The Wolff of Wall Street: Die Finanzmärkte

Neues Format bei KenFM!

Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld?

Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt jeden Freitagmittag um 12:00 Uhr Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! THE WOLFF OF WALL STREET erklärt uns heute: „Die Finanzmärkte“.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht etwas von „den Finanzmärkten“ hört. Eine der meistgestellten Fragen im Nachrichtenbereich lautet „Was sagen die Finanzmärkte dazu?“

Aber worum genau handelt es sich bei diesen Finanzmärkten?
Wie sind sie entstanden? Und vor allem:
Warum wird ständig von ihnen gesprochen?

Fangen wir mit einer Begriffsklärung an: Märkte sind Handelsplätze, auf denen Waren den Besitzer wechseln. Finanzmärkte sind also Handelsplätze, auf denen Finanzprodukte den Besitzer wechseln.

Unter Finanzprodukten verstehen wir alles, was man kaufen kann, wenn man sein Geld anlegen und es vermehren möchte, ohne selbst dafür zu arbeiten.

Aktien und Anleihen zum Beispiel sind klassische Finanzprodukte. Wer eine Aktie kauft, wird zum Gesellschafter eines Unternehmens und ist an seinem Gewinn oder Verlust beteiligt. Wer eine Anleihe kauft, leiht einem Unternehmen Geld und erhält dafür Zinsen.

Aktien und Anleihen dienen also dazu, Unternehmen mit Geld zu versorgen, damit sie erfolgreich arbeiten können. Solche klassischen Finanzprodukte fördern die Realwirtschaft.

In den vergangenen drei Jahrzehnten allerdings hat eine bestimmte Art von Finanzprodukten einen kometenhaften Aufstieg erlebt, die diesen Effekt nicht haben: die Derivate.

Derivate sind Termin-Kontrakte, mit denen man auf steigende oder fallende Preise, Kurse oder Zinsen setzt – im Grunde also nichts anderes als: Wetten. Mit ihnen kann man innerhalb von kurzer Zeit sehr hohe Gewinne erzielen oder auch sehr hohe Verluste erleiden, nur eines kann man nicht: die Realwirtschaft fördern.

Obwohl Derivate historisch zur Eingrenzung von Risiken entstanden sind, dienen sie in ihrer heutigen Form fast ausschließlich der Bereicherung von Spekulanten. Und nicht nur das: Sie schaden der Realwirtschaft, indem sie ihr Geld entziehen und einzelne Marktteilnehmer – zum Beispiel durch Wetten auf fallende Kurse – vom Unglück anderer profitieren lassen.

Außerdem begünstigen Derivate Profizocker und Ultrareiche. Wer über Insider-Informationen verfügt, kann natürlich besser auf kommende Entwicklungen wetten als der, der sie nicht hat. Und wer sehr viel Geld hat, kann seine Marktmacht gezielt einsetzen und so dafür sorgen, dass die eigene Wette aufgeht.

Der Derivate-Markt ist in den vergangenen drei Jahrzehnten geradezu explodiert und nimmt heute innerhalb der Finanzmärkte den mit Abstand größten Raum ein.

D.h.: Die Finanzmärkte von heute dienen in der Hauptsache nicht mehr der Förderung der Realwirtschaft, sondern führen ein Eigenleben, das einem riesigen Spielcasino gleicht – mit dem Nebeneffekt, dass es der Realwirtschaft auch noch schadet.

Weil die riesigen Summen, die in diesem Casino verdient werden, zum größten Teil erneut in die Spekulation fließen, haben sie auch dazu beigetragen, die anderen Sektoren – also die Aktien-, Anleihen- und Devisenmärkte – weiter aufzublähen. Das Ergebnis: Wir haben es heute an den Finanzmärkten mit der größten Blase aller Zeiten zu tun.

Das ist natürlich auch denen nicht entgangen, die das globale Finanzsystem steuern – nämlich den Zentralbanken. Um das Platzen dieser Mega-Blase zu verhindern, versuchen sie seit einiger Zeit, ihre Geldpolitik zu straffen, d.h.: weniger Geld ins System zu pumpen und die Zinsen anzuheben.

Dabei stoßen sie aber auf ein gewaltiges Problem: Die niedrigen Zinsen der Vergangenheit haben Staaten, Unternehmen und Privathaushalte dazu verführt, sich immer mehr Geld zu leihen und den höchsten Schuldenberg aller Zeiten anzuhäufen. Schulden müssen aber bedient werden und das wird durch eine Verringerung der Geldmenge bei gleichzeitiger Erhöhung des Zinssatzes erschwert.

Die Finanzmärkte befinden sich deshalb in einer historischen Sackgasse: Setzen die Zentralbanken die Straffung der Geldpolitik fort, treiben sie immer mehr Schuldner in die Zahlungsunfähigkeit, reißen sie das Ruder herum und pumpen noch mehr Geld zu noch niedrigeren Zinsen ins System – wächst die Mega-Blase weiter.

