

Als sich britische Politiker und Sprecher des Sicherheitsapparats infolge des vom IS befohlenen oder inspirierten Anschlags in Manchester vom 25. Mai gegenüber der Öffentlichkeit so überrascht zeigten, war das pure Heuchelei. Denn der als Täter identifizierte, 22 Jahre alte, in Manchester wohnhafte Salman Abedi war den britischen Sicherheitsorganen schon lange als islamistischer Gewaltextremist bekannt.

Bis dato hatte er jedoch seine Lust am Töten Andersdenkender nur im Ausland ausgelebt, vor allem in Libyen und allem Anschein nach auch in Syrien, wo er sich in Al-Kaida- und IS-nahen Gruppierungen bewegt hatte.

Aber nicht nur Abedi oder die Tatsache, dass dieser als vielversprechender Terrorspross einer ebenso gesinnten islamistischen Familie entstammte, war den britischen Sicherheitsbehörden bekannt. Sie waren auch über die Existenz einer umtriebigen, terroristischen Gemeinschaft mitten in Manchester im Bilde.

Das hatte eine Gruppe von fünf investigativen Journalisten, die von der Tageszeitung The Telegraph auf den Fall angesetzt worden war, schon innerhalb von 24 Stunden nach dem verheerenden Bombenanschlag auf das Popkonzert in Manchester mit 22 toten Jugendlichen herausgefunden. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass die britischen Sicherheitsdienste nicht nur seit Jahrzehnten über die Terror-Gruppe Bescheid wussten, sondern auch immer wieder mit dieser zusammengearbeitet hatten, wenn es um die Durchführung von Terror-Operationen in Libyen und Syrien ging.

In dem Artikel des Telegraph heißt es:

„Abedi wohnte ganz in der Nähe einer Gruppe von Anti-Gaddafi-Dissidenten, die Mitglieder der (in Großbritannien) verbotenen Libysch-Islamischen Kampfgruppe (LIFG) waren, nahe dem Viertel Whalley Range mitten in Manchester. Zu dieser Gruppe gehörte auch Abd al-Baset Azzouz, ein Vater von vier Kindern, der 2011 Manchester verlassen hatte, um ein terroristisches Netzwerk in Libyen anzuführen, das Ayman al-Zawahiri, Osama bin Ladens Nachfolger an der Spitze von Al-Kaida, betreut hatte.“

Sympathisanten bekannten sich offen zum Sammeln von Spenden für die LIFG

Zugleich habe sich der 48 Jahre alte Azzouz auch als „Experte im Bombenbauen“ hervorgetan. Bereits im Jahr 2014 berichtete The Telegraph, er sei der Anführer eines Al-Kaida-Netzwerks in Ost-Libyen, wo er 200 bis 300 so genannte Rebellen unter seiner Kontrolle habe.

Ein weiteres Mitglied der libyschen Terror-Gemeinde in Manchester, Salah Aboaoba, erklärte im Jahr 2011 gegenüber dem britischen Sender Channel 4 News ganz ohne Scheu, dass er während seiner jüngsten Ruhepause in Manchester für die LIFG Spenden gesammelt habe. Laut Aboaoba hatte er das Geld vor allem in der Didsbury-Moschee bekommen. Das ist die gleiche Moschee, die auch Abedi stets besucht hatte.

Tatsächlich ist die LIFG seit dem Jahr 2005 in Großbritannien offiziell als terroristische Gruppe verboten. Als solche steht sie auch auf der Liste der so genannten Proscribed Terrorist Groups Or Organisations auf der Website der Regierung. Dennoch konnten die Mitglieder der LIFG ziemlich ungeniert in Manchester und anderswo im Land agieren.