Also: Wer auch immer über „die Finanzmärkte“ spricht, der spricht von einem System, das sich von einem Förderer der Realwirtschaft zu einem riesigen Parasiten entwickelt hat und das sich inzwischen auf Grund seiner schieren Größe mit herkömmlichen Methoden nicht mehr beherrschen lässt.

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32 Kommentare zu: “The Wolff of Wall Street: Die Finanzmärkte

  1. Lieber Herr Wolff!
    Vielen herzlichen DANK für dieses neue hervorragende Format! In dieser Materie sind Sie d e r Spezialist und bringen es kurz und prägnant auf den Punkt und transportieren es verständlich zu uns herüber! DANKE für diese hervorragende Aufklärung!
    Weiter so – und alles Gute!
    Lieben Gruß
    Birgit Hilz

  2. Wissensbildung, vereint mit objektiver Expertise und ein Forum, in dem das möglich ist. Keine (Medien-)Blase sondern real-existierender Journalismus – danke an KenFm und an danke an Ernst Wolff. Ich freue mich schon auf die nächste Folge! 🙂

  3. Es ist höchste zeit dass Besitz besteuert wird. Aktienbesitzer müssen für ihre Aktien Steuern zahlen genauso wie Lohnarbeiter für ihren Lohn Steuern zahlen müssen. Es sollte auch jede Transaktion massiv besteuert werden, zb 20 % des Kaufwertes. Ich bin sogar dafür das für jede Transaktion an der Börse auch Sozialabgaben zu leisten sind diese also insgesamt mit 50 % belastet werden so wie ein Lohnarbeiter auch in Summe mit Steuer und Sozialabgaben mit ca 50 % belastet wird. Beim Bitcoin war es sehr auffällig das dieser abgestürzt ist als der Öffentlichkeit die Möglichkeit gegeben wurde die Kursschwankungen auszunutzen. Kurz nachdem dafür Werbung gemacht wurde stürzte der Bitcoin massiv ab. Ist irgendwie auch klar, wenn jeder nur noch gewinnen will funktioniert das nicht, es braucht viele Verlierer damit sich wenige stark bereichern können.

    Wichtig wäre dass die Friedensbewegung sich mit diesen Thema auseinandersetzt. Bei den Kriegen sollte man sich auch auf die Gründe warum irgendwer einen Krieg führen will konzentrieren. Es gibt ja eigentlich keinen rationalen Grund einen Krieg zu führen. Trotzdem steht die Uhr auf 2 Minuten vor 12. Und wer will denn überhaupt Krieg führen. Wer hat Krieg geführt. Hitler, das war eine Person die diese Entscheidung getroffen hat oder Napoleon, oder Stalin.
    Wer trifft die Entscheidung für Krieg in den USA ? Bush, Obama, Clinton, also der Präsident. Auch nur eine Person.
    Und welche Gründe Gibt es für diese Personen sich für Krieg zu entscheiden. Wer hat in der NATO diese Entscheidung ? Die Gründe für Krieg sind überwiegend auch dieses Geldsystem und die Börse und die Personen die davon massiv profitieren. Wir werden von absolut skrupellosen Kriminellen beherrscht, von einer Mafia und von dieser Mafia lassen wir uns in den Krieg treiben und enteignen. Und das nennt man dann Demokratie und die Grünen finden das super.

    • Hallo @Buddahshi und all

      Steuern bzw Besteuerung sind zwei (Last-)Bereiche, die jeder Einzelne vor/für sich dadurch rechtfertigt (mehr oder weniger) , dass dies gesetzlich vorgeschrieben sei und mit diesen gesetzlichen Vorschriften eine gleichwertige Beteiligung aller an der Finanzierung der gemeinschaftlichen, gesellschaftlichen, staatseigenen Aufgaben gewährleistet werden soll.

      Oder?

      Dem würde ich auch zustimmen, nur ist dies denn tatsächlich so (dem aktuellen rechtlichen, gesetzlichen StatusQuo entsprechend möglich)?

      i) Ziel: gleichwertige Besteuerung ALLER `Teilnehmer` auf ihren `Ertragswegen`

      ii) dafür notwendige Vorraussetzung : (extern!!! prüffähige) Bilanzierung ALLER Ertragswege aller Teilnehmer

      iii) dafür notwendige Voraussetzung: gesetzliche Regelung ALLER Ertragswege aller Teilnehmer

      oder?

      Zurück zum Thema von Ernst Wollf – Finanzmärkte mit Fokus auf Derivate:

      Fragen:
      1) Wie groß sind die `Erträge` auf den Finanzmärkten durch Derivatehandel im Verhältnis zu den Erträgen in der Realwirtschaft?
      2) Trifft i), ii) , iii) für Derivate faktisch zu?

      Diese Fragen führen fast `freiwillig` zu einem Perspektiv-Wechsel ?

      In meiner Wahrnehmung: ja

      Viele Grüße in die Runde und ein schönes Wochenende!

    • Hallo Rhabarbär,

      also meine Beispiele sind mal völlig aus der Luft gegriffen, ich möchte damit nur mal das Verhältnis zu den Abzügen auf den Lohnzetteln aufzeigen.
      Aber man kann es ja auch noch so sehen wenn es um Märkte geht. Nachdem mir von meinem erarbeiteten Geld schon die Hälfte abgezogen wurde muss ich auf den Märkten wenn ich einkaufen gehen für jedes Produkt noch eine Mehrwertsteuer zahlen. Für jede! Flasche Schnaps die ich mir kaufe muss ich 30 % (Luxussteuer) zahlen.
      Wenn jetzt jede Transaktion ja im Prinzip ein Kauf auf dem Markt ist dann sollte dort zumindest auch eine Luxussteuer abgezogen werden und zwar wirklich für jeden Kauf denn tätigen kann so einen Kauf nur jemand der nicht weiß was er sonst mit seinem Geld machen soll. Und dann könnte man definitiv sage das es nicht eine Luxussteuer sondern gleich 50 % Verbrechersteuer sein sollten weil die Erfahrung gezeigt hat das ja dadurch dann wenn die Börse platzt die anderen den Schaden haben.
      Wenn bei jeder Transaktion 50 % Steuer fällig werden dann ist sofort das Spiel mit dem Kurs wo unzählige Transaktionen getätigt werden vorbei. So funktioniert ja die Börse, ein paar wenige haben dort Computer die alle Kursschwankungen ausnutzen (mit unzähligen Transaktionen) und damit Milliarden verdienen.
      Und wie gesagt, ich muss auch für jede Schnapsflasche 30 % Steuer zahlen.

    • Besteuerung klingt zwar immer nett, ist aber auch gefehlt. Denn das bedeutet lediglich daß sie einen höheren Anteil an der Beute, wohl dann im Sinne des Gemeinwohls, haben möchten.
      Das ändert aber nicht das Zerstörungswerk und berührt die Machtverhältnisse wenig.

      Elementarer im Sinne einer zukunftsorientierten Gesellschaft, eine die über kosmetische Korrekturen hinausgeht, ist es zu erwägen den Beutemechanismus zu unterbinden.

      Damit sind sie dann jenseits des von den Machtzentren erlaubten und haben den Debattenraum tatsächlich erweitert. Ein Jammer daß das nicht erlaubt ist.

      P.S.: Nehmen sie an, sie hätten die Machtverhältnisse dahingehend verändert, daß sie von den Vermögenden die gewünschten Steuern einfordern könnten. Auch dann ist das wohl eher irrelevant, denn unter diesen Verhältnissen können sie dann weitaus mehr korrigieren.

    • Hallo @buddahshi hier

      Deine Vorstellung
      „Wenn jetzt jede Transaktion ja im Prinzip ein Kauf auf dem Markt ist dann sollte dort zumindest auch eine Luxussteuer abgezogen werden“
      ist berechtigt und vor allem im Einklang mit dem eigenen Gefühl einer gleichwertigen Betrachtung aller!

      Auch Finanztransaktionen (zb. Derivatehandel) sind `Ertragswege`.
      Und diese Ertragswege des `Bänker` werden doch genauso behandelt, wie diese beim (zb) `Bäcker, oder etwas nicht?
      (rhetorische Frage)

      Leider nicht, da dafür die Ertragswege des Bänkers genauso gesetzliche definiert und extern!! prüffähig bilanziert werden müssten, wie beim (zb) Bäcker.

      Es ist der `selbe`Gesetzgeber, der diese Lücke im Kern `unseres` Umverteilungspiel gelassen hat.
      Eine sittenwidrige Lücke, wenn sie sich einem erstmal offenbart hat, oder?

      Vor allem wenn man das Verhältnis der (extern!! prüffähig) unbilanziebaren `Erträge`der Finanzmärkte mit den `Erträgen` der Realwirtschaft ins Verhältnis setzt.

      Diese `steueraufkommensmäßig` ungenutzte Bereich sollten doch auch beim `Finanzminister` staunen und Aktionismus hervorrufen. Warum nur macht es dies wahrnehmbar nicht?