Auf Seite 14 dieses gerade erwähnten, immer noch gültigen Regierungsdokuments, heißt es zur LIFG explizit:

„Die LIFG ist Teil der breiteren, globalen islamistisch extremistischen Bewegung, die von Al-Kaida inspiriert ist. Die LIFG versucht [Text stammt aus der Zeit vor 2011; RT], das libysche Regime durch einen harten islamischen Staat zu ersetzen. Die Gruppe hat mehrere Operationen in Libyen durchgeführt, darunter im Jahr 1996 ein Mordversuch an Muammar Gaddafi.“

Ruhiges Hinterland für terroristische Auftragstäter

Fasst man all diese Informationen zusammen, dann kommt man zu dem verblüffenden Schluss, dass

  • eine umtriebige Gemeinschaft von islamischen Terroristen,
  • die Mitglieder einer von der britischen Regierung verbotenen Terrororganisation waren,
  • mit Wissen der staatlichen Sicherheitsdienste und sicherlich auch des Innenministeriums
  • inmitten einer unwissenden und dumm gehaltenen britischen Öffentlichkeit

wachsen und gedeihen konnte.

Mitglieder dieser Gruppe konnten nachweislich ohne jegliche Eingriffe vonseiten der britischen Regierung, der Sicherheits- oder Geheimdienste regelmäßig ins Ausland reisen und an bewaffneten Konflikten und Terror-Aktionen teilnehmen. Anschließend ließen die Sicherheitsbehörden sie unbehelligt zur Erholung nach Hause zurückkehren, ohne dass sie etwa eingekerkert oder auch nur verstärkt überwacht worden wären.

Dieser Artikel erschien zuerst bei RT-Deutsch.

Hier der link zum Beitrag von Rainer Wupp:  Terroristen als britische Hilfstruppen (…)

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3 Kommentare zu: “Terroristen als britische Hilfstruppen – Die Mysterien hinter dem Manchester-Attentat (II)

  1. Die Briten (und andere) sollen an islamischen Terror glauben, die Hände hoch halten wie Verbrecher, folgen wenn die Polizei sie anbrüllt sich gefälligst untertänig auf den Boden zu werfen, sich durch Brüllerei „run run away“ steuern zu lassen. In Italien wird mal geprüft und weiter dafür gesorgt wie und dass sich die Masse in Panik versetzen lässt.

    Glaube glaube an den Terror und fürchte Dich – das ist m.E. neben anderen Motiven, Sinn und Zweck der Aktionen. Und danach wird die Angst vor dem Terror ersetzt durch einen Angst vor militarisierter Polizei – Hände hoch, wer wegläuft wird erschossen!

  2. Bin gerade auf Zwischenlandung hier unten und stimme folgendem voll und ganz zu:
    Fasst man all die Informationen zusammen, dann kommt man zu dem verblüffenden Schluss, dass
    •eine umtriebige Gemeinschaft von islamischen Terroristen, die Mitglieder einer von der britischen Regierung verbotenen Terrororganisation waren, die mit Wissen der staatlichen Sicherheitsdienste und sicherlich auch des Innenministeriums
    inmitten einer unwissenden und dumm gehaltenen britischen Öffentlichkeit wachsen und gedeihen konnte.
    Mitglieder dieser Gruppe konnten nachweislich ohne jegliche Eingriffe vonseiten der britischen Regierung, der Sicherheits- oder Geheimdienste regelmäßig ins Ausland reisen und an bewaffneten Konflikten und Terror-Aktionen teilnehmen. Anschließend ließen die Sicherheitsbehörden sie unbehelligt zur Erholung nach Hause zurückkehren, ohne dass sie etwa eingekerkert oder auch nur verstärkt überwacht worden wären.

    Fasst man alle Informationen zusammen, die man über die politischen und religiösen Führungspersönlichkeiten weltweit zusammenbekommt, dann kommt man zu dem verblüffenden Schluss, dass dies eine umtriebige Gemeinschaft von politischen und religiösen Terroristen ist, die Angehörige und Mitglieder von staatlich erlaubten oder verbotenen Terrororganisationen, mit Wissen der staatlichen Sicherheitsdienste und sicherlich auch der Innenministerien, inmitten einer unwissenden und dumm gehaltenen Weltbevölkerung, weltweit gegeneinander in bewaffnete Frieden schaffende Konflikte hetzt oder ziehen lässt, die dadurch erst richtig wachsen und gedeihen können, damit die juristischen und wirtschaftlichen Führungspersönlichkeiten im Hintergrund ein sorgenfreies Leben führen können.