      Empfehle zum rechtlichen StatusQuo die Ausarbeitungen von RA Hans Scharpf (Der größte Betrug der Geschichte) zum Thema Geldschöpfung
      hier zb
      – Rechtliche Grundlagen der Geldschöpfung durch Geschäftsbanken (Text)
      – Welche Rolle spielt die Justiz bei der Aufrechterhaltung der Geldschöpfung durch Geschäftsbanken? (Text)
      – Welche Rolle spielt die Justiz bei der Geldschöpfung der Geschäftsbanken (Video)

      Ich hoffe ja, das @teamkenfm Hans Scharpf als Interview-Gast auf der `Liste` hat …

  4. Um es nicht unerwähnt zu lassen, die sog. Realwirtschaft, das sind auch Firmen wie BASF, Bayer, Höchst, Monsanto, Nestlé, Exxon Mobil, Royal Dutch Shell, Ford, VW, Toyota, Tepco, Vattenfall, Raytheon, Krauss-Maffei Wegmann, Apple, Samsung, Huawei, etc. pp..

    Sie sehen der weitaus größte Teil der Realwirtschaft hinterläßt auch nur verbrannte Erde, dies ebenfalls und ausschließlich zur Bereicherung der sehr kleinen Oberschicht.

    Möglicherweise ist auch ein Bsp. von Interesse um aufzuzeigen daß das Kapital stets international aufgestellt ist: Die KraussMaffei Group (s.o., die operieren getrennt) gehört seit 2016 einem Konsortium aus der chinesischen Staatsfirma ChemChina und dem Investor Guoxin.

    Dazu: Die nahezu gleich großen Unternehmen KMW (Krauss-Maffei Wegmann) und Nexter, das dem französischen Verteidigungsministerium untersteht, fusionierten im Frühjahr 2015. Hierzu wurde eine Holding, KNDS, gegründet, die zu gleichen Teilen von den jetzigen Eignern von KMW und Nexter gehalten wird.

    Dazu, passend auch zur Vielzahl an juristischen Personen um Verantwortlichkeit abzuwälzen, Herr Mausfeld:

    „Hr. Mausfeld (zu Leistungsträger aka Machteliten): Er spielt auf der Klaviatur des Systems und das System, dazu gibt es interessante Literatur, ist von Anfang an so geschaffen, schon eigentlich zurück bis ins 18. Jahrhundert gibt es interessante Literatur die zeigt, daß die gesamte Rechtssprechung, das gesamte Rechtswesen so geschaffen ist, daß es denen die ökonomisch sozusagen Tricks darauf machen, daß es denen in die Hände spielt, sie von Verantwortung befreit, indem man sie von Produkthaftung befreit.
    Das ganze Rechtssystem ist eigentlich nicht zum Vorteil von einer Gemeinschaft, sondern zum Vorteil von einer solchen Schicht.“
    (…)
    „Es gab an der London School of Economics Susan Strange, die hat Pionierarbeit geleistet um die Entstehung von Finanzkriminalität aus diesen Strukturen zu zeigen.
    Das heißt die Finanzkriminalität wurde bewußt ermöglicht, die wurde sozusagen bewußt eingeführt, um solche Möglichkeiten der Schaffung von Reichtum zu ermöglichen.“

    Aus: Rainer Mausfeld zu den „Gelbwesten“, Neoliberalismus, Migration und Elitendemokratie
    https://www.youtube.com/watch?v=mdchIFjToG8

    Ebenfalls von Interesse, die größten Finanzplätze laut einer Statistik von DasInvestment von 2015.
    Der Index berücksichtigt Faktoren wie Humankapital, Infrastruktur und Prestige:

    Sydney, Frankfurt, Genf, Boston, Chicago, Washington D.C., San Francisco, Toronto, Zürich, Seoul, Tokyo, Singapur, Hongkong, New York, London
    (auf Platz 1, mit steigender Tendenz: London. Dass die Londoner City jüngst selbst New York als wichtigster Finanzplatz überholt hat, sieht Z/Yen im Zusammenhang mit dem Wahlsieg von Premierminister David Cameron im Mai).

    Zum Bsp. zur Nr.1 von 2015:

    Jahrhunderte im Dienst des Kapitals
    4. Juni 2018 Christian Bunke

    Die City of London – exterritoriale Finanzmachtzentrale
    Die Grenzen der City werden von silbernen Drachenstatuen spirituell beschützt. Wahrscheinlich sollen so Dämonen, Steuerprüfer und revolutionäre Sozialisten von dem Finanzplatz ferngehalten werden. Im Norden grenzt der Bezirk Islington an die City of London an. Hier hat Labour-Parteichef Jeremy Corbyn seine Sozialbauwohnung und seinen Wahlkreis. Die Dämonen sind der City also näher als ihr lieb sein kann.

    Andere angrenzende Stadtteile sind Hackney, Tower Hamlets und Southwark. Bei ihnen handelt es sich um Bezirke, in denen derzeit massive soziale Auseinandersetzungen rund um die Wohnungsfrage toben. Vielerorts wehren sich Bürgerinitiativen gegen die Vertreibung der Bevölkerung aus ihren Wohnorten durch teure Spekulations- und Bauprojekte, die nicht selten von Unternehmen vorangetrieben werden, die in der City beheimatetet sind.

    Die Architektur der City wird von riesigen Wolkenkratzertürmen dominiert. Von außen betrachtet wirkt sie wie eine moderne, glitzernde Festung, die so ihren Machtanspruch projiziert. Doch die Wurzeln der City gehen bis in die Zeit der römischen Besatzung Großbritanniens zurück. Schon damals war hier ein Handelsplatz.

    Die City verwaltet und regiert sich selbst. Aber die Politik wird hier nicht in einem Rathaus, sondern einer Gildenhalle gemacht. Sie wurde im Jahr 1140 errichtet und steht bis heute. Um in der City etwas zu sagen zu haben, muss man in eine der zahlreichen, teils Jahrhunderte alten Handelsgilden aufgenommen werden. Das schafft nur, wer die entsprechenden Werte mitbringt. Moralische Werte sind damit nicht gemeint. Eher muss man ein Finanzschwergewicht sein. Ist man erst einmal im Club, bietet die City nette Annehmlichkeiten. Für Gildenmitglieder gibt es in der Gildenhalle eine subventionierte Bar. Hier kosten sonst sehr teure und erlesene Getränke nur jeweils 60 Pence. Die Mitgliedschaft wird auf Lebenszeit verliehen. Das ist Dialektik in Reinkultur: Wer wohlhabend ist und politischen Einfluss verliehen bekommt, kann sich einen billigen Lebensstil leisten.

    Jahrhunderte im Dienst des Kapitals

    Es ist jetzt rund zehn Jahre her, dass die Bankentürme wackelten und die globale Finanzkrise ihren Lauf nahm. Viel ist seither passiert. Das schottische Unabhängigkeitsreferendum. Das britische Ja zum Brexit (in der City und in London stimmte man mit „Nein“). Der Aufschwung des Hinterbänklers Jeremy Corbyn – das alles sind Folgen dieses immer noch andauernden Erdbebens, das das Weltfinanzkapital damals erfasst hat.

    Die City of London steht im Zentrum dieses Bebens. Sie war ein Ausgangspunkt der Bankenkrise im Februar 2008. Und sie wurde dadurch als Steueroase, Geldwaschanlage und Jahrhunderte alte bürgerliche politische Machtinstitution sichtbar. Vor der Krise sprach kaum jemand über die City. Heute schon.

    Als 2012 die Occupy-Proteste London erreichten, schlugen die Demonstranten mitten in der „Square Mile“, dem Börsen- und Finanzviertel im Herzen der Londoner Millionenmetropole, ihre Zelte auf. Sie forderten eine Offenlegung der Finanzen der City, Transparenz und Demokratie.

    Denn die City ist nicht nur ein Finanzplatz. Sie ist auch erklärtermaßen die älteste bürgerlich-demokratische Einrichtung Großbritanniens und damit eine der ältesten solcher Institutionen weltweit.
    (…)
    Die City war von Beginn an internationalistisch. Im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg unterstützte man nicht das eigene Königreich, sondern das amerikanische Bürgertum. Heute kämpft die City gegen den Vollzug des Brexit. Das tut sie im Auftrag amerikanischer, russischer, chinesischer und arabischer Finanzkonzerne und Oligarchen, die sich hier angesiedelt haben.

    Bürgerliches Wahlrecht wird großgeschrieben. Buchstäblich. Denn Konzerne dürfen hier wählen. Je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen hat, desto mehr Stimmen kriegt es. Einzelpersonen ohne Eigentum sind von der Teilnahme bei Kommunalwahlen weitgehend ausgeschlossen.

    In vielerlei Hinsicht ist die City exterritorial. Unter diesem Schutzmantel arbeiteten die hier angesiedelten Konzerne seit den 1950er Jahren an der Deregulierung des britischen Finanzmarktes. Dieser Prozess wurde 1986 von der Thatcher-Regierung vollendet. Als Ausdruck des Dankes und der tiefen Verbundenheit schenkte die City Margaret Thatcher im Jahr 2013 ein pompöses Begräbnis in der St. Pauls Kathedrale. Als der Sarg in die Kirche einzog, schritt der damalige Lord-Bürgermeister Roger Gifford mitsamt Zeremonienschwert voran.
    https://www.lunapark21.net/jahrhunderte-im-dienst-des-kapitals/