    Mitglieder dieser politischen und religiösen Gruppe können nachweislich ohne jegliche Eingriffe vonseiten der Öffentlichkeit als herrschende Regierungsmitglieder regelmäßig ins Ausland reisen und hinter verschlossenen Türen über bewaffnete Konflikte und Terror-Aktionen der Sicherheits- oder Geheimdienste beratschlagen und dann anschließend unbehelligt zur Erholung nach Hause zurückkehren, ohne dass sie etwa eingekerkert oder auch nur verstärkt durch die Sicherheitsbehörden der Öffentlichkeit überwacht worden wären.
    Einer der schlimmsten Kriegsverbrecher der letzten Jahre wurde sogar jüngst von religiösen Obrigkeiten als Gast auf eine religiöse Großveranstaltung eingeladen wo er vor aller Öffentlichkeit bejubelt und als ehemaliger Staatsmann, ganz im Sinne der religiösen Tradition, eine Rede an das dumm gehaltene Volk halten und dieses richten durfte.

    Frage: Was soll man denn als Hirtenhund machen, wenn die dummen Schafe die Wölfe erwählen, die Massenmörder einladen und die dummen Schafe dann zu den Massenveranstaltungen der Mörder treiben?

    Ich muss jetzt die Person einchecken die man mir gegen meinen Willen verpasst hat! Tschau!

    • Angesichts dessen, dass die meisten Islamverbände und Repräsentanten des Islam ENDLICH klar Stellung bezogen habe und sich wirklich eindeutig von Terror distanziert haben, würde ich fairerweise das ‚islamisch‘ hier wirklich ganz streichen. Der ‚IS‘ ist eine internationale Verbrecherorganisation, dessen bekannte Wurzeln (die Ermittlungen laufen ja sehr schlecht!!) auf die Zeit nach dem Ende des säkularen und somit NICHT islamistischen Diktators Saddam Hussein im Irak zurückgehen.
      Internationale Verbrecherorganisationen bekämpft man mit internationaler, GRENZÜBERGREIFENDER Zusammenarbeit seriös arbeitender Polizeibehörden. Die EU macht das europaweit vor. Seit die Grenzen zwischend en EU-Ländern offen, sind die früher sehr ‚aktiven‘ innereuropäischen Terrorgruppen besiegt worden. Leider kommt die EU im wörtlichen Sinne im Irak oder in Libyen an ihre Grenzen. Offenere Grenzen sind zur Terrorbekämpfung nötig.

      In Manchester hat EINDEUTIG die Security versagt. Es handelte sich da um ein Mainstream-Event in einer modernen, sicherheitstechnisch genau auf solche Events ausgerichteten Arena. Wenn die Sicherheitsfirma korrekt gearbeitet hätte, wäre das EIndringen eines Bombers mit Sprengstoff schlicht und einfach nicht möglich gewesen.

      Die zwei Konsequenzen aus dem Manchester-Ereignis sollten sein:
      – Verbesserung der Security bei Konzerten und Events (Kontrollen, unvermeidlicherweise auch Personenkontrollen, aber eben auch Kontrolle der Zugänge, ‚Seitentüren‘ etc.).
      – Eine wirklich sehr genaue Ermittlung gegen die Securityfirma und ggf. die Veranstalter des Ariana-Grande-Konzerts in Manchester.

      Alles Andere wäre schädlich und ein Hereinfallen auf die Terrorgruppen, die Terror als Mittel der Politik sehen. Terror ist ein Verbrechen und kein Anstoß für Politik. Leider ist die aktuelle britische POlitik dem nicht gewachsen. Gerade eben propagierte die britische Premierministerin May wieder Hetze in Form von ‚Polizisten sollen flüchtende Verbrecher abschießen‘ – so gefährdet man den Rechtsstaat und macht das, was Terroristen wollen. Seltsamerweise fällt ausgerechnet Großbritannien derzeit der Hetze und dem Populismus besonders zum Opfer, mal sehen, ob da ein ‚Turn‘ geschafft wird.

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