  5. Bei den Beiträgen von Herrn Wolff fällt mir immer auf, daß er dramatisch vom Platzen der Blase spricht.
    Klar gibt es Blasen, im März 2000 hatten wir eine Blase. Wenn die Bildzeitung schreibt „Wir werden alle Milionäre“, dann ist das Blasenplatzen nicht mehr fern.
    Gute Unternehmen sind zwischenzeitlich in die damaligen Unternehmensbewertungen hineingewachsen, und ihre scheinbar hohen Aktienkurse von damals wären heute extrem günstig. Beispiele hierfür sind die drei großen A’s, deren Kurse sich seither vervielfacht haben:
    Amazon, Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): 59. Das ist hoch, aber angesichts der Marktmacht nachvollziehbar.
    Alphabet (Google), KGV: 23. Leichte Blase, bei den Zukunftsaussichten aber keine Übertreibung.
    Apple, KGV: 15. Moderat, keine Blase.
    Was haben wir noch? Blick aufs Laptop:
    Microsoft: 23.
    Intel: 11.
    NVIDIA: 23.
    Die Aktienmärkte lassen immer wieder mal Luft ab, zuletzt im Dezember 2018 zweistellig. Die Börse atmet ein und dann wieder aus. Zwei Schritte vor, einer zurück, so geht das seit 500 Jahren. So what?

  6. Vielleicht ist alles viel einfacher, als es gemeinhin vermutet wird. Vielleicht ist es sogar ganz doof: Was die gängige Wirtschaftswissenschaft als Investitionsnotstand bezeichnet, meint Geldvermögen, das keine renditeträchtigen Anlagemöglichkeiten findet. Meist ist das auf gesättigte Nachfrage zurückzuführen. Letztere wiederum geht auf eine enorm hohe Produktivität der Warenproduktionen zurück. Wie auch immer es sich diesbezüglich im einzelnen verhalten mag, so ist das Ergebnis schlicht, daß „zuviel“ Geld nach Rendite sucht. Wird dies Geld in Aktien investiert, steigen die Kurse der Warenproduzenten. Machen letztere nicht genug Gewinn, brechen die Kurse ein: Business as usual, zu dessen Erklärung keine besonders bösen Bösewichte herangezogen werden müssen. Anstatt in Aktien kann in Risiko-Investment-Fonds (Hedge Fonds) investiert werden. Die gehen wie beim Ausschlachten von Unfallfahrzeugen vor, sie machen das, was noch funktioniert, zu Geld. Bloß daß nicht Unfallautos, sondern schwächelnde Unternehmen ausgeschlachtet werden, die ohnehin kurz vor der Pleite stehen. Ist das moralisch verwerflich, nur weil es sich nicht um verunglückte Autos, sondern um verunglückte Unternehmen handelt? Wohl kaum. Warum denn bloß immer nach Bösewichten oder Regelverletzern suchen!?

    Sicherlich wird da auch mal kriminell vorgegangen, aber das ist auch völlig normal; wie soeben bekannt wurde, sind bisweilen sogar Nonnenklöster Bordelle. Sind da die Nonnen oder die Priester dran schuld? 😁

    Das eigentliche Problem liegt woanders: Es besteht der Irrglaube an ein Recht auf Glück. Lustigerweise findet der sich auch in einer von Sklavenhaltern gemachten Staatsverfassung und ist mithin pure Herrenmenschen-Ideologie. In einer dermaßen extremistischen Konzeption von Mensch, Wirtschaft und Gesellschaft wie sie im Kapital vorliegt, ist das Glück der einen IMMER das Unglück der anderen. Ist das erst verstanden, liegt das ganze Geheimnis der Krisentendenzen des Kapitals offen vor aller Augen. LEIDER läßt sich das Kapital nicht verbessern. Es ist durch ein menschengemäßes Wirtschaften zu ersetzen. Darum besser nicht wie das Kaninchen vor der Schlange stehen und sich vom „Bösen“ des Kapitals faszinieren bzw. deprimieren bzw. lähmen lassen. Alternative zum Kapital? Ja, let’s go get stone(R)d! Schaut mal in Frank Stoners Video *Dunkles Mittelalter*. Tut gut.

    • Da ist noch anzufügen, Obenstehendes bitte als Beitrag zu hier untenstehenden Kommentaren aufzufassen, so weit diese die Tendenz zeigen, das Böse vom Bösen bzw. das Kapital von Krise und Zusammenbruchstendenz befreien zu wollen. Das geht, wie gesagt ja nicht.

      Ernst Wolff macht einen großartigen Job! Wer auch könnte vom Elend berichten und dabei heiter lächelnd vortragen. Es gelingt ihm aber, Contenance und Abstand zu wahren. Sehr wohltuend.

  7. Sie haben den Kern von Finanzmärkten immer noch nicht verstanden. Vielleicht liegt es daran, dass sie sich noch nie mit Ökonomik beschäftigt haben oder nie an der Börse tätig waren.

    Es gilt, wie immer einfache Fragen zu beantworten z.b. haben Finanzmärkte Volkswirtschaftlich einen nutzen, schaden sie oder passiert nichts? Wieso unterscheiden sie Aktienmärkte, Anleihenmärkte von Derivatehandel? Der gesamte Finanzmarkt ist eine unmittelbare oder zeitverzögerte Wette! Ist empirisch nachweisbar und nicht schwer zu verstehen! Der Kapitalismus braucht nicht zwingend Finanzmärkte.

    Ihre Zinsargumentation ist genauso ein Quatsch! Soll die Zentralbank (egal wo) in einer bevorstehenden Rezession die Zinsen erhöhen? Wie absurd ist das denn? Siehe D-land in den 80`ziger, die Bundesbank hat sofort die Zinsen erhöht, als sich das Pflänzchen (aufschwung nach einer rezession) in Bewegung setzen wollte. Konsequenz: Zinserhöhung hat den Aufschwung abgewürgt. Ähnlich wie in Japan und anderswo. Soll die EZB die Zinsen erhöhen, es ist nicht schwer zu verstehen (außer für sie) , was dann los ist? Solange die EURO-zone im neoliberalen Korsett (Angebotspolitk) besteht, wird es keine Zinserhöhung geben!

    Und was soll denn auf einmal das Geldsystem für eine Schuld auf sich genommen haben? Ich empfehle folgende Lektüre „staatliche Theorie des Geldes“ Erstauflage 1905. Selbst vor 100Jahren wusste man schon mehr als sie heute.

    Was sie und andere Apologeten (Homm, Müller, Sinn…..) auch noch nicht wahrgenommen haben, dass Unternehmen (im Westen), mithilfe der Politik seit 30 Jahren sich per Saldo zu Sparern generiert haben. In dieser Konstellation kann man auch nicht mehr von Kapitalismus reden, dass gab es in 250 Jahren Kapitalismus noch nie. Ökonomische/politische Refeudalisierung trifft es wohl eher.

    So, wie sie merken, ordne ich sie u.a. Pseudoaufklärer intellektuell ins 19. Jahrhundert ein.

    Und wenn irgendein ein „Reporter“ ihnen die Frage stellt: „und wieso lässt sich der Pöbel das gefallen?“ dann können sie antworten: „weil ich keine Ahnung von einfachen Makroökonomischen Zusammenhängen habe, von Empirie noch nie was gehört habe, Geldsystem ist mir ein Rätzel aber ich bin eine guter Geschichtenerzähler“

    • @miregal
      Hi,
      bis vor kurzem hatte die FED die Zinsen tatsächlich über längere Zeit kontinuierlich angehoben, um den Drive aus den Aktienmärkten zu nehmen. Zinsen und Aktienkurse sind wie die Katze, die sich in den Schwanz beißt: Tut nach kurzer Zeit mehr weh, als lustvoll zu sein. Das hat Ernst Wolff ja auch erläutert. Aber is mir egal.

  8. Danke an Ernst Wolff für diese klare Essenz!
    Bin sehr gespannt auf die weiteren Folgen!

    Ich schreibe mal protokollartig die Aussagen zu den heutigen Finanzmärkten auf:

    Derivate
    – sind Terminkontrakte, mit denen man auf steigende oder fallende Preise, Kurse oder Zinsen setzt
    – sind Wetten
    – förden nicht die Realwirtschaft
    – dienen fast ausschließlich der Bereicherung von Spekulanten
    – schaden der Realwirtschaft, in dem sie ihr Geld entziehen und einzelne … vom Unglück anderer profitieren lassen
    – begünstigen Profi-Zocker und Ultra-Reiche
    – nehmen innerhalb der Finanzwirtschaft den mit Abstand größten Raum ein

    Dh. Finanzmärkte von heute dienen in der Hauptsache nicht mehr der Förderung der Realwirtschaft sondern führen ein Eigenleben, das einem riesigen Spiel-Casino gleicht, mit dem entscheidenden Nebeneffekt, das es der Realwirtschaft auch noch schadet.

    ​- in diesem „Casino“ werden riesige Summen verdient
    – diese riesigen Summen fließen zum größten TEil erneut in die Spekulation
    – dadurch werden auch Aktien, Anleihen und Devisenmärkte weiter aufgebläht

    ​Das Ergebnis: die größte Blase aller Zeiten.

    ​Welche Rolle spielen nun seit einiger Zeit die Zentralbanken?
    – sie pumpen weniger Geld ins System
    – sie heben die Zinsen langsam an

    ​Problem:

    ​Schulden des höchsten Schuldenberges aller Zeiten müssen bedient werden.
    Und das wird bei Verringerung der Geldmenge bei gleichzeitiger Erhöhung des Zinssatzes erheblich erschwert.

    Sackgasse?
    … aus der Sicht mit herkömmlichen Methoden wahrscheinlich!

    ​Vielleicht hilft ein Perspektiv-Wechsel?

    ​Und diese Perspektive könnte von dort erfolgen, wo die Lücken(a) bzw. Verbotenes(b) in `unserem` Recht uns `Rechtsunterworfenen` bewusst geworden sind.

    ​Frage: Derivate werden va durch Kredite/Kreditlinien etc. den `Händlern`ermöglicht, diese sind durch die Buchgeld-Geldschoepfung betroffen?
    Ich denke ja.
    Diese Buchgeld-Geldschoepfung ist gesetzlich nicht geregelt!
    Dh. dies damit verbundenen `Ertragswege` sind unkontrolierbar, (extern prüffähig!) unbilanzierbar, unbesteuerbar
    oder?

    (a)Diese Geldschöpfung erfolgt aus dem `Nichts`.

    Jedoch stimmt diese Aussage nur insoweit, wenn man die Geldmenge, die im Rahmen eines Kreditvertrages `gutgeschrieben` wird, nur dadurch beschreibt, das diese zuvor zum größten Teil beim `Geber` nicht vorhanden war.
    (Diese Beschreibung offenbart sogar die Bundesbank in ihren Publikationen.)

    Wenn man jedoch den Fokus auf den zugrunde liegenden Kreditvertrag legt (als Beispiel hier zw. Finanzinsitut/Privatkunde), regelt dieser als `Gegen`-leistung des Kreditnehmers die (Selbst-)Verpflichtung dessen, in der Vertragslaufzeit einen festgelegten Geldwert in Einzelraten an den Kreditgeber `zurück` zu zahlen.

    (b)Ergänzend ist auch das Gesetz über das Kreditwesen (Kreditwesengesetz – KWG) § 3 Verbotene Geschäfte `
    „(1) Verboten sind
    3. der Betrieb des Kreditgeschäftes oder des Einlagengeschäftes, wenn es durch Vereinbarung oder geschäftliche Gepflogenheit ausgeschlossen oder erheblich erschwert ist, über den Kreditbetrag oder die Einlagen durch Barabhebung zu verfügen.“

    Ausgehend von diesem Standpunkt ist folgende, andere Perspektive wahrnehmbar:
    Die `Gegen`leistung des Kreditnehmers ist der eigentliche Wert.
    Die `Leistung` des Kreditgebers besteht in dem Erzeugen eines diesen Wert verbriefenden Wertpapiers und der damit verbundenen/folgenden Gutschirft auf dem Konto des Kreditnehmers.

    Dh. im Kern ist
    Kreditgeber = Wertnehmer
    Kreditnehmer = Wertgeber

    oder?
    😉

    pacta sund servanda

    Die Zeit ist Reif für ein humanes Geldsystem!

    (ps: Kann es sein, dass das (juristisch unbemerkte) Vorhandensein des KWG §3 (1) 3 einen erheblichen Einfluss auf Bargeldabschaffungsbestrebungen hat?)

    • vielleicht ist ein Perspektiv-Wechsel ungefähr dieser Art zielführend

      bei allem `Ernst` 😉

      At World’s End – Up Is Down

      und wieder zurück … und alles ist eine Frage der `Bilanzierung`

  9. Vielen Dank an KenFM für dieses neue Format. Gratulation auch zum gelungenen Titel und dass dieses Thema von meinem Lieblingsfinanzjournalisten Ernst Wolff moderiert wird. Er versteht es wie kein Anderer, die Finanzwelt zu erklären. Dieser erste Beitrag hat zwar für mich nichts Neues enthalten, war aber für Menschen, die sich mit diesem Thema nicht so intensiv beschäftigen, ein sehr guter Einstieg. Ich bin immer wieder begeistert, wie das KenFM-Team neue und interessante Formate entwickelt. Ich bereue keinen Cent meines monatlichen Dauerauftrages.

  10. Schließe mich dem Vorkommentator voll an.
    Füge noch hinzu, dass es dem Herrn Wolff auch gelang, sich nahezu jeglicher persönlich wertenden Emotionalkommentars zu enthalten, was bei dieser Materie gar nicht einfach ist. Und man der etwas angespannten Koerpersprache des Vortragenden auch entnehmen konnte.
    Bin also positiv neugierig, was in diesem Format noch folgen wird.

  11. Wo soll denn auch das global zirkulierende 225 Billonen Kapitalvermögen auf der Suche nach Renditen noch investieren, wenn die Weltbevölkerung so faul ist und nur ein mikriges Welt-BIP von 70 Billionen / Jahr erwirtschaftet ?
    Na klar,
    Wetten auf Krieg. Und wenn daraus nichts wird, gleich die nächsten Derivate-Wetten irgendwo auf weiteren Krieg auflegen um die vorherigen Verluste auszugleichen und Gewinn zu machen.
    Denn Kredit-Ausfallversicherungen wirds für solche Wetten nicht geben.

  12. Sehr geehrter Herr Wolff
    Sehr geehrter Herr Jebsen

    Gratulation zu diesem neuen Format! Wir in Basel nennen sowas ’sackstark‘.

    Sauber und in deutlicher Sprache formuliert, ästhetisch hervorragend produziert.

    Herzlichen Dank dafür und selbstverständlich auch für alle anderen Produktionen.

    Axel Woltmann

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